Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (bitte ohne Spoiler)  (Gelesen 684 mal)

Offline Tammy1982

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Wir freuen uns auch darüber, wenn ihr eure Rezension auf Literaturschock.de veröffentlicht. Eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich.

Offline Dani

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Ich bin natürlich noch weiter dabei, wollte aber gleich mal schnell meine Rezension schreiben  :winken:



Wer war Macbeth?

Schottland, im Jahr 1791. Die junge Engländerin Magdalene heiratet den schottischen Lord David MacBrannan und muss somit aus ihrem gewohnten Umfeld im Haus ihres Vaters in die „Wildnis“ der schottischen Highlands umziehen. Die junge Frau hat bisher ihre Zeit am liebsten damit verbracht, Romane zu lesen und zu träumen. Sie ist weder auf ein Leben als Ehefrau noch als Hausherrin wirklich vorbereitet und zwischen ihr und ihrem Mann David besteht weder Nähe noch Zuneigung. Als Magdalene in der Bibliothek des Hauses alte Pergamentrollen findet, vertieft sie sich in eine geheimnisvolle Geschichte aus der Vergangenheit. Außerdem entwickelt sie großes Interesse am Leben der schottischen Dorfbewohner auf ihrem Land, nicht zuletzt aufgrund des gutaussehenden Highlanders Seoras!

Ebenfalls Schottland, aber im 11. Jahrhundert. Hier erleben wir nach einem rätselhaften Prolog die Geschichte der jungen Aelswith mit. Sie wächst am Hof von Königin Margaret auf, doch eines Tages wird sie von zwei vermeintlichen Wanderheilern entführt und ihr Leben nimmt eine äußerst unerwartete Wendung.

Ich lese sehr gerne Geschichten mit zwei Handlungssträngen auf verschiedenen Zeitebenen. Meist spielt in solchen Büchern ein Handlungsstrang in der Gegenwart, hier hingegen geht es um zwei Geschichten in der Vergangenheit, eine im 18. Jahrhundert, die andere im 11. Jahrhundert. Verbunden sind sie von Anfang an durch den Schauplatz Schottland und König Macbeth – der möglicherweise ganz anders war, als Shakespeare es die Welt später glauben ließ!

Die Figuren sind interessant und mehr als einmal gibt es überraschende Wendungen, die mich als Leserin dazu bringen, mein erstes Urteil über die handelnden Personen revidieren zu müssen. Diese Vielschichtigkeit der Figuren hat mir sehr gefallen.

Die Handlung ist auf beiden Ebenen spannend und unterhaltsam. Man lernt einiges und muss manches Klischee überdenken, das sich vielleicht im eigenen Kopf festgesetzt hatte.

Das Bild von König Macbeth wurde sicher maßgeblich durch Shakespeare beeinflusst, dieses Buch hier gibt eine andere Sicht auf ihn und seine Geschichte beziehungsweise die Schottlands zu dieser Zeit.

Insgesamt konnte mich das Buch in beiden Handlungssträngen überzeugen und gleichzeitig spannend und lehrreich unterhalten!

Liebe Grüße
Dani

Offline Tanja1981

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Im Prolog geht es um die Geburt eines Kindes, und um das Rabenbanner. Wer ist das geheimnisvolle Kind?

Magdalene ist jung und naiv, sie lebt in einer Traumwelt, die nur aus Büchern besteht.

1791 Heiratet Magdalene den Schottischen Lord David MacBrannan​. Jetzt lebt sie in den Schottischen Highlands​. Die Umstellung fällt ihr sehr schwer, und auch zu David ist das Verhältnis nicht so wie Magdalene es sich erhofft hat.

Magdalene flüchtet sich in die Bibliothek des Hauses, und findet eine alte Pergamentrolle, die Geschichte die sie zu lesen bekommt fesselt sie sehr. Nach und nach verändert Magdalene sich, sie versucht ihren Weg zu finden, aber es wird ihr nicht leicht gemacht!

Im zweiten Handlungsstrang geht es um Aelswith​. Sie wird von zwei Wanderärzten entführt. Es folgt eine sehr spannende, und gefährliche Zeit für Aelswith​ und ihre Begleiter.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist sehr gut und fesselnd  geschrieben. Die Charaktere haben mir auch gut gefallen. Es kam überhaupt keine langeweile auf.

Die zwei Handlungsstränge haben mir gut gefallen!

Es geht um König Macbeth​, und man erfährt viel über das Leben und die Aberglauben der Menschen die in den  Highlands​ lebten.

Methexe

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Schottland im 18. Jahrhundert: Die junge Magdalene lebt nach ihrer Ehe mit dem jungen Lord David in den schottischen Highlands. In der Bibliothek ihres Herrenhauses stößt sie auf geheimnisvolle Pergamente, die ihr einen wichtigen Teil der schottischen Geschichte erzählen, der sie in ihre eigene Vergangenheit zurück führt.

Ebenfalls Schottland im 11. Jahrhundert: Hier beginnt der zweite Handlungsstrang von "Distel und Rose". Er erzählt uns die Geschichte von Aelswith, die am Hofe von Königin Margaret aufwächst, jedoch von Wanderärzten entführt wird. Was hat es mit dem roten König auf sich und wer sind die wahren Erben von Macbeth?

"Distel und Rose" ist in zwei Handlungsebenen erzählt. Beide handeln im Schottland der Vergangenheit und sind auf eine spannende Art und Weise miteinander verbunden. Es ergeben sich spannende Rätsel und mit der Zeit fügen sich die beiden Handlungen immer mehr zu Einem. Der gute altbekannte Macbeth wird dabei fern vom Shakespearschen Klischee von einer anderen Seite beleuchtet. Hat es mich am Anfang noch gestört, dass kapitelweise diese Wechsel stattfinden, habe ich nachher doch gut hier hinein gefunden und konnte von Kapitel zu Kapitel mitfiebern.

Julia Kröhn gelingt ein sehr atmosphärischer Schreibstil. Als Leser wird man tatsächlich ins alte Schottland entführt und kann Gerüche wahrnehmen und alte Riten erfahren. Leider ist das Hauptmanko des Romans für mich die Charakterauswahl. Ich bin mit keinem der handelnden Personen wirklich warm geworden. Zwar ist positiv hervor zu heben, dass es sich nicht um schwarz-weiß-Figuren handeln; jedoch waren mir die meisten Personen entweder egal oder ich mochte sie nicht.

Insgesamt ist "Distel und Rose" für mich ein spannender Schmöker, der einen als Leser heraus aus dem Alltag und hinein ins alte Schottland führt. Genau das also, was ich von einem guten Buch erwarte. Vollends überzeugen konnte mich das Buch allerdings aufgrund genannter Dinge nicht und es ist nicht mehr und nicht weniger als ein guter historischer Roman.

Offline Dreamworx

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Da ich einige Tage in der Klinik war, kommt meine Rezension leider erst jetzt. Bitte entschuldigt die Verspätung.

Das Erbe des schottischen Königs Macbeth

1078. Die junge Aelswith lebt am Hofe von Königin Margaret. Eines Tages wird sie nach einem Streich von einem Wanderheiler und seinem Gehilfen vom Hof entführt. Während sie mit den beiden auf Wanderschaft ist, werden sie von den Rittern der Königin verfolgt, doch auch andere sind ihnen auf den Fersen und hinterlassen verbrannter Dörfer und jede Menge toter Menschen. Warum wurde sie entführt und was haben die beiden vermeintlichen Wanderheiler mit ihr vor? Wer ist wirklich das geheime Kind von Macbeth?

1791. Magdalene ist eine Leseratte und würde ihr Leben am Liebsten von Büchern umgeben verbringen und einen eigenen Roman schreiben. Doch sie geht auf Wunsch ihres Vaters mit dem schottischen Lord David MacBrannan die Ehe ein und zieht auf dessen Landgut in die schottischen Highlands. Das Leben dort ist Magdalene fremd ebenso wie ihr Ehemann, so fühlt sie schnell Heimweh aufkommen und langweilt sich. An der Haushaltsführung hat sie keinerlei Interesse, doch als sie die Bibliothek des Hauses entdeckt, schöpft sie Hoffnung. Als Magdalene alte Pergamentrollen findet, erfährt sie von einer geheimnisvollen Geschichte um den alten schottischen König Macbeth. In den Highlands planen die Schotten den Aufstand gegen die Gutsbesitzer und Magdalene schlägt sich immer mehr auf die Seite der Schotten und gegen ihren Ehemann. Sie beginnt sogar, sich für die Lebensweise der armen Bewohner zu interessieren, vor allem aber für einen ganz bestimmten Schotten namens Seoras. Auch der geheimnisvolle „rote König“, der für die Schotten mit den Gutsbesitzern Katz und Maus spielt, hat es Magdalene angetan. Wird sie sich gegen ihren Ehemann entscheiden?

Julia Kröhn hat mit ihrem Roman „Distel und Rose“ einen wunderbaren historischen Roman vorgelegt, der den Leser durch zwei parallel laufende Zeitebenen führt verbunden durch das Erbe des schottischen Königs Macbeth, der schon im 11. Jh. als grausamer Herrscher galt und im 18. Jh. von den Schotten verherrlicht wird. Jedem Leser ist Macbeth durch Shakespeares Werk ein Begriff, doch wie es sich um die tatsächliche Geschichte des Königs verhält, weiß niemand, der sich nicht damit auseinander gesetzt hat. Die Autorin hat gründlich recherchiert und die geschichtlichen Hintergründe sehr schön in ihren Roman einfließen lassen. Auch die Landschaftsbeschreibungen sind sehr detailliert, so dass man während der Lektüre die zerrissene Schönheit Schottlands regelrecht vor dem inneren Auge vorbeiziehen sieht.

Die Charaktere sind schön ausgearbeitet und wirken zeitgemäß und lebensecht. Aelswith ist eine sympathische junge Frau, die den Schalk im Nacken sitzen hat. Sie ist ein wenig vorlaut, aber auch abenteuerlustig und im Herzen gut. Bruder Nynias ist ein Baum von einem Kerl, der nur Gutes im Schilde führt und mit seinem Hammer mehr droht, als etwas Böses damit zu tun. Magdalene ist eine junge und sehr naive junge Frau, die durch ihre Wankelmütigkeit und ihr mangelndes Interesse an ihrer Umwelt nicht gerade sympathisch wirkt. Zu Beginn der Geschichte wirkt sie nahezu oberflächlich und teilnahmslos, doch im Laufe der Handlung merkt man, dass sie auf der Suche nach Liebe und Zuneigung ist, sie leider aber bei den falschen Menschen sucht und so immer wieder enttäuscht wird. Ihre Naivität bringt sie mehr als einmal in eine sehr böse Situation, doch sie entwickelt immer mehr Sicherheit. Vor allem kann man ihr nicht nachsagen, dass sie sich die Hände nicht schmutzig machen will. Ihr Ehemann David ist die meiste Zeit eher undurchschaubar, meist wirkt er nüchtern und zurückhaltend, doch dann überrascht seine Liebe zur Musik und vor allem auch sein unternehmerisches Denken, das recht fortschrittlich und zum Wohl der Menschen ist. Leider kann er dies mit seinen Worten nicht vermitteln. Sein Bruder Caelan ist ein Hansdampf in allen Gassen, gerade aus Indien zurückgekehrt, unterstützt er seinen Bruder bei dem Vorhaben, das Gut fortschrittlicher zu gestalten, so dass alle Bewohner und Pächter mehr Wohlstand erwerben. Doch Caelan hat auch eine geheime Seite, die erst sehr spät zum Vorschein kommt. Abigail, die Magdalene schon seit Kindheit an betreut, ist eine eher aufdringliche Person, die Magdalene jeden Schritt vorgibt, so dass diese ihre eigenen Gedanken nicht mehr hören kann. Doch zum Ende der Geschichte überrascht Abigail doch mit ihrer Verbundenheit zu ihrem Schützling und dessen Familie.

„Distel und Rose“ ist ein spannender historischer Roman, dessen zwei Handlungsstränge parallel sehr schön abgestimmt sind, so dass man einige Fragen immer im anderen Teil beantwortet bekommt. Die von der Autorin herbeigeführten Wendungen können einige Male überraschen und halten die Spannung der Geschichte auf gleichbleibend hohem Niveau. Ein sehr unterhaltsamer und lehrreicher Roman, der allen Historienfans gefallen dürfte. Eine Leseempfehlung gibt es hierfür auf jeden Fall!

Hier sind noch die Links:

http://wasliestdu.de/rezension/das-erbe-des-schottischen-koenigs-macbeth

http://www.amazon.de/review/R39I3YWY20RX3W/ref=cm_cr_dp_title?ie=UTF8&ASIN=3404173066&channel=detail-glance&nodeID=299956&store=books

http://www.reliwa.de/books/576974

http://www.buechertreff.de/thread/90403-julia-kroehn-distel-und-rose/?postID=1799491#post1799491

http://www.lovelybooks.de/autor/Julia-Kr%C3%B6hn/Distel-und-Rose-1226868230-w/rezension/1227466412/


Vielen Dank, dass ich bei dieser interessanten und auch recht spannenden Runde dabei sein durfte. Ich habe die Lektüre sehr genossen und auch jede Menge "gegoogled", da ich das Thema so interessant fand.  8)
Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)

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Offline dion

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Hallöchen.

Hier kommt dann meine Rezension:

Inhalt:
Schottland 1791: Magdalene und ihre Dienerin Abigail landen nach einer langen Reise endlich auf dem Landsitz des Herren MacBrannan, ihres frisch angetrauten Ehemannes. Sie ist keineswegs freiwillig hier. Ihr Vater und auch MacBrannan haben beschlossen, dass eine Ehe zwischen den beiden Vorteile hat, wenn auch in erster Linie für ihren Gatten.
Magdalene ist das raue Land der Highlands nicht gewohnt und kann kaum glauben, dass dieses triste Land nun ihre Heimat werden soll.

Ihr Ehemann David scheint mit der Situation ebenfalls nicht vertraut zu sein und ist Magdalene gegenüber eher kühl und distanziert. Trotzdem beschließt Magdalene das Beste aus ihrer Situation zu machen. Schließlich sind sie und David nun bis an ihr Lebensende vermählt und sie wird sich damit arrangieren.
Schon wenig später muss sie jedoch einsehen, dass es in den Highlands nichts gibt, womit sie sich die Zeit vertreiben kann. Selbst in der Bibliothek findet sie nichts Ansprechendes. Sind doch die meisten Bücher hier Nachschlagewerke und historische Aufzählungen. Kein einziger Roman gerät ihr in die Hände, bis sie durch Zufall hinter einer Buchreihe auf eine Pergamentrolle stößt.

Schottland 1078: 700 Jahre zuvor lebt die junge Frau Aeslwith am Hofe König Margaret und langweilt sich sehr. Sie stört wieder einmal die Lehrstunden und kann sich auch fürs Sticken überhaupt nicht begeistern. Leider legt die Königin großen Wert darauf, dass sie und die anderen am Hofe lebenden jungen Frauen und Herren gelehrt werden.
Die Strafe für ihr neuerliches Aufbegehren folgt auf dem Fuße und nur mit einer List kann sie den Schlägen entgehen. Mit Blaubeeren hat sie sich den Rücken verschmiert und statt Schläge erhält sie nun Besuch vom Wanderarzt Drostan und seinem Gehilfen Taraìn. Doch statt sie auffliegen zu lassen, beschließen sie Aelswith mit zu nehmen. Erst froh über diese Flucht merkt sie bald, dass etwas nicht stimmt. Doch da ist es bereits zu spät.
Gegen ihren Willen verschleppen die zwei Männer die junge Frau. Drostan hat mit ihr etwas ganz Bestimmtes vor, doch was genau das ist, kann er ihr nicht sagen. Die Königin hat Hlothere und seine Männer ausgeschickt um Aelswith wieder zurück zu holen und die sind nicht gut auf den Wanderarzt zu sprechen.

Bei der Verfolgung wird Drostan getötet und alles was er den beiden noch sagen kann ist, das Aelswith der Schlüssel zu Alba ist. Aber was meint er damit? Statt sich von Hlothere und seinen Männern mitnehmen zu lassen, flüchtet sie mit Taraìn. Sie erhofft sich Antworten auf die vielen Fragen ihn ihrem Kopf.

Meinung:
'Distel und Rose' spielt zugleich in zwei unterschiedlichen Zeiten, was zunächst etwas befremdlich erscheint. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran und es lässt sich relativ schnell zwischen den Zeiten wechseln.
Das Buch dreht sich um den schottischen König Macbeth und seine Nachfahren, die auch Shakespeare bereits zur Hauptfigur eines seiner bekanntesten Werke machte. So stellt sich die Frage - wer ist der Erbe Macbeth? Und war er wirklich so ein Tyrann wie man weitläufig meint?

Mir persönlich hat die Handlung rund um Aelswith und Taraìn recht gut gefallen. Hier konnte ich mich in das Geschehen besser hinein fühlen und mit den Figuren fiebern. Aelswith ist eine starke Persönlichkeit mit Ecken und Kanten. Taraìn ist beinahe das genaue Gegenteil und trotzdem ein Sympathieträger.
Mit Magdalene konnte ich mich leider bis zum Schluss nicht anfreunden und auch die anderen Figuren rund um das Herrenhaus der MacBrannans und der Highländer konnten mich nicht begeistern. Viele Handlungen Magdalenes empfand ich als unsinnig und so fehlte mir hier einfach der Bezug.

Leider bin ich generell nicht sehr gut in die Geschichte reingekommen, so dass ich stellenweise kämpfen musste weiter zu kommen. Positiv anzumerken sind die aufgeführten Personen im vorderen Bereich des Buches und die Karte im Umschlag. So kann man genau verfolgen wo sich gerade welche Szene abspielt und auch wie sich bestimmte Namen aussprechen lassen.

Alles in allem ein Buch von dem ich mir weit mehr erhofft hatte.

Vielen lieben Dank für die Leserunde =o)

Die Rezension ist heute online gegangen auf http://www.buchjunkies-blog.de, bei Amazon, Goodreads und Lovelybooks.

Offline Rissa

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Bevor ich es vergesse: Vielen Dank für die Leserunde!
Auch wenn mich der Roman nicht komplett überzeugen konnte, so hat er mir doch ganz gut gefallen, dreieinhalb Sterne werden es am Ende sein.

Die Rezension ist in Arbeit, allerdings bin ich gerade noch bei meinen Eltern und habe das Buch zu Hause vergessen, aber bis zum Wochenende sollte sie fertig sein.

Offline dubh

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Die schottischen Highlands.

Magdalene verlässt Ende des 18. Jahrhunderts das heimische Edinburgh um eine arrangierte Ehe mit David MacBrannan, einem schottischen Grundbesitzer und Adligen einzugehen. Alleine Abigail, ihre Bedienstete, ist mit von der Partie - und so ist die Anfangszeit für die junge Frau doch recht einsam. Bislang war Magdalene vor allem ein Bücherwurm, der sich in der väterlichen Bibliothek problemlos die Zeit vertreiben konnte. Doch ihr neuer Angetrauter ist da anders: er bevorzugt Sachliteratur und dementsprechend karg wirkt die Bibliothek im Hinblick auf Magdalenes Vorlieben. Und zwischen den Frischvermählten kommt weder Zuneigung noch Nähe auf - zu unterschiedlich scheinen Charakter und Interessen. Als Magdalene durch Zufall alte Pergamentrollen in der Bibliothek findet, ist nicht nur ihre Neugier geweckt, sondern sie kann sich endlich wieder in etwas vertiefen...

Gute 700 Jahre früher lebt die junge Aelswith am Hofe Königin Margarets, der einzigen Heiliggesprochenen unter den schottischen Königinnen und Königen, als sie von zwei Wanderärzten quasi entführt wird... Mit Aelswith und ihren unverhofften Gefährten begeben wir uns auf eine spannende, nicht ungefährliche Reise auf den Spuren des legendären Macbeth' - dem schottischen König, dessen Verleumdung hauptsächlich aus der Feder Shakespeares entsprungen ist.

Die beiden Zeiten werden schön verknüpft und gleichwertig erzählt, was ich in der Tat bemerkenswert finde, denn die Romane, die ich bislang kannte, die auf zwei Ebenen spielen, haben ihre Rahmenhandlung allesamt in der Gegenwart. Anfangs fand ich das ungewöhnlich, aber ich muss sagen, dass ich mich völlig unbemerkt eingefunden habe und ziemlich angetan war. Die beiden weiblichen Charaktere bilden einen starken Kontrast, denn während Magdalene im 18. Jahrhundert anfangs sehr unbeholfen und unsicher ist, ist Aelswith zwar jünger, aber sehr viel souveräner und mutiger. Vielleicht wirkte die Geschichte im Jahre 1078 auch deshalb anfangs packender, aber ich kann nicht sagen, dass das so bleibt, denn nicht nur, dass sich Magdalene entwickelt, nein, auch ihre Zeit ist eine interessante, wenngleich auch sehr bittere für die Highlander. So erfährt man nicht nur einiges über Macbeth und die Tatsache, dass sein Ruf deutlich besser war, als heute von vielen angenommen, sondern man erfährt auch viel Wissenswertes über das "Jahr des Schafes" und die harte Zeit, die nach Culloden in Schottland einzog.
Bemerkenswert ist aber auch das Geschick der Autorin Julia Kröhn, die hier sehr gekonnt ihre Figuren entwickelt und in die Geschichte so manche Überraschung einbaut. Oder anders gesagt: vor allem rund um Aelswith kann man nur sagen, dass manches ganz anders ist, als es scheint!

Für mich ist "Distel und Rose" eine sehr spannende Lektüre, die mit so manchem Klischee aufräumt und trotz aller Unterhaltung auch zahlreiche historische Fakten einbaut, die im Grunde mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Ganz ehrlich? Wenn mich die Geschichte Schottlands nicht eh schon interessieren würde, hätte ich spätestens nach diesem Buch das Bedürfnis mehr über Schottland, seine Menschen, sein Kultur und seine Vergangenheit zu erfahren.

Kurzum, für mich ist dieser Roman ein echter Volltreffer! Für all jene, die historische Romane schätzen, die einiges aus der damaligen Zeit transportieren und dabei nicht an Spannung oder Unterhaltungswert verlieren.

***

Zur Leserunde:
Vielen Dank an alle - der Austausch und das gemeinsame Spekulieren hat viel Spaß gemacht!
Ein besonders herzliches Dankeschön geht an Dich, Julia! Es war großartig, wie aufmerksam Du uns begleitet hast! Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude beim Schreiben und hoffe, dass wir uns hier bald mal wieder lesen (wenn wir auch Irland verlassen haben)! Weiterhin viel Erfolg mit Deinen Büchern!
« Letzte Änderung: 26. März 2016, 21:01:37 von dubh »
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline dubh

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« Letzte Änderung: 26. März 2016, 23:02:36 von dubh »
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

 

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