Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 753 mal)

Online JanaBabsi

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind Eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass Ihr zum Abschluß zeitnah Euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!
Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

Mein Buchblog: Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie

Offline Tara01092012

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Das Buch wirkte auf den ersten Blick für mich "futuristisch" wegen den ganzen Hightechprothesen und Implantaten. Doch genauer betrachtet sind solche Themen gar nicht so weit hergeholt und in ferner Zukunft wie zuvor angenommen. Körperoptimierungen sind auch heute ein Thema, zwar in anderen Branchen als dem Sport und in anderer Form, trotzde sind sie nicht ungewöhnlich.
Derzeit gehören sie jedoch eher in den Bereich der Schönheitschirurgie.
Nach Beenden dieses Buches stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob es irgendwann wirklich Implantate zur körperlichen Verbesserung geben wird?!
Da viele Sportler und Fitnessfanatiker immer wieder zu Mitteln greifen, die ihre Leistungen verbessern sollen, ist die Frage auch sicher nicht von ungefähr. Doch zu welchem Preis?

Das Buch ist sehr spannend geschrieben, flüssig zu lesen und das Thema real, obwohl es auf den ersten Blick irgendwie ganz anders wirkt. Ich hatte etwas vollkommen anderes erwartet, aber trotzdem wurde ich nicht enttäuscht, sondern überrascht!
Die Hauptcharaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen und somit konnte ich mit den beiden mitfühlen und mitfiebern. Leider gab es auch hier unfaire Gegner, die mit unsauberen Mitteln kämpfen, aber die gibt es wohl in jeder Sportart oder in jedem Verein.

Sehr gut hat mir auch das Geschehen ausserhalb des Sports gefallen. Jola und Ryan sind echt toll und ein sehr schönes Paar.

 :blume: :blume: :blume: :blume: (4 Blumen)

Danke nochmal für das tolle Buch und auch für die schöne Leserunde. Es hat echt Spaß gemacht mit euch dieses Thema zu diskutieren. Auch wenn ich das Buch fertig habe, werde ich mich natürlich noch weiterhin an der Runde beteiligen und mit euch diskutieren  :winken:  :bussi:
Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche die Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.


Offline Dani

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Ich hab mich auch gleich mal an die Rezension gemacht, lese aber natürlich noch weiter in der Runde mit.



Jola ist Leichtathletin und träumt von einer Teilnahme bei der Olympiade. Doch immer wieder hat sie Probleme mit ihrer Achillessehne und so kommt sie irgendwann auf die Idee, sich „optimieren“ zu lassen.
Wir befinden uns im Jahr 2030 und die Sportwelt hat sich im Vergleich zu heute ziemlich verändert. Es gibt sogenannte Freestyler, die ihre Körper mit Implantanten und Prothesen aufrüsten und so ungeahnte Leistungen erbringen. Die meisten dieser Freestyler sind aufgrund von Krankheiten oder Unfällen auf die Prothesen angewiesen, so auch Ryan, dem nach einem schweren Autounfall beide Beine unterhalb der Knie amputiert werden mussten. Als Jola und er sich kennenlernen, sitzt er im Rollstuhl und kämpft mit den Schwierigkeiten, die ein Leben als „Behinderter“ mit sich bringt, sei es auch nur eine Stufe zu einem Eiscafé. Für Menschen wie ihn stellen Prothesen eine Chance dar, wieder ein beinahe „normales“ Leben zu führen und darüber hinaus im Sport ganz erstaunliche Leistungen zu vollbringen.
Doch es gibt auch Menschen, die sich ohne wirkliche medizinische Notwendigkeit diversen operativen Verbesserungen unterziehen, um mit dem immer weiter steigenden Leistungsdruck mithalten zu können.

In diesem Buch wagt die Autorin einen Blick in eine gar nicht so weit entfernte Zukunft. Wenn man sich Bilder von den Paralympics anschaut, sieht man auch heute schon Erstaunliches.

Darüber hinaus stellt das Buch die Frage, wieweit man gehen sollte, um die bestmögliche Leistung aus sich und dem eigenen Körper herauszuholen. Ist es überhaupt noch die eigene Leistung, wenn sie auf hochtechnologischen Implantaten und Prothesen beruht? Gewinnt hier wirklich noch der beste Sportler oder vielmehr der mit dem besten Technikerteam im Hintergrund?

Die beiden Hauptfiguren Jola und Ryan sind sympathisch und glaubwürdig, ebenso wie die weiteren Nebenfiguren (die natürlich nicht alle sympathisch sind, denn es muss ja auch mindestens einen Fiesling in der Geschichte geben). Sport ist mehr als ein Hobby für soie und dementsprechend sind sie bereit, viel dafür zu tun, damit sich ihre Träume erfüllen. Doch nicht alle ihre Träume haben mit Sport zu tun, sie sind auch ganz normale Jugendliche auf der Suche nach ihrem Platz im Leben und nach der großen Liebe.

Ich bin eigentlich ein Sportmuffel und dementsprechend war ich etwas skeptisch, ob mich das Buch trotz der Thematik würde fesseln könne. Da ich die bisherigen Bücher der Autorin aber immer gut fand, habe ich mich darauf eingelassen und wurde nicht enttäuscht. Natürlich spielt das Thema Sport eine große Rolle, dennoch waren für mich mehr die dahinterstehenden Fragen spannend und interessant.
Das Buch regt zum Nachdenken an und bietet einigen Diskussionsstoff.
Immer wieder finde ich es auch toll, wie die Autorin ihre Phantasie in Bezug auf die Zukunft spielen lässt: manches klingt futuristisch, das meiste jedoch durchaus vorstellbar und gar nicht so weit von den heutigen Möglichkeiten entfernt.

Ein unterhaltsames Jugendbuch mit spannender Thematik – auch für Nichtsportler absolut empfehlenswert!
Liebe Grüße
Dani

Offline Katja Brandis

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Hallo allerseits,

schon mal danke für eure Beiträge zur Leserunde (ich habe sehr gespannt mitgelesen!) und die interessanten und ausführlichen Rezis! Ich freue mich sehr, dass ihr euch an diesen eher ungewöhnlichen Roman herangewagt habt und so mit Jola und Ryan mitgefiebert habt.

Viele Grüße,
Katja

PS: Auch toll finde ich, dass ihr diese Rezis auch z.B. bei Amazon streut, das ist für AutorInnen ganz wichtig.

Offline Dani

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PS: Auch toll finde ich, dass ihr diese Rezis auch z.B. bei Amazon streut, das ist für AutorInnen ganz wichtig.
Ich streue meine auch, amazon hat sie allerdings noch nicht freigegeben  :winken:
Liebe Grüße
Dani

Offline Vorleser

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 Vielen Dank für das tolle Buch und die schöne Leserunde (ich bin auch weiterhin dabei).  :winken:

Lauf, Forrest, lauf!

Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 2030. Johanna Larissa Spiegler, kurz Jola genannt, ist Sprinterin mit Leib und Seele. Ihr großer Traum ist es, an  Olympia 2032 in Argentinien teilzunehmen, und zu gewinnen. Dafür trainiert sie sehr hart.

Eines Tages lernt sie Ryan kennen, einen beinamputierten Sprinter, der auf seinen Blades das gleiche Ziel verfolgt wie sie.

Die beiden freunden sich an, denn es ist nicht nur der Sport, der sie verbindet: beide haben Geldsorgen. Jola bekommt ein Angebot: eine große Süßwarenfirma will sie sponsern, falls sie sich 'optimieren' lässt und dann in der Freestyle Kategorie antritt.
Wird sie es machen lassen?

Meine Meinung:

Das Buch ist sehr gut aufgebaut, und sehr spannend. Die Atmosphäre unter Sportlern, der Neid, aber auch die Kameradschaft unter ihnen werden sehr gut wiedergegeben, desgleichen der Leistungsdruck, unter dem sie stehen; egal, ob selbstauferlegt, oder von außen kommend.

Auch die Probleme, die ein behinderter Mensch in unserer exklusiven Gesellschaft hat, werden eindrücklich geschildert.
Man bekommt einen Eindruck davon, wie wichtig eine Leitfigur werden kann, um sich nicht nur mit seiner Behinderung abzufinden, sondern auch zu kämpfen, und sich zu verbessern, alles aus sich herauszuholen, was möglich ist.

Auch in dieser zukünftigen Gesellschaft (die ja nicht mehr allzuweit entfernt ist), ist das nicht einfach, und ohne entsprechende Unterstützung kaum möglich. Hightechprothesen sind auch in 2030 nicht für jedermann zu haben.

Ein weiterer Aspekt der im Buch sehr gut herüberkommt, sind die Datenbrillen, an denen schon jetzt diverse Firmen mit Hochdruck arbeiten. Noch ist die Akzeptanz gering, die meisten Leute wollen nicht, dass ihr Tun und Lassen innerhalb Sekunden in die ganze Welt gestreamt werden, aber in naher Zukunft mag das anders aussehen. Ich gehöre zu der Generation, die diese Vorstellung gruselig findet, aber ich vermute mal, wie sind auf dem besten Weg dahin, zumal der Datenschutz auch in unserem Land mehr und mehr aufgeweicht wird.

Die Atmosphäre des ganzen Buches ist sehr dicht und packend. Nichts hört sich zu weit hergeholt an, die Ideen sind überzeugend.
Auch wenn man mit Sport nicht viel am Hut hat, kann man dieses Buch sehr gut lesen, denn es führt einen ein in eine faszinierende Welt, wo sich Sport und Alltag vermischen.
Es ist super recherchiert und ich habe beinahe meine Kartoffeln zerkochen lassen, weil ich so tief eingetaucht war, dass ich alles um mich herum vergessen habe.

Eine absolute Leseempfehlung, nicht nur für Jugendliche.

 :buchtipp:

Ich werde es noch auf diversen Plattformen einstellen.  :winken:

« Letzte Änderung: 29. Februar 2016, 16:34:07 von Vorleser »
There's no life before coffee.

Offline Katja Brandis

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Vielen Dank für das tolle Buch und die schöne Leserunde (ich bin auch weiterhin dabei).  :winken:


Coole Rezi, vielen Dank! Schön, dass du die Kartoffeln erwähnst :-)

Offline nicigirl85

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Meine Meinung zum Buch:

Titel: Leistungssport mal anders, jugendgerecht verpackt…

Auf ein neues Jugendbuch von Katja Brandis freute ich mich sehr, habe ich doch gern „Vulkanjäger“ und „Floaters – Im Sog des Meeres“ gelesen. Hier dachte ich allerdings vor Lektürestart, dass das gewählte Thema nicht meins ist als Sportmuffel, aber da mich die Autorin bisher noch nie enttäuscht hat, wagte ich den Sprung ins kalte Wasser und wurde belohnt.

Die Geschichte spielt in der nahen Zukunft ab dem Jahr 2030 und entführt uns ins Sportlermilieu. Jola ist eine gute Sprinterin, doch ihr Leistungslevel wäre steigerbar. Mittlerweile ist es möglich den eigenen Körper zu optimieren, doch was für Folgen kann das haben? Lebt Jola mit ihren Defiziten oder wird sie sich dem Verbesserungswahn beugen?

Auffällig ist, dass die Autorin mit Jola nicht nur eine interessante Hauptfigur erschaffen hat, sondern auch diverse Nebencharaktere vorstellt, die dem Leser ans Herz wachsen. Mein Highlight hier war ganz klar der Beinamputierte Ryan, der sein Herz am rechten Fleck hat und eine wahre Kämpfernatur ist. Mein Herz konnte er im Sturm erobern.

Frau Brandis gelingt es sehr gut die Stimmung unter den Sportlern einzufangen und wie es ist als Team seinen Mann zu stehen. Gerade Nichtsportler wie meine Wenigkeit haben hier einige erhellende Momente.

Besonders gelungen empfand ich das Einstreuen von komplizierten Situationen für Menschen mit Einschränkungen, denn gerade für Gehbehinderte ist der Alltag oft nicht leicht, da Treppen unüberwindbar scheinen und Bordsteine wie wahre Felsen demjenigen im Weg liegen.

Ungemein eindringlich wird geschildert, was für Modifikationen am menschlichen Körper möglich sind, dass diese aber mitunter nicht folgenlos bleiben. Diese Möglichkeiten fand ich doch sehr erschreckend und hoffe stark, dass es dazu erst einmal nicht kommen wird. Gerade unter Sportlern sorgt so etwas nur noch mehr für Neid und Konkurrenzkampf.

Der Jugendroman lädt zum Nachdenken ein, denn sehr bald stellt man sich die Frage wie weit man selbst für den Erfolg gehen würde und ob man das eigene Leben sogar dafür riskieren würde.

Fazit: Ein tolles Jugendbuch, das eine interessante Zukunft beleuchtet, die real möglich scheint. Ideal für jung und alt. Lesenswert, von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung. Klasse!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Amazon: https://www.amazon.de/review/R3Q59R6BLQ50Q7/ref=cm_cr_rdp_perm

Mein Blog: http://nicigirl85.blogspot.de/2016/03/rezension-katja-brandis.html

Goodreads: https://www.goodreads.com/review/show/1567823689?book_show_action=false

Lovelybooks: http://www.lovelybooks.de/autor/Katja-Brandis/Freestyler-1208943369-w/rezension/1226934849/

Wasliestdu: http://wasliestdu.de/rezension/leistungssport-mal-anders-jugendgerecht-verpackt

Literaturschock- Hauptseite: http://www.literaturschock.de/literatur/belletristik/kinder-und-jugendbuecher/katja-brandis-freestyler

Literaturschock- Forum: http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,39926.msg894801.html#msg894801
"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

Offline Katja Brandis

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Meine Meinung zum Buch:

Titel: Leistungssport mal anders, jugendgerecht verpackt…

Auf ein neues Jugendbuch von Katja Brandis freute ich mich sehr, habe ich doch gern „Vulkanjäger“ und „Floaters – Im Sog des Meeres“ gelesen. Hier dachte ich allerdings vor Lektürestart, dass das gewählte Thema nicht meins ist als Sportmuffel, aber da mich die Autorin bisher noch nie enttäuscht hat, wagte ich den Sprung ins kalte Wasser und wurde belohnt.

Oh wow, fünf Sterne, danke Nici! Freut mich, dass das Wasser gar nicht so kalt war :-)

Online JanaBabsi

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"schneller, höher, weiter ..."

Die 17jährige Jola ist Sportlerin - genauer gesagt ist sie Sprinterin - und ihr größter Traum ist es, an der Olympiade im Jahr 2032 in Argentinien teilzunehmen. Sie trainiert sehr hart für ihren Traum, aber ihr Körper hat eine Schwachstelle: Ihre Achillessehne.

Wir befinden uns im Jahr 2030 und es gäbe die Möglichkeit, dass Jola ihre Beine optimieren ließe. Implantierte Muskeln/Sehen aus Carbonfaser und sie würde schneller laufen als jemals zuvor. In Jolas Augen ein absolutes NoGo. Entweder sie läuft mit ihren eigenen Körperteilen oder gar nicht.

Für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Osaka findet Jola einen Sponsor und sie fliegt voller Energie und Hoffnung nach Osaka. Die Ausscheidungsläufe für das Finale absolviert sie mit Bravour - doch den alles entscheidenden Sprint versaut ihr eine dick angeschwollene und extrem schmerzende Achillessehne. Platzt nun ihr Traum von der Olypmiade?

Die Sponsoring-Firma signalisiert Jola, dass sie gerne weiterhin ihr Sponsor sein möchten - wenn sie sich die Beine optimieren lässt.

Jolas Eltern würden einer Optimierung niemals zustimmen, aber in wenigen Tagen feiert sie ihren 18. Geburtstag und kann dann über ihren Körper selbst entscheiden. Wird Jola ihre Ansicht zum Thema "Körperoptimierung" ändern oder nicht?


Katja Brandis führt den Leser in ihrem Buch "Freestyler" ins Jahr 2030. Gar nicht mehr so weit entfernt von heute und ich glaube tatsächlich, dass viele Dinge, die in diesem Buch noch Fiktion sind, dann Wirklichkeit sein könnten.

Die Wettkämpfer werden in verschiedene Sparten eingeteilt. Zum einen gibt es die normalen Sportler, so wie Jola. Zum anderen gibt es die Sportler mit Modifikationen/Optimierungen. In dieser Sparte wird noch einmal unterschieden zwischen Menschen mit Behinderung und Menschen, die sich nur im Sinne des Sportgedanken "schneller, höher, weiter" optimieren lassen.

Die "Sport-Optimierungen" sind z. B. Sehnen aus Carbon, die dem Sportler mehr Leistung, für das tägliche Leben aber nicht unbedingt einen Vorteil bringen. Was passiert eigentlich, wenn diese Modifizierungen irgendwann einem natürlichen Verschleiß unterliegen? Braucht man als Mensch dann ein Ersatzteillager?

Bei den Optimierungen für Behinderte handelt es sich beispielsweise um Beinprothesen, wie bei Ryan. Ryan hat bei einem Autounfall beide Beine verloren und seine Beinprothesen ermöglichen ihm ein (fast) normales Leben, im Gegensatz zu einem Leben im Rollstuhl, bei dem er vor jeder Treppenstufe kapitulieren muss. Da auch er Sprinter ist, hat er ein Paar "Alltags-Beine" und ein Paar "Sport-Beine", die härteren Anforderungen standhalten.

Im Buch wird in diesem Zusammenhang der Sprinter Oscar Pistorius erwähnt, der 2012 bei den Paralympic Games in London im Finale über eine Strecke von 200 Meter die Silbermedaille gewonnen hat. Oscar Pistorius fehlen beide Unterschenkel.

Hier der Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=A9Wlp1sTnoY

Als Ryan und Jola sich kennenlernen, sitzt Ryan im Rollstuhl. Im Laufe der Geschichte freundet er sich mit seinen Prothesen an und wird zu einem richtig guten (Sports-)Freund für Jola. Ryan ist mir sehr sympathisch. Von Anfang an war mir klar, dass die Beiden ein Paar werden müssen. Aber Jola ist nicht unbedingt meiner Meinung. Sie lässt sich lieber auf einen Typen ein, der sie nicht unbedingt liebt aber doch gut zu beeinflussen versteht.

Alle Charaktere, die in "Freestyler" beschrieben sind, konnten mich überzeugen. Sie sind durch die Bank weg lebensecht gezeichnet und die Beschreibungen des Trainings, der Wettkampfvorbereitungen oder -durchführungen lassen auf eine sehr ausführliche Recherche der Autorin schließen. Die Stimmung in einem Olympiastation und auch die Enttäuschung/Freude über Sieg oder Niederlage kann man als Leser wirklich sehr gut mitfühlen. Ebenso der Neid und die Missgunst, die unter verschiedenen Sportlern herrscht.

Erschreckend fand ich, dass Jolas Freundin mit ihrer Datenbrille alles, aber auch wirklich alles ins Internet streamt. Datenbrillen sind zwar heute noch horrend teuer, aber keine Fiktion mehr. Und vermutlich wird in einigen Jahren - wenn diese Brillen für Jedermann erschwinglich sind - das Internet mit jeder Menge Datenmüll gefüttert.

Operationen an den Augen oder am Herzens sind zwar heute schon möglich, aber Gott sei Dank noch nicht so, wie im Buch beschrieben. Man stelle sich vor ein künstliches Herz zu leasen und es nach Gebrauch wieder an den Hersteller zurückzugeben .......

Im Jahr 2030 bin ich 64 Jahre alt - ich werde mich sicherlich an dieses Buch erinnern.

Ich mag die Bücher von Katja Brandis sehr. Genau wie ihr Jugendbuch "Floaters", in dem sie sich mit unserem Plastikmüll in den Weltmeeren auseinandersetzt, beschäftigt sie sich auch in "Freestyler" mit aktuellen Themen und versucht den Leser zu sensibilisieren.

Wie weit ist man bereit zu gehen, um seine Träume zu verwirklichen?

https://www.amazon.de/review/RVNT3EKRJW8N7/ref=pe_1604851_66412761_cm_rv_eml_rv0_rv

https://buechersindfliegendeteppiche.wordpress.com/2016/03/14/freestyler-katja-brandis/

http://www.lovelybooks.de/autor/Katja-Brandis/Freestyler-1208943369-w/rezension/1229154394/

http://wasliestdu.de/rezension/schneller-hoeher-weiter

http://www.literaturschock.de/literatur/belletristik/kinder-und-jugendbuecher/discussions/review?id=9801

http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,39926.msg897205.html#msg897205

https://book-date.de/suche/buch/freestyler-roman-9299/begriffe/Freestyler

www.thalia.de - unter meinem Namen Barbara Diehl
www.weltbild.de - unter meinem Namen Barbara Diehl
« Letzte Änderung: 22. März 2016, 14:10:01 von JanaBabsi »
Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

Mein Buchblog: Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie

Offline Idefix

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Liebe Katja, liebe Leserundenteilnehmer,ich habe es total "verbummfiedelt" :-[ :-[ :-[, hier weiter mit zu schreiben, ein großes SORRY.
Aber meine Rezi ist natürlich da, ich hatte ja an der Blogtour teilgenommen.


Wie weit geht man für olympisches Gold?

Wir schreiben das Jahr 2030. Jola ist 17 Jahre jung und eine erfolgreiche Sprinterin, die einen großen Traum  hat. Einmal bei der Olympiade in Buenos Aires 2032 laufen dürfen. Bis dahin trainiert sie eisern in München im Olympia – Stadion und bereitet sich gleichzeitig auch auf ihr Abitur vor. Beim Training fällt ihr ein Junge im Rollstuhl auf – Ryan. Bei einem Autounfall wurden ihm beide Beine zerquetscht. Vorher war er in der hiesigen Basketball-Mannschaft erfolgreich, doch das ist nun vorbei.
Jola fühlt sich irgendwie zu Ryan hingezogen und zwischen beiden entsteht eine innige Freundschaft.

Als Jolas Trainerin erklärt, dass sie sich zur Ruhe setzen wird, übernimmt Till, Jolas heimlicher Freund und ehemaliger erfolgreicher Hürdenläufer das Training, was natürlich einige  Probleme mit sich bringt. Auch ihr Zuhause scheint irgendwie nicht mehr so harmonisch zu sein wie früher. Und dann ist da noch ihre Achillessehne, die ab und an schmerzt.  Zu den Weltmeisterschaften 2031 in Osaka schafft sie es dann sogar bis ins Finale, muss aber wegen der Achillessehne, die sich entzündet hat, vorzeitig aufgeben. Zum ersten mal denkt Jola über  eine Modifizierung nach, um 2032 zu den olympischen Spielen starten zu können.  Zu dieser Zeit ist diese Art, sich Prothesen oder künstliche Gliedmaßen, Muskeln, ja sogar Organe einsetzen zu lassen, schon sehr weit fortgeschritten. Und auch Ryan trägt mittlerweile „Blades“ aus Carbon, um sich seinen Traum von Olympia 2032 in der „Freestyle-Klasse“ zu ermöglichen. Dort kämpfen normale Sportler gegen modifizierte Athleten. Doch nicht alle Sportler sind von der Modifizierung von Körperteilen überzeugt. Jola merkt mittlerweile, dass sie mehr Gefühle für Ryan empfindet, als sie zugeben will. Beide schaffen es nach Buenos Aires, aber da geht es schnell nicht mehr um olympisches Gold, sondern ums nackte Überleben.

Katja Brandis hat es auch  mit ihrem  neuen  Near Future Roman geschafft, junge und ältere Leser zu fesseln, mich auf alle Fälle. Es war mein erster Roman von ihr und ich bereue, nicht schon eher nach ihren Büchern gegriffen zu haben. Aber das lässt sich ja nachholen. Die Handlung spielt im Jahr 2030 und später und trotzdem hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, dass es irgendwie unrealistisch erscheint, von  was  da im Buch geschrieben wird. Smartphones werden durch Communicatoren ersetzt,  Das Implantieren von künstlichen Gelenken, Muskeln, Sehnen und Organen  mit weitaus besserer Leistung als menschliche Körperteile wird immer öfters durchgeführt. Bei den olympischen Spielen gibt es neben den Paralympics eine „Freestyle“ Klasse, wo  modifizierte  Athleten gegen nicht modifizierte Sportler antreten. Höher, schneller, weiter durch Modifizierung ist der neue Trend. Und es wird auf diese oder ähnliche Weise in nicht allzu ferner Zukunft auch im realen Leben nicht mehr weg zu denken sein, dessen bin ich mir sicher.

Die Hauptprotagonistin Jola war mir sehr sympathisch. Bei ihr habe ich dann auch gemerkt, dass es  sich um ein Jugendbuch handelt. Typische jugendliche Probleme, der erste Freund, der erste Kuss, das Abitur, der sportliche Ehrgeiz. Mit all den Dingen muss sich Jola auseinandersetzen. Im Laufe der Handlung wird sie ein Stück weit erwachsen, was mir sehr gefallen hat.  Die Entwicklung von ihr vom Teenie zur jungen Frau war sehr gut ausgearbeitet. Aber auch Ryan und Till sind authentische Charaktere im Buch.  Till ist zwar noch jung vom Alter her, agiert aber mit ziemlicher Reife, wogegen Ryan so manches mal unüberlegt und kopflos handelt. 

„Freestyler“ lässt sich sehr gut und fließend lesen. Nichts, was überflüssig erscheint oder den Spannungsaufbau abfallen lässt, findet man im Buch. Abwechselnd wird die Geschichte aus der Sicht von Jola und Ryan erzählt.  Bei beiden Hauptprotagonisten merkt man, wie liebevoll diese Charaktere von Katja Brandis entwickelt wurden. Mit seinen über 400 Seiten ist das Buch „Freestyler“ eine spannende Geschichte um eine junge Frau im Jahre 2030, die ihren Weg sportlich und privat geht.
Das Buch bekommt von mir verdiente 5 Sterne.

Liebe Grüsse
Yvonne


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