Autor Thema: Fazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 692 mal)

Offline smyrill

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 7347
Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß zeitnah euer Fazit hier einstellt. Bitte nicht erst Wochen nach der Leserunde.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten.
Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen !

Offline buchregal123

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 2336
Das war das richtige Buch zum Sommer. Vielen Dank für die Leserunde und besonderen Dank an Marie.

------------

Marita ist aus und mit Leidenschaft Krankenschwester. Sie hat ein Herz für die Menschen und gönnt ihnen ihre kleinen Ausflüge aus der Krankheit. So spielt sie mit den alten Herren auf ihrer Station gerne mal ein schnelles Pokerspiel, obwohl sie keine Chance hat. Der Einsatz ist hoch –eine Zigarette. Was kann es schon schaden, wenn man sterbenskrank ist. Aber im Klinikalltag bleibt eigentlich keine Zeit für derartige Patientenbetreuung, schon gar nicht seit die Klinikleitung Martin Joosten mit der Kostenoptimierung betreut hat. Als der Marita vorwirft, dass sie vierzehn Minuten im Krankenzimmer verbracht hat, reagiert sie äußerst ungehalten. Sie ahnt, dass sie sich damit Schwierigkeiten eingehandelt hat und als sie dann in der Zeitung eine Annonce sieht, in der eine Krankenschwester zur Pflege eines Unternehmers in Südfrankreich gesucht wird, bekommt sie Lust sich in unbekannte Gefilde zu wagen.
So landet sie auf der Domaine der Lafleurs und würde am liebsten gleich umkehren. Der Patient will eigentlich keine Pflege und sein Sohn Lucien ist auch nicht besonders höflich. Aber sie ist nun einmal dort und beißt sich durch. Zur Haushälterin Segolène hat sie gleich ein gutes Verhältnis und als dann auch noch der charmante François auftaucht, kann sie den Aufenthalt viel mehr genießen.
Die Gegend um Grasse ist so wundervoll beschrieben, dass ich den Geruch von Rosen und Jasmin gleich in der Nase hatte. Wie bei Marita kamen auch bei mir Urlaubsgefühle auf und ich wäre am liebsten gleich losgefahren, um die Gegend dort im Süden Frankreichs zu erkunden.
Zwischendurch gibt es immer wieder Einschübe, in dem wir Bo Rickleffs von Amrum kennenlernen, den seine Eltern aus bitterer Not als Schiffsjungen verkauften. So ist er mit sieben von zu Hause weg, um zwanzig Jahre später in Grasse als Händler Fuß zu fassen. Leider war mir die Verknüpfung zwischen historischem Handlungsstrang und dem Strang um Marita zu knapp.
Marita ist sympathisch und stürzt sich mutig in ihr Abenteuer. Sie hat fast keine Französisch-Kenntnisse und soll nun mit ihrem Patienten klar kommen. Aber sie trifft auf eine ganze Anzahl freundlicher und hilfsbereiter Menschen, die ihr Unterstützung geben. Drei Monate wollte Marita in Südfrankreich bleiben, doch die Zeit vergeht wie im Flug und schon bald muss sie sich entscheiden, ob sie zurück nach Husum will oder nicht. Dann ist da noch die Frage: Welches Herzblatt hätte sie denn gerne, Filou François, den freundlichen Knut oder den wortkargen Lucien.
Das Buch liest sich locker leicht. Es ist eine unterhaltsame Sommerlektüre.
Liebe Grüße
Bruni

Offline Marie Matisek

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 60
Das war das richtige Buch zum Sommer. Vielen Dank für die Leserunde und besonderen Dank an Marie.

Danke für deine Rezension und die Teilnahme an der Leserunde! Ich wünsche dir noch entspannte Sommertage - ohne so viel Regen!

Offline Myosotis

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 444
Hallo!
Vielen Dank für das Buch, den Austausch in der Leserunde und natürlich an Marie für die Begleitung!

Hier meine Rezension :

Alleine schon das Cover und die Gestaltung der Innenseiten machen Lust auf Sommer, Urlaub, Lesen!

Und so habe ich mich an die Geschichte gemacht und war gleich drin:  im Leben der Krankenschwester Marita. In Deutschland arbeitet sie auf einer onkologischen Station und versucht, den oft betagten Patienten noch einige schöne Stunden im Leben zu bescheren. Sie nimmt sich Zeit für sie, teilt Berührungen aus und verbreitet im allgemeinen deutschen, hektischen Klinikalltag eine tolle Atmosphäre. Wen wundert es da, dass sie im Affekt dem Klinikmanagement an den Kopf wirft, was sie von den Kürzungen, Einsparungen etc. hält. Beschwingt durch ihre reisefreudige Tochter Sophie, bewirbt sie sich kurzerhand für eine vorerst befristete, 3-monatige Auszeit bei einer privaten Pflegestelle im Süden Frankreichs!

Und Marita hat Glück und wird für die Stelle genommen. Fortan kümmert sie sich in Grasse um Georges, einen etwas eigenwilligen älteren Herrn. Dieser lebt zusammen mit seinem Sohn Lucien auf einem kleinen Anwesen. Marita, anfänglich skeptisch, kaum der Sprache mächtig und etwas verloren, schließt jedoch die Hausangestellte Ségolène und deren Familie sofort ins Herz und sieht darüber hinweg, dass ihre Auftraggeber etwas verschlossen sind. Sie lebt sich nach und nach in der wundervollen Provence ein. Aber wie wird sie sich nach den 3 Monaten entscheiden…?

Der Leser ist sofort drin in der Geschichte um Marita. Man kann ihre Gefühle sehr gut verstehen und nachvollziehen, warum sie sich dazu entschließt nach Frankreich zu gehen.

Vor Ort sind das Leben in Frankreich, die Düfte, die beschrieben werden und die Stimmung sehr gut dargestellt und man hat das Gefühl, alles direkt mitzuerleben.

Maritas anfängliche Einsamkeit vor Ort, dass sie sich hingezogen fühlt zu Francois, die herzliche Art Ségolènes .. Das alles wird recht anschaulich und glaubhaft vermittelt. Das Buch macht richtig Lust auf Urlaub in Frankreich und französisches Lebensgefühl.

Da macht es auch nicht so viel aus, wenn manche Dinge im Roman nicht richtig schlüssig erscheinen bzw. einem selbst schon etwas merkwürdig vorkommen. Die Geschichte weiß trotzdem zu unterhalten. Und dass Marita die einst sehr doll zerstrittenen Männer der Domaine wieder näher zusammenrücken lässt, ist ein positiver Nebeneffekt.

Mir hat die Geschichte um Marita sehr gut gefallen. Einzig der Schluss war mir etwas zu schnell bzw. das Ergebnis zu plötzlich und ich stelle mir nach wie vor die Frage, warum die Anzeige wohl in einer deutschen Zeitung erschienen ist. Ansonsten hatte ich sehr angenehme Lesestunden mit dem Roman und wünschte mir so manches mal, wie die Autorin am Ende des Buches erwähnt, dass man die beschriebenen Düfte ebenfalls hätte riechen können!


Offline Marie Matisek

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 60

Alleine schon das Cover und die Gestaltung der Innenseiten machen Lust auf Sommer, Urlaub, Lesen!


Hallo! Vielen herzlichen Dank für die schöne Rezension, ich habe mich sehr darüber gefreut. Natürlich auch über deine Teilnahme an der Leserunde.

Über das Cover habe ich mich auch sehr gefreut und ich finde, dass der Verlag das Maximum herausgeholt hat - schließlich ist es ja "nur" eine Taschenbuchausgabe, ist aber so liebevoll gestaltet, dass ich darüber sehr, sehr glücklich war.

LG Marie

Offline PMelittaM

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 85
Mir hat es Spaß gemacht, an der LR teilzunehmen, hier nun meine Rezi, die ich auch auf verschiedenen anderen Seiten gepostet habe:

Die Krankenschwester Marita fühlt sich in ihrem Job nicht mehr richtig wohl, sie würde gerne mehr Zeit mit den Patienten der onkologischen Station, auf der sie arbeitet, verbringen, aber mittlerweile sind die „Patientenverweildauern“ streng reglementiert. Als sie in der Zeitung ein Jobangebot im südfranzösischen Grasse entdeckt, schlägt sie nach kurzer Bedenkzeit zu, zunächst für drei Monate. Der neue Job ist eine große Herausforderung für Marita, sie ist kaum der Landessprache mächtig und ihr Patient erweist sich als etwas schwierig. Doch Grasse, eine Stadt, in der seit Jahrhunderten Parfüm hergestellt wird, landschaftlich schön liegt und umgeben ist von Rosen-, Lavendel- und Jasminfeldern, hat Marita schnell für sich erobert und so muss sie sich schließlich entscheiden: zurück nach Hause oder in Grasse bleiben.

Schon das Cover stimmt den Leser sommerlich ein und auch im Inneren weiß das Buch zu gefallen, die Buchdeckel sind innen farbig bedruckt, vorne mit Bildern aus Grasse, hinten mit einem Rezept, und die erste Seite eines jeden Kapitels wird von einem Zweig geschmückt. Mit dem Lesen werden weitere Sinne angeregt, die Autorin schafft es, dem Leser das Gefühl zu vermitteln, mitten in den Sonnenstrahlen der sommerlichen Provence zu stehen, man kann Rosen, Lavendel und Jasmin förmlich riechen, die beschriebenen Gerichte schmecken.

Die Geschichte ist leicht und flott zu lesen, hat mich selbst aber nicht ganz so überzeugt wie die wunderbaren Beschreibungen der Autorin. Marita erschien mir oft sehr naiv, ihre Kompetenz als Krankenschwester mehr als einmal zweifelhaft, Dinge, die für sie schnell offensichtlich hätten sein müssen, hat sie nicht erkannt. Ärgerlich fand ich, dass die offensichtliche Spielsucht eines Charakters heruntergespielt und gegen Ende sogar für eine recht unnötige Aktion benutzt wird.

In mehreren Einschüben wird aus dem 18. Jahrhundert berichtet, von einem Amrumer Seemann, der sich als Kaufmann in Grasse niederlässt. Man fragt sich schnell, was die Verbindung zu Maritas Geschichte sein könnte, wird aber am Ende ziemlich enttäuscht sein. Im Nachhinein finde ich diese Einschübe unnötig.

Ansonsten gefielen mir die verschiedenen Charaktere sehr gut, seien es Maritas Patient und sein Sohn, sei es die Haushälterin Ségolène und ihre Familie, sei es der von der Elfenbeinküste stammende Obst- und Gemüsehändler und seine Frau, sie alle sind liebevoll gezeichnet und ebenso wunderbar beschrieben wie Grasse und seine Umgebung. Gefallen hat mir auch, dass man ein paar Hintergrundinformationen über die Welt des Parfüms erhält

Am Ende ließ mich der Roman ein wenig zwiegespalten zurück, wäre nur die Geschichte, hätte er mich ein bisschen enttäuscht. Aber Marie Matisek hat es geschafft, mich mitten in die Provence zu bringen und fast alle meine Sinne angesprochen, und schon alleine deswegen bin ich froh, den Roman gelesen zu haben. Ich vergebe daher knappe 4 Sterne und eine Leseempfehlung: Lasst euch in die Provence entführen.

Offline Marie Matisek

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 60
Herzlichen Dank für die Rezension! LG Marie

Offline Caren

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 763
Ich bedanke mich auch für die herrlich sommerliche Leserunde! Während hier Starkregen aufs Dach prasselt, schreibe ich meine Rezi.
Die Streuliste hänge ich unten dran, teilweise wird die Rezi erst noch freigeschaltet.
-----------
La vie est belle!

Inhalt:
Marita ist Krankenschwester mit Leib und Seele. Eben deswegen ist sie mehr und mehr unzufrieden mit ihrem Job im Krankenhaus. Es bleibt einfach zu wenig Zeit für den persönlichen Umgang mit den Patienten.
Nach einem Streit mit dem Klinikleiter hat die sie Nase voll und bewirbt sich - ohne allzu große Hoffnung auf Erfolg - auf eine Stellenanzeige. In der Nähe von Nizza wird eine Pflegerin für einen Schlaganfallpatienten gesucht. Da die Stelle auf drei Monate befristet ist, sieht Marita eine willkommene Chance auf eine Auszeit.
Wider Erwarten bekommt sie den Job und krempelt mit 40 Jahren ihr Leben um. Mit rudimentären Französischkenntnissen macht sie sich auf den Weg von Husum nach Grasse.

Ihr Patient ist ein alter, etwas eigensinniger Mann. Sein Sohn wohnt auch im selben Haus, oder besser Anwesen. Marita meistert die drei Monate mit einigen Hürden. Hilfe erfährt sie von Ségolène, der Haushälterin der Familie.

Wird sie ihre Zeit dort verlängern oder zurück nach Deutschland gehen?

Meine Meinung:
Das Buch liest sich herrlich leicht und flüssig. Man ist sofort mitten im Geschehen und kann sich Südfrankreich bildlich vorstellen, ja, man meint sogar manchmal, Jasmin und Lavendel zu riechen.
Die Personen sind wunderbar beschrieben, vor allem die diversen Verehrer von Marita. Die Handlung selber ist manchmal etwas holprig und unglaubwürdig, was dem Lesespaß aber keinen Abbruch tut. Am Ende geht es noch einmal hoch her und irgendwie geht manches auch zu schnell.

Zwischendurch gibt es kurze Ausflüge in die Vergangenheit. Bo Rickleffs ist Seemann. Von Amrum aus (die Insel ist auch Maritas Heimat) kommt er eines Tages nach Grasse, bleibt dort und findet sein Glück. Das spielt dich um die Zeit der französischen Revolution ab. Die Verbindung zu der Geschichte um Marita ist mir aber etwas zu dünn. Die Einschübe sind nach meinem Geschmack überflüssig. 

Fazit:
Ein sommerlich leichtes Lesevergnügen, das Lust auf Südfrankreich macht.

-----------
Amazon
Großes Bücherforum
Literaturschock
lovelybooks
buecher.de
Hugendubel
Weltbild
Thalia
Liebe Grüße, Caren

-----------

Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.

(Charles-Louis de Montesquieu)

Offline Marie Matisek

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 60
Liebe Carmen, auch Dir vielen Dank für die Teilnahme hier und für die schöne Rezension! Und ich freue mich, dass ich dich auf meiner FB-Seite begrüßen durfte! LG Marie

Offline smyrill

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 7347
"Sonnensegeln" stimmt mit seinem schönen Cover so richtig auf Sommer, Sonne, Urlaub ein... und dieses Feeling hat auch das Buch. Obwohl es im Grunde ja keine Urlaubsgeschichte ist. Und auch nicht alles "locker flockig".
Aber es macht so richtig Lust auf Südfrankreich und versetzt in gute Stimmung.

Marita ist eine wirklich sympathische Protagonistin. Sie startet sehr stark mit den Krankenhausszenen (wer möchte nciht eine Krankenschwester wie sie haben ?!) und bleibt durchweg jemand den man gerne begleitet.

Ihre Entscheidung trotz viele Bedenken nach Frankreich zu gehen, ist plausibel, hier passt alles gut zusammen (Frust, Affekt, die Unterstützung durch ihre Tochter und eben einfach das passende Angebot).
Was mich ein bißchen gestört hat ist, daß sie dort dann etwas unprofessionell wirkt in ihrem Beruf. Das passt nicht zu dem, was wir vorher über sie erfahren haben.

Gut gefallen hat mir, daß es mehrere Männer "rund um Marita" gab und es gar nicht ganz einfach war, sich zwischen denen zu entscheiden.

Am Ende ging es mir ein bißchen zu schnell, aber bei einem 300-Seiten-Buch ist es wohl schwer, das anders zu lösen.
Das Ende an sich hat mir gut gefallen, für mich ist es stimmig gewesen.

Vielen Dank an meine Mitleser hier für die Dislussionen und Spekulationen. Ein herzlicher Dank an Marie für die nette Begleitung der Leserunde.  :bussi:

Offline smyrill

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 7347
So, und nachdem ich nun als Schlußlicht meine Rezi geschrieben habe, sind wir hier komplett durch und ich beende offiziell die Leserunde.

Liebe Marie, vielen Dank, daß Du uns begleitet und Dir Zeit für diese Runde genommen hast.  :)

Offline Marie Matisek

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 60
Ich habe zu danken! Für Deine Beteiligung und dass du die Runde so nett geleitet hast. Das ging ja ziemlich schnell zu Ende! Aber es ist auch ein leichtes Unterhaltungsbuch, da bleiben die Diskussionen ja eher aus.
Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal! Marie  :bussi:

 

Weblinks

Literaturschock Facebook Twitter

Internes

Mediadaten & Presse Impressum & Kontakt Datenschutzerklärung