Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 955 mal)

Offline odenwaldcollies

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@Raidrier:
Herzlichen Dank, dass du deine Rezension noch eingestellt hast  :winken:
Liebe Grüße
Karin

Offline D_Stalder

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    • Dominique Stalder - Autor
Rotes Gold von Robert Corvus

Zu Beginn muss ich ein wenig den immer wieder auftauchenden Warnungen entgegentreten, die sagen, dass Buch sei nichts für zart-besaitete. Ja, es ist eine kriegerische Welt, die mit Gewalt einhergeht, aber jedes Mal sind diese Szenen noch sehr gesittet beschrieben. Wer Texte aus dem Bereich Festa Extrem kennt, kennt deutlich schlimmeres.

Der Klingenrausch ist eine Elitesöldnerlegion, die ihren Kampfherrn beim letzten Auftrag verlor und nun beauftragt wird, die als unüberwindlich geltenden Mauern der Stadt Ygôda zu bezwingen und die Stadt zu erobern. Die Einheit ist ohne starke Führung und bietet damit viel Spielraum für Intrigen, Machtspiele und Gewalt. Gerade die erste Hälfte des Buches bringt einem die Welt so wunderbar näher. Vom Totenkult, über Götter und Dämonen, dem Rat, die Bedeutung von Silber und Gold und erst Recht vom Leben der Söldner. Besonder die Elemente um den Dämonenkult waren unglaublich faszinierend. Der zweite Teil des Buches, indem es um den Auftrag an sich geht, sackt meines Erachtens ein wenig ab. Das hat für mich persönlich vor allem den Grund, dass an gewissen Stellen einiges zu einfach geht, es flutscht einfach. Damit meine ich vor allem das Schicksal der Priesterin, die den letzten Befehl des alten Kesters kennt, aber nicht verrät. Ihre neue Rolle kommt mir zu plötzlich und ihre Gegenwehr ist kaum spürbar, so sehr, dass ihre Neugier, die man durchaus kennen lernt, nicht ausreicht. Ebenso als Teile des Sturmbanners in der Stadt agieren. Der Helfer scheint mit ein wenig kurzsichtig zu sein, aber so sehr mir sein Charakter auch gefallen hat, war seine Handlung nicht wirklich logisch.

Die logische Abschiedsschlacht hätte ich zudem gern intensiver erlebt. Die Idee des Schwertfeuers gefällt mir zwar, aber sie wahr auch eine gewisse Distanz. Das Gemetzel kommt so eher nicht bei mir an und lässt mich unbeeindruckt zurück.

Besonders gut gefiel mir der Moment Erotik, der ganz nebenbei viel über den weiblichen Part dieses Spieles erzählt. (Frauen sind hier übrigens keine Heimchen, sehr gut sind hier auch die Erklärungen, wie die weiblichen Söldner im Kampf bestehen, wo die Unterschiede sind - großes Lob dafür!)

Dann ist da aber noch diese eine Szene. Ein Moment, der meiner absoluten Lieblingsfigur gehört. Chastro-Ignuto. Der Avatar der Einheit, ein dämonischer Homunkulus auf der Schulter seines Wirtes, dessen Rolle so wichtig ist und seine Stellung in der Welt als Teil des Dämonenkultes äußerst angesehen ist. Dieser Moment gehört nur dem Wirt allein und hier hatte ich Gänsehaut. Für mich der emotionalste Teil der Geschichte!

Zu Abschluß sei gesagt, dass das Ende genug Raum für weitere Geschichten aus dieser Welt bietet, die auch mit Interesse verfolgen werde. Die drei Hauptpersonen entwickeln sich und ich hoffe, dass Gonter markanter wird.

Die Welt bietet aber noch so viel zu entdecken, dass ich mich richtig auf "Weißes Gold" freue, vor allem, wenn ich an den letzten Satz im Buch und seine Bedeutung denke.

 

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