Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (bitte ohne Spoiler)  (Gelesen 897 mal)

Offline Teresa Simon

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 162
wie schön - und ich liebe diese Stadt sehr!
Alles Liebe von Teresa :)

Offline Teresa Simon

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 162
Liebe Dani & liebe Sabo,
kommt von euch noch etwas? Oder ist das sozusagen das Ende der Leserunde?
Alles Liebe von Teresa  ???

Offline Dani

  • Administrator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 12055
Liebe Teresa,

ich schreibe natürlich noch eine Rezension, brauche dazu aber etwas mehr Ruhe, als ich gerade habe.
Danke für das schöne Buch und die schöne Runde!  :-*
Liebe Grüße
Dani

Offline SABO

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 2099
  • "O Captain! My Captain!"
Liebe Teresa, die Rezi habe ich vorgestern schon geschrieben, aber bei so einem tollen Buch, fällt es meist schwer, die richtigen Worte zu wählen,
heute also erst, mit voller Punktzahl!
 :bussi:


Offline SABO

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 2099
  • "O Captain! My Captain!"
Teresa Simon - Die Holunderschwestern - Heyne
München 1918 - 2015

Der  Anfang wird von einem mysteriösem Abschiedsbrief eingeleitet, die Verfasserin bereut zutiefst und weiß keinen anderen Ausweg mehr.
"Wenn du entdeckst, was ich dir angetan habe.."

München 2015
Katharina Raith ist Restauratorin mit Leidenschaft. Der Moment, in dem sich ihr die Seele des alten Möbels offenbart und die Luft vor Nostalgie vibriert, lässt sie die, oft wochenlange Arbeit vergessen. Wenn die Zeit still steht, ist es ihre größte Belohnung. Ihre Partnerin Isabelle fährt über die Dörfer und sammelt alles ein, vom Melkschemel bis zum alten Bauerntisch, die Werkstatt ist voll davon.
Dieses mal hat Isabelle ein echtes Juwel gefunden, einen vollständig intakten Krämerladen mit einer wunderschönen Glastheke. Ein alter Bauer bewahrt die Ladenzeile seit dem Krieg für seinen gefallenen Freund auf, der ihn damals in Sicherheit wissen wollte.

Katharina kocht Dampfnudeln, ein altes Rezept ihrer Urgroßmutter Fanny, eben noch die Hände im Teig, zückt sie schon fast die Nudelkulle, denn plötzlich, wie aus dem Nichts steht ein Fremder in Sonnenbrille vor ihr. Der gutaussehende Mann stellt sich als Alex Bluebird aus London vor, und wie es aussieht, waren ihre Vorfahren eng verbandelt. Er überbringt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter und ein kostbares Collier.

Fanny, die als junges Mädchen von Weiden allein nach München zog und bei einer jüdischen Familie als Köchin in Stellung ging. Fanny konnte wirklich aus allem etwas zaubern, was in der baldigen Zeit der Inflation und rationierten Lebensmitteln ein besonderer Segen war. Auch Lily und Paul Klee leihen sich Fanny gerne mal zum Gaumenstreicheln ihrer berühmt berüchtigten Gäste ein, es dauert nicht lange und Brecht und Feuchtwanger sind Fannys Kochkunst hörig. Eines Tages steht ihre eifersüchtige Zwillingsschwester Fritzie vor der Tür, auch sie will in München ihr Glück suchen, doch findet sie ein ganz anderes Umfeld. Fritzies unbeabsichtigt, aber schlechter Umgang, lässt Fanny frösteln.

Katharina kann es kaum fassen, diese Tagebücher sind kleine Zeitzeugen, verfasst in den Wirren des Krieges, geheimnisreich und schicksalsträchtig und es hat alles mit dem Erbauer des kleinen Ladens zu tun, ein Rätsel, das vor fast hundert Jahren begann.
Das Katharina in ihrem Leben etwas fehlt, fällt ihr erst auf, als sie Alex Bluebird trifft, es funkt, aber auch das muss warten:
Geheimnisse haben keine Geduld.

Spannend wie ein Krimi, Leseerlebnis mit Tiefgang, unterhaltsam, humorig und dramatisch. Ein genialer Roman, der viel Platz für Spekulationen bietet. Lange Atemzüge und Seufzer beim Lesen garantiert. Ahnenforschung, die mysteriöse Pfade betritt und Generationen verbindet.
Ich freue mich auf weitere Romane von Teresa Simon! Einfach SCHÖN!

Würde ich wieder ein Buch von Teresa Simon lesen?
Jederzeit und immer wieder!

:buchtipp: 5/5

http://www.leserunden.de/index.php?topic=13493.msg279770#msg279770
http://www.literaturschock.de/literatur/belletristik/gegenwartsliteratur/discussions/review?id=10551
http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,41556.0.html
http://www.amazon.de/review/R3AGEXDAH0BUM7/ref=cm_cr_rdp_perm
https://www.goodreads.com/review/show/1700924917
http://www.lovelybooks.de/autor/Teresa-Simon/Die-Holunderschwestern-1208152713-w/rezension/1252354378/
http://wasliestdu.de/rezension/holunder-power

 
« Letzte Änderung: 17. Juli 2016, 17:47:53 von SABO »

Offline Teresa Simon

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 162
Liebste Sabo,
ich freu mich total und danke dir sehr! Hast du eigentlich auch einen Blog?
Alles Liebe von deiner Teresa  :) :P :P

Offline SABO

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 2099
  • "O Captain! My Captain!"
 :winken:
Huhu Teresa, schön, dass es dir gefallen hat, eine Antwort habe ich dir geschrieben, liebe Grüße, SABO
P.S. Ein wirklich tolles Buch!

Offline Dani

  • Administrator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 12055
So, jetzt aber!
Danke für die schöne Runde, liebe Teresa!

Katharina Raith ist Restauratorin in München und liebt ihren Beruf. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin hat sie ein kleines Unternehmen. Eines Tages klingelt ein Unbekannter bei ihr und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny.
Für Katharina und den Leser ist zunächst unklar, wie etwas so Persönliches wie Tagebücher an fremde Personen und in ein anderes Land geraten konnten. Doch Katharina vertieft sich nun natürlich in Fannys Geschichte, die 1918 spielt, als die junge Frau aus der bayrischen Provinz nach München kommt, dort eine ganz besondere Freundin findet und sich ein Leben aufbaut. Leicht hat sie es dabei nicht und ihre Zwillingsschwester Fritzi macht es ihr auch nicht gerade einfacher.
Katharina ist völlig fasziniert von der Geschichte, denn in ihrer Familie wurde nie viel über die Vergangenheit gesprochen, im Gegenteil, Fragen werden meist schnell abgeblockt. Nun erfährt Katharina endlich mehr über ihre Vorfahrinnen.
Auch beruflich hat sie auf einmal mit der Vergangenheit ihrer Familie zu tun, als ihre Partnerin eine alte Ladenzeile zur Renovierung findet, die voller Geheimnisse steckt.

Ich liebe Geschichten mit Familiengeheimnissen auf mehreren Zeitebenen und da mir schon das erste Buch von Teresa Simon (Die Frauen der Rosenvilla) sehr gefallen hatte, habe ich mich auf dieses Buch auch schon vorab sehr gefreut.

München ist ein spannender Schauplatz für eine solche Geschichte, sowohl heute als auch damals, damit hatte das Buch bei mir gleich einen weiteren Pluspunkt gesammelt. Vor allem in der Vergangenheitshandlung tauchen auch viele bekannte und historische Persönlichkeiten auf, das fand ich sehr interessant und spannend.
Die Lebensgeschichte von Fanny liest sich mitreißend und sehr berührend.

Die Gegenwartshandlung hat mich nicht ganz so überzeugen können. Zum einen waren mir die Beschreibungen von Katharinas Beruf zu ausführlich. Während ich mich mit den ausführlichen Beschreibungen von Fannys Kochrezepten durchaus anfreunden konnte, auch wenn ich selbst nicht koche, war mir der Einblick in das Arbeitsleben einer Möbelrestauratorin zu detailliert. Aber das ist sicher Geschmackssache, andere LeserInnen finden diese Schilderungen möglicherweise gerade interessant und authentisch. Mir hätte hier weniger genügt.

Auch die Beziehungen in der Gegenwartshandlung kamen mir etwas zu kurz beziehungsweise die Figuren zu blass. Gerade Alex, der Überbringer der Tagebücher, kam bei mir leider nicht richtig an.

Insgesamt aber auf jeden Fall wieder ein schönes Buch mit einer spannenden Vergangenheitshandlung. Auch wenn mich die Rahmengeschichte in der Gegenwart nicht ganz so begeistern konnte, hatte ich tolle Lesestunden mit dem Buch!

Liebe Grüße
Dani

Offline Anne H.

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 373
Jetzt kommt auch endlich meine Rezension.

Die Autorin Teresa Simon entführt uns in ihrem Roman "Die Holunderschwestern" zu den Zwillingsschwestern Franziska und Friederike in die Vergangenheit und zu der Nachfahrin Katharina in die Gegenwart.

Franziska, genannt Fanny, erträgt ihre einnehmende Zwillingsschwester Friederike, genannt Fritzi, nicht mehr. Nach dem Tod der Mutter geht sie nach München, um dort zu arbeiten. Schon unterwegs im Zug begegnet sie der jüdischen Familie Rosengart. Mit der gleichaltrigen Tochter Alina versteht sie sich auf Anhieb. Sie wird ihre beste Freundin.

Die Restauratorin Katharina erhält aus einem Archiv in London die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny. Neugierig geworden, versucht sie herauszubekommen, wie diese Aufzeichnungen nach England kamen.

Die Autorin hat die Gegenwart und die Vergangenheit geschickt miteinander verflochten. Es ist eine schwere Zeit, von der hier erzählt wird, nach dem ersten Weltkrieg und bis zum zweiten Weltkrieg. Nur mit großer Kraft und viel Mut und mit Menschen, die sich gegenseitig unterstützen, gilt es, dieses Leben zu meistern.

Die Protagonisten sind so lebendig beschrieben, daß man sich gut in sie hineinversetzen kann bzw. daß man mit ihnen mitleidet.

Die Autorin hat uns anschaulich die jeweiligen politischen Verhältnisse erläutert, und somit die Folgen für die Bevölkerung.

Auch nach Beendigung der Lektüre hat die Geschichte bei mir noch nachgewirkt. Ich bin froh, daß ich nie Krieg erleben mußte.

Wer sich gerne mit Familiengeschichten auseinandersetzt, findet mit diesem Roman eine nachdenklich machende Lektüre.

Mein Dank gilt der Autorin Teresa Simon, die uns in dieser Leserunde begleitet hat.

Offline Lerchie

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1127
Eine verzwickte Familiengeschichte

1936. Prolog. Eine Frau macht einer anderen schriftlich ein Geständnis und bittet sie um Vergebung….
Mai 2015. Katharina Raith erhält überraschenden Besuch aus England. Ein ihr unbekannter Mann, der jedoch von ihrer Urgroßmutter sprach….  Und er hatte ihr etwas von ihr mitgebracht: Ihre Tagebücher….
Katharina war Möbelrestauratorin  und führte mit ihrer Freundin Isi zusammen ein Geschäft. Isi war von einem Ausflug aufs Land zurück nach München gekommen, und berichtete freudenstrahlend von einem alten Laden, den sie gefunden hatte du den sie ihrer Meinung nach unbedingt kaufen mussten…
1918 München. Fanny Haller war von zu Hause, vor ihrem Vater und auch vor ihrer über alles geliebten Zwillingschwester geflohen. Georg, ihr Bruder, hatte ihr dazu verholfen. Doch in München lief nicht alles so wie gewünscht. Zum Glück hatte sie unterwegs im Zug eine jüdische Frau mit ihren Kindern kennen gelernt. Von denen versprach sie sich jetzt Hilfe….
2015. Nach einigem Hin und Her war der Laden – obwohl der Enkel des Mannes, der ihn gehütet hatte nicht verkaufen wollte – doch in ihrem Schuppen/ihrer Werkstatt gelandet. Und Katharina fand unter einer Schublade eine Kostbarkeit….
Aus den Tagebüchern ihrer Urgroßmutter erfuhr Katharina so einiges und sie konnte nicht mehr aufhören zu lesen…
Welches Geständnis macht die Frau? Was muss die andere ihr vergeben? Wer ist der Mann, der Katharina aufsuchte? Woher wusste er von ihrer Urgroßmutter Fanny? Wie waren deren Tagebücher nach England gekommen? Warum wollte Isi unbedingt den Laden kaufen und restaurieren? Was passierte Fanny in München? Ging es ihr bei der Arbeitsstelle, die ihr Bruder ihr verschafft hatte, nicht so gut? Würde die junge Jüdin, die ihre Freundin geworden war, ihr helfen? Was fand Katharina unter der Schublade des Ladens? Was erfuhr Katharina aus den Tagebüchern ihrer Uroma? Alle diese Fragen -  und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.

Meine Meinung
Das Buch ließ sich sehr gut lesen. Keine Unklarheiten störten den Lesefluss, denn der Schreibstil der Autorin ist unkompliziert, so wie ich es liebe. Ich mag es gar nicht, wenn ich mich immer wieder fragen muss, was ein/e AutorInn mit diesem oder jenem Wort/Satz gerade meint. Dem war hier nicht so. In der Geschichte war ich schnell drinnen, konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Ich habe mich für Fanny gefreut, dass sie in der Jüdin Alina eine so gute Freundin gefunden hatte. Und ich war über Fannys Schwester entsetzt, die darauf so eifersüchtig reagierte. Das Buch hat mich gefesselt, so dass ich es in einem Rutsch gelesen habe. Dem Geheimnis, das sich am Schluss schriftlich auflöste, war ich allerdings schon sehr viel früher auf der Spur und hatte auch schon früher Gewissheit. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, das wäre gespoilert.  Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und mich sehr gut unterhalten gefühlt. Es hat mir super gefallen und ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen. Von mir die volle Bewertungszahl. :buchtipp:



« Letzte Änderung: 31. Oktober 2016, 11:55:08 von Lerchie »
Liebe Grüße
Lerchie

____________________________________________
Nur wer aufgibt hat schon verloren

 

Weblinks

Literaturschock Facebook Twitter

Internes

Mediadaten & Presse Impressum & Kontakt Datenschutzerklärung