Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 495 mal)

Offline dubh

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass Eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst Alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde (gerne auch eines der Autorin) immer interessant.

Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die "Das Leuchten der Welt" nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!

Außerdem wäre es sicherlich für Isabel als auch ihren Verlag DuMont, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen mögt.
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline gagamaus

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Bell Bennett, die aufgeweckte Tochter eines New Yorker Zeitungsverlegers, möchte unbedingt in die Fußstapfen ihres Vaters treten, auch wenn dies für Frauen damals noch ein ziemlich ungewöhnliches Unterfangen war. Da sie sich außerdem brennend für alle wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen interessiert, reist sie heimlich und alleine Richtung Chicago, wo im Jahr 1893 die große Weltausstellung eröffnet werden soll. Darüber möchte sie einen großen Artikel schreiben. Aber ihre Zugreise wird schnell durch einen Raubüberfall unsanft unterbrochen und es bleibt ihr nichts anders übrig, als einen zufällig des Weges kommenden Mann um Hilfe zu bitten. So lernt sie Solomon Jones kennen, den sie für eine Mitfahrgelegenheit bezahlt und zu dem sie sich alsbald hingezogen fühlt, auch wenn der Kerl unrasiert und sperrig ist und ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt. Und er hat auch so gar nichts gemein mit ihrem Fastverlobten Rick, der sich derweilen in New York wundert, wo Bell abgeblieben ist. Trotz einiger Schwierigkeiten erreicht Bell schließlich Chicago und taucht ein in die große und faszinierende Weltausstellung, die allerdings neben riesigen Pavillons aus Schokolade und neumodischen elektrischen Errungenschaften aller Art auch eine Menge Gefahren und Überraschungen für Bell und Solomon bereit hält.

Es war nicht mein erstes Buch der Autorin. Der gewohnt angenehme Erzählstil und Bells erfrischende und mutige Art haben mir von Anfang an gut gefallen. Auch das Tempo der Geschichte ist hoch, so dass keine Langeweile aufkommt und man gerne und gespannt immer weiterliest. Die erste Hälfte des Buches ist ein richtiges Roadmovie, in dem Bell von einem Abenteuer ins nächste stürzt und mehr als einmal ihre Schläue aber auch ihre Spontanität beweisen kann. Nie verliert sie jedoch ihren Optimismus und den Glauben an sich selbst. Auch der zweite Hauptdarsteller, Solomon, ist ein interessanter Charakter mit einer bewegten Vergangenheit. Vor allem die Dialoge der beiden und ihre sich rasant entwickelnde Zuneigung waren vergnüglich und in Kombination mit den Spannungselementen eine gute Mixtur.

Es handelt sich natürlich um eine leichte Lektüre, in der es auch ein paar Zufälle gab, die es meiner Meinung nach so gar nicht gebraucht hätte. Auf Kosten der Spannung wird an ein, zwei Stellen die Logik hintan gestellt. Das war der Autorin wohl so auch bewusst, denn sie lässt ihre Helden später über diese Zufälle selber den Kopf schütteln. Im Gegenzug bekommt man aber einige wirklich leckere geschichtliche Häppchen über die Attraktionen der Weltausstellung und die Erfinder und Wissenschaftler der damaligen Zeit und das macht einfach Spaß.

Ein unterhaltsamer Roman mit lebendigen Personen und einem interessanten Setting.

Vielen Dank, liebe Isabel für die Begleitung in der Leserunde. Es wird sicherlich nicht mein letztes Buch von Dir sein.  :)

Hier schon mal ein paar Rezis:

amazon

wasliestdu

lovelybooks


:lesen:
Der Tanz unseres Lebens - Noa C. Walker

Offline Dreamworx

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Hier nun meine Rezension für ein wirklich tolles Buch, das mir sehr gefallen hat. Vielen Dank, dass ich Teil dieser Leserunde sein durfte. Ein großer Dank auch an die Autorin für die faszinierende Geschichte und all die Informationen während der Leseabschnitte. Es hat mir wirklich sehr gefallen.

Geschichte spannend und bildhaft erzählt

19. Jahrhundert Amerika. Als Tochter eines New Yorker Zeitungsverlegers möchte Bell Bennett unbedingt ebenfalls in der schreibenden Zunft arbeiten und eine angesehene Journalistin werden. Sie hat ein großes Interesse an den technischen Entwicklungen und Erfindungen und macht sich heimlich auf in Richtung Chicago, um die große Weltausstellung zu besuchen und ihr einen Artikel zu widmen. Doch schon ihre Reise dorthin ist abenteuerlich, denn sie gerät in einen Raubüberfall. Zu Hilfe eilt ihr der Wanderarbeiter Solomon Jones, der auf Bell einen eher geheimnisvollen Eindruck macht. Doch je näher sie ihn kennenlernt, umso mehr ist sie von ihm fasziniert. Leider kommt ihr ihr Verlobter Rick in die Quere, der mit seinen zwielichtigen und mafiösen Geschäften einen schlimmen Plan in die Tat umsetzen will und bald schon zu Solomons Albtraum wird. Was wird Bell alles erleben?

Isabel Beto hat mit ihrem Buch „Das Leuchten der Welt“ einen aufregenden und unterhaltsamen historischen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig, der Leser wird regelrecht in die Seiten gesogen und findet sich in einem anderen Jahrhundert wieder an der Seite von Bell, die sich als recht abenteuerlustig und voller Ideen entpuppt. Der historische Hintergrund über die damalige Erfinderszene, die Elektrizität und die Weltausstellung in Chicago 1893 geben der erzählten Geschichte einen wunderbaren Rahmen und faszinieren den Leser ebenso wie die Handlung selbst.

Die Charaktere sind sehr individuell und liebevoll kreiert, sie wirken sehr authentisch und lebensecht. Bell ist eine sympathische und mutige junge Frau, die ihrer Zeit um einiges voraus ist. Sie lässt sich in keine Schublade stecken, hat ihren eigenen Kopf und geht unbeirrbar ihren Weg mit dem Ziel der Erfüllung ihrer Träume und Wünsche. Dabei kommt sie immer wieder in recht brisante Situationen, doch sie verliert nicht den Kopf, sondern gibt sich eher kämpferisch, was ihr sehr gut zu Gesicht steht. Solomon ist ein ehrlicher Mann, dem man übel mitgespielt hat. Durch einen unglücklichen Zwischenfall hat er sein Gedächtnis verloren und versucht nun, die fehlenden Puzzlestücke in seinem Kopf wieder zusammen zu setzen. Rick ist ein berechnender Mann, der nur an seinen eigenen Vorteil, an Macht und Einfluss denkt. Dem muss sich alles unterordnen. Doch er hat eine Achillesferse und die heißt Bell. Auch die anderen Protagonisten sind lebendig gezeichnet und bereichern die Handlung mit ihren kleinen Episoden und Geschichten einmal mehr.

„Das Leuchten der Welt“ ist ein fesselnder und spannender historischer Roman, der sowohl geschichtliche und kriminalistische Elemente in sich vereint und dazu noch mit einer Liebesgeschichte aufwartet. Alle Freunde dieses Mixgenres, die sich beim Lesen auch für die historischen Hintergründe begeistern können, sind hier bestens aufgehoben. Dieser Roman ist eine absolute Leseempfehlung wert!

Hier noch die Links zu meiner Rezi:

https://www.lovelybooks.de/autor/Isabel-Beto/Das-Leuchten-der-Welt-1211166864-w/

https://www.amazon.de/review/REJQ376YOD4D5/ref=cm_cr_dp_title?ie=UTF8&ASIN=3832163794&channel=detail-glance&nodeID=299956&store=books

https://www.lesejury.de/isabel-beto/buecher/das-leuchten-der-welt/9783832163792?st=1&tab=reviews&s=2#reviews

http://www.buechertreff.de/thread/93984-isabel-beto-das-leuchten-der-welt/

http://wasliestdu.de/rezension/geschichte-spannend-und-bildhaft-erzaehlt

http://www.reliwa.de/review/show/11269
Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)

"Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
Albert Einstein

"Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
Oscar Wilde

Offline Ostsee_71

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Inhalt:

USA 1893: Bell Bennett, die Tochter eines New Yorker Zeitungsverlegers, möchte aus den Schranken des Lebens einer Frau in der damaligen Zeit ausbrechen und wie ihr Vater in das Zeitungsgeschäft einsteigen und Journalistin werden. Ihr Interesse an den technischen und wissenschaftlichen Neuerungen der damaligen Zeit, bringt sie dazu sich heimlich auf den Weg nach Chicago zu machen, wo in diesem Jahr die Weltausstellung stattfindet. Auf der langen Zugfahrt nach Chicago kommt es zu einem Überfall, nachdem die Weiterfahrt erst einmal unterbrochen ist. Bell macht sich daher zu Fuß auf die Weiterreise und lernt dabei Solomon Jones kennen, ein interessanter junger Mann, der aber ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. Gemeinsam machen sie sich auf die Weiterreise.

Meine Meinung:

Auf mich wirkte die Geschichte von Anfang an etwas verworren und die Charaktere sind wenig griffig. Bell ist  zwar einerseits eine mutige, junge Frau die sich auf eine für ihre Zeit ungewöhnliche Reise begibt, jedoch wirkten ihre Erlebnisse auf der Reise konstruiert und übertrieben. Auch wenn Reisen in der damaligen Zeit sicherlich aufregender war als heute, passieren doch auf Bells Zugreise zu vielen Dinge, als dass die Handlung noch glaubwürdig ist.

Gut gefallen an diesem Buch haben mir die Beschreibungen rund um die Wirkung der Elektrizität auf die Menschen. Die Elektrizität hat damals erst langsam Einzug gehalten in das Leben der Menschen und umso spannender ist es zu lesen, wie sie auf diese neue Erfindung reagieren. Die Angst vor dem Strom aber auch die Faszination die von ihr ausging ist interessant zu lesen, besonders aus unserer Perspektiver heraus, in der Elektrizität aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist.
Auch die Beschreibung der Weltausstellung in Chicago mit den ganzen Neuerungen, die dort vorgestellt wurden war spannend zu lesen. Wie interessant muss es für Bell gewesen sein, die Ausstellung zu besuchen und sehen, wie sich die einzelnen Länder präsentieren und die technischen Entwicklungen zu bestaunen.

Leider werden dieses interessanten Aspekte in eine verworrene Geschichte eingebaut, die in einem wilden Show Down auf der Weltausstellung endet. Ich bin mit der Haupthandlung nicht warm geworden.

Offline Rosenprinzessin

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Herzlichen Dank! Ein wirklich sehr schönes Buch! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit Euch zu lesen!

Amerika, 1893: Bell Bennett ist die Tochter eines New Yorker Zeitungsverlegers. Ihr Traum ist es, eine berühmte Reporterin zu werden, was Ende des 19. Jahrhunderts gar nicht so einfach ist für eine Frau. Heimlich reist sie nach Chicago, um die dortige Weltausstellung zu besuchen und darüber zu schreiben. Doch schon ihr Weg dahin erweist sich als ein Abenteuer. Einiges geht schief, aber zum Glück trifft sie auf den Wanderarbeiter Solomon Jones, der ihr Hilfe anbietet. Aber er scheint auch ein Geheimnis zu haben.

Mein Leseeindruck:

Eine wundervolle Geschichte! Ich habe dieses Buch von der ersten Seite an geliebt. Bell Bennett ist eine wirklich bezaubernde Protagonistin. Sie ist auf der einen Seite eine starke Frau und ihrer Zeit voraus, auf der anderen Seite ist sie verletzlich und auch ein bisschen naiv. Man muss sie einfach ins Herz schließen.

Auch Solomon Jones ist ein sehr interessanter Charakter. Überhaupt sind alle Figuren sehr gut ausgearbeitet; ich konnte mir von allen ein gutes Bild machen.

Der Schreibstil von Isabel Beto war mir schon von anderen ihrer Bücher bekannt. Sie schreibt sehr angenehm und flüssig.

Ich habe die Geschichte von Bell und Solomon sehr gerne gelesen. Das Setting und die Atmosphäre sind auch hervorzuheben; beides hat mir richtig gut gefallen. Es war sehr interessant, mehr über die Weltausstellung 1893 in Chicago zu erfahren.

Das Buch ist gleichzeitig spannend, romantisch und humorvoll - eine sehr gelungene Mischung! Ich hatte viel Spaß und Freude beim Lesen und kann diesen Roman auf jeden Fall weiterempfehlen!
Lesen aus Leidenschaft

Offline Anne H.

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Die Autorin Isabel Beto entführt uns in ihrem historischen Roman "Das Leuchten der Welt" in das Jahr 1893 und zu Bell Bennett, Tochter eines New Yorker Zeitungsverlegers, die der berühmten Journalisten Nellie Bly nacheifert.

Für die sonntägliche Damenbeilage des New Yorker Observer plant sie eine Artikelserie über Elektrizität, die gerade ihren Einzug in die amerikanischen Haushalte findet. Dafür möchte sie die Weltausstellung in Chicago besuchen, natürlich heimlich, denn es schickte sich für eine Dame nicht, alleine zu reisen.

Zwischenstation will sie bei Tante Mabel machen, die sie in ihrer Selbstverwirklichung stets unterstützt.

Aber schon zu Beginn ihrer Reise wird sie im Zug überfallen und beraubt. Sie trifft auf Solomon Jones, der nicht der ist, wofür er sich ausgibt, der ihr aber helfen möchte, nachdem er erfährt, daß sie zur Weltausstellung reisen möchte, denn er möchte in eigener Sache ein Geheimnis aufdecken.

Isabel Beto versteht es, uns mit dieser Geschichte bestens zu fesseln, eine Geschichte über eine abenteuerliche Reise, über Mut und Tapferkeit, und über die Liebe. Die Protagonisten werden ausführlich beschrieben, so daß man glaubt, sie in diesem Abenteuer zu begleiten.

Diese Geschichte ist natürlich auch eine gesellschaftliche Studie der damaligen Zeit. Bell Bennett ist als sehr fortschrittlich anzusehen, denn sie - als Frau - wagt sich auf ein Terrain, das von Männern dominiert wird. Außerdem ist sie eine sehr kluge Frau, die sich für Technik und Fortschritt interessiert.

Wir können uns also auf eine sehr unterhaltsame Reise begeben, voller Überraschungen und Wendungen. Denn auch Bells Verlobter Rick spielt hier unverhofft mit!

Vielen Dank an Isabel Beto für die Begleitung der Leserunde!

Meine Rezension ist auch zu finden bei:

- Amazon.de
- Goodreads.com
« Letzte Änderung: 30. Oktober 2016, 14:52:54 von Anne H. »

Offline dubh

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Aim at a high mark, and you will hit it. (Annie Oakley)

Mirabella "Bell" Bennett führt Ende des 19. Jahrhunderts als Tochter eines Zeitungsverlegers in New York City ein privilegiertes Leben. Doch sie ist weit davon entfernt, sich mit der üblichen Rolle einer Frau der Upper Class zufrieden zu geben - nein, sie möchte selbst Reporterin werden. Schon immer mit einem Faible für starke Frauen ausgestattet, eifert sie nun der Weltreisenden und Journalistin Nellie Bly nach. Aber auch berühmte Frauen des Wilden Westens wie Calamity Jane oder Annie Oakley faszinieren sie.
Doch das Thema, das Bell besonders umtreibt, ist die Elektrizität, die gerade in den Startschuhen steht. Noch streiten sich Erfinder und Industrielle darum, ob Wechselstrom oder Gleichstrom zu bevorzugen ist - während die breite Bevölkerung durchaus noch sehr ängstlich gegenüber dieser bald bahnbrechenden Neuerung ist...

Die Eröffnung der Weltausstellung in Chicago steht kurz bevor und auch Bell ist heimlich auf dem Weg in die große Stadt am Michigansee, denn sie möchte für den Observer eine Reihe über Elektrizität für die weibliche Leserschaft schreiben. Doch die eh schon abenteuerliche Reise endet beinahe irgendwo im ländlichen New York, das noch an die alten Zeiten des Wilden Westens erinnert. Wohl oder übel muss sie sich auf einen zwielichtig wirkenden Wanderarbeiter Salomon Jones verlassen, da sie sonst mitten im gefühlten Nirgendwo stranden und die große Eröffnung verpassen würde...

Endlich in Chicago angekommen, erwartet Bell eine faszinierende, teilweise exotische Atmosphäre auf dem Ausstellungsgelände - ganz zu schweigen von all den technischen Neuerungen, die es zu bestaunen gilt. Doch wo es um bahnbrechende Erfindungen geht, sind auch Machtspiele und Intrigen nicht weit...

Die Autorin Isabel Beto hat auch mit ihrem neuesten Roman einen stimmungsvollen, packenden Roman geschrieben, der eine Zeit einfängt, über die es nicht häufig zu lesen gibt. Der Wilde Westen ist noch lebendig, wenigstens durch die beliebten Shows von Buffalo Bill, da beschäftigt der Erfindergeist von Thomas Alva Edison und Nikola Tesla die gehobeneren Schichten und die Industrie. Die damaligen Bedenken, die teilweise deutlich zu Tage tretende Panik vor Elektrizität, das gespannte Warten der begeisterten Befürworter der elektrischen Beleuchtung - all das fängt die Autorin gekonnt ein und stellt es im Gegensatz zu so manchen Erlebnissen auf der Reise Bells.
Überhaupt ist die junge Dame eine sehr fortschrittliche Frau, die durchaus lernen muss, dass man nicht nur moderner sein möchte, sondern dafür auch so manches Mal sein Herz in die Hand nehmen muss.

Besonders das Einfangen des Kontrasts der damaligen Zeit hat mir sehr gut gefallen: auf der einen Seite die schmutzige Stadt Chicago, die keinen guten Ruf hat - auf der die glitzernde Welt in der "Weißen Stadt", dem Ausstellungsgelände. Auf der einen Seite die schäbigen Hotels irgendwo auf dem Land oder die nach Kohl muffelnde Pension mit gestrenger Wirtin - auf der anderen der Standard der Luxushotels. Auf der einen Seite Western-Heldinnen, auf der anderen eine junge Frau, die ihren Weg in der modernen Welt sucht...
Das alles hat Isabel Beto gekonnt eingefangen, ebenso wie sie ihre Figuren liebevoll und glaubhaft ausstattet. Bell ist schlicht und ergreifend sympathisch und ich habe stets gehofft, dass sie sich ihren Traum erfüllen kann. Mit Salomon Jones kommt ein Spannungselement dazu, dass ich so nicht erwartet hätte, das mir aber sehr gut gefallen hat. Überhaupt habe ich die Zeit gerne mit den beiden durchlebt, denn ich finde sie ungemein interessant: während wir heute natürlich auch rasend schnell Fortschritte im technischen Bereich machen, waren es damals wirklich zukunftsweisende Neuerungen, Erfindungen, die wirklich alles verändert und die bisherige Lebensart völlig auf den Kopf gestellt haben. In diesem Kontext lässt sich die Angst vor dem Lichtschalter durchaus besser verstehen.

Für mich ist "Das Leuchten der Welt" ein toller Unterhaltungsroman, der von einer für mich faszinierenden Zeit erzählt und sowohl interessante Details der Weltausstellung als auch historische Fakten - wie den sogenannten Stromkrieg - mit einfließen lässt. Die ganze Atmosphäre hat mich so dermaßen eingesogen, dass ich gerne über ein, zwei Zufälle hinwegsehe und zugegebenermaßen gerne noch länger geschmökert hätte.

Kurzum: Atmosphärisch sehr gelungen, mit einem spannenden Plot und zwei interessanten Charakteren, die ich nur zu gerne in mein Herz geschlossen habe.

*****

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Offline dubh

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Hallo zusammen,

da nun alle mit der Lektüre und den Rezensionen fertig sind, möchte ich mich bei Euch allen bedanken - der Austausch und das Spekulieren hat viel Spaß gemacht!

Ein ganz besonders herzliches Dankeschön geht an Dich, Isabel! Du hast uns gewohnt perfekt begleitet! :-* Wie nach jeder Runde mit Dir bleibt mir nur zu schreiben, dass ich hoffe, dass wir uns schon bald wieder hier lesen - ich würde mich jedenfalls riesig freuen! Bis dahin wünsche ich Dir alles Gute, viel Freude weiterhin beim Schreiben und viel Erfolg mit Deinen Büchern.

Liebe Grüße
Tabea
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Offline Isabel B.

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Du hast extra ein Oakley-Zitat gesucht? Toll. :)

Danke euch allen, mir hats auch ordentlich viel Spaß gemacht, vielen Dank auch für die schönen Rezis, das kann unsereiner ja immer gut brauchen.  ;)

Und wenns was Neues gibt, melde ich mich natürlich. Ansonsten wünsch ich euch viel Spaß bei euren nächsten Runden. Machts gut  :winken:

Offline dubh

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Du hast extra ein Oakley-Zitat gesucht? Toll. :)

Das war eher Zufall. Ich hatte ein bisschen über sie im Internet gelesen und dabei ist mit das Zitat über den Weg gelaufen... Das musste ich einfach notieren, denn ich finde, dass es einfach gut zur Geschichte passt. :)
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Offline Isabel B.

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Ja, wäre auch ein sehr schönes Motto gewesen.

 

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