Autor Thema: 1) Prolog - Seite 82  (Gelesen 918 mal)

Offline JanaBabsi

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Hallo liebe Marie Buchinger,
liebe MitleserInnen,

hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Ein Tal in Licht und Schatten" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders die Autorin Marie Buchinger (Diana Menschig) - schön, dass Du unsere Runde begleitest!

Ihr dürft die Autorin duzen!

Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die neuen Ausführungen zur Netikette durch.

Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.
Auch ist es nicht nötig, den Inhalt nachzuerzählen, wir lesen ja alle das gleiche Buch  ;)

Wenn Ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, gebt bitte hier oder per PN an den Moderator kurz Bescheid.

Es wäre schön, wenn Ihr darauf achtet, nicht zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte! 

Viel Spaß uns allen beim Lesen und Diskutieren!  :winken:

Hier könnt Ihr zum Inhalt bis Seite 82 schreiben.

Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

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Offline JanaBabsi

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Für die eBook-Leser - der 1. Satz lautet:

Ein qualvoller Schmerzensschrei brüllte durch die Finsternis der Nacht.
Viele Grüße
Babsi

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Offline odenwaldcollies

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Liebe Diana, liebe Mitleser,

hier ist es ja noch so ruhig, dann mache ich mal den Anfang  ;D

Ich bin sehr gut in das Buch reingekommen und es gefällt mir bisher auch ziemlich gut. Südtirol ist aber auch ein schönes Fleckchen Land, wobei ich die Gegend um Bruneck gar nicht kenne, wir waren früher mehrmals in der Höhe von Bozen. Anfangs war ich etwas verwirrt, warum das Haus ciasa und nicht casa heißt, aber stimmt ja, damals war die politische Situation in Südtirol noch eine andere als heute. Außerdem sind das landinische Ausdrücke, oder?

Ich kann mich noch erinnern, dass damals Anfang der 1980er Jahre in Bozen oftmals nur italienisch gesprochen haben, während in den Dörfern rundum auf den Bergen die Elterngeneration nur Deutsch gesprochen hat. Die jungen Menschen wuchsen dagegen zweisprachig auf. Auch wollten die Älteren damals gar nicht zu Italien gehören, lieber zu Deutschland oder Österreich. Wie ist das denn inzwischen dort, weißt du das, Diana? Wobei der Konflikt zwischen Nord- und Süditalien wahrscheinlich weiterhin schwelt, weil die wohlhabenden Norditaliener nicht die ärmeren Süditaliener mitfinanzieren wollen.

Was mir sehr gut gefällt an dem Buch: dass wir die Familie über die Jahre kennenlernen, wobei die Eltern Kastlunger eher im Hintergrund bleiben, die Kinder und ihr Handeln stehen im Vordergrund. Die Geschwister untereinander kommen sehr gut aus, nur von Rudl liest man nicht viel, er bleibt lieber für sich. Und zwischen Anton und seinem Vater kracht es gewaltig, das und dass es Anton in seinem Heimatdorf zu eng ist, zieht ihn in die Ferne. Und an einer eigenen Familie scheint Anton ebenfalls nicht interessiert zu sein, es hält ihn also nichts. Außerdem ist er der Draufgänger unter den Kastlunger-Kindern, wie es scheint.

Interessant fand ich auch die Mythen vom Zwergenvolk und den weisen Frauen, die im Prolog angerissen wurden. Bei dem schmerzerfüllten Schreien dachte ich zuerst, ob eine der Frauen im Haus ein Kind bekommt, aber das war ja dann eine Kuh  :-[

Vito hat sich bei seiner Konfrontation mit Matthias sehr vernünftig verhalten, nach dem Motto: der Klügere gibt nach. Manche würden das sicher auch als Feigheit ansehen. Ich bin gespannt, ob er diese Wesensart immer noch hat, wenn wir ihm wiederbegegnen.

Als Mischi den Unfall mit den Schiern hat, habe ich zuerst befürchtet, er wäre womöglich querschnittsgelähmt, weil seine Beine anfangs gefühllos waren. Aber das hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Spannend fand ich auch, wie wir Zeuge der Anfänge des Tourismus in Südtirol werden. Mischi hätte ein paar Jahrzehnte später leben sollen, dann hätte er seinen Traum als Bergführer wahrmachen können. Wobei, vielleicht kommt das noch.

Grinsen musste ich, als Anton Mischi zu den beiden Prostituierten führt - und Franz darüber Bescheid wusste  ;D

Nun bin ich gespannt, wie es weitergeht und wann Vito wieder auftauchen wird, nachdem der alte Costa nicht mehr lebt.
Liebe Grüße
Karin

Offline Caren

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Spannend fand ich auch, wie wir Zeuge der Anfänge des Tourismus in Südtirol werden.

Ich musste schmunzeln, wie die Kinder sich wundern, dass wildfremde Leute man nur hierher kommen, um auf die Berge zu kraxeln! Wenn die wüssten, wie es heute da aussieht! Wir waren früher oft in Südtirol zum Skifahren (für uns damals ein Katzensprung). Übers Wochenende zum Reschenpass war keine Seltenheit. Später sind wir dann ins Grödnertal gefahren, da wird noch Ladinisch gesprochen.
Ich wage mal zu behaupten, dass in der Hochsaison mehr Touristen als Einheimische in der Gegend sind. Das könnten sich die Kinder damals gewiss nicht vorstellen.

Mich hat Mischis Unfall geschockt! Zum Glück ist er wieder gesund geworden, das habe ich im ersten Moment bezweifelt. Vielleicht kann er ja Bergführer werden, wenn ihm der Krieg keinen Strich durch die Rechnung macht.

Den Zusammenhalt der Geschwister finde ich super! Der Vater scheint ja ein bisschen schwierig zu sein..... Wie die 4 großen Brüder sich um Elisa kümmern hat mich schon beeindruckt. Leicht war das Leben bestimmt nicht, jeder musste mit anpacken, auch die Kinder hatten schon ihre Aufgaben.

Ob Vito und die reizende  ;D Chiara nebenan einziehen? Bin gespannt.
Mischa findet Chiara anziehend, Elisa schwärmt für Vito. Mal sehen, ob das alles was wird. Anton und Helene - das wird wohl nix. Wenn man das Personenverzeichnis liest, weiß man, wen Helene heiratet.

Das Buch liest sich sehr gut und flüssig, ich war sofort mittendrin! Dass die Geschichte aus Sicht der Kinder erzählt wird, gefällt mir sehr gut! Die nächtlichen Schreie haben mir auch weh getan und die Kuh tat mir Leid, obwohl es "nur" eine Kuh war und kein Mensch. Elisa war ja ganz schön mutig, sich nachts aus dem Haus zu schleichen. Sie glaubte ja an die ganes und die salvans und ist trotzdem rausgegangen.

Ich freue mich schon auf's Weiterlesen! Auch wenn wir wissen, dass es kein fröhliches Buch wird.....

 

Liebe Grüße, Caren

-----------

Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.

(Charles-Louis de Montesquieu)

Offline odenwaldcollies

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Ich musste schmunzeln, wie die Kinder sich wundern, dass wildfremde Leute man nur hierher kommen, um auf die Berge zu kraxeln!

Ja, das dachte ich auch  ;D

Ob Vito und die reizende  ;D Chiara nebenan einziehen? Bin gespannt.
Mischa findet Chiara anziehend, Elisa schwärmt für Vito. Mal sehen, ob das alles was wird.

Chiara hat ganz schön Haare auf den Zähnen  ;D
Liebe Grüße
Karin

Offline JanaBabsi

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Hi,

ich bin auch sehr gut in die Geschichte eingestiegen, wobei ich hier wieder das Problem habe, dass mir gleich im 1. Leseabschnitt viele Personen begegnen. Da braucht mein Kopf immer ein wenig, bis er das sortiert hat. Welcher Bruder ist der jüngere/ältere Bruder, wer ist der Stallknecht und wer der Kutscher oder so  ;), und als Anton dann auch noch zur Tante zieht, kamen noch Personen hinzu .... 

Ansonsten hätte ich tatsächlich gerne gewusst, was mit dem Kalb mit den 2 Köpfen passiert ist  ;D

Ich kenne Südtirol nicht, ich war überhaupt noch nie in Italien. Und was genau Ladinisch ist, musste ich tatsächlich über Tante Google erfragen.  :-[

Was mir sehr gut gefällt an dem Buch: dass wir die Familie über die Jahre kennenlernen, wobei die Eltern Kastlunger eher im Hintergrund bleiben......

Auch wenn die Eltern im Hintergrund bleiben, so merkt man doch - an den wenigen Stellen, an denen der Vater ins Spiel kommt - dass er die Familie mit fester Hand regiert. Wie das damals so war, hat der Vater das alleinige Sagen und die Kinder mussten auf dem Hof mithelfen, egal wie alt sie waren.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich heute Geschwister eine Tracht Prügel abholen, die sie gar nicht verdient haben. Hier, bei den Kastlunger Kindern, ist es kein Problem, dass Elisa die Schelte für ihren Bruder einsteckt, ohne ihn zu verraten.

Anton schein ein Außenseiter zu sein, ihn zieht es zum Dienst an die Waffe. Er fiebert ja nur auf den Zeitpunkt, wann er sich freiwillig melden darf.  Für mich unverständlich.

Zitat
Als Mischi den Unfall mit den Schiern hat, habe ich zuerst befürchtet, er wäre womöglich querschnittsgelähmt, weil seine Beine anfangs gefühllos waren.

Das dachte ich auch. Ich dachte, er hätte sich den Halswirbel gebrochen oder irgend etwas, was mit der Wirbelsäule zu tun hat. Aber das ist ja, Gott sei Dank, nochmal gut gegangen.

Die Idee, dass Mischi einer der ersten Bergführer werden könnte, kam mir auch.

Zitat
Grinsen musste ich, als Anton Mischi zu den beiden Prostituierten führt - und Franz darüber Bescheid wusste  ;D

Mich hat gewundert, dass es ihm scheinbar gefallen hat.  ;)

Nun bin ich auch gespannt, wann Vito und Chiara wieder auftauchen.
Viele Grüße
Babsi

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Offline Caren

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Ansonsten hätte ich tatsächlich gerne gewusst, was mit dem Kalb mit den 2 Köpfen passiert ist  ;D

Waren das nicht zwei Kälber mit je einem Kopf? So hatte ich das verstanden.

Ich habe das Personenverzeichnis ausgedruckt und schaue dann ab und zu, wer mit wem und wer wie alt und so...

Ich kenne Südtirol nicht, ich war überhaupt noch nie in Italien. Und was genau Ladinisch ist, musste ich tatsächlich über Tante Google erfragen.  :-[

Wie gesagt-wir waren früher oft da und in unserer Stammpension haben die Wirtsleute ladinisch gesprochen. Die Straßenschilder waren (sind?) teilweise in drei Sprachen. Deutsch, italienisch und ladinisch.
Ladinisch ist für uns Deutsche so wie für Hamburger deftiges bayrisch. Man meint, manches zu verstehen, im Großen und ganzen versteht man aber nix.  :-\

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich heute Kinder eine Tracht Prügel abholen, die sie gar nicht verdient haben. Hier, bei den Kastlunger Kindern, ist es kein Problem, dass Elisa die Schelte für ihren Bruder einsteckt, ohne ihn zu verraten.
Das finde ich auch bemerkenswert. Ich bin ja auch mit reichlich Geschwistern aufgewachsen, da wäre das bestimmt nie passiert. Eher hätte man mal jemanden verpetzt....
Liebe Grüße, Caren

-----------

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(Charles-Louis de Montesquieu)

Offline odenwaldcollies

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ich bin auch sehr gut in die Geschichte eingestiegen, wobei ich hier wieder das Problem habe, dass mir gleich im 1. Leseabschnitt viele Personen begegnen. Da braucht mein Kopf immer ein wenig, bis er das sortiert hat. Welcher Bruder ist der jüngere/ältere Bruder, wer ist der Stallknecht und wer der Kutscher oder so  ;), und als Anton dann auch noch zur Tante zieht, kamen noch Personen hinzu .... 

Stimmt, als ich das Personenverzeichnis gesehen habe, dachte ich, hoffentlich bringe ich die ganzen Figuren nicht durcheinander. Und ja, wie die Geschwister vom Alter her zueinanderstehen, habe ich auch mehrmals im Personenverzeichnis nachgesehen. Wobei sich das beim Lesen auch immer mehr herauskristallisiert hat.

Auch wenn die Eltern im Hintergrund bleiben, so merkt man doch - an den wenigen Stellen, an denen der Vater ins Spiel kommt - dass er die Familie mit fester Hand regiert. Wie das damals so war, hat der Vater das alleinige Sagen und die Kinder mussten auf dem Hof mithelfen, egal wie alt sie waren.

Genau, man weiß, wie es auf dem Hof zugeht, ohne dass man dass die Eltern selbst groß in Erscheinung treten. Was die Hofführung angeht, prallen Antons und Josefs gegensätzliche Ansichten auch (wieder) aufeinander, der Sohn möchte es gerne moderner haben, während der Vater beim Altbewährten bleiben will.
Liebe Grüße
Karin

Offline odenwaldcollies

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Waren das nicht zwei Kälber mit je einem Kopf? So hatte ich das verstanden.

So hatte ich es auch verstanden und nur eines der Kälber bewegte sich noch.
Liebe Grüße
Karin

Worthüterin

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-- wah, viel geschrieben und dann den Browser zugemacht.... --

Also nomma:

Mööönsch, ihr lest wieder turboschnell  :lesen: :winken:

Also klar, es sind zwei Kälbchen, von denen eins tot ist, weshalb die Menschen auch eingreifen müssen, normalerweise machen Kühe sowas nämlich sehr selbstständig.

Ja, es sind viele Personen, dabei habe ich mich mit 5 Kindern noch zurückgehalten. 6-10 waren durchaus üblich zu der Zeit. Aber genau dafür habt ihr ja das Personenverzeichnis.  :)

Mischi und Anton, tja da halte ich mich mal zurück....

Ich verstehe Anton, was das militärische anbelangt, auch nicht, ich glaube, da versteht ihn niemand. Klar, es wurde damals "hingenommen" und als "normaler" angesehen als heute, aber es war ECHT schlecht bezahlt...Ihm gings wirklich darum: Hauptsache weg!

Aber ich möchte kurz anmerken, dass fast alles, was ihr jetzt gelesen habt, nach Wunsch meiner Lektorin rausfliegen sollte... ich war aber dieses Mal bockig und habe darauf bestanden, dass es drinbleibt. Nur ein Kapitel und der ursprüngliche Prolog, in der Anna Kastlunger Elisa mit einer extrem schweren Geburt (beider Leben ist auf des Messers Schneide) zur Welt bringt und ihr Vater mit der Tante Teresa im Nebenzimmer um beide bangt, ist rausgeflogen und durch den "Kuh-Prolog" ersetzt.

Der Tourismus kommt gerade auf, richtig. Dazu gibt es im zweiten Teil noch einiges. Es wäre spannend zu wissen, wie er sich ohne den Krieg entwickelt hätte, denn das hat lange nicht jedem gepasst. Genau zu der Zeit wird das Ganze systematisiert und ver-regelt, was sicherlich sinnvoll war. Viele Hütten, die heute noch in Betrieb sind, wurden damals geplant und einige noch vor dem Krieg gebaut.
Ich stelle mir das zu der Zeit ungefähr so vor, dass 2-4 reiche Briten und 10-15 Begleiter (natürlich nur Männer!), die führten und das ganze Gepäck trugen, auf die Berge stiegen. Aus der Zeit stammt auch der Begriff der Seilschaft, das ja für eine enge, eingeschworene Gruppe steht.

Und das italienische-ladinische-deutsche: Es ist alles gleichberechtigt und die Ladiner legen extrem großen Wert darauf, diese Sprache zu erhalten. Z.B. auf Ortsschildern stehen alle drei Namen, die Ladiner setzen sich aber aktuell dafür ein, dass auf Wanderkarten die alten ladinischen Namen für Pässe und Gipfel verwendet werden. Ich fürchte, ich war da gar nicht immer sauber, aber man kann auch daran verzweifeln...
Das Nord-Süd-Gefälle in Italien betrifft die Südtiroler nur indirekt, wenn man von den Norditalienern spricht, die den Süden loswerden wollen, sind das z.b. eher die Lombarden und Piemontesen. Es gibt "die Südtirol-Frage", die besagt, Südtirol solle wieder zu Österreich, was aber meines Wissens eher Österreicher befürworten (u.a. der Präsidentschaftskandidat Hofer). Meinem Empfinden nach kommen die allermeisten Südtiroler mit ihrem Autonomiestatus prima zurecht.
Wen das mehr interessiert: unbedingt von Francesca Melandri "Eva schläft" lesen.

P.S. Wenn ihr Rechtschreibfehler oder Logik-Bugs findet, her damit. Es gibt einen Bug, den ich REINlektoriert habe, den aber bisher niemandem aufgefallen ist...
« Letzte Änderung: 16. Oktober 2016, 21:26:10 von Worthüterin »

Offline JanaBabsi

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Ansonsten hätte ich tatsächlich gerne gewusst, was mit dem Kalb mit den 2 Köpfen passiert ist  ;D

Waren das nicht zwei Kälber mit je einem Kopf? So hatte ich das verstanden.

"Bist du sicher, dass es zwei sind?" fragte Elisas Vater gerade.
Anton grinste, was mit all dem Blut gespenstisch wirkte. "Oder ein Kalb mit zwei Köpfen". (Seite 14)

Mir ist schon klar, dass eines der Kälber tot ist.
Zwillingsgeburten bei Kühen sind nicht ohne und kommen so gut wie nicht vor, wenn ich das richtig im Kopf habe.
Aber es wäre - für mich - schön gewesen, wenn der Absatz erst dort geendet hätte, wenn das lebende Kalb den Leib der Mutter verlassen hätte.
« Letzte Änderung: 16. Oktober 2016, 18:33:47 von JanaBabsi »
Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

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Worthüterin

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Ansonsten hätte ich tatsächlich gerne gewusst, was mit dem Kalb mit den 2 Köpfen passiert ist  ;D

Waren das nicht zwei Kälber mit je einem Kopf? So hatte ich das verstanden.

"Bist du sicher, dass es zwei sind?" fragte Elisas Vater gerade.
Anton grinste, was mit all dem Blut gespenstisch wirkte. "Oder ein Kalb mit zwei Köpfen". (Seite 14)

Mir ist schon klar, dass eines der Kälber tot ist.
Zwillingsgeburten bei Kühen sind nicht ohne und kommen so gut wie nicht vor, wenn ich das richtig im Kopf habe.
Aber es wäre - für mich - schön gewesen, wenn der Absatz erst dort geendet hätte, wenn das lebende Kalb den Leib der Mutter verlassen hätte.

Dieser Humor ist schon arg bezeichnend für ihn, ich finde ich auch ziemlich gemein, als er Mischi zu den beiden Frauen bringt und ihm ein Eis anbietet.  >:D

Geburt: Okay, das stimmt. Und da da ein Zeitsprung ist, kommt natürlich niemand mehr drauf zurück. Ok, Kuh und Kalb haben überlebt  :)

Offline odenwaldcollies

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Klar, es wurde damals "hingenommen" und als "normaler" angesehen als heute, aber es war ECHT schlecht bezahlt...Ihm gings wirklich darum: Hauptsache weg!

Auch noch schlecht bezahlt? Dann will er wirklich nur weg.

Aber ich möchte kurz anmerken, dass fast alles, was ihr jetzt gelesen habt, nach Wunsch meiner Lektorin rausfliegen sollte... ich war aber dieses Mal bockig und habe darauf bestanden, dass es drinbleibt.

Ich bin froh, dass du dich durchgesetzt hast, denn das dient doch auch dem Kennenlernen der Figuren und ihrer Entwicklung.

Ich stelle mir das zu der Zeit ungefähr so vor, dass 2-4 reiche Briten und 10-15 Begleiter (natürlich nur Männer!), die führten und das ganze Gepäck trugen, auf die Berge stiegen. Aus der Zeit stammt auch der Begriff der Seilschaft, das ja für eine enge, eingeschworene Gruppe steht.

Stimmt, damals ließ man ja tragen.

Und das italienische-ladinische-deutsche: Es ist alles gleichberechtigt und die Ladiner legen extrem großen Wert darauf, diese Sprache zu erhalten. Z.B. auf Ortsschildern stehen alle drei Namen, die Ladiner setzen sich aber aktuell dafür ein, dass auf Wanderkarten die alten ladinischen Namen für Pässe und Gipfel verwendet werden.

Dann ist das so ähnlich wie mit dem Rätoromanisch. Ich finde es gut, wenn alles versucht wird, solche lokalen Sprachen zu erhalten.

Es gibt "die Südtirol-Frage", die besagt, Südtirol solle wieder zu Österreich, was aber meines Wissens eher Österreicher befürworten (u.a. der Präsidentschaftskandidat Hofer). Meinem Empfinden nach kommen die allermeisten Südtiroler mit ihrem Autonomiestatus prima zurecht.
Wen das mehr interessiert: unbedingt von Francesca Melandri "Eva schläft" lesen.

Danke für den Buchtipp, Diana. Ich denke, inzwischen ist die alte Generation auch eher ausgestorben und die damals Jüngeren (also in den 1980er Jahren) haben inzwischen selbst Kinder und kennen es nicht anders als den Status Quo.

Liebe Grüße
Karin

Worthüterin

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Klar, es wurde damals "hingenommen" und als "normaler" angesehen als heute, aber es war ECHT schlecht bezahlt...Ihm gings wirklich darum: Hauptsache weg!

Auch noch schlecht bezahlt? Dann will er wirklich nur weg.

Also, ach naja, das ist auch wieder so eine Frage der Ansprüche. Ich habe vom Kaiserjägermuseum in Innsbruck einige Tabellen erhalten. Das Kaiserreich war unheimlich knausrig und das Militär sparsam ausgestattet. Ein Wehrpflichtiger hat wenig Geld erhalten, solche wie Anton, die auch etwas Karriere machten, schon mehr. Für einen allein hat es ganz gut gereicht, und es gab viele Naturalien (Brot und Tabak), aber eine Familie könnte man davon nicht ernähren.
Die Kastlungers standen nach damaligen Maßstäben ganz gut dar, viele Familien mussten zu der Zeit ihre Kinder in Knechtschaft in die Nachbartäler wegschicken, weil sie sie nicht ernähren konnten.
Im Vergleich zu einer Knechtschaft auf einem Bauernhof (und Anton war nun mal Zweitgeborener, es wäre erst einmal alles zu 100% an Franz gegangen) ist das Militär sicherlich nicht schlechter - aber auch nicht besser. Wer Geld verdienen wollte, musste in die Städte und die Manufakturen. Da konnte man dann aber richtig Geld machen!  :o

Wen das Sprachthema interessiert:
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=55898 ist eine spannende Doku über aussterbende Sprachen. Und hier ist der zweite Teil eines Interviews, das ist geführt habe: http://seitenrauschen.de/home/seitenrauschen/blog-spurenlos2016-01/istitut_micur%C3%A1_de_rue_interview_mit_veronica_craffonara_teil_2~85ade141528ccc970152973a99621cf2.de.html

Der Vergleich zum Rätoromanischen mit dem Ladinischen ist doppelt richtig, beide Sprachen sind eng verwandt.  ;)

Offline Ostsee_71

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Ein schöner Einstieg in dieses Buch. Besonders gut hat mir dieser Kontrast zwischen dem Leben in dem Dorf und in der Stadt Bruneck gefallen. In dem Dorf scheint das Leben stehen geblieben zu sein, Autos sind eine Sensation und Strom gibt es in den meisten Häusern noch keinen. Auch sind Täler eng und die Berge dominieren die Orte. In der Stadt ist es ein ganz anderes Leben, man ist mit Straße und Zügen an die Welt angeschlossen und der Fortschritt ist hier schon angekommen.

Die beiden Brüder, Anton und Mischi verkörpern die beiden Extreme. Für Mischi kommt nur das Leben in den Bergen in Frage und er kann sich gar nicht vorstellen, dass man dort weg möchte. Schade, dass der Tourismus noch nicht richtig ins Laufen gekommen ist, Bergführer ware der perfekte Beruf für ihn. Anton zieht es aus den Bergen in die Welt.

Mir gefällt die Stimmung in diesem Buch. Das Leben in den Bergen, die Abgeschiedenheit, und doch merkt man, dass Änderungen anstehen. Die Moderne wird auch in dieses Dorf kommen und das Leben dort verändern. Der Tourismus ist im Anrollen und wir wissen was das für die kleinen Dörfer bedeutet. 

Sehr interessant war auch die Beschreibung der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Damals hat Südtirol doch noch zu Österreich gehört, oder? Das Verhältnis zu den Italienern scheint aber schon vor dem 1. Weltkrieg nicht so ganz unverkrampft zu sein und ich hoffe wir werden noch etwas über die Veränderung nach dem Krieg erfahren. 

So, ich bin gespannte wie es weitergeht, der Einstieg ist auf jeden Fall schon mal sehr gelungen.

 

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