Autor Thema: 2) Seite 85 - Seite 198 (5. Kapitel - bis einschl. 13. Kapitel)  (Gelesen 736 mal)

Offline JanaBabsi

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So, ich hab den Abschnitt auch beendet und zwischenzeitlich kann ich auch alle Leute zuordnen.  ;D

Als ich im Namensverzeichnis vorne gesehen habe, dass das 2. Kind von Franz und Helene Franzl heißen wird, bekam ich schon Schweißausbrüche. Solche Dinge machen mich ja total kirre und ich hoffe der Franzl bekommt später keine große Rolle.  ;D

Wir stehen jetzt also kurz vor dem Krieg und mich erschreckt die Aussage von Anton auf Seite 159
"Mach Dir keine Sorgen um mich. Ein Krieg ist doch nichts Schlimmes."

Auch wenn man noch keinen Krieg erlebt hat und auch niemanden in der Familie hat, der das hautnah erlebt hat, so erschreckt mich immer wieder die Tatsache, dass junge Männer denken, Krieg wäre ein Spaß. Dass man dabei andere Menschen töten muss, sollte doch jedem hinreichend bekannt sein. Aber auch im 2. Weltkrieg sind die jungen Kerle ja mit Hurra-Rufen an die Front geeilt und kamen (wenn überhaupt) an Körper und Geist verwundet wieder nach Hause. Ich hoffe jetzt schon, dass Anton den Krieg überleben wird.

Seinen Überfall auf Elisa fand ich einerseits witzig, andererseits hätte ich mir an Elisas Stelle wahrscheinlich in die Hosen gemacht vor Angst.
Schade, dass der Vater nach 3 Jahren noch immer so unerbittlich ist. Aber Franz hat die Situation souverän gelöst. Ich hoffe echt, dass Anton nicht im Krieg fallen wird und er Zeit hat, sich mit seinem Vater zu versöhnen. Wenn auch dieser Schritt vom Vater ausgehen müsste.

Obwohl ich persönlich das Meer liebe und den Bergen nicht so sehr viel abgewinnen kann, konnte ich mir doch sehr gut vorstellen, wie Vito sich gefühlt haben muss, als er beim Ausflug mit Mischi oben auf dem Berg stand. Dieser ganze Ausflug hat mir sehr gut gefallen. Die Schutzhütte, die dort gerade neu gebaut wird, wird später sicherlich gut besucht sein.

Zitat von: odenwaldcollies
Warum ist Mischi eigentlich so eifersüchtig? Geht es wirklich darum, dass er Vito mehr für sich haben möchte? Daran, dass Vito Italiener ist, kann es doch nicht liegen, damit hatte er bisher auch nie ein Problem gehabt.


Ich dachte anfangs, dass Mischi vielleicht entdeckt, dass er selbst Gefühle für Vito entwickelt. Ich halte ihn nicht für schwul, aber manchmal "liebt" man einen Menschen eben mehr als das normale Maß. Aber letztendlich denke ich, dass es eine Mischung aus Eifersucht ist, weil Vito Zeit mit Elisa verbringt und nicht mit Mischi und eben auch, dass Elisa Zeit mit Vito verbringt und nicht mit ihm, ihrem Bruder, der bisher für sie einer der wichtigsten Menschen ihres Lebens war. Er ist das 3. Rad am Wagen und das fühlt sich doof an. Wir werden sehen, was daraus noch entsteht.

Ausgerechnet am Tag der Hochzeit passiert das Unglück bei den Costas - waren sie denn gar nicht eingeladen oder wieso hat sich Vater Costa noch mit der Destille abgegeben? Egal, es ist ein schreckliches Unglück, das die Familie hier trifft. Dass Lucia wieder nach Hause gehen möchte, kann ich auch nachvollziehen, schließlich war sie nicht freiwillig hier. Da Lucias Vater eh nix von Jakob hielt, wäre das sicherlich Wasser auf seine Mühlen gewesen - aber leider durfte er seinen Triumph nicht mehr erleben. Ihr Erbe bekommt sie auch nicht - also bleibt ihr nix anderes übrig, als zurück zu gehen ins Gadertal. Aber wovon werden sie leben?? Wird das mit dem Wein doch noch etwas, vielleicht erst zu einem späteren Zeitpunkt?

Das Kind von Franz und Helene ist nicht "von Gottes Segen". Ich bin gespannt, was Josef sagen wird, wenn das Siebenmonatskind zur Welt kommt. Aber die 2 sind verheiratet, da ist es doch eigentlich egal.

Seite 183 unten
Chiara legte einen Arm (um) ihre Mutter, die sich willenlos von ihr hinausführen ließ.

Zitat von: Worthüterin
Und ganz nebenbei war Analphabetismus zu der Zeit in solchen ländlichen Gegenden gar nicht mal ungewöhnlich. Meine Oma (Jg. 1928) liest ganz ok, aber schreiben kann sie kaum, sie brauchte es halt nie.

Antonio, dem die Pizzeria hier bei uns im Dorf gehört, ist ca. 55 Jahre alt. Er hat mir mal gesagt, dass sie in Italien - er kommt aus einer sehr armen und ländlichen Gegend - nicht so schreiben wie wir hier. Sie schreiben, wie sie reden. Es gibt keine allgemeingültige Rechtschreibung. Deswegen kann er auch Deutsch nur sprechen, aber nicht schreiben. Er kann es ja noch nicht einmal in seiner Muttersprache.
Viele Grüße
Babsi

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Offline odenwaldcollies

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Wir stehen jetzt also kurz vor dem Krieg und mich erschreckt die Aussage von Anton auf Seite 159
"Mach Dir keine Sorgen um mich. Ein Krieg ist doch nichts Schlimmes."

Ja, diese Aussage empfand ich ebenfalls als naiv.

Ich dachte anfangs, dass Mischi vielleicht entdeckt, dass er selbst Gefühle für Vito entwickelt. Ich halte ihn nicht für schwul, aber manchmal "liebt" man einen Menschen eben mehr als das normale Maß.

Ich gebe zu, der Gedanke kam mir zwischenzeitlich auch schon mal.
Liebe Grüße
Karin

Worthüterin

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Das hatte er! Leider war das "nur" sein Hobby. Unter der Woche war er Beamter, jedes Wochenende in den Bergen. Und oft wochenlang hatte er unbezahlten Urlaub für seine großen Touren. Das Familienleben lief größtenteils ohne ihn ab. Selten, dass er uns Kinder mal mitgenommen hat. Meine Mutter hat einiges erdulden und erleiden müssen.

Ich dachte, das wäre sein Beruf gewesen, wie schade, dass das nebenher laufen musste und ihr dadurch noch weniger von ihm hattet.

Ja, hatte ich auch erst so verstanden. Also nicht Beruf, sondern Berufung. So was ist immer blöd, wenn andere darunter leiden...

Worthüterin

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Ich dachte anfangs, dass Mischi vielleicht entdeckt, dass er selbst Gefühle für Vito entwickelt. Ich halte ihn nicht für schwul, aber manchmal "liebt" man einen Menschen eben mehr als das normale Maß.

Ich gebe zu, der Gedanke kam mir zwischenzeitlich auch schon mal.

Das, finde ich, trifft es - neben dem brüderlichen Beschützerinstinkt - ebenfalls perfekt. Dieses Blutsbruder-Ding. Er kennt das von seinen älteren Brüdern und er hat, wie ihr vielleicht bemerkt habt, keinen engen Freund. Mit Bernhard Gutholzer versteht er sich ganz gut, aber eine dicke Freundschaft ist das nicht.

Offline Rosenprinzessin

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Auch wenn man noch keinen Krieg erlebt hat und auch niemanden in der Familie hat, der das hautnah erlebt hat, so erschreckt mich immer wieder die Tatsache, dass junge Männer denken, Krieg wäre ein Spaß. Dass man dabei andere Menschen töten muss, sollte doch jedem hinreichend bekannt sein.

Das ist etwas, was mich auch immer wieder verwundert, wenn ich darüber lese. Ich weiß nicht, ob das Töten des "Feindes" einfach ausgeblendet wird oder ob die "Vaterlandsliebe" wirklich so groß sein kann!? Ich kann es nicht nachempfinden.
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Offline Ostsee_71

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Ein interessanter Abschnitt. Vito und Elisa kommen sich näher, wie schön, auch wenn sie ihren Gefühlen noch nicht so ganz trauen. Ich habe ganz schön schlucken müssen, als Vito mit seiner Familie den Ort verlassen hat, aber letztendlich ist er ja wiedergekommen. 
Jetzt scheint es ja so zu sein, dass die Familie aus Mangel an Alternativen zurück kommt, da kann man ja noch Hoffnungen für die beiden haben.
Sehr interessant fand ich wieder die Beschreibung der Lebensumstände in diesem Tal. Vito war ja zunächst mit dem Wunsch des Vaters in diesem Ort zu leben nicht glücklich, aber Dank Mischis Wanderung mit ihm ist er dem Zauber der Gegend erlegen. Ich kann aber auch verstehen, dass Vito, der ein sehr interessierter Mensch ist, sich abgeschnitten fühlt und er seiner Ausbildung nachtrauert. Es ist schon bezeichnend, dass man in dem Dorf nichts von dem Untergang der Titanic gehört hat.
Hier kommt so richtig der Kontrast zwischen dem LEben der Moderne und abgeschiedenen Leben in diesem Tal. Beides hat seinen Reiz, aber auch seine Nachteile.
Jetzt nähern wir uns langsam dem Jahr 1914 und damit dem Ausbruch des 1. Weltkrieg. Da könnte grade für Vito dramatische Konsequenzen haben.

Worthüterin

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Ich kann aber auch verstehen, dass Vito, der ein sehr interessierter Mensch ist, sich abgeschnitten fühlt und er seiner Ausbildung nachtrauert.

Das ist schön gesagt. :)
Wenn ich bei diesem Buch gefragt würde, was von mir persönlich in diesem Buch ist, dann unter anderem diese Wissenbegier und Lernen-wollen. Ich bin ein fürchterlich neugieriger Mensch und die Vorstellung, von heute auf morgen von Wissen und Information, Bibliotheken und Austauschmöglichkeiten abgeschnitten zu sein, stelle ich mir fast körperlich-schmerzhaft vor.  :o

Worthüterin

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Und da jetzt alle durch sind: Auf Seite 110-111 gibt es eine Szene, die ich insgeheim die Besen-Anomalie nenne :-)
Ich habe sie REIN-lektoriert, also verschlimmbessert, als niemand nach mir ins Buch geschaut hat. Vito nimmt den Besen, obwohl er damit längst fegt.

Da es bisher kein Mensch gemerkt hat, habe ich schon überlegt, es als kleine Stilblüte drinzulassen  :blume: :urlaub:
« Letzte Änderung: 25. Oktober 2016, 13:10:45 von Worthüterin »

Offline odenwaldcollies

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Die Besen-Anomalie ist mir echt nicht aufgefallen  :D
Liebe Grüße
Karin

 

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