Autor Thema: 03 - Kapitel 30 bis 41 (Seite 125 bis 190)  (Gelesen 919 mal)

Offline Heimfinderin

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 5821
Ui, spannend geht es weiter!

Puh, ist das, was Forrester hier macht, nun richtig oder falsch bzw. ist das einer der Stolpersteine, die Aurelius am Ende des letzten Abschnittes erwähnte, das eigentlich Ziel ist aber immer noch das Gleiche? Sprich, "weiß" Aurelius, dass genau das eintreffen würde, dass Forrester sich notfalls mit Gewalt durchsetzen wird? Wirklich überrascht schien mir der Reisende nicht zu sein, als Forrester nachts in seinem Zimmer stand.

Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass Aurelius überrascht über Forresters Verhalten war, nachdem Zinnober entführt wurde. Aber wie sieht das mit der Wendung seines eigenen Plans aus? Ich bin mir unsicher, einerseits habe ich auch das Gefühl, er weiß einfach jedesmal, was passieren wird und ist auf solche unerwartet wirkenden Wendungen vorbereitet, gerade weil er so gelassen bleibt. Andererseits hat Forresters Handeln ja nur indirekt mit dem Reisenden zu tun. Es ist ja die Entführung Zinnobers, die Forrester agieren lässt und nicht die geplante Entführung von Aurelius. Passt er sich nicht nur den einzelnen neuen Situation an und ahnt, wie es weitergehen wird, sonder hat der Reisende die Komplikation (Zinnobers Entführung) auch schon vorher gewusst/geahnt/von den Engeln erzählt bekommen...? Und passt diese Tat trotzdem in seinen Gesamtplan?

Es kann natürlich auch sein, dass er nach so vielen tausend Lebensjahren auch einfach verlernt hat, spontane bzw. heftige Reaktionen zu zeigen. Ich sehe da so ein bisschen eine uralte Schildkröte vor mir, die in sich ruht und alles nimmt, wie es kommt und einfach nicht (mehr) der Typ ist, der  sich mit so schnelllebiger Aufregung ablenken und durcheinanderbringen lässt. Lohnt sich nicht, kommt Zeit kommt Kurve.  ;)

Andererseits beunruhigt es mich, dass Aurelius Anzeichen von Nervosität zeigt oder ist das nur, weil Vinz ihm das Armband abgenommen hat? Andererseits hat der Inper im Prolog schon vor Gefahren gewarnt, Aurelius könnte auch einfach deswegen nervös sein.

Ja, das passt sicherlich nicht so ganz in seinen "Plan". Hier wurde ich auch etwas nervös und war doch etwas böse auf Forrester.

Das, zu dem der Likotha als Psioniker imstande ist, ist ganz schön fies. Meine Güte, Vinz' Bewusstsein wird ganz schön durcheinander geschüttelt, ich hoffe nur, er wird irgendwann wieder klarer, auch in seinen Entscheidungen - im Moment bin ich nicht so ganz zufrieden mit dem, was er tut bzw. wie er es tut.

Ich habe ja ehrlich gesagt etwas den Eindruck, dass Forrester nicht mehr ganz alleine Entscheidungen trifft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da nicht irgendwas manipuliert wurde, bzw. jemand/etwas sich "eingepflanzt" hat und ein bisschen lenken will. Es gab im Buch zweimal die Situation, dass Forrester kurz dachte, er habe das Gefühl, nicht "wie er selbst zu handeln" (den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr, aber ich suche die Stellen später noch mal)  Bei mir gingen da zumindest gleich ein paar Alarmglocken an. Natürlich kann man sich immer mal denken, dass man sich nicht wie gewohnt verhält, einfach aus einer Extremsituation heraus. Aber gleich zweimal und das in einem Buch von Andreas? Da werde ich doch gleich misstrauisch. Da ist doch was faul! ;D

Die Reisenden haben also keinen Magen und keine Geschlechtsteile, heißt das, Omni hat Ernährung und Fortpflanzung komplett überwunden, also auch bei sich? Ist das der Grund für ihre lange Lebenserwartung?

Aber echt - wie gruselig.  :o

Was haltet ihr von Aurelius' Zuhause?  ;D

Irgendwie faszinierend! Aber ich mag ja auch immer wieder ganz besonders gerne solche Beschreibungen, die ein irreales Gefühl beim Lesen erzeugen und die Fantasie anregen. Auch dieses Bild mit den Fäden fand ich klasse!  8)




Liebe Grüße
Barbara

Offline Andreas Brandhorst

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1084
...
Es kann natürlich auch sein, dass er nach so vielen tausend Lebensjahren auch einfach verlernt hat, spontane bzw. heftige Reaktionen zu zeigen. Ich sehe da so ein bisschen eine uralte Schildkröte vor mir, die in sich ruht und alles nimmt, wie es kommt und einfach nicht (mehr) der Typ ist, der  sich mit so schnelllebiger Aufregung ablenken und durcheinanderbringen lässt. Lohnt sich nicht, kommt Zeit kommt Kurve.  ;)
...

Ein sehr schönes Bild, gefällt mir.  8) Und in Bezug auf Aurelius könnte da durchaus etwas dran sein.  :daumen:

Beste Grüße
Andreas

Online odenwaldcollies

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 16173
Es kann natürlich auch sein, dass er nach so vielen tausend Lebensjahren auch einfach verlernt hat, spontane bzw. heftige Reaktionen zu zeigen.

Das habe ich mir auch schon überlegt, dass man nach 10000 Jahren einfach abgeklärter wird  ;D

Ich habe ja ehrlich gesagt etwas den Eindruck, dass Forrester nicht mehr ganz alleine Entscheidungen trifft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da nicht irgendwas manipuliert wurde, bzw. jemand/etwas sich "eingepflanzt" hat und ein bisschen lenken will. Es gab im Buch zweimal die Situation, dass Forrester kurz dachte, er habe das Gefühl, nicht "wie er selbst zu handeln" (den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr, aber ich suche die Stellen später noch mal)  Bei mir gingen da zumindest gleich ein paar Alarmglocken an. Natürlich kann man sich immer mal denken, dass man sich nicht wie gewohnt verhält, einfach aus einer Extremsituation heraus. Aber gleich zweimal und das in einem Buch von Andreas? Da werde ich doch gleich misstrauisch. Da ist doch was faul! ;D

Mensch, du hast recht, daran habe ich gar nicht gedacht  :o
Liebe Grüße
Karin

Offline Vorleser

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1876
  • Kaffeetante
    • Seitenwinde

Ich habe ja ehrlich gesagt etwas den Eindruck, dass Forrester nicht mehr ganz alleine Entscheidungen trifft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da nicht irgendwas manipuliert wurde, bzw. jemand/etwas sich "eingepflanzt" hat und ein bisschen lenken will. Es gab im Buch zweimal die Situation, dass Forrester kurz dachte, er habe das Gefühl, nicht "wie er selbst zu handeln" (den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr, aber ich suche die Stellen später noch mal)  Bei mir gingen da zumindest gleich ein paar Alarmglocken an. Natürlich kann man sich immer mal denken, dass man sich nicht wie gewohnt verhält, einfach aus einer Extremsituation heraus. Aber gleich zweimal und das in einem Buch von Andreas? Da werde ich doch gleich misstrauisch. Da ist doch was faul! ;D

Mensch, du hast recht, daran habe ich gar nicht gedacht  :o

Stimmt. Hat er nicht irgendein defektes Dings im Kopf, damit die auf der Krankenstation nicht seine Daten auslesen konnten? Vielleicht beeinflusst ihn das mehr, als ihm bewusst ist.
There's no life before coffee.

Online odenwaldcollies

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 16173
Stimmt. Hat er nicht irgendein defektes Dings im Kopf, damit die auf der Krankenstation nicht seine Daten auslesen konnten? Vielleicht beeinflusst ihn das mehr, als ihm bewusst ist.

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist dafür Cassandra verantwortlich, die vermeiden wollte, dass Forresters Identität auffliegt und seine Erinnerungen abgezapft werden.
Liebe Grüße
Karin

Offline Vorleser

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1876
  • Kaffeetante
    • Seitenwinde
Die hat ihm das Ding nur eingesetzt, ich glaube nicht, dass sie es steuert -- aber ich kann mich irren.
There's no life before coffee.

Offline Tonlos

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 341
Auf jedenfall ist das mit dem "gesteuert werden" kein schlechter Gedanke, der mir noch gar nicht gekommen ist. Aber es könnte da auch durchaus was dran sein. Wenn Cassandra die Finger im Spiel hätte, wäre es noch interessanter.

Ich habe durchaus den Eindruck, als wäre sie sehr eigenständig und hätte auch Persönlichkeit. Ist das in diesem Universum etwas Besonderes oder durchaus üblich, dass in den Schiffen sehr leistungsfähige künstliche Intelligenzen verbaut sind?
Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

Offline Vorleser

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1876
  • Kaffeetante
    • Seitenwinde
Ist euch aufgefallen, dass Zinnober Cassandra als Persönlichkeit betrachtet und sich gar wundert, wie es ihr wohl geht?

S. 128

Zitat
>>Hoffentlich geht es Cassandra gut, << sagte Zinnober

Das ist schon interessant, da Forrester immer noch einfach 'Schiff' sagt, und erst den Namen nennt, wenn er daran erinnert wird. Für ihn ist nur wichtig, dass das Schiff funktioniert.
Die Beiden scheinen also eine grundverschiedene Einstellung zu künstlichen Intelligenzen zu haben.
There's no life before coffee.

Offline Rhea

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 6826
  • Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen is
Ist euch aufgefallen, dass Zinnober Cassandra als Persönlichkeit betrachtet und sich gar wundert, wie es ihr wohl geht?

S. 128

Zitat
>>Hoffentlich geht es Cassandra gut, << sagte Zinnober

Das ist schon interessant, da Forrester immer noch einfach 'Schiff' sagt, und erst den Namen nennt, wenn er daran erinnert wird. Für ihn ist nur wichtig, dass das Schiff funktioniert.
Die Beiden scheinen also eine grundverschiedene Einstellung zu künstlichen Intelligenzen zu haben.
Ich glaube sie haben allgemein eine andere Einstellung zu Wesenheiten. Forester ist gewohnt sehr rational an alles zu gehen und Zinnober ist sehr emotional, empathisch und vielleicht eher gewohnt sich um andere zu sorgen. forester musste bisher nur auf sich aufpassen.

Offline Andreas Brandhorst

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1084
Ist euch aufgefallen, dass Zinnober Cassandra als Persönlichkeit betrachtet und sich gar wundert, wie es ihr wohl geht?

S. 128

Zitat
>>Hoffentlich geht es Cassandra gut, << sagte Zinnober

Das ist schon interessant, da Forrester immer noch einfach 'Schiff' sagt, und erst den Namen nennt, wenn er daran erinnert wird. Für ihn ist nur wichtig, dass das Schiff funktioniert.
Die Beiden scheinen also eine grundverschiedene Einstellung zu künstlichen Intelligenzen zu haben.
Ich glaube sie haben allgemein eine andere Einstellung zu Wesenheiten. Forester ist gewohnt sehr rational an alles zu gehen und Zinnober ist sehr emotional, empathisch und vielleicht eher gewohnt sich um andere zu sorgen. forester musste bisher nur auf sich aufpassen.

Ja, das sehe ich auch so. Forrester und seine Tochter haben verschiedene Grundeinstellungen, und ich denke, es gibt das eine oder andere, das sie voneinander lernen können.

Beste Grüße
Andreas

Offline Rhea

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 6826
  • Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen is
Forresters Handeln nach dem Verschwinden seiner Tochter fand ich ziemlich untypisch für ihn und da wurde er fremdgesteuert.  Sein Bewusstsein ist mächtig mitgenommen und er zweifelt immer wieder. Allerdings sehe ich auch ein, dass er ALLES tut, um seine Tochter zu retten. Es wäre eine zu schwere Entscheidung, für das Universum (die Universen) gegen die Tochter. So konnte er nicht entscheiden.
Schließlich hat er zunächst den Reisenden um Hilfe gebeten. Der hat sie aber abgelehnt. Was ziemlich stur ist, wenn man bedenkt, welche Möglichkeiten er hat. Als er dann sein Armband abgeben muss und die Wahrscheinlichkeit eintritt, dass er sterben könnte, da bietet er seine Hilfe wieder an. Ich wäre an Forresters Stelle auch nicht so vertrauensselig. Trotzdem handelt er nicht so klug, wie man ihn sich vorstellt aufgrund seiner ehemaligen Profession.
Ich denke, er will nicht, dass Aurelius was passiert, er will nur sichergehen, dass er ihn nicht hindert, seine Tochter zu finden und zu retten.
Ich glaube Nathan und Aurelius mögen Forrester und verstehen ihn sogar.

So richtig weiß ich nicht, warum Aurelius so  tut, als sei seine Aufgabe so wichtig. Schließlich hat er sie ja freiwillig übernommen und es war keine von den Omni gestellte Aufgabe. Sie schien also denen nicht wichtig zu sein. Er macht es auf eigene Faust, oder?
Was ist sein Ziel? Warum tut er es? Wenn es so viele Universen, so viele Zukünfte gibt, warum ist dann das Schicksal eines Mädchens nicht so wichtig wie irgendeine Zukunft?
Wo sind die anderen Superzivilisationen? Ist es für die nicht wichtig, dass so eine Machtverschiebung geplant ist?
« Letzte Änderung: 02. November 2016, 20:41:53 von Rhea »

Offline Rhea

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 6826
  • Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen is
Die hat ihm das Ding nur eingesetzt, ich glaube nicht, dass sie es steuert -- aber ich kann mich irren.
Ich glaube auch nicht, dass Cassandra im Gehirn von Forrester ist. Sie hat einen Schutz eingesetzt und scheinbar einen sehr improvisierten. Im Moment ist sie sehr mit sich beschäftigt. Außerdem denke ich, dass Cassandra neugierig und philosophisch ist, aber nicht politisch und sicher auch kein "Kuckuksei" (das hoffe ich mal, weil ich sie auch mag - bei McCaffrey bestünde ja die Möglichkeit, dass sie körperlich wird und damit eine Liebesgeschichte mit ihrem Käptn entsteht ;D )

Offline Rhea

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 6826
  • Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen is


Die Reisenden haben also keinen Magen und keine Geschlechtsteile, heißt das, Omni hat Ernährung und Fortpflanzung komplett überwunden, also auch bei sich? Ist das der Grund für ihre lange Lebenserwartung?



Das hat mich auch etwas gewundert. Ist sicher praktisch, wenn man dauernd in der gesamten Galaxie unterwegs ist, aber da Aurelius von der Erde stammt, muss Omni ihn umgewandelt haben? Ist das Teil des Abkommens, nach dem Motto: du darfst länger leben und durch die Galaxis stromern, aber dafür wirst du geschlechtslos und kannst nie mehr was essen/trinken?
Das Leben ist schon komisch. Gerade im Urlaub hatte ich Gespräche mit jemandem, der überzeugt ist, dass Essen eine Angewohnheit ist und wir eigentlich in der Lage wären Energie direkt aus der Luft zu entnehmen. Es ist auch ein ziemlich häufig auftretendes Moment in der SF, dass die Menschen irgendwann zu Geistwesen werden in irgendeiner Form. Bei Unsterblichkeit oder sehr langem Leben ist wohl Geschlechtslosigkeit eine Möglichkeit, die Überbevölkerung zu verhindern. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Langlebigkeit der Zellen bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen hat.

Online odenwaldcollies

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 16173
Ich glaube auch nicht, dass Cassandra im Gehirn von Forrester ist. Sie hat einen Schutz eingesetzt und scheinbar einen sehr improvisierten. Im Moment ist sie sehr mit sich beschäftigt. Außerdem denke ich, dass Cassandra neugierig und philosophisch ist, aber nicht politisch und sicher auch kein "Kuckuksei" (das hoffe ich mal, weil ich sie auch mag - bei McCaffrey bestünde ja die Möglichkeit, dass sie körperlich wird und damit eine Liebesgeschichte mit ihrem Käptn entsteht ;D )

Ich tippe auch eher auf den Psioniker oder eher noch auf das Hospital, dass die ihn irgendwie im Kopf manipulieren.
Liebe Grüße
Karin

Offline Vorleser

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1876
  • Kaffeetante
    • Seitenwinde

Das Leben ist schon komisch. Gerade im Urlaub hatte ich Gespräche mit jemandem, der überzeugt ist, dass Essen eine Angewohnheit ist und wir eigentlich in der Lage wären Energie direkt aus der Luft zu entnehmen.

Tatsächlich? Warum ist er dann nicht da, wo die Menschen verhungern und geht mit seiner Idee hausieren? Die wären ihm sicherlich dankbar für diese Lehre.  Spinner gibt's. >:(
There's no life before coffee.

 

Weblinks

Literaturschock Facebook Twitter

Internes

Mediadaten & Presse Impressum & Kontakt Datenschutzerklärung