Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 3210 mal)

Offline Flor

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Hier ist Platz für ein Fazit zur Leserunde und Rezensionen, die ihr vielleicht nach dem Lesen schreiben wollt.

Offline apassionata

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  • die, die als Kind nie lesen konnte...
Hallo zusammen,

also eigentlich wollte ich jetzt nicht die Erste sein, die hier was schreibt.
Aber in Anbetracht dessen, das ich morgen früh in ein verlängertes Wochenende fahre
schreibe ich schon jetzt.

Nach den vorangegangenen Schicksalen in „Die Wanderhure“ und „Die Kastellanin“, muss Marie erneut
inmitten einer glücklichen Zeit ein schweres Schicksal und eine lebensfeindliche Verschleppung erdulden.
Während eine Todfeindin sie hoch schwanger entführen lässt und sie an skrupellose Sklavenhändler weiterreicht,
kippt auch das Los ihrer Lieben zuhause nach der Nachricht ihres wohl tödlichen Verschwindens.
Bis ins ferne Russland und weiter begleiteten wir das Kräfte zehrende Schicksal voller Verzweiflung, Hoffnung und
der Leidenschaft Maries wieder nach Hause zurückzukehren.
Ein rasantes Buch voller beeindruckend lebendiger Bilder, Spannung und Überraschungen, gespickt mit anschaulichen Eindrücken
dieser damaligen Zeit.
Ich konnte hier mitfiebern, bangen und hoffen, aber auch der gut gezielte, aufheiternde Humor kam nicht zu kurz in diesem
Buch.
Iny Lorentz hat es mit dieser Geschichte tatsächlich geschafft die beiden Vorgängerromane noch
einmal zu toppen.
Für mich ein historischer Roman, den man gelesen haben muss.
Ein ganz großer Dank geht somit an das Autorenteam, aber auch an alle Mitleserinnen hier in dieser
Leserunde, welche das Lesen mal wieder zu einem Genuss machten.... ;)

Ganz liebe Lesegrüssle an euch alle
und hoffentlich auf ein baldiges Wiederlesen...... :winken:
Marion
« Letzte Änderung: 05. Juli 2007, 21:04:29 von apassionata »
"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

Offline Thrakonia

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Hallo,

nun liegt die Leserunde für mich schon wieder ein paar Tage zurück, aber ich lese gerne noch die folgenden Beiträge und werde sicher noch weiter mitdiskutieren.
Aber hier nun schon mein

Leserundenfazit:

Es war wieder sehr schön in der Runde mit Euch dieses tolle Buch zu lesen. Eure Beiträge und Gherons Hintergrundinformationen haben wieder zu einem unverleichbaren Leserelebnis beigetragen. Dafür vielen Dank.
Ich freue mich schon auf weitere so interessante Leserunden.

Rezension:
Iny Lorentz – Das Vermächtnis der Wanderhure

Marie und Michel Adler führen ein friedliches Leben auf ihrer neuen Burg Kibitzstein am Main. Als Marie beschließt ihre alte Freundin Hilde im entfernten Rheinsobern zu besuchen, um ihr von ihrer erneuten Schwangerschaft zu berichten, sollte dies jedoch ihrem glücklichem Leben erneut eine tragische Wendung bescheren. Denn auf dem Rückweg wird Marie, die bereits hochschwanger ist, von Schergen ihrer Erzfeindin Hulda entführt. Ihr Tod wird vorgetäuscht, um eine Suche zu verhindern. Marie wird gequält und nach ihrer Niederkunft des Kindes beraubt, stattdessen wird ihr die kränkelnde Tochter der Hettenheimerin in die Arme gelegt. Um sich von beiden zu entledigen beschließt Hulda von Hettenheim sie in die Hände eines Sklavenhändlers zu geben. So hofft sie, die verhasste Marie nie wieder zu sehen, auf dass Marie ein elendes Ende finden würde.

Der Sklavenhändler verschifft Marie und die anderen über die Ostsee bis in das entfernte Russland. Von dort sollte ihr eine Rückkehr unmöglich sein. Doch Marie kämpft sich gemeinsam mit ihrer neu gewonnenen Freundin Alika und ihrer Ziehtochter zurück, um Rache an ihren Feinden zu nehmen.

Im dritten Band der Geschichte um Marie und Michel Adler im historischen Deutschland trifft der Leser auf alte und lieb gewonnene Charaktere, aber auch auf böse und gehässige Figuren, die gerade durch ihren Einfluss, die Geschicke der beiden Hauptpersonen lenken und beeinflussen. Erneut werden Marie und Michel getrennt und beide durchleben diese Zeit in der grausamen Vorstellung den anderen niemals wieder zu sehen. Dem Autorenpaar gelingt wieder eine spannende Geschichte, die von Beginn an bis zum Ende nach fast 700 Seiten alle Nuancen menschlichen Leidens und Glücks widerspiegelt und den Leser gefangen hält. Von Anfang an ist man mitten im Geschehen, durchlebt den hinterhältigen Überfall, fühlt die tief sitzende Kälte auf Burg Lauenstein, durchsteht die furchtbare Gefangenschaft auf dem Sklavenschiff, die einsame Fremdheit im fernen Russland und die gefahrvolle Flucht zurück in die ersehnte Heimat.

Das Buch ist mit einer wunderbaren Landkarte ausgestattet, die es ermöglicht die jeweilige Position der Figuren zu erkennen und Wege nachzuvollziehen. Leider fehlt ein Lesebändchen, das ist aber der einzige Punkt, der negativ ausfällt. Jedem dem die vorhergehenden Bände (Die Wanderhure und Die Kastellanin) gefallen haben, ist dieses Buch zu empfehlen. Der Schreibstil ist wieder sehr angenehm zu lesen, die historischen Hintergründe gut recherchiert und die Handlung spannend und schlüssig. Mit diesem dritten Band ist die Geschichte leider abgeschlossen, aber ich hoffe, dass bald ein neuer historischer Band des Autorenpaars erscheint.

5 Ratten

Liebe Grüße
Kathrin
« Letzte Änderung: 02. Oktober 2007, 13:53:27 von Thrakonia »

Offline Flor

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Besser spät als nie, aber die anderen müssen ja auch noch.

Erstmal hat mir die Leserunde wieder sehr viel Spaß gemacht, obwohl sie ja noch nicht ganz vorbei ist, ein bisschen wird ja noch diskutiert.
Vielen Dank an Gheron :anbet:, der unsere ganzen Fragen wieder sehr ausführlich und mit viel Geduld beantwortet hat.
Auch ein Dank an meine Mitleserinnen für die lebhaften Diskussionen, wie apassionata sagte ......es war wieder ein Genuss mit euch zusammen zu lesen :-*.

So, genug geschleimt,.....jetzt kommen die harten Fakten........ ;)

Das Buch hat mir sehr gut gefallen  ;D.
Es war ein schöner Abschluß für eine spannende Trilogie. "Das Vermächtnis der Wanderhure"  ist brutaler und spannungsgeladener als "Die Kastellanin" und hat mir auch besser gefallen.
Die Geschichte ging gleich sehr aufregend, spannend und brutal los und das hohe Tempo zog sich durch das ganze Buch.
Obwohl mit 700 Seiten nicht unbedingt ein kurzer Roman war mir keine Seite zuviel. Es gab viel zu lesen, aber es ist auch viel passiert.
Es gab viele detailierte Beschreibungen, manchmal vielleicht zu detailiert, aber Gheron meinte es sollte lebensecht dargestellt werden ;)......das ist auf jeden Fall gelungen.

Auch wenn es teilweise schon ordentlich "zur Sache" ging, fand ich das Buch im Ganzen gesehen als nicht zu brutal da es auch Kapitel gab in denen es eher ruhiger wurde.

Die ganze Geschichte um Marie wurde in  interessante, gut recherchierte historische Ereignisse verpackt.

Einige Stellen die auf mich im ersten Moment vielleicht nicht so ganz nachzuvollziehen und logisch waren. Wurden hier in der Leserunde ausdiskutiert und erklärt. Ich meine jetzt die Sache mit Mine (oder war es Trine? ;))

Das Ende war wirklich ein gutes, rundes Ende, Figuren aus den Vorromanen wurden auch nicht vergessen.

Ein schöner Roman, eine spannende Trilogie, die bestimmt noch vielen Lesern Freude machen wird :klatschen:.

Nur den Klappentext sollte man vielleicht noch mal überdenken.
Ich habe sellten einen Klappentext gelesen der so viel vom Inhalt erzählt. Eigentlich fasst er mit wenigen Worten das ganze Buch zusammen. Das sollte nicht so sein. Ein Klappentext soll Lust und Interesse am Buch wecken und nicht die ganzen Geschehnisse vorweg preisgeben.
Mich persönlich hat das jetzt nicht so gestört, da ich eher ein "das-Ende- zuerst-Leser"  :) bin, aber andere wird es stören und es wurde in der Leserunde ja auch kurz angesprochen.

Liebe Grüße
und bis sicherlich bald

Flor


« Letzte Änderung: 08. Juli 2007, 20:14:17 von Flor »

Offline softcake

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Nachdem ich das Buch schon eine ganze Weile ausgelesen habe, und es jetzt gut sacken konnte, will ich euch meine Meinung auch nicht vorenthalten.

Mir haben sowohl Buch als auch Leserunde sehr viel Spass gemacht.

Zum Buch:
Nachdem der Anfang ja gar nicht der Anfang war, sondern nur ein böser Traum, nimmt das Buch rasante Fahrt auf.
Kein Vergleich zu der ruhigen Flussfahrt zu Anfang.   ;D

weiter möchte ich gar nicht auf die Geschichte eingehen, wir haben das Buch ja alle gelesen.

Kurze Kapitel unterstützen noch das Tempo das die Geschichte vorgibt.
Wieder einmal ist Marie in Not geraten und wieder einmal muss sie sich selbst helfen.
Wenn auch die Geschichte ansich doch sehr schnulzig klingt, ist es das Buch so gar nicht.

Alles zusammen gesehen ein durchaus gelungener Abschluss für die Triologie, die ich ingsgesamt eigentlich jedem nur empfehlen kann, der auf historische Bücher steht.

Schade das es vorbei ist.


lg
soft
N/A

Offline gheron

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Liebe Mitleserinnen,

ich möchte euch auch bei dieser Leserunde ein Kompliment für eure Kommentare und Fragen aussprechen. Ihr habt mich positiv auf Trab gehalten. Immerhin befand ich mich euch gegenüberim Nachteil. Ihr habt den Roman jetzt gelesen und seid damit vertraut gewesen, während es bei mir doch schon einige Tage her ist, dass ich die Kastellanin und das Vermächtnis der Wanderhure mit Iny zusammen geschrieben habe. Es ist für einen Autor nie schlecht, mal wieder an seine früheren Romane erinnert zu werden und sich überlegen zu müssen, was er damit ausdrücken wollte.

Sollte ich eine Frage übersehen haben, so stellt sie in den Fragenthread der Leserunde.

Herzliche Grüße
Gheron (Elmar Lorentz) :winken:

Offline apassionata

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@gheron, wir haben zu danken und ich hoffe ja sehr, daß es nicht die letzte Leserunde über
eines eurer Bücher hier gewesen ist.

Jederzeit, gerne wieder.

Begeisterte Lesegrüssle
Marion  :winken:
"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

Karthause

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Nach knapp 2 Wochen unfreiwilligen Internetenzugs will ich nun auch mein Fazit abgeben.

Wie auch schon in den beiden anderen Teilen der Trilogie wird auch in "Das Vemächtnis der Wanderhure" ein recht realistisches Bild des Mittelalters gezeichnet, in diesem Fall wird die Aufmerksamkeit u. a. auf das Leben in Russland gelenkt. Wie schon erwartet, lebt auch dieses Buch durch eine gute und tiefgründige Recherche. So gibt es wieder unzählige kleine Begebenheiten, die den mittelalterlichen Alltag mit Leben erfüllen. Sehr interessant fand ich die Abschnitte, in denen auf alte russische Traditionen eingegangen wurde. Das Erbrecht spielte dort eine ganz besondere Rolle. Maries gesamte „Reise“ war gepickt mit vielfältigen Informationen, die dem Leser die damalige Zeit nahebrachten. Anmerken möchte ich noch, dass „Das Vermächtnis der Wanderhure“ kein Roman für zartbesaitete Leser ist. Denn das Mittelalter ist eine raue, brutale Zeit, besonders die Frauen mussten darunter häufig leiden. An manchen Stellen waren mir die Vergewaltigungen fast etwas zuviel, zumal sie auch als Bestrafung Anwendung fanden.

Als Leser erkennt man das bewährte Muster der Vorgängerromane, die Heldin lebt glücklich, kommt wie aus heiterem Himmel in Schwierigkeiten und meistert diese dann erfolgreich. Das hat meinen Lesespaß nicht gemindert, es gehörte für mich zur Trilogie wie Marie, Michel und Hiltrud. „Das Vermächtnis der Wanderhure“ ist ein gut geschriebener, unterhaltsamer und spannender Historienschmöker, der durch die gute Recherche noch einiges an Hintergrundwissen vermittelt.

Ich danke euch allen für die nette Leserunde. Ihr habt wieder dazu beigetragen, dass ich dieses Buch nicht nur von meinem Standpunkt aus gesehen habe. Eine Leserunde finde ich immer wieder toll, irgendwie inspirierend zum Weiterdenken. Mein ganz großer Dank gilt Gheron, der wieder mit viel Geduld unsere Leserunde begleitete und auch unsere Fragen  immer umgehend beantwortete. Ich hoffe, dass dies nicht die letzte Leserund mit ihm war. Es gibt da ja noch so einige Bücher, die sich anbieten würden.

Liebe Grüße
von einer auf die nächste Leserunde wartenden

Karthause

Offline *Sternenstauner*

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Hallo,

es ist mir ja nun doch ein wenig peinlich, dass mein Fazit hier mit ziemlicher Verzögerung eintrifft  :-[, aber besser spät als nie, denke ich.

Zur Leserunde
Die Leserunde hat mir - ja, ich kann mich noch erinnern ;) - gut gefallen, da die Diskussion sehr lebendig war und großen Spaß gemacht hat. Dafür ein großes Dankeschön an meine Mitleserinnen. :winken:
Gheron war - wie schon in der Runde zu Die Kastellanin - stets zur Stelle, um Hintergrundinformationen zu geben und unsere Fragen zu beantworten, so dass nicht nur der Spaßfaktor im Vordergrund stand, sondern ich auch wieder einiges dazugelernt habe. Auch an dich nochmal ein herzliches Dankeschön, Gheron! :winken:

Rezension:
Vergingen zwischen Die Wanderhure und Die Kastellanin mehrere Jahre, so setzt der letzte Teil der Trilogie fast nahtlos an seinem Vorgänger an. Nach einer kurzen Erläuterung der Geschehnisse der Vergangenheit und einem Wiedersehen mit Hiltrud, nimmt die Handlung auch schon richtig Fahrt auf. Marie, die wieder schwanger ist, wird auf dem Weg von Rheinsobern nach Hause auf ihre Burg von ihrer Erzfeindin Hilda, Falko Hettenheim’s Witwe, entführt und nach der Geburt ihres Sohnes als Sklavin verkauft. Während Michel auf Kibitzstein an den Tod seiner geliebten Frau glaubt und nun eine zweite Ehe eingehen soll, wird Marie in die Nähe von Moskau verschleppt, wo sie an den Hof eines Fürsten gerät und mit ihrer neu gewonnenen Freundin, der farbigen Sklavin Alika, ihre Flucht durch die Weiten Russlands plant...

Wie gewöhnlich wird Marie’s mühsame und gefährliche Reise so spannend und flüssig erzählt, dass die knapp 700 Seiten in wenigen Tagen ausgelesen sind. Abwechselnd wird von Marie’s Erlebnissen in Russland und Michel’s Nöten auf der heimischen Burg berichtet. In diesem Teil erhält der Leser wieder viele interessante Informationen über das Leben als Burgherr mit all seinen Rechten und Pflichten, während er im Handlungsstrang um Marie einiges über den Sklavenhandel und russische Traditionen und Adelsverhältnisse der damaligen Zeit lernt. Detaillierte Schilderungen von Alltäglichkeiten machen die Geschichte authentisch und lebendig, allerdings hatte ich schon zu Beginn des Romans das Gefühl, dass dieser Teil der Trilogie noch brutaler ist als der erste. Auch gibt es so manche Vergewaltigungszene, deren ausführliche Beschreibung in meinen Augen nicht nötig war, denn die ständige Gefahr für Frauen, von einem Mann überfallen zu werden, wäre auch deutlich geworden, wenn solche Misshandlungen nur angedeutet worden wären. 
Ebenso hat mir etwas missfallen, dass der Anfang ein wenig zu konstruiert wirkt. Dann jedoch geht es mit lediglich minimalen Längen voran und zum Schluss kommt es zu einem Showdown, der neben aller Dramatik sogar einen wirklichen Lacher bereit hält.
Gänzlich abgerundet wird die Geschichte dadurch, dass am Ende sämtliche Figuren ihren persönlichen Abschluss bekommen, so dass letztlich keine Fragen offen bleiben.

FAZIT: Trotz kleinerer Kritikpunkte ein würdiger Abschluss der Reihe um die mutige Marie und ihre Freunde.

 

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