Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 399 mal)

Offline odenwaldcollies

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 16173
Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Wir freuen uns auch darüber, wenn ihr eure Rezension auf Literaturschock.de veröffentlicht. Eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich.
« Letzte Änderung: 29. Dezember 2016, 17:51:40 von odenwaldcollies »
Liebe Grüße
Karin

Offline Nicole Gozdek

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 422
    • meine Autoren-Website
Erst einmal vielen Dank, dass ich mitlesen durfte, an den Verlag für das Freiexemplar und an Julia für ihre Erklärungen. Danke auch an die anderen Mitleser, die Diskussionen haben mir wieder viel Spaß gemacht.

Wie man an meinen manchmal kritischen Anmerkungen gemerkt hat, hat mich der Roman nicht hundertprozentig überzeugt. Meine Rezension habe ich einmal als Langrezension und einmal als Kurzrezension verfasst und auf folgenden Seiten gepostet.

Langrezension auf meinem Blog: http://nicoles-fantasy.de/rezensionen/julia-lange-irrlichtfeuer/

Kurzrezension auf verschiedenen Kanälen:
Amazon: https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/R3PDQY9AW286RQ/
Goodreads: https://www.goodreads.com/review/show/1857998916
Lovelybooks: https://www.lovelybooks.de/autor/Julia-Lange/Irrlichtfeuer-1315962884-w/rezension/1414076392/
Literaturschock: http://literaturschock.de/literatur/belletristik/fantasy-und-phantastik/julia-lange-irrlichtfeuer

Meine Kurzrezension:

Inhalt:
Im Stadtstaat Ijssedt kontrollieren die Königin und ihr Rat den wichtigen Irrlichthandel. Ihre Untergebenen, die Irrlichtkinder, verfügen über die Fähigkeit, den gasförmigen oder flüssigen Brennstoff für ihre Magie zu nutzen, und sind als gefürchtete Schatten der verlängerte Arm der Regierung.
Hier lebt Alba, eine Tochter aus gutem Haus, und träumt aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigung durch eine schwere Krankheit vom Fliegen. Doch dafür benötigt sie das für sie verbotene Irrlicht. Doch eine Irrlichtfeuerkatastrophe verändert nicht nur ihr Leben auf dramatische Weise.
Meret verliert ihren Ehemann und ihre beiden Kinder und schließt sich einer neuen Gruppierung mit dem Namen Gerechtigkeit, wo sie schnell in den Führungskreis aufsteigt. Doch die Untergrundbosse der Stadt, die die einzelnen Stadtviertel unter sich aufgeteilt haben, wollen die Gruppe für ihre eigenen Zwecke nutzen. Einer von ihnen ist Karel, der Anführer der Rothen, der mit seinem Sohn Rafael eigene Pläne mit dem wertvollen Irrlicht hat. Doch ihnen sind schon die Schatten, unter ihnen Sora und Kass, auf der Spur. Doch ein Fehler führt zum Tod einer ihnen nahestehenden Person und zur weiteren Entfremdung mit ihren eigenen Befehlshabern, während die Lage in der Stadt immer explosiver wird ...

Meine Meinung:
Puh, das ist gar nicht so einfach, denn ich habe gemischte Gefühle, was das Buch angeht. Gestartet ist es super, gleich mitten drin in der Action, es passierte viel und wir lernten die wichtigsten Personen als Interakteure kennen, ohne dass viel erklärt wurde. In medias res - ein guter Weg, um Spannung beim Leser aufzubauen.
Doch irgendwann habe ich Erklärungen erwartet, die einfach nicht kamen - oder viel zu spät und zu wenig -, ich fühlte mich mit der Geschichte allein gelassen und da zudem auch Beschreibungen eher selten waren und manche Dinge nicht konkret benannt wurden, fehlten mir nicht nur wichtige Orientierungspunkte, sondern auch ein Gesamtbild. Das wurde zwar im Laufe der Geschichte besser, aber das Lesegefühl war dadurch ein einziges Auf und Ab - Zufriedenheit nach Aha-Momenten, Frust, wenn man feststellte, dass eine Schlussfolgerung falsch war und einem Informationen gefehlt hatten, und Unverständnis wechselten sich ab.
Am Schreibstil merkt man, dass "Irrlichtfeuer" der Debütroman von Julia Lange ist. Sie ist wunderbar in der Handlung drin und erzählt spannend, doch sie vergisst es, uns Leser hin und wieder an die Hand zu nehmen und entscheidende Dinge zu erklären, die man als Fremder in ihrer Welt benötigt.
Nicht nur beim Schreibstil, auch bei den Figuren selbst hatte ich gemischte Gefühle. Es gibt fünf Erzählfiguren in der 3. Person: Alba, Meret, Karel, Rafael und Kass. Mit Alba, Kass - und hin und wieder auch Karel - konnte ich mich überwiegend identifizieren, Meret war zu blass, zu emotionslos, obwohl sie ihre Familie verloren hatte, als dass ich eine Beziehung zu ihr hätte aufbauen können. Und Rafael wurde nach und nach als "Bösewicht" aufgebaut, der in seiner Besessenheit für Sora alles und jeden anderen verrät und am Ende zu einer tragischen Figur wird.
Doch Alba und Kass haben es auch geschafft, mir auf die Nerven zu gehen mit ihrer Untätigkeit oder ihren unverständlichen Handlungen, sodass ich sie hin und wieder einfach nur geschüttelt hätte. Somit war keine Figur dabei, die mich durchgängig überzeugt hätte, nicht einmal Karel, der sich in einem entscheidenden Moment schlecht beraten lässt.
Die Irrlichtmagie fand ich spannend, aber hier wurde das Potential nicht genug ausgeschöpfert. Manchmal erschien sie mir das Mittel zum Zweck zu sein, ein Ungeheuer, vor dem sich die Menschen fürchten, man als Leser jedoch nicht genau weiß warum. Hier wurde manchmal zu wenig beschrieben, sodass die wichtigen Einsätze der Irrlichtmagie manchmal im Rest etwas untergingen. Das fand ich sehr schade, denn die Irrlichtmagie ist etwas Besonderes und Neues, das den Roman auszeichnet und ihn von anderen abhebt.
Das Ende ... Zum Teil erwartet, in anderen Dingen überraschend. ich weiß noch nicht recht, was ich davon halten soll. Ich werde wohl noch eine Weile darüber nachdenken, aber es lässt mich nicht recht zufrieden zurück, auch wenn es zum Großen und Ganzen von Julia Langes Geschichte passt.
Fazit: Ein noch nicht ganz runder Roman, der mich nicht hundertprozentig überzeugen konnten und noch ein paar Schwächen im Stil und in den Figuren hatte, insgesamt aber spannend und rasant erzählt ist. Ich würde ihn Fans von historischer Fantasy und gesellschaftlichen Fragestellungen empfehlen.
« Letzte Änderung: 16. Januar 2017, 10:30:54 von Nicole Gozdek »
"Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"

Offline Julia Lange

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 35
    • Autoren-Seite
Schade, dass es nicht hundertprozentig überzeugen konnte. Trotzdem Danke für deine Rezension!

Offline Nicole Gozdek

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 422
    • meine Autoren-Website
"Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"

Offline Delora

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 142
Auch ich möchte mich herzlich bei allen bedanken :)
Das war meine erste Leserunde und sie hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es ist schön sich mit gleichgesinnten austauschen zu können. Auch das wir Julia Fragen stellen können finde ich sehr schön.

In Irrlicht Feuer von Julia Lange geht es um Alba, ein Mädchen das von einer Krankheit geschwächt ist und trotzdem vom Fliegen träumt. Sie ist bereit alles ihr Mögliche zu versuchen, damit sie frei sein kann.
Wir lernen Ijsstedt allerdings nicht nur aus Albas Augen kennen. Wir begleiten auch Kass und Sora, zwei Schatten, die aufgrund ihrer Fähigkeit mit dem Irrlicht von der Bevölkerung und ihrer Regierung gleichermaßen gefürchtet werden. Meret die für Gerechtigkeit eintritt und Karel eine Art Boss im Untergrund und seinen allzu leichtfertigen und aufbrausenden Sohn Rafael.
Mir hat Irrlichtfeuer sehr gut gefallen. Es gab praktisch keine Längen es passierte immer etwas Spannendes. Die Mischung aus persönlichen Zielen und der größeren politischen Problematiken hat ein gutes Bild von Ijsstedt gezeichnet.
Die Charaktere sind mir durch ihre Stärken und Schwächen sehr ans Herz gewachsen. Das nicht alle nur ausnahmslos gut oder böse sind macht sie einfach menschlich und greifbar.
Ich lege dieses Buch allen ans Herz die gerne über eine Stadt am Anfang ihrer industriellen Revolution lesen möchten, die sich aber auch nicht an einigen übersinnlichen Fähigkeiten stören.
Julia Lange schafft es alles logisch zu erklären, ohne dabei allzu sehr ins technische Detail abzudriften. 
Man sollte sich allerdings nicht daran stören das nicht alle Fragen bis ins letzte beantwortet werden. Mir persönlich macht es nichts aus mir da noch meine eigenen Gedanken zu machen und auch Infos die zwischen den Zeilen stehen wieder und wieder zu überdenken.

Goodreads  https://www.goodreads.com/review/show/1857162048
Amazon  https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/RZYRX9H6RJMFA/ref=cm_cr_arp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=3426519437ie=UTF8&ASIN=3426519437[/u]
Lovelybooks   https://www.lovelybooks.de/autor/Julia-Lange/Irrlichtfeuer-1315962884-w/rezension/1414361479/


Offline Julia Lange

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 35
    • Autoren-Seite
Danke fürs Mitmachen und danke für deine Rezension :)

Offline dion

  • Backfee
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 579
    • Buchjunkies-Blog
So, hier dann auch mal meine Rezension:

Inhalt:
Alba ist dabei sich ihrem großen Traum ein Stück weiter zu nähern. So oft es geht stiehlt sie sich davon um in ihre eigene kleine Wohnung zu gehen und an ihren Flügeln zu arbeiten. Seit sie denken kann ist ihr Körper ihr größter Feind. Ihre Krankheit raubt ihr die Kraft zu gehen, zu greifen und all die Dinge zu tun die sie so gern machen würde.
Ihr einziger Wunsch ist es endlich schwerelos über Ijsstedt zu schweben und ihrem geschwächten Körper zu entfliehen. Was danach passiert ist nicht mehr wichtig.
Als nicht weit von ihr einer der Stahlriesen der zum Irrlichtabbau benutzt wird in Flammen steht, rettet sie eine verletzte Krähe vor einigen Mitbewohnern des Hauses. Natürlich wird sie die Krähe nicht essen, wie von den anderen vermutet. Nein, sie will ihr helfen. So beherbergt Alba einige Tage die verletzte Krähe, füttert sie und stellt ihren Flügel ruhig, damit er heilen kann. Am Tag des Abschieds ist Alba nicht nur traurig, dass sie nun wieder alleine ist, nein, sie würde zu gern mir ihr fort fliegen.

Aber die Krähe vergisst Alba nicht und besucht sie jeden Tag in ihrer Werkstatt. Bis eines Tages ein Mann im Treppenhaus erscheint und sich bei ihr bedankt. Er sei der Besitzer von Corvin - so der Name der Krähe - und es dauert nicht lange, bis die beiden sich immer wieder über den Weg laufen. Dem ersten Erscheinungsbild nach ist Sora ein komischer Geselle und alle Versuche Albas ihn los zu werden scheitern.
Der erste Flugversuch mit ihren selbstgefertigten Schwingen währt nur kurz. Das Gestell ist zu schwer, auch wenn Alba kaum noch ein zusätzliches Gewicht ist, muss sie schon bald landen. Eine Krähe begleitet sie auf ihrem ersten Flug - Corvin?
Zumindest ist es eben diese einst verletzte Krähe, die ihr ein großes, wenn auch gefährliches Geschenk macht: Irrlicht! Natürlich benutzen sie bei ihr zu Hause Irrlicht als Lichtquelle, aber reines Irrlicht zu besitzen ist verboten. Wie kommt die Krähe dazu? Und warum bringt sie ihr das Irrlicht?
Die Frage ist nun - wie wird sie es unauffällig wieder los? Oder soll sie es gar behalten?
Soras Besuche werden häufiger und Alba befürchtet, dass er ihr an der Nasenspitze ansieht, dass sie etwas Verbotenes tut. Aber was wäre, wenn sie die Flügel mit dem Irrlicht behandeln könnte? Wenn sie sie dadurch leichter machen könnte, könnte sie beim nächsten Mal viel länger fliegen. Alba steckt in der Zwickmühle. Dabei ist das Irrlicht nur eins von ihren Problemen.

Kass ist ein sogenanntes Irrlichtkind. Nach dem Unfall in der Mine ist es den Irrlichtkindern verboten worden sich nach draußen zu begeben. Dorien, ihr Sprecher, setzt alles daran die Königin und ihren Rat nicht gegen sich auf zu bringen, aber unter den anderen Irrlichtkindern wächst der Unmut. Als dann Hisa, Kass Geliebte und Soras Schwester, ermordet wird, macht er sich aus dem Staub. Irgendwo ist der Mörder von Hisa und während der Widerstand in der Bevölkerung gegenüber der Königin zunimmt, versucht er unerkannt an Informationen zu gelangen. Dabei sind die Aufstände in den Arbeitervierteln ein willkommener Schutzmantel.
Kass versteht die Menschen und die Wut in ihren Köpfen, nachdem so viele ihrer Verwandten und Bekannten bei dem erneuten Brand in der Miene umgekommen sind. 20 Jahre zuvor ist es schon einmal passiert - dabei ist unter anderem er entstanden: ein Irrlichtkind.
Er kann sich daran kaum erinnern, aber die Narben bleiben und kennzeichnen ihn sichtbar.

Alba und Kass könnten unterschiedlicher nicht sein und doch verbindet sie ein Wunsch: Freiheit.

Meinung:
'Irrlichtfeuer' ist der Debütroman von Julia Lange und spielt in einer gänzlich unbekannten Welt. Die Stadt Ijsstedt ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Was über seine Grenzen hinaus ist, wird nicht angerissen.
Als Hauptcharakter kann man hier Alba ansehen, auch wenn das Buch aus sehr vielen verschiedenen Sichtweisen geschrieben ist. Neben Alba, Kass und Sora lernen wir noch die Gedankengänge des Grafen und von Meret kennen. Das ist am Anfang ein wenig sehr verwirrend, da die Perspektive nicht pro Kapitel wechseln sondern teilweise sogar mitten im Textblock.

Alba ist ein schmächtiges, gebrechliches Mädchen, das in gutem Hause geboren ist, sich aber so oft es geht in die Anonymität der Armenviertel flüchtet. Seit jungen Jahren leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, die ihre Glieder schwächt und die sie in nicht allzu ferner Zukunft das Leben kosten wird. Eine Art Medizin hilft ihr, die Schwächte der Muskeln zu überwinden und die Schmerzen zu vertreiben.
Während des gesamten Buches wird leider nicht näher beleuchtet was dies für eine Krankheit ist. Es bleiben nur Spekulationen. Ebenso die ihr helfende Medizin. Auf der anderen Seite wird sehr häufig darauf hingewiesen, dass Alba krank und schwächlich ist. Das hat mir den ersten Teil des Buches ziemlich verhagelt, weil es einfach zu viel war.
Ab dann geht es. Auch nimmt ab der Hälfte ungefähr die Spannung deutlich zu.

Alle anderen eingeführten Charaktere mit eigenen Perspektiven waren zum Großteil nicht handlungsrelevant. Natürlich war es nett zu lesen, welche Gedanken sich diese Personen machen, sowohl um den Unfall mit dem Irrlichtfeuer als auch über die Aufstände. Aber wirklich wichtig für die Handlung ist lediglich halbwegs noch der Graf. Der mir persönlich auch sehr sympathisch ist.
Mit Alba dauerte es eine Weile mit dem warm werden und mein persönlicher Lieblingscharakter ist eh die Krähe. Wer mich kennt, weiß warum ;o)

Im Großen und Ganzen ist die Geschichte durchaus angenehm zu lesen, wenn man sich erst einmal auf den Schreibstil eingestellt hat, aber sie hat mich leider nicht restlos begeistert. Dafür sind mir einfach zu viele Fragen am Ende nicht beantwortet worden. Für mich ist es wichtig, dass sich am Ende alle Fäden treffen und die wichtigsten Sachen beleuchtet werden. Das ist hier leider nicht der Fall. Somit habe ich das Gefühl, das Buch ist nicht fertig. Es ist irgendwie löchrig geblieben.
Eine weitere Geschichte in Ijsstedt würde mich schon noch mal reizen, einfach um den Rest der Stadt kennen zu lernen.

Die Rezi ist heute auf http://www.buchjunkies-blog.de online gegangen.
Ich werde sie noch auf Amazon, BücherTreff, Lovelybooks und Goodreads veröffentlichen.

Offline Julia Lange

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 35
    • Autoren-Seite
Danke! :)

Eine weitere Geschichte in Ijsstedt würde mich schon noch mal reizen, einfach um den Rest der Stadt kennen zu lernen.
Micht auch ;D

Offline odenwaldcollies

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 16173
Die Jagd nach dem mächtigen Irrlicht

Die junge Alba leidet an einer Erkrankung ihrer Gliedmaßen, die ihre Bewegungsfähigkeit stark einschränkt. Daher ist es ihr größter Wunsch, frei wie ein Vogel fliegen zu können. In einer Wohnung, von der ihre Familie nichts weiß, arbeitet sie an mechanischen Schwingen, um ihren Traum Realität werden zu lassen. Mithilfe des Irrlichts, auf das die Mächtigen des Stadtstaates Ijsstedts ein Monopol haben, könnte Alba die Schwingen optimieren, aber dessen Besitz ist illegal und damit strafbar.
 
Mit diesem Debütroman entführt die Autorin den Leser in den Stadtstaat Ijsstedt und stellt dessen Gesellschaftsstruktur und Bewohner vor. Die Stadt ist in mehrere Bezirke unterteilt, die in der Hand mächtiger Banden und deren Bosse liegt und die unter anderem Handel mit dem illegalen Irrlicht betreiben. Die Oberschicht Ijsstedt verdankt ihren Wohlstand und Komfort dem gasförmigen und leicht entzündlichen Irrlicht, das sie streng bewachen lässt. Sogenannte Irrlichtkinder, junge Menschen, die vor Jahren eine verheerende Irrlichtexplosion trotz Vergiftung überlebt haben, stehen im Dienst der königlichen Regierung und sollen dem illegalen Irrlichthandel auf die Schliche kommen.

Die arme Bevölkerung profitiert nicht vom Irrlicht, im Gegenteil, viele Familien haben Angehörige bei Explosionen oder Bränden durch das Gas verloren, ohne eine entsprechende Entschädigung erhalten zu haben. In der Organisation Gerechtigkeit haben sich diese Menschen gefunden, die für einen friedlichen Dialog mit der Regierung einstehen. Jedoch wird die Organisation zunehmend von den Banden unterlaufen.

Der Roman ist so aufgebaut, dass der Leser diese Informationen erst nach und nach durch die Lektüre enthält, was ich normalerweise sehr gut finde, aber hier hätte ich mir manchmal gewünscht, dass diese Informationen einige Seiten zuvor geliefert worden wären. So hatte ich teilweise zu viele offene Fragen auf einmal, was den Lesefluss etwas gestört hat.

Überrascht hat es mich, dass die komplexe Geschichte aus mehreren Handlungssträngen besteht, damit hatte ich bei dem Klappentext nicht gerechnet; fand ich aber gut, da wir so die Ijsstedter Gesellschaft und ihre Probleme aus verschiedenen Blickwinkel erleben. Allerdings gab es zwei Handlungsstränge, bei denen mir die Entwicklung gefehlt hat, die Figuren agierten mir zu wenig und teilweise war für mich nicht ersichtlich, wo denn nun eigentlich ihre Ziele liegen oder wie sie diese erreichen wollen.

Die Entwicklung von Alba als kranke junge Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und durch die Geschehnisse ihr Selbstbewusstsein stärken kann, hat mir gut gefallen. Teilweise war mir die Entwicklung allerdings zu drastisch und am Ende hatte ich ein paar offene Fragen zu ihrer Motivation, aber da die Autorin eventuell einen zweiten Band plant, könnte ich mir vorstellen, dass diese Fragen dort nochmal aufgegriffen werden.

Das Buch ist zwar abgeschlossen, aber dennoch bleiben einige Fragen offen, was die weitere Entwicklung Ijsstedts angeht, und bietet somit Raum für eine Fortsetzung. Anmerken möchte ich noch, dass die Autorin nicht unbedingt zimperlich mit ihren Figuren umgeht.

Bis auf die oben genannten Schwachpunkte hat mich der Roman gut unterhalten, die Handlung ist komplex und spannend und ich würde mich über ein Wiedersehen in Ijsstedt freuen.

Eine Anregung habe ich noch: es wäre schön, wenn die Karte von Ijsstedt auch ihren Weg in das eBook finden würde.

Meine Rezension erscheint bei:
Amazon
Großes Literaturschock-Bücherforum
Literaturschock.de
LovelyBooks
Thalia
Weltbild
« Letzte Änderung: 30. Januar 2017, 20:29:10 von odenwaldcollies »
Liebe Grüße
Karin

Offline odenwaldcollies

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 16173
Nachdem nun auch die letzte ausstehende Rezension, nämlich meine  ;D, eingestellt ist, werde ich diese Leserunde abschließen.

Ein herzliches Dankschön an dich, liebe Julia, dass du uns hier so toll begleitet hast. Ich hoffe sehr, du konntest für dich auch etwas aus der Leserunde mitnehmen. Für deine weiteren Projekte wünsche ich dir viel Erfolg und vielleicht lesen wir uns hier irgendwann mal wieder.

Ich danke auch allen Teilnehmern, dass ihr so fleissig mitdiskutiert habt und damit zum Erfolg dieser Leserunde beigetragen habt  :winken:
Liebe Grüße
Karin

Offline Julia Lange

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 35
    • Autoren-Seite
Danke für deine Rezension und auch ein großes Danke an die Organisation. Hat mir echt Spaß gemacht, eure Spekulationen und Vermutungen zu lesen und mit euch zu diskutieren.

Offline Delora

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 142
Das liebe Julia kann ich nur zurückgeben :)

Ich bin auf jeden Fall schon neugierig auf dein nächstes Buch!

Offline odenwaldcollies

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 16173
Liebe Grüße
Karin

Offline Julia Lange

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 35
    • Autoren-Seite
Ich bin auf jeden Fall schon neugierig auf dein nächstes Buch!
Ich auch ;D

 

Weblinks

Literaturschock Facebook Twitter

Internes

Mediadaten & Presse Impressum & Kontakt Datenschutzerklärung