Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 481 mal)

Offline Rhea

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 6639
  • Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen is
Oh, ich wollte es doch noch schaffen, bevor die Runde beendet wird. Mache mich aber gleich dran.

Offline Rhea

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 6639
  • Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen is
Liebe Janet, es war eine spannende Leserunde und ein spannendes Buch. Vielen Dank für Deine Beglöeitung und an alle Mitleser den Dank für die vielen Hinweise, die ich übersehen hätte. Ich wäre nie auf den Täter gekommen.

Black Memory – das eigene unbekannte Ich

Aufwachen ohne Gedächtnis und auch niemand, der die Gedächtnislücken schließen kann in der Nähe. Eine Unbekannte für sich selbst. Schrecklich nicht zu wissen, wer man ist und vor allem wieman ist. Die Ich-Erzählerin in diesem Roman, Clare, erlebt genau das. Sie erfährt, dass sie ein Kind entführt haben soll und lange weiß sie nicht, ob sie nicht doch eine Kriminelle ist. Dann kommen die Angehörigen, die Freunde, die Bekannten und sie erkennt keinen wirklich, sie weiß nicht, warum sie in einem fremden Land, in einem Boot, verletzt aufgefunden wurde und sie weiß nicht, was mit dem kleinen Mädchen passiert ist. Diese Situation ist der blanke Horror, denn jeder in ihrer Umgebung meint es angeblich gut, aber verschiedene Leute bezichtigen sich sehr überzeugend gegenseitig der Lüge. Und es sind keine einfachen Lügen, sondern es geht um nicht mehr oder weniger als das Leben des Kindes und vielleicht auch ihr eigenes Leben.

Diese Ausgangssituation gibt Potenzial für eine ununterbrochene Spannung. Da die Geschichte aus der Sicht Clares geschrieben ist, erfährt der Leser auch nicht mehr als sie. Das ist ein wirklich toller Punkt dieser Geschichte. Ein wenig kann man so nachvollziehen, wie verwirrend die verschiedenen Geschichten sind und wie schwierig, wenn nicht gar unmöglich es ist, die Wahrheit herauszufinden.
Wem sollte sie vertrauen? Wem vertraut der Leser? Ist der freundliche Nachbar wirklich nur freundlich? Ist die beste Freundin wirklich um sie besorgt? Ist der Ehemann ihr Vertrauen wert? Ist die fachliche Kollegin wirklich hilfreich?
Eine weniger starke Persönlichkeit als Clare würde vermutlich bei diesem Irrgarten zusammenbrechen, aufgeben. Clare nicht. Sie kämpft,, sie riskiert viel und sie nutzt das fachliche Wissen, welches nicht der Amnesie verfallen ist.
Welcher Schock löste die Amnesie aus?

Clare war mir von Anfang an sympathisch und ich hoffte mit ihr, dass sie keine Kriminelle ist. Bei den anderen Figuren bin ich die Wege mit Clare mitgegangen und habe mich, wie sie, in einigen Personen sehr getäuscht. Ich denke damit habe ich wohl auch die Hoffnungen der Autorin bestätigt.

Der Schreibstil der Autorin ist packend und die Charaktere sind glaubwürdig und lebendig. Vielleicht ist nicht alles hundertprozentig schlüssig, aber das tut der Spannung keinen Abbruch. Die kurzen Kapitel fand ich sehr entgegenkommend. Sie haben das Lesetempo sehr erhöht, denn man denkt dann immer: ein Kapitel geht noch.

Spannend die medizinischen Themen, die bei dieser Geschichte eine Rolle spielen und die ethischen Fragen, über die man nachdenken sollte.

Wenn am Ende alle Fragen beantwortet sind, wird man als Leser tief die angehaltene Luft ausatmen und fragen: Was nun?  So kann es nicht enden!
Ich hoffe also auch auf einen zweiten Teil.

Offline Janet

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 239
Danke, Rhea, für die schöne Rezi und für das Mitlesen und Diskutieren!
Liebe Grüße
Janet

Offline Rhea

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 6639
  • Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen is
Schön, dass Du noch mal reingesehen hast. Bei Amazon habe ich sie auch eingestellt. Und nun zum nächsten Buch von Dir, Bin schon in der Leserunde angemeldet 8)
« Letzte Änderung: 02. Februar 2017, 12:57:58 von Rhea »

Offline Dani

  • Administrator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 12051
Ich habe nicht an der Leserunde teilgenommen, durch diese inspiriert aber das Buch auch gelesen und lasse daher meine Meinung auch hier.

Clare hat ihr Gedächtnis verloren. Sie erwacht in einem Boot vor der indonesischen Küste und kann sich weder daran erinnern, wer sie ist noch wie sie hierher gekommen ist. Sie wird festgenommen und beschuldigt, ein kleines Mädchen entführt zu haben. Clare ist entsetzt, kann sich nicht vorstellen, dass sie zu einer solchen Tat fähig sein soll. Und vor allem fragt sie sich, was aus dem Kind geworden ist?
Ein Unbekannter holt sie aus der indonesischen Haft und bringt sie nach London – wo er sich als ihr angeblicher Ehemann entpuppt. Clare hat auch an ihn keinerlei Erinnerung. Sagt er die Wahrheit, kann sie ihm vertrauen? Wem kann sie glauben, wenn ihr eigenes Gedächtnis ihr keinerlei Anhaltspunkte bietet und sie somit nicht einmal sich selber trauen kann?

Ich habe schon mehrere Bücher von Janet Clark gelesen, sowohl Jugendbücher als auch ihre Thriller für Erwachsene. Beim vorliegenden Buch spielt die Wissenschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle, eigentlich ein Thema, das mich nicht besonders interessiert und, wenn es zu sehr ausgewalzt wird, in Büchern auch schnell mal langweilt. Hier gelingt es der Autorin aber, viele Informationen geschickt einzuflechten und dennoch die Handlung voranzutreiben und die Spannung hochzuhalten. Nicht jeden Fachbegriff muss man zudem bis ins letzte Detail verstehen, um der Geschichte folgen zu können, die entscheidenden Dinge werden auch für den Laien verständlich dargestellt, ohne dass die Autorin zu sehr in einen dozierenden Modus verfällt.
Das beklemmende Gefühl, wenn einen der eigene Körper bzw. Geist im Stich lassen, ist auf jeden Fall sehr glaubwürdig dargestellt und Clares verzweifelte und schwierige Situation wirkt sehr nachvollziehbar beschrieben.

Wer steht auf welcher Seite, wem kann Clare vertrauen? Diese zentrale Frage zieht sich durch das ganze Buch. Die eine oder andere Wendung habe ich mir gedacht, manches hat mich aber auch überrascht, so dass es bis zum Ende spannend blieb.
Liebe Grüße
Dani

Chattys Bücherblog

  • Gast
Ich habe das Buch zwar außerhalb dieser Leserunde gelesen, möchte aber dennoch gerne meine Rezension auch hier einstellen.

Mein Leseeindruck
Diese Glas- oder Eisplitter auf dem Cover haben schon eine gewisse Anziehungskraft. Immer wieder musste ich darüberstreichen, ob es nicht doch eine Erhebung hatte. Aber leider Fehlanzeige. Denn das hatte ich vermutet, hätte zumindest sehr gut gepasst, meiner Meinung nach.

Ein wenig erstaunt war ich dann, als ich die Farbe der Klappe sah. Außen alles schon und dann auf einmal hellblau. Aber schnell hatte ich festgestellt, dass es das Gleiche blau wie die Farbe des Titels war.

Etwas Weiteres ließ mich erstaunen. Stand doch außen noch Thriller, war nun auf einmal das Wort "Roman" zu lesen. Hm...nun war ich doch sehr irritiert. Wusste der Verlag das Buch selbst nicht einzuordnen?

Nun denn... ich war gespannt.

 Schauplatz der Handlung ist die indonesische Insel Sumba. Eine Insel, die mir (leider) gänzlich unbekannt ist.

Dort lernen wir auch umgehend Clare kennen. Offensichtlich leidet sie an Gedächtnisverlust. Aber warum? Was war passiert? Die Autorin schafft es, bereits am Anfang eine gewisse Grundspannung aufzubauen. Zumindest hatte ich immer das Gefühl, dass ich unbedingt mehr wissen wollte und das Buch auf gar keinen Fall aus den Händen legen könnte. Es konnte sein, ich verpasse etwas. 😃

Ihr Mann Paul holt sie in Indonesien ab. Ein weiterer Handlungsort ist nämlich London. Offensichtlich ist da im Hintergrund auch irgendwie so ein faules Ding gelaufen. Mich macht es auf jeden Fall stutzig. Ist Paul wirklich ihr Mann? Irgendwas ist doch da noch. Warum ist Clare auf keinem Foto mit ihrer Tochter zu sehen?

Und wer ist dieser Mr Huntingdon? Läuft irgendwie die Praxis nicht so gut und Huntingdon hat seine Finger im Spiel? Fragen über Fragen!

Eine sehr interessante Studie, dass überdurchschnittlich viele Babys aufgrund der Hungersnot 1944/45 stark untergewichtig waren, später selbst Mutter wurden und nach Jahrzehnten ohne Mangel, selbst untergewichtige Kinder zur Welt brachten. Wie man also so schön sagt: Der Körper vergisst nichts.

Fazit:

Nervenaufreibend, ein wahrer Pageturner...mit diesen Worten wird das Buch beschrieben, und dem kann ich voll und ganz zustimmen. Ein lockerleichter Schreibstil, tolle Protagonisten und eine mitreißende Story runden diesen Thriller ab. Obwohl mich hier die Zuordnung des Velages als Roman schon sehr irritiert hat.

Nichtsdestotrotz war ich total von dem Plot gefesselt, so dass ich das Buch kaum aus den Händen legen konnte bzw. wollte.

Ich kann hier ruhigen Gewissens die volle Punktzahl vergeben. Für mich war es ein absoluter Lesegenuss, den ich auch anderen Thriller-Fans empfehlen werde.

 

Weblinks

Literaturschock Facebook Twitter

Internes

Mediadaten & Presse Impressum & Kontakt Datenschutzerklärung