Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 419 mal)

Online dubh

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass Eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde (gerne auch eines der Autorin) immer interessant.

Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die "Das Haus in der Nebelgasse" nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!

Außerdem wäre es sicherlich für Susanne als auch ihren Verlag Diana, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen mögt.
Bitte rezensiert das Buch auch auf unserer Hauptseite Literaturschock.de. Eine extra Anmeldung ist hierzu nicht nötig, Gastrezensionen werden manuell freigeschaltet.
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline gagamaus

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Zum Inhalt:

London 1900: Matilda Gray ist Lehrerin an einer Mädchenschule und führt das Leben einer unabhängigen Frau. Als ihre Lieblingsschülerin Laura nicht mehr zum Unterricht erscheint, ahnt Matilda, dass diese in Gefahr ist. Zu plötzlich ist ihr Verschwinden, zu fadenscheinig sind die Begründungen des Vormunds. Eine verschlüsselte Botschaft, die ihr Laura auf einer Postkarte schickt, bringt Matilda auf die Spur des Mädchens. Ihre Suche führt sie zu dem Historiker Stephen Fleming und mit ihm zu einem jahrhundertealten Geheimnis, tief hinein in die verborgensten Winkel der Stadt.

Zur Autorin:

Susanne Goga, 1967 geboren, ist eine renommierte Literaturübersetzerin und Autorin. Sie wurde mit dem DeLiA-Literaturpreis sowie dem Goldenen Homer ausgezeichnet und ist seit 2016 Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Mönchengladbach.

Meine Meinung:

Matilda Gray ist eine Heldin so liebenswert und lebensnah, wie ich sie von  Susanne Goga kenne und schätze. Sie lebt im London des 20. Jahrhunderts das typische Leben einer jungen Lehrerin. Die durften ja damals nicht heiraten und da ihr einziger Bruder im Ausland im Kriegseinsatz ist, wohnt sie im Haus der verwitweten Mrs. Westlake, die sie mütterlich und hilfsbereit in allen Lebenslagen unterstützt und der ruhende Pol dieser Geschichte ist. Das seltsame Verschwinden einer ihrer Schülerin weckt Matildas Neugier und sie entwickelt einen Spürsinn und eine kriminalistische Schläue, die bald zu ersten Ergebnissen führen. Was folgt ist ein regelrechtes Krimi-Puzzle in dem Matilda mit Hilfe des sympathischen Dr. Fleming Stück für Stück der Lösung des Rätsels auf den Grund geht. Der Leser kann sie dabei wunderbar begleiten und mit ihr ein Abenteuer erleben, wie man es der braven Lehrerin erst gar nicht zugetraut hätte.

Die Inkredenzien dieses Romans sind wie immer fein ausgewogen. Neben den interessanten Haupt-Charakteren und den diversen, teils sehr amüsanten Nebendarstellern, quillt das nebelverhangene Flair des alten London aus jeder Seite und man gelangt in so manchen alten Keller und blättert auch mal in alten Kirchenregistern und schnuppert die Luft der Themse und der Londoner Universität gleichermaßen. Eine würzige Prise Geschichte gemixt mit Unterhaltung.

Das letzte Drittel zieht der Spannungsbogen gewaltig an und ich konnte das Buch kaum mehr zur Seite legen. Die bittersüße, zarte Liebesgeschichte passt harmonisch in die Geschichte und ist frei von Kitsch aber dennoch voller Gefühl.

Mein Fazit: Ein wunderbarer neuer Roman von Susanne Goga. Vergnügliche Lesestunden garantiert. Wie immer eine dicke Leseempfehlung und auch als Geschenk wunderbar geeignet.

 :buchtipp:

Die Leserunde war ein Genuss. Das sind aber Runden mit Susanne immer.  8) Vielen Dank dafür.

lesejury

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lovelybooks

wasliestdu

Literaturschock warte ich noch auf die Freischaltung des angelegten Buches.  ;)
« Letzte Änderung: 25. Januar 2017, 17:56:36 von gagamaus »
:lesen:
Ulf Schiewe - Thors Hammer
Tad Williams - Die Hexenholzkrone

Offline SusiGo

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Wow, vielen Dank für das tolle Fazit.  :-* Freut mich sehr, dass es dir so gut gefallen hat.

Offline Pelikanchen

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Liebe Susanne,
mir hat dein Buch auch sehr gut gefallen und die Leserunde hat wirklich Spaß gemacht.
Es wird nicht das letzte Buch gewesen sein, das ich von dir lese, da bin ich sicher.
Hier schon mal meine Rezension, die Links kommen dann nach Freischaltung :

Matilda Gray ist in London Lehrerin in einer Mädchenschule  und unterrichtet dort junge Frauen, die vielleicht auch nicht nur als brave Ehefrau und nette Gastgeberin an der Seite ihres Mannes enden wollen. Das ist nicht immer leicht, denn eigentlich darf sie mit keiner der Schülerinnen befreundet sein und es wird von ihr erwartet, das sie ihnen genau das beibringt. Nach den Sommerferien kommt Laura eine ihrer besten Schülerinnen nicht  zurück und schickt ihr eine rätselhafte Postkarte aus Italien. Dort ist sie auf Genesungsurlaub mit ihrem Vormund, der sie auch in der Schule abgemeldet hat.
Matilda Gray macht sich auf die suche nach einen Schatz und kommt einen Geheimnis, das älter als 200 Jahre ist, immer näher. Gut das sie von einem Professor unterstützt wird, der sich im alten London sehr gut auskennt.
Mir hat das Buch, das auch einen gut recherchierten historischen Eindruck bei mir hinterlässt, sehr gut gefallen. Meistens geht es allein um die suche nach diesem Geheimnis, aber mit einigen Wendungen, so das es nicht langweilig wird. Ich persönlich hätte ein paar mehr Nebenhandlungen begrüßt, aber das ist Geschmackssache.
Der Schreibstil ist fliesend zu lesen und die Charaktere wurden lebensecht dargestellt.  Ich kann das Buch jeden empfehlen, der etwas mehr über das alte London erfahren möchte und das ganze nett verpackt mit sympatischen Protagonisten erleben möchte. Matildas Vermieterin hat bei mir auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sie hat mit ihrer eigensinnigen Art immer wieder zu einem schmunzeln beigetragen.

Und hier sind meine Rezensionen :

Hier ( Pelikanchen ) http://literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,43740.msg950325.html#msg950325
Lovely Books ( Pelikanchen ) https://www.lovelybooks.de/autor/Susanne-Goga/Das-Haus-in-der-Nebelgasse-1237525370-w/rezension/1417785632/
Amazon ( Carmen ) https://www.amazon.de/review/R18XN6DAW85DLL/ref=cm_cr_rdp_perm
Was liest du http://wasliestdu.de/rezension/das-alte-london-sehr-interessant
Diana Verlag ( Carmen Dauer 26.01. ) https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Haus-in-der-Nebelgasse/Susanne-Goga/Diana/e485443.rhd
Literaturschock Hauptseite ( Carmen Dauer 31.01. ) http://literaturschock.de/literatur/belletristik/historische-romane/susanne-goga-das-haus-in-der-nebelgasse
« Letzte Änderung: 01. Februar 2017, 21:32:37 von Pelikanchen »

Offline TochterAlice

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Hier auch meine Rezension. Vielen Dank für das Buch und für die wunderbare Begleitung durch Susanne, es war einfach toll.

London um 1900 - einfach überirdisch
und unterirdisch auch! Und auf beiden Ebenen unglaublich spannend.

Diesmal entführt uns die virtuose und - so scheint es - allwissende Susanne Goga in das London der vorletzten Jahrhundertwende, wo Lehrerin Mathilda, früh zur Waisen geworden, ein sehr selbstständiges und für die damalige Zeit sehr intensives Leben führt. Die tatkräftige junge Frau lebt zur Untermiete bei einer Autorin von Heftchenromanen und pflegt ein enges und gutes Verhältnis zum älteren Bruder, der leider als Soldat in Südafrika weilt, wo der Burenkrieg tobt. In der Schule gilt Mathilda als etwas zu selbstständig und unternehmungslustig, gleichwohl ist sie bei den Schülerinnen - selbst nur wenige Jahre älter als diese - ausgesprochen beliebt.

Eine von ihnen, Laura, elternlos wie Mathilda selbst wird von ihrem Vormund unerwarteterweise von der Schule entfernt und auf eine Europareise "entführt" - was die Zustimmung des gesamten Lehrkörpers ausser Mathildas findet. Sie hat das junge Mädchen, das kurz vor dem Abschluss steht, als wißbegierig und ehrgeizig kennengelernt und kann sich nicht vorstellen, dass sie so kurz vorher abbricht. Und dann erhält sie Post von Laura - es scheint eine gewöhnliche Postkarte zu sein, doch Mathilda wittert einen Hilferuf.

Und dieser führt sie kreuz und quer durch London, lässt sie Bekanntschaft mit den abenteuerlichsten Gestalten wie dem Antiquitätenhändler Arkwright, aber auch dem interessanten und noch jungen Historiker Stephen Fleming schließen. Und sie lernt neben dem sichtbaren das unterirdische London kennen, zugeschüttete Häuser, Friedhöfe und Flüsse, die ihr eine eigene Welt offenbaren. Kann sie Laura helfen, muss sie das überhaupt und schafft sie das ohne sich selbst in Gefahr zu bringen?

Susanne Goga hat schon durch ihre historischen Krimis um Kommissar Leo Wechsler im Berlin der 1920er Jahre ihr großartiges Talent in Sachen historische Romane unter Beweis gestellt: auf der einen Seite recherchiert sie akribisch und integriert fundierte, oft wenig bekannte historische Fakten in ihre Handlung, auf der anderen Seite bietet sie eine fiktive Geschichte mit jeder Menge Spannung und Emotionen - aber ohne jeglichen Kitschfaktor.

Auch hier ist ihr dies wieder aufs Trefflichste gelungen: "Das Haus in der Nebelgasse" ist ein ebenso packender wie dramatischer und kluger Roman über eine spannende Epoche der englischen Geschichte, in die unter anderem die Geburt der Frauenbewegung fällt. Es ist faszinierend, die Lebensumstände des Londoner Bürgertums um 1900 zu erleben. Wie immer zeigt sich die Autorin auch von der humorvollen Seite, die sie diesmal ganz besonders häufig hervorblitzen lässt

Ein ganz großartiges Leseerlebnis ist es somit, das Ihnen mit diesem wunderbaren Buch geboten wird - eines, das lange nachhallen wird und dazu einlädt, sich auch weiterhin mit der Geschichte Londons  zu beschäftigen. Definitiv eines meiner literarischen Highlights in den letzten Monaten!

Offline buchregal123

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Das war mal wieder eine richtig tolle Leserunde. Am liebsten würde ich mich jetzt in London auf den Weg machen, um Matildas Wege nachzuvollziehen. Mein Dank vor allem an Susanne für die Begleitung unserer Leserunde.

 :danke:
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Matilda Gray bedauert es, dass eine ihrer Schülerinnen nicht mehr zum Unterricht erscheint. Da Laura ein ehrgeiziges und wissbegieriges Mädchen ist, kann Matilda die Begründung für Lauras Abwesenheit nicht glauben. Angeblich ist Laura in den Ferien erkrankt und nun mit ihrem Vormund, dem Anwalt Mr. Easterbrook, auf einer Genesungsreise durch Europa. Als sie dann eine Postkarte mit einem versteckten Hinweis erhält, macht sie sich auf die Suche nach Hintergründen, um Laura helfen zu können.

Ich liebe historische Romane und dieses Buch hat mich von Anfang an gefangen genommen.

Die sympathische Matilda hat früh ihre Eltern verloren und musste sich mit ihrem Bruder durchschlagen. Nun ist ihr Bruder als Soldat in Afrika und sie unterrichtet an einer Mädchenschule, in der die Schülerinnen auf ein Leben als Ehefrau vorbereitet werden. Matilda ist eine unabhängige junge Frau, der es lieber wäre, dass die Schülerinnen auf einen Beruf vorbereitet würden. Um ihre Stelle nicht zu gefährden, muss sie vorsichtig sein, aber es fällt ihr oft sehr schwer, sich zurückzuhalten. Matildas Vermieterin Mrs. Westlake ist Matilda in allem eine große Stütze. Auch sie ist ein unabhängige Frau, die als Autorin von abenteuerlichen Geschichten ihren Unterhalt verdient. Ihre herzerfrischenden Kommentare bauen Matilda immer wieder auf, wenn Zweifel aufkommen. Sie ist es auch, welche die Kontakte vermittelt, die Matilda auf die richtige Spur bringen. Der seltsame Antiquitätenhändler und Sammler Mr. Arkwright gibt Hinweise wie auch Historiker Professor Stephen Fleming. Aber warum ist Arkwright so konsequent gegen Fleming?

Matildas Ermittlungen führen sie in die verschiedensten Winkel von London, auch das unterirdische London wird nicht ausgespart. London und sein Nebel sind bekannt und berüchtigt; man kann sich vorstellen, wie bedrückend die Atmosphäre im nebeligen London  sein kann. Ich hätte Matilda gerne begleitet, denn ich mag es, mich auf den Spuren der Vergangenheit zu bewegen.

Es ist eine spannende Ermittlung, bei der wir Matilda begleiten dürfen und die einige hundert Jahre in die Vergangenheit führt. Doch was haben die Geheimnisse der Vergangenheit mit Laura zu tun? Es ist nicht ganz ungefährlich für Matilda, aber sie ist mutig und gibt nicht auf. Sie will ihrer Schülerin helfen, aber es packt sie auch ein gehörige Portion Abenteuerlust. Dass Stephen Fleming sie dabei unterstützt, gefällt ihr sehr.

Mir hat dieses Buch mit der ganz besonderen Atmosphäre in London und den tollen Charakteren gut gefallen.

Die Geschichte ist spannend und unterhaltsam.
Liebe Grüße
Bruni

Offline Anne H.

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Die Autorin Susanne Goga entführt uns in ihrem historischen Roman "Das Haus in der Nebelgasse" nach London in das Jahr 1900 und zu der jungen, engagierten Lehrerin Mathilda Gray.

Nach den Sommerferien erscheint die begabte Schülerin Laura nicht mehr in der Mädchenschule. Ihr Vormund hat sie auf eine Erholungs- und Bildungsreise mitgenommen. Als Mathilda von Laura eine verschlüsselte Nachricht mit einer Postkarte aus Italien erhält, stellt Mathilda weitergehende Nachforschungen an.

Dabei wird sie unterstützt von ihrer Vermieterin Mrs. Westlake, einer leidenschaftlichen Schriftstellerin von Groschenromanen, und von Professor Stephen Fleming.

Um 1900 haben schon viele Frauen begonnen, fortschrittlicher zu denken und eigene Entscheidungen zu treffen. Man will nicht nur brave, zurückhaltende Ehefrau werden.

Auch Mathilda versucht, den Mädchen der Schule offen zu begegnen. Sie hat ein offenes Ohr für ihre Probleme. Auch wenn dies in der Lehrerschaft nicht gerne gesehen wird.

Mit Matilda und Professor Fleming begeben wir uns auf eine Reise durch London und erfahren viele geschichtliche Details über die alte Stadt, die viele Geheimnisse und Geschichten zu erzählen hat.

Die Protagonisten und auch die Umgebung sind ausführlich beschrieben, so daß wir uns gut in die Geschichte hineinversetzen und mitfiebern können.

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Ich werde bestimmt noch weitere Bücher der Autorin verschlingen.

Vielen Dank an Susanne Goga für die tolle Begleitung dieser Leserunde!

Rezension auch bei:

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« Letzte Änderung: 01. Februar 2017, 16:01:50 von Anne H. »

Offline simmilu

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Die junge Lehrerin Mathilda, gerät in ein großes Abenteuer, als eine ihrer Schülerin plötzlich von ihrem Vormund aus der Schule genommen wird. Sie hat Zweifel an der vorgebrachten Begründung und macht sich so ihre Gedanken dazu. Als sie plötzlich eine Postkarte von dem Mädchen bekommt, ist sie sich sicher, dass etwa faul an der Sache ist. Ihre Vermieterin Mrs. Westlake bekräftigt Matilda in ihrem Vorhaben etwas in der Sache zu unternehmen und so landet sie schließlich auf Umwegen bei Prof. Fleming. Der teilt ihre Meinung zu dem Vorfall und gemeinsam machen sie sich daran, das Rätsel um die Schülerin zu lösen...

Auch dieses Buch der Autorin hat mir richtig gut gefallen !
Zuvor las ich schon welche aus der Leo-Wechsler-Reihe von ihr und bei dieser Reihe mochte ich ganz besonders die Atmosphäre, die die Autorin in ihren Geschichten erschaffte. Hier in London ist es wieder genau das selbe; die Charaktere sind so zugänglich und haben diese besondere Art miteinander umzugehen, die mir so gut gefällt. Man möchte sich am liebsten dazusetzen und Teil des Ganzen sein. Und das London um 1900 ist es bestimmt wert, das man es ergründet. Die Emanzipation der Frauen findet langsam eine Stimme und hier und da auch schon Gehör und so macht es viel Spaß zu lesen, wie sich Matilda und besonders ihre Vermieterin, mit einem Augenzwinkern und aufrechter Haltung, über bestehende Konventionen hinwegsetzen. Es ist schön zu sehen, wie Frauen sich nach und nach immer mehr trauten, ihr eigenes Leben selbstbestimmt zu führen und der sensible Umgang der Autorin mit diesem Thema, verpackt in diese spannende Detektivgeschichte, ist eine klasse Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Ich hoffe sehr, das wir Matilda und Stephen mal wiedersehen werden !


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« Letzte Änderung: 02. Februar 2017, 19:57:49 von simmilu »

Offline SusiGo

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Danke euch allen, es hat viel Spaß gemacht. Und wer weiß, vielleicht sehen wir Matilda und Stephen irgendwann wieder ...

 :winken:

Online dubh

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Liebe Susanne,

ganz herzlichen Dank für Deine aufmerksame und offene Begleitung unserer Runde! Es hat - wie gewohnt - sehr viel Spaß gemacht und der Blick hinter die Kulissen war toll!
Nun wünsche ich Dir viel Erfolg mit Deinem neuen Roman, mindestens ebenso viel Freunde weiterhin beim Schreiben und hoffe, dass wir uns mit Deinem nächsten Buch wieder hier lesen.

@all: Lieben Dank für Eure Beteiligung, es hat wirklich Spaß gemacht, mit Euch gemeinsam zu lesen und zu diskutieren!

Meine Rezension habe ich am Wochenende nicht mehr geschafft, aber sie folgt in Kürze. :winken:

Liebe Grüße
Tabea
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Offline odenwaldcollies

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Meine Rezension steht auch noch aus  :-[
Liebe Grüße
Karin

Offline SusiGo

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Danke, Tabea, es hat mir auch Spaß gemacht mit euch. Bis zum nächsten Mal.  :bussi:

Offline odenwaldcollies

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So, nun kommt aber auch endlich meine Rezension  :-[

Spurensuche in der Vergangenheit

London 1900: Nach den Sommerferien erscheint eine der begabtesten Schülerinnen der jungen Lehrerin Matilda Gray nicht mehr zum Unterricht – Grund ist eine Erkrankung der Atemwege. Jedoch hat Matilda den Verdacht, dass etwas anderes hinter Lauras Wegbleiben stecken könnte, etwas, das mit einem Geständnis von vor einigen Wochen zu tun haben könnte. Als Matilda dann eine unverfängliche Ansichtskarte von Laura erhält, schürt das noch mehr ihren Argwohn. Und tatsächlich findet sie unter der Briefmarke eine geheime Botschaft, die sie zu einem Holzkasten führt, den Laura in ihrem Zimmer in der Schule versteckt hält und dessen Inhalt in die Vergangenheit führt.

Mit Matilda Gray und dem sympathischen Professor Stephen Fleming hat die Autorin Susanne Goga ein flottes und kluges Ermittlerduo geschaffen, von dem ich hoffe, in Zukunft noch mehr lesen zu können. Matilda Gray lebt in einer Zeit, in der die Rechte der Frauen noch sehr beschnitten sind. Als junge Frau ist sie jedoch einer moderneren gesellschaftlichen Rolle der Frauen zugetan, allerdings sind ihr – zu ihrem größten Bedauern - in ihrem Lehrberuf die Hände gebunden, da junge Mädchen zwar Bildung erhalten, aber höchstes Ziel immer noch eine vorteilhafte Heirat ist, die die Frauen danach an Heim und Herd bindet.

Mit ihren Ermittlungen wegen Lauras Schicksal und dem Rätsel in dem Holzkasten, das in das 17. Jahrhundert zurückführt, muss sie sehr vorsichtig sein, um ihren Arbeitsplatz nicht zu riskieren, da es nicht gerne gesehen wird, wenn die Lehrerinnen sich zu sehr für ihre Schülerinnen interessieren.

Was die Lösung des Rätsels in dem Holzkasten angeht, war ich zwar ziemlich schnell auf der richtigen Spur, aber das hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan, denn die teilweise unkonventionellen Ermittlungsmethoden der cleveren Matilda sowie ihrem Begleiter, dem Historiker Fleming, fand ich äußerst unterhaltsam und spannend. Und mindestens ebenso spannend wie die Spurensuche fand ich die Entdeckungsreise des historischen Untergrunds Londons, der Stadt unter der Stadt, auf welche Fleming Matilda und uns Leser mitnimmt.

Der Professor Stephen Fleming ist ein moderner Mann, der das Studium von Frauen an seiner Universität fördert und für seine etwas unkonventionelle Lehrweise im Kollegenkreis bekannt ist. Er hilft Matilda gerne bei der Entschlüsselung eines alten Notizbuches, erkennt er doch schnell, dass sie eine kluge Frau ist, die die richtigen Schlüsse zieht. Allerdings hütet er ein Geheimnis, das mich ziemlich verblüfft hat.

Der Roman ist in meinem Augen aber auch deswegen so lesenswert, weil die Autorin den Leser mit vielen Details und Informationen aus dem Londoner Leben der damaligen Zeit versorgt. Zum Beispiel findet auch der Burenkrieg in Südafrika Erwähnung, in dem Matildas Bruder mitkämpft. Nicht nur diesen Krieg betrachtet die Autorin aus verschiedenen Perspektiven, auch die Lösung von Lauras Rätsel ist vielschichtig, so dass der Roman alles andere als einseitig ist.

Ein weitere wunderbare Figur ist Matildas Vermieterin Mrs. Westlake, eine wohlhabende Witwe, die sich ihre Zeit mit dem Schreiben von Abenteuerromanen die Zeit vertreibt, in denen eine weibliche Heldin die Hauptrolle spielt. Wenn sie Matilda von den neuesten Erlebnissen ihrer Romanheldin erzählt, möchte man sich am liebsten mit einer heißen Tasse Tee dazusetzen und ihren Erzählungen lauschen. Außerdem hat sie ein offenes Ohr für Matildas Sorgen und kann ihr immer wieder mit gutem Rat zur Seite stehen.

Für mich ist „Das Haus in der Nebelgasse“ ein rundum gelungener Roman, ebenso das Nachwort , welches den Leser mit weiteren interessanten Hintergrundinformationen versorgt. Ich hoffe sehr, dass es ein Wiedersehen mit Matilda Gray und Professor Stephen Fleming geben wird.

Meine Rezension erscheint bei:
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Liebe Susanne, ich danke dir vielmals für deine tolle Begleitung bei dieser Leserunde (wie immer  :-*). Und ich hoffe doch sehr, dass wir uns bei deinem nächsten Buch hier wieder lesen werden  :winken:
« Letzte Änderung: 16. März 2017, 21:18:48 von odenwaldcollies »
Liebe Grüße
Karin

Offline SusiGo

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Ich bedanke mich nochmal ganz herzliche bei allen, die mitgemacht haben, und freue mich aufs nächste Mal.  :winken:

Online dubh

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Matilda Grey lebt im Jahr 1900 in der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs das Leben eine sehr modernen, unabhängigen Frau. Sie arbeitet als Lehrerin in einem Mädcheninternat und wohnt zur Untermiete bei einer älteren Dame, die sie unter ihre Fittiche genommen hat und in der jungen Frau eine Zuhörerin und Beraterin für ihre schriftstellerische Arbeit gefunden hat.
Als eine Schülerin von heute auf morgen von ihrem bis dato nicht bekannten Vormund von der Schule genommen wird, sieht Matilda das sehr kritisch. Während ihre Kolleginnen sich nicht weiter wundern, dass einem Mädchen keine weitere Schulbildung zugestanden wird, ist Matilda schockiert, denn Laura war nicht nur äußerst begabt, sondern auch gewillt, die Schule bestmöglich abzuschließen.
Während Matilda sich anfangs noch zurücknimmt, ändert sich das spätestens, als sie eine Postkarte aus Italien erreicht, auf der sich eine winzige geheimnisvolle Botschaft ihrer ehemaligen Schülerin befindet.

Was nun folgt, ist eine Art Schatzsuche durch das viktorianische London - denn Matilda macht sich mit der Hilfe eines Historikers und der Fürsprache ihrer Hauswirtin auf die Spur eines alten Geheimnisses, dass sich unter jahrhundertealten Schichten der Stadtgeschichte verbirgt...

Susanne Goga hat mit "Das Haus in der Nebelgasse" einen richtig tollen Roman vorgelegt, der mich von der ersten Seite gefesselt hat. Alleine die sympathische Hauptfigur, Matilda Grey, ist derart couragiert und dabei durchweg glaubhaft, dass ich sie am liebsten begleitet hätte. Zum Glück findet sie mit Stephen Fleming, der sich bestens mit der Stadtgeschichte Londons auskennt, und ihrer Vermieterin Mrs Westlake, treue Berater, denen ich Matilda bedenkenlos anvertraut habe. Bemerkenswert fand ich dabei übrigens nicht nur, wie engagiert Matilda die ihr anvertrauten Schülerinnen zu eigenständigem Denken ermutigt, sondern dass auch Stephen Fleming und Mrs Westlake fortschrittliche und dennoch realistische Ideen haben, die jede für sich deutlich machen, wie sich eine Gesellschaft durch mutige Beharrlichkeit weiterentwickeln kann.

Während Matilda sich auf eine Art Schnitzeljagd begibt, gibt es allerlei Interessantes zu erfahren - teilweise aus den historischen Facetten der englischen Hauptstadt, teilweise auch aus dem damaligen Zeitgeschehen rund um Matilda und ihre Mitstreiter. Dabei habe ich beispielsweise Wissenswertes über den zweiten Burenkrieg und die Menschenrechtsaktivistin Emily Hobhouse erfahren.

Bei all dem bleiben die Rätsel rund um Laura sehr spannend und die Erlebnisse der Protagonisten sind so lebhaft geschildert, dass ich regelrecht mit ihnen mitgefiebert habe.

Alles in allem ein großartiger, sehr unterhaltsamer und spannender Roman, der neben viel Wissenswertem auch mit einer guten Prise Humor und Schlagfertigkeit aufwarten kann - und einer ganz und gar nicht kitschigen, zarten Liebesgeschichte.

Wer das viktorianische London, eine geheimnisvolle Geschichte rund um liebeswerte Figuren mag: unbedingt lesen!

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