Autor Thema: 04 - Kapitel 31 bis 41 (Seite 198 bis 263)  (Gelesen 471 mal)

Offline Heimfinderin

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Ja, das ist klar, darum geht es mir gar nicht. In Romanen werden Heere ja immer in Zahlen dargestellt. Aber eben geschätzten Zahlen. Hier finde ich die genauen Zahlen so seltsam und "absurd" zu lesen, weil ich das auf die Weise noch nie in Geschichten gelesen habe, dass so genau abgezählt, gerechnet und aufgezählt wird.  ;D 
Liebe Grüße
Barbara

Offline starone

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Ja, das ist klar, darum geht es mir gar nicht. In Romanen werden Heere ja immer in Zahlen dargestellt. Aber eben geschätzten Zahlen. Hier finde ich die genauen Zahlen so seltsam und "absurd" zu lesen, weil ich das auf die Weise noch nie in Geschichten gelesen habe, dass so genau abgezählt, gerechnet und aufgezählt wird.  ;D

O.K. das Heer der Nafarroaner ist doch ein Berufsheer,mit entsprechender Ausbildung und Drill... ähnlich wie das z.B. der Römer, bestimmte Teile der Einheit haben bestimmte Größen und deshalb finde ich, dass mit der genauen Aufstellung auch nicht so ungewöhnlich.

Im Gegensatz dazu sind die Hagetauer sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus Freiwilligen...

Offline odenwaldcollies

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Kann  man da noch ausbrechen? Was ist auf Dauer schlimmer, weitermachen oder aufgeben? Was würde passieren, wenn die Rebellen jetzt ihren Kampf beenden? Würden die Nafarroaner die Rebellen töten oder gefangen nehmen? Würden sie alle Dörfer auslöschen, die daran beteiligt sind, oder einfach wieder ihre 30 Soldaren dort stationieren, die nun eben besser aufpassen würden? Wenn die Rebellen hingerichtet würden, würde das insgesamt weniger Tote bedeuten, als wenn sie ihren Gewaltmarsch auf unbegrenzte Tragweite weiterführen? Wäre ein Ende mit Schrecken (für die Rebellen) jetzt noch besser als ein Schrecken ohne Ende (für die noch noch geplanten Überfälle)? Oder würde die Besatzung dann insgesamt grausamer werden als die bisher recht "freundliche" Besatzung, weil die Naffaroaner nun aufgeschreckt wurden.  Tja, das ist wohl kaum zu beantworten und bei den Rebellen wird wohl auch nicht der Wunsch aufkommen, dies herauszufinden, sondern sie sehen sich gezwungen, weiterzuführen, was sie angefangen haben. So gut wie anfangs fühlt sich das aber bei einigen nicht mehr an...

Genau diese Fragen habe ich mir auch gestellt; ich denke nicht, dass, wenn die Akitanier ihren Befreiungsschlag einstellen würden, die Naffaroaner sagen würden, o.k., dann lassen wir denen halt ihren Willen. Ich denke, der Gegenschlag würde ziemlich blutig ausfallen.

Er braucht immer Input von anderen, was getan werden könnte. Wird er es schaffen, selbst hilfreiche Entscheidungen zu treffen, wenn Sinion, Varlie oder Clarde mal keine Antwort geben (können)?

Wenn sich Sinion und Varlie tatsächlich zurückziehen und Tautun weiterhin nicht mehr einsatzfähig ist (wobei Baresin auf seine Meinung wahrscheinlich nicht so viel Wert legt, bin ich ebenfalls gespannt, was Baresin dann tun wird.

Liebe Grüße
Karin

Offline odenwaldcollies

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Ach ja, was ich auch immer wieder so merkwürdig beim Lesen finde, ist die ständige Rechnerei, wann wo wieviele Soldaren sind. Das wirkt auf mich beim Lesen immer so unwirklich, so seltsam "versachlicht", weil es eben alles so genau berechnet wird. Sonst heißt es eben einfach nur, man rechnet mit über tausend Soldaten oder man schätzt das Heer auf etwa 3000 Mann etc. Diese genaue Aufteilung in Zahlen wirkt fast absurd.  ;D

Stimmt - und ich ertappe mich dabei, dass ich ebenfalls immer am Rechnen bin. Noch sind die Zahl der Soldaren relativ übersichtlich, aber wenn die Naffaroaner nun mehrere hundert Soldaren zusammenschließen, dann wird es allmählich auch nicht mehr aufs Komma genau zu berechnen sein  ;D
Liebe Grüße
Karin

Offline Tobias O. Meißner

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Zur Zahlenabsurdität: Ich finde ja, dadurch, dass die Zahlen immer so "rund" sind, dürfte schon klar sein, dass es sich um Näherungswerte handelt. Mir käme es absurder vor, wenn ich schreiben würde: "Nendlèce erblickte 3011 Soldaren".
Hagetmau ist halt ein 500-Seelen-Dorf, damit man eine Vorstellung von seiner Größe hat. Das ist eine Vereinfachung.  In einem amerikanischen Film würde stattdessen am Ortseingang ein Schild stehen mit der Aufschrift "Population: 496" oder "Population: 508", und ich frage mich dann immer, wie mühsam das sein muss, das aktuell zu halten. :D
Bei den Nafarroanern sind es also "x minus 1 Prozent", denn auch in einem Heer kann mal jemand unpässlich und bettlägerig werden, und somit ausfallen, siehe den Coronar Scobarde. Auf der akitanischen Seite kann man "x minus/plus 5 Prozent" rechnen, da ist alles chaotischer, und es können sich auch mal spontan ein paar Leute mehr anschließen als angegeben.

 :lupe:: Tobias

Offline starone

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Hagetmau ist halt ein 500-Seelen-Dorf, damit man eine Vorstellung von seiner Größe hat. Das ist eine Vereinfachung.  In einem amerikanischen Film würde stattdessen am Ortseingang ein Schild stehen mit der Aufschrift "Population: 496" oder "Population: 508", und ich frage mich dann immer, wie mühsam das sein muss, das aktuell zu halten. :D

Och, die Amis bekommen das immer ganz gut hin...in ihren Grusel -und Horrorfilmen. Eine kleines Dorffest mit merkwürdigen Brauch und schon  hat man eine Ortschildzahl "wieder"

Offline Old Fisherman

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Heyho!

Auch wenn die meisten wohl schon durch mit dem Buch sind, wenn ich das richtig sehe, möchte ich dann doch noch hier meine Eindrücke loswerden.

Die neuen Angriffe der Akitanier verlaufen nun tatsächlich weniger sauber. Obwohl sie noch immer gut davonkommen (was sie nun als Übermacht auch sollten), werden große Patzer gemacht. Escradins Kommando geht ziemlich schief, Guyteron brennt einfach eine Ratshalle nieder und Sinions Leute erschießen  andere Akitanier. Es erscheint mir so, als würde langsam die Kontrolle über den Feldzug entgleiten. Als es nur Sinion und eine kleine Gruppe war, die gut zu überwachen und befehligen war ging alles einfacher. Nun entwickelt es sich eher zu einem Flächenbrand. Wobei auch das nun natürlich ein Trugschluss von mir sein kann, war ja das erste Mal das mit so vielen Leuten operiert wurde. Vllt. fehlt da einfach noch die Erfahrung. Interessant finde ich auch dieses Mal wie Sinion die Situation mit zunehmender Abneigung zu betrachten beginnt. Er wird nicht für seine Erfolge belohnt, seine "Soldaren" beginnen ihm egal zu werden, weil er sie eh nicht kennt, er schämt sich dafür das die Akitanier erschossen wurden...ich bin wirklich gespannt, wo das bei ihm noch hinführen wird. Kann ich im Moment noch gar nicht abschätzen. Ebenso wenig, was nun mit Tautun wird, der immer noch im Krankenlager vor sich hin vegetiert.

Die Abschnitte der Naffaroaner fand ich wie immer sehr cool. Vor allem hat mir auch Nandos Schilderungen der Übernahme von Demarsan gefallen. Das war mal eine andere Perspektive auf das Geschehen. Wie es scheint soll der Aufstand nun wirklich mit einer 5000-Mann-Armee niedergeschlagen werden. Ich denke hier wird Vuilleths Plan mit dem Sumpf-See durchaus greifen können. Wobei ich mich frage, was passiert, wenn der Sumpf-Flussgott, der ja wohl nicht Abelion ist auch Vuilleth im entscheidenden Moment die Kräfte verweigert, ähnlich wie bei Mardein. Das wäre natürlich katastrophal für die Hagetmauer.
Im Moment rechne ich aber damit, dass der Plan gelingen wird und das Schicksal der Revolution dann in Band 3 entschieden wird. Vielleicht wird aber Hagetmau den Flammen geopfert, wie Nando es andeutet. Mal sehen...

Wie in den "Sieben Heere"-Büchern die Zahlen gehandhabt werden ist schon sehr auffällig, allerdings arbeitet Tobias ja allgemein gerne mit Zahlen, wenn ich das aus seinen anderen Büchern noch richtig im Kopf habe^^
Ich finde es in dieser Form sehr erfrischend zu lesen.

Das die Revolution jetzt noch abgebrochen werden kann...glaube ich ehrlich gesagt nicht. Die Leute werden nicht ihren eigenen Tod wählen, indem sie sich ergeben...schätze ich. Was man machen könnte, ist keine kapitulierenden Soldaren mehr zu erschießen, oder lebendig zu verbrennen. Andererseits hat die Grausamkeit der Hagetmauer ihnen bisher ihre Siege gesichert. Vermutlich wäre ich kein guter Revolutionskämpfer.

Offline Tobias O. Meißner

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Vermutlich wäre ich kein guter Revolutionskämpfer.

Wer wäre das schon?
Ein guter Revolutionskämpfer wird man wahrscheinlich dann, wenn man sehr persönlich motiviert ist. Siehe Clarde, die vor der Brandnacht gar kein Problem damit hatte, die Besatzer in ihrem Gasthaus zu bekochen, seit dem Tod ihres Sohnes jedoch zur Furie geworden ist und auch andere mitreißt.
So entsteht ein Schneeballeffekt, denn je mehr Kämpfe es gibt, desto mehr Menschen werden ganz persönlich von diesen Kämpfen betroffen sein.
 
:haue:: Tobias


Offline Thorsten Nalazek

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Die Kämpfe werden nun zahlenmäßig größer und unberechenbarer, in Demarsan gibt es den ersten "Collateral Damage", Unschuldige werden versehentlich getötet und erste Truppenteile agieren auf einmal auf eigene Faust und nicht nach Plan, worüber Sinion gar nicht erfreut ist. Ausgerechnet in seiner Einheit läuft schließlich in Sabarzan alles aus dem Ruder, der Angriff verläuft chaotisch und geht fast ins Auge. Aber Sinion nimmt eine Entwicklung, wie viele im Kriegsrausch Voranschreitende, nach erstem Entsetzen und Zorn geht er in eine weiterstürmende "Das-passiert-eben-in-einem-Krieg"-Haltung über. Die Verrohung nimmt weiter zu, der akitanische Hauptmann Guyteron lässt nafarroanische Soldaren bei lebendigem Leib in der Ratshalle von Loubouer verbrennen.  :o :krank: Varlie wird dabei zur Mitläuferin, lässt trotz schwerer Zweifel alles geschehen, könnte in fiktiven Kriegsverbrecherprozessen hinterher nicht einmal das klassische "Davon habe ich nichts gewusst!" anbringen. Die brachiale Zahnradmechanik des Krieges beginnt bei jedem einzelnen Hagetmauer samt ihren Verbündeten unaufhaltsam ineinanderzugreifen. Umso zwiespältiger mutet da später Baresins nachdrückliche Aussage gegenüber Clarde, als die auch Folter gegenüber dem gefangengenommenen Coronar Scobarde zur Informationsbeschaffung ins Spiel bringt, an, dass er auf keinen Fall Kriegsverbrechen begehen will. Denn dafür ist es längst zu spät.  :angst:

Nicht zu unterschätzen finde ich aber auch Sinions dunkle Vorahnung, dass es noch zu amourösen Verwicklungen oder gar Scharmützeln in den eigenen Reihen um Varlie kommen könnte, bei der Vielzahl ihrer Verehrer. Das mag sehr destabilisierend auf die Truppe wirken, wenn die Führenden sich untereinander in die Haare geraten, und Liebe macht da ja bekanntlich blind für alles andere.  :herz: >:D

Dennoch nimmt die Hagetmauer Befreiungsfront ein weiteres Dorf nach dem anderen ein, und man fragt sich, wie dieses bisher so handzahme nafarroanische Heer es überhaupt schaffen konnte, ganz Akitanien scheinbar ohne allzu große Scharmützel zu erobern, zuletzt ja sogar die Hauptstadt Pararis zur Kapitulation trieb. Da waren die Akitanier offenbar anfangs einfach zu verschnarcht.  ;D Völlig überrascht von der Tatsache, dass eine Besatzung ihres Territoriums überhaupt von jemandem in Angriff genommen wird. Als alte Unke suche ich ja schon überall nach dem unsichtbaren Damoklesschwert, das über den Hagetmauern und ihren Verbündeten kreist, bereit, todbringend niederzufahren und alles ins Rutschen zu bringen. Womöglich könnte es sich in der Person des nafarroanischen Coronars Nando Alarcoa abzeichnen, der mir der erste nafarroanische Offizier zu sein scheint, der mit mehr Grips und Strategieverstand an die Sache herangeht. Man sollte nicht den Fehler begehen, ihn aufgrund seiner Flucht aus Demarsan als vernachlässigbaren Schlappschwanz anzusehen.  :tststs: Auf den gilt es zu achten...

Mahnend:  :belehren:
Thorsten

 

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