Autor Thema: 01 - Anfang bis Kapitel 11 (bis Seite 68)  (Gelesen 716 mal)

Offline Heimfinderin

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Hallo liebe Leserunde,     

hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Sieben Heere. Revolution" und ich begrüße alle Teilnehmer und ganz besonders Tobias O. Meissner, der uns hier begleiten wird. Schön, dass du wieder mit dabei bist!  :-* 

Bitte lest Euch nochmals die Informationen zu Leserunden und auch die neuen Ausführungen zur Netiquette durch!

Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.

Vermeidet bitte auch reine Inhaltsangaben, wir lesen alle das gleiche Buch.  ;)

Es wäre zudem sehr schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Faustregel: nicht mehr als einen Abschnitt pro Tag.

Hier könnt Ihr vom Anfang bis Seite 68 schreiben.
Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

Ich wünsche uns  nun allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!!!   :winken:

Liebe Grüße
Heimfinderin
Liebe Grüße
Barbara

Offline starone

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Hallo und guten Tag liebe Mitleser und lieber Tobias O. Meissner,

ich komme einfach nicht umhin, erst einmal das Cover zu loben.

Es ist echt ein Hingucker gerne auch als Eyecatcher bezeichnet, finde ich. 
Alles wirkt so plastisch und real man könnte fast meinen, der Mann im vollem Galopp auf dem Pferd überwindet sein Coverbegrenzung und steht plötzlich bei mir zum Beispiel im Wohnzimmer oder?

So real wirkt alles. Wobei ich zumindest für mich festgestellt habe, es könnte durchaus der gleiche Mann wie auf dem Cover von 2015 sein oder?

Nur wer ist dieser, gutaussehende Reiter nur? Baresin, Sinion,  Tautun oder Clarde?  Irgendwie will mir bei den Männern von Hagetmau so recht keine Verbindung aufkommen.

So das soll es erst einmal von mir gewesen sein....guten Start ins lange Wochenende.

LG..starone...




Offline Tobias O. Meißner

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Hallo, liebe Leserunde, und hallo Vorreiterin Starone,

der Mann auf den Titelbildern sieht aus wie Baresin (von dem ja mehrmals gesagt wird, dass er gut aussehend (und schick frisiert ;)) ist), hat aber die Attitüde von Tautun.

Es handelt sich also bei ihm um ein Fantasy-Mischwesen, das für die revolutionäre Bewegung, die von Hagetmau ausgeht, steht, ohne gleichzeitig "jemand Bestimmtes" zu sein.
Ich finde diese Idee des Verlags sehr gelungen, weil tatsächlich im Laufe der Trilogie lange gar nicht klar ist, wer eigentlich die "Hauptrolle" spielt. Es geht ja mehr um eine Gemeinschaftsanstrengung als um einen Einzelnen. Deshalb ist der "Krieger" auf den Titelbildern genauso symbolisch zu verstehen wie die Schwerter, die wie Grabkreuze im Boden stecken, und hier auf dem zweiten Band die rote Flagge, die für "Revolution" steht.

(Man beachte das rotgetränkte "Panoramabild", wenn man die Cover beide aufklappt.)


 :elefant:: Tobias

Offline starone

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Hallo, liebe Leserunde, und hallo Vorreiterin Starone,

der Mann auf den Titelbildern sieht aus wie Baresin (von dem ja mehrmals gesagt wird, dass er gut aussehend (und schick frisiert ;)) ist), hat aber die Attitüde von Tautun.

Es handelt sich also bei ihm um ein Fantasy-Mischwesen, das für die revolutionäre Bewegung, die von Hagetmau ausgeht, steht, ohne gleichzeitig "jemand Bestimmtes" zu sein.
Ich finde diese Idee des Verlags sehr gelungen, weil tatsächlich im Laufe der Trilogie lange gar nicht klar ist, wer eigentlich die "Hauptrolle" spielt. Es geht ja mehr um eine Gemeinschaftsanstrengung als um einen Einzelnen. Deshalb ist der "Krieger" auf den Titelbildern genauso symbolisch zu verstehen wie die Schwerter, die wie Grabkreuze im Boden stecken, und hier auf dem zweiten Band die rote Flagge, die für "Revolution" steht.

(Man beachte das rotgetränkte "Panoramabild", wenn man die Cover beide aufklappt.)


 :elefant:: Tobias


Hallo lieber Tobias,

Danke für die Info dazu....dann ist das zumindest mal erklärt.
Hm, aber ich glaube, dass beim rotgetränktem Panoramabild dann die Symbolik ihr abruptes Ende finden wird.

Zumal die Hagetmauer mit ihrer Tuen wirklich viel Blut vergossen haben.  Und mir zumindest die Rückseite mit dem Klapptext  schon mal eine Art Hinweis gibt...das es durchaus auch sehr einsam sein könnte, wenn man sich als Revoluzzer outet.



« Letzte Änderung: 29. April 2017, 10:59:52 von starone »

Offline Tobias O. Meißner

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Titelbild und Ausklapp-Panorama sind ganz klar Vorher-Nachher... 

erst:   :barbar:
dann:   :autsch:
Tobias

Offline odenwaldcollies

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Lieber Tobias, liebe Mitleser,

ich habe mich gestern ebenfalls auf den Weg nach Hagetmau gemacht. Bei meinem schlechten Namensgedächtnis hatte ich ja ein wenig die Befürchtung, dass ich nicht mehr weiß, wer wer ist, aber als ich die ersten Namen gelesen habe, habe ich mich schlagartig und sofort an die jeweilige Geschichte hinter dem Charakter erinnert und da das Buch nahtlos an das Ende des ersten Buches anschließt, war auch die Handlung direkt wieder gegenwärtig. Als ob ich den ersten Band erst vor ein paar Tagen aus der Hand gelegt hätte - das ist mir in der Form noch nie passiert.

Lediglich bei Rauthne hat mich meine Erinnerung im Stich gelassen, bei ihr dachte ich, dass sie im ersten Band gestorben wäre, und nicht nur Mardein.

In jedem Fall war ich bereits nach dem ersten Kapitel wieder voll im Buch angekommen  8) Und ich bin natürlich gespannt, ob die Hagetmauer ihren lokalen Aufstand zu einem Flächenbrand für die ganze Region ausdehnen können und wie sie dabei vorankommen. Irgendwann werden auch sie mit Verlusten konfrontiert werden, bisher sind sie mehr als glimpflich davongekommen.

Die Umschlagsgestaltung gefällt mir auch diesmal wieder sehr gut, das Rot in der Innenklappen steht für mich symbolisch für das viele Blut, welches die Hagetmauer zu vergießen bereit sind.

Dem verwundeten Capitar gelingt es tatsächlich noch, Meldung zu erstatten. Nun müssen sich die Aufständischen wirklich beeilen, um genügend Leute zusammenzubekommen, wenn sie gegen die Naffaroaner weiterhin bestehen wollen. Immerhin gibt es immer noch über 6000 Soldaren, die ihnen entgegenstehen. Klar, die Soldaren sind auf die Dörfer verteilt, aber auch die Rebellen können die befreiten Dörfer nicht schutzlos zurücklassen, um den Naffaroanern eine Rückeroberung schwer zu machen.

In Hagetmau werden wir direkt in die blutige Realität katapultiert - die Szenen sind wieder so bildgewaltig beschrieben, wie wir das von Tobias gewöhnt sind  :daumen:

Die Befreiung Momuys läuft wieder so glatt, wie es die Hagetmauer bisher auch schon gewöhnt sind: rein - draufhauen - raus, ohne eigene Verluste oder großartige Verletzungen.

Die Beschreibungen, wie sich die Rebellen durch das Dorf schleichen und die Dorfbewohner sie nur beobachten, ohne für oder gegen sie einzugreifen, sind absolut realistisch beschrieben. Für die Bewohner, die erst seit kürzlichen zwangsweise naffaroanisch wurden, muss es irrealer Anblick sein, dass plötzlich Landsleute bewaffnet durch ihr Dorf laufen. Sie werden sich fragen, was haben sie genau vor? Weil es aber ihre eigenen Leute sind, werden sie ihnen auch eher nicht in den Rücken fallen und Alarm schlagen.

Sinion beginnt wieder, verstärkt zu stottern. Außerdem verliert er allmählich den Überblick, je mehr Erfolg sie haben, für die weitere Planung benötigt er mehr Zeit. Ich glaube, wir haben schon im ersten Band darüber diskutiert, wie sich Sinion schlagen wird, wenn seine strategischen Planung deutlich größere Dimensionen annehmen werden, weil sie über Hagetmau hinausgehen. Ich habe das Gefühl, dass ihn genau diese Situation zunehmend verunsichern wird, auch weil er über immer mehr Rebellen befehligen muss, was eine Kommunikation mit ihnen voraussetzt, die ihm wiederum gar nicht liegt. Es fängt ja jetzt schon an, dass bei der überschaubaren Zahl an Rebellen der Einzelne sich nicht mehr an seine Befehle hält und es im Moment des Kampfes unübersichtlich wird. Der Druck wird immer stärker auf ihn werden und ich bin gespannt, ob Sinion ihm standhalten wird.

Nendlèce scheint von den Ereignissen völlig überrollt zu werden, da sie bei den Kampfhandlungen nicht anwesend war. Bei ihr bin ich mir auch nicht sicher, ob sie sich mittel- und langfristig wieder berappeln wird oder ob sie dem ganzen Wahnsinn irgendwann den Rücken zudreht.

Dass die Rebellen in den befreiten Dörfern nach möglichen Gryphen Ausschau hätten halten können, daran habe ich auch nicht gedacht. Eine Gryphenarmee wäre schon ein großer Vorteil für die Rebellen, wenn sie sie denn beherrschen können.

Varlie ist nach wie vor eine meiner Lieblingsfiguren, auch wenn sie mich am Anfang des ersten Bandes eher genervt hat  ;D Aber sie reflektiert immer wieder das Geschehen, die Vergangenheit und was die Zukunft bringen wird - im Gegensatz zu Tautun, der im Hier und Jetzt lebt und einfach so vielen Soldaren wie möglich den Tod bringen will.

Ja, die Grenze, an der es kein Zurück mehr gibt, wurde von den Hagetmauern endgültig überschritten, spätestens nach dem Tod der 140 Soldaren, der sich wirklich nicht mehr vertuschen lässt. Den Akitaniern bleibt nichts anderes übrig, als dem Weg zu folgen, den sie beschritten haben, denn ein Zurück oder eine Kapitulation bedeutet den sicheren Tod für alle Hagetmauer. Die Frage ist nur, wie groß der Rückhalt der Bewohner in den befreiten Dörfern sein wird: werden sich genügend Kämpfer finden lassen oder werden die Skeptiker überwiegen, die Hagetmaus Kampf nicht zu ihrem machen wollen? Und welchen Einfluss dabei die Byrghern haben werden. In Cazalis war es ja etwas grotesk, dass es dem Byrgher hauptsächlich um die kaputten Fenster ging. Hat er überhaupt begriffen, was in seinem Dorf vorging und welche Folgen das haben wird?
Anders in Maylis, da steht der Byrgher durch seine Misshandlung voll hinter den Rebellen.

Spannend fand ich, dass Varlie nicht von Tautuns Seite weichen will, weil er ihr Fixpunkt in dem ganzen Chaos ist. Wie würde sie weitermachen, wenn Tautun nicht mehr leben würde? Wäre sie dann ebenso von Rache erfüllt wie Clarde? So ganz mit dem Herzen scheint sie jetzt auch schon nicht mehr dabei zu sein, aber es gibt kein Zurück mehr. Und ja, wollen die Rebellen alle 7000 Soldaren töten? Irgendwann werden sie sich dieser Frage stellen müssen - außer Tautun, für den es eh keine Alternative zum Tod der Soldaren gibt.

Varlie ist aber auch wichtig für die Rebellen, weil sie in brenzligen Situationen, in denen das Chaos die Oberhand zu gewinnen droht und in denen Sinion wie gelähmt ist, die richtigen Entscheidungen trifft.

Die Befreiung von Cazalis ging nicht ganz so glatt wie in Momuy, Sinion muss erkennen, dass sich die Möglichkeiten, was alles schiefgehen kann, mit jedem Dorf erhöhen.

Über das Wiedersehen mit Escradin habe ich mich gefreut, vor allem, dass er noch lebte. Er hat die Hagetmauer also nicht sich selber überlassen, sondern geriet vielmehr in Gefangenschaft und konnte deswegen nicht rechtzeitig in Hagetmau sein. 

In Maylis eskaliert die Situation: warum haben die Soldaren Alarm geschlagen? War das eine reine Vorsichtsmaßnahme oder wissen sie tatsächlich schon durch Generar Gwaum Bescheid? Immerhin sind schon ein paar Stunden vergangen und Generar Gwaum könnte entsprechende Warnungen weitergeleitet haben. Nun bin ich gespannt, was die Rebellen in Doazit erwarten wird, nachdem die Feuerglocke so weit zu hören ist. Von Dorf zu Dorf nehmen die Probleme zu.

Ich bin zwar kein Freund von Tautuns Haudrauf-Mentalität, aber bei dem Satz "Tautun, ebenfalls geschwächt und an der Helmbarte festhängend wie eine Puppe, starb vor ihren Augen einen kläglichen, quälenden Tod." hat es mich eiskalt durchzuckt; ich dachte nur, jetzt schon verlieren sie Tautun? Denn egal, wie man zu ihm steht, aber er hat die entscheidende Rolle an dem bisherigen Erfolg der Rebellen eingenommen und ich hoffe trotz allem für die Rebellen, dass ihr Widerstand am Ende Erfolg haben wird. Daher war ich dann auch erleichtert, als Tautun überlebt, auch wenn er nur noch mit einem Streithammer kämpfen kann. Aber wer weiß, evtl. kann Inrorac wirklich diese Lücke füllen.

Jetzt spekuliere ich mal wieder über die Erfolgsaussichten der Rebellen: im ersten Buch war ich mehr als skeptisch, dass die Hagetmauer langfristig Erfolg haben werden. Nachdem sie mich aber dermaßen überrascht haben, halte ich inzwischen alles für möglich, auch wenn sie noch einer Übermacht gegenüberstehen und die Schwierigkeiten immer mehr werden. Allerdings macht mir Sinions zunehmende Unsicherheit Sorge, wenn er mit seinen brillanten strategischen Ideen ins Stocken kommt, wer wird seine Rolle einnehmen können?

Und Varlies Überlegungen, dass die Naffaroaner immer mehr Soldaren nachschicken können, selbst, wenn sie einen Soldaren nach dem anderen töten, ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings: wenn es den Akitaniern wirklich mittelfristig gelingen sollte, den bisher durchgängigen naffaroanischen Korridor von Naffaroa nach Pararis, welches immer noch nicht eingenommen ist, zu durchbrechen, wären die naffaroanischen Soldaren zwischen Akitanien und Pararis abgeschnitten und könnten dann evtl. in die Zange genommen und aufgerieben werden. Dann wiederum könnten die nördlichen Truppen Akitanien gegen die eigentliche naffaroanische Grenze zur Hilfe kommen.
Liebe Grüße
Karin

Offline odenwaldcollies

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der Mann auf den Titelbildern sieht aus wie Baresin (von dem ja mehrmals gesagt wird, dass er gut aussehend (und schick frisiert ;)) ist), hat aber die Attitüde von Tautun.

Es handelt sich also bei ihm um ein Fantasy-Mischwesen, das für die revolutionäre Bewegung, die von Hagetmau ausgeht, steht, ohne gleichzeitig "jemand Bestimmtes" zu sein.
Ich finde diese Idee des Verlags sehr gelungen, weil tatsächlich im Laufe der Trilogie lange gar nicht klar ist, wer eigentlich die "Hauptrolle" spielt. Es geht ja mehr um eine Gemeinschaftsanstrengung als um einen Einzelnen. Deshalb ist der "Krieger" auf den Titelbildern genauso symbolisch zu verstehen wie die Schwerter, die wie Grabkreuze im Boden stecken, und hier auf dem zweiten Band die rote Flagge, die für "Revolution" steht.

(Man beachte das rotgetränkte "Panoramabild", wenn man die Cover beide aufklappt.)

Ich finde es auch gelungen, zumal Teile des Reiter auch etwas verwischt bleiben und man somit wirklich niemanden konkret zuordnen kann. Ich würde auch sagen, er hält keinen Streithammer in der Hand, was gegen Tautun spricht. Das mit dem Mischwesen, der alle Hauptfiguren in sich vereint, finde ich gut, denn auch ich habe gestern darüber gerätselt, wer alles zur Titelfigur passen könnte und ja, irgendwie hat er von jedem etwas.

Dass es sich um eine Gemeinschaftsanstrengung und nicht um eine individuelle Leistung handelt, kam bisher auch sehr gut rüber - bereits auch hier wieder im ersten Abschnitt, so dass man sich fragt, was geschehen wird, wenn einer dieser Hauptfiguren ausfällt, wer wird oder kann ihre Rolle einnehmen und wie wird sich das auf das Schlachtenglück auswirken.
Liebe Grüße
Karin

Offline starone

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Lieber Tobias, liebe Mitleser,

ich habe mich gestern ebenfalls auf den Weg nach Hagetmau gemacht. Bei meinem schlechten Namensgedächtnis hatte ich ja ein wenig die Befürchtung, dass ich nicht mehr weiß, wer wer ist, aber als ich die ersten Namen gelesen habe, habe ich mich schlagartig und sofort an die jeweilige Geschichte hinter dem Charakter erinnert und da das Buch nahtlos an das Ende des ersten Buches anschließt, war auch die Handlung direkt wieder gegenwärtig. Als ob ich den ersten Band erst vor ein paar Tagen aus der Hand gelegt hätte - das ist mir in der Form noch nie passiert.

Stimmt, ich finde ...man kommt im Roman an,  als ob man nie weggewesen wäre.
Liegt zu großem Teil sicherlich an dieser "irren Thematik "
« Letzte Änderung: 30. April 2017, 13:01:05 von starone »

Offline starone

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Ziemlich beeindruckend die erste Szene mit dem Gryph und seines Capitar und deren beides Ende oder?

Und wir lernen dann Generar Gwaum eine andere Art von Kriegsführer kennen. Mit seiner Theaterbühne als Hauptsitz kennen....wie der sich in Szene setzt ist schon interessant oder?

Und ich denke mir, aus dieser Richtung könnte es wirklich mal irgendwann bedrohlich für die Hagetmauer werden.

Irgendwie befinden sich die Hagetmauerer in einem Art von Wahn oder? Denn schnell wird doch entschlossen man muss andere Dörfer befreien und sich nicht auf dem Erfolg ausruhen.

Doch es gibt auch die ängstlichen wie Hernyet die  auf einem Dach ausharrt und kein Interesse daran zeigt  eine, neue Aufgabe als Anführerin der Befreiungsschützentruppe zu besetzen. Stelle ich schon etwas lustig so vor.

Sonst gibt es aber wenig lustiges, denn Rauthne muss um ihre Macht als Byrgherin bangen, denn ihr Sohn Baresin möchte nicht mehr als zweites Glied in der Kette stehen.
Besonders da er ja zu den Machern der Bereifung zählt. Und die Byrgherin trauert auch um ihren alten nun toten Weggefährten Mardein.

Schade für sie, denn mir gefallen ihre Gedankengänge, die im Roman immer wieder auftauchen zu den Ereignissen vergangenden und zukünftiger Vorhaben sehr.

Mit einer Kleinigkeit hat es begonnen und jetzt brennt alles...

Aber irgendwie ist ihre Zeit als Byrgherin abgelaufen und es weht ein, anderer Wind nun in Hagetmau . Mal schauen, ob sie damit klar kommt.

Offline starone

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Irgendwie macht mich diese Hemmungslosigkeit im Verhalten der Personen um Sinion ziemlich sprachlos. Gefangene ...nein Danke.

Außerdem geht ein Wandel zum Beispiel mit Sinion von Statten vom Stotterer, den man in der Gemeinschaft eigentlich nicht richtig ernst nahm...hin zum Führer und Leiter.

Tautum wiederum kann endlich seine Hau-Rauf-Manieren in positive Bahnen für die Gemeinschaft lenken. Und auch Schönling Baresin bekommt mehr Selbstbewusstsein durch den Kampf.

Cazalis  und sein Byrgher sind jetzt mal eine lustige Abwechslung auf der Ruhmesstraße von Sinion & Co oder?

Der gute Mann wirft Sinion doch tatsächlich Sachbeschädigung vor.

Wie doof müssen unsere heldenhaften Befreier geschaut haben. Trotzdem dürfen und müssen sie so eine Beschuldigung ernst nehmen und laden dazu dann die Tochter des Byrgher nach Hagetmau ein. Zur endgültigen Klärung der Lage.

Irgendwie versucht sich jetzt Hagetmau damit  einen Art kleinen Hauptstadt Bonus zu verschaffen oder?

Und so will Hagetmau jetzt sich als Mittelpunkt/Hauptschlagader im Gefüge der anderen befreiten Dörfer darstellen oder? Ob das auf Dauer gut geht frage ich mich da jetzt schon mal..

Offline Heimfinderin

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So, mal gespannt, wann mein Buch ankommt.... Habe mir gestern jetzt einfach das e-Book geladen (mein Reader spinnt zwar bzw. das Akku, vielleicht sollte ich mir doch mal ein neues Gerät kaufen  ::) ) und habe den ersten Abschnitt nun auch gelesen.

Mir ging es genau wie odenwaldcollies, ich war auch sofort wieder in der Geschichte drin, als hätte ich das Buch erst zur Seite gelegt. Auch mit den Namen ging es mir so, ich hatte gleich zu jedem einzelnen die Geschichte parat. Echt erstaunlich nach so langer Pause!!!

Auch die Stimmung der Geschichte hat mich gleich wieder voll erwischt. Diese grausige Situation und das so hemmungslose und gnadenlose Verhalten beim Abschlachten der Feinde. Mich gruselt es regelrecht (wieder),  wie konsequent das Trüppchen von Dorf zu Dorf marschiert und einen Soldaren nach dem anderen mit Pfeilen spickt oder sonstwie abschlachtet. Klar liest man solche Szenen in Geschichten, in denen Schlachten und Kämpfe vorkommen, aber da sind das Soldaten oder sonstige Kämpfer, die schreiend ins Kampfgetümmel rennen und die Gegner niedermetzeln und solche Szenen sind meist "emotional spannungsgeladen". Hier sind es aber einfache  Menschen, die kurz vorher noch  nicht an so etwas gedacht haben und gehen so kaltblütig und geplant vor, als wäre es ihre Berufung und die Szenen erscheinen fast emotionslos. Diese so seltsame Stimmung ist hier jedenfalls sofort wieder greifbar und irgendwie entsetzlich. Mir tut es richtig weg, das zu beobachten, obwohl oder weil es so "regungslos" ist. Es ist echt wieder toll beschrieben!

Nendlèce ist hier für mich momentan der einzige "Anker", der mich irgendwie an der "emotionalen Hand" nimmt, um das mal so zu beschreiben. Ihr kurzer verstörter und erschrockener Moment war so menschlich und "normal" und ich hatte so ein bisschen das Gefühl, als müsste ich mich an die Figur klammern, um Halt in der Geschichte zu bekommen. Das hört sich blöd an, wenn ich das gerade so schreibe, aber so in der Art fühlt es sich für mich an. Auch die Lehrerin auf dem Dach war mir irgendwie nah, ich hätte  mich gerne eine Weile zu ihr gestzt.  ;D

Varlie ist mir auch immer noch sympathisch und sie macht sich ja auch zunehmend Sorgen um die Situation und auch um Tautun. Aber gleichzeitig denkt sie auch darüber nach, wie sie sich an die Tötungen gewöhnt und auch an den Geruch des Todes. Bei ihr habe ich so das Gefühl, dass sie einerseits, wenn sie (nüchtern) darüber nachdenkt, zweifelt und sich sorgt, aber andererseits im Rausch des Kampfes auch an dem Moment Gefallen findet. Ähnlich wie bei Rauschmitteln, die man vom Verstand her ablehnt, aber z. B. nach dem zweiten Glas Alkohol das (Gefühl) auch nicht mehr so schlecht findet. Bei ihr bin ich sehr gespannt, wie sich ihre Gedanken und ihre Handlungen im Laufe der Befreiungsaktionen noch entwickeln.

Bei ihrem Gedanken: "als hätten Verrückte aus einer Laune heraus beschlossen, etwas Undurchführbares zu tun, und kamen damit durch, weil niemand sie ernst nahm"  wurde mir jedenfalls schlecht, denn so wurde ja in unserer Welt in der Vergangenheit schon viel Unheil möglich, aber bis heute gelernt wurde daraus nicht so viel, wie es scheint.

Sinion beginnt wieder, verstärkt zu stottern. Außerdem verliert er allmählich den Überblick, je mehr Erfolg sie haben, für die weitere Planung benötigt er mehr Zeit. Ich glaube, wir haben schon im ersten Band darüber diskutiert, wie sich Sinion schlagen wird, wenn seine strategischen Planung deutlich größere Dimensionen annehmen werden, weil sie über Hagetmau hinausgehen. Ich habe das Gefühl, dass ihn genau diese Situation zunehmend verunsichern wird, auch weil er über immer mehr Rebellen befehligen muss, was eine Kommunikation mit ihnen voraussetzt, die ihm wiederum gar nicht liegt. Es fängt ja jetzt schon an, dass bei der überschaubaren Zahl an Rebellen der Einzelne sich nicht mehr an seine Befehle hält und es im Moment des Kampfes unübersichtlich wird. Der Druck wird immer stärker auf ihn werden und ich bin gespannt, ob Sinion ihm standhalten wird.

Ja, das ist mir auch aufgefallen. Sinion macht den Eindruck, als würde er wieder "zurückfallen". Es geht alles zu schnell für ihn und das überfordert ihn, bzw. verunsichert ihn wieder, weil ihm die Zeit zum Nachdenken fehlt. Und Zeit gibt es eben im akuten Kampf nicht viel und schon entgleitet ihm einiges und er wird von Tautuns Tatendrang überrannt. Ich glaube, er hatte noch nicht genug Zeit, sich wirklich Respekt zu verschaffen. Das ist ja für alle eine völlig neue Situation und die "Kämpfer" sind euphorisch und hatten bisher keine Verluste. Wenn dann ein Sinion nicht  mal ordentlich Befehle schreien kann, macht eben jeder was er will.  ;D  Ich bin gespannt, was passiert, wenn sie Verluste machen. Wenn die Euphorie und das Gefühl der Unbesiegbarkeit bei ihren Befreiungsaktionen Risse bekommen. Über Tautun bin ich ja auch sehr erschrocken, aber selbst er lebt noch. Wie sollen sie bisher auf den Gedanken kommen, sie könnten selbst (wieder) geschlagen werden? Was machen sie, wenn es erste Tote in ihrer Gruppe gibt? Ich fürchte, Sinion wird nicht zur starken Führerfigur werden, auch wenn er ein guter Stratege ist. Zeitdruck und emotionaler Druck machen ihn doch eher stumm, und das könnte fatal sein, wenn in entscheidenden Momenten keine zielweisenden oder eben auch aufrichtende Worte aus ihm rauskommen. Hier hat ja Tautun schon mal übernommen, wenn Sinion sprachlos oder regungsunfähig war (z. B. bei den Anschuldigungen gegen Sinion bzgl. der zerstörten Fenster). Im Prinzip ergänzen die beiden sich gut, aber verlassen würde ich mich darauf nicht.  ;)

Nun bin ich jedenfalls sehr gespannt, was im nächsten Dorf passiert und wie sich die neue Figur des Jungen so einspielt, der die Truppe nun neu begleitet.
Liebe Grüße
Barbara

Offline Tobias O. Meißner

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Woah, so lange Postings!
Odenwaldcollies, du hast ja fast mehr geschrieben als ich in meinem Buch!  :)

Ich danke euch, dass ihr mir bestätigt, dass man gut wieder ins Buch reinfindet. Wie gesagt wollte ich ja versuchen, es ohne "Was bisher geschah"-Prolog zu schaffen, weil ich immer glaube, wenn man alles genau genug beschreibt, kann man die vielleicht verschütteten Erinnerungen wieder freilegen. Oftmals habe ich bei Büchern das Gefühl, den Lesern wird alles viel zu sehr vorgekaut. Nein, Leser sind intelligente Menschen, die finden sich besser zurecht, als viele glauben.  8)

@odenwaldcollies: Tolle Analyse zu Tautun als Varlies Fixpunkt, und wie man taktisch die nafarroanischen Truppen im Land "abschneiden" könnte!
@starone: Tolle Analyse mit dem "Hauptstadtbonus"!
@Heimfinderin: Tolle Analyse mit dem "zweiten Glas Alkohol"!

hier seht ihr mich beim Lesen eurer Beiträge:  :banane:
Tobias


Offline odenwaldcollies

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Stimmt, ich finde ...man kommt im Roman an,  als ob man nie weggewesen wäre.
Liegt zu großem Teil sicherlich an dieser "irren Thematik "

Da hast du recht, das Potenzial, welches der Roman zum Spekulieren bietet, ist enorm, so dass man sich besonders intensiv mit der Thematik auseinandersetzt.

Und so will Hagetmau jetzt sich als Mittelpunkt/Hauptschlagader im Gefüge der anderen befreiten Dörfer darstellen oder? Ob das auf Dauer gut geht frage ich mich da jetzt schon mal..

Darauf bin ich auch gespannt, ob das nicht irgendwann zu Konflikten führen wird. Vielleicht nicht in der ersten Phase, in der die Gefahr durch die Naffaroaner allgegenwärtig ist, aber wenn sich die Lage etwas beruhigen sollte, gibt das sicherlich Interessenkonflikte.

Liebe Grüße
Karin

Offline odenwaldcollies

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Diese so seltsame Stimmung ist hier jedenfalls sofort wieder greifbar und irgendwie entsetzlich. Mir tut es richtig weg, das zu beobachten, obwohl oder weil es so "regungslos" ist. Es ist echt wieder toll beschrieben!

So ging es mir im ersten Band ebenfalls, dass mich das Tun der Hagetmauer ziemlich entsetzt hat. Aber jetzt im zweiten Teil muss ich zugeben, dass ich es aus größerer Distanz beobachte, wahrscheinlich weil sich das Ganze beinahe zu einem Selbstläufer entwickelt, von dem es kein Zurück mehr gibt. Ich glaube, mir gefiel Varlie deshalb im ersten Abschnitt so gut, weil ich mich mit ihr im Moment am ehesten identifizieren kann: die grausigen Taten lasse ich nicht mehr so nah an mich ran, vielmehr bin ich gespannt, wie sich das alles weiterentwickeln wird. Ich lasse mich, wie sie, von der Handlung treiben, weil man nichts mehr dagegen tun kann. Was nicht heißt, dass ich immer noch fassungslos bin, wie es so weit hat kommen können - aber ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine.

Nendlèce ist hier für mich momentan der einzige "Anker", der mich irgendwie an der "emotionalen Hand" nimmt, um das mal so zu beschreiben. Ihr kurzer verstörter und erschrockener Moment war so menschlich und "normal" und ich hatte so ein bisschen das Gefühl, als müsste ich mich an die Figur klammern, um Halt in der Geschichte zu bekommen. Das hört sich blöd an, wenn ich das gerade so schreibe, aber so in der Art fühlt es sich für mich an. Auch die Lehrerin auf dem Dach war mir irgendwie nah, ich hätte  mich gerne eine Weile zu ihr gestzt.  ;D

Das hört sich gar nicht blöd an, mir ging es ja mit Varlie so. Und ja, bei Hernyet hätte ich mich am liebsten auch dazugesetzt, um dem ganzen Wahnsinn ein wenig entfliehen zu können.

Bei ihrem Gedanken: "als hätten Verrückte aus einer Laune heraus beschlossen, etwas Undurchführbares zu tun, und kamen damit durch, weil niemand sie ernst nahm"  wurde mir jedenfalls schlecht, denn so wurde ja in unserer Welt in der Vergangenheit schon viel Unheil möglich, aber bis heute gelernt wurde daraus nicht so viel, wie es scheint.

Ohja, den Satz fand ich auch sehr treffend.

Liebe Grüße
Karin

Offline odenwaldcollies

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Woah, so lange Postings!
Odenwaldcollies, du hast ja fast mehr geschrieben als ich in meinem Buch!  :)

Ich bin ja selbst erschrocken, wieviel ich geschrieben habe  :-[
Liebe Grüße
Karin

 

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