Autor Thema: 04 - Seite 289 bis 377 (einschließlich "Wenige Tage später")  (Gelesen 665 mal)

Offline gagamaus

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Lily ist wirklich sehr einsam und muss zugleich die Stütze für die gesamte Familie sein. Da tut es ihr gut, dass Cäcilie ihren Fehler erkennt und sich ihr wieder anschließt. Freundschaften sind ein Auf und Ab. Verzeihen ist eine große Geste, aber es hilft auch.

Das Auf und Ab bei Lily und Cäcilie empfinde ich als etwas anstrengend. Die beiden passen meiner Meinung nach, einfach nicht richtig zusammen. Aber vielleicht waren es auch die Männer, die sie wirklich getrennt haben.

Avila, deine Gedanken zu Franz teile ich. Ich denke, dass zu einer misslungenen Beziehung IMMER zwei gehören. Beide sind unter denkbar schlechten Voraussetzungen in diese Ehe gegangen. Aus Äußerlichkeiten die nicht für eine gute Ehe gereicht haben. Und Franz war immer das fünfte Rad am Wagen im Kaufhaus. Das empfinde ich aber auch immer wieder mal bei Jakob, der von seiner Frau schon etwas so behandelt wird, als hätte sie mehr Ahnung als er. Für Männer war so ein Zustand damals noch schwerer zu verkraften als heute.  ;)
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Der Tanz unseres Lebens - Noa C. Walker

Offline gagamaus

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Ja, ich bin nach wie vor ein wenig misstrauisch in Bezug auf Cäcilie, zweifle an ihr. An wem ich aber gar nicht zweifle, ist Gatte Rudolf! Ich halte ihn für ein verlogenes, gefährliches Subjekt ( man erinnere sich nur, wie er mit dem verblendeten Sepp umgegangen ist! ), für einen Wolf im Schafspelz, als er da der verdutzten Lily ( seine unerfüllte Liebe und wohl seine Schwachstelle ) um den Hals fällt. Das Schafsfell allerdings kann ihn keine Sekunde verdecken.... Mir schwant Böses für die kommenden Leseabschnitte, denn Rudolf ist genau der Typ, der zur Naziideologie passt!


Bei Cäcilie bin ich auch skeptisch. Ich traue ihr nicht zu, dass sie zu einer jüdischen Freundin hält, wenn es schwierig wird. Noch dazu mit diesem Ehemann der sicherlich zu den Nazis gehören wird.
:lesen:
Der Tanz unseres Lebens - Noa C. Walker

Offline Dani

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Ich muss nochmal auf Sepp zurück kommen. Ich kann seinen Selbstmord immer noch nicht verstehen - trotz der ganzen Ausführungen. Ich kann es so hinnehmen, dass er vom Krieg traumatisiert war und sich davon nie erholt hat. Dass das einen in die Depression und so in den Freitod bringen kann, kann ich auch hinnehmen, aber das Sepp niemanden mehr hatte, nachdem Rudolf sich von ihm losgesagt hat, finde ich überhaupt nicht. Er hatte ja auf jeden Fall noch Kontakt zu Benno und er hat auch wieder zu Hause gewohnt und ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass die Familie, vor allem eine Mutter und sein Onkel, nicht immer zu ihm gestanden hat. Egal, welchen Irrungen er auch mal hinterher geeilt ist. Er war nie alleine, er hatte immer Unterstützung und Leute, die ihn liebten um sich herum. Zumindest habe ich es so wahrgenommen und wenn man im nächsten Abschnitt sieht, wohin Sepps Tod noch führt, sehe ich das auch weiter nicht so.
Vielleicht hat er sich so entfremdet gefühlt von zu Hause, aber diese Gefühle sind bei mir als Leser nicht angekommen.
Für mich kam der Selbstmord von Sepp auch sehr plötzlich, aber bei deinen Sätzen gebe ich zu bedenken, dass ein selbstmord-gefährdeter Mensch nicht so denkt, nicht mehr so denken kann. Der "sieht" gar nicht, dass er durchaus eine Familie hat, die alles für ihn tun würde und für ihn da wäre, wenn er sie nur lassen würde.
Liebe Grüße
Dani

Offline Dani

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Bei Cäcilie bin ich auch skeptisch. Ich traue ihr nicht zu, dass sie zu einer jüdischen Freundin hält, wenn es schwierig wird. Noch dazu mit diesem Ehemann der sicherlich zu den Nazis gehören wird.
Einerseits habe ich mich sehr für Lilly gefreut, dass sie ihre Freundin wieder bekommt und in ihr nun so eine treue Stütze zu haben scheint. Aber wie meine Formulierung schon zeigt, ich bin mir nicht sicher, ob Cäcilie nun wirklich eine dauerhafte und verlässliche Freundin ist und bleiben wird.

Ich finde es bewundernswert, dass Lilly ihr wieder so vertraut, ich könnte es nicht, so wie Cäcilie sich verhalten hat.
Ich bin so ein Mensch, bei dem es viel braucht, bis es bei mir in einer Freundschaft vorbei ist, aber wenn es soweit ist, gibt es da bei mir auch kein Zurück mehr, zumindest nicht zu so einer richtigen 100%igen Freundschaft, da kann dann höchstens noch eine freundliche Bekanntschaft bestehen.
Liebe Grüße
Dani

Offline TochterAlice

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Ich kann Sepps Selbstmord nicht verstehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Passagen im Buch war diese sehr knapp abgehandelt.

Die Hintergründe zu Sepps Selbstmord hat Heidi oben sehr schön erklärt. Er fand nach dem Ersten Weltkrieg seinen Platz im Leben nicht mehr ( wenn er den überhaupt je gefunden hatte ), von seinem Idol Rudolf erhielt er eine Abfuhr nach der anderen... Und, was ich als den entscheidenden Grund ansehe - Sepp ist traumatisiert aus dem Krieg heim gekommen. Und außer seinem Bruder Benno hat niemand wirklich versucht, ihm zu helfen. Damals wusste man wohl auch gar nicht, wie so eine Hilfe aussehen könnte. Benno hatte Ideen, aber Sepp lehnte ihn ja ab, wollte gerade seine Hilfe nicht. Und nach Sepps Selbstmord ( mit Veronal ) war Benno ganz am Boden zerstört, denn er gab sich selbst, wie ich das verstehe, eine gehörige Portion Mitschuld am Tod seines Bruders...
Doch, ich finde, da wurde durchaus genug gesagt. Man konnte Sepps Niedergang, seine wachsende Verzweiflung, über viele Seiten mitverfolgen.... Und ahnen, dass es mit ihm kein gutes Ende nehmen würde!
Ich poste meinen Eindruck meist (so auch diesmal), bevor ich die Ausführungen anderer (auch Heidis) dazu lese, denn ich denke, es ist auch interessant, was ich ohne Zusatzinfo bzw. weitere Eindrücke von dem Gelesenen halte.
Ich bin also bei meinem Post wirklich nur von dem ausgegangen, was im Buch dazu steht und zwar bis zu ebendem Zeitpunkt und das wäre für mich nicht unbedingt klar gewesen, ich fand, da wurde ein bisschen zu wenig rundherum gesagt - ich bin da gar nicht der Ansicht, dass der Niedergang schon lange vorauszusehen war.

Gut, Sepp war definitiv eine sehr extreme Persönlichkeit (irgendwie ist das Buch aber voll damit, finde ich), aber es hätte in beide Richtungen gehen können. Es hätte ja zunächst auch mal einen atemberaubenden Aufschwung geben können, bevor er einbricht - wenn er sich nicht so durchgewurschelt hätte. Durch den Stammbaum wusste man ja schon von Beginn an von seinem frühen Tod, ich war aber im Vorfeld eher davon ausgegangen, dass dieser mit seiner Krankheit bzw. den Folgen der Kriegsverletzungen zu tun hatte.

Natürlich zeigt sich hier wieder unterschwellig der böse Geist der Familie Waikersheim: hier hatte Rudolf definitiv seine Finger im Spiel, sein Vater war - so habe ich es empfunden - federführend bei der Zerrüttung der Freundschaft von Alois und Jacob. Die schwirren wie eine Horde schwarzer Ritter durch das Buch. Ich hoffe nur, dass Paul - der ja im Moment einen sehr guten Eindruck macht - nicht auch noch in die Richtung ausschlägt!
« Letzte Änderung: 19. Mai 2017, 15:59:10 von TochterAlice »

Offline gagamaus

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An dieser Stelle ist mir der Zeitraffer dann etwas zu schnell. ..


Ganz ehrlich, mich stören die Zeitsprünge auch etwas. Ich bin prinzipiel kein Fan von Zeitsprüngen. Vor allem nicht, wenn es doch recht häufig vorkommt. Klar war mir bewusst, dass hier von mehrere Generationen einer Familie erzählt wird. Aber ich finde irgendwie nicht den richtigen Zugang zu den Personen weil die Handlung so komprimiert rüber kommt und immer wieder Jahre nur durch Beschreibungen aber nicht durch wirkliche Aktionen vorkommen. Das ist sicherlich ein ganz persönliches Empfinden aber ich möchte es dennoch nicht verschweigen, denn es stört meine Lesemotivation leider.
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Der Tanz unseres Lebens - Noa C. Walker

Offline TochterAlice

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Bei Cäcilie bin ich auch skeptisch. Ich traue ihr nicht zu, dass sie zu einer jüdischen Freundin hält, wenn es schwierig wird. Noch dazu mit diesem Ehemann der sicherlich zu den Nazis gehören wird.
Ich bin fast sicher, dass sie sich distanzieren wird und Rudi sowieso, ich bin nur gespannt, wie Paul reagiert. Wird er wirklich auf der Seite der Hirschvogls - wie es momentan aussieht - bleiben? Bei so einem jungen Menschen kann man das schwer voraussehen, aber es bedarf natürlich einer enormen Willenskraft, Stärke, Mut und auch Eigensinn, um das durchzustehen. Kann ich noch nicht sagen, ob das alles in ausreichendem Maße vorhanden ist.

Offline TochterAlice

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An dieser Stelle ist mir der Zeitraffer dann etwas zu schnell. ..


Ganz ehrlich, mich stören die Zeitsprünge auch etwas. Ich bin prinzipiel kein Fan von Zeitsprüngen. Vor allem nicht, wenn es doch recht häufig vorkommt. Klar war mir bewusst, dass hier von mehrere Generationen einer Familie erzählt wird. Aber ich finde irgendwie nicht den richtigen Zugang zu den Personen weil die Handlung so komprimiert rüber kommt und immer wieder Jahre nur durch Beschreibungen aber nicht durch wirkliche Aktionen vorkommen. Das ist sicherlich ein ganz persönliches Empfinden aber ich möchte es dennoch nicht verschweigen, denn es stört meine Lesemotivation leider.
Ich schließe mich Euch an - ich finde, hier fehlen Infos zu mehreren richtig interessanten Punkten, die auch im Buch eigentlich durchaus von Belang sind. Dadurch ergeben sich für mich Lücken. In den Büchern von Heidi, die ich bisher gelesen habe, war das bislang noch nicht der Fall - vielleicht empfinden wir das hier so aufgrund der vielen Protagonisten, es ist ja nicht nur Lily, die im Fokus steht, sondern es sind eine ganze Reihe mehr Figuren und natürlich kann man nicht über alle im Detail erzählen. Aber es wäre doch so spannend  :sabber:

Offline gagamaus

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Ja, ich denke auch, dass die vielen Personen ihr übriges dazu tun. Und einige wichtige Dinge - für die Charakterentwicklung der Darsteller - passieren einfach ohne uns.  :(
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Der Tanz unseres Lebens - Noa C. Walker

Offline Dani

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Mich haben die Zeitsprünge teilweise auch ein bisschen unvorbereitet getroffen, das war dann so ein leichter "Huch-Effekt" beim Lesen, vor allem, weil ich dazu neige, Überschriften von Abschnitten und Kapiteln zu überlesen  :-[
Liebe Grüße
Dani

Offline Heidi Rehn

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Die Zeitsprünge haben mir selbst sehr viel Kopfzerbrechen bereitet, aber wie soll man eine solche Familiengeschichte anders erzählen als im Überspringen einzelner Jahre? Das erfordert ein gründliches Abwägen, was wichtig ist und was im Zeitraffer erzählt wird. Und da scheiden sich naturgemäß die Geister. Wenn ich anfange zu schreiben, habe ich den groben Ablauf der Geschichte im Kopf. Ich wähle mir Zäsuren, die ich für entscheidend halte, um den Gang der Geschichte plausibel zu machen. Das ist meine Geschichte, das sind meine Figuren, die das erleben. Natürlich muss ich als Autorin dann abwägen, ob das so rüberkommt oder nicht, und ich muss versuchen, meine Entscheidung für euch Leser plausibel zu machen. Das kann ich aber immer nur von meinem Standpunkt aus. Wenn ich eure Einschätzungen lese, dann gibt es hier bei manchen Dingen Übereinstimmungen, bei manchen nicht. Andere Leser schreiben wieder anderes, äußern wieder andere Erwartungen. Das ist alles immer sehr spannend für mich zu lesen und ich versuche es nachzuvollziehen. Zugleich aber bleibt es doch meine Geschichte, die ich da rüberbringen will, und die hat da und dort aus bestimmten Gründen eben diese Sprünge und lässt manches im Vagen und Unerzählt, deutet an, will Freiräume zum Weiterdenken bieten und euch an anderen Stellen wieder konkret in die Handlung ziehen.
Bei meinen anderen Romanen waren die Zeitsprünge - abgesehen von der "Wundärztin" - wesentlich enger beieinander, weil sich die Handlung auf weitaus kürzere Zeiträume bezog. Und dort waren naturgemäß auch weniger Figuren und Generationen versammelt.

Sehr schön fand ich TochterAlices Bezeichnung "schwarze Ritter" für die Familie Waikersheim. Das trifft es voll und ganz! Sie sind der Schatten, der über allem dräut... Gerade an Sepp wird es deutlich. Natürlich hat er einen starken Rückhalt in der Familie. Thea, Jacob, Benno und Lily würden alles für ihn tun. Aber das will er gar nicht. Er weist sie immer wieder zurück. Er will in anderen Kreisen Unterstützung finden und scheitert dabei auf ganzer Linie. Hinzu kommen seine Kriegserfahrungen, die ihn gefangen halten...
@Tochter Alice: Ich finde es gut und sehr aufschlussreich, dass Du Deine Eindrücke direkt nach dem Lesen hier schilderst, bevor Du alles andere an Erklärungen liest. Genau so soll es sein. Nur so wird klar, was wie beim Lesen ankommt. Das finde ich für mich sehr spannend. Andererseits ist es auch sehr interessant, wie verschieden die Leseeindrücke sind. Was dem einen klar auf der Hand liegt, ist dem anderen zu vage. Genau deshalb tauschen wir uns hier doch aus!

Zu Franz: Er ist der unglückliche Zweitgeborene seiner Familie, noch dazu nicht eben mit Talent fürs Geschäft, egal ob Bank oder Kaufhaus, gesegnet. Er wird regelrecht nach London abgeschoben und fasst auch da nicht richtig Fuß. Was ihm aber liegt, ist, Frauen mit seinem Charme zu beeindrucken. Und nicht nur Frauen, wie man an Jacob sieht. Für den ist er die Lösung des Problems, das Kaufhaus an Lily weiterzugeben, ohne sein Gesicht zu verlieren. Er sieht, welche Wirkung Franz auf Lily hat, und schon ist er zufrieden. Franz mag die Heirat auch als das große Glück betrachten und bestimmt versucht er auch voller guten Willens erst einmal, sich da einzurichten. Dann aber brechen "alte Gewohnheiten" wieder auf. Gerade ein solches Kaufhaus, das der Sehnsuchtsort aller Frauen ist, ist für ihn eine Versuchung - und das auf vielen Ebenen. Nur fehlt ihm letztlich auch da wieder das Talent, das alles erfolgreich anzugehen. ;D

Irmingard war mir anfangs auch nicht sympathisch, aber wie alle Figuren hat sie ein Eigenleben entwickelt. In meinen anderen Romanen habe ich schon oft gezeigt, dass jeder eine zweite Chance verdient. So auch Irmingard. Nach dem Tod der Mutter (die übrigens eine Seele von Mensch war, nur war Irmingard wohl damit überfordert, sie zu versorgen, weil das ihr Leben so eingeschränkt hat) blüht sie auf und als sie dann noch am Genfer See die Bekanntschaft mit ihrem späteren Mann macht, ist ihr Glück gemacht.

@Gagamaus: du hast erwähnt, gerade ein Buch über Juden in Italien in derselben Zeit gelesen zu haben. Das würde mich interessieren. Magst Du mir den Titel bitte verraten? Danke!
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Offline kessi69

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Bis jetzt haben mich die Zeitsprünge noch gar nicht gestört. Nun, wo ich eure Beiträge gelesen habe, habe ich noch mal nachgedacht, bin aber zum selben Resultat gekommen......es stört mich nicht.
Das es ja über mehrere Generationen berichtet, ließ sich das wohl nicht anders machen, ansonsten wäre es eventuell eine Trilogie geworden. Das einzige ist, das ich gerne mehr  von der Zeit des zweiten Weltkriegs lesen würde.
Du gehst nicht fort, du wechselst nur die Räume, du bist bei uns und gehst durch unsere Träume.


„Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne“
– Jean Paul

Offline Dani

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Ich finde es eigentlich gerade gut, dass die Kriegsjahre ausgespart werden. Es gibt so viele Bücher, die in genau diesen Jahren spielen oder da zumindest den Schwerpunkt haben. Da finde ich es gerade interessant, wenn die Geschichte hier praktisch nur vor/nach/zwischen den Kriegen spielt.
Liebe Grüße
Dani

Offline gagamaus

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@Gagamaus: du hast erwähnt, gerade ein Buch über Juden in Italien in derselben Zeit gelesen zu haben. Das würde mich interessieren. Magst Du mir den Titel bitte verraten? Danke!

Aber klar. "Die Sommer die wir hatten" von Louisa Young. Ist zwar das dritte Buch in einer Reihe aber wie die Vorgänger sehr empfehlenswert. Und es geht in einem der Hauptstränge um eine italienische Judenfamilie, deren Oberhaupt ein leidenschaftlicher Anhänger des Duce ist und nicht glauben will, dass ihm und seiner Familie Gefahr droht. Übrigens auch Juden, die ihren Glauben kaum noch praktizieren.
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Der Tanz unseres Lebens - Noa C. Walker

Offline Marlene

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Ich habe mir nur den Kommentar von Heidi erstmal durch gelesen. Sonst schreibe ich auch erst meine eigenen Gedanken zum Abschnitt und lese dann eure Eindrücke.
So wird sich jetzt bestimmt einiges was schon besprochen wurde wiederholen.
Ich fand es sehr traurig das sich Jacob und Alois nicht mehr aussprechen konnten. Oder hätte das sowieso nicht geklappt? Toll fand ich die Szene zwischen Paul und Jacob auf dem Friedhof. Kinder kennen eben keinen Hass und sagen immer die Wahrheit. Genauso sollten sich eigentlich auch alle Erwachsenen benehmen.
Natürlich kommen die Zeitsprünge jetzt sehr schnell und man muss sich manchmal ein bisschen orientieren und sich einige Personen wieder in Erinnerung rufen. Mir hat dabei der Stammbaum und einige Klebezettel im Buch sehr geholfen. Klebezettel mit Notizen zum jeweiligen Kapitel. Ist vielleicht etwas extrem aber hilft mir sehr. Ist bei Stephen King z.B. lebensnotwendig  ;D
Was etwas untergegangen ist, ist das Dilemma mit Franz und seiner Spielsucht. Wie konnte es denn geklärt werden das er die Bücher gefälscht hat?

Das Sepp sich das Leben genommen hat fand ich sehr traurig und das Thea daran zerbricht schnürt mir noch mehr die Kehle zu. Aber das eigene Kind zu verlieren stelle ich mir furchtbar vor. Es kam auch niemand an ihn heran. Ich glaube nach den vielen Jahren der Abhängigkeit und Krankheit wollte Sepp ausbrechen und Anerkennung erfahren. Das hat er leider nicht gefunden.

 

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