Autor Thema: 03 - Seite 175 bis 262 (Kapitel 13 - 18)  (Gelesen 684 mal)

Offline Rhea

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Ich weiß nicht, warum ich immer anders denke. Ich bin richtig wütend, wenn ich höre wie sie sich über die Bestien aufregen, die den Freund gefressen haben. Sie greifen ohne jeden Grund die Mutter an und der Sohn verteidigt sie. Ich hasse die Menschen für diese Grausamkeit und dann noch den Drachen verantwortlich machen! Mörderbande!
Wie kann man auf der einen Seite die Schönheit des Wolkenmeeres genießen und andererseits nur Tod bringen. Jagen die Vogelmenschen auch ohne Grund? Oder eher wie Indianer die Büffel?
Ich wünsche immernoch, dass Lian eine andere Sicht auf die Drachen bekommt und das was Menschen mit ihnen machen.

Ansonsten finde ich die Szenen auch gut beschrieben. Ich frage mich aber, ob die Bestrafung des Kapitäns wegen des verlorenen Kampfes ist ( sie haben ihn ja nicht verloren) sondern weil sein Wahn und Hass einen Menschen das Leben gekostet hat.
Für Canso musste der Tod kommen, denn ich hätte ungern seine Enttäuschung erlebt, wenn er zurückkommt und seine Angebetete längst verheiratet ist. Übrigens, warum macht sich Lian Vorwürfe, er hat doch versucht, den Freund davon abzuhalten. Der hatte seine eigene Motivation.
Ist hanon'ka verwundet oder tot? Oder war er nur ausgelaugt?
Die Waffe hatte Lian doch fallen gelassen, als er instinktiv nach den Klauen gegriffen hat, oder? Wird diese jetzt den Hass des Kapitäns übernehmen?
Da Lian die Hauptfigur ist, müsste er auf jedenfalls wieder zu Adaron stoßen. Ich bin gespannt wie. Vermutlich werden ihm sein Wissen und Können als Kristallschleifer helfen? Seinen Mut bewundere ich ja. Ich spiele zwar WoW, aber ich würde vor Angst sterben in einigen Gebieten und dann noch allein.
Komisch fühlt es sich an immer vom Meeresgrund zu lesen, ohne dass Wasser eine Rolle spielt.
« Letzte Änderung: 17. August 2017, 09:08:07 von Rhea »

Offline Dani

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Klar ist Jagd grausam. Die Parallelen zur Waljagd in unserer Realität sind ja auch deutlich.
Dennoch ist in der Wolkenjäger-Welt nun mal eine ganze Industrie auf Basis der Drachen entstanden und die muss bedient werden. Immerhin scheinen sie ja alles zu verwerten und nicht nur zum Spaß zu töten!
Ob sie damit dann irgendwann die Drachen ausrotten und sich somit selbst den Ast absägen, bleibt abzuwarten.
Oder ob sie vorher darauf kommen, dass es auch andere Alternativen geben könnte als diese Tiere zu töten.

Liebe Grüße
Dani

Offline CallaHeart

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Ich glaube auch nicht, dass die Drachenjagd in dem Buch schon so komerziell ist, dass bestimmte Drachenarten wirklich in Gefahr sind. Es sind ja doch relativ wenige Drachenjäger unterwegs und außerdem gibt es ja auch noch die Schonzeiten.

Offline Bernd Perplies

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Oh, in Skargakar wird die Drachenjagd schon sehr "professionell" betrieben (ich will nicht industriell sagen, weil ich damit Fabriken und Dampfmaschinen verbinde). Aber sie haben mehrere Schlachthöfe, Verarbeitungsbetriebe für Rüstungen, Tinkturen, Fleisch etc. Und natürlich gibt es die Jäger.

Witzigerweise war die Kampfszene tatsächlich so ambivalent gedacht, dass man sich unklar sein soll, wer gut und wer böse ist. Denn ja, am Ende verteidigt der Sohn hier seine Mutter, so wie Lian seinen Vater gegen Casran verteidigte. (Und beide scheitern, töten aber einen Feind. Gut, der Drachen-Hanon'ka fehlt hier - Pech für den Sohn.)

Offline Doscho

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Klar ist Jagd grausam. Die Parallelen zur Waljagd in unserer Realität sind ja auch deutlich.
Dennoch ist in der Wolkenjäger-Welt nun mal eine ganze Industrie auf Basis der Drachen entstanden und die muss bedient werden. Immerhin scheinen sie ja alles zu verwerten und nicht nur zum Spaß zu töten!

Also, Corantha würde ich schon unterstellen, dass sie zum Spaß tötet... Ansonsten finden sich die unterschiedlichsten Motivationen und gerade das finde ich toll gemacht. Adaron aus Hass/Zorn/Liebe über den Tod hinaus. Auch die Stelle 177f. finde ich dazu recht wichtig. Manchen geht es ums Geld. Für manche scheint die Drachenjagd aber auch eher nebensächlich und sie genießen die Schönheit des Wolkenmeeres und sind eher auf ein Abenteuer aus. Hier denke ich auch an das Gespräch zwischen Lian und Adaron, denn das Genießen ist Adaron völlig abhanden gekommen, für ihn ist das Meer ja eher ein selbst auferlegtes Gefängnis. Auf der Nebelkönigin war er noch ganz anders drauf, wenn ihr euch noch einmal den Anfang anschaut...
Also nein, ich würde nicht sagen, dass purer Spaß am Töten der Antrieb der Mannschaft ist. Bei manchen vielleicht. Aber nicht bei allen.

Lian steht bei mir übrigens so zwischen den Stühlen. Einerseits denke ich, ihm gefällt die Drachenjagd des Abenteuers wegen, ich meine, er hat es sich immer gewünscht und jetzt bekommt er es. Aber er hat eben auch Angst und zeigt das auch deutlich...
Hier wird gesubt und gesammelt! :)

Offline Marada

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Abgesehen davon merken sich die Drachentöter der Carryola ja jeden einzelnen gejagten Drachen indem sie sich einen Strich einritzen. Das spricht für mich auch nicht für den Spaß am Töten, sonst bräuchten sie ja keine Erinnerung. Klar könnte es auch reine Selbstbeweihräucherung sein, damit sie cool sind, aber dafür Schmerz auf sich zu nehmen? Ich glaube da gebe es wie bei anderen Kapitänen/Jägern andere Möglichkeiten zB Trophäen.

Bei Corantha bin ich mir aber auch nicht sicher, wobei sie ja selbst einen Drachen als Gefährten hat und im Sturm ja sogar an seiner Seite geblieben ist. Wenn sie Drachen also nicht schätzen würde, wäre sie wohl unter Deck gegangen oder an einen sicheren Ort.
"Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen"

(c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

Offline CallaHeart

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Ich glaube, das mit dem Strich in die Haut ritzen ist schon ein wichtiges Ritual bei den Drachenjägern. So haben sie ihren Erfolg immer bei sich und können ihn nicht ablegen oder verlieren.
Dasselbe bei uns - warum lässt man sich tätowieren und hängt sich nicht einfach eine Kette mit dem Motiv um? ;)

Offline Bernd Perplies

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Zitat
Bei Corantha bin ich mir aber auch nicht sicher, wobei sie ja selbst einen Drachen als Gefährten hat und im Sturm ja sogar an seiner Seite geblieben ist. Wenn sie Drachen also nicht schätzen würde, wäre sie wohl unter Deck gegangen oder an einen sicheren Ort.
Corantha ist definitiv ein Raubtier, genau wie ihr Drache ein Raubdrache ist. Die suchen bloß nach dem stärksten Gegner, um sie an ihm zu beweisen. Und weil Orks, Untote oder Schwarze Ritter einfach keine Herausforderung mehr sind, fahren sie jetzt halt auf Wolkenmeer.

Offline TippendeTastatur

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Lian hat es also wirklich geschafft seinen ersten Drachen zu erlegen. Das Einweihungsritual mittels Tätowierung findet dann auch gleich statt. Natürlich von der Drachenlady ausgeführt  ;) 

Das Gespräch in Adarons Kabine hat mir sehr gut gefallen. Als der Kapitän Lian fragt, was er sieht beim Blick aus dem Fenster, wird deutlich wie wenig von Adaraons Emotionen geblieben sind, wie sehr der Durst nach Rache sein Handeln und Empfinden beeinflusst. Das wurde hier sehr schön deutlich gemacht.

Canzo..... Ich kann es nicht fassen, hatte mich so an den netten Kerl gewöhnt.... :'( Lian kann einem schon leid tun....
Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

Offline TippendeTastatur

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Kapitän Adaron verwahrt die Skeletthand seiner Liebsten! Das ist schon ein wenig schaurig! Ihm gegenüber tritt Lian sehr selbstbewußt auf:

"Kapitän, zeigt mir die Große Echse, die ich für Euch töten soll, und ich werde es tun" S. 188

Gut, dass Adaron die Hand noch hat, war irgendwo logisch, trotzdem gebe ich dir recht, ein wenig gruselig und fanatisch ist das schon...
Ja, Lian war selbstbewusst, aber andererseits: Was hätte er sonst groß sagen sollen? Ein "Nee, Kapitän, tut mir leid, ich pack das nicht, ich trau mich nicht." hätte Adaron nie akzeptiert...

Das mit der skelettierten Hand und dem Amulett fand ich auch gruselig  :o  Aber es macht auch hier wieder deutlich, wie sehr Adaraon an der Vergangenheit festhält, wie schlecht er loslassen kann.....sowas zerfrisst einen....ob Adaron je seinen Frieden machen wird?
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Offline Pina

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Mein erster Eindruck:

Aha! Ein Schiff!
Ich dachte schon, dass Lian früher oder später auf einen mehr oder weniger freundlich gesinnten Drachen stoßen würde oder dass der Vogelmensch oder die Drachenreiterin vom Schiff ihn irgendwie aufstpüren würden - evtl. auch mit der Hilfe vom Drachenspeer (der durch Glühen anzeigt, dass er noch lebt) und Hanon'ka.

Der Meeresgrund ist ja mal spannend. Wenn auch durchgehend feucht, schleimig und ungemütlich ;)
Rohes Fleisch zu essen fand ich eher weniger spannend.

Was ich nicht ganz verstehe, warum sich Lian wieder erst einmal persönlich angegriffen fühlt, weil er zunächst einmal annimmt, man möchte mit ihm über das Unglück von Canzo sprechen. Es ist ja nicht so, als wäre irgendjemand an Bord des Schiffes mal wirklich unfreundlich auf persönlicher Basis geworden und dennoch läuten bei ihm gleich mal alle Alarmglocken - versteh ich nicht. Soweit ist jeder Charakter ihm gegenüber rücksichtsvoll und im Falle des Kochs sogar fürsorglich...
Aber das Schöne an seinem Charakter ist, dass er nicht unfehlbar ist - es wird erwähnt, dass ihm der lange Marsch von Natur aus Probleme macht (wäre da nicht der Kampf, der Absturz, Hunger und Müdigkeit schon gewesen), weil er langes Laufen einfach mal nicht gewohnt ist. Das war mir spontan sympathisch.
Vielleicht auch einfach nur, weil ich mich damit gleich mal identifizieren konnte  :plapper:

Es hat mich zunächst stutzig gemacht, dass die Vogelmenschen Blasinstrumente einfach so spielen konnten. Die Schnabel, die bei den Drachen erwähnt wurden, hatte ich mit diesem Volk assoziiert, später fiel mir dann aber auf, dass Lippen auch zum Sprechen unglaublich praktisch sind und dann wurde es auch schon erwähnt, dass sie Lippen haben.

Der Adaron-Charakter ist konstant. Ruhig und gleichzeitig getrieben, umsichtig.
Warum er sich dann unbedingt vor aller Augen geißeln lässt, war mir ein Rätsel. Es erschien mir nicht so, als bräuchte die Mannschaft noch mehr Ansporn für eine erfolgreiche Jagd und es erschien wirklich JEDEM unangenehm zu sein. Das fühlte sich für mich eher so an, als wurde dieses kleine Detail einfach nochmal in die Geschichte mit reingeschmissen, um ihn als noch verbissener darzustellen.

Sehr angenehm fand ich zunächst, dass Canzo noch ein bisschen mehr Persönlichkeit zugesprochen wurde - nur um ihn dann sterben zu lassen!  >:(
Lians Reaktion darauf schien heftiger zu sein als die Reaktion auf den unnützen Tod seines Vaters. Aber das war wahrscheinlich wichtig, um die Aufmerksamkeit auf den Speer zu lenken.

Alles in allem ist es immer noch sehr angenehm zu lesen. Ich erkenne hier und da weitere Elemente aus anderen Geschichten, aber es ist recht unaufdringlich.

Offline Pina

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Seltsamerweise fand ich die Skeletthand nicht gruselig. Ich habe mir die Darstellung mit dem Amulett sogar als recht schön vorgestellt - und ganz ehrlich, ohne die Hand wäre das Schmuckstück doch nicht wirklich aufgefallen.

Im Sturm habe ich es so aufgefasst, dass Hanon'ka von einem Drachen angegriffen oder vor diesem in Deckung gehen musste. Das hat dann den Zauber unterbrochen.

Mir gefällt auch sehr, wie die Drachenjagd beschrieben wird. Gerade eben weil Bernd hier offen lässt, wer die böse Seite ist und ob es diese im Kampf überhaupt gibt. Ich teile den Eindruck von vielen von euch, dass die Motive auf der Carryola (danke, Kursivschrift!) vielseitig sind und selbst Adaron nehme ich nicht als bösartig oder gar blutrünstig wahr.

Die Geschehnisse in der Vogelmenschensiedlung fand ich auch sehr schön. Man hat einen guten Eindruck bekommen ohne sich gleich seitenweise Erklärungen hingeben zu müssen, wie was funktioniert oder aussieht. Den Tanz habe ich mir ganz zauberhaft vorgestellt  :flirt:

Offline CallaHeart

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Aber das Schöne an seinem Charakter ist, dass er nicht unfehlbar ist - es wird erwähnt, dass ihm der lange Marsch von Natur aus Probleme macht (wäre da nicht der Kampf, der Absturz, Hunger und Müdigkeit schon gewesen), weil er langes Laufen einfach mal nicht gewohnt ist. Das war mir spontan sympathisch.

Mir ist Lian dort am Grund des Meers auch sympathisch geworden. Als er aufgeben wollte, aber dann daran gedacht hat, dass alle seine Freunde kämpfend gestorben sind, hat mir dieser Beweggrund richtig gut gefallen.
Vor allem, da von diesen niemand mehr lebt, für die er kämpfen müsste, aber er sich trotzdem durchbeißt! Das fand ich beeindruckend! :klatschen:

Offline CallaHeart

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Die Skeletthand fand ich dann auch nicht mehr soo schlimm. Klar ist es verrückt von Adaron, so etwas aufzuheben, aber so ist er eben. :D
Und mit dem Amulett...irgendwie war es dann schon ein schaurig-schönes Bild. :-[

Offline Doscho

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Der Adaron-Charakter ist konstant. Ruhig und gleichzeitig getrieben, umsichtig.
Warum er sich dann unbedingt vor aller Augen geißeln lässt, war mir ein Rätsel. Es erschien mir nicht so, als bräuchte die Mannschaft noch mehr Ansporn für eine erfolgreiche Jagd und es erschien wirklich JEDEM unangenehm zu sein. Das fühlte sich für mich eher so an, als wurde dieses kleine Detail einfach nochmal in die Geschichte mit reingeschmissen, um ihn als noch verbissener darzustellen.

Da kommt, finde ich, die manische Seite Adarons durch. Er macht sich für jegliches Scheitern seiner Mannschaft verantwortlich, selbst, wenn er keine Schuld trägt. Er ist einmal an Garganthuan gescheitert und es sollte ihm kein weiteres Mal passieren, an einem Drachen zu scheitern. Falls doch, muss er sich bestrafen. Klar ist das unverständlich, aber wenn man sich in Adarons Charakter hineinzudenken versucht, kann man es wenigstens nachvollziehen...
Hier wird gesubt und gesammelt! :)

 

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