Autor Thema: 04 - Seite 239 bis 314 (einschließlich Kapitel 12)  (Gelesen 607 mal)

Offline Dreamworx

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Die Zeit muß trotzdem noch sehr schwer gewesen sein, daß es gab nur wenig zu essen. Zum Glück schickt Carl Schubert ab und zu ein Paket an Molly. Wir, in unserer Zeit des Überflusses, können gar nicht nachvollziehen wie es ist, ständig Hunger zu haben!

Carl Schubert ist einer meiner stillen Helden in diesem Buch. Er hat sich seine Menschlichkeit bewahrt, obwohl er selbst so viel erleiden musste. Und der Versand von Paketen mit kleinen Leckereien war bestimmt auch für ihn nicht leicht zusammenzustellen.

Auch die Ärztin, die sich nach Evas Fehlgeburt im neuen Lager gekümmert hat, wirkte zwar hart, hatte aber Mitgefühl.
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"Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
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Offline Dreamworx

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Mit den Tagebuchaufzeichnungen von Simons Großvater bekommen wir vielleicht einen besseren Blick auf die Familie Bentele. Brauchte Großvater Bentele die ganzen Zinnfiguren, um seine Vergangenheit aufzuarbeiten?

Ich vermute eher, dass er im Geheimen so manche Schlacht nachgespielt hat, die er nicht mehr erleben durfte. Wahrscheinlich war er in seinem Herzen immer ein Nazi und musste dies nun geheim halten, wo doch viele verfolgt wurden.
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Offline Dreamworx

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Und Molly hat sich in den Lagerarzt verliebt. Die beiden wollen zusammen arbeiten. Ich kann verstehen, dass Eva das nicht gefällt, hat sie doch mit Molly als Hilfe beim Kinderhüten gerechnet. Aber sie kann sie doch nicht ganz vereinnahmen. Molly hat schließlich auch ein eigenes Leben.

Evas Reaktion auf Carls Eröffnung fand ich auch völlig überzogen und daneben. Kein Wunder, dass Molly Angst hatte, es ihr persönlich zu sagen. Den Streit mit Molly fand ich sogar noch schlimmer, da hat Eva bei mir so einige Punkte verloren, weil sie so selbstsüchtig war. Wieso sollte Molly kein Recht auf Glück haben? Und dann zu meinen, die Beziehung zwischen Jan und ihr wäre ja was anderes - wieso das denn?
Ich kann allerdings Evas Ängste nachvollziehen, doch sie hätte mehr Verständnis für ihre Freundin aufbringen sollen, die sie bisher nie im Stich gelassen hat.

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In den Kommentaren zu den vorhergehenden Abschnitten wurde immer einmal die von mir geteilte Vermutung geäußert, dass Hermann Bentele jener Blonde sein könnte, der sich bei dem Massaker in Lidice mit so großem Eifer an den Morden beteiligt hat. Inzwischen ist das mehr als nur eine Annahme, denn die Hinweise darauf verdichten sich hier im vierten Abschnitt!
Diese Zinnsoldatensammlung inklusive der Figuren, die zusammen ein ganzes Dorf ausmachen und die sich der alte Bentele für teures Geld extra anfertigen ließ, ist gruselig - und scheint unsren Verdacht zu bestätigen.

Auch ich teile diese Ansicht inzwischen, zu Beginn war mir das einfach noch nicht so deutlich zu erkennen. Ich finde es ebenfalls mehr als spooky, sich solch eine Sammlung zusammenzustellen.
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Leni ist offensichtlich dermaßen traumatisiert, dass sie sich nicht an ihre Zeit vor Eva erinnern kann. Aber dann brechen Bruchstücke hervor: sie beschreibt den Großvater als weißhaarig und deutet an, dass er Akkordeon gespielt hat.

Soldaten, Häuser eines Dorfes, Landbevölkerung, Flammen - all das sind Teile der Zinnsammlung, die Hermann Bentele extra hat anfertigen lassen und die er nicht einmal seiner Familie zeigen wollte.

Liebe Grüße
Tabea

Ich hatte mir schon überlegt, was Bentele wohl mit diesen Sachen wollte. Doch du hast wohl - vermute ich mal - den richtigen Riecher, bist auf die richtige Idee gekommen, denn das könnte sein....

Es passiert  so  viel  in diesem  Abschnitt  und alles  ist  so eindringlich  und sprachlich  sehr  berührend  erzählt. Schon lange  ist  mir  eine  Romanhandlung  nicht  mehr  so ans  Herz  gegangen wie  diese.
Nun aber  zu  dem  alten Bentele -  ich  denke  auch, dass  er  in  Lidice  dabei  war  und diese  merkwürdige  Sammlung, die  er sich  extra  hat anfertigen  lassen, lässt  darauf  schließen, dass  er  die  Bilder  nicht  aus  dem  Kopf  bekommt.  Es  mag  sein, dass  es  für  ihn eine  Möglichkeit  der Verarbeitung  war, die  Szenen  mit  den  Figuren nachzustellen  wie  auf  einer  Theaterbühne  und  den Geschehnissen  damit ihre Endgültigkeit  zu nehmen. 
Auch  Marlene  hat  noch  Bilder  aus  ihrer  frühen  Kindheit  in ihrer  Erinnerung  und  in ihren  Träumen. Das   Bild  des   Großvater, ihre  Liebe   zu  den  Tieren, ihre Sprache -  das  sind  alles Hinweise  auf  ihre Erlebnisse, bevor  sie  Eva getroffen hat.

Ich bin auch sehr gespannt, ob Marlene inzwischen alle Puzzleteile zusammengesetzt hat und ihre Abneigung gegenüber Bentele daher rührt, dass ihr die Vergangenheit mittlerweile wieder präsent ist.
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Offline Brigitte

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Was für ein schönes Kompliment: "alles so eindringlich erzählt" ... genau das wollte ich ... mit dieser Geschichte ganz tief in eure Herzen dringen ...

alles Liebe von Brigitte

Noch kurz zu dir, liebe Lerchie: sei nicht zu bös mit Marlene, sie hat so vieles hinter sich ... und ohne diesen Panzer, den sie sich zugelegt hat, hätte sie nicht überleben können ...
aber er wird nicht standhalten, die Liebe ist zu groß   :-*
« Letzte Änderung: 01. September 2017, 18:16:28 von Brigitte »

Offline Lerchie

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@Brigitte

Ich bin nicht böse mit Marlene. Ich denke dass sie so geworden ist, weil sie ganz einfach zu viel Schlimmes erlebt hat.
Liebe Grüße
Lerchie

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Offline Brigitte

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Ganz genau, liebe Lerchie, so ist es ...
alles Liebe von Brigitte

Offline Dreamworx

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Was für ein schönes Kompliment: "alles so eindringlich erzählt" ... genau das wollte ich ... mit dieser Geschichte ganz tief in eure Herzen dringen ...

alles Liebe von Brigitte

Noch kurz zu dir, liebe Lerchie: sei nicht zu bös mit Marlene, sie hat so vieles hinter sich ... und ohne diesen Panzer, den sie sich zugelegt hat, hätte sie nicht überleben können ...
aber er wird nicht standhalten, die Liebe ist zu groß   :-*

Hier muss ich die liebe Lerchie in Schutz nehmen, da ich es war, die bisher kein so großer Fan von Marlene war... :-[
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Offline SABO

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Nane wurde ja von Simon richtig geködert, im Nachlass seines Großvaters taucht auch ihre Großmutter auf. Das Netz verdichtet sich langsam.
Ich frage mich, hat Simon keine Angst, alles vor Nane auszubreiten, das sein Großvater kein Menschenfreund war hatte er sich ja fast schon gedacht, aber fällt nicht alles auch auf seine Familie zurück? Wer weiß, was Opa ausgeheckt hat..
Die Kiste mit den Zinnsoldaten:
Das war der Zeitpunkt an dem ich den alten Bentele in Verdacht hatte, mehr zu wissen, als was er vorgab, eine schwere Schuld auf sich geladen zu haben. Darauf gebracht hat mich Nane, als sie sagte, das wäre ja ein ganzes Dorf und das Flammenstyling erwähnt wurde.
Das war das brennende Lidice!
Ich war mal in Kulmbach auf der Plassenburg, hinter Schaukästen lauter originalgetreue dargestellte Schlachten, mit Zinnsoldaten.
So muss es gewesen sein. Der Alte hat eine Menge Geld darin investiert. Hat er das Gemetzel immer und immer wieder aufgebaut?
Als Therapie? Um sich zu quälen? Altlasten in Zinn..
Ein genialer Hinweis!
Ich glaube in einem früheren Abschnitt wurde Bentele schon verdächtigt, war das reine Intuition oder habe ich den entsprechenden Hinweis tatsächlich überlesen?
« Letzte Änderung: 03. September 2017, 20:53:10 von SABO »

Offline Klusi

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Das Kapitel hat mich richtig mitgenommen. Was Eva, Molly und Lene erlebt haben, ging ganz schön an die Substanz, sowohl körperlich als auch seelisch. In ihrer neuen "Heimat" wird das Leben rein vom Materiellen regiert, wenn man Vogel ansieht. Dass Eva mit dem Schnapsbrennen quasi eine "Waffe" gegen Vogels Zudringlichkeit erhalten hat, gefällt mir gut. Molly hat mir leid getan, denn Eva war sehr ungerecht zu ihr. So vieles hat ihre Freundin für sie getan und war immer für sie da, aber als sie sich in Carl verliebt, reagiert Eva dermaßen bissig. Dr. Carl Schubert als "Augenklappenträger" zu bezeichnen, ist schon gemein, wenn man bedenkt, was der Mann durchgestanden hat. Naja, man muss ihr zugute halten, dass sie es nicht leicht hatte, so dass die Nerven schon blank liegen, aber Molly und alle anderen ja auch nicht!
Bei der Hellwich hört die Freundlichkeit auf, wenn es um ihre Bequemlichkeit und Ruhe geht. Damals hatte Lene also auch bereits Albträume, in denen Feuer vorkommt. Ich sehe da auch eine Verbindung zu Lidice.
Lidice ist direkt eine Überleitung zu dem alten Bentele mit seiner Zinnfigurensammlung. Wobei es ja nicht einfach nur Zinnfiguren sind, sondern es werden ja damit ganze Szenen dargestellt, ein Dorf im Feuer. Die Erklärung ist naheliegend, dass es sich auch hier um Ledice handelt. Es würde einiges erklären, wenn Lene und Bentele sich damals begegnet wären, aber ob und wie, das wird sich sicher noch im weiteren Verlauf der Geschichte zeigen. Ein weiteres Rätsel ist die Sache mit den Ohrringen, die sich in Benteles Nachlass befinden und anscheinend für Eva bestimmt waren. Da bin ich echt gespannt, wie es weitergeht. Momentan weiß ich nicht, wie ich die jungen Benteles einschätzen soll. Simon erschien mir anfangs sehr liebenswürdig, aber irgendwie spürt nicht nur Souki, dass hier nicht alles so ist wie es auf den ersten Blick wirkt. Auch Nane scheint das zu bemerken. Er scheint sich sehr sicher gewesen zu sein, dass Nane eines Tages nach Rickenbach zurückkehrt.
Und dann ertappt sie Martin Raible knutschend mit seiner "Cousine" im Auto. Ob Marlene noch so große Stücke auf ihre "rechte Hand" geben würde, wenn sie das wüsste?  ::)
« Letzte Änderung: 05. September 2017, 19:25:44 von Klusi »
Liebe Grüße
 Susanne

Offline Klusi

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Was ich nicht verstehe, ist, daß Nane eine immer größere Abneigung gegen Malene entwickelt. Gibt sie ihrer Tante die Schuld daran, daß ihre Mutter im Auberlinhaus nichts zu sagen hat, daß sie gar nicht dazu gehört?
Empfindest du das so? Ich habe eigentlich nicht den Eindruck, dass Nane ihrer Tante gegenüber eine Abneigung entwickelt. Klar, es gibt Meinungsverschiedenheiten, und Nane fragt sich bei einigen Dingen, wieso Marlene so und nicht anders reagiert, aber grundsätzlich bringt sie ihr doch Zuneigung entgegen, so empfinde ich es zumindest.
Liebe Grüße
 Susanne

Offline Lerchie

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Was ich nicht verstehe, ist, daß Nane eine immer größere Abneigung gegen Malene entwickelt. Gibt sie ihrer Tante die Schuld daran, daß ihre Mutter im Auberlinhaus nichts zu sagen hat, daß sie gar nicht dazu gehört?
Empfindest du das so? Ich habe eigentlich nicht den Eindruck, dass Nane ihrer Tante gegenüber eine Abneigung entwickelt. Klar, es gibt Meinungsverschiedenheiten, und Nane fragt sich bei einigen Dingen, wieso Marlene so und nicht anders reagiert, aber grundsätzlich bringt sie ihr doch Zuneigung entgegen, so empfinde ich es zumindest.

Dieses Gefühl hatte ich eigentlich auch nicht. Gut, es hat Nane nicht gefallen, dass sie so gegen die Benteles ist, aber deswegen hatte sie doch keine Abneigung gegen sie, finde ich zumindest.
Liebe Grüße
Lerchie

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Offline dubh

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Also ich habe eher den Eindruck, dass Nane ihre Tante verstehen möchte. Sie versucht herauszufinden, was Vicky und Marlene häufig entzweit, versucht zu begreifen, was Marlene umtreibt und warum sie so gegen die Benteles ist.
Von Abneigung lese ich da nichts, nur von Suche und Begreifen-Wollen.
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline Klusi

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Also ich habe eher den Eindruck, dass Nane ihre Tante verstehen möchte. Sie versucht herauszufinden, was Vicky und Marlene häufig entzweit, versucht zu begreifen, was Marlene umtreibt und warum sie so gegen die Benteles ist.
Von Abneigung lese ich da nichts, nur von Suche und Begreifen-Wollen.
Ja, so sehe ich das auch, und umgekehrt ist es genauso, denn trotz ihrer etwas barschen Art mag Marlene ihre Nichte sehr gerne und ist froh, sie bei sich zu haben, so mein Eindruck.
Liebe Grüße
 Susanne

 

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