Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (bitte ohne Spoiler)  (Gelesen 158 mal)

Offline Heimfinderin

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein.

Wir legen Wert darauf, dass ihr zum Abschluss der Leserunde ein Fazit einstellt. Eure Rezensionen hier und ihre Verteilung auf anderen Seiten sind wichtig für die Steigerung der Attraktivität von Leserunden.de und auch ein Dankeschön für die Autoren, die mit uns hier ihre Zeit verbringen.

Wir freuen uns natürlich auch, wenn die Autoren ebenfalls ein Fazit zu ihrer Leserunde einbringen.

Bitte achtet bei eurem Feedback darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!
Liebe Grüße
Barbara

Offline odenwaldcollies

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Lila Ziegler ermittelt zum neunten Mal

Lila erwacht nach ihrem Selbstmordversuch im Haus ihrer Eltern im Krankenhaus. Ihr Leben liegt in Scherben vor ihr und sie ist davon überzeugt, alle Freunde verloren zu haben. Zudem hat ihre Anzeige gegen ihren Vater nun kaum noch Aussicht auf Erfolg. Widerwillig lässt sich Lila auf eine stationäre Psychotherapie ein, um zu verhindern, dass sie die nächste Zeit in der geschlossenen Abteilung verbringen muss. Als jedoch in der Klinik ein Mord geschieht, weckt das Lilas Ermittlerinstinkte.

Nach dem schockierenden Ende des achten Bands war nicht klar, ob die Autorin noch einen weiteren Band schreiben wird oder nicht. Glücklicherweise hat sie sich dann doch entschieden, die Reihe um Lila und Ben Danner so nicht enden zu lassen. Ich gebe aber zu, dass ich dennoch ein wenig Angst vor dem Ende von „Totalausfall“ hatte.

Zuerst hat sich bei mir Erleichterung breit gemacht, denn eine neunter Band bedeutete, dass Lila ihren Suizid überlebt hat. Darauf folgte jedoch direkt der nächste Schock, als Lilas Freund und Partner Ben sie vor vollendete Tatsachen stellt. Seine Entscheidung kann ich jedoch nachvollziehen, zumal klar wird, dass sie ihm alles andere als leicht fällt, da der harte Kerl seinen weichen Kern offenbart.

Lila dagegen hätte ich jedesmal schütteln können, wenn sie sich überlegt, warum ihr Suizid erfolglos war und wie sie ihn mit besserem Erfolg wiederholen kann. Kann Ben in ihr genügend Zweifel wecken, was ihre vermeintliche Schuld am Tod ihrer Schwester angeht, damit sie der Wahrheit auf den Grund geht und somit nicht mehr an Suizid denkt?

Insofern kommt der Mord an Lilas Therapeutin nicht ganz ungelegen, so makaber es auch klingt, weckt er doch Lilas Ermittlerinstinkte und lenkt sie von den eigenen Problemen ab. Zudem findet Lila dabei eine neue Freundin, mit der weder sie noch ich als Leser jemals gerechnet habe. Die Zahl der Verdächtigen ist zwar überschaubar und ich hatte eine Ahnung, aber auf die Auflösung bzw. das genaue Mordmotiv bin ich bis zum Schluss nicht gekommen.

Wie von Lucie Flebbe gewohnt, liegt der Erzählfokus nicht nur auf den Ermittlungen: der Leser bekommt diesmal einen Einblick in den Alltag einer stationären Psychotherapie sowie in die Probleme der Patienten, die sie in die Klinik geführt haben. Aber nicht alle Patienten sind bereit, die ärztliche Hilfe anzunehmen – zu ihnen gehört auch Lila.

Bekommt Lila ihr Leben in den Griff und kann sie sich endlich von dem Vorwurf, für den Tod ihrer Schwester verantwortlich zu sein, befreien? Gibt es für sie und Ben überhaupt eine Zukunft? Wird Lila ihrem Vater die häusliche Gewalt nachweisen können? Wie wird sich Lilas Mutter zu ihrer Tochter verhalten, nachdem sie sie mit aufgeschnittenen Pulsadern in ihrem Schlafzimmer gefunden hat?

Fragen über Fragen – ob das Buch die vorgenannten Fragen beantwortet und wie, davon muss sich der neugierige Leser selbst überzeugen. Für mich war das Ende in jedem Fall zufriedenstellend und stimmig.

Dennoch bin ich natürlich etwas traurig, dass diese tolle Reihe um die junge und etwas verkorkste Lila Ziegler und ihren Partner Ben Danner, dem harten Kerl mit Türstehercharme, nun endgültig vorbei ist. Ich werde ihre unkonventionellen Ermittlungen vermissen. Aber ich bin überzeugt, dass die Autorin für ihr neues Projekt wieder tolle Ideen haben wird und bin gespannt auf ihre nächsten Bücher.

 :buchtipp: für die komplette Serie

Meine Meinung erscheint bei:
Amazon
Großes Literaturschock-Bücherforum
LovelyBooks
Thalia
Weltbild
Literaturschock.de

Ich bin natürlich auch weiterhin noch bei der Leserunde dabei  :winken:
« Letzte Änderung: 12. September 2017, 16:23:04 von odenwaldcollies »
Liebe Grüße
Karin

Offline ech

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Hier nun meine Rezension, die ich auch bei Amazon, Buch.de, Thalia.de, LovelyBooks, Was liest Du, der Bastei-Lesejury, Lesekanone.de und im großen Bücherforum auf Literaturschock.de veröffentlicht habe:


Würdiges Ende einer großartigen Krimi-Reihe

Mit dem 9. und letzten Band bringt die Autorin Lucie Flebbe ihre Krimireihe um die junge Lila Ziegler und den Bochumer Privatdetektiv Ben Danner nun zu einem überzeugenden und würdigen Ende.
Lassen sich die einzelnen Bände der Reihe grundsätzlich auch einzeln lesen, empfiehlt es sich hier aber auf jeden Fall, die anderen Bücher zu kennen. Insbesondere den direkten Vorgänger "Am Boden" sollte man auf jeden Fall vorher gelesen haben, da die Story direkt an das schockierende Ende dieses Buches anschließt.

Lila hat den Selbstmordversuch, den sie nach den Enthüllungen zu ihrer verdrängten Vergangenheit und zum Tod ihrer älteren Schwester begangen hat, mit knapper Not überlebt. Um einer Zwangseinweisung zu entgehen, lässt sie sich freiwillig in eine psychosomatische Fachklinik in Bochum einweisen, sucht aber eigentlich nur verzweifelt nach einer Möglichkeit, ihrem Leben doch noch ein Ende zu setzten. Als in der Klinik ein Mord geschieht, muss sie sich entscheiden: Lässt sie ihren kriminalistischen Instinkt noch einmal erwachen oder gibt sie sich vollends ihren inneren Dämonen hin.

Auch wenn die Geschichte formal alle Grundvoraussetzungen eines Krimis erfüllt, spielt die Mördersuche diesmal eigentlich nur eine ziemlich untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt steht hier eindeutig die Figur Lila Ziegler und ihr komplett durcheinandergeratenes Innenleben.
Der Autorin gelingt es dabei mit einem, wie immer, packenden Schreibstil auf vortreffliche Art und Weise, die inneren Konflikte ihrer Hauptfigur herauszuarbeiten und für die Leser greifbar zu machen. Man taucht beim Lesen ganz und gar in die Figur ein und leidet förmlich mit ihr mit. Oftmals will man sie dabei sogar packen und schütteln, um sie wieder zur Vernunft zu bringen.

Auch die Darstellung der Vorgänge in der Fachklinik und die Charakterisierung der dort ansässigen Patienten, Ärzten und sonstigen Bediensteten kann man nur als absolut gelungen bezeichnen. Ein Sammelsurium an interessanten und ungewöhnlichen Protagonisten, das die Geschichte auf  perfekte Art und Weise unterstützt und entscheidend zum überzeugenden Gesamtbild beiträgt.

Ein Buch wie eine Achterbahnfahrt, das seine Leser von einem Wechselbad der Gefühle in das nächste führt und dabei, trotz allen Schreckens, auch noch bestens unterhält.

Die Geschichte von Lila Ziegler ist damit nun zu Ende erzählt, auf neue Bücher der Autorin mit frischen Charakteren kann man sich aber jetzt schon freuen.   
Wer Bücher liest, kennt sogar den Zusammenhang, aus dem Zitate gerissen werden.  (unbekannter Autor)

Offline TochterAlice

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Hier meine Rezension. Liebe Lucie, ich danke erneut für einen tollen Krimi und für wunderbare und witzige Diskussionen mit Dir. Ich bin ja schon traurig, dass Lila jetzt "fertig" ist und hoffe immer noch auf irgendein Wiedersehen bspw. als Nebenfigur in einer anderen Reihe mit bspw. Lena oder Molles Sohn im Fokus, wer weiß? Wie immer hat es einen Riesenspaß gemacht, hier meine Rezension:

Lila am Ende

In erschreckende Gefilde gerät Lila diesmal, nämlich in eine - sagen wir es mit klaren Worten - Nervenheilanstalt - und zwar nicht im Rahmen irgendwelcher Ermittlungen, sondern als Patientin! Die letzten Ermittlungen in luftigen Höhen hatten ihr sehr zugesetzt und sie zu einem Punkt kommen lassen, an dem es nicht mehr weiterging. Doch die kritische Lila lässt sich mal wieder kein X für ein U vormachen und sperrt sich den klassischen Heilmethoden. Vielmehr richtet sie den Blick seitwärts auf einige Therapeuten und auch Patienten, die ihr komisch vorkommen - und entdeckt mal wieder Ungereimtes und mehr. Irgendwann dann auch Leichen und zwar nicht nur im Keller. Anders als vorher steht sie diesmal allein auf weiter Flur und fühlt sich wie so  wieder gefordert und ermittelt mal wieder an der Polizei vorbei. Jedenfalls scheint es so, aber Ermittlerin Kathrin - uns aus vorherigen Fällen auch als Schnabelnase bekannt - zeigt sich diesmal von einer anderen Seite. Nur - wie wirkt sich das auf Lila aus?

Zudem werden einige Wahrheiten zu Lila Zieglers Familiengeschichte vertieft. Im letzten Fall ist Einiges ans Licht, jetzt, im letzten Fall um Lila, wird abgerechnet. Oder? Jedenfalls gibt es diesbezüglich einige Klärungen.

Der Leser kann sich freuen, Wortwitz und Spannung halten sich wie immer die Waage! Was mir durchgehend gut bei den Krimis der Lila-Ziegler-Reihe gefällt: sie sind unterhaltsam und kurzweilig geschrieben und trotzdem steckt eine Botschaft dahinter, die auch durchaus tiefer geht.Wie bei allen Bänden der Lila-Ziegler-Reihe spreche ich eine absolute Leseempfehlung aus: für Krimifans, eine Vorliebe für Unkonventionelles und dazu eine soziale Ader haben. Und natürlich für meine frühere Heimat Bochum insgesamt, die ich - auch wenn ich schon lange weg bin, nie so ganz vergessen und schon gar nicht aus dem Herzen lassen werde. Obwohl: ein bisschen Bochum ist überall, wenn man zu dieser wunderbaren Reihe greift. Lucie Flebbe ist eben eine wahre Künstlerin ihres Metiers und versteht es perfekt, sowohl Atmosphäre als auch Spannung durchgehend auf einem hohen Niveau zu halten. Kurzum: Ein Regionalkrimi, wie er runder und stimmiger nicht sein könnte - und lesenswert nicht nur für Pottjungs und -mädels! 

Offline Lucie

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Ich danke allen TeilnehmerInnen für die nette Leserunde!
Es war sehr schön, auch Lilas letzten Fall gemeinsam mit Euch zu lesen zu können.

Sollte mein nächster Kriminalroman (der erste Band meiner neuen Reihe  ;)) wie geplant 2018 fertig werden, werde ich Euch das auf alle Fälle auch bei "Leserunden.de" wissen lassen.

Bis dahin wünsche ich Euch alles Gute und viele spannende und bewegende Geschichten  :lesen:.

 :winken: Lucie



Offline odenwaldcollies

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Sollte mein nächster Kriminalroman (der erste Band meiner neuen Reihe  ;)) wie geplant 2018 fertig werden, werde ich Euch das auf alle Fälle auch bei "Leserunden.de" wissen lassen.

 :klatschen: :-*
Liebe Grüße
Karin

Offline Heimfinderin

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Wir danken dir, Lucie, dass du uns wieder begleitet hast und wir mit dir gemeinsam die ganze Reihe lesen konnten. Ich weiß noch, wie ich den Klappentext zum ersten Teil gelesen hatte und dachte, das würde ich gerne in einer Leserunden lesen! - und jetzt haben wir sogar ALLE Teile gelesen.  ;D

Mein Fazit kommt auch noch die Woche. Wir sind aus dem Urlaub zurück, einen Familienbrunch am Wochenende habe ich auch überlebt und nun werde ich in Ruhe eine Rezi schreiben.

Ich freue mich auf deine neue Reihe und bin sehr gespannt auf die neuen Figuren - und für Lila und Ben wünsche ich alles Gute!  :)
Liebe Grüße
Barbara

Offline Heimfinderin

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Hier nun endlich meine Rezi:

Inhalt
Nach einem Selbstmordversuch gibt es für Lila nur noch einen Weg, ihr Leben in den Griff zu bekommen und damit die Beziehung zu ihren Freunden und vor allem zu Ben zu retten: eine Therapie. So landet sie in einer Klinik für Psychotherapie in Bochum und damit in einem neuen Fall. Denn nur widerstrebend lässt sie sich auf ihre Behandlung ein, da kommt ihr ein Mord im Haus fast gelegen, um von ihren eigenen Problemen abzulenken. Warum musste eine Psychologin sterben? War es ein Patient, der ein Problem mit ihrer Behandlungsweise hatte oder gibt es Kollegen und Kolleginnen, die nicht gut auf sie zu sprechen waren? Lilas Instinkte erwachen und zwischen Einzelgesprächen, Gruppengesprächen und Kunsttherapien beginnt sie zu ermitteln...

Meine Meinung
Dies ist nun endgültig der letzte Teil der Reihe und nach dem erschütternden Ende des Vorgängerbandes war ich sehr froh, noch einmal Gelegenheit zu einem Wiedersehen mit Lila zu haben und auf ein Happy End für sie zu hoffen. Und hier kommen nun auch alle offenen Fäden zusammen und Lila und damit auch wir Leser arbeiten die Vergangenheit auf. Doch wird Lila es schaffen, das Schreckgespenst in Gestalt ihres Vaters zu bekämpfen und zu überwinden und ein neues Leben anzufangen? Diese Frage verfolgte mich währende des Krimis und ließ mich angespannt die Geschehnisse verfolgen und ich hätte Lila mehrfach schütteln können, wenn sie sie wieder einmal jegliche Hilfsangebote ignorierte und lieber weiter an ihren Suizid dachte.

So war es nicht nur für Lila, sondern auch für mich als Leserin eine Art Ablenkung, mich mit dem Mord in der Psychiatrie zu beschäftigen und unter den Patienten und Angestellten nach Motiven für das Verbrechen zu suchen und zu spekulieren, wer es wohl gewesen war. Und wieder hat die Autorin die Charaktere mit ihrem Schreibstil so treffend dargestellt, dass sie für mich, einschließlich der Nebenfiguren, mit all ihren teils schrägen aber auch schmerzhaft traurigen Eigenschaften wunderbar lebendig erschienen. Wieder blitzt der Humor und Wortwitz durch, der mich zum Lachen bringt, aber es erscheinen eben auch immer wieder ernste und intensive Gedanken, Beobachtungen und Gespräche, die Lilas Verletzlichkeit und die anderer Personen deutlich machen. Eine spannende Mischung, die die Autorin in ihren Büchern meiner Meinung nach immer wieder perfekt beherrscht, um die oft gesellschaftlichen Themen, mit denen sich die Fälle befassen, auch mal kritisch zu betrachten. Diesmal: eine Psychiatrische Klinik und die Probleme und Spannungen der Patienten und Therapeuten dort.

Auf gewohnt vorlaute und unvorsichtige Art und Weise knöpft sich Lila also den ein oder anderen Patienten und Therapeuten der Klinik vor, um den Fall zu lösen und auch ihr eigener ganz persönlicher Fall scheint der Auflösung endlich entgegen zu streben, denn die vorher schon immer wieder verstreuten Erinnerungsfetzen fügen sich nach und nach zu einem Bild. Nachdem mir nun Lila und auch ihre Freunde im Laufe der Reihe sehr ans Herz gewachsen sind, nehme ich mit diesem Buch nun also mit einem weinenden und einem lachenden Auge Abschied.
Liebe Grüße
Barbara

 

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