Autor Thema: 07 - Kapitel 4 komplett (S. 325 - 413)  (Gelesen 485 mal)

Offline Krassling

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Das Kapitel liest sich größtenteils wie losgelöst von der eigenen Geschichte. In gewisser Weise hätte es auch für sich alleine stehen können. Die Elemente sind gekonnt kombiniert. Die Konstellation aus Druide, Oger, Dryade und Goblins - du meine Güte - passt irgendwie obwohl es etwas chaotisch wirkt.
Etwas schade fand ich es, dass der Konflikt mit den Kopfgeldjägern nach so kurzer Zeit schon beigelegt werden konnte. Ich hätte es sehr spannend gefunden zu sehen, wie Sven der Truppe ein weiteres Mal auf den Leib rückt. Aber vermutlich hat sich das Thema dann doch irgendwann abgenutzt. Nun haben wir also einen Land-Thorwaler mit dabei. Wieso hat Beorn eigentlich nicht so viel Glück mit seinen Leuten? Der zieht irgendwie immer nur Problemmenschen an.

Der Beorn-Abschnitt ist irgendwie recht kurz. Die Gefährlichkeit des "Tals der Türme" wird zwar gut aufgebaut, aber sonst bleibt kaum etwas hängen.
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2017, 22:11:32 von Krassling »

Offline Robert Corvus

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Das finde ich auch. Besonders gut finde ich, dass er das Wohl der Menschen über Prinzipien stellt.
Er hat so eine Werte-Hierarchie, in der das Wohl der Menschen recht weit oben steht. Er weiß aber auch, dass Menschen oft nicht erkennen oder nicht nach dem handeln, was letztlich gut für sie wäre ...

Schlimm, dass es Ogerkinder waren, die doch nur Hunger hatten.
Ja, das war mein emotionaler Anknüpfungspunkt für diese Figuren.

Ich fand toll, dass er in der Lage ist, eine andere Form von Magie zu nutzen (die vermutlich auch andere Energiequellen hat  und ihn nicht so schwächt wie seine eigentlichen Zauber), ohne Vorurteile und am spannendsten fand ich als er herausfindet, dass er seine Wut nutzen kann.
Diesen Zauber können Gildenmagier kaum erlernen - er wird praktisch nur an der Akademie in Thorwal gelehrt. Das ist sehr exotisch, passt aber zur Ausrichtung dieser Schule auf die Hellsichtmagie.

Toll fand ich, dass auch die umstehenden mit in die Heilung einbezogen wurden, so als Kolateralheilung.
Diese Heilungs-Szene haben wir während der Entstehung intensiv besprochen. Auch das "Ausströmen" der Heilwirkung haben wir in der Diskussion entwickelt, es war in der ersten Version nicht enthalten. Das ist ein Beispiel dafür, wie Details in diese Reihe Einzug finden, die nicht entstanden wären, wenn einer von uns sie allein schriebe.

Für mich ist es aber so, dass auch Salarin sich entwickelt. Als er den Oger ansingt, weiß er, dass es falsch ist und macht es wegen der Notwendigkeit, Menschen zu befreien. Da setzt er sich auch über die Regeln seines Volkes hinweg, wenn ich das richtig verstanden habe.
In diesem Sinne haben die Elfen keine ausformulierten Regeln, aber sie haben ein Gespür für das Lied der Welt. Man kann harmonisch mit diesem Lied singen, oder man kann dagegen singen, was einem Elfen, der stark mit seinem Licht verbunden ist, falsch vorkommt. Es ist so etwas wie verdorbene oder schwarze Magie in anderen Fantasywelten. Mit diesem Zauber beschreitet Salarin also sozusagen einen Weg, der weg von seinem inneren Licht führt.

Wieso hat Beorn eigentlich nicht so viel Glück mit seinen Leuten? Der zieht irgendwie immer nur Problemmenschen an.
Zu einem Gutteil dürfte das am Kernversprechen der jeweiligen Ottajasko liegen.
Phileasson ist der größte Entdecker seiner Zeit: "Schließ dich mir an, ich werde dich ins Unbekannte führen, wir werden Wunder sehen, die man in den langen Nächten besingen wird!"
Beorn dagegen ist der größte Plünderfahrer seiner Zeit: "Komm mit mir, wir werden uns mit Schwert und Axt in der Faust Schätze holen, bis unsere Drachenschiffe nicht mehr tragen können, und man wird unsere Namen an jeder Küste mit Furcht aussprechen!"
Davon fühlen sich jeweils unterschiedliche Charaktere angesprochen.

Offline Delena

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Die Höhle mit den Ogern und Goblins war richtig unheimlich. Bei der Beschreibung der Sicht von Tylstyr auf Krinala hab ich eine Gänsehaut bekommen. Mitanzusehen, wie der eigene Arm abgerissen und dann vor den Augen gegessen wird.. bah.
Die Heilung durch die Elfen war sehr intensiv beschrieben und hat mir gut gefallen.

Wenn die Oger aufgrund unstillbaren Hungers zu Menschenfressern wurden, müsste das auf alle Oger zutreffen. Oder betrifft es nur diese spezielle Sippe in dieser Gegend?

Ich finde es stimmig, dass Sven sich der Ottajasko angeschlossen hat. Er wirkt sympathisch und ausserdem bleibt der Romantikfaktor erhalten.

Als Salarin mit Leomara im Arm an das Ufer geht, war ich mir nicht sicher, ob er ihr etwas Gutes oder Böses will. Da war ich verwirrt. Immerhin ist er rechtzeitig wieder klar geworden, was auch immer sein anderes Ich vorhatte.

Ach und dann die Geschichte mit der Dryade. Für mich trotz der Erklärungen nicht ganz nachvollziehbar, warum der Druide ihr so verfallen war, dass er mit den Goblins und den Ogern gemeinsame Sache macht. So weit hätte er sich nicht aufgeben sollen.
Liebe Grüße
Claudia

Offline Robert Corvus

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Die Höhle mit den Ogern und Goblins war richtig unheimlich. Bei der Beschreibung der Sicht von Tylstyr auf Krinala hab ich eine Gänsehaut bekommen. ...
Die Heilung durch die Elfen war sehr intensiv beschrieben und hat mir gut gefallen.
Da scheinen mir ja einige Beschreibungen gelungen zu sein. :freu:

Wenn die Oger aufgrund unstillbaren Hungers zu Menschenfressern wurden, müsste das auf alle Oger zutreffen.
Ja, genau: Alle Oger bevorzugen Menschenfleisch.

Offline Delena

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Liebe Grüße
Claudia

Offline Krassling

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Ja, genau: Alle Oger bevorzugen Menschenfleisch.
:boah:
Hehe. Nicht umsonst heißt der Eintrag in Gargis Monsterhandbuch: Von den Menschenfressern

Offline Heimfinderin

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Meine Überlegung, dass Sven wohl der Ottajasko beitreten könnte, hat sich also bewahrheitet. Ich finde das gut, denn mir ist er recht sympathisch. Und außerdem mag ich Nirka und damit liegt mir ihr Wohlergehen einigermaßen am Herzen und wenn zu ihren Glück der Sven gehört -- na dann soll es so sein und dann ist er in ihrer Nähe am richtigen Ort.  ;) ;D

Außerdem erscheint er mir sehr ehrlich und ehrenhaft, wenn er Beorn nicht verrät. So wird er wohl auch für Phileasson ein verlässlicher Partner sein. Mal gespannt, wie es weitergeht, wenn sie das Land verlassen. Ob dann wirklich Schluss ist oder Sven sich überwinden wird, ein Schiff zu betreten...

Die Szenen mit den Ogern und der angenagten Kirulla waren grausig - wobei mir andererseits auch die Ogerkinder etwas leid getan haben. Kinder sind Kinder und da kommt offensichtlich gerne der Mutterinstinkt hoch, auch wenn ich persönlich diesen Kindern nun nicht wirklich selbst begegnen will.  :o  ;D

Die Geschichte Sulgruyans hat mich jetzt ehrlicherweise nicht so sehr interessiert und es fiel mir auch etwas schwer, ihm zu glauben, dass es so "einfach" sein soll. Ich finde, er hat nicht nur Liebeskummer, sondern ist auch so irre. Wenn jeder, der Liebeskummer hat, so wird wie der Druide, dann traut man sich ja nicht mehr auf die Straße. Nein, im Ernst, das hat sich zu einer Krankheit entwickelt bzw. er ist verrückt geworden und er wäre bestimmt auch nicht mehr zu heilen, wenn seine Liebste auftauchen würde. Ich fand die Szene irgendwie deprimierend und habe da etwas drüber weg gelesen.  :-[

Und ausgerechnet an Praios wendet sich Sylgruyan wegen der Eicheln. Wird Praios seiner Bitte entsprechen? Wird er die Essenz der Dryade zum Tode verurteilen oder wird er die Eicheln einpflanzen auf die Gefahr hin, dass sich solch ein Liebeswahn wiederholt? Bei Praios bin ich aber zuversichtlich, dass er wirklich gründlich darüber nachdenken wird.
Mir hat die Szene eher Bauchschmerzen gemacht, denn ich hatte gerade das gegenteilige Gefühl und nicht die Zuversicht, dass Praios da gründlich drüber nachdenkt. Ich fürchte eher, dass er von seinem eigenen Leid geleitet hier eine Dummheit tun wird. Der kurze Moment, als er die Eicheln entgegengenommen hatte, wirkte auf mich etwas "bedrohlich".

Insgesamt hat Praios für mich mehr Tiefe bekommen und ich finde ihn mittlerweile viel interessanter und auch seine vielen Überlegungen machen ihn oft sympathisch und vielschichtiger. Und deshalb wäre es sehr schade, wenn ihm wegen seines eigenen Liebeskummers und seiner entsprechenden Abneigung Salarins gegenüber irgendwann etwas zustößt oder er für die anderen zur Gefahr wird, weil er aufgrund seiner aufgestauten Gefühle "etwas anstellt".

Eine atmosphärisch ganz tolle Stelle fand ich die Szene mit Salarin am See, als er mit Leomara ins Wasser ging. Puh, das war Gänsehaut pur, hier spürte ich Angst. Das war so unwirklich und wirkte so fremdgesteuert, dass ich dachte, wenn er jetzt nicht gleich einen kurzen wachen Moment bekommt, ertrinken beide im See.  :o Der ganze See wirkte auf mich unwirklich wie in einem Traum und ich würde mich nicht wundern, wenn darunter eine Stadt verborgen wäre, ähnlich wie Atlantis. Spannend!
Liebe Grüße
Barbara

Offline Robert Corvus

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    • Robert Corvus
Und außerdem mag ich Nirka und damit liegt mir ihr Wohlergehen einigermaßen am Herzen und wenn zu ihren Glück der Sven gehört -- na dann soll es so sein und dann ist er in ihrer Nähe am richtigen Ort.
Die Einstellung, Nirka dürfe sich selbst aussuchen, in wen sie sich verliebt, wird in dieser Leserunde ja nicht von allen Damen geteilt ...  :wegrenn:
 :D

Kinder sind Kinder und da kommt offensichtlich gerne der Mutterinstinkt hoch, auch wenn ich persönlich diesen Kindern nun nicht wirklich selbst begegnen will.
In einem recht alten Das-schwarze-Auge-Roman von Hadmar von Wieser wird geschildert, wie ein Mensch zwei Ogerkinder adoptiert und versucht, diese wie Menschen aufzuziehen. Das geht ziemlich schief ...  >:D

Eine atmosphärisch ganz tolle Stelle fand ich die Szene mit Salarin am See, als er mit Leomara ins Wasser ging. Puh, das war Gänsehaut pur, hier spürte ich Angst.
Das ist so eine Szene, bei der ich beim Schreiben gar nicht das Gefühl hatte, dass sie als besonders eindrücklich wahrgenommen werden könnte. Dass dies in der Leserunde dennoch bei vielen der Fall ist, freut mich natürlich.  :)

 

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