Autor Thema: 06 - Seite 417 bis Ende (Kapitel 32 bis Ende)  (Gelesen 463 mal)

Offline gagamaus

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Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 417 bis zum Ende (Kapitel 32 - Ende) schreiben.
:lesen:
Der Tanz unseres Lebens - Noa C. Walker

Offline Lerchie

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Es wird doch wohl nicht genau aufgeklärt, wie weit Annette und Arnswaldt gegangen sind. Doch im 5. Abschnitt wurde etwas geschrieben von mehr nackter Haut als nur Arme und Dekolleté. Dann werde ich mich damit begnügen müssen.

Da hat sich Kern doch tatsächlich die verschwundenen Bilder unter den Nagel gerissen. Und deswegen den Mord an der Freiin begangen. Das hätte ich eigentlich nicht gedacht.

Außerdem war Wegeners Tod anscheinend doch Selbstmord. Obwohl ich mir durchaus vorstellen gekonnt hätte, dass er irgendwas erfahren hatte, was er vielleicht Grimm mitteilen wollte und damit evtl. erreichen wollte, dass sein Buch doch noch veröffentlicht wird. Etwas das Grimm entlasten würde. Denn wie konnte er sich so sicher sein, dass Grimm der Veröffentlichung zustimmen würde, nur weil er es angekündigt hatte? Wäre ich Grimm gewesen, hätte ich dementiert!

Ich bin jetzt mit dem Buch durch, es hat mir sehr gut gefallen. Aber natürlich bleibe ich der Leserunde noch treu und gebe meinen Senf dazu.
Liebe Grüße
Lerchie

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Offline Tanja Kinkel

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Danke fürs Mitmachen, Lerchie!

Re: wie weit Arnswaldt und Annette gegangen waren: da die ganze Sache von Arnswaldt kalkuliert war, denke ich, daß er nie so unklug gewesen wäre, Annette zu entjungfern. Das hätte ihn nämlich selbst für die Annette gegenüber feindseligen Haxthausens nach dem Ehrenkodex der damaligen Zeit dazu verpflichtet, sie zu heiraten, sonst hätte das Gesamtfamilienansehen darunter gelitten.  Zumal ja Arnswaldt dem Stand und der Religion nach durchaus als Ehemann in Frage gekommen wäre. Also wird Arnswaldt darauf geachtet haben, gerade so weit zu gehen, daß es Annette später beschämte und kompromittierte, aber nicht so weit, daß es ihn zu irgend etwas verpflichtete. Im ganz expliziten Klartext: Petting, aber keine Penetration, und natürlich auch kein oraler Sex.
Carpe Diem!

Offline gagamaus

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Der letzte Abschnitt war sehr spannend und kommt mit einem richtigen Showdown daher.  8)

Annette, die Wagemutige, nimmt also Jakob das Heft aus der Hand und entlockt Kern tatsächlich ein umfassendes Geständnis. Dass ausgerechnet ihr Onkel August ihr Zeuge und ihr "Retter" wird, war wirklich eine überraschende Wendung und ganz kurz wollte ich August schon dafür danken. Aber die Erkenntnis, dass er eigentlich gekommen ist, um seine Nichte wegen Unzucht über den Haufen zu schießen... Na das ist ja dann doch das Allerletzte. Also nichts mit Dank. Der soll froh sein, dass er nicht hinter Gitter muss für Kerns Tod, sondern alles als Duell dargestellt wird.

Die Figur des Mörders Kern ist sehr einleuchtend. Also seine Motive und sein Handeln waren so beschrieben, dass es für mich eine sehr logische und gute Auflösung dieses Mordfalles war, an dem wir Leser, dank Tanja, ja ganz lange rätseln dürfen.

Wichtig, und wie immer sehr erhellend, war mir auch das Nachwort, in dem erklärt wird, was erfunden ist und was die von der Autorin aufgearbeitete "Realität". Es ist ja toll, dass es zu dieser Zeit oft lebhafte und regelmäßige Briefwechsel gab, die wichtige Anhaltspunkte über die Geschehnisse und die Beziehungen der Menschen untereinander geben. Dennoch ist es die Kunst der Autorin, daraus eine gute Geschichte zu schreiben, die dem Ganzen einen logischen Sinn und Leben einhaucht. Das ist dir wirklich hervorragend gelungen, liebe Tanja. Die beiden Geschwisterpaare und ihre komplizierte Freundschaft werden von allen Seiten ausgelotet und auch wenn der Mordfall erfunden ist, so muss die vier doch einiges verbunden haben.

Teile der gesammelten Märchen der Gebrüder Grimm sind ja wohl jedem, der einmal in Deutschland Kind war, geläufig. Über die Droste-Schwestern wusste ich vorher so gut wie nichts und mein Interesse wurde jetzt heftig angefacht. Auch dafür danke, liebe Tanja.  :-*
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Der Tanz unseres Lebens - Noa C. Walker

Offline Lerchie

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Danke fürs Mitmachen, Lerchie!

Re: wie weit Arnswaldt und Annette gegangen waren: da die ganze Sache von Arnswaldt kalkuliert war, denke ich, daß er nie so unklug gewesen wäre, Annette zu entjungfern. Das hätte ihn nämlich selbst für die Annette gegenüber feindseligen Haxthausens nach dem Ehrenkodex der damaligen Zeit dazu verpflichtet, sie zu heiraten, sonst hätte das Gesamtfamilienansehen darunter gelitten.  Zumal ja Arnswaldt dem Stand und der Religion nach durchaus als Ehemann in Frage gekommen wäre. Also wird Arnswaldt darauf geachtet haben, gerade so weit zu gehen, daß es Annette später beschämte und kompromittierte, aber nicht so weit, daß es ihn zu irgend etwas verpflichtete. Im ganz expliziten Klartext: Petting, aber keine Penetration, und natürlich auch kein oraler Sex.

So in etwa hatte ich mir das auch gedacht. Aber so was von fies, das kann man gar nicht sagen....
Liebe Grüße
Lerchie

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Offline Doscho

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Hmmm. Das Ende hat mir persönlich so gar nicht gefallen.

Zunächst mal zu Wegner. Im letzten Abschnitt konnte man noch denken, der Selbstmord wäre nur eine Theorie von Anette. Zumindest ich bin nicht auf die Idee gekommen, dass es auch wirklich so war. Mir fehlt hier irgendwie zum Verständnis noch ein Schritt.

Kern als Mörder von der Freiin Bachros ist in Ordnung und man versteht seine Beweggründe. Der "Showdown" mit Anette hat mir sogar wirklich gut gefallen und dass Kern dann final ausgerechnet von August (!) erschossen worden ist, war sogar ein bisschen das Tüpfelchen auf dem I. Das hat mir gefallen. Aber wie es dazu gekommen ist, habe ich auch nicht so ganz verstanden. Zunächst einmal hatte ich den Eindruck, die vier tappen die ganze Zeit mit ihren Ermittlungen recht im Dunkeln (wie der Leser eben auch). Dann lese ich den Abschnitt und zack, auf einmal ist alles klar und es kann nur eine Lösung geben. Auch hier hat mir ein Zwischenschritt gefehlt.
Der zweite Punkt ist der, dass Jacob sich einen Plan zurechtgelegt hat, die Ausführende aber Annette ist. Ich finde es gut, dass Anette diejenige war, zur Stärkung bzw. Wiederfindung ihres Selbstbewusstseins nach Bökendorf passt das gut und ich habe es auch so verstanden, dass das eine Art Katharsis für sie war. Aber was hatte Jacob damit zu tun? Anette ist ja auch selbstständig auf Kern als Täter gekommen und hat ihn eigentlich nicht gebraucht...

« Letzte Änderung: 20. Oktober 2017, 18:08:38 von Doscho »
Hier wird gesubt und gesammelt! :)

Offline Lerchie

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Teile der gesammelten Märchen der Gebrüder Grimm sind ja wohl jedem, der einmal in Deutschland Kind war, geläufig. Über die Droste-Schwestern wusste ich vorher so gut wie nichts und mein Interesse wurde jetzt heftig angefacht. Auch dafür danke, liebe Tanja.  :-*

Märchen habe ich schon immer für mein Leben gerne gelesen. Egal von wem sie waren. Deshalb habe ich da so meine Schwierigkeiten, was jetzt die Brüder Grimm gesammelt haben und was von Hauff, Andersen etc. stammt. Aber das ist mir ehrlich gesagt auch egal, Hauptsache sie gefallen mir.

Betreffend die Droste-Schwestern geht es mir so wie Dir, die kannte ich auch noch nicht. Und ich denke, wenn mir irgendwo mal etwas über Annette über den Weg läuft, dann lese ich das. Ist schon interessant was die damals angestellt haben um nur das 'blaue Blut' nicht zu verwässern!
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Lerchie

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Offline Ulrike Günkel-Kohl

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Meinen freien Tag habe ich wohl genutzt - und unter anderem Grimms Morde zu Ende gelesen!
Schon im fünften Abschnitt war zu ahnen, dass der Mord, denn tatsächlich war Wegners Tod, wie Annette vermutet hatte, ein Selbstmord, irgendwie mit den Gemälden in Kerns Haus zusammenhing!
Jacob und Annette kommen unabhängig voneinander und auf unterschiedlichen Wegen zu ein und demselben Ergebnis.

Wie wir ihn während des gesamten Romans erleben durften, zielstrebig nämlich und logisch denkend, ging Jacob auch vor bei dem Versuch, dem Mörder eine Falle zu stellen. Und auch hier scheute er das Risiko nicht, obwohl er wusste, dass es ihm an den Kragen gehen würde, sollte sein Plan nicht funktionieren. Vor dieser Haltung habe ich Respekt, denn sie zeigt mir Jacobs Wahrheitsliebe und Geradlinigkeit.

Auch Annette wagt viel, begibt sich darüberhinaus in eine äußerst kompromittierende Situation ( der in Bökendorf ähnlich ), um ihrerseits die Wahrheit nicht nur herauszufinden, sondern den Hofmarschall sogar dazu zu bringen, seine Tat zuzugeben.
Und ihre Schüsse ins Blaue sind einfach grandios!
Aber dieses Unterfangen in der Bibliothek hätte leicht ins Auge gehen können - und ich war das erste Mal froh, dass August auf der Bildfläche erschien, wiewohl der Grund seines Erscheinens wenig edlen Motiven geschuldet war. Hätte er aus lauter Ehrgefühl Annette anstatt des Barons erschossen, wenn er nicht Zeuge von dessen Einlassungen geworden wäre? Ich traue es ihm zu!
So aber verlässt er Kassel als freier Mann, weil die Gerichtsbarkeit hier für ihn nicht zuständig ist... ( was wäre denn geschehen, wenn August nicht von edlem Geblüt gewesen wäre? Ich hoffe ja sehr, die Gerichtsbarkeit machte nicht nur vor Adligen halt...)

Und das ist das Ende des Zusammentreffens der beiden Geschwisterpaare! Schade, dass Jacob und Annette ( im Buch aber auch in der Wirklichkeit ) nie zueinandergefunden haben! Sie hätten sicher ein gutes Gespann abgegeben und sich gegenseitig nicht nur bereichert und befruchtet sondern wären auch ideale Sparringspartner gewesen. Aber beide heirateten nie...
Wie Jenny auf Seite 432 sagt "Nette vergab ihr Herz über die Herausforderung ihres Geistes", was sie allerdings in Bezug auf Kern meinte. Auf Jacob hätte diese Aussage auch gepasst. Er nahm Nette ernst, obwohl er immer auch ein wenig gönnerhaft blieb.
So war er durch Annettes Darlegungen zu der Überzeugung gelangt, dass Wegner tatsächlich Selbstmord begangen hatte. Und da ihm sein Bruder gesagt hatte, dass Annette "im Schreiben dilettierte" ( S.437 ), nahm er sich vor, ihr vorzuschlagen, eine Geschichte über das zu schreiben, was einen Mann zum Selbstmord trieb.

Zum Schluss können sich einige von uns auch von der von Anfang an gehegten Vermutung verabschieden, dass jemand die Brüder Grimm so sehr hasste, dass ihnen der Mord in die Schuhe geschoben werden sollte.
Es war nicht Hass auf die Brüder, die Kern dazu verleitete, das Märchenzitat zu der Leiche der Freiin zu legen sondern es war einfach so, dass Jacob Kern viel zu neugierig und gleichzeitig viel zu schlau war. Das musste ihm, mit Recht, Sorgen bereiten.
Und indem er die Freiin, die ihm ihrerseits durch ihre Beharrlichkeit richtig gefährlich wurde, beseitigen ließ, konnte er sich ja auch gleich der Grimms, vor allem Jacobs entledigen, ohne ihn auch noch umzubringen...


Offline Ulrike Günkel-Kohl

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Außerdem war Wegeners Tod anscheinend doch Selbstmord. Obwohl ich mir durchaus vorstellen gekonnt hätte, dass er irgendwas erfahren hatte, was er vielleicht Grimm mitteilen wollte und damit evtl. erreichen wollte, dass sein Buch doch noch veröffentlicht wird.

Der Selbstmord war auch für mich eine Überraschung! Und dabei hatte ich so schöne abenteuerliche Vermutungen bezüglich der Gründe für seine "Ermordung"!
Andererseits, es hat zu diesem hochemotionalen und gleichzeitig durch Jacobs Ablehnung seines Werkes sich zutiefst gedemütigt fühlenden Jüngling gepasst, sich umzubringen, um es Jacob heimzuzahlen....

Offline Ulrike Günkel-Kohl

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Teile der gesammelten Märchen der Gebrüder Grimm sind ja wohl jedem, der einmal in Deutschland Kind war, geläufig. Über die Droste-Schwestern wusste ich vorher so gut wie nichts und mein Interesse wurde jetzt heftig angefacht. Auch dafür danke, liebe Tanja.  :-*

Märchen habe ich schon immer für mein Leben gerne gelesen. Egal von wem sie waren. Deshalb habe ich da so meine Schwierigkeiten, was jetzt die Brüder Grimm gesammelt haben und was von Hauff, Andersen etc. stammt. Aber das ist mir ehrlich gesagt auch egal, Hauptsache sie gefallen mir.

Richtig! Meine Lieblingsmärchen finden sich bei allen Märchensammlern. Ich bin damit aufgewachsen ( so arg viel andere Kinderliteratur gab es damals, zu meiner Zeit, nicht ) und meine Kinder auch. So kennen wir uns alle ganz gut damit aus.
Und was Annette anbelangt, - die Biographie von Barbara Beuys liegt schon bereit....

Offline Ulrike Günkel-Kohl

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Der zweite Punkt ist der, dass Jacob sich einen Plan zurechtgelegt hat, die Ausführende aber Annette ist. Ich finde es gut, dass Anette diejenige war, zur Stärkung bzw. Wiederfindung ihres Selbstbewusstseins nach Bökendorf passt das gut und ich habe es auch so verstanden, dass das eine Art Katharsis für sie war. Aber was hatte Jacob damit zu tun? Anette ist ja auch selbstständig auf Kern als Täter gekommen und hat ihn eigentlich nicht gebraucht...

Jacobs ursprünglicher Plan schloss doch Annette gar nicht mit ein! Er wollte unbedingt verhindern, dass die Schwestern an dem Ball teilnahmen, weil er Gefahr witterte und sie schützen wollte. Aber so wie Annette war auch Jacob auf Kern als den Mörder gekommen! Dass es am Ende Annette war, mit deren Hilfe Kern hatte überführt werden können, ist einfach Zufall. Und auch zum Teil Annettes Eigenwillen geschuldet, denn Alleingänge macht sie zu gerne....

Offline Doscho

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Vermutlich ist das mein Problem: Man kam eben unabhängig voneinander zum selben Ergebnis und brauchte einander eigentlich nicht.
Dass Anette Kern überführt hat, wirkt handlungstechnisch wirklich wie Zufall, da hast du recht. Aber auf einer höheren Ebene würde ich da schon von einer Art Katharsis für Anette sprechen, vor allem, wenn man sich das hier anschaut:

Zitat von: Buch (S.468)
Die unruhige Spannung, die sie [Annette] ausgestrahlt hatte, seit sie hier in Kassel eingetroffen war, diese Spannung, die manchmal fast gewirkt hatte wie die eines zu Tode verurteilten Gefangenen, der seine letzte Mahlzeit genoss, sie war verschwunden. Wenn sie noch eine Gefangene war, dann eine, der man ihre Schuld erlassen hatte und die endlich wieder im Frieden mit sich selbst war.
« Letzte Änderung: 20. Oktober 2017, 22:19:42 von Doscho »
Hier wird gesubt und gesammelt! :)

Offline Ulrike Günkel-Kohl

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Vermutlich ist das mein Problem: Man kam eben unabhängig voneinander zum selben Ergebnis und brauchte einander eigentlich nicht.
Dass Anette Kern überführt hat, wirkt handlungstechnisch wirklich wie Zufall, da hast du recht. Aber auf einer höheren Ebene würde ich da schon von einer Art Katharsis für Anette sprechen, vor allem, wenn man sich das hier anschaut:

Zitat von: Buch (S.468)
Die unruhige Spannung, die sie [Annette] ausgestrahlt hatte, seit sie hier in Kassel eingetroffen war, diese Spannung, die manchmal fast gewirkt hatte wie die eines zu Tode verurteilten Gefangenen, der seine letzte Mahlzeit genoss, sie war verschwunden. Wenn sie noch eine Gefangene war, dann eine, der man ihre Schuld erlassen hatte und die endlich wieder im Frieden mit sich selbst war.

Da stimme ich dir natürlich zu! Annette musste ihr Trauma in Kassel einfach verlieren - und gerade deshalb hätte man genau diesen Ausgang vermuten können!

Offline Tanja Kinkel

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Zunächst einmal: ich war gestern den ganzen Tag unterwegs, konnte daher leider nicht kommentieren, freue mich aber nach wie vor über die lebhaften Reaktionen.

re: Bestätigung von Annettes Selbstmord-Theorie in Sachen Wegner - die erfolgt, da Jacob Blauberg herausfordert, überprüfen zu lassen, durch wen und wann die Annonce im Hanauer Anzeiger gesetzt wurde, was auch geschieht. Da Blauberg Jacob gegenüber zugibt, daß, wie vermutet, Wegner selbst es war, hielt ich eine weitere Bestätigung nicht für nötig.

re: Annette und Jacob: ich muß zugeben, daß es mir immer besonders große Freude bereitete, die Szenen zwischen ihnen zu schreiben. Ja, sie kommen unabhängig voneinander zu der richtigen Schlußfolgerung re: Kern, aber die vorige Zusammenarbeit hat mit dazu beigetragen, daß Annette post-Bökendorf wieder mit sich ins Reine kommt. (Und wieder mit Menschen interagiert, ohne sich zu fragen, ob die oder jene Bemerkung jetzt eine Anspielung sein sollte.) Übrigens, ich bilde mir ein, daß ich alle vier Hauptfiguren mit etwas mehr Selbsterkenntnis und in einem besseren emotionalen Zustand zurücklasse.  Jenny hat sich von der Vorstellung einer Ehe mit Wilhelm verabschiedet (was sie bereit zu einer neuen Beziehung machen wird), Wilhelm ist klar, daß er re: Annette falsch gehandelt hat (auch wenn er natürlich immer noch eine Menge übersieht), Jacob läßt sich auch auf Menschen als intellektuelle Partner ein, die nicht Wilhelm sind, und sieht in der Aussicht, dieser könnte heiraten, keine Bedrohung mehr, sondern etwas wünschenswertes.
Carpe Diem!

Online Dani

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Vermutlich ist das mein Problem: Man kam eben unabhängig voneinander zum selben Ergebnis und brauchte einander eigentlich nicht.
Dass Anette Kern überführt hat, wirkt handlungstechnisch wirklich wie Zufall, da hast du recht. Aber auf einer höheren Ebene würde ich da schon von einer Art Katharsis für Anette sprechen, vor allem, wenn man sich das hier anschaut:
Ich habe es nicht so empfunden, dass man sich gar nicht gegenseitig gebraucht hätte. Ich glaube, weder die Grimms alleine noch die Schwestern alleine hätten den Mörder entlarvt. Der Spaziergang von Annette und Jacob zeigt sehr schön, wie sie sich gegenseitig die Bälle zuspielen, aber auch (insofern hast du recht), dass sie einander im Analysieren und Schlussfolgern durchaus ebenbürtig sind.
Letztendlich kommen sie beide auf die gleiche Idee, weil sie eben beide über denselben Punkt stolpern, die Bilder. Aber wären sie auch ohne den ganzen vorherigen Austausch so weit gekommen?
Liebe Grüße
Dani

 

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