Autor Thema: 04 - Kapitel 10 bis 12 (Seite 191 bis 257)  (Gelesen 149 mal)

Offline Heimfinderin

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 5842
Hier könnt Ihr von Seite 191 bis Seite 257 schreiben.

Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
« Letzte Änderung: 05. Januar 2018, 00:01:14 von Heimfinderin »
Liebe Grüße
Barbara

Offline Anne H.

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 445
Was hat Claire nur angerichtet, als sie Emil und Luis bat, es ihrem Chef ein wenig ungemütlich zu machen! Jetzt hat sich das ganze Dorf gegen ihn verschworen! Sein Auto mit Schiffslack zum "Zebra" zu verwandeln, das hört sich eher nach "dumme-Jungen-Streich" an!

Aber ihn auf eine Insel auszusetzen, wenn die Flut zurückkommt, ist nicht die feine Art und eher gefährlich!

Maelys hat ungeahnte Fähigkeiten: Sie kann den Außenborder bedienen. Ich glaube, sie hat viel vom Vater gelernt. Claudia hingegen hat Angst vor dem Wasser, vor dem Meer.

Sebastian Hellwig in ihr Haus einzuladen, ist schon mal ein guter Anfang, um die ganzen Unannehmlichkeiten zu klären.

Ich muß sagen: Was für ein toller Chef, daß er wegen all den Sachen, die ihm passiert sind, nicht ausflippt. Nein, im Gegenteil, er bleibt ganz gelassen! Und es kommt noch besser: Er macht ihr vor versammelter Mannschaft eine Liebeserklärung! Außerdem scheint es Claire zu gefallen!

Ob wir noch erfahren werden, was bei dem Tod von Claire und Maelys Vater vorgegangen ist? Maelys scheint ja dabeigewesen zu sein. Wie schrecklich für sie!

Claire sollte sich auch dringend um ihre Tante Valerie kümmern, da sie ja scheinbar verhaftet wurde.

Ich kann es gar nicht abwarten weiterzulesen.

Offline ysa

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 388
Hmmm... es tut mir leid: anscheinend bin ich die einzige, die die Wolkenfischerin  nicht als wundervoll romantische Slapstick-Komödie lesen kann, als Märchen ohne wirklichen Realitätsanspruch...

Warum hat Gwenaelle eigentlich diese Lügengeschichten über ihren Exfreund in die Welt gesetzt? Und Luik und Emil? Sie verhalten sich mehr als dämlich, dumm oder unüberlegt - nämlich gefährlich! Sebastian irgendwo auf einer verlassenen Insel auszusetzen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein vernünftiger Mensch so etwas macht! Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, dass eine vernünftige 34jährige Dame solche sinnlose Lügen erzählt. :'(

Der Chorgesang unter seinem Fenster und die Strafzettel - das geht ja gerade noch. Aber das Auto als Zebra anmalen? Das ist mutwillige Sachbeschädigung - nicht akzeptabel.

Sebastian muss ein völlig temperamentloser Heiliger sein, dass er alles so kommentarlos über sich ergehen lässt.
Einzig: Sebastians Liebeserklärung ist wirklich außergewöhnlich! Und zwar außergewöhnlich schön! 

Das Gespräch am Dach mit jemandem der unter Höhenangst leidet... hat sie das denn wirklich nötig?

Gwenaelle hat ein Kunstgeschichtestudium erfunden um die Arbeit bei der Zeitung zu bekommen? Das kann ich ja noch irgendwie verstehen (obwohl es schon mutig ist!). Aber warum hat sie dann die knapp 10 Jahre, die sie nun in Berlin ist, nicht genutzt um das Studium nachzuholen? Besser spät als nie - und das Thema interessiert sie doch offensichtlich!

Interessant ist auch Valéries Verhaftung - es wird sicher noch erklärt, wie es dazu kommen konnte! Denn eine Valérie lässt sich sicher nicht ohne einen triftigen Grund verhaften! 8)

Ihr seht schon ... ich tu mir wirklich schwer mit diesem Buch. Es tut mir leid, Claudia - wahrscheinlich ist es einfach nur zur falschen Zeit in meine Hände gelangt...

Maelys gâteau breton ist gestern wirklich ganz ausgezeichnet gelungen - herzlichen Dank für das Rezept! :blume:
« Letzte Änderung: 10. Januar 2018, 13:01:00 von ysa »
Liebe Grüße!
Miriam

Offline ClaudiaWinter

  • Autor/in
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 23
Liebe Ysa,
das ist doch gar kein Problem, wenn dir die Geschichte und die Figuren nicht gefallen.
Ich möchte nur auch nicht jede Figur verteidigen müssen. Ich habe sie mit fehlbaren Zügen gebaut und sie handeln nicht immer moralisch einwandfrei, was sowohl ihrer Biografie als auch der Geschichte und dem Plot geschuldet ist. Wären sie anders, hätte ich diese verzwickte Geschichte so auch nicht erzählen können :-) Dennoch hoffe ich, du bist dennoch gespannt, wie es weiter geht.
Liebe Grüße
Claudia

Offline ysa

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 388
Liebe Claudia - so ist es halt mit Leserinnen: man kann es nie allen gleichzeitig recht machen.  ;)

Und ich bin hier ja tatsächlich der einzige hoffnungslos unromantische Bücherwurm!

Alles Liebe!
« Letzte Änderung: 10. Januar 2018, 13:01:34 von ysa »
Liebe Grüße!
Miriam

Offline Ulrike Günkel-Kohl

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1643
Was sind sie doch stur und eigenwillig, die Bretonen! Unwillkürlich fühle ich mich gerade im letzten Teil dieses Abschnitts an die Monsieurs Asterix und Obelix und ihr Dorf erinnert!  ;)
Köstlich liest sich das. Und ich bin hin und hergerissen zwischen einem Lachen, das sich kaum bezähmen lassen und einem, das mir am liebsten in der Kehle steckenbleiben möchte...
Was hat Gwenaelle da nur angerichtet - und was muss der arme Sebastian wegen ihres Wirrwarrs erleiden!

Doch erstaunlicherweise ist er im Großen und Ganzen Herr der Lage. Weder ergreift er die Flucht vor diesem Dorf und seinen unmöglichen, wildgewordenen Bewohnern, noch empört er sich über die Behandlung, die ihm zuteil wird. Amüsiert er sich gar? Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass er, nachdem er von der Insel gerettet wurde und die Möglichkeit hatte, sich auszuruhen, ein stilles Vergnügen an der Tragikkomödie hatte, die sich da auf seine Kosten abspielte!

Und großartig, wie er am Schluss des Abschnitts mit seiner Rede das gesamte Dorf, bis auf Nicolas natürlich, auf seine Seite zog, wie er genau den Nerv der Leute traf! Eine männliche Ausgabe der Tante Valerie aus Paris, kommt mir dabei in den Sinn.
Summa summarum - ich finde keine andere Erklärung für seine Langmut als Liebe! Liebe zu Claire, die er am Schluss laut herausposaunt, denn als er da mit den vielen verschiedenen Blautönen begann, hat er das, davon bin ich überzeugt, vollkommen ernst gemeint!

Während Gwenaelle/Claire jetzt eine sehr originelle, redlich verdiente Lektion verpasst bekommt für ihre Schwindeleien, die nun, notgedrungen, eine nach der anderen ans Licht kommen ( und wie schwer sich Claire damit tut, wie sie sich innerlich und äußerlich windet und tausend Ängste durchlebt, ist amüsant und mitleiderregend gleichzeitig ). Doch nein, alle Lügen deckt sie nicht auf! Sie gibt nur zu, was sie nicht mehr länger aufrecht erhalten kann. Wie einst Scarlett O'Hara verschiebt sie den Rest auf morgen...

Doch die für sie bedeutsamen Enthüllungen, weil sie ihr ernsthaft ihren Job kosten können, warten schon vor der Tür: zuerstmal ist da Tante Valerie in Paris - in Polizeigewahrsam, wenn ich das richtig verstanden habe! Was um Himmels Willen hat sie denn da wohl in der Ausstellung angestellt? Dass sie wirklich etwas stehlen wollte, sie, die doch alles hat, was sie für das Leben, das sie führt, braucht, sie die perfekte Lebenskünstlerin, glaube ich auf keinen Fall. Es sei denn, sie war kurzfristig geistig umnachtet, wofür aber keine Anzeichen sprechen. Was sonst mag da geschehen sein?

Im Moment könnte Claire sie nur erreichen, indem sie sich auf den Weg nach Paris macht. Ihr Handy ist futsch und mit ihm all die gespeicherten Kontakte.
Der Fluch der Technik! Und wie hilflos man doch mit einem Mal ist, wenn diese versagt! Das sollte einem eine kleine Warnung sein, manchmal auch noch Stift und Papier zu benutzen. Aber das gehört nicht hierher...
Ich bin nun extrem neugierig, welche Wendungen, die das heillose Kuddelmuddel entwirren und erklären, in den letzten beiden verbleibenden Abschnitten auf uns warten!

Offline Ulrike Günkel-Kohl

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1643
Maelys hat ungeahnte Fähigkeiten: Sie kann den Außenborder bedienen. Ich glaube, sie hat viel vom Vater gelernt. Claudia hingegen hat Angst vor dem Wasser, vor dem Meer.

Ja, die Schwester hat so einige Talente ( Backen scheint aber nicht dazu zu gehören  ;)).
Claires Seekrankheit jedoch hat mich schon sehr überrascht. Dass sie Angst vor dem Meer hat, ist aber wohl eher auf den Unfall des Vaters zurückzuführen, der, so wurde bereits angedeutet, offensichtlich im Meer umgekommen ist.

Claire sollte sich auch dringend um ihre Tante Valerie kümmern, da sie ja scheinbar verhaftet wurde.

Das Problem ist, sie zu kontaktieren, da sie ja keine Telefonnummern mehr hat, durch den denkbar ungeschickten Verlust des Handys. Sie muss schon nach Paris fahren...

Offline Ulrike Günkel-Kohl

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1643
Hmmm... es tut mir leid: anscheinend bin ich die einzige, die die Wolkenfischerin  nicht als wundervoll romantische Slapstick-Komödie lesen kann, als Märchen ohne wirklichen Realitätsanspruch...

Na klar, ein Märchen! Ein zauberhaftes Märchen voller Verwirrungen und anrührender Szenen! So habe ich den Roman von Anfang an gelesen und keine Sekunde nach dem Realitätsanspruch gefragt. Und deshalb kann ich auch meine ungetrübte Freude an und mit dem Buch haben.
Aber natürlich gehen wir alle mit den unterschiedlichsten Erwartungen an eine Lektüre heran - die meinen erfüllt die Geschichte voll und ganz... ;)

( ... ) Aber warum hat sie dann die knapp 10 Jahre, die sie nun in Berlin ist, nicht genutzt um das Studium nachzuholen? Besser spät als nie - und das Thema interessiert sie doch offensichtlich!

Gasthörerin war sie ja - schon das warf so einige Fragen bei mir auf, auf deren Beantwortung ich aber geduldig warte...

Interessant ist auch Valéries Verhaftung - es wird sicher noch erklärt, wie es dazu kommen konnte! Denn eine Valérie lässt sich sicher nicht ohne einen triftigen Grund verhaften! 8)

Kurzfristig hatte ich die Idee von einer geistigen Umnachtung. Ansonsten aber kann ich mir nicht erklären, warum Valerie versucht haben sollte, ein Ausstellungsstück zu stehlen...
 
Maelys gâteau breton ist gestern wirklich ganz ausgezeichnet gelungen - herzlichen Dank für das Rezept! :blume:

Ah, ich wollte mich schon nach dem Resultat erkundigen ( ich habe ihn fürs Wochenende auf dem Backplan  ;))

Offline Caren

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 926
Claire verstrickt sich immer mehr in Lügen - diesmal mit heftigen Konsequenzen für ihren Chef. Und sie muss die Erfahrung machen, dass die Sache nicht aus der Welt ist, wenn man vor versammelter Mannschaft zugibt, dass man gelogen hat. Sebastians Reaktion und seine „Rede“ fand ich total klasse! Und die Liebeserklärung..... *dahinschmelz*
Nikolas ist bei mir jetzt kompett unten durch. So ein Schnösel...  >:( Anfangs dachte ich nicht, er und Gwenaelle könnten ein Paar werden, aber das ist jetzt rum.

Was mag wohl in Paris vorgefallen sein? Dass Valérie ein Bild stehlen wollte, kann ja nur ein Missverständnis sein, oder??? Wie will Claire sie erreichen? Oder wird man sie vielleicht sogar kontaktieren, weil sie die Inhaberin des Presseausweises ist? Aber wer weiß, wo sie ist? Und ihr Handy ist ja auch nicht mehr zu erreichen. Sehr verworren!

Maelys macht beim besten Willen nicht den Eindruck, als bräuchte sie eine Betreuung. Sie nimmt eher das Ruder in die Hand und kümmert sich um Claire und ihre Belange.

Maelys war dabei, wie ihr Vater ums Leben gekommen ist? Habe ich das richtig verstanden? Rührt daher auch ihre Sprachlosigkeit? Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat sie gesprochen, bis ihr Vater gestorben ist.

Später gebe ich noch meinen Senf zu euren Kommentaren ab, jetzt muss erst mal der Hund an die Luft.
Liebe Grüße, Caren

-----------

Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.

(Charles-Louis de Montesquieu)

Offline Caren

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 926
( ... ) Aber warum hat sie dann die knapp 10 Jahre, die sie nun in Berlin ist, nicht genutzt um das Studium nachzuholen? Besser spät als nie - und das Thema interessiert sie doch offensichtlich!
Gasthörerin war sie ja - schon das warf so einige Fragen bei mir auf, auf deren Beantwortung ich aber geduldig warte...

Ich warte auch, allerdings nicht ganz so geduldig....  ;)

Zitat

Interessant ist auch Valéries Verhaftung - es wird sicher noch erklärt, wie es dazu kommen konnte! Denn eine Valérie lässt sich sicher nicht ohne einen triftigen Grund verhaften! 8)

Kurzfristig hatte ich die Idee von einer geistigen Umnachtung. Ansonsten aber kann ich mir nicht erklären, warum Valerie versucht haben sollte, ein Ausstellungsstück zu stehlen...
 

Ich denke (und hoffe!), dass das Ganze nur ein Missverständnis ist. Der falsche Presseausweis - ok., das war klar. Aber dass sie ein Bild klauen wollte, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Liebe Grüße, Caren

-----------

Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.

(Charles-Louis de Montesquieu)

Offline Caren

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 926
Hmmm... es tut mir leid: anscheinend bin ich die einzige, die die Wolkenfischerin  nicht als wundervoll romantische Slapstick-Komödie lesen kann, als Märchen ohne wirklichen Realitätsanspruch...

Also von der Realität ist dieser Roman weit entfernt, davon bin ich von Anfang an ausgegangen. Klar, manche Szenen sind überspitzt, übertrieben und völlig unrealistisch. Aber es macht mir trotzdem Spaß, es zu lesen. Herrlich unterhaltsam.


Aber zum Glück sind die Geschmäcker verschieden! Ich war auch schon in einer Leserunde die einzige, die mit dem Buch nicht klarkam.
Liebe Grüße, Caren

-----------

Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.

(Charles-Louis de Montesquieu)

Offline Ulrike Günkel-Kohl

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1643
Aber zum Glück sind die Geschmäcker verschieden! Ich war auch schon in einer Leserunde die einzige, die mit dem Buch nicht klarkam.

Ja, ich auch! Habe mich dann als schwarzes Schaf gefühlt und mich gefragt, ob etwas mit mir nicht stimmt, ob ich zu blöd bin, zu verstehen, was der Autor/die Autorin uns sagen wollte.
Das ist aber die falsche Einstellung, denn, wie Caren ganz richtig sagt, die Geschmäcker sind halt verschieden. Und das ist auch gut so!  ;D

Offline ysa

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 388
Ja, ich auch! Habe mich dann als schwarzes Schaf gefühlt und mich gefragt, ob etwas mit mir nicht stimmt, ob ich zu blöd bin, zu verstehen, was der Autor/die Autorin uns sagen wollte.
Das ist aber die falsche Einstellung, denn, wie Caren ganz richtig sagt, die Geschmäcker sind halt verschieden. Und das ist auch gut so!  ;D

Nein... diese Gedanken hab ich eigentlich gar nicht! Es ist halt einfach so!
Es hat mir nur leid getan, weil ich dann das Gefühl hatte, dass ich damit die Diskussion hier ein wenig blockiert habe und das wollte ich Claudia auf keinen Fall antun.  :blume:
 
Ansonsten muss aber jeder Autor einfach damit rechnen, dass das Buch manchmal auch in falsche, hier völlig unromantische und gerade nicht märchenhaft aufgelegte Hände fällt!

 :winken:
Liebe Grüße!
Miriam

Offline Heimfinderin

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 5842
Ansonsten muss aber jeder Autor einfach damit rechnen, dass das Buch manchmal auch in falsche, hier völlig unromantische und gerade nicht märchenhaft aufgelegte Hände fällt!

Genau, es kann nicht jedes Buch zu jeder Leserin/jedem Leser passen, dafür gibt es ja zum Glück so viele tolle unterschiedliche Bücher.  :) Hier darf jeder in den Leserunden seine ehrliche Meinung freundlich vertreten und es ist daher völlig in Ordnung, dass du schreibst, warum dir das Buch nicht gefällt.

Mir persönlich gefällt es immer noch sehr gut, aber ich lese auch grundsätzlich sehr gerne solch etwas überspitze Geschichten, die mich innerlich mit den Augen rollen lassen, über das Verhalten der Protagonisten, aber gleichzeitig eben auch mitfiebern lassen, wie sich die von ihnen erzeugten Knäuel wohl wieder auflösen. Dazwischen der Humor und eben auch die lebendigen und teils schrägen Figuren, das macht mir einfach Spaß zu lesen.  :)

Und natürlich kam es wie ich einen Abschnitt vorher noch befürchtet habe: alle stürzen sich auf  den armen Hellwig und Luik und sein Kollege stellten wirklich Schlimmes an auf See. Sie lassen ihn zwar nicht kentern, aber fast. Die Insel ist nun wirklich nicht besonders viel Boden unter den Füßen. Meine Ahnung hat sich also bestätigt, dass Claire da mit ihrer Geschichte ziemlich viel Mist gebaut hat.

Doch erstaunlicherweise ist er im Großen und Ganzen Herr der Lage. Weder ergreift er die Flucht vor diesem Dorf und seinen unmöglichen, wildgewordenen Bewohnern, noch empört er sich über die Behandlung, die ihm zuteil wird. Amüsiert er sich gar? Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass er, nachdem er von der Insel gerettet wurde und die Möglichkeit hatte, sich auszuruhen, ein stilles Vergnügen an der Tragikkomödie hatte, die sich da auf seine Kosten abspielte!

So ein bisschen kam es  mir stellenweise auch vor. Allein schon, dass er dorthin in Urlaub gefahren ist, nachdem Claire ihm alle negativen Aspekte der Gegend aufgezählt hatte, hat mir das Gefühl gegeben, dass er gerade diesen Kontrast, dieses Raue und ungemütliche (unbewusst) gesucht hat. Vielleicht ist ihm sein Leben zu "glatt", zu sehr in Bahnen vorgegeben, zu sehr  auf Profit und Ansehen ausgelegt, zu sehr geregelt und langweilig? Irgendwas in der Art - weshalb für ihn jetzt dieses Abenteuer und diese gegensätzliche Lebensart gerade spannend und "lustig" vorkommt? Und dazu natürlich Claire, in die er offensichtlich verliebt ist und die er nicht im Stich lassen will.

Und großartig, wie er am Schluss des Abschnitts mit seiner Rede das gesamte Dorf, bis auf Nicolas natürlich, auf seine Seite zog, wie er genau den Nerv der Leute traf! Eine männliche Ausgabe der Tante Valerie aus Paris, kommt mir dabei in den Sinn.
Summa summarum - ich finde keine andere Erklärung für seine Langmut als Liebe! Liebe zu Claire, die er am Schluss laut herausposaunt, denn als er da mit den vielen verschiedenen Blautönen begann, hat er das, davon bin ich überzeugt, vollkommen ernst gemeint!
Das hat er auf jeden Fall ernst gemeint, das hat sich für mich sofort so angefühlt und ich hätte Claire schütteln können, als sie dabei an eine Lüge von ihm dachte, nur, um aus der Sache rauszukommen. Ja, ich hatte hier auch den Gedanken, dass Hellwig sich gut mit Valérie verstehen würde. Was sie kann, kann er auch: den Leuten das geben, was sie sich wünschen und damit seine Ziele erreichen.  ;D

Während Gwenaelle/Claire jetzt eine sehr originelle, redlich verdiente Lektion verpasst bekommt für ihre Schwindeleien, die nun, notgedrungen, eine nach der anderen ans Licht kommen ( und wie schwer sich Claire damit tut, wie sie sich innerlich und äußerlich windet und tausend Ängste durchlebt, ist amüsant und mitleiderregend gleichzeitig ). Doch nein, alle Lügen deckt sie nicht auf! Sie gibt nur zu, was sie nicht mehr länger aufrecht erhalten kann. Wie einst Scarlett O'Hara verschiebt sie den Rest auf morgen...
Guter Vergleich! Nur das Nötigste zugeben und den Moment verstreichen lassen, in dem man die ganze Wahrheit hätte sagen können. Auch hier hätte ich Claire schütteln können. Jetzt hatte sie die Chance auf Ehrlichkeit und "Klar Schiff machen" und auch besonders das Angebot auf Vertrauen und missbraucht es sofort. Oh menno, ob Hellwig später auch noch das so schnell verzeihen kann, wenn er es herausfindet?

zuerstmal ist da Tante Valerie in Paris - in Polizeigewahrsam, wenn ich das richtig verstanden habe! Was um Himmels Willen hat sie denn da wohl in der Ausstellung angestellt? Dass sie wirklich etwas stehlen wollte, sie, die doch alles hat, was sie für das Leben, das sie führt, braucht, sie die perfekte Lebenskünstlerin, glaube ich auf keinen Fall. Es sei denn, sie war kurzfristig geistig umnachtet, wofür aber keine Anzeichen sprechen. Was sonst mag da geschehen sein?
Mein Gedanke war hier, dass sie etwas, ein Bild, genommen hat, was sie wiedererkannt hat, und rechtens ihr oder Claire oder jemand anderem gehört. Vielleicht sogar das Bild von Marlene, das damals in der Galerie war, zu der sie Gwenaelle mitgenommen hatte, um ihr zu zeigen, dass sie nachts putzt. Ich musste nämlich wieder an das abgehackte Telefonat denken, als sie Claire gegenüber erwähnte, sie hätte "ihren Augen nicht getraut" als sie irgendwen gesehen hatte. Und vielleicht war es nicht irgendwer, sondern irgendwas Ich kann mich an die genaue Worte nicht erinnern, dachte nur, sie hat eine Person damit gemeint. Aber vielleicht hat sie ein Bild damit gemeint und resolut wie sie ist, hat sie es versucht zu nehmen und wollte damit zur Polizei, um zu melden, dass es geklaut ist oder so etwas. Und dabei wurde sie dann als Diebin festgenommen. So kann ich mir das vorstellen.  ;D

Maelys war dabei, wie ihr Vater ums Leben gekommen ist? Habe ich das richtig verstanden? Rührt daher auch ihre Sprachlosigkeit? Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat sie gesprochen, bis ihr Vater gestorben ist.
Ja, so habe ich das auch verstanden.
« Letzte Änderung: 14. Januar 2018, 12:53:32 von Heimfinderin »
Liebe Grüße
Barbara

Offline Ulrike Günkel-Kohl

  • Global Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1643
Mir persönlich gefällt es immer noch sehr gut, aber ich lese auch grundsätzlich sehr gerne solch etwas überspitze Geschichten, die mich innerlich mit den Augen rollen lassen, über das Verhalten der Protagonisten, aber gleichzeitig eben auch mitfiebern lassen, wie sich die von ihnen erzeugten Knäuel wohl wieder auflösen. Dazwischen der Humor und eben auch die lebendigen und teils schrägen Figuren, das macht mir einfach Spaß zu lesen.  :)

Da hast Du wunderschön auch gleichzeitig meine Gedanken in Worte gefasst, denn ich fühle mich rundum wohl mit diesem Roman, was ich gehofft hatte nach der Inhaltsbeschreibung!
Nicht immer erfüllen diese freilich die in sie gesetzten Erwartungen und manchmal ist die Auswahl eines Buches ein wenig wie ein Vabanquespiel, gerade in den Leserunden. Das habe ich jetzt schon einige Male hier zu spüren bekommen... :(
Diese Geschichte aber ist genau das zauberhafte Märchen, das ich mir darunter vorgestellt habe!

( ... ) Jetzt hatte sie die Chance auf Ehrlichkeit und "Klar Schiff machen" und auch besonders das Angebot auf Vertrauen und missbraucht es sofort. Oh menno, ob Hellwig später auch noch das so schnell verzeihen kann, wenn er es herausfindet?

Im Zweifel für den Angeklagten... Ein klitzekleines bisschen kann ich Claire schon verstehen: da hat sie sich nun durchs Leben gelogen ( wenigstens zehn Berlin-Jahre lang ) und soll plötzlich vom Saulus zum Paulus werden? Ich halte ihr zugute, dass sie gar nicht so recht weiß, wie das geht.
Allerdings fürchte ich wie Du, dass auch Hellwigs Langmut seine Grenzen hat!

Mein Gedanke war hier, dass sie etwas, ein Bild, genommen hat, was sie wiedererkannt hat, und rechtens ihr oder Claire oder jemand anderem gehört. Vielleicht sogar das Bild von Marlene, das damals in der Galerie war, zu der sie Gwenaelle mitgenommen hatte, um ihr zu zeigen, dass sie nachts putzt. ( ... )

Das ist eine gute Idee! Doch Marlenes Bild war es sicher nicht, da es bei der Ausstellung um "junge Künstler" ging - Marlenes Bild aber sahen Valerie und Gwenaelle ja bereits vor neunzehn Jahren.

 

Weblinks

Literaturschock Facebook Twitter

Internes

Mediadaten & Presse Impressum & Kontakt Datenschutzerklärung