Autor Thema: 06 - Kapitel 11 bis Ende (S. 353 bis Ende)  (Gelesen 7229 mal)

Offline Olima

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Hallo zusammen

Diese letzten Kapitel standen doch deutlich im Zeichen der mittelalterlichen Medizin und Imas neuem Lebensweg. Wenn ich mich die ganze Zeit gefragt habe, was aus ihr wird: diese Aufnahme in Trotas Haushalt und ihre intensive Beschäfigung mit den damaligen Heilmethoden haben bei mir ein sehr gutes Gefühl hinterlassen; ich meine, sie ist nun am Ende ihrer Pilgerreise angekommen. Da ändert nun ihr Zusammentreffen mit Gérard auch nichts daran, denn egal wie es mit den beiden weitergeht, die innere Berufung zur Ärztin und Heilerin wird ihr bleiben. Egal ob als Ima von Lindisfarne oder als Madame de Hauteville. Da lege ich mich mal fest. ;)

Irgendwie ist Ima wirklich an ihr Ziel angekommen. Als Trotas Schülerin und *spekulier* Nachfolgerin hat sie endlich eine Berufung gefunden, die sie erfüllt. Nach den ganzen letzten unruhigen Monaten mit vielen Menschen die gekommen und gegangen sind, ist hier der Endpunkt, oder zumindest ein Meilenstein ihrer Reise.


Die Szene, als die beiden sich im Hafen begegnen, fand ich wieder sehr eindringlich und bewegend; ein magischer Moment. Auch dass das Bild des Mosaiks mit dem passenden Stein nochmal auftaucht, fand ich sehr schön.

Magisch  ;D, genau. Das die beiden am Ende ganz eng beieinander stehen, zeigt, dass sie (hoffentlich) endlich zueinander gefunden haben. Das Gleichnis mit dem Mosiak hat mir auch sehr gut gefallen.

Die Aussöhnung mit ihrem Vater war mir ein bisschen mager; nur dieser Zopf soll plötzlich alles wegwischen, was zwischen den beiden vorgefallen ist? Ich weiß nicht...  da hätte ich schon gerne noch so einen kleinen Dialog zwischen den beiden gelesen, meinetwegen schon auf der Schiffsrampe. So wirkt das alles recht willkürlich.

Der Zopf als Symbol der Versöhnung, auch für mich etwas mager. Dass sie am Ende bei Gerard bleibt und nicht mit ihrem Vater erst nach Santiago und dann weiter nach Norden fährt zeigt, dass sie endlich angekommen ist und nicht mehr weiter suchen muss.

Sehr traurig fand ich dann das Sterben des Papstes, das so völlig einsam vonstatten gegangen wäre, wenn Ima nicht dafür gesorgt hätte, dass Menschen um ihn herum sind. Er war dann zwar nicht allein, aber ein bitterer Beigeschmack blieb.

Die Sterbeszene war schon sehr eindringlich, gut gefallen hat mir, dass der Pabst, obwohl er irgendwie schon eine Art Marionette der Herrschenden war, doch sehr viel mehr weiß und ahnt als andere ihm zutrauen, also Pabst nicht nur als Posten sondern auch als Berufung.
Übrigens hat es mir viel Mühe bereitet mir vorzustellen, daß es für einen mittelalterlichen Menschen einen affront darstellt, allein sterben zu müssen! Ich habe viele Sterbende in meinemLeben begleitet, und ich war immer froh, allein mit ihnen zu sein, froh um Ruhe und Stille und habe den Krach von draußen furchtbar gefunden.
Im Mittelalter war das wohl anders - der, der alleine sterben musste, war ein bedauernswerter Tropf.
GANZ komisch.
Das hat mich beim Lesen auch erst sehr erstaunt, den Strebenden besuchen um diesen zu ehren, heutzutage undenkbar.

...Stimmt mit dem Namen der Schwester.
Überdies spielt sie nun so gar keine Rolle - wozu ein Name?
Mit dem Namen bringt die Person Nähe - will man nicht immer.

Aber als Leser wartet man auf solche Details, weil man zu Beginn des Buches erstmal alles aufsaugt, was an Personen und Informationen geboten wird. Erst zum Ende kann man unterscheiden, was wichtig für das Buch, den Leser und den Autor ist, ich denke darum kommen in den ersten Teilen einer Leserunde viele Fragen zu Randpersonen.

Obwohl mich würde ja schon interessieren, was aus Imas Pilgergruppe geworden ist  ;)

 :winken:

Olima




Offline Tammy1982

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Irgendwie ist Ima wirklich an ihr Ziel angekommen. Als Trotas Schülerin und *spekulier* Nachfolgerin hat sie endlich eine Berufung gefunden, die sie erfüllt. Nach den ganzen letzten unruhigen Monaten mit vielen Menschen die gekommen und gegangen sind, ist hier der Endpunkt, oder zumindest ein Meilenstein ihrer Reise.
Ja, ich denke auch, dass Ima hier zumindest einen sehr großen Meilenstein in ihrem Leben erreicht hat. Die Vorstellung, dass sie vllt. die Nachfolge von Trota antritt, finde ich auch sehr schön!  :herz:

Liebe Grüße
Tammy

Offline Heimfinderin

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Die Sterbeszene war schon sehr eindringlich, gut gefallen hat mir, dass der Pabst, obwohl er irgendwie schon eine Art Marionette der Herrschenden war, doch sehr viel mehr weiß und ahnt als andere ihm zutrauen, also Pabst nicht nur als Posten sondern auch als Berufung.

Und besonders durch die Szene am Brunnen und auch diese Sterbeszene wurde diese Marionette, mit der man erst gar nicht viel anfangen konnte und die mir auch so von der Ferne nicht sonderlich sympathisch erschien, erst menschlich.
Liebe Grüße
Barbara

 

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