Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler!)  (Gelesen 3577 mal)

Offline Miramis

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Hier ist Platz für die Rezensionen und Meinungen (zur Leserunde allgemein), die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.

Bitte vermeidet Spoiler in den Rezensionen und verratet nichts Handlungsrelevantes.   

Offline Annabas

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Helene Luise Köppel – Die Affäre Calas



Inhaltsangabe:

Sandrine Feuerbach, Rechtsanwältin in Nürnberg, reist nach Toulouse, um das ihr von ihrer Tante Charlotte vererbte Haus zu besichtigen.
Hier erfährt sie, dass sie ein Mitglied der Familie Calas ist, deren Vorfahren im Jahre 1761 in einen handfesten Justizskandal verwickelt waren, der weit über Toulouse hinaus Wellen schlug. Da Sandrine auch von privaten Problemen gebeutelt wird (ihre Ehe mit Sam Feuerbach scheint am Ende zu sein) beschließt sie, sich eine Auszeit zu gönnen, die Briefe und Protokolle des Justizskandals erneut juristisch zu beleuchten und ihre Ergebnisse vielleicht sogar zu veröffentlichen. Dabei droht sie Geheimnisse zu enthüllen, die manche Leute in Sandrines Umfeld lieber versteckt lassen würden. Nachdem sich Sandrine von Drohungen nicht beeinflussen lässt, schrecken ihre Gegner auch vor weiter führenden Maßnahmen nicht zurück, um die wahren Hintergründe der „Affäre Calas“ weiter im Dunklen ruhen zu lassen ...
Der Roman spielt in der heutigen Zeit.

Meine Meinung zum Buch:

Ich habe dieses Buch in relativ kurzer Zeit verschlungen. Vom Stil her ist es flüssig geschrieben und leicht zu lesen, auch die vielen (notwendigen) Hintergrundinformationen sind sehr interessant aufbereitet und machen Lust, sich in die verschiedenen Themenbereiche noch tiefer einzulesen.
Beim Lesen habe ich mich immer sehr wohl gefühlt.

Der erste Teil des Buches wird in zwei Zeitebenen erzählt: zum einen das „Heute“ und zum anderen das „Vor einem Jahr“. Hier baut sich schon die erste Spannung auf, denn der Leser erfährt, dass „Vor einem Jahr“ etwas Schlimmes und Unerwartetes passiert sein muss, das es im „Heute“ aufzunehmen und zu lösen gilt.
Der Leser wird während der Erzählung langsam mit Informationsbröckchen aufgefüttert, so dass er viel Raum hat, über die Lösung der „Affäre Calas“ nachzudenken und zu spekulieren. Allerdings weisen diese Informationsbröckchen in alle möglichen Richtungen, so dass ich öfters in meinen Überlegungen von vorne anfangen musste, was die Spannung natürlich erhöht hat. Die Verknüpfung der Informationen gegen Ende des Buches war dann für mich sehr überraschend und nicht in dieser Art vorhersehbar.
Die Ereignisse und Vorfälle im Buch sind fesselnd geschrieben, so dass ich gerne auch längere Zeit darin lesen wollte. Ich fühlte mich mitten im Geschehen und fieberte beim rasanten Finale richtig mit.

Sehr gut haben mir auch die Beschreibungen der Gebäude, Kunstwerke und Landschaften gefallen, sie machen Lust, die Gegend um Toulouse sofort zu besuchen.

Die Hauptpersonen Sandrine, Henri und Steffi sind gut charakterisiert und wirken sympathisch. Da der Leser auch etwas über ihr Vorleben erfährt, kann er sich gut in die Personen und ihr Verhältnis zueinander hineindenken und damit ihr Vorgehen und ihre Motive nachvollziehen.
Lediglich beim geheimnisvollen „Sokrates“ hätte ich mir noch ein paar Hintergrundinformationen gewünscht. Seine Motive wurden mir nicht so deutlich wie bei den anderen Hauptpersonen. Aber das ist kein wesentlicher Kritikpunkt für mich.
Nicht nur die Hauptpersonen, auch die Nebenfiguren sind so gut gezeichnet bzw. charakterisiert, dass ich mir ein deutliches Bild von ihnen machen konnte.
Die Figuren lassen sich meistens nicht immer sofort in „Gut“ und „Böse“ einteilen, ich habe mich beim Lesen öfters gefragt, auf welcher Seite die eine oder andere Person nun steht und auch immer wieder meine Meinung geändert. Dies hat auch dazu beigetragen, dass die Geschichte interessant, spannend und unberechenbar blieb.

Meine Bewertung: Es ist ein wirklicher  :buchtipp:

Leserundenfazit:
Ich habe die Leserunde sehr genossen und bedanke mich vor allem bei Helene Luise Köppel, die uns sehr freundlich begleitet hat und immer wieder interessante Informationen lieferte, die über das eigentliche Geschehen im Buch hinaus gingen.
Auch an die anderen Leserundenteilnehmerinnen vielen Dank, es war klasse, mit euch zu lesen und machte mir großen Spaß.

Viele Grüße von Annabas :winken:
:lesen:   "Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen." Marcus Tullius Cicero

Offline SheRaven

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  • Ich bin als Kind in die Buchstabensuppe gefallen!
Ich möchte mich zuerst einmal bei Helene für die wirklich ausgesrochen intensive und gute Leserundenbegleitung bedanken. Das Lesen mit dir hat unheimlich viel Spaß gemacht und dein Buch hast du mir mit deinen Erklärungen auf jeden Fall sehr nahe gebracht.

Genauso wie die Gegend um Toulouse. Ich würde am liebsten sofort hinfahren und mit dem Buch in der Hand auf Sandrines Spuren wandeln. Besonders natürlich, um die oft erwähnten schwarzen Madonnen zu sehen, die sich mir sehr intensiv eingeprägt haben.

Das Buch habe ich als äußerst dicht und intensiv empfunden. Helene L. Köppel hat immer die richtige Dosierung gefunden, ihre Leser mit  Worten zu fesseln, zu umklammern und dann, bevor der Leser in ernsthafte Atemnot gerät, lockert sie ihren literatischen Griff ganz langsam.  :schwitzen:

Besonders gefallen hat mir auch die Rolle des Voltaire, sie hat mich neugierig auf seine Person und seine Texte gemacht.

Die Affäre Calas ist auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch dass einem auf leichte Art und Weise ein Stück Geschichte nahebringt.

Liebe Grüße
SheRaven

Offline lesegrete

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Die Affäre Calas

Nach dem Tod ihrer Tante Charlotte erbt die junge Anwältin Sandrine nicht nur ein erhebliches Vermögen, sondern auch eine ungeklärte Familiengeschichte.
Die Wurzeln dieser Familientragödie reichen zurück in die Zeit Voltaires, der Glaubenkriege und -verfolgung.
Sandrine setzt alles daran, die "Affäre Calas" ans Licht der Gegenwart zu bringen und gerät damit selbst in den Strudel von Gewalt, Verbrechen und Korruption. Die Protagonistin Sandrine wirkt dabei verletzlich und mutig.

Die Geschicht wird auf 3 Handlungsebenen erzählt:
die Gegenwart
die Zeit vor einem Jahr
und die Zeit der Familie Calas in Toulouse im 18. Jahrhundert.

Helene, Luise Köppel gelingt es hervorragend, diese 3 Handlungsstränge miteinander zu verweben.
Patchworkartig erschließt sich dem Leser die Tragweite der "Affäre Calas", deren dunkel Schatten bis in die Gegenwart reichen.

Auch der Schluss des Buches präsentiert keine endgültige Lösung. Er entlässt den Leser in eine Welt, in der der dunkle Schatten der "Affäre Calas" noch immer gegenwärtig scheint. Wer sich als Leser in die "Affäre Calas" begeben hat, wird diesem Schatten nicht entrinnen, selbst wenn das Buch längst im Regal steht. Dies hebt das Buch von den üblichen Thrillern ab. Helene Köppel ist es gelungen, in unterhaltsamer Form Kritik- und Geschichtsbewusstsein ihrer Leser zu schärfen.

Diese Leserunde wurde in liebevoller Weise von der Autorin begleitet, die nicht müde wurde, auf all unsere  Fragen und Anmerkungen einzugehen.  Es hat sehr viel Spaß gemacht, an dieser Leserunde teilzunehmen.

Vielen Dank an alle Mitleser und natürlich an dich, Helene
lesegrete
 
Du öffnest ein Buch, das Buch öffnet dich.

Chinesisches Sprichwort

Offline Tammy1982

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Hallo Ihr Lieben,

dann möchte ich mich doch auch hier noch verewigen!  ;D

Das Buch:
Sandrine Feuerbach reist, nach dem sie von dem Tod von ihrer Tante erfahren hat, nach Toulouse, um an ihrer Beerdigung teilzunehmen, die Formalitäten zu klären und ihr Erbe anzutreten. Da sie ein sehr inniges Verhältnis mit ihrer Tante hatte, ist ihr schon von Anfang an klar, dass sie die Alleinerbin des Vermächtnisses ihrer Tante sein würde. Jedoch findet sich in der Hinterlassenschaft ihrer Tante auch noch ein Familiengeheimnis, auf dessen Spur sich Sandrine begibt. Ohne es zu bemerken gerät sie dabei in einen Strudel aus Verrat, Intrigen und Lügen, der sie bald in Todesgefahr bringt.

Aus der Ich-Perspektive erfahren wir von Sandrine wie sie von der Erbschaft ihrer Tante erfährt, wie sie schön langsam dem Familiengeheimnis auf die Spur kommt und wie sich damit ihr Leben rapide verändert. Schön zu beobachten ist dabei, wie Sandrine sich schließlich im Laufe der Geschichte, auch aufgrund der Gefahren etc. verändert und wie es einem Menschen ergeht, dessen gesamtes Leben durch ein Erbe so gut wie auf den Kopf gestellt wird.

Sandrine ist dabei eine sehr sympathische junge Frau, in die ich mich als Leser richtig gut hinein versetzen konnte und die mir von der ersten Seite an sehr nah war. Auch die Figuren neben Sandrine, konnte man als Leser kennenlernen und welche Figur auf welcher Seite steht, war so eindeutig nicht zu bestimmen. Im Laufe des Buches kristallisierten sich bei vielen Personen noch Charaktereigenschaften heraus, die vorher noch nicht so präsent waren und einige der Figuren dann doch in einem ganz anderen Licht darstehen ließen.

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht. Positiv erwähnen möchte ich hier auch die Zitate von Voltaire, mit denen jedes Kapitel beginnt und den Leser auf den Inhalt des Kapitels einstimmt und die doch relativ kurzen Kapitel, die mir die Möglichkeit gaben doch mal eine Lese-Pause einzulegen, auch wenn das Buch gerade noch so spannend war.

Helene Köppel schafft es sehr gelungen, einen Bogen aus der Gegenwart in die Vergangenheit zur Affäre Calas zu spannen und am Ende alles miteinander in Verbindung zu bringen. Außerdem liefert sie historische Informationen und religöse Hintergründe, von denen ich bis dato noch gar nichts gehört hatte, wie die Anbetung der Schwarzen Madonna und die Weißen Büßer. Gleichzeitig darf man diesen Thriller aber nicht in die Reihe der gerade in Mode gekommenen Kirchenthriller einsortieren, sondern eher als Thriller, der ein sehr genaues, wenn auch sehr trauriges Bild von Menschen in Machtpositionen und mit einem gewissen Ansehen, zeichnet.

Sehr positiv finde ich auch den Anhang am Ende des Buches, in dem die historischen Fakten aufgelistet werden und nochmal ein Überblick darüber gegeben, was Tatsache und was Fiktion ist.

Ein sehr spannendes Buch, dass mir einige aufregende Lesestunden beschwert hat und das ich gerne weiter empfehlen werde!  :winken:

Die Leserunde:
Liebe Helene, vielen lieben Dank für deine sehr intensive und ausführliche Begleitung.  :-* Die Fülle an Informationen, die du uns noch zusätzlich geliefert hast, fand ich sehr interessant und ich habe in dieser Runde mit dir eine Menge gelernt. Auch die Hintergrund-Geschichten zu einigen Themen, die du uns berichtet hast, fand ich klasse!  8)

Liebe Mädels, ich fand unsere Leserunde sehr angenehm und spannend. Es wurde wieder spekuliert, Thesen aufgestellt und ich fand es doch interessant zu beobachten, welche Meinung sich wer über welchen Protagonisten gebildet hat und welche Spekulationen am Ende doch richtig waren und wo wir total falsch lagen.
Mir hat diese Runde wieder sehr viel Spaß gemacht! Vielen lieben Dank dafür an euch alle!  :-* :winken:

Weitere Bücher von dir, liebe Helene, befinden sich schon auf meiner Wunschliste und falls mal wieder eine Leserunde zu einem deiner Bücher stattfinden sollte, bin ich auf jeden Fall mit dabei!  :winken:

Liebe Grüße
Tammy
« Letzte Änderung: 02. Juli 2008, 21:41:32 von Tammy1982 »

Offline Helene

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Liebe Leserunde,

ich möchte mich bei euch allen recht herzlich bedanken, nicht nur für die guten Rezensionen, auch für das gemeinsame Lesen und Reden. 
Das waren schöne Tage für mich, in denen ich - inzwischen zwei Romane weiter - noch einmal tief in "Die Affäre Calas" eingetaucht bin.
Eure interessanten Gedanken und spitzfindigen Vermutungen musste ich zwar oft frei laufen lassen, um nichts zu verraten, aber sie haben mich zum Nachdenken gebracht, zum "was wäre gewesen, wenn ..."  Beim Romanschreiben geht es ja oft zu, wie im richtigen Leben:  Eine geringe Abweichung nur,  ein "Seitensprung"  ;D  - und schon kann sich alles in eine andere Richtung entwickeln. Doch spätestens bei der Abgabe der Druckfahnen ist Schluss. Dass es jetzt, bei dieser Leserunde, noch einmal von vorne losging, dass so viele phantasievolle, aber auch kluge Gedanken von euch kamen, verdient meinen Respekt!

Dazu passt ein Spruch von Hebbel: "Mit dem das Pferd nie durchgeht, der reitet einen hölzernen Gaul!" (Tourniers Gemälde?  ;) )

Meine Wünsche an euch: Lasst auch weiterhin die Pferde der Phantasie galoppieren!  :)

Gerne stelle ich mich irgendwann wieder für eine Leserunde zur Verfügung!  :lesen:


Liebe Grüße

Helene

Ich schau natürlich noch eine Weile hier rein, falls noch Fragen auftauchen! :)











Offline apassionata

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  • die, die als Kind nie lesen konnte...
Hallo liebe Leserunde,

nun will ich doch auch noch meine Meinung kundtun.

Zum Buch:
Als die junge Anwältin Sandrine Feuerbach ihre Tante aus dem südfranzösischen Toulouse beerbt, ahnt sie zunächst nichts von der lauernden Gefahr, die durch ein bisher geheimes Familienerbe entfacht wird. Doch ziemlich schnell sieht sich Sandrine inmitten all den überraschenden Puzzelteilchen rund um die Affäre Calas tief in einen Sog der Geheimniskrämerei gezogen. Schon bald weiß sie nicht mehr recht, wem sie in ihrem Umfeld noch trauen kann. Und dann sterben plötzlich zwei unschuldige Informanten.

Diese sehr intelligente und ausgeklügelte Geschichte um die junge Anwältin Sandrine Feuerbach in der heutigen Zeit und dem Schicksal der anverwandten Familie Calas im 18.Jahrhundert, konnte mich durchweg begeistern. Auch, oder gerade, da sie etwas anspruchsvoller zu lesen war. Hier fielen vor allem die vielen Zitate von Voltaire und seine Briefe über die Geschehnisse der damaligen Affäre Calas zur Zeit der Hugenottenvertreibung sehr positiv ins Gewicht. Sie machten mich neugierig auf mehr. Aber auch die gegenwärtige Geschichte um eine Junge Frau mit einem plötzlichen, großen Erbe, unerwarteten geheimen Briefen und ein Wiedersehen alter Freunde aus Kindertagen ist äußerst spannend.
In mehreren Zeitschichten geschrieben, wurde ich als Leserin mit vielen und fast schon unglaublichen Informationen und Hintergrundwissen zur damaligen Zeit gefüttert, ohne dass ich irgendwelche Längen feststellen konnte.
Eine wirklich gut gestrickte Mischung aus Gegenwartsspannung, Hintergrundrecherche zur damaligen Zeit und wunderschönen Beschreibungen.
Auch konnte die eine oder andere Nebenfigur mein Herz im Sturm erobern.

Für mich ein Buchtipp für alle, die auch mal gerne etwas Spezielleres lesen.    :buchtipp:
Denn es ist kein typischer 0815-Thriller. Er bietet auf anspruchsvolle Weise etwas mehr.  :zwinker:


Zur Leserunde:
Zunächst einmal ein ganz liebes Dankeschön an Helene selbst, die diese Leserunde sehr liebevoll und mit unglaublich viel Hintergrundmaterial begleitet hat.  :-*
Ein Dankeschön auch an alle Mitleserinnen und an Aldawen für die Moderation.
Mir haben auch diesmal wieder eure Spekulationen und Eindrücke gefallen, die ja auf jede Menge Fakten und Richtungen bauen konnten.  ;)
Ich empfand diese Runde als sehr informativ und gehaltvoll.


Liebe Grüssle
                  Marion :winken:
« Letzte Änderung: 03. Juli 2008, 12:01:13 von apassionata »
"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

Offline Miramis

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Hallo zusammen,

hier ist es ganz schön ruhig geworden - Zeit, endlich mein Fazit zu ziehen.  :)

Zur Leserunde:

Das war ja eine Turbo-Leserunde, so schnell wie wir alle mit dem Buch durch waren - Kunststück, man konnte es auch wirklich schlecht aus der Hand legen, wenn man mal angefangen hatte.  ;) Dadurch kam auch ganz schön Dynamik in die Runde, was mir sehr gefallen hat. Mir hat es wieder sehr viel Spaß gemacht, gemeinsam mit euch Spekulationen zu verfolgen, über manche Figuren zu lästern  ;D und mit anderen mitzufiebern. Danke an alle Teilnehmer für den netten Austausch.  :)

Sensationell fand ich die Begleitung unserer Autorin Helene L. Köppel - Helene, du hast das einfach wunderbar hinbekommen, uns mit einer Mischung aus Information und Humor die Lektüre deines Romanes noch spannender zu gestalten und uns ein wenig hinter die Kulissen schauen zu lassen. Vielen herzlichen Dank dafür!  :-* Ich bin jetzt natürlich von der Affäre Calas so angefixt, dass das nächste Buch aus deiner Feder schon in der Pipeline ist, nämlich "Die Erbin des Grals" und ich bin überzeugt, dass dieser Roman ebenso mitreissend sein wird wie der eben gelesene. Ich hoffe, es folgen noch viele weitere von dieser Sorte (und vielleicht auch mal wieder eine Leserunde  ;)).

Zum Buch:

"Die Affäre Calas" hat mich vom ersten Augenblick an gefesselt, eine gelungene Mischung aus Thriller, Historischem Roman und Mystery, die sich Helene L. Köppel da ausgedacht hat. Dabei ist die Affäre Calas ein Fall, der tatsächlich passiert ist und der seiner Zeit sehr viel Aufmerksamkeit erfuhr, nicht zuletzt durch den engagierten Einsatz von niemand geringerem als dem Schriftsteller und Philosophen Voltaire, der ihn neu aufrollte.

Die eigentliche Geschichte spielt sich aber nicht im 18. Jahrhundert ab, sondern in der Gegenwart, die immer noch von der Affäre Calas überschattet ist. Auf mehreren Zeitebenen werden die Ereignisse rund um die Ich-Erzählerin Sandrine beleuchtet, die durch eine Erbschaft immer weiter in einen Strudel geheimnisvoller und auch gefährlicher Machenschaften hineingezogen wird. Geheime Bruderschaften, verschlüsselte Gemälde, schwarze Madonnen und nicht zuletzt die Chemieexplosion 2001 in Toulouse scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen, aber ehe die unglaubliche  Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit aufgedeckt werden kann, ist es noch ein weiter Weg.

Die Figuren sind allesamt sehr lebendig und intensiv gezeichnet; keine künstlichen Supermänner und -frauen, sondern sehr realitätsnahe Charaktere mit all ihren Ängsten, Sehnsüchten und Gefühlen. Dies gilt insbesondere für die Hauptfigur Sandrine, aber auch die Nebenfiguren sind sehr liebevoll ausgefeilt, wie zum Beispiel Steffi, die bodenständige, fränkische Freundin von Sandrine oder auch Sokrates, ein geheimnisvoller Freund... Besonders gut gelungen ist es der Autorin, die südfranzösiche Atmosphäre zu vermitteln; als Südfrankreich-Fan fühlte ich mich sofort zuhause und konnte manche Szene direkt vor mir sehen, so echt wirkte die Darstellung auf mich.

Natürlich hat der Roman alles, was ein guter Thriller braucht; spannende Szenen, Rätsel, überraschende Wendungen, Action und ein Schuss Beziehungsdrama. Darüber hinaus haben mir insbesondere die tiefschürfenden Informationen zum geschichtlichen Hintergrund gefallen, denn die Autorin hat jede Menge historische Recherchen insbesondere in Bezug auf Kirche, Mystik und Kunst einfliessen lassen. Dabei wird es nie langweilig, da immer der Bezug zum eigentlichen Geschehen hergestellt ist und die Ausflüge in die Historie die Geschichte vorantreiben. Das Ende ist auf seine ganz besondere Art gelungen und hat mich sehr berührt.

Für mich ist der Roman ein wunderbares Stück Spannungsliteratur der anspruchvolleren Art und mir hat die Lektüre einige sehr anregende und informative Lesestunden bereitet. Sicher ist es eines der besten Bücher dieses Genres, die ich in den letzten Jahren gelesen habe - gerne mehr davon!

Und natürlich ein  :buchtipp:

Viele liebe Grüße  :winken:
Miramis

Offline Helene

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Liebe appassionata, liebe Miramis,

nachdem ich nun auch eure schönen Rezensionen gelesen habe, kann ich nur noch einmal wiederholen: DANKE! Ich bin sehr gerührt.



Liebe Grüße

Helene

 

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