Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 3509 mal)

Aldawen

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Hier ist Platz für die Rezensionen und Meinungen (zur Leserunde allgemein), die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen – zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.

Offline illy

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Man muss als Autor schon reichlich mutig sein, um zu versuchen einen, zu napoleonischen Zeiten spielenden, historischen Abenteuerroman zu schreiben, in dem sich sämtliche Größen der damaligen deutschen Literaturszene versammeln. Goethe, Schiller, Achim von Arnim, Bettine Brentano, Kleist und der Forscher Humboldt als Beigabe versuchen gemeinsam den französischen Dauphin, den Sohn des der Revolution zum Opfer gefallenen Ludwig XVI, in einem Handstreich aus der Gefangenschaft Napoleons zu befreien.

So unvorbereitet wie die Helden in ihr Abenteuer stolpern, wirkt leider auch manchmal Robert Löhrs Herangehensweise an die Geschichte. Die Figuren sind durchaus in ihren typischen Eigenarten getroffen, so einige historische Ereignisse korrekt eingeflochten, nur bei der Ausarbeitung des Plots haperte es ein wenig. So handeln die Personen manchmal nicht so, wie es logisch und vernünftig wäre, sondern eher so, wie es dem Autor am besten in die Geschichte passt. Einzelne Szenen strotzen nur so vor Witz, sehr viele lustige Situationen entstehen gerade dadurch, dass alle „Helden“ eben keine professionellen "Abenteurer" sind und manchmal ganz absurde Präferenzen setzen. Humboldt ist da eher eine Ausnahme und sorgt eher dann für das Amüsement des Lesers, wenn er, wie in einem schlechten Fantasy-Roman, immer die passenden Gerätschaften aus dem Rucksack hervorzaubert. Einige dieser unpassenden Handlungsverläufe kann man also durchaus den Figuren in die Schuhe schieben und sind durch ihre Eigenarten gedeckt, aber manche dienen leider auch nur dem geplanten Handlungsverlauf. Das Buch wirkt dadurch manchmal etwas unrund, einzelne Szenen sind zwar hervorragend, aber der Gesamtheit der Geschichte fehlt es an Zusammenhalt. Und gerade das Ende schwächelt, der abschließende Showdown ergibt sich nicht wirklich aus dem Verlauf der Geschichte, sondern wirkt nachträglich hinzugefügt.

Das klingt jetzt vielleicht negativer, als es gemeint ist, ich habe den Slapstick, die hübsch skurrilen Eigenarten und Nebenbemerkungen sehr genossen, sie haben mich erfolgreich über die eher grundlegenden Schwächen der Geschichte hinweggetröstet. Einen positiven Punkt muss ich noch hervorheben, das Buch ist definitiv sehr gut dazu geeignet, einem die Literaten selbst näher zu bringen, ich würde es fast schon als amüsante Einstiegslektüre in die Geschichte der deutschen Klassiker empfehlen. Es animiert dazu, das eine oder andere Werk der deutschen Literaturgrößen zur Hand zu nehmen und sei es auch nur um ein paar mehr der zahlreichen Zitate zuordnen zu können.

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Ich finde, gerade zu diesem Buch passte eine Leserunde sehr gut, denn so habe ich ganz bestimmt mehr an Zitaten und Anspielungen mitbekommen als es bei einer Einzellektüre der Fall gewesen wäre.
Noch einen herzlichen Dank an alle Mitleser und natürlich auch an den Autoren   ;D

 :winken:
illy

Offline lesegrete

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Wer den Klassikern (wieder) begegnen möchte, wird Freude an diesem Roman haben.  :)
Der  reiche Zitatenschatz, gepaart mit   Anspielungen aus unserer Gegenwart, machen die Leküre zum amüsanten Lesevergnügen.

Den Autrag, den Goethe von seime Fürsten Carl August erhält, mutet sowohl abenteuerlich als auch aussichtslos an.
Es gilt, den Thronfolger Ludwigs XVI vor den Fängen Napoleons zu retten, um eine politische Wende herbeizuführen.
Goethe hinterfragt diesen Auftrag nicht, sondern stellt eilends ein Team von Gefährten zusammen. Erst unterwegs ersinnen sie eine taktische Strategie, die mich als Leser überraschte und hoffen ließ. Aber oft genug scheitern die Pläne an unvorhersehbaren Ereignissen, so dass die Helden improvisieren müssen. So laufen sie von einem Scharmützel ins nächste, bei denen meine Fantasie mitunter nur kopfschüttelnd folgen wollte.   :o
"Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube"    :-\

Die Handlung führt im rasanten Tempo durch den historischen Flickenteppich Deutschlands. Durch einige langatmige, handlungsarme Passagen kommt der Lesefluss und die Lesefreude ins Stolpern.
Dem Autoren, Robert Löhr, gelingt es jedoch immer wieder, durch eine überraschende Wende neuen Schwung hinein zu bringen und die Leseneugier wieder anzufachen.

Die Figuren, obwohl alle mehr oder weniger bekannt,   bleiben blass, so dass beim Lesen "Die Leiden der mitfiebernden lesegrete" (leider) ausblieben.   :-\

Dennoch hat mir diese Leserunde sehr viel Spaß gemacht. Die Entdeckerfreude von Zitaten und geistreichen Anspielungen macht das Buch zu einer kurzweiligen, amüsanten Lektüre. Dabei haben mir die Mitleser immer wieder auf die Sprünge geholfen, Wissenslücken und Vergesslichkeit überbrückt und somit das Lesevergnügen potentiert.
Dafür vielen Dank an alle Miteser!  :-*

Vielen Dank auch an Robert Löhr, der unsere Lesereise begleitet (hat).

Liebe Grüße
lesegrete

Du öffnest ein Buch, das Buch öffnet dich.

Chinesisches Sprichwort

Offline Kathchen

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Hallo ihr Lieben.

Zum Buch: (ich weiß, ich bin keine Frau der vielen Worte  :-[)

"Das Erlkönig-Manöver" ist kein gewöhnlicher historischer Roman.
Ein Team, bestehend aus den Literaten Goethe, Schiller, Bettine Bretano, Achim von Arnim und Humboldt, macht sich auf den Weg nach Frankreich um den Dauphin Charles-Louis zu retten und Napoleon zu stürzen. Unterspielt wird das ganze mit vielen verschiedenen Zitaten aus Klassikern und viel Witz.
Zwar waren die Charaktere nicht so ausgearbeitet, wie man es von anderen Romanen erwartet, aber gestört hat mich das herzlich wenig. Für mich stand der Spaß an oberster Front und den hatte ich auf alle Fälle.
Während des Lesens bekam ich richtig Lust auf Klassiker und ich finde es richtig schade, dass ich viele Anspielungen und Zitate nicht finden konnte. Doch diese "Bildungslücke" werde ich in näherer Zukunft schließen.
Leider war mir das Ende etwas zu schnell und ich fand es nicht so ganz passend, zu dem restlichen Verlauf der Geschichte.

Nach Zuklappen des Buches wurde ich mit einem zweigespaltenen Gefühl zurückgelassen. Einerseits hat mir das Buch richtig gut gefallen, ich hatte großen Spaß und habe mich über Personen geärgert und gefreut, aber andererseits war ich doch etwas ratlos und mehrere Fragezeichen schwebten noch über meinem Kopf.

Insgesamt ist es für mich ein sehr unterhaltsamer Roman und ich habe das Lesen sehr genoßen.

Zur Leserunde:

Es hat mir großen Spaß gemacht, das Buch mit euch zu lesen. Und so sind nicht alle Zitate gänzlich an mir vorbei gegangen  :-[  ;D
Vielen Dank an Robert Löhr, dass du bei der Runde mitgemacht hast  :)

 :winken:
“Du warst mein Schwert und mein Schild, als ich mich nicht zu schützen vermochte. Männer wie du sind selten, Ollowain. Danke, dass du an meiner Seite stehst. Du bist das Licht in meinen dunkelsten Stunden.”
Bernhard Hennen - Elfenlicht

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Offline Murkxsi

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So, dann möchte ich auch mal ein kurzes Fazit abgeben:

Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, besonders die teilweise lustigen und zynischen Dialoge zwischen den einzelnen Reisegefährten.  Die eingestreuten Zitate habe ich nicht alle erkannt, bin aber auch der Meinung, dass das nicht so schlimm ist. Aber sie haben mich doch neugierig auf die Dichter und Denker jener Zeit und ihre Werke gemacht. Ich werde mit Sicherheit irgendwann das eine oder andere Werk nachlesen (schon allein deshalb verdient das Buch extra Punkte).

Die Geschichte selbst nimmt zwischendurch immer wieder einige Wendungen und wird nicht langweilig. Zum Schluss wirkt es auf mich zwar ein wenig konstruiert und am Ende sind ein paar Fragen unbeantwortet geblieben, doch dies hat meinem Lesegenuss keinen Abbruch getan.

Für mich war dieses Buch ein kurzweiliger, spannender, aber auch humorvoller Abenteueroman, den ich nur weiterempfehlen kann.

Die Leserunde hat mir auch wieder sehr viel Spaß gemacht. Und ein großes Dankeschön an Robert Löhr für die Begleitung.

LG Murkxsi
Motto: Leben und leben lassen

Offline Myriel

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Wir schreiben das Jahr 1805. Goethe wird von seinem Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach ins Weimarer Schloss gerufen, wo ihm der Auftrag angetragen wird, den jungen Louis XVII., Sohn des während der französischen Revolution gestürzten Louis XVI., welcher offiziell als im Alter von 10 Jahren verstorben gilt, aus dem französischen Mainz zu retten. Goethe rekrutiert eine Reihe von illustren Kameraden – Friedrich von Schiller, Alexander von Humboldt, Bettine Brentano, Achim von Arnim und zuletzt Heinrich von Kleist – um diesen Auftrag auszuführen.
Der Einstieg erfolgt rasant und humorvoll, geraten doch Goethe und Schiller in eine Kneipenprügelei, nachdem Goethe dargelegt hat, dass der Mensch von den Tieren abstammt, was den anwesenden Bauern nicht recht gefallen wollte. Amüsiert verfolgte ich diese andere Seite der großen Dichterfürsten, die sie mir sogleich sympathisch machten. Mit den Spuren der nächtlichen Sportübung gezeichnet wird Goethe eilig zum Herzog gerufen, wo ihm oben genannter Auftrag erteilt wird. Anstatt sich jedoch mit erfahrenen Soldaten zu umgeben, wählt er, von Humboldt abgesehen, nur Dichter zu seiner Verstärkung aus. Dass dies nicht gut gehen kann, wird schnell deutlich. Mit mehr Glück als Verstand gelingt das Vorhaben tatsächlich, doch nun gehen die Probleme erst richtig los, werden die Abenteurer von einem hartnäckigen französischen Captain quer durch Deutschland verfolgt.
Während der Einstieg sich noch flüssig las und eine andere, wenn auch fiktive Sicht, auf die Dichter der Weimarer Klassik darbot, geriet die Erzählung mit fortschreitendem Handlungsverlauf zunehmend ins Stocken. Harmlos dahinplätschernde Szenen vollster Romantik wechselten plötzlich mit einem handfesten Feuergefecht, kabalistisch anmutende Liebesverwirrungen wurden von verräterischer Untreue unterbrochen. Ich wusste nie, worauf ich mich eigentlich einlassen sollte: war es Abenteuer-, Liebes- oder Historienroman?
Auch die Charaktere machten es nicht besser. Zu Beginn war der erfrischend andere Blickwinkel belebend und ich entwickelte sogar für den in der Schule auf ein überhohes Podest gehobenen Dichterfürsten Goethe Sympathien. Doch nach und nach verspielte beinah jedes Mitglied der seltsamen Befreiungsgruppe ebendiese, bis zum Schluss nur noch Schiller übrig blieb. Dementsprechend schwer fiel es mir, von den Geschehnissen rund um eine Gruppe zu lesen, von denen mich nur ein Einziger interessierte.
Was es für mich jedoch am Schwierigsten gemacht hat, weiterzulesen, war, dass einfach keine Bilder vor meinem inneren Auge entstanden. Alles blieb merkwürdig blass und flach, der Funke sprang einfach nicht über.
Das klingt jetzt alles sehr harsch und vernichtend, aber der Roman hatte auch interessante Ansatzpunkte. Zuerst will ich den ungewöhnlichen Zugang zu den großen deutschen Dichtern loben, der selbst diejenigen (zumindest anfänglich) begeistern kann, die vom Schulunterricht geschädigt sind. Zudem hat der Autor immer wieder Zitate aus und Anspielungen auf die Werke ebendieser Dichter eingebaut, so dass es ein munteres Suchen war. Dadurch wurde bei mir auch die Lust geweckt, es nochmals außerhalb des schulischen Zwangs mit Goethe, Schiller & Co. zu versuchen.
Leider reichten die positiven Aspekte aber nicht aus, um die Negativen zu überdecken. So ist es vollkommen unpassend, zwischen all den klassischen Zitaten auf einmal eine Homage an Crocodile Dundee einzuflechten. („Das ist ein Messer.“) Insgesamt ist dies für mich ein Roman, der so vieles gleichzeitig sein wollte, und dabei keines seiner Ziele erreichte.


Zur Leserunde:
Es war toll, mit euch zu lesen. Zwar habe ich auch einige Zitate und Anspielungen in Eigenregie herausgefunden, aber längst nicht alle - und das gemeinsame Spekulieren ist immer noch das Schönste an einer Leserunde.  ;)
Danke auch an Robert, dass er sich die Zeit genommen hat, uns zu begleiten.  :)

Aldawen

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Zum Buch: Auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen könnte: Dies ist alles mögliche, aber kein historischer Roman – jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn –, sondern eine waschechte Abenteuergeschichte und Räuberpistole. Beim Lesen hatte ich eher den Eindruck, daß die Namensgleichheiten auch zufällig sein könnten, denn mit dem Bild deutscher Geistesgrößen in meinem Kopf hatten die hier versammelten Herrschaften nur wenig gemein. Daraus ergibt sich aber auch eine Schwäche: Einerseits habe ich natürlich nach meinem Bild von ihnen in diesen Figuren gesucht, andererseits blieben sie doch etwas blaß. Letzteres ist allerdings auch der teilweise rasanten Handlung geschuldet – und dem mangels Training oder genereller Veranlagung bestehenden Unvermögen der Protagonisten (mit Ausnahme Humboldts) als Abenteuerer durchzugehen. So gerät die Gruppe in teils haarsträubende Situationen, die eine besser ausgebildete Truppe sicher vermieden hätte, was aber weniger Spaß für den Leser bedeutet hätte.

Die Geschichte nimmt einige überraschende Wendungen, während andere Situationen recht konventionell oder gar konstruiert aufgelöst werden. Da ich aber von vornherein im wesentlichen eine Abenteuergeschichte erwartete hatte und in einem solchen Kontext derartige Zufälle (Logikbrüche wäre hier m. E. ein zu starkes Wort) sehr viel leichter verschmerze als in anderen Erzählungen, hat mich das nicht besonders gestört. Einzig das Ende war, bei aller Dramatik, zu losgelöst vom Rest, daran ändert auch das im wesentlichen gleiche Personal nichts.

Schließlich liefert Rober Löhr ergänzend noch ein Quiz bekannter und weniger bekannter Zitate, die oft sehr gut, manchmal etwas gewollt in die Handlung eingebettet waren. Mich hat der Roman jedenfalls dazu angeregt, den ein oder anderen Text der hier beteiligten Klassiker (noch) einmal zur Hand zur nehmen, und mit der dann frischeren Erinnerung daran, dieses Buch noch einmal zu lesen, um den Zitaten besser auf die Spur zu kommen. Insgesamt hat mir der Roman eine vergnügliche Lesezeit beschert.


Zur Leserunde: Es hat wieder viel Spaß gemacht, und war für das Auffinden von Anspielungen und Zitaten ausgesprochen hilfreich. Ich hätte sonst einiges überlesen und manchen Lacher verpaßt, dafür ein Danke an alle Mitleser. Und natürlich auch ein Dankeschön an Robert, für die Beantwortung unserer Fragen. Ich freue mich jedenfalls schon auf Deinen Schachautomaten, der nach dieser Lektüre in meiner Leseliste deutlich nach oben gerutscht ist.

Schönen Gruß,
Aldawen

Offline Robert Löhr

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Liebe Leute,

jetzt will ich mich natürlich auch noch einmal abschließend äußern. Vielen Dank erstmal vorneweg dafür, daß ihr euch alle so intensiv mit dem Buch auseinandergesetzt habt. Es war sehr aufschlußreich, insbesondere eure Gedanken und Kritiken zu den einzelnen Kapiteln und Charakteren zu verfolgen - was ich dann auch fast täglich gemacht habe.

Im Großen und Ganzen habe ich den Eindruck (gerade beim Lesen dieses Threads), daß bei einigen - wie es Myriel formuliert - der Funke nicht so recht übersprang. Das tut mir freilich leid, denn ein Buch, wo der Funke nicht überspringt, ist nur ein halbes Buch. Allerdings befürchte ich, daß es auch ein wenig daran liegt, daß ihr das Buch ZU detailliert gelesen habt. Oder vielleicht ist eure Lieblingsliteratur ein anderes Genre - wie auch immer: Die Prämisse des "Erlkönig-Manövers" ist es nun mal, Goethe & Co. in den Kampf gegen Napoleon zu schicken. Wer sich darüber beschwert, daß das unrealistisch ist, hat schon mal die Prämisse nicht geschluckt und wird es daher im weiteren Verlauf mit dieser Räuberpistole schwer haben. Und wie ihr zurecht bemerkt habt: Wenn sich die Herren und Bettine nun als die perfekten Helden erwiesen hätten, wäre das Buch zwar "glaubwürdiger", aber weniger witzig und spannend geworden. (Und den Vorwurf, daß zuviel in Humboldts Rucksack packt, weise ich von mir! Es ist ja nicht so, daß sich eine Leiter darin befindet ...)

Auf jeden Fall freue ich mich, daß der Roman bei einigen Lust auf mehr Klassiker geweckt hat. Lest, lest; vor allem Schiller und Kleist, ich kann es nur empfehlen. Und für die von euch, die gerne wissen wollen, was Goethe und Kleist noch so erleben - es wird eine Fortführung des "Erlkönig-Manövers" geben, die im Jahr 1807 spielt und im Frühjahr 2010 bei Piper erscheint.

@Aldawen: Freut mich, daß mein "Schachautomat" nun dein Interesse angeregt hat. Ich verspreche auch, daß daran alles glaubwürdig ist - weil historisch verbrieft.


Online dubh

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Hallo zusammen,

nun endlich auch meine abschließende Meinung:

Mir hat Robert Löhrs Buch "Das Erlkönig-Manöver" ausgesprochen gut gefallen! Es ist - wie bereits erwähnt und von mir auch erwartet - eine echte Räuberpistole, die mir mehr als einmal ein fettes Grinsen ins Gesicht gezaubert hat und mich kurzweilig und intelligent unterhalten hat. Natürlich darf man die "echten" Dichtergrößen nicht in den Romanfiguren suchen, wohl aber ihre Werke, die mir des öfteren durch mehr oder minder bekannte Zitate ins Gedächtnis gerufen wurden... Ganz ehrlich? Es hat herrlichen Spaß gemacht, über die nahmhaften Literaten zu lachen und sich solche Geschehnisse vorzustellen (alleine die Anfangsszene des Buches!) - gleichermaßen habe ich aber auch ziemliche Lust bekommen, mir die "echten" Erzeugnisse mal wieder zu Gemüte zu führen! Vielleicht wäre "Das Erlkönig-Manöver" ja eine Möglichkeit, geplagte SchülerInnen das Lesen von Klassikern wieder schmackhaft zu machen... Robert, hast Du (beziehungsweise Dein Verlag Piper) darüber schon mal nachgedacht? ;)

Die Geschichte ist spannend und hat mich auch immer wieder überrascht - wobei mich so mancher 'Zufall' wie von Humboldts Rucksack oder gerade rechtzeitig auftauchende fliegende Händler nicht weiter gestört haben. In erster Linie geht es hier um ein Abenteuer mit erstklassiker Besetzung und viel Witz - und das ist in meinen Augen voll und ganz geglückt!

Zur Leserunde:

Hier muss ich mich nochmal entschuldigen: durch Internet-Probleme und sonstige Widrigkeiten habe ich leider etwas fernab der Gruppe gelesen. Trotzdem hat es mir - wie immer - großen Spaß gemacht, Eure Beiträge zu lesen!
Und so manches Zitat wäre für mich sonst auch unerkannt geblieben...

An Robert ein herzliches Dankeschön! Nachdem ich Dich eher kurz und knapp erwartet habe, war ich hocherfreut, dass Du Dir doch so viel Zeit genommen hast und hier so ausführlich geantwortet/ geschrieben hast. Und: 2010 ist zwar noch ewig hin, aber ich freue mich schon jetzt über und auf ein neues Abenteuer!


Liebe Grüße
dubh
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline Robert Löhr

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Hallo dubh, vielen lieben Dank für dein Lob!

Zu deiner Anregung: Es gibt tatsächlich einige Lehrer, die mit ihren Schülern das "Erlkönig-Manöver" lesen ... mehr aber noch Uni-Kurse, worüber ich mich sehr freue. Offenbar macht es den Einstieg leichter.
Außerdem habe ich schon einige Lesungen in Schulen hinter mir. Die Schüler erfreuen sich insbesondere an den Schlägereien mit Schiller ...

Aldawen

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Hallo Robert,

Außerdem habe ich schon einige Lesungen in Schulen hinter mir. Die Schüler erfreuen sich insbesondere an den Schlägereien mit Schiller ...

das kann ich mir sehr gut vorstellen  ;D

Vielen Dank erstmal vorneweg dafür, daß ihr euch alle so intensiv mit dem Buch auseinandergesetzt habt. Es war sehr aufschlußreich, insbesondere eure Gedanken und Kritiken zu den einzelnen Kapiteln und Charakteren zu verfolgen

So soll das ja auch sein, damit der Autor auch etwas davon hat  ;)

Allerdings befürchte ich, daß es auch ein wenig daran liegt, daß ihr das Buch ZU detailliert gelesen habt.

Da ist wahrscheinlich etwas dran. Ich stelle immer wieder fest, daß ich Leserunden-Bücher sehr viel genauer lese als andere. Unter „normalen“ Leseumständen hätte ich mich von der Geschichte sicher noch mehr mitreißen lassen als es so schon der Fall war.

(Und den Vorwurf, daß zuviel in Humboldts Rucksack packt, weise ich von mir! Es ist ja nicht so, daß sich eine Leiter darin befindet ...)

Das hätten wir Dir sicher auch nicht abgenommen  ;D

Und für die von euch, die gerne wissen wollen, was Goethe und Kleist noch so erleben - es wird eine Fortführung des "Erlkönig-Manövers" geben, die im Jahr 1807 spielt und im Frühjahr 2010 bei Piper erscheint.

Da bin ich doch auf jeden Fall dabei!

Schönen Gruß,
Aldawen

 

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