Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler!!!)  (Gelesen 2884 mal)

Offline sandhofer

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Hallo zusammen!

Hab ich's doch glatt vergessen. Selbstverständlich gehört auch zu dieser Leserunde ein Thread, wo wir ein Fazit vom Buch und der Runde ziehen können:

Also:

Hier ist Platz für die Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein) die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.

Grüsse

sandhofer

Offline Bernard

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Wenn keiner will ... dann mache ich mal den Anfang.

"Die große Wut des Christoph Martin Wieland" ist eine nette Novelle - nicht mehr und nicht weniger. Sie eröffnet einen schaufensterhaften Blick in das Weimar der Goethezeit, und zwar insbesondere auf die Titelfigur, die stets im Fokus der Handlung steht. Es passiert nicht übermäßig viel, es handelt sich um ein gemütliches Buch, als Leser gefällt man sich beim Zusehen. Dabei ist die Sprache so gewählt, dass sie die transportierte Stimmung gut unterstützt. Für meinen Geschmack ist auch die Länge des Textes gut gewählt. Bei einem kürzeren Buch wäre der Einblick nicht umfassend genug gewesen, bei einem längeren hätte das Fehlen einer treibenden Handlung sich störend bemerkbar gemacht.

Die Leserunde war ähnlich wie das Buch: Kurz und gemütlich. Und es gibt wohl eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass wir uns eines Tages alle im kleinen Weimar über den Weg laufen werden.
 :winken:

Offline Hans-Jürgen Perrey

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Mein Fazit: Es war mein erstes Leserunden-Erlebnis, und es war wirklich ein Erlebnis. Zwar komme ich bisweilen mit Leserinnen und Lesern ins Gespräch, auch nach Lesungen, aber eine solche differenzierte Diskussion, wie sie hier fast 14 Tage lang stattfand, habe ich noch nicht mitgemacht. Ich bedanke mich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, insbesondere dafür, daß sie auch so fundierte Kritik geübt haben.
Grundsätzlich muß ich sagen: Wenn alle Rezensenten unserer großen Tageszeitungen die literarischen Werke, die ihnen anvertraut sind, derart gründlich lesen würden, wäre das ein echter literarischer und auch kultureller Fortschritt in unserem Land.
Und sollte ich dazu beigetragen haben, daß nun einige sich auf den Weg nach Weimar machen, um dort vielleicht sogar auf den Spuren Wielands zu wandeln, dann erfüllt mich das mit großer Freude (klingt blöd, ist aber so).
Herzlichen Dank, und vielleicht gibt es ein Wiederlesen.
Euer
Hans-Jürgen Perrey

Offline SheRaven

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Mein Fazit dieser Leserunde ist eine Bestellung bei meinem Buchhändler:

Christoph Martin Wieland - Die Geschichte des Agathon


Gerald Gleichmann - Wieland auf dem Weg zu Goethe


Goethes Satire "Götter, Helden und Wieland" wird auch noch Einzug in das heimische Bücherregal finden. Doch vorher muss ich, bzw.  mein Buchhändler, noch herausfinden, in welcher Goethe-Sammlung sich dieses Werk versteckt. 

"Die große Wut des Christoph Martin Wieland" hat mir auf jeden Fall viel Spaß gemacht und für so manche Leseanregung gesorgt.   :lesen:

P.S. Ein erneuter Weimar-Besuch ist schon geplant!
« Letzte Änderung: 13. Februar 2009, 09:54:22 von SheRaven »
Liebe Grüße
SheRaven

Offline sandhofer

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Goethes Satire "Götter, Helden und Wieland" wird auch noch Einzug in das heimische Bücherregal finden. Doch vorher muss ich, bzw.  mein Buchhändler, noch herausfinden, in welcher Goethe-Sammlung sich dieses Werk versteckt. 

In jeder Werkausgabe ...  ;D

Offline sandhofer

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So, hier auch mein Fazit:

Das Buch

Es ist ein kurzes und, wie ich finde, äusserst unterhaltsames Buch, das uns der Autor hier präsentiert. Es gelingt Perrey, uns die menschliche Seite der Klassiker zu zeigen, ohne diese lächerlich zu machen und ohne auf eine voyeuristische Ebene abzugleiten. Und das Schönste daran ist: Perrey erzählt uns eine wahre Geschichte.

Ein rundum gelungenes Buch.

Die Leserunde


... war kurz und heftig, aber sehr interessant. Ich fand es besonders schön, dass es dem Autor gelungen ist, auch nicht-(oder: nicht-nur-)KlassikleserInnen für diese Zeit und diese Leute zu interessieren. Und veilleicht treffen wir uns wirklich demnächst einmal in Weimar ...

Vielen Dank an Herrn Perrey und die übrigen TeilnehmerInnen für diese gelungene Runde!

Grüsse

sandhofer

Offline Fatschbumdidelzong

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Asche auf mein Haupt, ich habe nicht mitgelesrundet, gelesen habe ich es trotzdem und lege jetzt nach. 8)

Ich habe mich sehr über eine Novelle gefreut, die meinen Wieland als Helden haben sollte. Na ja, und da haben wir mein Problem mit diesem Buch: Das ist nicht mein Wieland, das ist nicht der Meister der Ironie, nicht der intime Kenner der Antike, das ist nicht der deutsche Voltaire, dessen Ruhm den Goethes - zumindest in den früheren Jahren - weit überstrahlte.
Und soviel ist gewiß: An literarischen Minderwertigkeitsgefühlen litt Wieland nicht. Und eins konnte er, was Goethe niemals konnte: Wirklich humorvolle Bücher schreiben.

Und was für einen Wieland haben wir hier? Einen früh Vergreisten, der sich in einen lächerlichen Streitfall hineinsteigert ( - der mich ein wenig an den Streit um des Esels Schatten erinnerte, wie ihn Wieland in den Abderiten beschreibt -). Auch wenn diese Episode biographisch untermauert ist, der europaweit berühmte Literat kommt auf jeden Fall nicht zu seinem Recht.

Fazit: War ganz lustig. Wieland war besser.  :lesen:



« Letzte Änderung: 01. März 2009, 12:12:16 von Fatschbumdidelzong »

Offline Bernard

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Auch wenn diese Episode biographisch untermauert ist, der europaweit berühmte Literat kommt auf jeden Fall nicht zu seinem Recht.
Ich frage mich, ob das der Anspruch an eine solche Novelle sein sollte. Handelte es sich um einen biografischen Roman - dann ja, dann wäre anzustreben, ein umfassendes Bild der zu porträtierenden Person zu zeichnen. In der Novelle aber steht eine Begebenheit im Fokus - diese darf durchaus eine untypische sein, darf eine wenig beleuchtete Facette in den Mittelpunkt rücken. Hier mache ich dem Autor also keinen Vorwurf, wenn er bei der Auswahl seines Stoffes vom Bekannten abweicht. Zumal in diesem speziellen Fall eine genaue Recherche in historischen (Zeit-)Schriften stattfand.

Offline sandhofer

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Ich sehe es eigentlich ähnlich wie Bernard.

Wenn Du, Fatschbumdidelzong, schreibst:

Das ist nicht mein Wieland, [...]

dann, glaube ich, ist das auch vom Autor beabsichtigt. Es ist ein Wieland, wie er auch war, oder hätte gewesen sein können: Der private Wieland, sozusagen, der hinter der Maske, die er sich für die Öffentlichkeit, fürs Publikum und seine Fans anlegt. Auch Wieland hatte wohl, wie jeder Mensch, völlig unterschiedliche Wesenszüge. Und was uns Perrey hier vorstellt, widerspricht jedenfalls in keiner Weise dem, was ich sonst über Wieland und seinen Charakter weiss.  :winken:

 

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