Autor Thema: 09 - Die Hüter der Wolken - Kapitel 9 (Seite 521 - Seite 619)  (Gelesen 2569 mal)

Offline Miramis

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« Letzte Änderung: 15. Februar 2009, 00:08:55 von Miramis »

Offline Miramis

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Hallo zusammen,

Lärka ist also zurück in Osgund und steht im Mittelpunkt des Things, als Angeklagte und unter dem Vorwurf der Hexerei. Eine echt brenzlige Geschichte, und trotzdem muss ich gestehen, dass mich dieser Teil der Handlung längst nicht so fesselt wie der Strang mit Arild.

Die Verurteilung des Knechtes vorneweg hat gleich einmal aufgezeigt, wie "gerecht" es bei diesem Thing zugeht. Es ist zwar nicht bewiesen, wer der eigentliche Schuldige ist, aber "im Zweifel für den Angeklagten" zählt hier nicht; der sozial schwächere zieht den Kürzeren, verliert seine Hand und später sein Leben. Das fand ich ziemlich bitter. Ich hatte bislang eine viel höhere Meinung von einem Thing, aber speziell dieser Versammlung kann ich nicht viel abgewinnen.

Auch die Argumentationen gegen Lärka fand ich abstrus und ungeheuerlich. Wie ich schon erwartet hatte, zählt ihre Aussage kaum etwas und es ist ausschliesslich Grenjads beherztem Einsatz zu verdanken, dass sie nicht gleich auf den Scheiterhaufen kommt. Die Sache mit Orlyg und Audhild spielt bei der Verhandlung kaum eine Rolle, Lärkas Plan geht nicht auf. Dieses Hin und Her bei der Verhandlung zieht sich doch recht in die Länge, und am Ende kommt auch nichts Vernünftiges dabei heraus, nämlich ein Gottesurteil. Das ist zwar besser als der Scheiterhaufen, aber doch nicht so wirklich eine Auflösung, die mir gefällt.

Interessant fand ich die Feststellung, dass Hexen eigentlich nicht mehr verbrannt werden, sondern in die Verbannung gehen. Lärkas Erkenntnisse über ihren Vater wandeln ihre Einstellung ihm gegenüber; vielleicht ist er ja doch nicht so hartherzig gegenüber den Grünen Weibern, als es den Anschein hatte. Umso abscheulicher fand ich Reidars vehementes Beharren auf dem Scheiterhaufen.

Mit dem plötzlichen Auftauchen des Prinzen hat Kristin mich ganz schön drangekriegt  ;D. Ich dachte natürlich, es ist Arild - aber das ist ja bestimmt beabsichtigt. Harold ist eine interessante Figur; eigentlich gehört er zur "falschen" Seite, aber durch seine Ausstrahlung kommt er sehr sympathisch und anziehend rüber. Lärka geht es ja ähnlich wie mir, sie ist für seinen Charme auch empfänglich. Huch, plötzlich noch ein Heiratskandidat auf der Matte... ;D Ich bin mal gespannt, ob Harold irgendwann mal in die Lage kommt, sich für oder gegen seinen Vater entscheiden zu müssen. Respektive für oder gegen seinen Halbbruder. Sehr schön fand ich die Atmosphäre auf dem königlichen Fest in Osgund, das konnte ich mir sehr bildlich vorstellen.

Arild hat durch seinen Kampf mit Grimhorn bewiesen, dass er der Steinkönig ist und die Gabe hat. Das wirkt sich nun auch auf seinen Umgang mit seinen Gefährten aus, er nimmt die ihm zustehende Führungsrolle an und bestimmt, wo es lang geht. Auch hier gibts ein paar Wirrungen, wer geht wo warum hin; nach Jaspis, nach Osgund oder zur Ahnin? Schön, dass es Tiernan und den Leuten aus Konvaby wieder gut geht, das hat mich sehr gefreut. Man spürt direkt die Befreiung von Grimhorns Versteinerungsfluch, sie sind wieder lebendig.

Arilds Begegnung mit Helaku bringt neue Erkenntnisse, die aber gar nicht so günstig sind. Wie benutzt man den Herz-der-Berge-Stein? Nur Feodras wusste das, und er ist schon seit Jahrhunderten tot. Dass die Ahnin seine Schwester ist, hat mich überrascht - das ist die Chance für Arild, eventuell noch etwas aus Feodras mündlicher Überlieferung zu erfahren.

Toll finde ich, wie Arild langsam aber sicher seine Gabe sinnvoll zu nutzen versteht; er liest in den Wolken und benutzt die Steine im Kampf, das waren wirklich sehr spannende und mitreisssende Szenen. Die Steinlawine, Aridls Begegnung mit Hagbart, der Tod und die Wiederauferstehung der Ahnin, das hat mich alles sehr gefesselt. Am Ende tat mir Arild richtig leid; er hat gekämpft, gesiegt, sein Ziel erreicht, und doch schwebt Lärkas möglicher Tod auf dem Scheiterhaufen wie eine schwarze Wolke über ihm. Hoffentlich erfährt er bald, dass sie noch lebt.

Vielleicht bringen diese Erlebnisse zwischen Leben und Tod Arild und Lärka einander näher; denn  jetzt, wo sie dabei sind, sich womöglich für immer zu verlieren, merken beide, wie sehr ihnen doch aneinander liegt. Ich bin jedenfalls schon gespannt auf ihre nächste Begegnung. Und natürlich darauf, ob Athea eine Antwort auf Arilds Fragen hat.

Viele liebe Grüße  :winken:
Miramis

Offline Mascha

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Die Thingversammlung lief nicht so wie Lärka es sich erhofft hat. Aber leider so wie ich es vermutet bzw. befürchtet habe.

Zitat von: Miramis
Die Verurteilung des Knechtes vorneweg hat gleich einmal aufgezeigt, wie "gerecht" es bei diesem Thing zugeht. Es ist zwar nicht bewiesen, wer der eigentliche Schuldige ist, aber "im Zweifel für den Angeklagten" zählt hier nicht; der sozial schwächere zieht den Kürzeren, verliert seine Hand und später sein Leben.


Er war "nur" ein Knecht und hatte somit leider keine Lobby, darüber habe ich mich auch sehr geärgert. Aber ich denke dass das leider sehr realistisch war  :(

 
Zitat von: Miramis
Dieses Hin und Her bei der Verhandlung zieht sich doch recht in die Länge, und am Ende kommt auch nichts Vernünftiges dabei heraus, nämlich ein Gottesurteil. Das ist zwar besser als der Scheiterhaufen, aber doch nicht so wirklich eine Auflösung, die mir gefällt.

Ein Gottesurteil kann leider auch tödlich ausgehen und somit ist es nicht wirklich eine erstrebenswerte Strafe. Nur gut, dass Lärka das überhaupt überlebt.


Das Auftauchen des Prinzen hat mich auch  überrascht, wie Hakon mich auch als Person überrascht hat. Er scheint ja ganz nett zu sein. Aber irgendwie auch ziemlich weltfremd. Er merkt gar nicht, wie er von seinem Vater und von seinen Begleitern manipuliert bzw. absolut falsch unterrichtet wird. Leider hört er auch nicht auf Lärka.

Die Szenen mit Arild haben mir wieder sehr gut gefallen. Er lernt mit seinen Kräften umzugehen und ist bereit sich auf die Ahnin einzulassen und auch von ihr noch zu lernen. 

Gruß Jutta

Offline Miramis

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Zitat von: Miramis
Die Verurteilung des Knechtes vorneweg hat gleich einmal aufgezeigt, wie "gerecht" es bei diesem Thing zugeht. Es ist zwar nicht bewiesen, wer der eigentliche Schuldige ist, aber "im Zweifel für den Angeklagten" zählt hier nicht; der sozial schwächere zieht den Kürzeren, verliert seine Hand und später sein Leben.
Er war "nur" ein Knecht und hatte somit leider keine Lobby, darüber habe ich mich auch sehr geärgert. Aber ich denke dass das leider sehr realistisch war  :(
Das denke ich auch. Es fällt schwer, hier ein Rechtsverständnis zu entwickeln, wenn man die Angelegenheit aus unserer heutigen Perspektive sieht.

Zitat von: Miramis
Dieses Hin und Her bei der Verhandlung zieht sich doch recht in die Länge, und am Ende kommt auch nichts Vernünftiges dabei heraus, nämlich ein Gottesurteil. Das ist zwar besser als der Scheiterhaufen, aber doch nicht so wirklich eine Auflösung, die mir gefällt.

Ein Gottesurteil kann leider auch tödlich ausgehen und somit ist es nicht wirklich eine erstrebenswerte Strafe. Nur gut, dass Lärka das überhaupt überlebt.
Mit "besser" meinte ich nicht unbedingt besser für Lärka, sondern besser für die Geschichte. Denn mit Lärka auf dem Scheiterhaufen wäre dieser Strang vermutlich zuende gewesen.  ;) Natürlich war ich froh, dass sie die Sache überlebt, und mir gefiel auch ihre Gewitztheit, dass sie selbst in ihrer furchtbaren Lage noch so weit denkt, dass die Luft aus den Lungen raus muss, sonst geht sie nicht unter.

Das Auftauchen des Prinzen hat mich auch  überrascht, wie Hakon mich auch als Person überrascht hat. Er scheint ja ganz nett zu sein. Aber irgendwie auch ziemlich weltfremd. Er merkt gar nicht, wie er von seinem Vater und von seinen Begleitern manipuliert bzw. absolut falsch unterrichtet wird. Leider hört er auch nicht auf Lärka.
Du meinst wohl Harold? Denn Hakon haben wir ja seit dem Prolog nicht mehr zu Gesicht bekommen.  ;) Mir gefiel es, wie Lärka sich so ihre Gedanken über ihn macht und feststellt, wie ähnlich es ihnen beiden mit ihren Vätern ergangen ist.

 :winken:

Offline Mascha

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Gruß Jutta

Offline Kristin

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Hallo,
hier für Euch etwas Hintergrund zu den Thingversammlungen der Wikinger:
Die Strafen konnten drakonisch sein: Diebe wurden gehängt, Angeklagte, die der Hexerei überführt galten, wurden gesteinigt oder ertränkt. Sklaven, die sich etwas zuschulden kommen ließen, wurden zu Tode gepeitscht oder verstümmelt.
Es gab in skandinavischen Sagas auch Fälle, wo eine Blutfehde durch den Thing mit einer Geldbuße beigelegt wurde, doch das war eher die Seltenheit.
Bei dem Gottesurteil habe ich mir etwas dichterische Freiheit genommen. Es gab auch bei den Wikingern Gottesurteile, doch die sahen etwas anders aus:
Für Männer gab es die Feuerprobe. Ein rotglühendes Eisen mußte eine bestimmte Strecke getragen und u.U. in einen Trog geworfen werden. Wurde es fallengelassen oder traf der Angeklagte nicht den Trog, war er schuldig - hört sich nicht sehr gerecht an, oder? War bis um 1000 n.Chr. noch weit verbreitet und wurde erst gegen 1200 verboten.
Für Frauen: Der "Kesselfang": Die Frau mußte einen Stein aus einem Kessel mit kochendem Wasser herausholen.  :o Hinterher wurden die Wunden verbunden. Drei Tage später wurden die Wunden von einem Priester geprüft. Waren sie sauber und begannen schon zu heilen, hatte die Frau die Wahrheit gesagt. Andernfalls war sie schuldig. Die Menschen glaubten ganz fest, daß die Götter dem Unschuldigen besondere Heilkraft verleihen würden, um der Wahrheit zum Sieg zu verhelfen. Aus demselben Grund glaubten die Wikinger auch, daß sich jeder Unschuldige ohne Bedenken diesen Gottesurteilen unterziehen würde; wußte er doch die Götter auf seiner Seite.
Ich denke ihr habt Verständnis für meine leichte Abweichung. Lärka mit einer verkochten Hand zu bedenken brachte ich einfach nicht über mich. :(

Hart war's bei den alten Wikingern.
Grüße
Kristin
« Letzte Änderung: 09. März 2009, 19:06:51 von Kristin »

Offline Seychella

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Lärkas Plan, Reidar auf dem Thing anzuklagen, geht nicht auf. Eigentlich war ich ganz froh, dass sie es in ihre Verteidigung nicht eingeflochten hat, denn das hätte alles sicher noch schlimmer gemacht. Das Thing an sich hat sich für mich etwas in die Länge gezogen, genauer gesagt die Argumente, Beschuldigungen und Verteidigungen. Durch die Verurteilung des Knechts wusste man ja, dass es nicht um die Wahrheit geht, sondern darum wer die größere Macht hat bzw. an wessen Wort die Leute mehr glauben.

Grenjad hat es gerade noch geschafft, dass sie nicht auf dem Scheiterhaufen landet. Also ein Gottesurteil... Wobei Reidar es ja nicht bei einem belassen hat, wenn der Prinz und sein Gefolge nicht aufgetaucht wären, wäre das sicher solange wiederholt worden, bis Lärka ertrunken wäre. Der treibt mich echt zur Weißglut! Später erfahren wir ja noch, dass er von Hagbart auch noch "unterstützt" wurde oder wie man das nennen mag. Da haben sich ja zwei gefunden!  >:(

Auftritt Prinz Harold! Ich kann ja nicht ganz verstehen, wieso Lärka ihn so toll findet. Natürlich ist da die Ähnlichkeit mit Arild, die sicher Sympathiepunkte bringt. Aber soweit ich ihn bisher kennengelernt habe, ist er vom Wesen her ganz anders als Arild - zwar freundlich, aber doch sehr naiv und kindlich. Natürlich mag ich ihn auch, wenn auch auf eine komplett andere Art als die anderen. Mehr wie einen kleinen unbedarften Bruder, den man vor der Welt schützen möchte.
Irgendwann wird er sich aber zwischen Hakon und Arild entscheiden müssen. Und wer ist überhaupt dieser fiese Berater, der ihm von Hakon zur Seite gestellt wurde? Er schickt die armen Raben, die Seelen forttragen - und jetzt hat er gleich zwei auf Orlyg angesetzt!  :o

Sehr gelungen fand ich die Beschreibung von Lärkas Erkenntnis über Orlygs Gründe für die Verbannung der Hexen. Als ihr dämmert, dass er sie nicht vernichten sondern beschützen will. Aber diese Erkenntnis kann ihre Beziehung wohl nur kurz verbessern, bevor er entseelt wird.  :(

Die Ahnin ist also tatsächlich die Schwester von Feodras, auch wenn das ein Geheimnis ist! Also macht sich Arild doch auf den Weg zu ihr, denn sie könnte als einzige wissen, wie Grimhorn bezwungen werden kann.
Der Kampf mit Grimhorn hat ihn auch zum Anführer gemacht - man merkt aber, dass ihm das förmliche Benehmen seiner Freunde oft nicht recht ist. Auch hat er den ersten Treueeid angenommen, und ihn dann auch beansprucht.
Den Kampf mit Hagbarts Trupp fand ich spannend, ich konnte mir auch alles gut vorstellen und bin von Arilds zunehmender Geschicklichkeit beim Einsatz der Steine als Waffen begeistert. Bei Arilds Fassungslosigkeit aufgrund von Hagbarts genussvollen Worten über Lärkas Tod hatte ich einen fetten Kloß im Hals, für mich war das eine sehr emotionale Szene - besonders Arilds Gedanken.

Die Ahnin wurde schwer verletzt, ist aber durch das Opfer einer ihrer verschleierten Dienerinnen wieder ins Leben zurückgekehrt. Danach wandelt sich ihr Gesicht, und unter anderem erscheinen dort auch die Züge einer älteren Lärka. Ich nehme also an, dass sich Lärkas Mutter für das Leben der Ahnin geopfert hat - nur eben nicht direkt, sondern auf einer anderen Ebene: einem Wahrtraum oder der Ahnenreise. Audhild als Dienerin der Ahnin - vielleicht sieht es dadurch für Arild und Lärka doch nicht so schlecht mit einer gemeinsamen Zukunft aus. Hatten die Vorfahren der Feodriner eigentlich auch alle grüne Augen?
Den Gerfalken halte ich übrigens für eine Erscheinungsform der Ahnin, in der sie nun herausfindet, dass Lärka noch lebt. Früher muss sie in dieser Gestalt auch schon nach Audhild gesucht haben, das passt wieder zusammen.
« Letzte Änderung: 07. März 2009, 13:39:04 von Seychella »
Verzauberte Grüße,
Seychella

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Offline Miramis

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Hallo zusammen,

Ich denke ihr habt Verständnis für meine leichte Abweichung. Lärka mit einer verkochten Hand zu bedenken brachte ich einfach nicht über mich. :(
Aber sicher.... :o ;) Das hätte ich wirklich schrecklich gefunden, wenn Lärka nicht unbeschadet aus der ganzen Angelegenheit herausgekommen wäre - die Nummer mit dem Untergehen im Meer war ja schon schlimm genug.

Überhaupt finde ich, bei einem Buch, das unter dem Stichwort "Historische Fantasy" läuft, darf sich die Autorin eine gehörige Portion dichterische Freiheit herausnehmen.  ;D Wobei ich trotzdem den Eindruck habe, dass du sehr intensiv recherchiert hast, Kristin, und dich sehr genau an die historischen Gegebenheiten deiner ausgewählten Epoche gehalten hast. Aber wie gesagt, wenn es der Geschichte schadet, muss die historische Genauigkeit eben mal zurückstehen, das ist jedenfalls meine Meinung.  :)

Auftritt Prinz Harold! Ich kann ja nicht ganz verstehen, wieso Lärka ihn so toll findet. Natürlich ist da die Ähnlichkeit mit Arild, die sicher Sympathiepunkte bringt. Aber soweit ich ihn bisher kennengelernt habe, ist er vom Wesen her ganz anders als Arild - zwar freundlich, aber doch sehr naiv und kindlich. Natürlich mag ich ihn auch, wenn auch auf eine komplett andere Art als die anderen. Mehr wie einen kleinen unbedarften Bruder, den man vor der Welt schützen möchte.
Ganz genauso ging es mit mit Harold auch. Er ist einfach noch ein unbeschriebenes Blatt und nicht so geheimnisumwittert wie Arild. Lärka ist siebzehn, in Arild verliebt und sieht pötzlich seinen Bruder, der ihm verblüffend ähnlich sieht - ist doch kein Wunder, dass ihr Herz Harold zufliegt, wenn auch auf eine leichte, unbeschwerte Weise.

Bei Arilds Fassungslosigkeit aufgrund von Hagbarts genussvollen Worten über Lärkas Tod hatte ich einen fetten Kloß im Hals, für mich war das eine sehr emotionale Szene - besonders Arilds Gedanken.
Da tat mir Arild wirklich sehr leid, denn er kann ja nicht wissen, ob Hagbart recht hat oder nicht. Und vor allem kann er nicht eingreifen und Lärka helfen, sondern er muss sie ihrem Schicksal überlassen. Oh, da bricht in Arild eine Welt zusammen... mich hat diese Szene auch sehr berührt und ich hätte ihm am liebsten zugerufen: "Glaub ihm nicht! Er will dich nur aus dem Konzept bringen." Ja, es soll Leser geben, die mit Romanfiguren sprechen.  ;D

Die Ahnin wurde schwer verletzt, ist aber durch das Opfer einer ihrer verschleierten Dienerinnen wieder ins Leben zurückgekehrt. Danach wandelt sich ihr Gesicht, und unter anderem erscheinen dort auch die Züge einer älteren Lärka.
Diesen Moment empfand ich als faszinierend, und ich musste auch sofort an Audhild denken.

 :winken:

Offline Mascha

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Hallo Kristin  :winken:
mir gefällt an dem Buch wirklich sehr gut die Gratwanderung zwischen Historisch und Fantasy. Erst dachte ich ja wirklich "nur" ein Fantasybuch in der Hand zu haben, aber du hast ja bereits erzählt, dass du es der Wikinkerzeit angelehnt hast. Seitdem lese ich das Buch anders und da fällt mir auch immer wieder auf, wie gut du recherchiert hast. Sei es die Häuser, die Kräuterkunde oder wie hier die Gerichtbarkeit, sprich Thingversammlungen und deren Urteile bzw. Strafen. Vielen Dank auch dafür, dass du Lärka nicht verstümmelt hast. Es wäre doch zu schade um sie gewesen   :-*
Gruß Jutta

Offline Tammy1982

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Hallo Ihr Lieben,

Vielen Dank auch dafür, dass du Lärka nicht verstümmelt hast. Es wäre doch zu schade um sie gewesen   :-*
Ja, darüber bin ich auch sehr froh! Vielen lieben Dank!  :-* Fand es schon so schlimm, dass Lärka 2mal ins Meer geworfen wurde und beim 2. Mal wäre es ja fast schief gegangen.  :schwitzen:
Reidar ist wirklich ein furchtbarer Mensch!  >:( Die Bestrafung von dem Knecht fand ich ganz schlimm und ich gebe euch Recht, da wurde schon gut gezeigt, dass es nicht um Gerechtigkeit, sondern um die größere Macht geht! Lärka hat wirklich nur Glück, dass sich ihr Onkel so für sie einsetzt, sonst wäre sie wirklich gleich auf dem Scheiterhaufen gelandet!
Ich habe dann jedoch auch gedacht, dass Arild auftaucht und musste die nächsten Seiten quasi verschlingen, um dann etwas verwirrt zu sein, wie denn Arild bei Lärka sein kann, wenn er doch die Ahnin rettet.
Aber dann löst sich das Geheimnis: Es handelt sich um Harold, Arild's Halbbruder!  ;)

Auftritt Prinz Harold! Ich kann ja nicht ganz verstehen, wieso Lärka ihn so toll findet. Natürlich ist da die Ähnlichkeit mit Arild, die sicher Sympathiepunkte bringt. Aber soweit ich ihn bisher kennengelernt habe, ist er vom Wesen her ganz anders als Arild - zwar freundlich, aber doch sehr naiv und kindlich. Natürlich mag ich ihn auch, wenn auch auf eine komplett andere Art als die anderen. Mehr wie einen kleinen unbedarften Bruder, den man vor der Welt schützen möchte.
Ganz genauso ging es mit mit Harold auch. Er ist einfach noch ein unbeschriebenes Blatt und nicht so geheimnisumwittert wie Arild. Lärka ist siebzehn, in Arild verliebt und sieht pötzlich seinen Bruder, der ihm verblüffend ähnlich sieht - ist doch kein Wunder, dass ihr Herz Harold zufliegt, wenn auch auf eine leichte, unbeschwerte Weise.
Ja, aber ich habe schon das Gefühl, dass Harold ein guter Kerl ist und sich vielleicht sogar auch mal auf die Seite von Arild und Lärka und gegen seinen Vater stehen wird. Wenn ich seine Abschiedsworte richtig gedeutet habe, ist er über seinen "Berater" auch nicht wirklich glücklich, aber der wurde ihm von Hakon aufgedrückt. Ich denke, dass Harold kein leichtes Leben hat und auch ziemlich von seinem Vater unterdrückt wird. Wer weiß, ob Harold nicht noch eine bedeutende Rolle spielen wird...
Und Lärka ist ja noch nicht so von ihm geblendet, dass sie die Vernunft total außer acht lässt. Es hat mir sehr gut gefallen, dass sie hier auf ihren Onkel und die Tante hört und gleich von ihrem Verlobten erzählt und sich nicht auf die Avancen von Harold einlässt!

Mich würde übrigens interessieren, wieso sie teilweise auf so einen unsichtbaren Widerstand stößt, wenn sie mit Hilfe ihrer Kette durch die Gegend wandelt? Wird der Widerstand durch die Raben verursacht oder hat das einen anderen Hintergrund??? Ich bin schon sehr gespannt!

Sehr gelungen fand ich die Beschreibung von Lärkas Erkenntnis über Orlygs Gründe für die Verbannung der Hexen. Als ihr dämmert, dass er sie nicht vernichten sondern beschützen will. Aber diese Erkenntnis kann ihre Beziehung wohl nur kurz verbessern, bevor er entseelt wird.  :(
Ja, das fand ich auch super! Zeigt es doch, dass Orlyg Audhild sehr geliebt hat und sie vor allem schützen wollte. Und somit auch seine Tochter! Das hat mich sehr gefreut, dass Lärka da merkt, wie ihr Vater wirklich denkt!
Ich hoffe sehr, dass sie die Gefahr mit den Raben noch vorher abwehren kann! Jetzt, wo Vater und Tochter sich vielleicht endlich näher kommen können, hoffe ich sehr, dass sie nicht genau jetzt ihn verlieren muss!  :'(
Holen die Raben dann eigentlich die Seelen von v. a. kampferprobten Männern, die Hakon gefährlich werden können? Oder hat es mit den Seelen noch etwas anderes auf sich?  :-\ Weil Orlyg wird ja aus reinem politischen Interesse von Hakon ausgewählt, oder?  :-\

Arilds Begegnung mit Helaku bringt neue Erkenntnisse, die aber gar nicht so günstig sind. Wie benutzt man den Herz-der-Berge-Stein? Nur Feodras wusste das, und er ist schon seit Jahrhunderten tot. Dass die Ahnin seine Schwester ist, hat mich überrascht - das ist die Chance für Arild, eventuell noch etwas aus Feodras mündlicher Überlieferung zu erfahren.
Es hat mich richtig geschockt, als ich gelesen habe, dass Helaku Arild nicht weiter helfen kann. Da habe ich dann schon vermutet, dass er entweder doch noch einen Hinweis in den Überlieferungen findet oder das Wissen vielleicht unbewusst schon einfach bei ihm vorhanden ist.
Als ich dann aber gelesen habe, dass die Ahnin die Schwester von Feodras ist, war ich schon wieder froher gestimmt!

Dann die Zitter-Partie, als die Ahnin von dem Pfeil getroffen wird. Ich war mir sicher, jetzt stirbt sie und habe mich schon gewundert, warum ihre Landsleute einfach wegsehen. Aber jetzt ist das Geheimnis ihrer Unsterblichkeit gelüftet worden: Sie lebt ewig, aber dafür muss eine ihrer Dienerin sterben. Als Tausch dann quasi! Das ist hart! Und daher auch verständlich, warum nur sie unsterblich sein darf. Dieser "Tausch" wäre wohl auf Dauer bei mehr Leuten gar nicht machbar: Wer darf leben und wer muss sich opfern???  :o

Bei Arilds Fassungslosigkeit aufgrund von Hagbarts genussvollen Worten über Lärkas Tod hatte ich einen fetten Kloß im Hals, für mich war das eine sehr emotionale Szene - besonders Arilds Gedanken.
Da tat mir Arild wirklich sehr leid, denn er kann ja nicht wissen, ob Hagbart recht hat oder nicht. Und vor allem kann er nicht eingreifen und Lärka helfen, sondern er muss sie ihrem Schicksal überlassen. Oh, da bricht in Arild eine Welt zusammen... mich hat diese Szene auch sehr berührt und ich hätte ihm am liebsten zugerufen: "Glaub ihm nicht! Er will dich nur aus dem Konzept bringen." Ja, es soll Leser geben, die mit Romanfiguren sprechen.  ;D
;D Ich habe auch gerufen!  ;) Aber ich war sehr stolz auf Arild, dass er trotz dieser furchtbaren Worte von Hagbart doch die Ruhe bewahrt hat und diesem seinem wohlverdienten Schicksal übergeben hat! Wurde ja auch Zeit!  >:( ;D

Den Gerfalken halte ich übrigens für eine Erscheinungsform der Ahnin, in der sie nun herausfindet, dass Lärka noch lebt. Früher muss sie in dieser Gestalt auch schon nach Audhild gesucht haben, das passt wieder zusammen.
Ja, das habe ich mir auch gleich gedacht. Die Ahnin hat Audhild ja gesagt, dass sie in Erfahrung bringen wird, was mit Lärka ist!

Die Überlegung, dass Audhild sich für die Ahnin auch geopfert hat, ist mir noch gar nicht gekommen, aber das ist natürlich sehr nahe liegend... Bin ja gespannt, was sich ergibt!

Liebe Grüße
Tammy

Offline Kathchen

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Hallo ihr Lieben.

Und ich hatte gedacht, Arild ist wieder da :heul:
Also, diese Thingversammlung fand ich ja furchtbar! Da hatte Lärka ja regelrecht "Glück" gehabt, ein Gottesurteil machen muss, so hatte sie ja wenigstens noch eine Chance gehabt zu überleben. Sehr interessant fand ich, dass Hexen allerdings nicht mehr auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden, sondern "nur" verbannt...

Den Mann, den sie erst für Arild hieß, war Harold. Ich mag ihn nicht. Selbst wenn er von Hakons Plänen keine Ahnung hat, ist er mir irgendwie unsympathisch. Kein Vergleich zu Arild und ehrlich gesagt, war ich schon etwas sauer auf Lärka, dass sie sich schon ziemlich von Harold um den Finger wickeln ließ, obwohl sie irgendwo noch meinte, ihr Herz gehöre nur Arild.
Ich war jedenfalls froh, als sie wieder weg waren.

Und dann die Raben. Sie haben zwei Raben in Osgund gelassen, für Orlyg  :o

Arild hat die Ahnin gefunden und musste dann auch noch gleich gegen Hagbart und seine Leute kämpfen! Mensch, was haben mich diese Kämpfe gefesselt und ich habe Arild und seinen Männern die Daumen gedrückt, und die haben natürlich dann auch gewonnen!
Bis auf die Ahnin, die hatte sogar einen Pfeil abbekommen  :o Im ersten Moment dachte ich wirklich, jetzt ist es vorbei mit der Unsterblichkeit. Aber dann kam dieses Ritual mit einer Dienerin. Das fand ich richtig toll!

 :winken:
“Du warst mein Schwert und mein Schild, als ich mich nicht zu schützen vermochte. Männer wie du sind selten, Ollowain. Danke, dass du an meiner Seite stehst. Du bist das Licht in meinen dunkelsten Stunden.”
Bernhard Hennen - Elfenlicht

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Offline Tammy1982

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Hallo Ihr Lieben,

Bis auf die Ahnin, die hatte sogar einen Pfeil abbekommen  :o Im ersten Moment dachte ich wirklich, jetzt ist es vorbei mit der Unsterblichkeit. Aber dann kam dieses Ritual mit einer Dienerin. Das fand ich richtig toll!
Ich hatte hier zuerst auch schon Angst, dass jetzt alles vorbei ist und Arild doch nicht mehr erfährt, was er wissen muss. Aber zum Glück überlebt die Ahnin dann doch! Das Ritual fand ich auch richtig faszinierend!

Liebe Grüße
Tammy

 

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