Autor Thema: 08 - Die Hüter der Wolken - Kapitel 8 (Seite 423 - Seite 520)  (Gelesen 2895 mal)

Offline Miramis

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Hier könnt Ihr zu Kapitel 8 schreiben (Seite 423 bis Seite 520).

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« Letzte Änderung: 15. Februar 2009, 00:08:28 von Miramis »

Offline Mascha

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  • Als Gott die Zeit machte, machte er genug davon.
Arild und seine Gefährten sind auf dem Weg zur Stadt ohne Wiederkehr, nach Kovanby. Warum diese Stadt so heißt wird bald klar. Und hier wird es auch echt gruselig. Schon kurz vor der Stadt treffen die Reisenden auf Tieropfer und viel Blut.
Die Stadt wirkt leer, bedrückend und unheimlich. Es gibt viel Gold und sogar die einfachen Werzeuge sind daraus. Aber die  Bewohner sind kaum ansprechbar und irgendwie deprimiert bzw. hoffnugslos. Im Than von Kovnby erkennt Arild Lärkas Onkel Tiernan, der seit vielen Jahren verschollen ist. Aber auch er glaubt, dass die Stadt unter einem Fluch steht und seitdem ohne Sonne leben muß.  Daher auch die Tieropfer um die Götter wieder milde zu stimmen.
 Arild uns seine Gefährten wollen nur eine Nacht in der Stadt verbringen und sich mit Proviant versorgen, bevor sie am nächsten Tag weiterreisen wollen. Aber Arild befürchtet, dass auch sie den Göttern geopfert werden sollen. Außerdem entdeckt er, dass die Menschen in Kovenby mit der Zeit versteinern. Die Vorstellung fand ich dann doch sehr gruselig und grausam. Am nächsten Tag erscheinen noch andere Feodriner in der Stadt, es sind Abgesandte der Ahnin und wollen Arild zu dieser bringen. Aber Tiernan verlangt einen Kamf um Leben und Tod mit Arild, als weiteres Opfer.
 Arild möchte nicht seine Steinkönig Kräfte einsetzen, sondern den Wokenfürst Niyol um Hilfe bitten. Aber dieser kann ihm nicht helfen und rät Arild den Herz-der-Berge-Stein aus Jaduin zu holen. Nur so kann Arild gegen Grimhorn kämpfen.
Aber Arild hat keine Zeit erst den großen Herz-der-Berge-Stein zu holen und kämpft mit dem Stein den er hat gegen Grimhorn. Dieser schickt einen großen Sturm und spricht sogar zu Arild. Er versucht Arild auf seine Seite zu ziehen, aber Arild läßt sich nicht darauf ein und schafft es tatsächlich Grimhorn erstmal zu besiegen. Aber anschießend will Arild nach Jaspis zum großen Herz-der-Berge-Steine und nicht erst zur Ahnin.
Lärka un ihre Mitgefangenen sind immer noch im Turm. Durch einen Schlaf auf den Kopf erwacht Melvas Geist wieder etwas und sie fängt an sich zu erinnern. Ein Erdbeben läßt den Tunnel den Jörn un Bolvik graben wieder etwas einstürzen und die Flucht muß noch einmal verschoben werden. Lärka und Bolvik vermuten sofort, dass Arild das Erdbeben ausgelöst hat und so war es ja auch. Das war sein großer Kampf gegen Grimhorn. Melva erzählt Lärka von einem Anschlag durch Reidar und Roar auf Audhild und Orlyg. Aber kann man das noch beweisen? Außerdem erzählt sie ihr die Geschichte der Königin des Nordens. Diese kommt Lärka dann gleich bekannt vor und hier vermute ich einen Zusammenhang mit der Ahnin zu der Arild eigentlich unterwegs ist.  Lärka, Jörn, Bolvik und Melva können endlich fliehen und fliehen in den Blutwald. Auf der Flucht tötet Jörn noch einen Hund und Reidar nimmt das wieder als ein Zeichen dafür, dass Lärka mit Hexerei zu tun hat. Er fordert von Grenjard Blutrache. Das kann und will Lärka aber nicht zulassen und stellt sich daraufhin dem Thing Gericht.
Gruß Jutta

Offline Miramis

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Huhu,  :winken:

da hatte sich bei mir schon so ein Gefühl der Erleichterung eingestellt, als unsere Gefährten endlich nach vielen Mühen Kovanby erreichen - aber diese Erleichterung wich bald einem ziemlichen Schaudern! Oh je, ist das trostlos dort! Versteinerte Menschen, blutige Opfer (am schlimmsten fand ich das geopferte Kind  :'(), keine Sonne am Himmel, die pure Hoffnungslosigkeit. Und schuld an allem ist Grimhorn; jetzt kann man sich gut vorstellen, welche Macht in ihm lauert.

Auf der anderen Seite sind die Menschen in Kovanby unermesslich reich an Gold, Edelsteinen und weiteren Schätzen. Selbst die kleinsten Gebrauchsgegenstände sind aus Gold hergestellt. Das fand ich sehr schön herausgearbeitet, dass dieser Überfluss an Reichtum die Menschen keineswegs glücklich macht und dass sie sich in Wirklichkeit nach ganz anderen Dingen sehnen, nach Licht, Wärme und blauem Himmel.

Für Arild und Co. wirds an dieser Stelle richtig gefährlich, denn sie sollen das nächste Menschenopfer bewirken, so oder so. Dass Arild in dieser Situation Hilfe bei den Wolkenfürsten sucht, leuchtete mir vollkommen ein; dass sie nicht helfen konnten oder wollten, war schon ein kleiner Schock. Nun heißt es also Arild gegen Grimhorn, oder David gegen Goliath. Eine sehr spannende Auseinandersetzung, wie ich finde - und besonders Grimhorns Einflüsterungen, um Arild zu verwirren, fand ich sehr gefährlich. Vor allem diese Andeutungen über Jendro und dass er eventuell noch lebt, im Innern des Berges (?), das hat Arild ganz schön aus dem Konzept gebracht. Und dazu noch dieser zu klein geratene Stein, der eigentlich nicht die richtige Waffe ist, um Grimhorn direkt gegenüberzutreten.... da stand es Spitz auf Knopf für Arild. Toll, wie er den Graben zieht, hinter den Grimhorn verbannt ist! Aber hoffentlich hat er sich bei dieser Aktion nicht zu sehr verausgabt, da kann man nur hoffen.

Bei Lärka spitzt sich die Lage auch immer weiter zu. Bemerkenswert finde ich ihren Umgang mit Melva; scheibchenweise offenbart sie ihr die Wahrheit und erfährt ihrerseits sehr interessante Dinge über ihre Mutter und die damaligen Ereignisse. So, dann hat dieser unsympahtische Reidar doch einigen Dreck am Stecken, genauer betrachtet, könnte man von zweifachem Mordversuch sprechen. Aber ob das nach zwanzig Jahren nicht schon verjährt ist? Hut ab vor dem Mut, den Lärka beweist, indem sie zurück nach Osgund geht (die Flucht aus dem Turm war ja auch eine sehr dramatische Szene!); aber ob das so geschickt ist? Ich habe da meine Zweifel... schliesslich sind die beiden Seelenlosen nun tot, und ihr Ableben wird eindeutig Lärka zugeschrieben. Wenn sie nicht aufpasst, steht sie schneller auf dem Scheiterhaufen, als sie Piep sagen kann.

Eine Sache noch, die Königin des Nordens! Eine Figur, die mich sehr fasziniert und über die ich mehr erfahren möchte. Sie erinnert ein wenig an die "Schneekönigin", ist diese Ähnlichkeit beabsichtigt, Kristin? Was ich noch nicht so ganz überreisse, ist sie gleichzeitig auch die Ahnin, zu der Arild und seine Gefährten unterwegs sind? Ich lasse mich mal überraschen.

Viele liebe Grüße  :winken:
Miramis

Offline Mascha

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Zitat von: Miramis
Oh je, ist das trostlos dort! Versteinerte Menschen, blutige Opfer (am schlimmsten fand ich das geopferte Kind  ), keine Sonne am Himmel, die pure Hoffnungslosigkeit.


Das geopferte Kind fand ich auch sehr schlimm und dann stellt sich auch noch raus, dass es das einzige Kind Tiernans war. Wir bekommen ja schon "Depressionen" wenn es im Herbst oft so düster und trüb wird, aber wenn so gar keine Sonne mehr scheint ist es wohl noch um einiges schlimmer.


Zitat von: Miramis
Nun heißt es also Arild gegen Grimhorn, oder David gegen Goliath. Eine sehr spannende Auseinandersetzung, wie ich finde - und besonders Grimhorns Einflüsterungen, um Arild zu verwirren, fand ich sehr gefährlich. Vor allem diese Andeutungen über Jendro und dass er eventuell noch lebt, im Innern des Berges (?), das hat Arild ganz schön aus dem Konzept gebracht.

Ich war so froh, dass Arild sich nicht von Grimhorn hat einfangen lassen. Die Versuchung war bestimmt groß, aber sein Verantwortungsbewußtsein der Menschen gegenüber, war noch größer.

Zitat von: Miramis
So, dann hat dieser unsympahtische Reidar doch einigen Dreck am Stecken, genauer betrachtet, könnte man von zweifachem Mordversuch sprechen. Aber ob das nach zwanzig Jahren nicht schon verjährt ist?


Wenn sie es beweisen können, denke ich, dass die Sache immer noch vors Gericht kommt. Aber wer glaubt schon einer Frau, deren Geist 20 Jahre verwirrt war? Da müssten sie schon noch andere Beweise oder Zeugen finden, vermute ich mal.
Gruß Jutta

Offline Miramis

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Zitat von: Miramis
Oh je, ist das trostlos dort! Versteinerte Menschen, blutige Opfer (am schlimmsten fand ich das geopferte Kind  ), keine Sonne am Himmel, die pure Hoffnungslosigkeit.


Das geopferte Kind fand ich auch sehr schlimm und dann stellt sich auch noch raus, dass es das einzige Kind Tiernans war.
Wobei mir die abgeschnittenen Pferdeköpfe schon auch zugesetzt haben.  :( ;)

Offline Mascha

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Das mit den Pferdeköpfen muß eine ziemlich blutige Angelegenheit gewesen sein. Gab es da nicht auch im PatenI eine  Szene mit so einem Pferdekopf? ???
Gruß Jutta

Offline Miramis

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Das mit den Pferdeköpfen muß eine ziemlich blutige Angelegenheit gewesen sein. Gab es da nicht auch im PatenI eine  Szene mit so einem Pferdekopf? ???

Ja! Im Bett!  :o :D

Kristin, gibts da irgendeinen Zusammenhang?  ;)

Offline Kristin

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Hallo,
wer von euch hat schon mal Landhäuser in Niedersachsen gesehen (meist mit rotem Stein und weißem Fachwerk), deren Giebel-Balken in zwei Pferdeköpfen enden? Ihr werdet's nicht glauben, aber jetzt wißt ihr, wo das herkommt: Die Germanen (ok, ich habe sie an dieser Stelle etwas mit den Kelten vermischt) haben des öfteren Pferde geopfert, das Fleisch gegessen und die Köpfe auf gespießt. Die christlichen Missionare haben ihnen die Pferdeopfer so gründlich ausgetrieben, daß wir deutschen - im Gegensatz zu unseren Französichen Nachbarn - ja auch heute noch kaum/kein Pferdefleisch essen. Nur der Giebelschmuck ist noch übrig geblieben...

Auch das Menschenopfer/Kinderopfer ist historisch: Die Kelten (diesmal wieder richtig) hatten tiefe Opferlöcher. Dahinein haben sie normalerweise Gefäße oder Gemüse/Getreide geworfen. Aber wenn es schlecht ging oder für etwas ganz besonderes gebetet werden sollte, gab es auch Menschenopfer. Ich mutmaße aber einmal, daß die Jenseitseinstellung der Kelten so war, daß sie es als Ehre für den Geopferten betrachteten und selbst die Mütter sich da nicht wesentlich wehrten.
Daß es bei Tiernan das einzige Kind war, ist natürlich schon tragisch! Seine Frau kam ja erst spät nach Kovanby, sie war noch nicht so "versteinert" und konnte noch ein Kind bekommen. Jetzt ist es aber auch damit vorbei.

Liebe Grüße
Kristin


Offline Mascha

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Tja, Mutterliebe ist ja wohl doch nicht unbedingt angeboren. Auch heute noch nicht überall selbstverständlich. Leider!
Gruß Jutta

Offline Tammy1982

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Hallo Ihr Lieben,

dass mit Kovanby irgendwas nicht stimmen kann, hatte ich ja schon vermutet, sonst würde die Stadt ja kaum, als Stadt ohne Rückkehr bezeichnet werden. Aber was Arild und seine Gefährten dort dann entdecken, fand ich ja richtig schlimm: Grimhorn hat sein Netz bis dorthin gespannt und die ganze Stadt mit Düsternis überzogen. Aber nicht genug, dass die Menschen total deprimiert sind und sich zu nichts aufraffen können, werden sie mit der Zeit wirklich zu Stein!  :o Krass, diese Feststellung von Arild hat mich wirklich umgehauen!
Gut ist aber, dass Arild jetzt gesehen hat, wozu Grimhorn fähig ist und dass er gar keine andere Wahl hat, als ihn zu bekämpfen!  :(
Den Kampf zwischen Grimhorn und Arild fand ich richtig spannend und ich habe ganz schön um Arild gezittert! Das war ja wirklich ganz schön knapp!  :schwitzen: Die Idee von Arild mit dem Graben, den er entstehen lässt, fand ich wirklich super! Ich hatte wirklich Angst, wie er da noch wegkommen soll!

Dass er sich zuerst Hilfe von dem Wolkenfürsten erbeten hat, war mir klar. Aber ich habe mir schon gleich gedacht, dass dieser ihm nicht helfen kann. Arild hat ja diese düsteren Wolken selber nicht gekannt und ich habe schon vermutet, dass das keine "normalen" Wolken sind!

Na, ist ja nochmal gut gegangen. Aber Arild muss sich jetzt doch Hakon stellen und in den Besitz des großen Herz-der-Berge-Steine gelangen. Anders hat er keine Chance gegen Grimhorn! Und ich vermute, dass dieser jetzt RICHTIG sauer ist!  :o :P ;D

Gleichzeitig gelingt Lärka, Bolverk, Jörn und Melva doch noch die Flucht. Etwas Gutes hatte ja der Aufenthalt in dem Turm: Bolverk ist wieder normal und Melva auch!  ;D
Aber Melva tut mir richtig leid: Wie furchtbar muss das sein, wenn man nach 20 Jahren(!!!) wieder zu sich kommt und feststellen muss, dass einem 20 Jahre seines Lebens fehlen und dass daran anscheinend auch noch die einstmals große Liebe schuld ist!   >:( Das ist ja wirklich furchtbar!
Aber sehr interessant, was Melva da über Reidar und Roar zu erzählen weiß: Da haben die beiden vor 20 Jahren einen ganz schönen Komplott geschmiedet und nur Audhilds wohl ziemlich großen Kräften ist es zu verdanken, dass Orlyg diesen gemeinen Anschlag überlebt hat! Wie übel!  :o Na ja, aber kein Wunder, dass Reidar nicht gut auf Lärka zu sprechen ist. Sie muss ihn ja komplett an Audhild und an den fehlgeschlagenen Anschlag erinnern. Dass er außerdem Audhild hat entführen lassen, fand ich ja richtig heftig! Was für ein gemeiner Kerl!  >:(

Aber jetzt bin ich mittlerweile schon richtig neugierig, was es mit der Königin des Nordens auf sich hat!!! Ich habe auch schon fast vermutet, dass es sich bei ihr um die "Ahnin" handelt. Die Erwähnung der grünen Augen hat mich da gleich hellhörig werden lassen.
Außerdem spekuliere ich schon, um Lärka vielleicht nicht doch sogar auch von der Ahnin abstammt oder sogar auch Feodriner-Blut in ihren Adern hat??? Was ja dann bedeuten würde, dass es für die und Arild doch noch ein Happy-End gibt!  :P ;D

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

Offline Tammy1982

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Hallo Ihr Lieben,

Zitat von: Miramis
Oh je, ist das trostlos dort! Versteinerte Menschen, blutige Opfer (am schlimmsten fand ich das geopferte Kind  ), keine Sonne am Himmel, die pure Hoffnungslosigkeit.


Das geopferte Kind fand ich auch sehr schlimm und dann stellt sich auch noch raus, dass es das einzige Kind Tiernans war.
Wobei mir die abgeschnittenen Pferdeköpfe schon auch zugesetzt haben.  :( ;)
Oh ja! Ich fand auch die gesamten Opferungen richtig schlimm!   :o Aber das mit dem Kind hat mich schon ganz schön geschockt. Obwohl es wohl eh nicht überleben hätte können, sondern wohl ziemlich schnell zu Stein geworden wäre?  :-\ :o

Zitat von: Miramis
Nun heißt es also Arild gegen Grimhorn, oder David gegen Goliath. Eine sehr spannende Auseinandersetzung, wie ich finde - und besonders Grimhorns Einflüsterungen, um Arild zu verwirren, fand ich sehr gefährlich. Vor allem diese Andeutungen über Jendro und dass er eventuell noch lebt, im Innern des Berges (?), das hat Arild ganz schön aus dem Konzept gebracht.

Ich war so froh, dass Arild sich nicht von Grimhorn hat einfangen lassen. Die Versuchung war bestimmt groß, aber sein Verantwortungsbewußtsein der Menschen gegenüber, war noch größer.
Die Einflüsterungen von Grimhorn waren schon sehr verlockend! Ich hätte sie ja auch am liebsten glauben wollen, andererseits konnte ich mir nicht vorstellen, dass Grimhorn das wirklich ernst meint. Gut, dass Arild noch mal in die Wolken gesehen hat und da den Bären mit dem weit geöffneten Maul erblickt hat... Das war wohl eine eindeutige Warnung!

Auf der anderen Seite sind die Menschen in Kovanby unermesslich reich an Gold, Edelsteinen und weiteren Schätzen. Selbst die kleinsten Gebrauchsgegenstände sind aus Gold hergestellt. Das fand ich sehr schön herausgearbeitet, dass dieser Überfluss an Reichtum die Menschen keineswegs glücklich macht und dass sie sich in Wirklichkeit nach ganz anderen Dingen sehnen, nach Licht, Wärme und blauem Himmel.
Ja, das ist mir auch aufgefallen. Eigentlich hätten diese Menschen materiell alles. Aber ihnen fehlt Licht und Wärme und von daher haben sie eigentlich nichts! Eine schöne Metapher! Geld ist nun mal doch nicht alles!  :)

Zitat von: Miramis
So, dann hat dieser unsympahtische Reidar doch einigen Dreck am Stecken, genauer betrachtet, könnte man von zweifachem Mordversuch sprechen. Aber ob das nach zwanzig Jahren nicht schon verjährt ist?


Wenn sie es beweisen können, denke ich, dass die Sache immer noch vors Gericht kommt. Aber wer glaubt schon einer Frau, deren Geist 20 Jahre verwirrt war? Da müssten sie schon noch andere Beweise oder Zeugen finden, vermute ich mal.
Ja, ich sehe da auch schon einige Probleme. V. a. fürchte ich, dass Lärka sich erst gar nicht wird Gehör verschaffen können, wenn sie jetzt zurück in das Dorf kommt. Der Hass der Bevölkerung wurde ja schon so aufgestachelt, dass ich mir gut vorstellen kann, dass sie einfach nur noch ergriffen und gleich auf den Scheiterhaufen geworfen wird. Da interessiert niemanden mehr, ob sie Anschuldigungen gegen Reidar hat oder nicht. Außerdem war Melva 20 Jahre komplett verwirrt, ich fürchte fast, dass man ihr nicht glauben wird!  :(
Aber ich hoffe, dass Orlyg jetzt noch rechtzeitig erscheint...  :o

Liebe Grüße
Tammy

Offline Seychella

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Kovanby hat auf mich gleich so bedrückend gewirkt, was sicher zum großen Teil an dem verdunkeltem Himmel und den merkwürdigen Bewohnern lag. Bei den fremden dunklen Wolken und dem ganzen Staub musste ich an Grimhorn denken, auch wenn ich das ganze Ausmaß seiner Macht über diese Stadt erst später zusammen mit Arild entdeckt habe. Die Bewohner waren mir nicht direkt unsympathisch, aber doch sehr fremd und kalt. Im Nachhinein passt dieser Eindruck natürlich sehr gut, da sie langsam zu Stein werden.

Sehr erschreckt hat mich da auch die Verwandlung von Arilds Begleitern während der kurzen Zeit in Kovanby. So desinteressiert und weit entfernt! Valgrim war ja kaum noch zu erkennen. :o
Arild hat ja alles versucht, um seine Macht nicht einsetzen zu müssen. Worüber ich echt froh war - bei jeder Erwartung der anderen, dass er seinen "Herz-der-Berge"-Stein benutzen sollte, dachte ich: Noch nicht - Grimhorn wartet doch nur darauf!
Aber da Arild sich seiner Verantwortung für diese Leute nur zu bewusst ist, hat er letztendlich keine andere Wahl. Der Wolkenfürst konnte ihm nicht helfen, denn den Himmel über Kovanby verdunkelten keine normalen Wolken. Und unser Wolkenkopf ist einfach nicht der Typ, der sich in Sicherheit bringt und dafür den Tod seiner Kameraden in Kauf nimmt.

Die Auseinandersetzung mit Grimhorn fand ich extrem spannend, es beginnt ja auch gleich sehr bedrohlich. Auf dem Weg, den die Macht des grimmigen Berges nimmt, bleibt nichts lebendes übrig. Und richtig unheimlich wurde es dann, als der Berg sich in die Gedanken von Arild einmischt und ihm eine vermeintlich so einfache Lösung anbietet. Leere Worte! Als ob der Berg noch Leben übrig lassen würde, wenn es die Macht der Steinkönige nicht mehr gibt. Jedenfalls habe ich ordentlich mitgezittert, und Arilds Schachzug bewundert.
Richtig süß finde ich auch seinen Namen für Lärka: Schwanenfrau.  :)

Bewundernswert fand ich aber auch Lärkas Ausdauer und Behutsamkeit im Umgang mit Melva. Der Schlag auf den Kopf, den diese unfreiweillig abbekommen hat, erlöst sie aus ihrer Verwirrung. Ihr Geist wird nach und nach immer klarer, bis sie sogar erkennt, dass Lärka nicht Audhild ist. Einerseits freut mich das, andererseits tut sie mir aber auch sehr leid. 20 Jahre, von denen sie nichts mehr weiß - und so viele verlorene Freunde! Ganz zu schweigen von der Erkenntnis, dass ihr Liebster sie von der Mauer geschubst hat. Da wäre sie sicher lieber verwirrt geblieben und hätte sich ewig auf den nächsten Tanz mit ihm gefreut...

An den Diskussionen mit Bolverk sieht man wieder, dass sich Arild und Lärka nicht ganz unähnlich sind. Ein schöner Moment war für mich auch, als sie erkannt hat, dass er Bolverk mit ihrem Schutz betraut hat. Den konnte nur noch die Szene toppen, als ihr Bolverk den Mondstein zurückgab. :)
Nun will Lärka das sichere Versteck im Blutwald verlassen, um ihre Familie zu retten. Ich kann das gut nachvollziehen, mache mir aber trotzdem ziemliche Sorgen um sie. Die Leute suchen Schuldige für das Elend der harten Winter, wie soll daran der 20 Jahre alte Verrat an ihren Eltern etwas ändern?
Verzauberte Grüße,
Seychella

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Offline Kristin

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Hallo,
Kovanby ist schon schaurig. Auslöser für Kovanby war für mich ein Zitat - das ich allerdings nicht mehr zuordnen kann: Wir empfinden Menschen, die geistig immer unbeweglicher werden, als alt und letztlich ist das höchste Mass an Unbeweglichkeit bzw. an Starre der Tod selbst. Die Leute in Kovanby wollen nichts mehr Neues, interessieren sich nicht mehr dafür, ihre Häuser instand zu halten, ihre Felder zu beackern, Familie zu haben. Sie merken noch nicht einmal, wenn sie versteinert sind. Tiernan und seine Leute und schließlich Tiernans Frau waren noch diejenigen, die als letzte nach Kovanby kamen und noch nicht ganz abgestumpft sind.
Na, ist ja nochmal gut gegangen. Aber Arild muss sich jetzt doch Hakon stellen und in den Besitz des großen Herz-der-Berge-Steine gelangen. Anders hat er keine Chance gegen Grimhorn! Und ich vermute, dass dieser jetzt RICHTIG sauer ist!  ...
Aber jetzt bin ich mittlerweile schon richtig neugierig, was es mit der Königin des Nordens auf sich hat!!!
Tja, um es gleich vorweg zu nehmen (und in der Hoffnung, daß sich niemand gespoilt fühlt  ::)): Nicht alles davon läßt sich in den verbleibenden zwei Kapiteln abhandeln - es gibt ja noch einen zweiten Teil der Geschichte. Aber über die Königin des Nordens lest ihr noch mehr.
Liebe Grüße an alle Wolkengucker
Kristin
 
« Letzte Änderung: 07. März 2009, 10:09:34 von Kristin »

Offline Seychella

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Hallo,
wer von euch hat schon mal Landhäuser in Niedersachsen gesehen (meist mit rotem Stein und weißem Fachwerk), deren Giebel-Balken in zwei Pferdeköpfen enden? Ihr werdet's nicht glauben, aber jetzt wißt ihr, wo das herkommt: Die Germanen (ok, ich habe sie an dieser Stelle etwas mit den Kelten vermischt) haben des öfteren Pferde geopfert, das Fleisch gegessen und die Köpfe auf gespießt. Die christlichen Missionare haben ihnen die Pferdeopfer so gründlich ausgetrieben, daß wir deutschen - im Gegensatz zu unseren Französichen Nachbarn - ja auch heute noch kaum/kein Pferdefleisch essen. Nur der Giebelschmuck ist noch übrig geblieben...

Ich! Komme allerdings auch aus Niedersachsen...
Das Motiv finde ich wunderschön - als ich das erste mal von der Geschichte dahinter gehört habe, hat es mich aber ordentlich gegruselt. Heute verstehe ich das schon etwas besser, auch wenn ich zu den Pferdefleisch-Gegnern gehöre.

Eine Sache noch, die Königin des Nordens! Eine Figur, die mich sehr fasziniert und über die ich mehr erfahren möchte. Sie erinnert ein wenig an die "Schneekönigin", ist diese Ähnlichkeit beabsichtigt, Kristin? Was ich noch nicht so ganz überreisse, ist sie gleichzeitig auch die Ahnin, zu der Arild und seine Gefährten unterwegs sind? Ich lasse mich mal überraschen.

Ich sehe in der Königin des Nordens aber auch Arilds Mutter mit ihren strahlenden grünen Augen. Aber es wird wohl eher eine große Ähnlichkeit zu der Ahnin sein, denn weder Lärkas Wahrtraum noch Maggais Alter passen dazu.
Ein Rätsel ist mir aber, warum die Ahnin in Lärkas Wahrtraum die Züge ihrer Mutter trug. Es muss eine Verbindung zwischen ihnen geben, vielleicht ja auch bezüglich Audhilds Tod.

Tja, Mutterliebe ist ja wohl doch nicht unbedingt angeboren. Auch heute noch nicht überall selbstverständlich. Leider!

Worauf beziehst du diesen Satz? Auf Kristins Aussage zu den Kelten oder Tiernans Frau?
Verzauberte Grüße,
Seychella

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Offline Mascha

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Tja, Mutterliebe ist ja wohl doch nicht unbedingt angeboren. Auch heute noch nicht überall selbstverständlich. Leider!

Worauf beziehst du diesen Satz? Auf Kristins Aussage zu den Kelten oder Tiernans Frau?

Zitat von: Kristin
Auch das Menschenopfer/Kinderopfer ist historisch: Die Kelten (diesmal wieder richtig) hatten tiefe Opferlöcher. Dahinein haben sie normalerweise Gefäße oder Gemüse/Getreide geworfen. Aber wenn es schlecht ging oder für etwas ganz besonderes gebetet werden sollte, gab es auch Menschenopfer. Ich mutmaße aber einmal, daß die Jenseitseinstellung der Kelten so war, daß sie es als Ehre für den Geopferten betrachteten und selbst die Mütter sich da nicht wesentlich wehrten.

Zum einen auf diese Aussage. Aber es gibt halt auch viele andere Beispiele, ich denke da z.B. an all die Babyleichen die in den letzten Jahren Schlagzeilen gemacht haben. Außerdem gibt es da ein interessantes Buch von Elisabeth Badinter "Die Mutterliebe". Aber das würde jetzt hier wohl zu weit führen. Vor allem, da hier die Mutter ihr Baby ja wohl geliebt hat. Sonst wäre sie über dessen Tod nicht so traurig.


Zitat von: Seychella
Sehr erschreckt hat mich da auch die Verwandlung von Arilds Begleitern während der kurzen Zeit in Kovanby. So desinteressiert und weit entfernt! Valgrim war ja kaum noch zu erkennen.

Stimmt, bei ihnen wirkt diese düstere Atmoshäre ziemlich schnell. Nur gut, dass sie letztendlich nicht allzulange in dieser Stadt bleiben müssen.
Gruß Jutta

 

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