Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 1898 mal)

Offline Tammy1982

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Offline Imlammenien

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Hallo Ihr Lieben,
hallo liebe Gisa,

dann will ich es mal wagen als Erste meine Eindrücke zu Roman und Leserunde zu schildern:

Zum Buch:
Die Geschichte beginnt einige Jahre vor der Varus-Schlacht. Thusnelda, die Tochter des Cherusker-Fürsten Segestes sieht äußerst zwiespältig der Ehe mit Fürst Aristan entgegen, die ihr Vater für arrangiert hat, als sie bei einer Totenfeier den in Rom aufgewachsenen Arminius kennen und lieben lernt.
Arminius hingegen hat sich in seiner Zeit in Rom bereits einige mächtige Feinde geschaffen, und auch in Germanien findet er neue.
Als er sich dann auch noch über den Wunsch Segestes hinwegsetzt und Thusnelda heiratet, schafft er sich einen Weiteren. Und auch der Triumph über Varus kann Arminius‘ drohenden Untergang nicht aufhalten…

Gisa Pauly schildert das historische Geschehen um Arminius aus der Sicht dreier Frauengestalten: Thusnelda, die seine Ehefrau wird und eine historische Figur ist, sowie der fiktiven Charaktere Inaja, Thusneldas Dienerin, und der verwöhnten Römerin Severina, mit der Arminius einen Sohn hat.
Während Thusnelda mit Liebe und detailreich gezeichnet ist, verliert der Leser schon bald das Verständnis für die Arminus‘ Bruder Flavus verfallene Magd Inaja. Severina hingegen wird durch und durch abstoßend geschildert und wirkt dadurch oft wie ein Abziehbild ihrer selbst.
Überhaupt fällt auf, dass es in diesem Roman nur vollkommen gute (Haupt-)Figuren gibt (Thusnelda, Arminius, Aggrippina, Silvanus usw.) oder abgrundtief schlechte Personen (Severina, Segestes, Flavus usw.) gibt. Schwarz oder Weiß – dazwischen bleibt nicht viel Raum. Lediglich Inaja hat zu Beginn positive wie negative Züge, doch verliert sie erstere schon bald und man gönnt ihr das Schicksal, mit welchem das Buch schließt.

Trotz dieser Kritik an den handelnden Personen gelingt es Gisa Pauly mit Bravour die Historie aus der Sicht der Germanen um Thusnelda für den Leser erlebbar zu machen. Intensive Schilderungen des Lebens und der Bräuche zu dieser Zeit wechseln sich ab mit farbenprächtigen Beschreibungen des antiken Roms zur Zeit des Augustus und des Tiberius.
Das macht „Die Frau des Germanen“ insgesamt zu einem unterhaltsamen Buch und kann den Liebhabern historischer Romane empfohlen werden.


Zur Leserunde:
Sicherlich hat diese Runde ein wenig darunter gelitten, dass sie sich, bei ohnehin überschaubarer Teilnehmerzahl, durch die zunächst fehlenden Freiexemplare nach hinten verschoben und dadurch für einige bereits mit der nächsten Leserunde kollidierte. Das war insbesondere den Diskussionen zu den Abschnitten 4 & 5 anzumerken.
Trotzdem hat es mir wieder einmal gefallen, Mädels, mit euch zusammen ein Buch zu lesen und mich über Handlung und Figuren auszutauschen.  :-*
Tammy sei an dieser Stelle ein Dankeschön für die Moderation gesagt.  :-*
Und ein dickes Dankeschön geht natürlich auch an Gisa, die uns engagiert begleitet und mit Informationen zum Buch und ihrer eigenen Person versorgt hat.  :-*

Vielleicht liest man sich ja bald wieder in einer Leserunde zu einem Gisa-Pauly-Buch?!  :)

Geez,
Imlammenien

Offline schlumeline

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Hallo zusammen,

nachdem nun einige Zeit vergangen ist, möchte ich hier meine Meinung zum Buch kundtun:

Mit ihrem historischen Roman Die Frau des Germanen entführt uns die Autorin Gisa Pauly ins römische Reich und ins alte Germanien. Thusnelda, Tochter des Germanenfürsten Segestes, soll einen Mann heiraten. Einen Mann, den sie nicht liebt, den ihr Vater für sie ausgesucht hat. Doch es kommt anders: Thusnelda verliebt sich in Armenius, einen germanischen, aber in Rom aufgewachsenen Krieger. Sie heiratet ihn gegen alle Widerstände und hat von nun an ihren Vater zum Feind. Thusneldas Magd, Inaja begleitet ihre Herrin. Sie scheint in Armenius getreuen Freund Hermut verliebt zu sein, aber der erste Blick täuscht. Inajas Blick ist nach Rom gerichtet und sie sucht nach einem Weg dorthin zu gelangen. So ist sie auch Armenius Bruder Flavus, der weiterhin auf seiten der Römer steht, gefällig und bekommt ein Kind von ihm, immer in der Hoffnung, dass Flavus eines Tages zu ihr steht und sie mit nach Rom nimmt. Unterdessen erwartet Severina, eine verwöhnte junge Römerin, in Rom Armenius erstgeborenen Sohn ohne dessen Wissen.
Das Buch lebt von seinen Hauptfiguren. Wenngleich die Handlung auf historischem Hintergrund aufbaut, so ist doch die eigentliche Handlung mehr Unterhaltung. Im Vordergrund stehen nicht die historischen Ereignisse, sondern die Gefühlswelt Thusneldas und die Verwicklungen dreier Frauen in die Politik ihrer Länder. Thusnelda, Severina und Inaja sind drei ganz besondere Charaktere, die diesem Buch seine eigentliche Würze geben. Nicht die Tatsachen, sondern die Ausschmückungen und die erfundenen Personen beeinflussen hier das Leseerlebnis. Hier gibt es nur entweder Gut oder Böse, Römer oder Germane, Herr/Herrin oder Diener/Dienstmagd. Alles dazwischen scheint nicht zu existieren. Ob Thusnelda wirklich so war, wie dieses Buch sie uns schildert, bleibt sicher ungewiss…
Ein sehr schönes Buchcover mit Abbildungen einer Schlacht und einer schönen Frau runden das ganze ab. Ich habe dieses Buch gerne gelesen, gerade weil die historischen Ereignisse nur angerissen werden. Dies ist aber wie bei jedem Buch Geschmackssache.

Zur Leserunde kann ich sagen, dass es mir hier sehr viel Spass gemacht hat, wenngleich ich ja ansonsten ehr seltener historische Romane lese und ich auch etwas in Zeitprobleme geraten bin, aufgrund der nachfolgenden Leserunde, an der ich ja auch beteiligt bin. Die Diskussionen waren daher sicher aufgrund des etwas verspäteten Starttermins nicht so intensiv wie sie hätten sein können, aber mir hat es sehr viel Freude gemacht. Mein Dank geht natürlich besonders an die Autorin, Gisa Pauly, die sich Zeit genommen hat uns hier zu begleiten. Die meisten Dinge waren aber so eindeutig, dass es kaum einer Frage bedurfte. Vielleicht treffen wir uns ja hier zu einer anderen Leserunde demnächst wieder.
Lesen ist meine Leidenschaft

Offline gisa

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Hallo, ihr Lieben!
Ihr habt lange Zeit nichts von mir gehört. Das lieg daran, dass ich seit 1,5 Wochen auf Sylt bin, wo ich einen Sylt-Krimi zu Ende schreibe und für einen historischen Sylt-Roman recherchiere. Leider tut's der Internetanschluss in meinem Apartment nicht, sodass ich immer ins Internetcafe muss. Ätzend! Aber ich habe regelmäßig gelesen, was ihr geschrieben habt. Da es keine direkten Fragen an mich gab, habe ich mich bis jetzt zurückgehalten. Aber nun will ich auch noch ein Statement abgeben. Für mich war diese erste Leserunde sehr interessant. Als Autor weiß man ja eigentlich nie, ob die Leser einen Text so auffassen, wie man das möchte. Es war sehr spannend, Eure Gedanken zu lesen und zum Teil auch sehr überraschend, weil ich manchmal etwas anderes erwartet hatte. Eine ganz neue Erfahrung für mich! Wirklich toll!
Ich würde mich freuen, wenn wir uns hier noch einmal treffen könnten. Ich fand's super!
Alles Gute und herzliche Grüße
GISA

Offline Mascha

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  • Als Gott die Zeit machte, machte er genug davon.
Meine Meinung

zum Buch:
Obwohl ich sehr gerne historische Romane lese, war bzw. ist mir die römisch/germanische Geschichte bisher nicht so oft untergekommen. Und wenn, war sie bisher nie so ganz mein Ding. Das Buch von Gisa Pauly behandelt die Varusschlacht und alles was dazugehört. Das germanische Leben, das römische Leben, die Unterschiede und die Varusschlacht selbst. Allerdings unterscheidet sich dieses Buch erheblich von den Büchern, die ich bisher zu diesem Thema gelesen habe. Es wird diesmal mehr aus der Sicht der Frauen geschrieben. Nicht Armenius und Germanicus sind hier die Hauptpersonen, sondern deren Ehefrauen bzw. Schwestern. Von Thusnelda habe ich vorher noch nie etwas gehört und über Agrippina, wusste ich nur, dass sie die Mutter von Caligula war. Nicht die Schlacht, sondern das alltägliche Leben steht in diesem Buch im Mittelpunkt. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen und mir die Geschichte sehr viel näher gebracht, als alle anderen Bücher die ich über diese Zeit bisher gelesen habe. Abgesehen davon war das Buch interessant und spannend geschrieben, so dass mir das Lesen viel Spaß gemacht hat.

zur Leserunde:
Vor allem möchte ich mich bei Gisa Pauly bedanken, die uns hier zur Seite stand und viele Fragen beantwortet hat. Aber auch bei allen andern ein Dankeschön :) es hat viel Spaß gemacht mit euch dieses Buch zu lesen.
Gruß Jutta

Offline Seychella

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Rezension

Die Geschichte ist in einem sehr flüssigem Stil geschrieben, durch den man leicht in die Handlung eintaucht. Wir lernen die Charaktere Thusnelda, Inaja und Severina besser kennen, aus deren Sicht die Ereignisse geschildert werden. Dabei stehen die persönlichen Belange und Verwicklungen im Vordergrund, während die historischen Entwicklungen den Hintergrund bilden.
Über diesen Hintergrund hätte ich gerne ein wenig mehr erfahren, trotzdem hat mir die Darstellung der verschiedenen Kulturen gut gefallen. Es wird deutlich, wie unterschiedlich die Lebensweise von Römern und Germanen war. Durch Figuren aus beiden Völkern erhält man einen Blick auf die andere Seite, und erblickt dort nicht nur Gutes.

Leider hat mir der rechte Bezug zu den Personen gefehlt, ich konnte nicht wirklich mit ihnen mitfiebern. Deshalb konnte ich diese ansonsten sehr fesselnde Geschichte auch nicht hunderprozentig genießen - es fehlte einfach etwas, was mir persönlich sehr wichtig ist. Möglicherweise vermisste ich auch einfach nur ein paar Details oder Gedankengänge.
Einzig die Darstellung der besonderen Beziehung zwischen Thusnelda und Arminius konnte mich da voll überzeugen, sie ist in jedem Moment der Zweisamkeit spürbar und verbreitet eine wunderbar warme Atmosphäre.


Leserundenfazit

In dieser Runde fühlte ich mich recht abgekapselt - was womöglich nicht nur an dem verspäteten Einstieg, sondern auch an der geringen Teilnehmerzahl und den nächsten Leserunden lag. Ich hoffe, das nimmt mir jetzt niemand übel, aber ich habe dies eben sehr deutlich so empfunden.
Vielen Dank auch noch an Gisa für die Begleitung der Leserunde sowie interessante Hintergrundinformationen.
Verzauberte Grüße,
Seychella

http://www.fantastische-buecherwelt.de

Offline Tammy1982

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Hallo Ihr Lieben,

so, es wird Zeit, dass ich auch meine Eindrücke hier beschreibe!  :)

Das Buch:
Ich gestehe ich bin sehr unbedarft an die Lektüre dieses Buches herangegangen. Ich hatte zwar erst im August ein Buch über die Varusschlacht gelesen, mich aber auch nicht mehr mit Arminius bzw. Hermann dem Germanen beschäftigt. Entsprechend wusste ich auch nicht, wie sein weiteres Leben bzw. das von seiner Frau nach dem Sieg über Varus weitergegangen ist.

Dieses Buch erzählt die Geschichte von Thusnelda, der Frau von Arminius. Gegen den Willen ihres Vaters heiratet sie Arminius und hat von da an, ohne es recht zu wissen, einen Feind zusätzlich zu den Römern: Ihren eigenen Vater. Wohin das führt, war mir zu Beginn auch nicht so klar, aber auf jeden Fall zu nichts Gutem.

Gisa Pauly hat versucht der Frau an Arminius' Seite Leben einzuhauchen und ihre Geschichte zu erzählen. Dies ist ihr finde ich, recht gut gelungen. Dass das wahre Leben nun mal kein Happy End bereit hält, macht den Stoff nicht leicht verdaulich, obwohl die Autorin trotz allem ein Ende geschaffen hat, das mir rundum gefallen hat.

Thusnelda wird als liebenswürdiger Charakter gezeichnet und ich werde mich in Zukunft bemühen niemanden mehr als "Tussi" zu beschimpfen oder über den Namen "Thusnelda" zu kichern. Dass ihr Name so negativ besetzt ist, hat die gute Frau wirklich nicht verdient.
Gut gefallen hat mir an den Charakteren, die wirklich existiert haben, dass sie so gezeichnet worden sind, dass ihr Handeln plausibel geworden ist und man es gut nachvollziehen konnte. Wie sie wirklich waren und ob sie wirklich aus den Gründen so gehandelt haben, kann keiner mehr nachvollziehen, aber das Buch bietet eine plausible Lösung.
Weniger gefallen haben mir die teils sehr extremen komplett fiktionären Charaktere. Diese haben zwar teilweise auch Rollen übernommen, die das geschichtliche Geschehen erklären können, aber für mich waren sie teilweise zu extrem in ihrem Tun und ihrem Handeln. Während bei den geschichtlich-belegten Figuren der Charakter doch immer eine gewisse Balance bewiesen hat, waren die erfundenen Figuren sehr stark einseitig ausgeprägt. Leider für mich auch aus diesem Grund nicht immer in ihrem Handeln und Denken nachvollziehbar.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn es schon schwere Kost ist und mich die Geschiche noch einige Zeit beschäftigt hat.

Die Leserunde
Diese Leserunde hat eher zu den stillen Runden gehört, was zum Teil auch daran lag, dass einige ihre Bücher erst mit Verspätung bekommen haben. Mir hat die Leserunde trotzdem gut gefallen und ich möchte mich noch mal herzlich bei dir, liebe Gisa, für das Begleiten dieser Leserunde bedanken und auch bei allen lieben Mitleserinnen bedanken!  :-*

Liebe Grüße
Tammy

 

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