Autor Thema: 01 - Anfang bis Seite 70  (Gelesen 2596 mal)

Offline Sille

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Im Übrigen widerspricht sich, dass Cording mit seiner Angst vor Tunnel mal so eben die unterirdischen Höhlen und Gänge erkundet und damit sich und Ed in Sicherheit bringt. Extremsituation hin oder her, hier wäre ein Hinweis darauf, dass er sich unbehaglich fühlt o.ä. meiner Meinung nach angebracht gewesen.

Das hab ich gar nicht bemerkt  :-[ :-[


Über das Glossar bin ich auch auf den Begriff "Equilibrismus" gestossen, den ich zuvor noch nie gehört hatte; das ist eine Sache, die bei mir direkt den Nerv trifft und mich brennend interessiert. Soviel ist sicher, wenn ich mit der Lektüre des Buches fertig bin, werde ich mich sicherlich noch weiter mit diesem Konzept befassen und bestimmt auch weiterführende Lektüre dazu angehen. Passend dazu gab es heute in unserer Tageszeitung die Meldung, dass in der Nähe von Crailsheim (in Baden-Württemberg) eine Gruppe von Menschen ein ganzes verlassenes Dorf gekauft hat, um dort ein öko-soziales Lebensmodell zu schaffen, auf genossenschaftlicher Basis. Das scheint ja ganz in die Richtung zu gehen...


Oh, das ist sehr spannend. Das habe ich gleich mal gegoogelt, aber nichts richtiges gefunden. Kannst Du mir mehr dazu sagen?

Was dazu im Glossar zum Buch stand (übrigens großartig in den Roman eingebaut mit den *) bzw. im laufenden Text gesagt wurde, klang für mich reichlich nach Wunschdenken und Utopie, zumal kein konkretes Vorgehen genannt wird. Ich hoffe, dass das ganze Konzept im Buch - anhand des Beispiels Tahiti - noch ausführlicher erläutert wird. Es ist nicht so, dass ich zu faul zum Googeln wäre, aber falls das nach der Lektüre immer noch notwendig wäre, um den "Equilibrismus" zu verstehen, hätte das Buch für mich zumindest in der Hinsicht versagt. Da aber noch genug Seiten übrig sind, warte ich erstmal ab, was Dirk uns noch präsentiert, bevor ich Google & Co. bemühe.

Meine Frage bezog sich ganz konkret auf das Projekt in Crailsheim. Darüber wüsste ich gern mehr  :winken:

Übrigens finde ich es toll, wie viel ihr hier mitlest und wie schnell ihr etwas zum Buch schreibt, liebe MitleserInnen und lieber Autor  :-*
Liebe Grüße, Sille

Aldawen

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Im Übrigen widerspricht sich, dass Cording mit seiner Angst vor Tunnel mal so eben die unterirdischen Höhlen und Gänge erkundet und damit sich und Ed in Sicherheit bringt. Extremsituation hin oder her, hier wäre ein Hinweis darauf, dass er sich unbehaglich fühlt o.ä. meiner Meinung nach angebracht gewesen.

Das hab ich gar nicht bemerkt  :-[ :-[

Doch, aufgefallen ist mir das schon auch, aber beim Posten habe ich nicht mehr daran gedacht. Tatsächlich fand ich das auch ein bißchen merkwürdig.

Offline Myriel

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Die erste Szene mit Rasmussen wirkte am Anfang so komplett losgelöst von Cordings Handlungsstrang, dass ich mich gefragt habe, was das denn eigentlich soll. Nur ein reisserischer Auftakt um den Leser gefangen zu nehmen? Fände ich nicht besonders gelungen. Zum Glück deutet sich jedoch an, dass es doch eine Verknüpfung der beiden Handlungsstränge geben könnte, da Rasmussen bei EMERGENCY angerufen hat und andeutet, dass er brisante Daten hätte.

Da können die Geschmäcker wohl sehr unterschiedlich sein. Ich persönlich liebe es, verschiedene, scheinbar völlig unabhängige Handlungsstränge zunächst einfach auch parallel zu lesen um dann zu beobachten wann und wo sie aufeinander treffen.  ;)
Es soll auch Autoren geben, die dies erst weit nach über 700 Seiten tun.   ;D

Mit unabhängigen Handlungssträngen an sich habe ich auch kein Problem, nur ist für mich die eine Szene mit Rasmussen noch nicht wirklich ein Handlungsstrang, wenn danach über 60 Seiten nur noch Cording agiert. Zumindest eine weitere Szene direkt mit Rasmussen als Charakter wäre schön gewesen, wobei wie schon geschrieben das Auftauchen seines Namens mit auch zufrieden gestellt hat. Es hätte mich halt nur gestört, wenn Rasmussen abgesehen von der Auftaktszene nie wieder eine Rolle spielen würde.

Als besonders negativ empfand ich es, dass er nach dem Angriff auf die "Godzillas" erleichtert reagierte, dass ein anderer daran Schuld war, dass die Soldaten sie entdeckt hatten. Für mich wirkte das in dem Moment völlig unpassend.

Gestutzt habe ich bei dieser Szene zwar auch kurz, doch habe ich genau mit dieser Reaktion Cordings menschliche oder sagen wir unperfekte Seite unterstrichen gesehen. Er war unter extremen Bedingungen und dachte bereits die schrecklichen Verluste auf seiner Seite verantworten zu müssen. Er klammerte sich da dann wohl an den ersten klitzekleinen Trost, den sein Bewusstsein finden konnte. Nachträglich betrachtet würde er seine Reaktion wohl sicher auch nicht als ok empfinden. Doch wir beobachteten ihn ja schließlich unmittelbar.

So gesehen hast Du völlig recht. Nur können wir als Leser nur vermuten, dass sich Cording später für diese Gedanken schämen würde. Erfahren tun wir es nicht, weil fast gleich danach zur nächsten Katastrophe (gestrandete Wale) übergeblendet wird und gar keine Zeit ist, um die Geschehnisse im Wald zu verarbeiten. Und wegen dieser mangelnden Reflexion konnte ich zu diesem Zeitpunkt mit Cording auch noch nicht so viel anfangen. Später wird es ja zum Glück besser.

Das Whiskeyglas, dass Cordinger aus der Hand fällt, ist an der Stelle ein gelungenes Bild.

Jepp. Sehr passend. Schön dass du es hier noch einmal erwähnst. Ich sah es richtig gehend zu Boden fallen.
Eine (heile) Weltvorstellung glitt ihm aus den Händen... und diese landete prompt auch noch pervers unbehelligt intakt bzw. unbeschädigt auf dem "Boden".

Stimmt, dass das Whiskeyglas auch noch aufrecht stehend auf dem Boden landet, macht die Bedeutungslosigkeit von Cordings Entsetzen über das Vorgehen der Regierung und das Schweigen der Presse erst so richtig deutlich.

Offline apassionata

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  • die, die als Kind nie lesen konnte...
Mit unabhängigen Handlungssträngen an sich habe ich auch kein Problem, nur ist für mich die eine Szene mit Rasmussen noch nicht wirklich ein Handlungsstrang, wenn danach über 60 Seiten nur noch Cording agiert. Zumindest eine weitere Szene direkt mit Rasmussen als Charakter wäre schön gewesen, wobei wie schon geschrieben das Auftauchen seines Namens mit auch zufrieden gestellt hat. Es hätte mich halt nur gestört, wenn Rasmussen abgesehen von der Auftaktszene nie wieder eine Rolle spielen würde.

Klar, ich verstehe dich. Wollte nur hervorheben, dass man durchaus und gerne auch unterschiedlicher Meinung sein kann.  ;)
Die von dir weniger bevorzugte Art, gefällt mir aber manchmal auch ganz gut, wenn sie richtig aufgezogen ist. Dann wird aber meist die nur zu Beginn ganz kurz auftretende Person innerhalb eines Prologes abgehandelt um dann erst zum Schluss wieder Bedeutung zu erlangen. Aber dies scheint ja hier nicht der Fall zu sein, da Rasmussen ja auch bereits wieder im Plot erwähnt wurde.  ;)

Gestutzt habe ich bei dieser Szene zwar auch kurz, doch habe ich genau mit dieser Reaktion Cordings menschliche oder sagen wir unperfekte Seite unterstrichen gesehen. Er war unter extremen Bedingungen und dachte bereits die schrecklichen Verluste auf seiner Seite verantworten zu müssen. Er klammerte sich da dann wohl an den ersten klitzekleinen Trost, den sein Bewusstsein finden konnte. Nachträglich betrachtet würde er seine Reaktion wohl sicher auch nicht als ok empfinden. Doch wir beobachteten ihn ja schließlich unmittelbar.

So gesehen hast Du völlig recht. Nur können wir als Leser nur vermuten, dass sich Cording später für diese Gedanken schämen würde. Erfahren tun wir es nicht, weil fast gleich danach zur nächsten Katastrophe (gestrandete Wale) übergeblendet wird und gar keine Zeit ist, um die Geschehnisse im Wald zu verarbeiten. Und wegen dieser mangelnden Reflexion konnte ich zu diesem Zeitpunkt mit Cording auch noch nicht so viel anfangen. Später wird es ja zum Glück besser.

Weiß was du meinst. Manchmal wäre so eine kleine Erwähnung dann wirklich auch hilfreich. Hier habe ich das Gefühl, Cording kämpfte schon bereits mit so vielen seiner inneren Dämonen, dass ich mir dies jetzt für mich ganz automatisch so vorgestellt habe. Auch hatte ich für mich den Eindruck, dass diese ganze "Aufzählung" der Katastrophen-Standorte absichtlich etwas kollagenartig zu uns herüber kommen sollte. Ich habe es als ein erstes Gegenszenario verstanden für das was auf Tahiti noch kommen soll.

"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

 

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