Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 2143 mal)

Offline Seychella

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!


« Letzte Änderung: 04. November 2010, 08:55:32 von apassionata »
Verzauberte Grüße,
Seychella

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Aldawen

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Nicht nur, weil ich es Manuel und natürlich auch Fischkopf versprochen habe, kommt hier natürlich noch ein Fazit  :)

Zum Buch: Der Ansatz des Romans ist in der Fantasy nicht unbedingt neu: eine große Bedrohung und eine Handvoll aufrechter Helden, die die Katastrophe verhindern wollen. Allerdings gewinnt das Ganze durch die Streuner doch einen neuen Reiz, da sie als Volk interessant gestaltet sind. Das gälte bestimmt auch für die Scherenschrecken, die hier leider (noch?) zu kurz kommen. Als Einzelcharaktere sind die Streuner unterschiedlich interessant. Wolf ist tatsächlich ein bißchen naiv und vor allem schaltet er grundsätzlich sein Gehirn hab, wenn er in Lacrímas Nähe kommt. Falbe, der jüngste der drei Streuner, die sich Wolf auf der Flucht aus Tanár anschließen, bleibt ein bißchen konturlos, während Balderdachs und Zilberpardel interessante und auch ein bißchen undurchsichtige Charaktere sind. Diese Eigenschaft teilen sie aber mit etlichen anderen Figuren, und daraus ergibt sich eine Menge Potential für Verwechslungen und Mißverständnisse.

Das Erzähl- und Handlungstempo wechselte für mich in einem guten Rhythmus, und erfreulicherweise erfolgte die Auflösung nicht gedrängt als Mega-Showdown auf den letzten zehn Seiten. Das Ende war stimmig und bot einen Ausklang, der die Geschiche einerseits vollständig abschließt, aber – zusammen mit einigen Andeutungen im Verlauf der Geschichte – durchaus Anknüpfungspunkte für weitere Erzählungen aus Lesh-Tanár bietet. Abgesehen davon sind schließlich auch viele Orte in dieser Welt noch nicht besucht worden, auch dadurch läßt sich auf weitere Chroniken aus dieser Welt spekulieren.

Der Verlag hat eine schöne, farbige Karte von Lesh-Tanár vorne und hinten spendiert, so daß man den Weg der Reisenden recht gut nachvollziehen kann, die Entfernungen haben mich schon vor größere Probleme gestellt. Sehr gut hat mir auch das vorangestellte „Zitat“aus den Elegien So?urds gefallen, das auf die Frühzeit der Streuner verweist. Von So?urd erfährt man im Verlaufe des Romans aus einer Erzählung Falbes noch etwas mehr, und das hat mich doch bedauern lassen, daß nicht mehr aus der Mythologie und diesen Elegien eingeflochten wurde. Alles in allem ist hier nicht der Fantasy-Roman neu erfunden worden, aber es gibt ein paar schöne neue Ideen in einer stimmig zusammengesetzten Welt, die Magie ist nicht übermächtig präsent, so daß das Ganze auch als phantastischer Abenteuerroman durchgehen kann – letzteres ein Genre, dem mehr als eine Szene nahezu filmreif entlehnt ist.


Zur Leserunde: Wie so oft war es nicht nur interessant, sondern auch hilfreich, andere Kommentare zu verfolgen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Details sind, die verschiedene Leser wahrnehmen. Daraus ergibt sich auch für mich ein viel differenzierteres Bild und ich hinterfrage meine eigenen Spekulationen mehr. Ein besonderes Dankeschön geht natürlich an unseren Chronisten Manuel für die zusätzlichen Infos und die Beantwortung unserer Fragen, und an Fischkopf von Orilac, für die Einsichten ins Streunerleben. Ich hoffe, es ist nicht zu viel Pergament übrig geblieben, und wenn die Handelsbeziehungen zwischen Orilac und Tanár wieder besser werden, dann klappt's ja vielleicht auch dort demnächst mit dem heißen Fenchelsud  ;)  Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn wir in absehbarer Zeit Neues aus der Welt der Streuner hören. Und vielleicht bekommen wir dann auch wieder eine gemeinsame Reise hin?

Schönen Gruß
Aldawen

Offline Breña

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Hallo zusammen,

für ein Fazit zum Buch habe ich zwar gerade den Kopf nicht frei, aber ich möchte dennoch kurz meinen Senf zur Leserunde abgeben.

Ohne die Runde hätte ich vermutlich schneller gelesen und somit viel weniger spekuliert, was aber bestimmt nur halb so viel Spaß gemacht hätte. ;) Auch über die zusätzlichen Informationen des Chronisten Manuel und - ganz besonders! - über die Einblicke durch Fischkopf von Orilac bin ich sehr glücklich. Vielen Dank, ihr beiden! Dadurch wurde das Leseerlebnis wunderbar abgerundet. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch in Lesh-Tanár. Vielleicht begegnen wir uns dann wieder?

Viele Grüße
Breña
"It is not true that we have only one life to live; if we can read, we can live as many more lives and as many kinds of lives as we wish."  S.I. Hayakawa

Offline Seychella

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Rezension

Die Streuner sind eine reizvolle Mischung zwischen Mensch und Wolf, wodurch sich ein neues und unverbrauchtes Volk ergibt. Allerdings musste ich mich anfangs an die manchmal doch recht ruppige Art und ihre Vorlieben gewöhnen - es wird gern getrunken, gegessen, herausgefordert und gespielt. Ihre Verhaltensweisen haben mich oft an die von Hunden erinnert, diese fand ich auch sehr liebevoll beschrieben.

Die abenteuerliche Geschichte wird aus der Sicht von Wolf erzählt, der sehr leichtgläubig ist und in der Anwesenheit von Lacríma scheinbar ganz mit dem Denken aufhört. Dadurch fiel es mir schwer, einen guten Zugang zu ihm zu finden - womöglich fehlte mir bei ihm einfach ein wenig Tiefgang. Den besten Bezug hatte ich zu Zilberpardel, auch wenn diese Figur sehr undurchsichtig und schwer einschätzbar wirkt. Aber eben auch ernsthafter und tiefgründiger, was bei seiner Vergangenheit ja kein Wunder ist.

In der Welt von Lesh-Tanár gibt es noch einige andere Wesen, sowohl bekannte (und leicht abgewandelte) Völker als auch eigene Kreationen. Und es gibt jede Menge Intrigen, unter der Oberfläche des scheinbar friedlichen Miteinanders brodelt es. Beispielsweise auch zwischen den Elben und Alben, die hier Mischlinge zwischen Menschen und Elben sind. Das wird zwar nur angedeutet, spielt aber vielleicht in einem weiteren Roman aus dieser Welt eine größere Rolle - auf jeden Fall hat mir das dabei geholfen, eine bestimmte Handlung nachvollziehen zu können.

Ein Highlight war für mich die Erzählung einer Geschichte aus der Frühzeit der Streuner. Diese Sage hat mich nicht nur neugierig gemacht und für einige Spekulationen gesorgt, es herrschte dabei auch eine ganz besondere Atmosphäre. Daher hätte es mir natürlich gefallen, wenn noch mehr Mythen der Streuner erzählt worden wären.
Auch die ruhigeren Momente innerhalb der Streunergruppe, in denen kleine Machtkämpfe ausgetragen und sich zusammengerauft wurde, haben mir gefallen. In diesen Szenen erfährt man etwas über die einzelnen Figuren und ihre Beziehung zueinander.

Die flüssig geschriebene Geschichte hat mich gut unterhalten und auch öfter mal überrascht - auch wenn ein paar Dinge sicher noch ausbaufähig sind, habe ich die Lektüre genossen. Von daher hätte ich nichts gegen einen weiteren Besuch in Lesh-Tanár, worauf auch der Epilog hindeutet.


Leserundenfazit

Diese Leserunde wirkte auf mich ein wenig auseinander gerissen, was neben dem Zeitfaktor sicherlich auch an einigen Verlusten während unserer gemeinsamen Reise lag. Trotzdem haben die meisten verbliebenen Teilnehmer auch nach Beenden des Buches noch mitdiskutiert, wodurch niemand allein gelassen wurde. Der Austausch mit euch hat mir wieder viel Spaß gemacht, besonders die Spekulationen und unterschiedliche Sichtweisen auf gewisse Figuren. :)

Vielen Dank auch an den Chronisten Manuel und Fischkopf von Orilac für die nette und engagierte Begleitung unserer Leserunde. Durch die zusätzlichen Hintergrundinfos und Einblicke ins Streunerleben habt ihr unsere Reise durch Lesh-Tanár sehr bereichert - und wer weiß, vielleicht begegnet man sich dort ja irgendwo und irgendwann wieder? ;)
Verzauberte Grüße,
Seychella

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Offline Murkxsi

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Leider konnte ich aus zeitlichen Gründen die Leserunde nicht so verfolgen, wie ich es mir gewünscht hätte. Schade, denn ich glaube durchaus, dass mir da einiges entgangen ist. Besonders die Kommentare von Fischkopf haben mir sehr gut gefallen und natürlich auch die Begleitung und die Erklärungen von Manuel.

Dennoch möchte ich ein kurzes Fazit über das Buch loswerden, denn natürlich habe ich es zuende gelesen.

Die Charaktere der Streuner haben mir sehr gut gefallen, auch deshalb, weil sie durchaus ihre recht liebevollen, aber auch groben Eigenarten haben. Und es war mal etwas anderes als Elfen, Trolle & Co. Auf die hätte ich allerdings gut verzichten können, irgendwie "fühlten" sie sich für mich nicht richtig an in dieser Welt. Da hätte ich viel lieber mehr von diesen eigenartigen Scherenschrecken gelesen. Aber vielleicht kommen diese in einem weiteren Buch mehr zum tragen.

Das Schreibtempo und der Schreibstil empfand ich als sehr angenehm, man bekam durchaus genügend Luft zwischen den einzelnen Ereignissen, ohne dass es langweilig wurde. Und immer wieder gab es genügend Raum zum Spekulieren und auch die eine oder andere Überraschung.
Auch wenn mich die Geschichte nicht so vereinnahmt hat wie manch andere Fantasy-Lektüre, so fand ich das Buch durchweg unterhaltsam und für ein Erstlingswerk sehr vielversprechend. Da geht noch mehr, da bin ich mir sicher.

Für weitere Abenteuer mit den sehr sympathischen Streunern bin ich auf jeden Fall zu haben.

LG Murkxsi




Motto: Leben und leben lassen

Offline Manuel

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Hallo zusammen!

Da die Leserunde ja mittlerweile beendet ist (?), wollte ich auch ein kleines Fazit ziehen.

Der Austausch mit all denjenigen, die sich rege beteiligt haben, hat mir großen Spaß gemacht. Ich fand es äußerst interessant zu erleben, wie die einzelnen Abschnitte, Figuren und Wendungen der Geschichte bei Euch ankamen. Einerseits habe ich mich ertappt gefühlt, wenn Ihr die richtigen Schlüsse über den Fortgang der Handlung gezogen habt, und mich andererseits diebisch gefreut, wenn es mir gelungen war, Euch - wenn auch nur vorübergehend - auf die falsche Fährte zu locken.

Schade fand ich, daß sich nur ein Bruchteil der Angemeldeten überhaupt beteiligt hat. Auch fand ich persönlich es nicht einfach, die grundverschiedenen Lesetempi innerhalb der Runde unter einen Hut zu bekommen. Wie Seychella empfand ich die Leserunde daher als etwas "zerrissen", worunter mir auch der gemeinsame Austausch über das Buch (im Sinne eines Aufeinander-Hörens und Aufeinander-Einstellens) ein wenig gelitten zu haben scheint.

Dies trübt jedoch nicht meine Freude über die Begeisterung des "harten Kerns", die in vielen freundlichen, offenen, konstruktiv-kritischen Wortmeldungen zum Ausdruck gebracht wurde. Dafür - wie auch für die netten abschließenden Rezensionen zum Buch - Euch allen ein herzliches Dankeschön! :)

Ein Extra-Dank geht an Seychella für Organisation und Moderation der Leserunde. Hat mich sehr gefreut! :winken:

Ich melde mich hiermit ab und wünsche allen, die noch (zu Ende) lesen, viel Spaß!

Euer
Manuel

PS: Fischkopf läßt sich entschuldigen. Er hat im Augenblick kein Geld für neues Pergament.

Offline Tammy1982

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Hallo Ihr Lieben,

gewisse Tastenkombinationen machen mich echt fertig! Jetzt hatte ich das komplette Fazit fertig geschrieben, irgendeine komische Taste gedrückt und dann war alles weg... Oh man  >:( :'(

Ok, also nochmal! Hier auch mein abschließendes Fazit, wie gewohnt, zuerst zum Buch und dann zur Leserunde:

Das Buch:
Wolf, ein Streuner, lebt glücklich und zufrieden in Tánar. Einer Stadt in dem Reich Lesh-Tánar, das von 7 Königen regiert wird. Eines Abends belauscht Wolf durch Zufall ein Gespräch, dass auf ein Mordkomplott gegen alle 7 Könige hindeutet und von da an ist nichts mehr in seinem Leben, wie es einmal war. Obwohl er sich zuerst nicht einmischen möchte, befindet er sich bald auf einer abenteuerlichen Reise, begleitet von 3 weiteren Streunern, die nicht das zu sein scheinen, was sie vorgeben...

Mit den Streunern, hat Manuel Charisius eine neue Fantasy-Gattung erschaffen, über die ich bis dahin noch nichts gelesen hatte. Streuner sind Mischwesen zwischen Mensch und Hund (nein, dabei darf man nicht an "Spaceballs" denken...  ;)), die aufrecht auf 2 Beinen durchs Leben gehen, aber bestimmte Verhaltensweisen und Merkmale von Hunden aufweisen. Die Geschichten, Verhaltensweisen etc. der Streuner wurden vom Autor sehr geschickt ins Buch eingebaut, so dass man als Leser im Laufe der Zeit eine ziemlich gute Vorstellung dieser Wesen erhält, ohne dass es zu ausschweifenden Erklärungen etc. kommen würde.

Wolf ist als Charakter so ein bisschen der "Gerade Michel". Er ist ein herzensguter Streuner, manchmal etwas naiv und bei Frauen oft ziemlich kopflos, was bei mir teilweise schon für kopfschütteln gesorgt hat, aber dennoch ein guter Kerl, der ohne es zu wollen in das größte Abenteuer seines Lebens schlittert. "Schlittert" umschreibt dabei seine Situation ziemlich gut!  ;D

Fast alle Charaktere, denen Wolf begegnet, sind zuerst undurchschaubar und schwer einzuschätzen und erst nach und nach lüften sich ihre Geheimnisse.

Das Buch sorgt für einige Überraschungen und überraschende Wendungen, auf die ich so nicht gefasst war und die ich überhaupt gar nicht erwartet hatte. Dies ist ein sehr großer Pluspunkt des Romans, das nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint und gerade Wolf teilweise sehr harte Lektionen lernen muss.

Das Ende hat mich auch überzeugen und mit einem rundum zufriedenen Gefühl zurücklassen können. Es ist in sich abgeschlossen, lässt aber trotzdem die Möglichkeiten offen einen Nachfolgeroman darauf aufzubauen.

Insgesamt ein sehr gelungenes Erstlingswerk und ich bin schon sehr gespannt auf die nächsten Romane von Manuel Charisius!

Die Leserunde:
Leider hatte ich nicht so viel Lesezeit zur Verfügung, wie ich mir gewünscht hätte, weswegen ich etwas der Runde hinterher "gelesen" habe und mich oft nicht mehr direkt an den Diskussionen beteiligen konnte! Trotz allem fand ich die Leserunde sehr interessant und immer wieder spannend die Meinungen und Gedanken der anderen Teilnehmer zu den einzelnen Abschnitten zu lesen.
Die Idee, das eine Figur aus dem Roman mitschreibt, fand ich total klasse und habe mich sehr über deine Teilnahmen, Fischkopf, an dieser Leserunde gefreut.  :-*
Manuel, vielen herzlichen Dank an dich, dafür, dass du uns bei dieser Leserunde begleitet hast und auch immer mal wieder aus dem Nähkästchen geplaudert hast!  :-*
Ganz besonders möchte ich mich auch bei allen Mitleserinnen bedanken und freue mich bereits auf die nächste Runde mit euch allen!  :winken:

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

Offline Seychella

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Und damit ist diese Leserunde beendet.
Noch einmal vielen Dank an Manuel und Fischkopf für die nette Begleitung - und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja noch einmal in Lesh-Tanár wieder. ;)
Verzauberte Grüße,
Seychella

http://www.fantastische-buecherwelt.de

Offline Breña

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Der Vollständigkeit halber kommt - nach Toresschluß - auch mein Kommentar zum Buch:

Es stimmt, Manuel Charisius hat den Fantasy-Roman nicht neu erfunden, aber mit den Streunern hat er den altbekannten Fantasy-Völkern eine interessante Note hinzugefügt. Zum Glück gewährt er ihnen genug Raum und Zeit sich zu entfalten, während sie andererseits temporeich dabei sind, die Verschwörung des Schnitters aufzudecken. Wo sie für andere Leser zu ausgiebig durch die Welt von Lesh-Tanár stapfen, habe ich mich gefreut, sie beobachten zu können und mehr über diese menschlich-wölfischen Wesen zu erfahren. Wolf selbst war mir leider häufig zu naiv, und in Gegenwart von Frauen hat sein Verstand sich auch gerne mal ganz verabschiedet, aber seine Begleiter Balderdachs und Zilberpardel waren umso interessanter. Das liegt zum Teil auch daran, dass Charisius gekonnt Zusammenhänge verschleiert und den Leser über weite Strecken über Zusammenhänge im Unklaren lässt. Dies ist natürlich auch hinsichtlich der aufzudeckenden Verschwörung von Vorteil, oft überrascht Charisius durch unvorhergesehene Wendungen (und ich bin mir sicher, hätte ich das Buch nicht in einer aufmerksamen und spekulierfreudigen Leserunde gelesen, hätte er mich häufiger überrascht).

Die Welt selbst ist liebevoll erdacht - auch wenn ich diese Bezeichnung nur ungern benutzte, diesmal passt es einfach. Besonders kreativ ist Charisius bei der Einführung neuer Kreaturen (wie die bereits angesprochenen Scherenschrecken), so dass der Rückgriff auf bekannte Völker überflüssig erscheint. Aber auch die Landschaft, deren Vielfältigkeit sich während der Reise der Gefährten schon teils offenbart, oder die Mythologie, in die man dank der Elegien So?urds einen Einblick erhält, sind stimmig. Ich hoffe, wir werden noch Gelegenheit bekommen, mehr Details zu entdecken.

Viele Grüße
Breña
"It is not true that we have only one life to live; if we can read, we can live as many more lives and as many kinds of lives as we wish."  S.I. Hayakawa

 

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