Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler!!!)  (Gelesen 1906 mal)

Offline apassionata

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  • die, die als Kind nie lesen konnte...
Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

   
« Letzte Änderung: 05. Januar 2011, 09:09:18 von apassionata »
"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

Offline apassionata

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Hallo zusammen,
es sind zwar noch nicht alle durch, aber in Anbetracht an die Weihnachtsfeiertage möchte ich nun doch bereits gerne meine Meinung zum Buch äußern.
Lasst euch dadurch bitte nicht hetzen.

Zum Buch:
Als das kleine Örtchen Perchtal im Berchtesgadener Land  Anfang Dezember eingeschneit und von der Außenwelt abgetrennt wird, macht die 15-jährige Elke während eines verbissenen Eishockeyspiels eine grausige Entdeckung. Nach einem kuriosen Sturz sieht sie sich plötzlich einer Leiche unter dem Eis gegenüber, die ihr aufs Haar gleicht. Wer ist das tote Mädchen und warum wissen sie und ihre Zwillingsschwester Miriam nichts von einer weiteren Schwester? Während sich die Erwachsenen des Dorfes in bizarres Schweigen hüllen, machen sich Elke und Miriam mit ihren drei verbündeten Freunden auf, das Geheimnis zu lüften. Dabei treffen sie immer mehr auf Ungereimtheiten, die kaum zu erklären scheinen. Auch Jahre später scheint das tödliche Rätsel noch nicht gelöst…
 
Meine Meinung:
Eine sehr spannungsgeladene und rasant erzählte Mystery-Geschichte um Freundschaft, Brauchtum, Legenden, die ihren Ursprung bei den Kelten finden und einem tödlichen Geheimnis. Dabei ist die Story sehr gut aufgebaut mit ihren zwei unterschiedlichen Zeitschienen der fünf Freunde, als Jugendliche und später im Erwachsenenalter. Alles sehr gut recherchiert und unglaublich gruselig. Hier konnte ich stets mit den authentisch gestalteten Charakteren mitfiebern. Besonders mit den fünf Freunden, die allesamt aus ganz unterschiedlich zerrütteten Familien stammten. Ich hing sozusagen richtig an den Seiten und wollte stets wissen wie es weiter geht. Denn sonderbare Dinge, die hier nach und nach ans Licht kamen, die einen an Normalität glauben lassen sollten und doch alles andere als harmlos waren, jagten mir so manches Mal eine angenehme Gänsehaut über den Rücken und trieben mich weiter. Trotzdem hat der Autor es geschafft die Geschichte so zu erzählen, dass ich mich fragen konnte, ob es nicht genau so gewesen sein könnte. Ein Aspekt den ich sehr gerne mag. An Dramatik hat es dabei in keinem Kaptitel gemangelt. Aber auch die menschlichen Seiten der Protagonisten und die unterschiedlichen Empfindungen ihrer Freundschaft zueinander wurden von Thomas Finn gekonnt in Szene gesetzt. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Ansätze der fünf Freunde und die verstörenden Verhaltensmuster ihrer Eltern und anderen Bewohner dieses Dorfes konnte ich richtig gut erfassen. Irritiert, ängstlich und voller Zweifel versuchten die erwachsen gewordenen  Jugendlichen von damals auf die Lösung dieses grauenhaften Geheimnisses zu kommen, welches sie alle nicht zum ersten Mal aus der Bahn zu werfen drohte. Dabei ging es für alle auch stets um Leben und Tod. Dass ich bei diesem Spannungsschmöker zum Weglesen ganz nebenher auch noch jede Menge über alte Bräuche und Traditionen rund um das Thema Nikolaus und Knecht Ruprecht hinzu gelernt habe, hat mich gefreut. Zumal all diese Informationen nicht schulmeisterlich herüber kamen. Ein gelungener Mystery-Thriller den man sicher nicht nur in der verschneiten Jahreszeit lesen kann. Aber genau dort bietet er sich natürlich geradezu an. Es war mein erstes Buch von Thomas Finn, und ich kann mit Sicherheit sagen, dass es nicht mein letztes von ihm war. Ich kann "Weisser Schrecken" mit gutem Gewissen jedem empfehlen der gerne spannende Literatur mit dem richtigen Touch Gruselfaktor liest.

Zur Leserunde:
Wie oben schon erwähnt sind zwar noch nicht alle durch und ich bin auch schon sehr gespannt auf die restlichen Meinungen, möchte aber trotzdem schon Danke an euch alle sagen. Denn es hat wieder jede Menge Spaß gemacht, euren Eindrücken und Spekulationen zu lauschen. Sicherlich wäre mir ohne euch das eine oder andere winzige Detail entschlüpft.
Ganz besonders herzlich möchte ich mich auch bei Tom bedanken, dass er uns so prima und engagiert begleitet hat. Ich hoffe auch du hattest deinen Spaßanteil bei dieser Leserunde, Tom.   :)

Liebe Grüssle
              Marion  :winken:
« Letzte Änderung: 25. Dezember 2010, 13:09:38 von apassionata »
"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

Offline Heimfinderin

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So, hier kommt auch mein Fazit:

Zum Buch
Der Roman beginnt mit einem grausigen Prolog, über den ich immer mal wieder im Laufe der Geschichte nachgegrübelt habe, bis er dann irgendwann eine schreckliche Auflösung erhielt. Und dies ist schon gleich ein gelungener Start in die Geschichte, denn geheimnisvolle Prologe mag ich sehr.

Die Geschichte wird in zwei Handlungsträngen erzählt, von denen einer gegenwärtig spielt und der andere den Leser in die Geschehnisse zurückversetzt, die die damals jugendlichen Freunde erleben mussten. Dies wird geschickt verflochten, so dass man sich als Leser nicht nur mit den damaligen dramatischen Ereignissen beschäftigt, sondern auch mit deren möglichen Auswirkungen auf die jetzigen Pläne der Freunde, deren erneutes Zusammentreffen offensichtlich ganz besondere Gründe hat. So entsteht bis zum Ende Puzzleteil für Puzzleteil vor dem Leser ein erschreckendes Bild mit einer überraschenden Wendung.

Handlungsort ist ein kleines verschneites Dorf, das wetterbedingt regelrecht von der Außenwelt abgeschnitten wurde, was allein schon eine unangenehme Vorstellung ist. Unheimlich wurde es aber dann immer mehr durch anfangs kleine mysteriöse Erscheinungen und unerklärliche Begebenheiten. Diese erzeugten einen angenehmen Grusel bei mir, der sich im Laufe der Geschichte immer mehr steigerte. Denn nicht nur, dass die Vorkommnisse immer heftiger und auch beängstigender wurden, so wurden auch die dafür möglichen Ursachen im Laufe der Recherchen, die die Jugendlichen zudem noch in immer gefährlichere Situationen brachten, stets unheimlicher. Denn Thomas Finn hat sich hier sehr gründlich mit alten Sagen und Bräuchen rund um Nikolaus, Ruprecht, Perchta und Co. beschäftigt, sie mit der Geschichte verbunden und damit Erklärungen zu den unheimlichen Geschehnissen geboten, die mir noch im Nachhinein die Haare zu Bege stehen lassen. Denn wenn mir zusätzlich eines einen besonderen Grusel beim Lesen erzeugt hatte, dann die Überlegung, ob vielleicht etwas Wahrheit in dem grausigen Unheil stecken könnte, das dem Ort widerfuhr. Diese Erkenntnisse  über alte Bräuche und Sagen wurden dabei sehr unaufdringlich und passend  in die Geschichte eingefügt und boten nebenbei noch zusätzliche interessante Einblicke, ohne den Lesefluss zu stören.

In die fünf Freunde konnte ich mich sehr gut hineinversetzen, denn ihre Ängste und Sorgen wurden sehr emotional und intensiv beschrieben und sie wirkten damit von Anfang an sehr lebendig auf mich. Aber auch die Verbissenheit und Kompromisslosigkeit der Erwachsenen kam sehr gut rüber, so dass ich auch von ihnen ein deutliches Bild vor Augen hatte. Die Handlungen Einzelner wirkten dadurch beängstigend realistisch und zusammen mit den unnatürlichen Geschehnissen ist es dem Autor damit gelungen, eine für mich erschreckende und unheimliche Atmosphäre zu schaffen. Selbst Tage nach der Lektüre denke ich noch viel an die Geschehnisse und hängen die gruselige Atmosphäre und Bilder noch in mir nach.

Ein mystischer Thriller, der durch die Vermischung mit alten Sagen und Bräuchen, eine ganz besondere Gruselatmosphäre schafft, ohne auf eine "Holzhammermethode" angewiesen zu sein und damit sicher auch für Leser geeignet ist, die normalerweise keine Horrorthriller lesen. Mich hat er begeistert.

Zur Leserunde
Die Runde hat mir sehr viel Spaß gemacht. Sich gemeinsam zu gruseln macht doch noch mehr Spaß, als alleine! ;D
Ganz besonders danke ich dir, Tom, dass du uns wieder so nett begleitet und unsere Fragen beantwortet hast.  :-* Danke auch für deine interessanten Zusatzinformationen und ich hoffe, du hattest auch so viel Spaß mit der Runde wie wir. Ich jedenfalls würde mich sehr freuen, hier wieder mal ein Buch mit dir gemeinsam zu lesen.  :winken:
Liebe Grüße
Barbara

Offline Papyrus

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Hier meine Eindrücke zu Buch und Leserunde:

Inhaltlich wurde schon so einiges genannt. Dass es spannend war, kann ich bestätigen, zumindest über große Teile des Buches.
Interessant und spannend hat Thomas Mythen und Märchen rund um unseren guten alten Nikolaus zu einem Alptraum in Eis und Schnee verwandelt.
Allerdings hat zum Ende hin meine Faszination nachgelassen. Lag es an der aggressiven Ausdrucksweise der Hauptakteure?
An den vielen vom Lektorat übersehenen Fehlern (wenn mir diese auffallen will das schon was heißen), oder einfach daran, dass ich früher zu viele King-Bücher gelesen habe und dem Genre ein wenig entwachsen bin? Ich weiß es nicht.

Die Leserunde hat wieder sehr viel Spaß gemacht.
Die wilden Mutmaßungen und Spekulationen mit Euch zu führen war großartig, vor allem die Leserundenbegleitung von Thomas als Autor war mehr als toll.
Lesende Grüße
Papyrus

Offline Seychella

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Ein Leserundenfazit wird es von mir diesmal ausnahmsweise besser nicht geben, aber meine Meinung zum Buch sieht so aus:

Dieser Roman hat eine mysteriöse Grundstimmung - von Anfang an passieren Dinge, die man sich nicht erklären kann. Im Verlauf der Geschichte nehmen diese unheimlichen Ereignisse zu, die Atmosphäre wird intensiver und bedrohlicher. Man versucht die Ereignisse, Andeutungen und einzelnen Verbindungen zu einem großen Ganzen zusammenzufügen - und ist schneller als man denkt wild am Spekulieren!

Bis auf ein paar wenige Szenen, die mir etwas zu grausam waren, fand ich den Grusel-Faktor angenehm. Nicht blutig, sondern schaurig und sehr fesselnd. Damit ist es auch für zarter besaitete Gemüter wie mich sehr geeignet. Außerdem gefällt mir die mythische Seite auch sehr - die ganzen dezent eingestreuten Sagen und Bräuche rund um den Nikolaus, Ruprecht, Perchta und die wilde Jagd.
In die 5 Freunde konnte ich mich größtenteils leicht hineinversetzen, nur bei einer Figur hatte ich manchmal Schwierigkeiten, die ein oder andere Handlung so ganz nachzuvollziehen. Die Charaktere wirkten auch aufgrund der beschriebenen Gefühlswelt sehr realistisch und vor allem menschlich auf mich.

Die Geschichte hinterlässt bei mir einen absolut runden Eindruck, auch wenn vieles offen gelassen wurde. So wirkt das Buch aber auch noch länger nach, denn über einige Dinge werde ich sicher noch öfter nachdenken und mir detaillierte Entwicklungen oder Möglichkeiten vorstellen.
Jedenfalls bin ich sehr froh, dass mich die recht spontan besuchte Lesung (was tut man nicht alles für sympathische Autoren und eine nette Begleitung) zu diesem Buch verführt hat. Ich habe die Lesezeit sehr genossen, trotz (oder wegen?) so einiger eiskalter Schauer - und die Zeit rund um Nikolaus sehe ich nun mit ganz anderen Augen. Wer weiß, ob sich in den alten Geschichten nicht doch ein Körnchen Wahrheit verbirgt...
Verzauberte Grüße,
Seychella

http://www.fantastische-buecherwelt.de

Offline apassionata

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Hallo zusammen,  :winken:

nun ist es doch schon etwas ruhiger geworden in dieser Runde, und so möchte ich mich gerne noch einmal bei euch und vor allem auch bei Tom bedanken, dass er so engagiert und informativ in dieser Runde mitgemacht hat. Tom, ich hoffe es war nicht das letzte Buch aus deiner Feder, dem wir hier gemeinsam "lauschen" durften.  :)
Es war wieder sehr interessant mit euch allen, und gerne kann sich hier auch noch weiterhin ausgetauscht werden. Ich bin auch für weitere Anregungen oder Diskussionen immer zu haben.
Irgendwie sind uns noch zwei Teilnehmerinnen auf der Strecke verloren gegangen. Schade eigentlich, doch vielleicht kommt ja auch hier noch was...?

Wer noch Lust und Laune hat kann gerne auch noch ein abschließendes Fazit (so noch nicht getan) zum Buch oder zur Runde abgeben. Auch hier freuen wir uns stets über die verschiedenen Meinungen der Teilnehmer und natürlich auch über die des Autors.  ;)

Liebe Grüssle und gerne auf ein nächsten Mal,
                                                            Marion  :winken: 
 
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Offline Literaturjunkie

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Hallo Ihr Lieben,

ich wollte schon lange mein Fazit schreiben, aber irgendwie ist es immer im Alltag untergegangen. Aber jetzt komme ich endlich dazu.

Buchfazit:
Ich habe sehr viel Spaß an dem Mystery-Thriller gehabt. Gerade im ersten Teil habe ich mich herrlich gegruselt, was sicher auch nicht zuletzt an der großen und verwinkelten Wohnung und den riesigen Mengen Schnee und Eis in Schweden lag ...
Wer Weisser Schrecken gelesen hat, kann nur sagen, dass Tom sein Handwerk versteht; das Buch ist einfach sehr gut geschrieben. Ganz besondere Freude hat mir die brillante Konstruktion der Geschichte gemacht! Alle Kleinigkeiten reihen sich folgerichtig in den Plot ein und es sind so viele, dass ich einige ohne die Leserunde und die klugen Kommentare meiner Mitleser übersehen hätte.
Die Spannung ist gut aufgebaut. Im ersten Teil überwiegen die "Gruseleffekte" und das Miträtseln bei der Frage, was hier eigentlich geschieht; im zweiten Teil gibt es mehr "Action" und die Spannung ergibt sich mehr aus der Überlegung, ob und wie die Freunde den Schrecken stoppen.
Die Figuren sind allesamt gut gezeichnet. Die Freunde gewinnen im Laufe der Geschichte an Tiefe. Schade nur, dass ich keinen rechten Zugang zu den Heldinnen gefunden habe; ich fand ihr Innenleben weniger klar und anschaulich beschrieben als das der Jungs. Die Nebenfiguren haben mir eigentlich durch die Bank weg gefallen: man wusste nie, ob die Freunde ihnen nun trauen können oder nicht, ob sie böse waren oder nicht, wahnsinnig oder einfach nur grausam ...
Der wissenschaftliche Erklärungsversuch am Ende hat mir ein wenig von dem Mystery-Gefühl genommen, aber wer weiß, ob sich die Figur nicht irrt und es nicht doch eine metaphysische Erklärung gibt …
Sehr gefreut hätte ich mich im Nachwort zumindest ein paar Sätze (vielleicht ein bisschen à la Declare von Tim Powers) dazu zu finden, was der Realität entspricht und was Fiktion ist.

Leserundenfazit:
Ich hatte dann ja doch ein paar Probleme mit dem Tempo. Es war sehr schade, dass ich nicht mithalten könnte. Am Ende der Abschnitte konnte ich eigentlich nur noch kommentieren, aber leider nicht mehr so richtig mitdiskutieren. Gerade am Anfang war es schwierig, da meine andere Leserunde noch lief und ich parallel zwei Bücher lesen und diskutieren wollte. Das muss ich Zukunft besser timen.
Aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Euren Eindrücken, Anmerkungen und Spekulationen zu lauschen. Einige Details wären mir sonst sicher nicht aufgefallen. Und zusammen gruselt es sich einfach schöner als allein!
Und ein großes Danke an Tom für die Einblicke und Geschichtchen, die nicht niedergeschrieben wurden. 

Offline Kiala

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So! Besser spät als nie!
Nachdem mich eine ganz Reihe Infekte seit Weihnachten immer wieder aus der Bahn geworfen haben (und jetzt bin ich seit Neuestem auch noch allergisch gegen Antibiotika  :(), bin ich jetzt endlich mal dazu gekommen ein Fazit zusammen zu basteln.

Fazit
„Weisser Schrecken“ ist eine ganz andere Art Weihnachtsbuch!
Der Vergleich mit „Es“ von Stephen King ist nicht ganz an den Haaren herbei gezogen. Es gibt doch einige Parallelen, aber „Weisser Schrecken“ liest sich keineswegs abgekupfert.
Im Gegensatz zu „Es“ gibt es in diesem Roman auch keine Längen, sondern die Spannung wird kontinuierlich aufrecht erhalten und steigert sich subtil immer mehr bis zum Ende.
Das Buch ist allerdings nicht nur spannend, sondern auch gruselig, wie es sich für einen Horrorroman gehört.
An einigen Stellen erwischte ich mich, wie ich misstrauisch forschend ins Schneegestöber vor dem Fenster starrte.
Allerdings überstieg das Gruselgefühl nicht meine Toleranzschwelle (und ich bin doch wirklich ein kleiner Angsthase), so dass man das Buch beruhigt allen Lesern empfehlen kann.

Thomas Finns Stil ist eingängig und lässt sich herrlich flüssig lesen. Die Protagonisten sind sympathisch und von Beginn an glaubwürdig charakterisiert.
Alle fünf Protagonisten kommen aus gestörten Elternhäusern. Wieso das so ist, wird nach und nach enthüllt.
Der Plot ist wunderbar durchdacht und die Geschichte in sich rund. Die Verbindung zwischen Legenden, historischen Hintergrundwissen und dem Geschehen rund um das Nikolausfest ist geschickt gelungen.
Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen, wobei die Haupthandlung im Jahr 1994 stattfindet. Verständnisprobleme sollte jedenfalls keine auftreten.
Trotz des schlüssigen Endes fehlten mir zum Schluss doch ein paar mehr Erklärungen zu bestimmten Geschehnissen. Andererseits bleibt dem Leser so genug Stoff zum Spekulieren. Ich selbst hätte mir da aber mehr Aufschluss gewünscht.

Ein spannender Roman, der einen den 6. Dezember künftig mit ganz anderen Augen sehen lassen wird!

Zur Leserunde
Wieder einmal hatte ich sehr viel Spaß mit einer Leserunde. das Spekulieren in größerer Runde ist einfach wunderbar.
Vielen Dank an alle, natürlich besonders an Thomas!
Sehr schön fand ich, dass du uns Leserundenteilnehmer weiter aufgeklärt hast. Das fand ich toll!
Leider haben normale Leser diese Möglichkeit nicht.

Offline Thomas Finn

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So,

da sich inzwischen offenbar alle zu Wort gemeldet haben, wird es auch für mich Zeit, mich einstweilen von euch zu verabschieden. Mir hat die Leserunde mit euch viel Spaß gemacht und ich freue mich sehr darüber, dass ich euch (hoffentlich) alle Fragen zum Roman beantworten konnte. Ich werde die nächsten Tage über noch gelegentlich in diese Leserunde hineinschauen, nur für den Fall, das sich noch der eine oder andere Nachzügler meldet.

Also, bis vielleicht bald wieder an dieser Stelle  ;)

Liebe Grüße

Tom

 

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