Autor Thema: 02 - Der dritte und vierte von zwölf Rythmen (Seiten 59 bis einschl. 104)  (Gelesen 2596 mal)

Offline Tobias O. Meißner

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und ich musste natürlich erstmal nachschlagen gehen, was da am 2. Oktober passiert, das Dich grinsen lässt...  :-[

kann sich an NICHTS mehr erinnern, fast wie ein Politiker: Tobias


Offline Loomis

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Diese beiden Rhythmen haben mir wesentlich besser gefallen als die ersten beiden. Mit den Fachbegriffen habe ich keine großen Probleme, da ich ja selbst Gitarre spiele und auch schon mal in einem Studio aufgenommen habe. Soll jetzt aber nicht viel heißen, ich bin eher ein fortgeschrittener Stümper, haha.
Da ich aber selbst eine Gibson Les Paul spiele stolpere ich immer über die Beschreibung von Floyds Instrument, denn so weit ich weiß gab es keine 61er Les Paul mit Lindenbody und Ahornhals. Aber was solls, so wie Floyd uns manchmal ein wenig surreal erscheint, so ist seine Gitarre halt auch nicht ganz von dieser Welt. Die Musik würde ich beim Lesen auch gerne hören, aber wie hier schon geschrieben wurde, eigentlich kann man dann nur enttäuscht sein, da man sich sicher etwas ganz eigenes vorstellt. Das wäre so wie bei der Verfilmung von Schlafes Bruder. Im Buch liest man, dass es die schönste, erhabenste und unglaublichste Musik sei die Elias Alder dort erschafft. Im Film klingt die Musik dann aber natürlich nicht halb so toll, wie man sie sich vorgestellt hat.
Ach ja, Karen macht hier keinen so guten Eindruck wie sie sich selbst in den ersten beiden Kapiteln noch beschrieben hat. Scheint also schon von beiden Seiten (Karen und Floyd) aus nicht einfach zu sein, miteinander klar zu kommen.

Zum Thema Musikerinnen bzw. Bassistinnen fällt mir eine Band ein, die Tobias interessieren dürfte, auch wenn Dir die Musik vielleicht nicht gefällt, das weiß ich nicht:
Triptykon

Das ist eine schweizer Band mit der Bassistin Vanja Slajh. Eigentlicher Kopf der Band ist aber Tom Gabriel Fischer, der schon Anfang der 80er mit Hellhammer eine der ersten Extrem-Metal Bands überhaupt gegründet hat und mit der Nachfolgeband Celtic Frost bekannt wurde. Er ist auch ein eigenwilliges Genie, einer der nur das macht worauf er Bock hat, der nur seine persönliche musikalische Vision umgesetzt haben will. So hat er auch kein Problem damit, sogar innerhalb eines Albums den Stil radikal zu ändern. Auch macht es ihm nichts aus, mitten in der sehr erfolgreichen Celtic Frost-Reunion Tour einfach die Band (seine Band!) zu verlassen und mit Triptykon etwas Neues anzufangen.

Hier gibt es ein visuell beeindruckendes Video von Triptykon zu sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=xrRi25jZRFY

Aber seid gewarnt, das ist einer der eingängigeren Songs.

Celtic Frosts "Danse Macabre" ist dagegen ein vertonter Alptraum, bestehend aus Sprache, Xylophon und Violine. Völlig krank und sorgt bei mir immer noch für Gänsehaut, wenn ich das unter dem Kopfhörer höre. Aber das ginge dann vielleicht schon eher in Richtung Hiobs Spiel... ;)
Ist leider nicht mehr auf Youtube.

Offline bella*

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@ nimue: Zusammen schaffen wir das!!! :) :trost:

Ansonsten: ICH MAG AUCH GITARRE SPIELEN KÖNNEN!  8)

Offline Tobias O. Meißner

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@Loomis: Das Video ist tatsächlich sehr schön. Die Musik packt mich aber nicht richtig. Mir sind die Rhythmen bei Dark/Gothic Metal in der Regel zu behäbig, zu wenig kontrapunktisch. Ich mag Sachen, die mir mehr in die Beine fahren.

ADHShibbelig: Tobias

Offline Yklamyley

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Zitat
Ich finde es ja befremdlich, wenn deutsche Autoren Romane in Amerika ansiedeln und die Protagonisten dann englische Namen haben, man aber die ganze Zeit merkt, dass man keine Übersetzung liest. Das hat mich schon als Kind in Jugendbüchern gestört.
Tobias, hat das einen Grund? Hat für dich die Geschichte in diesem Umfeld besser funktioniert, oder ist das der Einfluss des noch unbekannten Vorbildes?

Dieses Buch konnte nicht in Deutschland spielen. Oder sind die Scorpions etwa Led Zeppelin? Ist Udo Lindenberg Neil Young? Siehste.

Jetzt, nach Rhythmus 3 und 4 kann ich dir zustimmen. Aber beim Lesen des ersten und zweiten war für mich auch die beschriebene Stimmung (vor allem im 1) sehr deutsch, sehr wenig amerikanisch, irgendwie.
Außerdem nehme ich nicht an, dass deutsche Musiker vorwiegend deutsche Vorbilder haben. Und um in deren Dunstkreis zu stehen, muss man geographisch doch nicht unbedingt nahe wohnen, oder doch? Natürlich gibt es Gegenden, aus denen erstaunlich viele Bands kommen, die ich mag, in der sich die Atmosphäre selbst befruchtet (oder so), und wo vermutlich schneller mal zur Gitarre gegriffen wird als beispielsweise im österreichischen Voralpenland.
Abgesehen warte ich schon länger auf eine wellenschlagende österreichische Band, mir wärs auch lieber durch Texte als durch experimentelles Geklimpere. Stell' ich mich zu sehr ins Abseits, weil ich STS teilweise einfach großartig finde?  ;D

Dass ich den dritten Rhythmus liebe, habe ich ja schon festgehalten! Bisher finde ich es toll, dass Perspektiven, Schreibstile, Textsorten, Blickwinkel sich von Rhythmus zu Rhythmus ändern!
Obwohl ich natürlich kaum etwas verstehe, dafür interessiert mich Musik viel zu sehr auf emotionaler, textlicher und erlebbarer Ebene, und *schämschäm* viel zu wenig von Seiten des Produzierenden her. Mir ist es auch lieber, wenn eine Liveband (und es gibt so viel, dass nur live wirkt! Und anderes, das live überhaupt nicht wirkt) mit Charisma und Sympathie arbeitet, mit dem Publikum arbeitet und nicht dröge perfekt sitzende Töne runterleiert (gerade bei Bands, die aufgrund ihrer Spielweise gelobt werden, oft mein Problem...).

Die Verbundenheit Floyds zu seiner Musik wird mehr als deutlich, auch bei Utah, die mit komplett anderer Herangehensweise ebenso die Musik als Teil ihres Selbst anzusehen scheint. Karen mutiert rückblickend zu einer hysterischen Zicke, keine vorteilhafte Entwicklung. ;)

Oh ja!  :D


Und eine meiner Lieblingsstellen muss ich natürlich auch noch zitieren:
Zitat von:  S. 74
Es ist vielmehr, als ob du ihn nie richtig sehen kannst, als ob alle deine Sinne ein kleines bißchen blind werden in seiner Gegenwart, nur der eine nicht, von dem er lebt, das Gehör. Er lebt leise, man hört ihn kaum atmen, die Mädchen, mit denen er schläft, hören kaum sein Herz schlagen. Er erkundet, jeden Tag seines Lebens ein wenig weiter, aus dem Zentrum seiner Stille heraus den Lärm der Welt.

 :anbet: Was für Zeilen! "sehen", die "Sinne" werden "blind", "Gehör", "leise", "hören", "Stille", "Lärm", wow! Die Unmöglichkeit des Sehens, die Beschreibung der Figur über das Hören, ach schön!


Über mich habe ich gelernt, dass, was ich höre, wohl ziemlich mainstreamig ist. Virtuosität muss man mir schon mit Brettern in den Kopf hämmern, Stimmung und Erlebbarkeit sind mir wichtiger als neue unerlebte Klänge, wenn jemand ein Solo spielt wird mir schnell langweilig...

Ich habe übrigens Zwan und Smashing Pumpkins live gesehen, und fand beide langweilig, vor allem zweitere. Abgehoben, *schnarch*, null Interaktion, und musikalisch einfach nicht mitreißend. Wie virtuos die sonst sind, kann ich anscheinend nicht beurteilen, aber live war's einfach nur fad.
 
Man ruft einen Namen am Halbengelsee: / "Yklamyley! Yklamyley!
Sie ist die Mächtigste von uns allen!
Ihr Zauber muss selbst den Sternen gefallen!"
"Weshalb? Hat denn eines Gedichts sie entbunden?"
"Nein, besser: Sie hat ihren Namen erfunden!" (Tobias O. Naheanrilke, 7. 1. 2011)

 

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