Autor Thema: 05 - Der neunte bis zwölfte von zwölf Rythmen (Seiten 173 bis Ende)  (Gelesen 4585 mal)

Offline bella*

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Offline Tobias O. Meißner

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Ja, die DVD "Heima" ist toll, die hat mir mal ein MTV-Regisseur geschenkt mit den unsterblichen Worten "hier, von Elfen mundgeblasen", nachdem wir festgestellt hatten, dass wir beide Sigur Rós lieben ...  :winken:

elfisch bei Tage, dämonisch nur bei Nacht  :D: Tobias

Offline Magnhor

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Willkommen, Loe: Tolle Bandbreite zwischen Chuck Berry und The Prodigy. Mike Patton habe ich mal live gesehen mit seiner durchgeknallten Formation Mr.Bungle. Der Mann ist auch definitiv eine Ausnahmeerscheinung.
Und verrät uns der Lord of Evil auch noch, welches Konzert ihn am meisten gerockt hat?

 :winken::Tobias

Mann, Tobias, ich beneide dich beihnahe darum. In B kriegst du kulturell einfach ALLES geboten! Hier, wo ich lebe  wird das schon etwas schwieriger. Viele Konzerte habe ich noch nicht erlebt. AC/DC, Tracy Chapman, Die Fantastischen Vier oder OOMPH! sind die bekanntesten. Aber das tollste was ich erlebt habe, war ein Konzert in einem kleinen Café: Eine One-Man-Show; ein pures Boogie-Woogie/ Blues Konzert auf dem Klavier. Der Mann, der sich Steve Clayton nennt brachte das Klavier zum Rauchen, ging umso mehr ab, je mehr Biergläser in seinen großen, massigen Körper geleert waren. Seine Finger waren zu manchen Stücken nicht mit den Augen auszumachen, so schnell schlug der Mann die Tasten und reichten gegen Ende die Hände nicht mehr aus zum Spielen, nahm er sich seinen Hintern oder gar seine Füße zu Hilfe. Das war ein Erlebnis. Niemals hätte ich gedacht, dass das Klavier derart in die Mangel genommen werden kann. Da war alles ausgereizt, was ein Mensch mit diesem Instrument anstellen kann!
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« Letzte Änderung: 22. Januar 2011, 20:38:34 von lord of evil »

Offline Tobias O. Meißner

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Thank you, o Lord, für das Teilen Deines Erlebnisses. Solche kleinen, intimen Konzerte sind tatsächlich immer etwas ganz Besonderes.

Als kleine Gegenleistung möchte ich Dir/Euch allen mal meinen Lieblingspianisten zeigen (in der Aufzählung meiner Lieblingsmusiker nicht erwähnt, weil mangels weiserer Kategorien unter "Jazz" miteingeordnet:)

http://www.youtube.com/watch?v=HPqK1JJOFxw&feature=related

Schaut, wie seine Hände kaum die Position über der Tastatur zu verändern scheinen, und er dennoch Töne entfacht, als hätte er drei oder vier Hände. Schaut, wie sein Körper und auch seine Stimme ein Eigenleben entwickeln, weil er nicht mehr kontrollieren kann, was zwischen ihm und dem Instrument vorgeht. Hört, wie harmonisch und komplex das ist, was er da spielt.

Ich finde, dass so etwas Magie ist.

immer wieder aufs Neue verzaubert: Tobias

Offline Loomis

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Noch ein Wort zu meinem besonderen Konzerterlebnis:
Das war Blaze Bayley live in Mörlenbach-Weiher. Ich muss dazu jedoch etwas ausholen:
Blaze Bayley ist der frühere Sänger von Iron Maiden, Nachfolger und gleichzeitig Vorgänger von Bruce Dickinson. Als Dickinson damals Anfang der 90er Iron Maiden verließ wurde Bayley überraschend sein Nachfolger, Bayley war bis dahin eher unbekannt, auch wenn er schon ein Album mit seiner Band Wolfsbane veröffentlich hatte.

Es war also sozusagen ein plötzlicher, sensationeller Aufstieg vom Nobody zum Frontmann einer der bekanntesten Metalbands der Welt. Doch ganz so eitel Sonnenschein war dann doch nicht: Die Alben mit Blaze waren nicht gerade Highlights im Maiden-Backkatalog, was aber nicht Blaze's Schuld war, denn die von ihm geschriebenen Songs gehörten eher zu den besseren auf den beiden Alben. Die restliche Band konnte oder wollte sich einfach nicht auf Blaze's andere Stimmlage einlassen und die Songs auf ihn zuschneiden, was dazu führte dass er nicht in seiner passenen Stimmlage singen konnte. Dazu kamen noch gesundheitliche Probleme weswegen er live noch schlechter mit dem Material zurecht kam.

Über kurz oder lang bahnte sich jedenfalls die Rückkehr von Dickinson an und Blaze Bayley wurde vor die Tür gesetzt, was dazu führte, dass er dem Alkohol und Depressionen verfiel.
Nach langer Zeit der Krankheit fasste er sich - vor allem Dank seiner Freundin (und späterer Frau) Debbie wieder und nahm ein hervorragendes Album auf (The Man Who Would Not Die - man beachte den Titel).

Doch wer glaubt damit wäre die Leidenszeit für Bayley vorbei der irrt gewaltig.
Einen Tag bevor das Album erscheint, bricht seine Frau Debbie zusammen und wird ins Krankenhaus gebracht, wo sie zwei Monate später im Alter von nur 38 Jahren starb.

Nun, Ende 2010 steht Blaze also vor mir und vielleicht 50 anderen Leuten auf der Bühne und singt einen Song über den Tod seiner Frau. Er gibt alles, jetzt vor 50 Leuten so wie früher mit Maiden vor 5000 Fans. Er singt unglaublich emotional, kein Wunder bei dem was er erleben musste. Ich frage mich, wo er nach all den Jahren und Rückschlägen noch die Kraft hernimmt?
Er mag nicht der beste Sänger sein und seine Alben nicht zu den besten gehören. Aber dafür dass er immer noch mit solch einer Leidenschaft und Kraft weitermacht, nach all den Jahren wieder von vorne anfängt bekommt er von mir den allergrößten Respekt.

Offline Tobias O. Meißner

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Von mir auch.  8)
Und es kann ja durchaus sein, dass das Singen und Auftreten ihm Kraft gibt und nicht nur Kraft fordert. Dass ein Tour-Schedule, und sei es in noch so winzigen Ortschaften, ihm eine Struktur gibt, damit er nicht depressiv wird. Und das wäre dann nämlich schon wieder halbEngelig.

Thanks for sharing.
Tobias


 

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