Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 2692 mal)

Offline Lilli33

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Äh ... nur wenn du korrekt rätst, was ich mit so einem verkauften Buch verdiene. Wer überbietet, ist raus ...

Ach, ich glaube, ich verzichte großzügig  ;D

Das Buch und die Leserunde mit dir haben mir so viel Spaß gemacht, das ist mir Lohn genug  ;)

Offline tigi86

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So, kurz zu meinem Fazit:

Ich fand "Fledermausland" ein amüsantes und kurzweiliges Lesevergnügen. Unter anderem durch die skurrilen Figuren, die in dem Buch gut in Szene gesetzt wurden. Auch der Hauch von Fantasy dürfte für Freunde dieses Genres einige humorvolle Stunden bieten :-)

Sebastian ist eine interessante Figur, vor allem, durch sein etwas unbeholfenes Auftreten und seiner Hingabe zu seiner Angebetenen. Und seiner Art, von einem Abenteuer ins nächste zu stürzen. Ich hatte den Eindruck, dass er im Verlauf des Buches erwachsener wird, sicher durch seine teils abenteuerlichen Erlebnisse, aber es ist eine beachtenswerte Entwicklung, die er durchmacht.

Das Tempo steigert sich von Abschnitt zu Abschnitt, so wird es nie langweilig, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Es ist sicher für (fast) jeden Geschmack etwas dabei: Humor, Fantasy, Abenteuer/Action und Spannung :-)

Offline Seychella

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Rezension

In diesem Buch begleiten wir Sebastian, der seit seiner Begegnung mit der Fledermaus von einer seltsamen Situation in die nächste stolpert. Er begegnet skurrilen Figuren und erhält durch sie Einblicke in eine ganz andere Welt, die er erst zu akzeptieren lernen muss. Dabei gab es einzelne Bilder, über die ich lachen musste, aber auch ein paar eklige Szenen, die mir unangenehme Träume beschert haben (ich bin da allerdings aber auch recht zart besaitet).

Diese chaotische Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt und verbreitet einen ganz eigenen Charme. Mir gefiel der trockene Humor und die Selbstironie, die man auf jeder Seite spürt. Der Roman lässt sich flüssig lesen und ist unterhaltsam, war mir persönlich aber zu oberflächlich. Das muss ja nichts schlechtes sein, nur bevorzuge ich eben einfach tiefere Geschichten - und Figuren, mit denen ich so richtig mitleiden kann. Es ist nicht so, dass ich Sebastian nicht mochte, aber sein Schicksal war mir einfach relativ gleichgültig. Allerdings ist mir eine Figur doch ein wenig ans Herz gewachsen und hat sogar Einzug in mein Vokabular gefunden.

Die letzten Kapitel haben mir am besten gefallen, vielleicht ja auch weil man dort ein wenig mehr über die Hintergründe erfährt und die Geschichte auf mich dadurch etwas tiefer wirkt. Das gelungene Ende lässt ein paar Fragen offen und sorgt dafür, dass einige Dinge im Nachhinein in einem anderen Licht erscheinen.
Auch wenn das Buch nicht so ganz mein Fall war, habe ich mich beim Lesen nie gequält - außer bei einer ekligen Szene. Man wird von den Ereignissen und der ganz eigenen Atmosphäre mitgerissen, auch wenn ich nur über wenige für mich amüsante Bilder lachen konnte. Mit ziemlicher Sicherheit liegt das aber an meinem Humor, ich habe es - bis auf eine Ausnahme - scheinbar einfach nicht mit "lustigen" Büchern. Echt jetzt. ;)

Leserundenfazit

Auch als kleiner Außenseiter hat es mir Spaß gemacht, eure unterschiedlichen Eindrücke und Sichtweisen kennenzulernen. :) Das Spekulieren ist vielleicht noch ausbaufähig, aber man konnte deutlich spüren wie euch die Geschichte amüsiert und gefesselt hat. Einige waren ja fix durch. ;D Und scheinbar war ich wirklich die einzige, die länger an der Gehirnbrei-Szene zu knabbern hatte...
Lieben Dank auch an Oliver für die engagierte Begleitung und das Beantworten unserer Fragen, die dann doch noch kamen. ;)

Ich würde mich freuen, wenn von schlumeline und Hanni auch noch eine abschließende Meinung kommen würde. :winken:
« Letzte Änderung: 01. Mai 2011, 19:32:48 von Seychella »
Verzauberte Grüße,
Seychella

http://www.fantastische-buecherwelt.de

Offline schlumeline

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Ich würde mich freuen, wenn von schlumeline und Hanni auch noch eine abschließende Meinung kommen würde. :winken:

 :-[ Na, das ist ja wohl klar, aber ich gebe zu ich bin in letzter Zeit etwas Rezensionsschreibfaul gewesen und alle fertigen Bücher sind auf einen Stapel gewandert, den ich nun in den letzten Tage begonnen habe abzuarbeiten und so soll natürlich auch meine Rezension zu Fledermausland hier noch folgen:

Meine Rezension

“In diesem verfluchten Hannover wimmelt es nur so von Verrückten.” Von dieser Aussage des Protagonisten Sebastian Schätz kann sich der Leser des Buches „Fledermausland“ aus der Feder von Oliver Dierssen überzeugen. Hier trifft man allerdings nicht auf gewöhnliche Verrückte, sondern auf blutsaugende Fledermäuse, Vampire, Oger, Zwerge, Domowojs und viele weitere skurrile und sonderbare Gestalten. Sie alle verändern Sebastians Leben, das von dem Moment an, da sich eine Fledermaus in sein Schlafzimmer verirrt und er selbst sich bei der Jagd nach diesem Tier nackt im Rolladenkasten verhakt, eine sonderbare Wendung nimmt.

Eigentlich will Sebastian Schätz in Hannover ja nur studieren, vielleicht, demnächst,  irgendwann. Bis dahin möchte er das Leben genießen und vielleicht Kim, eine wirkliche Schönheit, erobern. Aber das scheint nicht so leicht, denn Kim will ihn nicht wirklich oder vielleicht doch? Jedenfalls hat man den Eindruck, dass etwas zwischen den beiden steht. Nach und nach kommt Sebastian dem Grund dafür auf die Spur und dabei entdeckt er Stück für Stück eine Welt, die sonderbarer nicht sein kann, eine Welt, die es eigentlich doch gar nicht geben dürfte.

Mit einem sympathisch, chaotischen Protagonisten und vielen verrückten Ideen schafft Oliver Dierssen hier einen Fantasy Roman bei dem häufige Lachattacken gesichert sind. Sebastian, genannt Basti, stolpert von einer merkwürdigen Situation in die nächste und fragt sich schon bald, ob sein plötzlich aufgetauchter neuer Mitbewohner Pjotr, der den Haushalt schmeißt und alles sauber hält, wirklich nur die eine, freundliche Seite hat. Als Pjotr dann plötzlich großes Interesse an Kim zu haben scheint ist klar: Sebastian muss etwas tun.

Bastis Abenteuer wird in der Ich-Perspektive geschildert. So fühlt der Leser sich selbst dieser Welt der merkwürdigsten Kreaturen verbunden und kann nichts anderes tun als Sebastians sonderbare Erlebnisse ganz nah an sich heranzulassen. Für Leser, die absurde Geschichten lieben und solche, die Fantasy einmal ganz anders erleben wollen, ist dieses Buch genau die richtige Lektüre. Oliver Dierssen ist mit „Fledermausland“ ein wahrhaft außergewöhnliches Debüt gelungen.

Zur Leserunde:

Die Leserunde hat mir Spass gemacht vor allem die Kontakte zu doch recht sonderbaren Charakteren und die Spekulationen über eben diese waren ein echter Genuss. Danke lieber Oliver für die Begleitung hier. Fausto habe ich mir ja bereits vorher einverleibt, so dass ich nun auf die Dinge harre, die da noch kommen werden.
Lesen ist meine Leidenschaft

Offline Hanni

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Ich würde mich freuen, wenn von schlumeline und Hanni auch noch eine abschließende Meinung kommen würde. :winken:

Jawohl, die kommt. Nur eben leider etwas spät, ich wollte die Rezi ja eigentlich vor meinem Urlaub verfassen und bin nicht mehr dazu gekommen, sprich ich hatte nicht mehr die nötige Ruhe dazu.  ;)

Meine Meinung:

Sebastian Schätz führt ein sogenannt normales Leben, er wohnt in Hannover, will dort studieren und arbeitet in einem Asia-Shop. Auch das Mädchen seiner Träume darf nicht fehlen, sie heisst Kim und macht sich leider nicht so viel aus ihm, wie er aus ihr. Doch eine Nacht, in der sich eine Fledermaus in seinem Zimmer verirrt, verändert sein Leben. Fortan tappt Basti, wie er von seinen Freunden genannt wird, von einer chaotischen Situation in die andere, begegnet merkwürdigen Kreaturen und bekommt einen seltsamen Untermieter.

Mir sind die Protagonisten alle sehr ans Herz gewachsen während des Lesens. Allen voran natürlich Basti, der mit seiner liebenswert chaotischen Art für manchen Lacher bei mir sorgte. Die Geschichte beginnt gleich rasant und verliert nie an Tempo. Auf den ersten Seiten musste ich mich erst mal an die offene und sehr frische Erzählweise gewöhnen, was mir aber ganz leicht fiel. Erzählt wird aus der Sicht von Sebastian, was der Geschichte eine ungeahnte Lebendigkeit verleiht und den Leser mit auf eine Reise nimmt, auf der er sich nägelkauend gruselt und gleichzeitig vor Lachen windet.

Sehr positiv aufgefallen ist mir der Ideenreichtum von Oliver Dierssen, denn in dieser Geschichte ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Gemischt wird das ganze mit einer ordentlichen Portion Ironie, die meiner Meinung nach einfach genial war. Ich mag lustige Bücher eigentlich nicht so gerne, weil die meisten entweder albern sind oder einfach nicht meine Art von Humor treffen. Dieses hier hat meinen Humor zu hundert Prozent getroffen. Gerne mehr davon! :daumen:

Zum Cover und der Schrift im Buch möchte ich noch sagen, dass ich auch beides als sehr gelungen empfunden habe. Das Cover ist zwar eher schlicht gehalten, aber trotzdem sehr wirkungsvoll mit der grimmig dreinblickenden Fledermaus über dem Titel. Und die Schrift im Buch war einfach nur himmlisch gross, da konnten sich meine Augen während des Lesens erholen! :daumen:


Zur Leserunde:

Es hat wie immer grossen Spass gemacht mit euch zu lesen und zu spekulieren. Natürlich möchte ich mich auch bei Oliver bedanken für die Begleitung der Leserunde und die vielen spannenden Anmerkungen. So macht das Lesen gleich doppelt so viel Spass, wenn man noch ein paar Hintergrundinfos aus erster Hand erhält!

Liebe Grüsse
Hanni

 

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