Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler!)  (Gelesen 1683 mal)

Offline Annabas

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!
:lesen:   "Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen." Marcus Tullius Cicero

Offline Old Fisherman

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Meine Reszension zu *Bannkrieger*

Rorn ist Schmied, in einem kleinem Dorf im Schimmerwald. Als er eines Tages für seine geliebte Neele Baumfasanenfedern benötigt, geht er nahe dem Moor auf die Jagd. Dort trifft er auf die undurchsichtige Hexe Hatra, die ihm großes Unheil prophezeit und ihm befielt zu seinem Dorf zurückzukehren. Rorn jedoch, der die Worte der Alten nur zum Teil versteht lässt sich von ihrem Gefasel nicht von derJagd abhalten. Als er jedoch kurz davorsteht, den ersten Baumfasan zu erlegen, erschüttert plötzlich ein Donnern die Erde, welches sämtliche Tiere aufschreckt. Eine Gruppe von Reitern naht, vor der sich der Schmied zunächst verstecken will. Doch bevor die Pferde ihn niedertrampeln können, springt er auf, was die kleine Schar so sehr erschreckt, das ein paar der Reittiere durchgehen. Einer der Gardisten will Rorn sogleich aufspießen, bis die Leibwächterin der Truppführerin, die sich als Adelige herausstellt dazwischengeht. Als Rorn von ihnen jedoch als *Bauernlümmel* beschimpft wird, weist er sie auf den falschen Weg, der direkt ins Moor führt. Kurz darauf kommt eine weitere Gruppe vorbei, die einen Mann mit unheimlicher Maske unter sich haben. Rorn schickt sie dem ersten Trupp sogleich hinterher.
Dann jedoch wird er von seinem schlechtem Gewissen befallen und eilt so schnell wie möglich zu der Stelle an der sich der Pfad ins Moor verliert. Er kommt gerade zum rechten Zeitpunkt, den im schmalen Pass unter ihm entwickelt sich bereits ein blutiger Kampf.
Rorn entscheidet sich dem ersten Trupp zu helfen und dank seiner Unterstützung können sie ihren Verfolgern tatsächlich entfliehen. Doch das ist erst der Anfang des Unheils, den wenig später fallen die unheimlichen Lederhäuter über das Dorf des Schmiedes her...

Wer nach dem Beginn des Buches mit der typischen Geschichte rechnet- Bauernjunge wird zum Helden, der hat sich schwer getäuscht, den im Laufe der Geschichte wird der oft unüberlegt handelnde Rorn nicht nur zum Bewahrer des Unheils, sondern auch sehr oft zum Unheilsbringer. Auch die Grenzen von Gut und Böse, die zu Beginn noch sehr leicht erkennbar scheinen, verschwimmen während des Romans immer mehr miteinander, sodass man seine Standpunkte auch manchmal revidieren muss.

Insgesamt hat mir "Bannkrieger" sehr gut gefallen und vor allem bot das Buch auch sehr viel Diskussionsstoff für unsere Leserunde. Bernd Frenz teilte uns mit, dass ein weiterer Roman aus dieser Welt in Planung sei, ob es sich jedoch im eine Fortsetzung handelt bleibt fraglich. Ich kann aber versichern, das Bannkrieger einzelnd lesbar ist und auch als Einzelroman konzipiert wurde. Die Legende um den Feuersänger, die noch zusätzlich zur Geschichte im Buch enthalten war, hat das Ganze gut abgerundet.
Allerdings ist auch Bannkrieger kein "perfektes" Werk. Bernd Frenz hat für meinen Geschmack zu viel Kampfszenen eingebaut, sodass ich das Gefühl hatte, dass in diesem Fall weniger mehr gewesen wäre. Aber das kommt natürlich auch immer auf den Leser an. Außerdem wurden einige Punkte für mich nicht ausreichend geklärt. Ich musste mir deshalb ein paar Stellen ein zweites Mal durchlesen, damit ichs kapiert habe.

Trotzdem kann ich Bannkrieger aus genannten Gründen nur weiterempfehlen. Ich vergebe vier von fünf Sternen.

Originaldibbler

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Zur Leserunde:
Diese Leserunde fand ich ausgesprochen interessant. Vorallem hat mich fasziniert, wie oft und wie weit die Meinungen teilweise auseinander gingen. Danke an alle, die fleißig dabei waren, insbesondere natürlich an Autor Bernd Frenz.

Zum Buch:
Laut Klappentext handelt das Buch vom jungen Schmied Rorn, der um sein Dorf vor fremdartigen Angreifern zu beschützen, keine andere Wahl sieht, als sich von der Sumpfhexe Hatra mit einem Bann belegen zu lassen. Sein Plan geht auf und Rorn muss später mit den Folgen des Banns leben. Einerseits ist der Klappentext völlig richtig, andererseits ist die Geschichte um Rorn nur ein kleiner Ausschnitt aus der Geschichte. Vielmehr geht es um zwei Nationen (Iskan und Baros) und den Konflikt zwischen diesen.
Desweiteren kann man sagen, dass Magie eine - wenn nicht die - zentrale Rolle in diesem Buch spielt. Alle beteiligten Parteien nutzen Magie für ihre Zwecke und auch die Welt insgesamt ist sehr magisch. Trotzdem sind fast alle Protagonisten menschlich und die üblichen Fantasyvölker (Zwerge, Elfen, Orks,...) fehlen ganz.
Obwohl die Geschichte sehr actionlastig ist (Der Verlag stuft das Buch als Heroic oder Action Fantasy ein.), weißt es nicht die übliche schwarz-weiß Malerei auf, der sich ähnliche Bücher oft bedienen, vielmehr benutzt der Autor auch reichlich Grautöne um die Motivationen der einzelnen Handelnden zu schildern.
Insgesamt gelingt dem Autor der Wechsel zwischen ruhigen und actionreichen Passagen ganz gut, wobei ich den Eindruck hatte, dass dem Buch ein langsamerer Einstieg gut getan hätte.
Für mich hatte das Buch aber auch einige Schwächen. Zum einen fand ich einige Begrifflichkeiten sehr unglücklich. Da werden erfundene Worte benutzt um bekannte Sachverhalte zu beschreiben, bekannte Worte werden mit einer neuen Bedeutung belegt und sogar eine der Fantasyrassen wird mit dem Begriff für eine andere belegt. Das größte Manko ist jedoch meines Erachtens der Schluß. Kurz vor Ende gibt es eine grandiose Aufklärung für viele Dinge, die ich tatsächlich als perfekt bezeichnen würde, doch das eigentliche Ende ist dann für mich - auch nach mehreren Erklärungsversuchen durch den Autor - leider nicht völlig nachvollziehbar.
Mein Fazit: Das Buch hat mich über große Strecken gut unterhalten, weil der Konflikt der beiden Nationen und der Versuch diesen zu verstehen wirklich spannend war, aber das Ende war für mich enttäuschend, weil ich es logisch nicht nachvollziehen kann.

Für ein Erstlingswerk würde ich wohl vier von fünf Sternen vergeben, in Anbetracht des erfahreneren Autors nur drei.

PS: Zum Lektorat möchte ich an dieser Stele nur sagen, dass es im Buch besser ist, als die Klappentexte (beide Klappenexte enthalten Rechtschreibfehler) befürchten lassen.



Offline Loomis

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Zur Leserunde:
Dies war meine erste Leserunde mit einem anderen Autor als sonst, von daher war interessant, wie die Runde ablaufen würde. Interessant war dabei vor allem, wie unterschiedlich die Ansichten zu bestimmten Gegebenheiten im Buch waren. Die Meinungen der Leser gingen ja zum Teil doch stark auseinander. In meinen bisherigen Leserunden waren sich die Teilnehmer (bis auf ein Buch) doch meist eher einig.
Es hat mir jedenfalls viel Spaß gemacht, hier teilzunehmen und ich möchte mich recht herzlich bei Bernd, den anderen Teilnehmern und nicht zuletzt dem Leserundenteam bedanken.

Zum Buch:
Von der Leseprobe zu dem Buch fühlte ich mich gleich angesprochen, da ich gerne Fantasy lese, die eine etwas dreckigere und ernstere Welt beschreibt. Antihelden werden von mir auch sehr gerne gelesen (Kane, Elric). Von daher war mein Interesse geweckt.
Allerdings muss ich sagen, dass das Buch im ersten Drittel meine Erwartungen nicht erfüllen konnte, zu sprunghaft und unglaubwürdig fand ich ausgerechnet den Hauptcharakter Rorn. Im späteren Verlauf des Buches wurde dieses Manko jedoch etwas ausgebügelt. Es schien, als hätte Bernd selbst nun besseren Zugang zu Rorn gefunden und konnte ihn glaubwürdiger zeichnen.
Dass die Story keinem schwarz/weiß-Muster folgte, sondern die Figuren ihre guten und schlechten Seiten hatten, hat mir gut gefallen. Zum Schluss blieben leider ein paar Fragen offen, entweder hat das Buch sie nicht beantwortet oder der Zusammenhang war nicht recht verständlich. Etwas unbefriedigend war das schon, dennoch war der Schluss in Ordnung, die meisten Fäden brachte Bernd ja wieder zusammen.

Insgesamt für meinen Geschmack also kein überragendes Buch, nach dem etwas holperigen ersten Drittel aber ein dennoch unterhaltsames.

Offline Old Fisherman

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Hallo Bernd,
ich glaube das wir jetzt alle mit "Bannkrieger" fertig sind. Willst du uns jetzt noch deine Fragen stellen?

Offline BF

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Ich warte eigentlich noch auf die weiteren offiziellen Reaktionen.
Es haben ja wesentlich mehr als drei Leute zu Ende gelesen.

Offline Magnhor

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Ach, ja, sorry! Ich habe meine Rezi schon lange fertig, nur noch nicht hier hinein gebracht:

Die Geschichte BANNKRIEGER beginnt damit, dass Priester in einem heiligen Ritual ein unheimlich wirkendes Geschöpf zum Leben erwecken, das gänzlich in Lederhaut gehüllt ist. Dieser mächtige Lederhäuter soll mit Kämpfern gegen das Königreich Baros in den Krieg ziehen.
Die hier düster gestaltete Atmosphäre wird überwiegend über das gesamte Buch beibehalten.
Es folgen sehr temporeiche Szenen, in denen man Zeuge über die Charakterentwicklung vom Jungschmied Rorn wird und wie dieser zum Bannkrieger wird. Diese Entwicklung ist geprägt von vielen Überraschungen, die dazu führen, dass man die Figur in seinen Handlungen fast nie einzuschätzen weiß. Ebenso fällt es schwer, diese Figur von Anbeginn ins Herz zu schließen, da er häufig durch unreifes und unüberlegtes Handeln nahendes Unglück geradezu provoziert.
Eine Identifikationsfigur überhaupt zu finden fiel mir sehr schwer, da niemand ausschließlich mit liebenswerten Attributen versehen ist. Jedem sind Ecken und Kanten gegeben. So wird der Leser auch zu keiner Zeit ein klares gut oder böse ausmachen können. Die Motivation aller am Krieg teilnehmenden Parteien oder Persönlichkeiten werden nachvollziehbar aufgezeigt.
Neben den vielen actionreichen Kapiteln stehen natürlich auch langsamere Kapitel, in denen der Leser Zeit zum Verschnaufen bekommt, in denen die Handlung mehr Tiefe bekommt. Leider bekam ich hier manchmal einen etwas zu platten oder ungelenken Eindruck, sodass ich mich dann stets haarscharf an der Grenze der Glaubwürdigkeit bewegte. Womöglich liegt das auch daran, dass der Autor mit Rorn nicht nur einen äußerst sperrigen Hauptcharakter entwickelte, sondern dass er auch in weiteren Aspekten experimentell arbeitete, um dem Leser keine Standardfantasy vorzulegen, wofür freilich viel Mut gehört.
Bernd Frenz kritisiert die Maßlosigkeit der Menschen und stellt dabei Armut und Reichtum gegenüber. Er spielt mit dem Aberglauben der Menschen, stellt dar, wie dadurch Mythen oder Legenden entstehen können.
In üblichen Geschichten wird dem Leser demonstriert, dass Wissen Macht bedeutet. In dieser Geschichte bekommt man auf sehr interessante und schlüssige Weise genau das Gegenteil geliefert, dass man also zu Macht auch ausschließlich durch Unwissen kommen kann.
In dieser Fantasygeschichte stehen die Menschen als zentrales Volk da. Phantastische Elemente kommen durch fremde und mythische Völker sowie durch die Darstellung von Magie und Übernatürlichem hinzu.
Bernd Frenz entwarf das Volk der Phaa, von denen wir zwar nur eine Frau zu Gesicht bekommen, was aber ausreicht, um wesentliche Eigenheiten des Volkes kennen zu lernen. Im weiteren ersieht man gleich zu Beginn des Buches, wenn man sich die Karte und die dort aufgeführten Namen von Städten oder Gebieten genauer betrachtet (wie z.B. Greifenstein oder Zyklopenmauer), welche Völker in dieser Welt außerdem eine Rolle spiel(t)en.
Mit der Hexe Hatra steht der wohl mysteriöseste Charakter. Mit ihrer Macht setzt sie im Buch die entscheidenden Impulse, bleibt aber stets weit im Hintergrund. Ihre genauen Hintergründe und viele ihrer Geheimnisse bleiben - wie auch die ein oder andere Frage zur Gesamthandlung allgemein - bis zum Schluss offen, sodass die Geschichte dieser Welt in einem fortführenden Roman weiter erzählt werden kann.

Offline Annabas

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Bernd Frenz – Bannkrieger

Inhaltsangabe:

Rorn ist der Sohn eines Dorfschmiedes und sein Leben scheint in vorgezeichneten Bahnen zu laufen. Bis zu dem Zeitpunkt, als er auf eine Gruppe Reisende und ihre Verfolger trifft und ein lang schwelender Konflikt zwischen zwei Nachbarländern endgültig aufbricht. Als Rorn in große Gefahr gerät, zwingt er die Hexe Hatra, einen Bann über ihn zu sprechen. Von diesem Zeitpunkt an ist Rorn ein mächtiger Krieger – doch die Feinde seines Landes setzen fähige Kämpfer und magische Wesen ein, denen nur schwer beizukommen ist.

Der erste Satz:

„Ein unüberschaubares Heer aus Fackelträgern tauchte Okdor in ein gewaltiges Lichtermeer.“

Meine Meinung zum Buch:

Mich hat dieses Buch besonders angesprochen, weil die Hauptpersonen allesamt menschlich sind. Das war für mich ein sehr interessanter Ausgangspunkt, denn mit menschlichen Protagonisten kann ich einfach mehr anfangen. Zwar kommt die Magie auch nicht zu kurz, aber sie wird dosiert eingesetzt, so dass auch mit „normalen“ menschlichen Kräften gekämpft werden muss – und dass sich die Protagonisten ihre Taktiken jeweils gut überlegen müssen.

Spannend war das Lesen von Anfang an. Der Konflikt zwischen den beiden Nachbarländern Iskan und Baros bricht schon auf den ersten Seiten auf und von da an nimmt die Geschichte immer weiter Tempo auf. Interessant war auch, dass es nicht eindeutig „Gute und Böse“ gibt, sondern sich nach und nach immer mehr Seiten zeigen, bei denen sich der Leser seine eigenen Gedanken zur Einschätzung machen muss.

Die Welt, die der Autor hier geschaffen hat und in der er die Geschichte spielen lässt, hat mich fasziniert. Wir finden darin alte Legenden, ausgestorbene Völker und vergessene Geheimgänge. Auch das hat für mich zur Spannung beigetragen. Die Welt ist sehr komplex aufgebaut und bietet in meinen Augen auch noch viel Potential für weitere Abenteuer.

Rorn und die „Jadeträgerin“ Mea scheinen zunächst im Mittelpunkt der Geschichte zu stehen, doch dann bekommen weitere Figuren einen größeren Anteil am Geschehen und werden zu gleichwertigen Akteuren. Auch das hat mir gut gefallen, denn jede dieser Personen hatte ihren eigenen Anteil und brachte die Handlung vorwärts – und manchmal in eine für mich sehr überraschende Richtung.

Ich kann das Buch empfehlen!   :)

Zur Leserunde:

Diese Runde war wieder einmal sehr interessant. Es ist immer spannend zu lesen, wie die übrigen Mitleser/innen die Geschichte und die Personen einschätzen. Und natürlich macht das Spekulieren gemeinsam viel mehr Spaß! :zwinker:

Viele Grüße von Annabas    :winken:
:lesen:   "Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen." Marcus Tullius Cicero

Offline Methexchen

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Der Bannkrieger - ein Buch, in dem einen garantiert viel Action und fantastischer Lesespaß erwarten.
Rorn, der Sohn eines Dorfschmiedes trifft eines Tages auf eine Gruppe Bewaffneter, die umherreisen, in dem Versuch, ihren Feinden zu entkommen. Doch dies ist gar nicht so einfach - schließlich handelt es sich um schwer zu bekämpfende Lederhäuter. So kommt es, dass Rorn sich von einer Hexe verzaubern lässt und mitten ins Kampfgeschehen eingreift, um die Nachbarländer vor ihrem Untergang zu retten.
Die Handlung ist eine klassische Fantasystory. Dennoch erwarten den Leser einige neue Einfälle und Ideen, die sich mit klassichen Fantasyelementen verbinden. Freunde von schneller Action anstatt zu ausschweifender Handlung kommen hier voll auf ihre Kosten. Schließlich versteht es der Autor, mit einem flüssigen Schreibstil von Kampfszene zu Kampfszene zu wechseln. Die Charaktere sind nicht alle so leicht zugänglich und dennoch macht es Spaß, an ihrer Seite durch das Geschehen zu reisen. Überhaupt macht die ganze Geschichte Spaß.
Wer einmal Lesestoff sucht, der sich nicht in endlosen Reihen und zu großer Komplexität ansiedelt, wird mit dem Bannkrieger bestens unterhalten.
Die Leserunde war übrigens sehr interessant. Zum einen lag es an der vielen Kritik, die gegeben wurde (sowohl im positiven als auch im negativen Sinn) und es wurde deutlich, dass sich am Bannkrieger die Geister scheiden. Jeder hat denke ich eine Figur gefunden, die ihm gefallen hat. Und Bernd Frenz passte mit seinen Antworten genau zu der Art Buch, das er geschaffen hat. Ein wenig ruppig, aber spannend und unterhaltend.

Offline Kati

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zum Buch:

Der junge Schmied Rorn ist im Schimmerwald zu Hause. Als er eines Tages auf eine Gruppe Adlige trifft, wird aus dem idyllischen Leben ein Albtraum. Die Reisenden werden von unheimlichen Fremden verfolgt und Rorn gerät zwischen die Fronten. Was er nie für möglich gehalten hätte geschieht: der Schmied erlebt einen magischen Kampf und kann nur mit knapper Not entkommen. Er sucht Hilfe bei der Sumpfhexe Hatra, um sein Dorf und die Bewohner zu retten. Doch längst sind größere Mächte entfesselt, die nicht nur im Schimmerwald, sondern im ganzen Land ihr Unwesen treiben.

Mir hat der rasante Einstieg in die Geschichte sehr gefallen. Am Anfang lasse ich mich gern treiben und hinterfrage nicht alle Details, da sie sich im Laufe des Buches meist offenbaren. Das hat hier super funktioniert. Als kleine Zugabe haben sich auch die tollen Ortsnamen der Karte in der Phantasie eingeprägt. Schlangentempel, Ruinen und Zyklopenmauer ließen auf eine Welt schließen, in der man viele Abenteuer erleben kann. Natürlich konnte ich mir nicht sicher sein, alles kennenzulernen. Doch allein die Tatsache, dass sie dort aufgeführt sind, machten mich neugierig diese Welt zu entdecken.

Die Figuren sind sehr vielschichtig und die Geschichte dazu recht düster. Diese spannende, geheimnisvolle Stimmung mochte ich sehr. Dabei stellte sich auch schnell die Phaa - eine Bergkriegerin mit Kampfschrei - als meine Favoritin heraus. Ich kann nicht genau sagen, was mich an ihr so faszinierte, der Charakter ist einfach unheimlich gut gelungen. Das Abenteuer bringt Bernd Frenz zu einem guten, nachvollziehbaren Ende. Jede Figur bzw. Gruppe wurde einbezogen, wobei unterwegs sehr schön Raum für Spekulationen blieb.

Als Bonus ist eine Kurzgeschichte enthalten, die auch einen Bezug zum erlebten Abenteuer hat. An der Stelle im Buch hatte ich mir schon meine eigenen Gedanken gemacht. Durch dieses Detail zum Schluss kann man aber auch die wahren Hintergründe erforschen.

Fazit: Ein düsteres Fantasyabenteuer mit Potential für weitere Geschichten.

zur Leserunde:
Ich habe mich sehr wohl gefühlt und empfand die Leserunde mit euch als angenehm. Gerade die vielen Spekulationen sind immer wieder spannend. Schön wenn ein Buch soviel hergibt! Herzlichen Dank auch an Bernd für die nette Begleitung und Dein geduldiges Beantworten unserer Fragen. Ich hoffe, es hat auch Dir Spaß gemacht.  :winken:

LG Kati

P.S. Übrigens habe ich mir den ersten Teil der Blutorks schon besorgt. Mal schauen, was mich da erwartet.  :)

Offline Ahotep

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So habs jetzt auch endlich geschafft. Tut mir leid, dass es nun so lange gedauert hat. Ich hatte leider wirklich viel Stress und am letzten Wochenende, als ich es eigentlich eingeplant hatte, kam dann etwas dazwischen. Normalerweise bin ich schneller.

Meine Meinung
Bannkrieger ist ein sehr spannendes Buch, das mich vom Prinzip her sehr anspricht und eine Menge Potenzial hat.  Die Stimmung des gesamten Buches ist ziemlich düster und geheimnisvoll gehalten. Die Geschichte beginnt recht interessant und auf einem guten Niveau. Dabei ist positiv anzumerken, dass die Grenzen von Gut und Böse ineinander übergehen, so dass Überraschungen im Laufe der Handlung garantiert sind. Generell ist einiges unvorhersagbar.  So kann man sich beispielsweise nie sicher sein, wer das Ganze überlebt und wer nicht. Des Weiteren wirkten fast alle Charaktere auf mich sehr unsympathisch. Im Besonderen gilt dies für den Protagonisten Rorn, da er vor allem ziemlich unberechenbar und rücksichtslos handelt. Der allgemeine Mangel an Sympathie führte dazu, dass ich die Geschichte irgendwann recht unberührt verfolgte. Zudem wurden Beschreibungen nur sehr oberflächlich verwendet, da sich mehr auf die Action im Buch konzentriert wurde, was diesen Abstand zur Geschichte bei mir noch vergrößerte.
Leider waren für mich viele Dinge nicht nachvollziehbar, wie beispielsweise der Bannzauber, mit dem Rorn zu Beginn des Buches belegt wurde. Seine wahre Auswirkung auf das Verhalten von Rorn und seine Fähigkeiten bleibt dem Leser verborgen, da man zum einen Rorn davor noch nicht ausreichend kennengelernt hat und zum anderen weitere Faktoren hinzukommen, die das Ausmaß verschleiern.
Das Ende des Buches war für mich nicht zufriedenstellend. Die gesamte Zeit über stapeln sich Fragen über Fragen, doch nur wenige wurden letztendlich beantwortet.
Insgesamt gesehen gestaltet sich das Lesevergnügen leicht holprig, durch teils unglückliche Formulierungen und möglicherweise Formulierungen, die vermutlich nicht in den Stil des restlichen Textes passen, sowie in seltenen Fällen inkonsistente Wortnutzungen. Das ist aber eher nicht die Regel, so dass es nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Fazit
Bannkrieger ist ein sehr actionlastiges Buch, bei dem wenig Zeit für ausführlichere Beschreibungen bleibt. Wem das nicht stört, dem kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen, auch wenn das für mich nichts ist. Denn die Geschichte selbst ist aus meiner Sicht neuartig und faszinierend. Ich denke nur, dass man noch mehr aus dieser Idee herausholen könnte. Möglicherweise schon alleine mit ein wenig mehr Erklärungen z.B. bezüglich der Funktionsweise der Magie.

Leserundenfazit
Eine sehr schöne Leserunde mit interessanten Leuten. Faszinierend fand ich, wie weit die Interpretationen und Vermutungen bei diesem Buch auseinandergingen. Das kannte ich bisher in diesem Maße noch nicht.
« Letzte Änderung: 08. September 2011, 17:00:01 von Ahotep »
"Programmieren ist im echten Leben das Gegenstück zu Magie. Man kann sich etwas ausdenken und durch das Schreiben von Buchstaben und Zahlen wahr werden lassen." (Jeff Winters)

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Offline BF

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Vielen Dank, dass sich alle Teilnehmer dieser Runde die Mühe gemacht haben, ihre Meinungen so detailliert darzulegen. Die Leserunde war wirklich sehr informativ für mich. Alle Fragen, die ich zwischendurch hatte, sind restlos beantwortet.
Insofern bleibt mir nur, zum Abschied noch einmal kräftig zu  :winken:
Vielleicht liest man bei anderer Gelegenheit wieder voneinander.
Ich würde mich freuen.

Viele Grüße

Bernd

 

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