Autor Thema: 01: Beginn bis einschl. Seite 60 unten  (Gelesen 2195 mal)

Offline Annabas

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Hallo miteinander,     

hier treffen wir uns ab dem 19. August 2011 zur Leserunde mit dem Buch "Interview mit dem Teufel", und ich begrüße alle Teilnehmer/innen und natürlich ganz besonders den Autor Jens Böttcher, der uns hier begleiten wird.

Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die  Leserunden FAQs durch. Postet hier bitte erst, wenn Ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder Fragen habt. Die Beiträge „Buch liegt bereit, ich fange heute abend an“ ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.
 
Hier könnt Ihr vom Anfang bis einschließlich Seite 60 schreiben.
Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

Falls Ihr wegen der Anrede unsicher seid: Der Autor darf mit "Du" angeredet werden.   :)

Ich wünsche uns allen viel Spaß beim Lesen!

Viele Grüße von Annabas  :winken:
:lesen:   "Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen." Marcus Tullius Cicero

Originaldibbler

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Und wieder mal so schnell gelesen, dass ich den schwierigen ersten Kommentar schreiben muss. Ich lerne es noch... ;)

Fangen wir mal ganz einfach an: Bis hier hin gefällt mir das Buch/Theaterstück schonmal sehr gut. Es lässt sich trotz des ernsteren Themas sehr locker lesen. Auch handwerklich ist es gut gemacht. Der Einstieg mit dem Reporter als Erzähler und dem Wechsel in den Rückblick fand ich gelungen.

Eine der wesentlichen Fragen ist wohl die, ob der Teufel wirklich der Teufel ist. Sein geballtes Wissen über die Anwesenden deutet drauf hin, aber das Wissen kann man natürlich auch anderweitig erwerben. Da die Liste der handelnden Personen mit zwei Sanitätern endet, kann ich mir gut vorstellen, dass die Geschichte damit enden wird, dass der "Teufel" einen Anfall erleidet und zusammenbricht, was dann eher dazu passen würde, dass es vielleicht doch nicht der Teufel ist. Aber das sind ja eh alles nur Spekulationen...

Das Verhalten der Teufels gefällt mir sehr gut - in dem Sinne, dass ich es passend finde. Mal ruhig erklären, dann ein kleiner Ausraster und gleich darauf ein wenig aufdringliches "Flirten". Vorallen dieses "Flirten" fand ich sehr unterhaltsam.

Die Idee, das der Teufel alles über sich preisgeben könnte, weil er keine Angst hat, dass ihm all zu viele Leute glauben werden, ist auch sehr genial - geradezu teuflisch.

Seine Meinung über Gott hat mich ein wenig an Goethes Faust erinnert: "Von Zeit zu Zeit sehe in den Alten gern und hüte mich, mit ihm zu brechen. Es ist gar hübsch von einem großen Herrn, so menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen."

Die Interpretation der Bibelstellen ist nicht wirklich neu, aber die kleinen Spitzfindigkeiten über Licht und Dunkelheit finde ich ganz nett.

Offline Fatschbumdidelzong

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Bin ich dann auch zweiter Sieger... im Posten.

Endlich durfte ich ans Buch und wollte eigentlich nur ein, zwei Seiten lesen. Es sind 60 draus geworden, was für das Buch spricht. Es ist als Theaterstück geschrieben, scheinbar aus der Rückschau des menschlichen Protagonisten, des Journalisten Richard Kolbach, der diese denkwürdige Pressekonferenz miterlebt.
Es gibt eine Auflistung der auftretenden Personen, die mit einem Notfallpsychater und zwei Sanitätern endet. Ich will hoffen, daß der noch vorzustellende Teufel sich nicht als armer Irrer entpuppt.

Zum Stück:
Zunächst wird der Rahmen erzählt, angereichert durch Annekdoten aus dem Journalistenalltag liest sich das ganz fluffig und wäre sonst etwas zäh.
Schließlich beginnt das eigentliche Stück. Der Teufel tritt auf - und ich fühlte mich ein wenig an Robert de Niro in derselben Rolle erinnert. Mehr businessmässig, überlegen. Er scheint alle Anwesenden gut zu kennen, fesselt sie auf die eine oder ander Art und Weise: Die Journalistin, in dem er sie sehr direkt anmacht, einen der Journalisten, indem er ihn mit einem (vielleicht ungedeckten?) Scheck besticht. So weit, so clicheebeladen. Wir haben es hier mit Archetypen zu tun, da ist das eine oder andere Clichee unvermeidbar.  :P
Auffällig ist der hohe Gesprächsanteil, den Kolbach zu diesem Zeitpunkt hat: Der Teufel hatte meine volle Sympathie, als er sich das Gequassel verbittet.
Ach so, und dicke Bretter werden auch schon gebohrt: Das Problem des Bösen und der Willensfreiheit. Darum wird es auf den kommenden Seiten gehen. Es ist ein hübscher Gedanke, sich den gefallenen Engel als den nach Gott ersten Träger von Willensfreiheit zu denken, der Böses tut weil er es a) kann und b) einfach mal ausprobieren will - und Gott läßt ihn. Er verführt den Menschen zum Bösen aus Neid, weil er selbst schon wegen seiner Eskapaden aus der Gnade gefallen ist soll es keinem Geschöpf besser gehen.
Das ist virtuos und schlüssig.
Wie der Teufel wohl zu Jesus steht?

Bisher hat der Autor die anstehenden theologischen Klippen virtuos umschifft und die Gegenfragen aus der Wissenschaft mit genauso großem Geschick abgeschmettert. Ich bekenne, saß ich in diesen Fragen geradezu chronisch Krach suche, und deswegen mit dieser Rethorik nicht einverstanden bin. Aber es ist gut gemacht, ich finde (noch) keinen Ansatzpunkt für meine dogmatischen Hebel. Ich krieg Dich noch! >:D

Offline JensBöttcher

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hey ho lieber fatschbumdidelzong (ich hoffe, ich hab das jetzt korrekt wiedergegeben... schöner name jedenfalls) :)...
das klingt nach spaß... :-) ich bin sehr gespannt auf deine weiteren eindrücke... :-) und danke dir jetzt schonmal für das "kompliment", dass du bislang im text noch nix zum krawallmachen gefunden hast... :-)

Originaldibbler

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Bisher hat der Autor die anstehenden theologischen Klippen virtuos umschifft und die Gegenfragen aus der Wissenschaft mit genauso großem Geschick abgeschmettert.

In (min.) einem Punkt teile ich übrigens die Meinung des Teufels und das ist die Kombination von Kreationismus und Evolution. Denn diese Kombination ist die einzige Möglichkeit alles zu erklären und doch ist sie für viele Christen und Wissenschaftler ein Unding, weil sie das Eingeständnis beinhaltet nicht mit dem eigenen "Fachgebiet" alles erklären zu können.

Offline Annabas

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Hallo miteinander,

ich habe nun auch den ersten Leseabschnitt gelesen - die Seiten flogen nur so dahin und nun muss ich wieder eine Zwangs-Lesepause machen.  ;)

Ich bin sehr gut in dieses Stück hineingekommen, die Einführung von Kolbach war da sicherlich hilfreich.

Der Teufel ist eine sympathisch-unsympathische Figur, ich kann einerseits ihn verstehen, dass ihm die Fragen der Journalisten auf die Nerven gehen und auch andererseits Katie Meggle, die ihm nach seiner Herumschleimerei am liebsten ihren Laptop an den Kopf werfen möchte. Er kommt mir wie eine etwas zickige Diva vor - und das gefällt mir.

ich fühlte mich ein wenig an Robert de Niro in derselben Rolle erinnert.
Den hatte ich auch vor Augen! Eine der gelungensten Darstellungen des Teufels in meinen Augen.

Verblüfft war ich darüber, dass der Teufel hemmungslose Spaßhaber und Fanatiker als seine besten "Kunden" ansieht - aber die Erklärung erscheint schlüssig.

Mit dem reinen Kreationismus habe ich persönlich so meine Schwierigkeiten, aber die Kombination mit der Evolutionstheorie gefällt mir ganz gut. Da muss ich aber noch drüber nachdenken.

Und was mir auch gut gefallen hat ist, dass der Teufel wirklich als Ex-Engel gezeigt wird, der seiner früheren Heimat doch etwas nostalgisch nachtrauert.

mit einem (vielleicht ungedeckten?) Scheck
Hihi, darauf bin ich gar nicht gekommen, würde aber zum Teufel gut passen ...  :D

Bis morgen!
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Offline schokotimmi

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Huhu,

den ersten Abschnitt habe ich heute morgen beendet und finde es bis jetzt richtig gut. Mich hat der Übergang überrascht von der Einführung Kohlbachs und dem Auftauchen des Teufels, aber vllt. war ich an dieser Stelle auch nur noch nicht 100% wach.

Bis jetzt ist der Teufel genau das, was ich mir darunter vorstelle auch seine Aussage, er kann in mehreren Dimensionen gleichzeitig sein hat mich schmunzeln lassen. Arrogant und überheblich kommt er rüber, aber Kohlbach ist auch nicht einfach. Ich denke mal, ihn sieht der Teufel als "etwas intelligenter" an, aber sein ständiges zwischenquatschen nervt wirklich langsam.
Aber gut, vllt. ist es auch typisch Journalist, vllt. denkt er, wenn er nicht gleich einhackt, bekommt er am Ende keine Gelegenheit mehr dazu...

Ich bin gespannt wie es weitergeht...

Ach, spannend übrigens, dass es ein Theaterstück ist - gibt es Pläne es tatsächlich auf die Bühne zu bringen? (Ich hoffe das wurde bei allgemein noch nicht gefragt, da hab ich nämlich noch nicht alles gelesen.)

Grüße
schokotimmi
Hakuna Matata!

Offline JensBöttcher

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hallo schokotimmi... ja, ich hoffe sehr, dass es gelingen wird, das ganze als theaterstück aufzuführen.  :-) j.

Offline irismaria

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Hallo an alle in der Leserunde!
Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das als Theaterstück geschrieben ist, aber es gefällt mir sehr. Ich kann mir die Personen gut vorstellen und finde es als Buch zum Lesen aber auch auf der Bühne interessant.

Der Teufel ist natürlich die spannendste Figur und seine Überlegenheit - nur unterbrochen durch seine Gefühlsausbrüche - kommt gut rüber. Was er sagt, ist plausibel und man ist fast geneigt, ihm zu glauben - dabei gerät leicht aus dem Hinterkopf, dass er vermutlich Lüge und Manipulation einsetzt... von daher finde ich deine Idee, Fatschbumdidelzong, dass der Scheck nicht gedeckt ist, passend. Generell die Idee mit dem Scheck, der Schmelzer zum Bleiben animiert und den Rüttger auch gerne hätte - da kann ich uns Menschen gut wiedererkennen.
Die theologischen Themen wie Evolution, Willensfreiheit, Ursprung und Funktion des Teufels, Gott als Liebe - kann ich alles gut nachvollziehen und unterschreiben - und damit dem Teufel zustimmen. Bedenklich... Jesus scheint ihm ein eher lästiges Thema zu sein - finde ich auch spannend, ob dazu noch etwas kommt.

In (min.) einem Punkt teile ich übrigens die Meinung des Teufels und das ist die Kombination von Kreationismus und Evolution.
Kann ich mich anschließen, wobei ich "Schöpfung" statt Kreationismus sagen würde.

Das einzige, das ich dem Teufel nicht abnehme, ist sein Motiv für die Pressekonferenz: Sich alles von der Seele reden und den geplagten Menschen die Gelegenheit geben, sich von ihm abzuwenden. Das ist sicher gelogen und es steckt eine Teufelei dahinter!
 
Die übrigen Akteure finde ich gerade in ihrer Verschiedenheit gut.

Offline Aeria

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Guten Morgen zusammen.

Ich habe gestern die ersten 60 Seiten gelesen und will nun meine 5 Cent zur Leserunde beitragen.

Erstmal: Das Buch
Ich habe es mir aufgrund des Titels und der Kurzbeschreibung gekauft. Dass es ein Theaterstück ist, damit habe ich nicht gerechnet. Theatestücke sind bei mir eine Weile her. Aber gut, die Idee ist nicht schlecht. Das Wichtigste kann man immer aus den Dialogen entnehmen.
Das Cover hat mich an die Zeichnungen in "Das verlorene Paradies" von Milton erinnert. Hab den Milton wieder aus dem Regal gezogen. Es wird echt Zeit, dass ich den mal lese.

Der Inhalt:
Der Teufel bittet zur Frage-und-Antwort-Stunde. Mich wundert es nicht, dass alle Anwesenden skeptisch sind. Ich bin es auch. Ich glaube, der Teufel ist nur ein armer Irrer mit Wahnvorstellungen. Das manchmal unbeherrschte Verhalten würde dazu passen.
Bis Ende des Abschnitts hat er nichts getan, außer zu reden und irre zu kichern. Jeder kann behaupten, jemand anderes zu sein. Was zählt, sind Beweise. Der Teufel hat noch keinen Beweis dafür erbracht, dass er der ist, für den er sich hält. Ich bin gespannt, wo das Interview hinführt. Und wer von dem Psychiater mitgenommen wird. Könnte Kolbach sein, nachdem der Teufel mit irgendeinem teuflisch-übersinnlichen Trick den Beweis liefert, aber daran glaube ich nicht so recht.
Dass der Teufel scheinbar Details aus dem Leben der Anwesenden kennt, ist kein solcher Beweis. Das kann ein Wunderheiler/Kartenleger/etc. auch. Alles eine Sache der guten Recherche.

Das ganze Gott-ist-Licht-und-Liebe-Gerede verursacht bei mir einen allergischen Juckreiz im Kopf. Zur Ablenkung brauche ich jetzt ein paar Seiten aus dem Spaghettimonster-Evangelium.

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Aeria
Realität ist nur etwas für Menschen mit zu wenig Phantasie.

Offline Aeria

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Arrogant und überheblich kommt er rüber

Und hat auf alles eine Antwort parat. Einerseits imponiert mir das, andererseits erinnert mich das an schmierige Autoverkäufer, die einem eine verbeulte Kiste als DAS Auto andrehen wollen.

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Aeria
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Offline irismaria

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Arrogant und überheblich kommt er rüber

Und hat auf alles eine Antwort parat. Einerseits imponiert mir das, andererseits erinnert mich das an schmierige Autoverkäufer, die einem eine verbeulte Kiste als DAS Auto andrehen wollen.

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Der schmierige Verkäufer ist ein guter Vergleich! Man verhunzt sein Leben und denkt noch, ein Schnäppchen gemacht zu haben.

Offline Tammy1982

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Hallo Ihr Lieben,

an dieser Stelle erstmal ein herzliches Hallo in die Runde und ganz besonders an dich, Jens!  :winken: Schön, dass du uns begleitest!

Ich habe die ersten 60 Seiten auch gleich in einem Rutsch gelesen und total fasziniert! Hatte auch nicht damit gerechnet, dass es sich um ein Theaterstück handelt, bin aber sehr positiv überrascht. Drücke auch feste die Daumen, dass das wirklich mal aufgeführt wird!  8)

Das Bild von Robert de Niro hatte ich auch gleich vor mir, gerade die plötzlichen Wutausbrüche und dann wieder ganz der Gentleman haben das Bild dann richtig gut ergänzt! Finde den Teufel bis jetzt sehr gelungen und bin sehr gespannt, ob wir hier wirklich mit dem Teufel sprechen oder es doch ein armer Irrer ist!  ;D Dass er so unverschämt frech mit der Journalistin flirtet, passt auch richtig gut dazu. Ich kann auch sie gut verstehen, dass sie ihm am liebsten eine kleben würde!  >:D

Schmelzer bedient auch komplett den Stereotypen des A***kriechers und gerade bei dem letzten Kommentar vom Teufel "Sie halten die Klappe, sie korrupter Opportunist" musste ich lachend zustimmen!  8) ;D

Bis jetzt ist der Teufel genau das, was ich mir darunter vorstelle auch seine Aussage, er kann in mehreren Dimensionen gleichzeitig sein hat mich schmunzeln lassen. Arrogant und überheblich kommt er rüber, aber Kohlbach ist auch nicht einfach. Ich denke mal, ihn sieht der Teufel als "etwas intelligenter" an, aber sein ständiges zwischenquatschen nervt wirklich langsam.
Aber gut, vllt. ist es auch typisch Journalist, vllt. denkt er, wenn er nicht gleich einhackt, bekommt er am Ende keine Gelegenheit mehr dazu...

 ;D Kolbach nervt mich auch richtig mit seinen ewigen Zwischenfragen, aber ich denke das zeigt ganz gut den Journalisten in ihm und passt daher auch ganz gut. Ich kann aber den Teufel gut verstehen, dass er davon genervt ist!  ;D
Spannend finde ich ja, was Kolbach und Janine Berger verbindet und was sich der Teufel für sie noch so ausgedacht hat.

Ich finde die gesamte Idee des Buches bis jetzt total genial und bin sehr gespannt, wo sich das hin entwickelt. Die Argumentation vom Teufel find ich immer gut nachvollziehbar und ich musste mich schon selber mal wieder zwicken, dass ich mich nicht sogar durch das Buch einlullen lasse!
Dass der Teufel viel weiß, beweist wirklich noch nicht, dass er es auch selber ist. Andererseits ist die Idee, sich komplett zu offenbaren und dann zu sehen, was die Menschen damit machen schon teuflisch gut, dass er doch wieder der sein könnte, der er vorgibt zu sein!  :P ;D Natürlich rechnet niemand damit, dass sich der Teufel in einem kleinen Dorf "outet" und eine Pressekonferenz gibt, aber gleichzeitig glaubt doch eh niemand wirklich, dass es den Teufel höchstpersönlich gibt, oder?  ;)

Ich bin ja sehr neugierig, wo das hinführt.

Die theologischen Dialoge finde ich bis jetzt sehr spannend und die Sicht des Teufels zu Gott, der Erschaffung und auch die Darstellung der Schlange etc. finde ich total faszinierend!

Bin sehr gespannt, wie das noch weitergeht!

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

Originaldibbler

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Kann ich mich anschließen, wobei ich "Schöpfung" statt Kreationismus sagen würde.

Weil du welchen Unterschied zwischen den Begriffen siehst?

Offline foenig

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Hey ihr Lieben,
ich melde mich nun auch mal endlich...

Ich bin im Gegensatz zu euch noch nicht so richtig warm geworden mit dem Buch. Ich vermute, dass es daran liegt, dass es sich um ein Theaterstück handelt. Mir fehlen die Beschreibungen und vielleicht auch die unausgesprochenen Gedanken der Personen. Aber noch habe ich Hoffnung, dass ich mich damit noch anfreunde.

Die Auflistung und die Beschreibung der handelnden Personen am Anfang fand ich sehr lustig geschrieben.
Es gibt eine Auflistung der auftretenden Personen, die mit einem Notfallpsychater und zwei Sanitätern endet. Ich will hoffen, daß der noch vorzustellende Teufel sich nicht als armer Irrer entpuppt.
Darüber habe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht nachgedacht... Ich habe für dieses Theaterstück es einfach so hingenommen, dass der Teufel auch wirklich der Teufel ist. Dass er auch in diesem Theaterstück nur ein armer Irrer sein könnte, ist mir gar nicht in den Sinn gekommen.
Aber ich glaube trotzdem, dass der Notfallpsychiater nicht gerufen wird, sondern scheinbar zufällig vorbei kommt. Er ist nämlich auf der Suche nach einem Patienten. Ich habe das so verstanden, dass ein Patient verschwunden/entflohen ist und nun wieder eingefangen werden muss und dabei helfen wahrscheinlich auch die beiden Sanitäter.

Auch wenn der Teufel mit Abstand den meisten Redeanteil hat, hat er mir inhaltlich noch zu wenig gesagt... Es dauert mir durch die vielen Zwischenkommentare der anwesenden Journalisten einfach zu lange bis die Geschichte in Fahrt kommt. Aber der Teufel selbst hat ja nun zum Glück dem ganzen Einhalt geboten und die lästigen Zwischenrufe untersagt.

Negativ aufgefallen ist mir die Aussage des Teufels auf S. 26+27:
Zitat
Ich habe die Weltgeschichte massiv beeinflusst. Denken Sie nur an all die schönen Kriege, die Wirtschafts- und Bankenkriesen, den Hunger, den Durst, den entfesselten Hass, die Geistenkrankheiten, die vielen untreuen und geplagten Seelen.
Für mich klingt das so, als ob der Teufel an diesen Dingen Schuld ist und der Mensch somit unschuldig ist. Was aber nicht sein kann, da der Mensch einen freien Willen hat und die Dinge selbst verschuldet und für seine Taten verantwortlich ist. Auch wenn er vielleicht vom Teufel verführt wurde, ist der Mensch immer noch selbst daran Schuld, schließlich hätte er auch standhaft bleiben können und der Verführung widerstehen können.
Außerdem ist mir besonders die Erwähnung der Geisteskrankheiten aufgestoßen. Das hört sich fast so an, als ob Geisteskranke vom Teufel besessen wären, so wie man es sich im Mittelalter vorgestellt hat. Das kommt schon sehr nahe an die Vorstellung einer Strafe für böse/schlechte Taten, was mir nicht gefällt.

Die Grundidee mit dem Interview mit dem Teufel finde ich sehr spannend und als aufgeführtes Theaterstück kann ich es mir sehr gut vorstellen!

Viele Grüße
foenig

 

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