Autor Thema: Allgemeine Fragen an Tom Finnek  (Gelesen 1086 mal)

Aldawen

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Hier ist Platz für Fragen an Tom Finnek, die nicht direkt etwas mit dem Buch Gegen alle Zeit zu tun haben.

Offline DevilsAngel

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Hallo,

Also ich hätte da eine frage. Hast du denn die Geschichte eines Buches schon im Kopf bevor du anfängst zu schreiben? Oder entwickelt sich die Story sozusagen beim Schreiben?

LG

Offline Moorteufel

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    • Tom Finnek
Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. In groben Zügen ist die Story im Kopf bereits vorhanden (zumindest der Ausgangspunkt und das Ziel), zudem eine Großzahl der Figuren und natürlich das Ambiente und die Atmosphäre der Geschichte. All das liegt dann ja auch dem Verlag in einem kurzen Exposé vor, auf dessen Grundlage ein Vertrag gemacht wird. Doch nach meinen Erfahrungen entwickelt sich die Geschichte dann während des Schreibens von allein weiter und entfernt sich zugleich vom Exposé (das schlichtweg keine Rolle mehr spielt). Figuren bekommen ein Eigenleben, die nur als Nebenfiguren gedacht waren. Bei den Recherchen stoße ich auf Details, Besonderheiten oder geschichtliche Zusammenhänge, die vorher keine Rolle spielten, sich aber mit einem Mal wunderbar einfügen. Und plötzlich geht das Ganze in eine Richtung, die ich zuvor nicht unbedingt geplant hatte. Die Antwort lautet also: Ja, ich habe die Geschichte vorher im Kopf. Und ja, die Story entwickelt sich beim Schreiben. Und ich als Autor versuche, beides in Einklang zu bringen.
Liebe Grüße
Tom Finnek

Offline DevilsAngel

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Danke für die nette Antwort :)

Offline mamasein2009

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Hallo Tom,

mich beschäftigt eine Frage, was bist Du so für ein Schreiberling?
Setzt Du Dir feste Zeiten, in welchen Du den Bildschirm füllst oder schreibst Du hintereinander weg, auch mehrere Tage am Stück?

LG

Offline Moorteufel

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    • Tom Finnek
Hallo mamasein2009,

das mit dem "hintereinander weg" schreiben ist schon lange her, genauer gesagt: als ich noch keine Kinder hatte und die Nächte zum Tag machen konnte (und umgekehrt). Normalerweise gilt bei mir: Die ersten Morgenstunden, mit dem ersten Kaffee und ohne Frühstück, sind die kreativsten und ergiebigsten. Dann schreibe ich, bis der Kopf leer ist oder sich der Magen meldet (das kann auch erst nachmittags sein). Aber mittlerweile muss ich das mit den Kita- und Schul-Zeiten in Einklang bringen. Allerdings ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich plötzlich in meine Arbeit abtauche, während ich gleichzeitig etwas ganz anderes mache. Denn um zu schreiben, muss man nicht unbedingt den Bildschirm füllen. Mitunter fülle ich einfach nur meinen Kopf, bekomme einen starren Blick, reagiere nicht mehr auf Anreden, und meine Frau sagt dann zu den Kindern: "Papa bastelt!" Die wundern sich natürlich, wie man basteln kann, ohne Bastelmaterial in den Händen zu haben.
Liebe Grüße
Tom Finnek

Offline mamasein2009

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  • Leseverrückte Mama
Danke für die schnelle Antwort. Klar mit Verpflichtungen kommen andere Zeitpläne, wer kennt das nicht  ;)

Also behälst Du das Meiste im Kopf und machst Dir nicht überall Notizen und schreibst alle möglichen Zettel voll?

Offline Moorteufel

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    • Tom Finnek
Nein, ich bin tatsächlich kein Zettelschreiber, sondern behalte alles im Kopf. Zwar gibt es anfangs bei einem Projekt das Exposé, aber alles Weitere muss Platz in den grauen Zellen finden. Auch auf die Gefahr hin, dass ich sie vergesse. Wenn ich die Ideen und Überlegungen ständig niederschreiben würde, wären sie eben aus dem Kopf. Und dann können sie dort nicht weiterreifen. Hört sich komisch an, ich weiß, aber anders funktioniert's bei mir nicht.
Liebe Grüße
Tom Finnek

Aldawen

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Ganz wichtig ist natürlich immer die Frage nach dem nächsten Projekt. Bleibt es wieder bei London? Und unabhängig vom Ort: welche Zeit wird es werden? Kannst Du schon etwas verraten?

Offline illy

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Wo ich da gerade vor mich hin spekuliere... was denkt man sich als Autor eigentlich dabei?
Freut man sich eher, wenn die richtige Vermutung geäussert wird oder wenn der Leser völlig auf Abwegen unterwegs ist?
Sind die (falschen) Fährten eigentlich absichtlich gelegt, ergibt sich das einfach so beim Schreiben oder fragt man sich, wie zum Teufel diese abstruse Idee beim Leser entstehen konnte?  ;D

Offline Moorteufel

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    • Tom Finnek
Ganz wichtig ist natürlich immer die Frage nach dem nächsten Projekt. Bleibt es wieder bei London? Und unabhängig vom Ort: welche Zeit wird es werden? Kannst Du schon etwas verraten?

Ja, es wird einen weiteren London-Roman geben, um die geplante Trilogie abzuschließen. Diesmal geht es ins Londoner East End des Jahres 1888, und wieder wird es einen Ingram als Hauptfigur geben. Zum Inhalt möchte ich noch nichts verraten, nur so viel: obwohl Jack the Ripper im ereignisreichen Jahr 1888 nicht ignoriert werden kann, wird es kein Ripper-Roman sein. Erscheinen soll der Roman im Herbst 2013.
Liebe Grüße
Tom Finnek

Offline Moorteufel

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    • Tom Finnek
Wo ich da gerade vor mich hin spekuliere... was denkt man sich als Autor eigentlich dabei?
Freut man sich eher, wenn die richtige Vermutung geäussert wird oder wenn der Leser völlig auf Abwegen unterwegs ist?
Sind die (falschen) Fährten eigentlich absichtlich gelegt, ergibt sich das einfach so beim Schreiben oder fragt man sich, wie zum Teufel diese abstruse Idee beim Leser entstehen konnte?  ;D

Die meisten falschen Fährten sind als solche gelegt, manchmal wird von den LeserInnen aber etwas hineininterpretiert, was ich so gar nicht beabsichtigt hatte. Was natürlich immer sehr spannend für mich ist. Ob die LeserInnen sich irren oder auf der richtigen Fährte sind, ist für mich nicht so entscheidend. Ich versuche meine Romane immer so zu schreiben, dass sie auch beim zweiten Lesen (mit dem Wissen der Auflösung) noch funktionieren. Wenn ihr mir auf die Schliche kommt, ist mir das also völlig recht ;-)
Liebe Grüße
Tom Finnek

Offline mamasein2009

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  • Leseverrückte Mama
Steht die Leipziger Buchmesse dieses Jahr auf Deinem Veranstaltungsplan?
Damit ich weiß, ob ich das Buch miteinpacke, um ein Signum zu  ergattern  8)

Danke nochmal für das Buch, es war mir ein Vergnügen!

Offline Moorteufel

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    • Tom Finnek
Die Leipziger Buchmesse ist eigentlich fest eingeplant, allerdings gibt es am Lübbe-Stand keine offizielle Veranstaltung und meine Termine in der Woche sind sehr komprimiert, sodass ich leider noch nicht sagen kann, an welchem Tag es mich nach Leipzig verschlägt. Aber das mit dem "Signum" ließe sich womöglich auch anders organisieren, z. B. auf einem Autorenfoto o. Ä., das sich leicht (ohne Bücher-Ballast) verschicken lässt ;) ...
Liebe Grüße
Tom Finnek

 

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