Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 1882 mal)

Offline Heimfinderin

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Über eine Rezension auf Literaturschock.de würde sich Steffi sicher freuen: Fatale Bilanz. Eine zusätzliche Anmeldung ist dafür nicht nötig
Liebe Grüße
Barbara

Offline Melanie_J

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Hier ist der Link zu meiner Rezi auf meinem Blog: http://mels-buecherblog.blogspot.de/2012/09/fatale-bilanz-von-stefanie-ross.html

Eine tolle Leserunde (Kompliment an Steffi, die sich sooo wacker geschlagen hat *Fanschild hochhalt*) und ein supertolles Buch  :buchtipp: . Ich bin froh, dass ich mir das Buch geholt habe, ich hätte es mir sonst nie verziehen ;)

sternchen28

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Auch wenn ich eigentlich hier nur "stiller" Leser war, will ich Euch meine Meinung nicht vorenthalten:

Der Autorin Stefanie Ross ist es mit diesem Buch gelungen, ein Meisterwerk abzuliefern. Ihr gelingt es von der ersten Sekunde, von der ersten Seite an, den Leser in ein spannendes Abenteuer voller Dramatik, Action aber auch viel Gefühl.

Fangen wir bei der Geschichte an: fesselnd, glaubhaft, durchstrukturiert und dabei voller überraschender Wendungen und Ereignissen, mit denen der Leser in dem Moment genau so nicht rechnet. Man merkt hierbei, dass die Autorin weiß von was sie schreibt, dass sie sich im Bankenwesen auskennt und sich mit der Polizeiarbeit und weiterer Akteure stark auseinander gesetzt hat.

Wohl genau aus dem Grund ist die ganze Geschichte auch sehr glaubhaft und daher gut nachvollziehbar. Sehr gut finde ich auch, dass die Spannung immer gehalten wird und das ganze Buch über nicht abflacht. Das durchzuziehen gelingt nicht jedem Autor.

Das Thema ist in meinen Augen nach wie vor sehr aktuell und gerade durch die Zusammenarbeit mit anderen „Diensten“ teilweise ein heikles Thema. Aber die Autorin hat es gekonnt umgesetzt und zu all der Action und Spannung kommt eine gute Portion Liebe und Freundschaft. Einmal gut durchgeschüttelt und die Mischung ist perfekt.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und von einer guten Portion Humor durchsetzt. So manches Mal habe ich bei den Wortwechseln der Protagonisten schmunzeln oder so gar lachen müssen.

Die eher unkonventionelle Zusammensetzung des Ermittlerteams und deren Freunde hat mir beim Lesen super viel Spaß gemacht. Die Charaktere sind so wunderbar echt, so lebensnah, das man das Abenteuer gern mit ihnen durchsteht und alle gern näher kennen lernt. So sind sie durchweg alle sympathisch – bis auf die Bösen natürlich – und was das Beste ist, sie entwickeln sich weiter. Natürlich entwickelt man zu seiner speziellen Lieblingsfigur eine besondere Beziehung, erlebt alles mit ihm und bangt ob alles gut geht. Mir erging es da nicht anders, wobei mir nicht ganz klar ist, welcher der Hauptcharaktere mein Liebling ist – die Entscheidung fällt sehr schwer.

Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war das Setting. Ich war gerade erst in Hamburg und kannte einige wenige der Schauplätze. Aber auch die Eigenarten der Hamburger und der Begebenheiten in Hamburg sind gut geschildert. Detailreich und genau, so dass man auch die Gebäude vor sich gesehen hat.

Für mich war das ein rundherum sehr guter, durchdachter und absolut Lesenswerter Hamburg-Krimi. Wer also einen gut durchdachten und recherchierten Krimi lesen will: Zugreifen! Wer Lust hat auf einen guten regionalen Krimi hat: Zugreifen! Und wer eine gute Mischung aus Action, Spannung und einen Schuss Romantic sucht auch dem empfehle ich: Zugreifen!!

Ich vergebe für diesen Krimi   :buchtipp:  und bin froh, dass ich mit diesem Buch mein persönliches „Buch des Jahren 2012“ im Bereich Krimi gefunden habe.
« Letzte Änderung: 12. September 2012, 14:43:43 von sternchen28 »

Offline Melanie_J

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Da ich mir nicht sicher bin, noch einmal der ganze Text meiner Rezension:


FATALE BILANZ von Stefanie Ross

Verlag: Sutton Verlag
Erschienen: Juli 2012
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 342

Inhalt:
Schüsse peitschen über den Hamburger Rödingsmarkt. Ein Scharfschütze nimmt den Bankmanager Joachim Kranz und die herbeieilende Polizei aufs Korn. Doch er verschwindet spurlos, ohne jemanden zu verletzen.

Sven Klein vom Wirtschaftsdezernat des Hamburger LKA übernimmt den Fall auf Geheiß des Polizeipräsidenten und stößt auf mehr Fragen als Antworten. Warum bleib Kranz so merkwürdig unbeteiligt? Und warum leugnet er strikt, dass er oder die Bank Feinde haben könnten, obwohl jeder Befragte schon beim Namen Kranz mit den Augen rollt?

Als die Bank in Verdacht gerät, als Deckmantel für die Finanzierung von Al-Qaida zu dienen, wird Klein richtig neugierig. Da spielen die Dienstvorschriften keine so große Rolle mehr – bis die Ermittler selbst ins Fadenkreuz der Terroristen geraten …

Rezension:
In der Hamburger Innenstadt wird Joachim Kranz, Manager der Hamburger Bank, unter Beschuss genommen. Doch der Schütze hat es anscheinend nicht darauf abgesehen, Kranz oder die Polizisten zu verletzen, die dazugekommen sind. Die Ermittler tappen im Dunkeln, doch sobald sie sich in der Bank umhören, wird ihnen klar, dass hinter Kranz mehr steckt.
Sven Klein, Hauptkommissar des LKAs, übernimmt den Fall, weil er gerade nicht ganz ausgelastet sein soll, doch bald ist ein Zusammenhang zwischen Kranz und den anderen Ermittlungen von Sven zu sehen.
Die Wirtschaftsprüfer Dirk und Mark finden schnell heraus, dass die Hamburger Bank Geld verdeckt an die Al-Qaida liefert, doch der ausschlaggebende Beweis fehlt ihnen noch, um den Machenschaften ein Ende zu bereiten. Da passt es eigentlich ganz gut, dass Dirks Frau – die sehr energiegeladene Alex – in der Bank gearbeitet hat und sich dort bestens auskennt.
Ohne Svens Wissen begeben sich die drei auf einen Weg, der nicht ganz gesetzlich vorgeschrieben ist. Dabei erregen sie jedoch die Aufmerksamkeit der Terroristen und befinden sich in unmittelbarer Gefahr.

FATALE BILANZ ist mein erster Krimi, doch weil ich so begeistert von Stefanie Ross‘ LUC war, musste ich dieses Buch einfach lesen. Und ich bin nicht enttäuscht worden.
Schon der Prolog nimmt den Leser sofort in den Bann, denn man fängt schon an zu grübeln, was der Fall der Mutter mit dem jetzigen Fallen (der 11 Jahre danach spielt) auf sich hat. Sozusagen kann das Rätselraten und Mitfiebern dann schon beginnen, denn man muss nicht lange warten, bis es zu den Schüssen auf den Rödingsmarkt kommt. Man ist sofort mittendrin und wird mit Sven Klein, der Hauptkommissar des LKAs vertraut gemacht. Mir persönlich war er von Anfang an sympathisch und die kleine Romanze, die sich zwischen ihm und Britta, der Freundin von Alex, anbahnt, keinesfalls zu schnell, wenn man bedenkt, dass es 1. kein Romantic-Thrill ist und 2. die Liebesgeschichte keinesfalls im Mittelpunkt steht, sondern der Kriminalfall.
Auch haben es mir Dirk, Mark und Alex nicht gerade leicht gemacht, sie nicht zu mögen. Alex ist sehr impulsiv und hat anscheinend vor nichts Angst (was nur augenscheinlich so ist) und obwohl sie Dirk (und alle anderen Männer) ziemlich oft auf die Palme und an den Rand des Wahnsinns bringt, mischt sie die Männer doch ordentlich auf und zeigt, dass sich auch Frauen behaupten können. Da passt der Vergleich mit Lara Croft sehr gut.
Zu Mark: Weil ich ja hier nichts verraten will, sage ich hier NICHT seinen Nachnamen, sonst würden hier einige sofort alles wissen und man muss die Spannung ja waren, aber eins ist gesagt. Er wurde von Seite zu Seite immer mehr mein Liebling, auch wenn er sehr mysteriös am Anfang war, berechtigt. Auch das Dreiergespann um Mark, Dirk und Alex kann sich zeigen lassen und auch als Sven dazukommt, bleibt es spannend.
Das Ganze in der Region um Hamburg zu veranstalten, zeigt, dass auch Deutschland durchaus ein toller Schauplatz sein kann.

Alles in allem überaus empfehlenswert, auch für diejenigen, die noch nie einen Krimi gelesen und ein paar Berührungsängste mit dem Genre haben. Spannung pur, von der ersten bis zu letzten Seite und an Überraschungen fehlt es auch nicht. Eine schlüssig erzählte Geschichte, die vor allem auch die Fans von LUC begeistern wird. Für diejenigen, die LUC noch nicht gelesen haben, es aber wollen, würde ich raten, erst den Hamburg-Krimi zu lesen und dann LUC. Das wird sicher genauso Spaß machen, als andersherum.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es mit den Hamburger Ermittlern in der nächsten Zeit weitergeht und freue mich auf Fortsetzungen.

Herzen: 5 von 5

Offline Dani

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Der Schreistil

Bei mir es wahrscheinlich nicht gerade ein Buchtipp - aber zum Schreien fand ich es nun auch nicht  :totlach:
Liebe Grüße
Dani

sternchen28

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tolle Rezi Melanie :-) Danke dafür   :-*
« Letzte Änderung: 12. September 2012, 16:31:57 von sternchen28 »

Offline SteffiR

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Lieben Dank an euch Beide  :-* Ich freue mich sehr, dass die Hamburger Jungs bei euch so gut angekommen sind  :) und vor allem, dass Mark euch noch überraschen konnte  :D
The only easy day was yesterday!

Offline Dani

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Zum Buch:
Tatort Hamburg. Der Bankmanager Kranz wird von einem Scharfschützen ins Visier genommen. Offensichtlich hat der Täter allerdings nicht die Absicht, Kranz zu töten, denn vor den Schüssen geht eine anonyme Meldung bei der Polizei ein und es wird auch niemand verletzt. Es spricht einiges dafür, dass der Schütze absichtlich daneben gezielt hat, doch was steckt hinter der Sache? LKA Ermittler Sven Klein übernimmt den Fall und stößt schnell auf einige Personen, die Kranz nicht wirklich wohlgesonnen sind. Unter anderem dessen ehemalige Angestellte Alex, zu deren Freundin Britta sich Sven auf den ersten Blick sehr hingezogen fühlt.

Gleichzeitig ermittelt Alex Mann Dirk als Wirtschaftsprüfer gemeinsam mit einem amerikanischen Kollegen und dabei stoßen sie auf einige Ungereimtheiten ausgerechnet in der Bank, in der Kranz arbeitet und die sogar auf eine Verbindung der Bank mit Al-Quaida hindeuten.

Und was hat all dies mit den Ereignissen vor 11 Jahren zu tun, als eine junge Frau mit ihrem Kind auf dem Heimweg überfallen wurde?

Über mangelnde Action kann man sich als Leser hier sicherlich nicht beklagen. Das Buch wird vom Verlag als Regionalkrimi eingeordnet, das Etikett Thriller würde meiner Meinung nach besser passen.

So wirken die reichlich aufgezählten Orts- und Straßennamen auch mich eher wie ein Versuch, einem Wirtschafts- und Terrorismus-Thriller einen regionalen Anstrich zu verpassen. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Süddeutsche weit entfernt von Hamburg bin, aber andererseits kenne ich auch norddeutsche Regionalkrimis, in denen mich die Beschreibungen der Gegend neugierig gemacht haben und ich mir die Landschaft und Städte gut vorstellen konnte – hier hatte ich eher das Gefühl, einem Navigationsgerät zu folgen. Zum Glück wurde das in der zweiten Hälfte des Buches besser, aber ich war wirklich schon versucht, es ganz zuzuklappen und sein zu lassen.

Ein weiteres Problem hatte ich leider mit den handelnden Personen an sich. Ich habe einige Zeit gebraucht, um sie überhaupt gedanklich zu sortieren, aber auch danach blieben sie für mich größtenteils eher blass und ihre Handlungen und Gefühle nur schwer nachvollziehbar, egal ob es um eine sich rasant entwickelnde Liebesbeziehung ging oder um das ziemlich selbstverständliche Einbeziehen von Zivilisten in Kampfhandlungen. Erstaunlich fand ich auch die Fähigkeiten, die einige der Figuren da im Laufe des Buches enthüllen: offensichtlich habe ich ein völlig falsches Bild von Wirtschaftsprüfern und Bankangestellten!

Die eigentliche Handlung fand ich für die wenigen Seiten recht komplex. Ebenso wie bei den Personen hätte ich mir hier teilweise etwas mehr Informationen erwünscht, denn so blieb zumindest für mich immer wieder unklar, wie die genauen Hintergründe sind und wer gerade mit wem wie zusammenhängt.

Obwohl ich eigentlich sehr gerne Krimis und Thriller lese und mich so gut wie nie ins Genre "Romantic Thrill" verirre, hat mir "Luc von der Autorin viel besser gefallen, "Fatale Bilanz" hingegen konnte mich leider gar nicht überzeugen.

Zur Leserunde:
Ich finde es in einer autorenbegleiteten Leserunde immer besonders schwer, wenn mir ein Buch nicht gefällt. Einerseits stehe ich zu meiner Meinung, andererseits möchte man den Autor natürlich auch nicht verletzen. Das ist dann manchmal eine Gratwanderung...
Steffi, vielen Dank dafür, dass du die Kritik hier so souverän aufgenommen hast!
Und an alle anderen natürlich ein Danke für die ganzen spannenden Diskussionen!
Liebe Grüße
Dani

Offline Rosenprinzessin

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Auch meine Rezi ist fertig:


Zum Buch...

Auf den Bankmanager Joachim Kranz wird geschossen. Er bleibt unverletzt, und es hat auch ganz den Anschein, dass der Schütze ihn gar nicht wirklich treffen wollte. War es nur eine Warnung? Eine Drohung?
Sven Klein vom Hamburger Landeskriminalamt übernimmt die Ermittlungen. Bald stellt sich heraus, dass der Fall große Dimensionen annimmt und außerdem irgendwie verknüpft zu sein scheint mit einem anderen Fall, der sich vor 11 Jahren zugetragen hat...

Meine Meinung

Der Krimi, der meiner Meinung nach eher als Thriller eingestuft werden sollte, fängt stark und spannend an. Eine junge Ärztin wird überfallen. Was passiert mit ihr? Wird sie entführt, ermordet,...? Und was geschieht mit ihrer Tochter, die beim Überfall dabei war? All das erfährt der Leser anfangs nicht, und mich hat das sehr neugierig gemacht. Ich wollte unbedingt wissen, was die Ärztin mit den aktuellen Geschehnissen zu tun hat!
Der eigentliche Krimi/Thriller spielt nämlich 11 Jahre nach dem Überfall auf die Ärztin und geht zunächst in eine ganz andere Richtung. Auf einen Bankmanager wird geschossen, doch er nimmt den Vorfall recht gelassen hin. Hat er etwas zu verbergen?
Und was haben die Wirtschaftsprüfer Dirk und Mark mit dem Fall zu tun?
All das erfährt der Leser nach und nach, doch wenn ich ehrlich bin, war mir die Geschichte manchmal zu verworren und es ging alles viel zu schnell.
Auch waren mir hier zu viele Begebenheiten zu unglaubwürdig und unrealistisch. Ich konnte einiges nicht nachvollziehen und mich viel zu oft nicht in die Figuren hineinversetzen. Das ist schade, denn je näher ich einer Figur komme, desto mehr nimmt mich auch die Geschichte gefangen.
Hier muss ich leider sagen, dass mein Interesse immer mehr nachließ statt zuzunehmen.
Trotzdem: Ungefähr 3/4 des Buches hat mich gut unterhalten, das Ende war leider für mich dann nicht mehr wirklich interessant.

Zur Leserunde:

Hier kann ich mich Spatzi79 anschließen. Auch mir ist es unangenehm, wenn mir in einer Leserunde ein Buch nicht so gut gefällt. Ich schreibe lieber etwas Positives, möchte aber doch auch ehrlich bleiben.
Trotzdem hat mir die Leserunde natürlich viel Spaß gemacht, und auch das Buch hat mir ja durchaus gefallen - anfangs sogar sehr! Nur zum Ende hin halt leider immer weniger...  :(
Aber ich möchte mich noch herzlich bei allen bedanken! Es war wieder sehr schön mit Euch!  :)
Lesen aus Leidenschaft

Offline Delena

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Zum Buch

Die Polizei erhält einen anonymen Hinweis, am Ort des Geschehens angekommen eröffnet ein Scharfschütze das Feuer auf den Bankmanager Kranz. Weder er noch die Polizisten werden verletzt, offenbar wollte der Schütze niemanden treffen.
11 Jahre zuvor wird eine Ärztin auf dem Nachhauseweg überfallen. Hat sie überlebt, was ist mit dem Kind passiert und in welchem Zusammenhang steht diese Tat mit den Schüssen am Hamburger Rödingsmarkt?
Sven Klein, Mitarbeiter beim LKA, ist leitender Ermittler. Seine Nachforschungen führen ihn unter anderem in die Bankenwelt und zu Al Quaida.

Meine Meinung

Angekündigt wurde das Buch als Regionalkrimi. Da die Story in meiner Heimatstadt spielt, fühlte ich mich besonders angesprochen und war gespannt.
Insgesamt ist "Fatale Bilanz" wohl eher als Thriller zu bezeichnen, da viel Tempo und Action vorhanden sind. Welchem Genre das Buch angehört, ist mir eigentlich völlig egal, Hauptsache mir gefällts. Das kann ich hier aber nicht uneingeschränkt behaupten.

Mich störten zum Einen die häufige Aneinanderreihung von Strassennamen, Autobahnabfahrten und ähnlichem. Das Ganze war zwar sehr gut recherchiert, ich kenne alle Örtlichkeiten, trotzdem hat mich das beim Lesen gestört. Zum Anderen habe ich zu den Charakteren keinen Bezug gefunden. Die Personen und deren Beziehungen zueinander, egal ob private oder dienstliche, wurden für meinen Geschmack nicht eingehend genug herausgearbeitet, sodass ich gelegentlich nachdenken musste, wer denn nun mit wem u.s.w.. Reaktionen der Personen kamen plötzlich und zu überraschend ohne weiteren Hintergrund. Auffallend war auch, dass Bankangestellte und Wirtschaftsprüfer perfekt im Umgang mit Waffen sind und auch sonst manchmal zu perfekt gefährliche Situationen meistern.
In die Personen konnte ich mich nicht hineinversetzen. Dadurch hat das Buch bei mir insgesamt auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Fall war zwar spannend und das Buch schön flüssig zu lesen. Mitgerätselt, wer nun hinter der ganzen Sache steckt, habe ich allerdings nicht, das war mir schon nach der Hälfte des Buches ziemlich egal.

Zur Leserunde

Ich kann mich Spatzi 79 und Rosenprinzessin nur anschliessen.
Eine autorenbegleitete Leserunde in der das Buch nicht meinen Geschmack trifft, finde ich unangenehm, trotzdem möchte auch ich ehrlich bleiben. Es gibt ja auch durchweg positive Meinungen anderer Mitleserinnen.
Vielen Dank an alle, auch für die Moderation, man liest sich  :winken:
« Letzte Änderung: 16. September 2012, 19:17:12 von Delena »
Liebe Grüße
Claudia

Offline Roland Spranger

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INHALT:
Nachdem auf einen Bank-Manager geschossen wurde, ermittelt das Hamburger LKA. Schnell wird klar, dass mehr dahinter steckt. Die Hamburger Ermittler stehen einer Verschwörung zur Geldwäsche für Al-Qaida gegenüber und geraten schnell selbst ins Fadenkreuz der Terroristen. Da erhalten sie Hilfe von professioneller Seite...

Aber zu aller erst hat die Story einen Prolog, der es in sich hat, und der einen lange Zeit rätseln lässt...

KRITIK:
„Fatale Bilanz“ von Stefanie Ross wird vom Verlag als Regionalkrimi verkauft – vermutlich kommt es deshalb zu einer Vielzahl von Straßennennungen in und um Hamburg. Man könnte die Schauplätze gut mit dem Buch in der Hand abfahren, aber leider werden viele der Handlungsorte nicht atmosphärisch aufgeladen – obwohl die Autorin durchaus die Möglichkeiten dazu hat (wie beispielsweise die spannende Beschreibung eines Container-Terminals zeigt).

Viel mehr als ein Regionalkrimi ist das Buch in die Sparte Spionage- bzw. Action-Thriller einzuordnen, denn schnell geht es um Verschwörungen, Terrorismus sowie Geheimdienst- und Special-Force-Aktivitäten als Gegenoffensive. Dabei folgt Stefanie Ross eher der Tradition eines Tom Clancy als eines John le Carré. Es gibt wilde Hubschrauberritte, gewagte Geiselbefreiungen und flotte Autoverfolgungsjagden. Gerade in den Action-Szenen nimmt das Buch die nötige Fahrt auf und bietet reichlich Spannungsmomente. Ein realistisches Bild vom Einsatz hochspezialisierter Spezialeinheiten darf man allerdings schon deshalb nicht erwarten, weil die Navy-Seals allzu leichtfertig emotional aufgewühlten Zivilisten eine direkte Beteiligung an den Einsätzen erlauben. Professionell geht anders. Anscheinend schließen die Seals die beteiligten  Hamburger Damen und Herren so ins Herz, dass sie sie künftig als Maskottchen überall mit hin nehmen. Kann man verstehen. Tatsächlich sind die Figuren sehr sympathisch und man bleibt an ihrem Schicksal interessiert, obwohl es sich die Autorin in der Figurenzeichnung gelegentlich zu einfach macht: Neben gut ausgearbeiteten Protagonisten stehen andere, die direkt aus der Action-Kracher-Stereotypen-Sammlung kommen. Und auch die Beziehungen unter den Akteuren entwickeln sich gelegentlich zu ruckartig und unglaubwürdig.

Dem gegenüber steht eine komplexe, spannende Handlung, die die Autorin immer im Griff behält. Insbesondere die nicht immer einfach zu schildernden wirtschaftlichen Zusammenhänge beschreibt sie mit leichter Hand so, dass sie auch einem Laien jederzeit gut verständlich sind. Überhaupt: Insgesamt fällt auf, wie gut „Fatale Bilanz“ recherchiert ist. In diversen Bereichen (Waffen, Afghanistan, etc.) ist Stefanie Ross eine echte Expertin. Die Handlung steuert ab einem gewissen Zeitpunkt straight auf einen sehr packenden Spannungshöhepunkt zu, nachdem ich persönlich das Buch zügig beendet hätte. Die nachfolgenden Bonus-Szenen sind eigentlich für das Buch überflüssig – wurden aber vermutlich bereits in Hinblick auf die geplante Serie eingefügt (sie dienen in erster Linie der weiteren Figurenzeichnung).

EMPFEHLUNG:
Lesenswert insbesondere für Freunde von Action-Thrillern im Stile eines Tom Clancy sowie für Fans von SEAL-Romance-Romanen. Auch alle, die sich gerne auf Verschwörungsgeschichten einlassen, sollten einen Blick ins Buch werfen.

« Letzte Änderung: 17. September 2012, 13:43:18 von Roland Spranger »

Offline SteffiR

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    • Stefanie Ross
Natürlich macht auch einem Autoren eine Leserunde mehr Spaß, wenn das Buch ‚ankommt’. Aber mit Kritik kann ich leben und akzeptiere es absolut, dass Geschmäcker unterschiedlich sind. „Feedback ist ein Geschenk“ heißt es nicht umsonst und so habe ich wertvolle Anregungen für die Überarbeitung von Band 2 bekommen  :). Allerdings raucht mir deshalb ein wenig der Kopf, weil ich bei Fahrten durch die Großstadt oder über die Autobahn so meine Probleme mit der Atmosphäre habe *winke zu Roland*. Aber dennoch weiß ich schon mal, was ich an den Stellen nicht schreiben werde  ;D.

Wenn Kritik nachvollziehbar und begründet ist, ist doch alles in Ordnung *winke unter anderem zu Rosenprinzessin*. Allerdings möchte ich auch ehrlich bleiben  :). Ich habe während der Leserunde das Gefühl gehabt, dass mein Buch aus welchen Gründen auch immer zwischen zwei extreme Fronten geraten ist  :o. Stellenweise haben kritische Punkte eine Dynamik und eine Bedeutung entwickelt, die ich nicht nachvollziehen kann. Dies war übrigens nicht nur mein Eindruck. Aber noch mal ganz klar: Die meisten kritischen Punkte waren schon gerechtfertigt. Aber da ich ja schon vor der Leserunde einiges an Feedback bekommen habe, hätte ich hier eigentlich auf eine statistische Normalverteilung von pro und contra gehofft  ;).

Umso dankbarer bin ich den Teilnehmern *winke unter anderem wieder zu Roland*, die Abschnitte trotz durchaus ähnlicher oder gleicher Kritikpunkte insgesamt differenzierter und auch vollständiger und damit für mich viel hilfreicher kommentiert haben. Lieben Dank dafür! Ich würde nun, wo es zu spät ist, sonst was dafür gegeben, wenn ich zwei Sätze zu Alex’ Vater drin gelassen hätte  >:(. Der war Jäger, deshalb konnte sie mit Waffen umgehen. Ich wäre ohne euch gar nicht auf die Idee gekommen, dass ihre Fähigkeit, eine Waffe zu entsichern und aus kürzester Distanz (nicht) zu treffen etwas Besonderes ist. So betriebsblind ist man manchmal  :-\. Auf solche Kleinigkeiten werde ich - dank euch - zukünftig genauer schauen.

Zum Abschluss noch eine persönliche Anmerkung: Ich finde es vom Verlag ganz super, dass er die Freiexemplare zur Verfügung gestellt hat, und habe die Zeit gern investiert bzw. investiere sie weiterhin  :). Es wäre aber schon eine sehr nette Geste, mit dem „Verscherbeln“ der Freiexemplare zu warten, bis die Leserunde offiziell zu Ende ist und das nicht schon mitten drin anzuleiern. Das hat schon eine - ich nenne es mal vorsichtig: merkwürdige Außenwirkung. Natürlich ist es danach völlig eure Sache, was ihr mit den Büchern macht  :)
The only easy day was yesterday!

Offline Heimfinderin

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So, hier kommt auch  mein Fazit:

Meine Meinung
Was mit dem Zusatz „Ein Hamburg-Krimi“ einen typischen Regionalkrimi erwarten lässt, entpuppt sich schon bald als temporeicher Thriller, der mehr mit filmreifen Actionszenen, als kriminalistischen Ermittlungen aufwartet. Ich persönlich lese beides gerne, nur sollte man mit entsprechenden Erwartungen an das Buch herangehen. Umfangreiche Untersuchungen und Befragungen findet  man hier weniger, denn es klärt sich für die Protagonisten vieles ohne direktes Miträtseln durch den Leser. Auch blieben für mich die genauen Zusammenhänge der Terroraktionen doch im Hintergrund und das Wie, Warum und Wer mit Wem etwas diffus. Einzig die Verbindung des im Prolog beschriebenen Überfalls zum Rest des Geschehens bot für mich Stoff zum Grübeln.

Die rasanten Actionszenen dagegen sind das Plus dieses Krimis. Sie erinnerten mich häufig an bekannte Krimiserien wie NCIS, 24 und The Unit. Wer diese Filme kennt, kann sich gut die Stimmung vorstellen, die hier beim Lesen erzeugt wurde. Rasante Verfolgungsjagden auf der Autobahn, Schießereien im Hafen,  Hubschraubereinsätze, Rettungsaktionen und eine Folterszene. Dazu viele lockere Sprüche, Kabbeleien und mit den SEAL-Agenten ein paar gut aussehende Jungs mit Ausstrahlung. Alles sehr filmreif und spannend, aber wie im Film üblich auch etwas überzogen. Aber gerade das macht ja auch den Spaß dieser Art Action-Szenen aus, deshalb schaut (oder liest) man sie ja gerne, so auch ich.

Zu überzogen war mir hier allerdings die recht unrealistische Einbeziehung von Zivilisten und deren, nach meinem Empfinden doch sehr außergewöhnlichen Fähigkeiten, wie Schusswaffengebrauch und sonstigen Aktionen, für die die Profis normalerweise lange ausgebildet werden, die aber hier von Zivilisten ohne viel nachzudenken einfach gemacht werden und dabei auch noch von Erfolg gekrönt sind. Da ist es mir doch lieber, die Profis machen ihr Ding und stehen nicht am Ende fast schlechter da, als die Laien. Das mag ich nicht so gerne und geht mir zu sehr in den Fantasy-Bereich und auch dort mag ich es schon nicht, wenn ein einfacher Junge plötzlich mehr Kraft hat als ein Magier, um mein Gefühl dazu etwas zu verdeutlichen. Das hat mir leider phasenweise den Spaß auch wieder etwas genommen. Und leider hatte ich auch oft Probleme mit der Beschreibung einzelner Protagonisten, die häufig sehr sprunghaft, aber für mich nicht immer nachvollziehbar in ihren Emotionen und ihrem Verhalten waren.

Es gibt noch ein paar Dinge, wie z. B. die zu häufige Aufzählung reiner Straßennamen und das etwas arg auffällige Umgehen von Strafgesetzen oder Vorschriften, aber auch, wenn sich das nun insgesamt recht negativ anhört, so haben es die Actionszenen doch immer wieder geschafft, dass ich am Ball geblieben bin und doch insgesamt auch viel Spaß an dem Buch hatte. Mit dem Wissen, dass sich einige Kritikpunkte bezüglich der Protagonisten im nächsten Teil nicht mehr wiederholen werden, kann ich  mir gut vorstellen, es noch einmal mit der Truppe zu versuchen.

Zur Leserunde
Sicher ist es einfacher und schöner, wenn in einer Leserunde alle Teilnehmer nur Begeisterung und Lob für das Buch empfinden. Doch da die Geschmäcker nun mal verschieden sind, kann es auch vorkommen, dass sehr konträre Meinungen aufeinander prallen, wie es hier der Fall war. Alle diese Meinungen haben aber ihre Berechtigung und ich danke allen Teilnehmer, dass sie sachlich und begründet ihre Empfindungen dargelegt haben, die auch immer jeweils von allen akzeptiert werden sollten, ob sie nun der eigenen Meinung entsprechen oder nicht.

Ganz besonders danke ich dir, Steffi, dass du uns so nett begleitet hast  und mit uns so souverän über dein Buch diskutiert hast, auch wenn die Kritik mal gehäufter kam.   :-*
Liebe Grüße
Barbara

Offline ChrischiD

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Zum Buch:
Joachim Kranz, Bankmanager in Hamburg, ist ein Mensch, den eigentlich niemand wirklich mag. Doch als auf ihn geschossen wird, muss natürlich dennoch ermittelt werden. Es scheint allerdings, als sei der Schütze über alle Berge, ohne auch nur den kleinsten Hinweis hinterlassen zu haben. Sven Klein, der mit dem Fall betraut ist, bildet sich schnell sein eigenes Urteil über den Mann. Gleichzeitig gerät Kranz' Bank in Verdacht, mehr als nur ein kleines Geheimnis zu haben. Wirtschaftsprüfer sitzen Tag und Nacht an der Sache, um herauszufinden, was wirklich läuft. Dabei entgeht allen Beteiligten beinahe, dass sich schon längst etwas zusammengebraut hat...

Es ist immer schwierig, einen Regionalkrimi für jedermann interessant und spannend zu gestalten. Wenn man sich in der besagten Gegend nicht auskennt, ist es manchmal schwierig, sich direkt zurechtzufinden. So auch hier ein bißchen, aber das vergeht schnell, schon alleine durch die geballte Ladung Action, die ziemlich früh bereits an den Tag gelegt wird. Man kann auch eigentlich gar nicht mehr von Krimi sprechen, Thriller würde es hier wohl eher treffen.

Sehr spannend und lebendig wird das Geschehen geschildert. Es fällt sehr leicht, sich in die Geschichte als solche hineinzufinden und sie zu verfolgen. Auch wenn verschiedene Handlungsstränge immer mal wieder ausbrechen und einen scheinbar anderen Weg gehen, so werden sie doch immer wieder zusammengeführt, so dass sich am Ende ein einziges, großes Gesamtbild ergibt.

Bei den Charakteren werden sich die Geister scheiden, es gibt mehr und weniger sympathische Typen. Es wäre auch langweilig, wenn man immer gleich alle Personen mögen würde, dann gäbe es keine Abwechslung und so richtig einlassen auf das Erzählte kann man sich dann auch nicht. Somit ist es schon ganz gut, dass es hier klare Sympathieträger gibt und solche, die sich erst noch beweisen müssen. Da es sich hier um den ersten Fall für Sven Klein handelt, hat man außerdem die Hoffnung, die wichtigsten Figuren im nächsten Band wiederzutreffen und weiter verfolgen zu können, wie sie sich entwickeln.

Alles in allem ein absolut ansprechender und gut zu lesender Krimi bzw. Thriller, der nicht nur Fans von Regionalliteratur gefallen wird.


Zur Runde:
Dies war nun meine zweite Runde mit euch und auch diese hat mir wieder sehr viel Freude bereitet. Sinnvolle Diskussionen sind entstanden und konstruktive Kritik wurde geübt. Danke auch an dich, Steffi, dass du die Runde so nett begleitet hast.

 

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