Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 2385 mal)

Offline olschi1978

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Ursula Poznanski-Die Verratenen (Teil 1 )



zum Buch:

Vor langer Zeit wurden die Menschen durch die „lange Nacht“ in Sphärenwelten und Außenwelten getrennt. Ein erbitterter Kampf ums Überleben hat begonnen.

In der scheinbar heilen Welt der Sphären lebt Ria. Umgeben von ihren Freunden und einem System das ihr zwar ein angenehmes Leben bereitet, welches aber unter ständiger Aufsicht geschieht. Sie gört mit ihrem Freund zu einer der besten Schüler der Sphärenwelten.
Eines Tages kommt ihre beste Freundin von einem Ausseneinsatz nicht wieder. Alle sagen dass die gefährlichen Prims, die in der Außenwelt leben das Mädchen kaltblütig umgebracht haben. Ria glaubt auch zunächst daran, bis sie ein Gespräch belauscht, welches eine unglaubliche Verschwörung aufdeckt. Sie selber soll die Hauptfigur in einer Verschwörung sein. Vom Unglauben getrieben, mit unbändigen Lebenswillen zieht sie mit 5 „Freunden“ in ein Abenteuer, welches ohne Ausweg zu sein scheint, immer auf die Antwort wartend auf das „warum“!


Mein Fazit:

Die Verratenen ist der Auftakt zu einer 3-teiligen Dytsopie. Ursula verlässt hier bei ihr gewohntes Terrain um neue Wege zu gehen. Meiner Meinung nach ist ihr das fantastisch gelungen.

Sie erklärt die neue Welt von Anfang an so, dass einem zu jederzeit ein geistiger Film vor Augen abläuft, ja sogar so schön das ich teilweise den Schnee habe riechen können.
Die Protagonisten sind toll ausgearbeitet und ihren Figuren und somit Handlungen entsprechend interessant und glaubwürdig.
Was ich auch sehr toll finde, das die Zukunft besonders die technische Entwicklung, die hier erzählt/beschrieben wird, absolut nachvollziehbar rüber kommt. Es könnte wirklich alles so sein.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und der Spannungsbogen wird während des gesamten Buches sehr gut gehalten.
Das Cover welches mir am Anfang gar nicht gefallen hat, wirkt wenn man es in den Händen hält ganz anders. Zumal im Cover selber ein Teil der Geschichte widergespiegelt wird.

Ich bin schon sehr gespannt auf den 2. Teil und bedanke mich für das Buch sowie für eine wirklich spannende und interessante Leserunde.

Offline ilial

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mein Fazit

Die Welt wie wir sie kennen hat sich durch die "lange Nacht" erheblich verändert. Die Menschen haben sich in zwei Gruppen gespaltet, die Sphärenbewohner und die Aussenbewohner.
In den Sphären leben die Menschen ein recht behütetes leben. Die Aussenweltler leben in Clans und müssen um ihr Überleben kämpfen.
Ria ist eine Sphärenbewohnerin und studiert an einer Akademie. Dort ist sie auf Platz 7 und somit eine der besten. Ihr Leben scheint bis jetzt ruhig verlaufen zu sein, doch das ändert sich, als eine ihrer Freundinnen nicht mehr von einem Außeneinsatz zurückkehrt. Nun nehmen die Geschehnisse ihren Lauf. Durch einen Zufall belauscht Ria ein Gespräch in welchem sie erfährt, dass es eine Verschwörung geben soll. Die Verschwörer werden genannt und sie stellt mit entsetzten fest, dass sie und ein paar ihrer Freunde die Verschwörer sein sollen und schnellstmöglich eliminiert werden müssen.

Als erster Teil einer dreiteiligen Dystopie packt "Die Verratenen" den Leser sofort und zieht diesen in das Geschehen hinein. Durch den Schreibstil von Ursula Poznanzki und der spannenden Geschichte fällt es schwer das Buch zur Seite zu legen. Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben. Eigentlich bin ich nicht der Fan von Ich-Perspektiven, aber mit Ria als Erzählerin kann ich sehr gut leben. Ich konnte ihre Gefühle, Überlegungen und Handlungen größtenteils nachvollziehen, auch wenn ich, an ihrer Stelle vielleicht anders gehandelt hätte. Auch die anderen Figuren wirken echt und es viel mir leicht eine Verbindung aufzubauen.
Ich finde "Die Verratenen" ein unglaublich spannendes Buch, in dem nichts so ist, wie es im ersten Moment erscheint.
Ich freue mich schon auf Band 2 der Trilogie!

Offline Delena

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Und hier auch noch ein paar Sätze von mir zu dem spannenden Buch und der tollen Leserunde  :winken:

Zum Buch

Die Welt im 22. Jahrhundert. Nach der "langen Nacht" ist die Umgebung von einer Eiszeit gefangen und teilt sich in die Außenbereiche und die Sphären auf.
Ria lebt in einer dieser durch eine Kuppel geschützten Sphären und führt ein straff durchorganisiertes Leben. Mahlzeiten werden entsprechend den Bio-Werten individuell ermittelt, Gesichtszüge der Bewohner durch Operationen dem möglichst optimalen Ausdruck angepasst. Durch eine Reihung entsprechend einer "Bestenliste" und den individuellen Fähigkeiten werden besonders geeignete Jugendliche gefördert.
Zufällig erfährt Ria, dass Sie und fünf weitere Jugendliche des Verrats beschuldigt werden und es geplant ist, alle auszuschalten. Ria und den anderen gelingt die Flucht und sie sehen sich der kargen Außenwelt und den Außenbewohnern, den "Prims" gegenüber.

Meine Meinung

Ursula Poznanski hat mit "Die Verratenen" einen gelungenen Auftakt zu einer auf drei Teile angelegten Dystropie geboten. Das Buch liest sich "weg wie nichts". Die Charaktere sind interessant, man findet sich sehr schnell in diese fremdartige Welt hinein. Spannend, wie sich die bisher behüteten Sphärenbewohner, denen bisher jede Entscheidung abgenommen wurde, nach dem Zusammentreffen mit den Außenbewohnern weiterentwickeln und das Leben in den Sphären hinterfragen, denn vieles ist nicht so wie es scheint.
Obwohl es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt, kann man mit dem Ende des Bandes gut zurechtkommen. Es gibt keinen heftigen Cliffhanger, man freut sich einfach nur auf den zweiten Teil.

Zur Leserunde

Viele Teilnehmerinnen und viele Spekulationen und Vermutungen. Es hat riesigen Spass gemacht. Danke an Euch.


Liebe Grüße
Claudia

Offline Kati

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Meine Rezi ... auch auf Amazon, Goodreads, Literaturschock und im großen Bücherforum veröffentlicht.

Ria ist eine Elitestudentin des Sphärenbundes. Ihre Zukunft scheint gut organisiert, denn als Nummer 7 der Rangliste erwartet sie nach dem Abschluss eine gehobene Anstellung. Das Leben unter den künstlichen Kuppeln verläuft geordnet nach strengen Regeln. Die Fähigkeiten der Studenten werden trainiert und gefördert, die Körperfunktionen ständig überwacht und das Essen nach persönlichem Bedarf im Automaten gemixt. Niemanden stört es, die Bewohner kennen diesen Alltag nicht anders. Außerdem sind sie stolz auf ihren künstlichen Lebensraum, denn außerhalb der Sphären gestaltet sich das Überleben nach Einbruch einer schrecklichen Kältewelle sehr viel schwieriger. Als Ria eines Tages ein geheimes Gespräch belauscht, in dem sie selbst und einige ihrer Mitstudenten als Verräter bezeichnet werden, lernen sie die Wildnis schneller kennen, als ihnen lieb ist.

"Wenn ich nicht schlafen kann, sitze ich oft am Fenster [...] und suche am nächtlichen Himmel nach dem Mond. Perfekte Schönheit, nicht von Menschenhand gemacht, anders als alles, was mich sonst umgibt."

Ein spannendes Anfangskapitel macht den Einstieg in diese Jugenddystopie sehr leicht. Direkt bekam ich Einblicke in die Welt der Sphären und die ersten Fragen tauchten auf. Natürlich stieg damit auch meine Neugier auf die Geschichte zwischen den Buchdeckeln. Obwohl die Story in den Kuppeln beginnt, reichten kleine Andeutungen auf die Wildnis, um mein wahres Interesse zu erkennen. Wie ist es wohl dort draussen? Stimmen die Berichte, die man sich zuflüstert? Bis ich als Leser Gewissheit bekommen sollte, litt ich mit Ria. Sie hatte plötzlich Kenntnis von Dingen, die die heile Fassade zum Einsturz bringen könnten. Nur wie geht man damit um, wenn man bisher nach Regeln lebte und an diese glaubte?

Die Geschichte entwickelte sich rasant. Dieser gute Mix aus Dystopie, Thriller und vielfältiger Charaktere konnte mich überzeugen. Letztere sind ideal ausgewählt. Wirkten sie in den Sphären noch recht farblos, aber passend aufgrund der künstlichen Atmosphäre, blühten sie später auf - jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Der erste Band einer Trilogie schließt natürlich nicht vollständig ab, doch ein fieser Cliffhanger bleibt zum Glück aus. Ich freue mich schon auf neue Eindrücke und den Fortgang der Geschehnisse im nächsten Teil.

zur Leserunde:
Herzlichen Dank an alle Teilnehmer. Unsere Spekulationen haben wirklich Spaß gemacht.  8)

Auf Sunnybooks86 und CharlyUnicorn müssen wir sicher nicht mehr warten. Damit sind wir alle bis auf ein paar restliche Fazits durch. An der Stelle auch ein Dankeschön an Ursula.  :-*

Offline Kati

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Hier noch das Fazit im Namen von schlumeline:

Zitat von: schlumeline
Die Leserunde war wieder einmal toll. Ich muss gestehen, ich bin mit gemischten Gefühlen an dieses Buch herangegangen. Auf der Buchmesse hatte ich zuvor eine Lesung dazu gehört und war mir danach gar nicht sicher, ob das etwas für mich sein würde. Ich fühlte mich so in die Handlung hineingeworfen und habe keinen richtigen Draht zur Geschichte gefunden. Das Buch jedoch hat mich dann doch fasziniert:

„Die Verratenen“ ist der erste Teil einer Trilogie und das Buch entführt uns in eine mögliche Zukunft. Die Welt hat sich verändert und ihre Bewohner leben entweder in Sphären, also geschützten Bereichen unter Glas mit ausreichend Nahrung und Wärme oder aber in der freien Wildnis. Dort draußen ist das Leben hart, da die Erde nach einem schrecklichen Ereignis zum größten Teil mit Schnee und Eis bedeckt ist. Nahrung ist nur schwer zu beschaffen, Unterkünfte müssen hart erarbeitet und verteidigt werden. Die Außenbewohner werden Prims genannt und sind in den Sphären als gewalttätig bekannt. In den Sphären  hoffen die jungen Bewohner, die eine sehr gute Bildung erfahren, die Welt einmal verbessern zu können und den Menschen draußen helfen zu können. Zu Ihnen gehört auch Ria, deren Leben eine Wendung erfährt, als sie eines Tages ein Gespräch belauscht bei dem sie und fünf andere Sphärenbewohner als Verräter bezeichnet werden. Was geht da vor sich? Ria traut ihren Ohren nicht, kann aber das Unvermeidbare nicht abwenden.

Unter einem Vorwand werden sechs junge Sphärenbewohner, unter ihnen Ria, auf eine Reise geschickt, aber dann überfallen. Ihnen gelingt jedoch die Flucht und sie kommen bei den Prims unter. Dort lernen sie das Leben ganz anders kennen als sie es gewohnt sind und erfahren Dinge über die Sphären, deren Anführer und ihre Praktiken, die sie zunächst gar nicht glauben wollen. Dafür müssen sie zuerst am eigenen Leibe erfahren, wie es ist ein Außenbewohner bzw. ein „Verräter“ zu sein. Die Handlung wird aus Rias Sicht geschildert und so erfährt der Leser auch aus ihrer Sicht und mit ihren Emotionen etwas über die vielen anderen handelnden Personen.

Ursula Poznanski gelingt es in ihrem neuen Buch wieder einmal eine Szenerie zu schaffen, die schon von der Grundstimmung her spannungsgeladen und ungewiss zugleich ist. Es gibt sehr viele Ungereimtheiten und es wird schnell klar, dass hier eigentlich niemand mehr dem anderen vertrauen kann. Allerdings gibt es immer wieder einmal Andeutungen hinsichtlich der Frage wer zu den Guten oder wer zu den Bösen gehört, aber die Autorin hat hier durchaus falsche Fährten gelegt und steigert damit ganz hervorragend die Spannungskurve.

Nach dem Lesen des Buches beginnt nun das Warten auf die kommenden Teile dieser dystopischen Trilogie, von denen ich mir, wie schon bei diesem ersten Band, spannende Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Seite erhoffe. Ein solches Zukunftsszenario ist gar nicht so abwegig, allerdings beängstigend und grausam. Wer möchte schon in einer solchen Welt leben?

LG Kati  :winken:

 

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