Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 2248 mal)

Offline irismaria

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Ich bin mir sicher, Ulf würde sich freuen, wenn ihr die Rezensionen auch auf Literaturschock.de veröffentlicht. Dafür ist keine gesonderte Anmeldung nötig :winken:

Die Hure Babylon

Schon erledigt - auf Weltbild stelle ich sie auch noch ein.

Offline starone

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Meine Rezi kommt dann noch eingestellt auf LB und klar wie meistens auch auf Amazon.

Schönes Wochenende..LG..starone... :winken:

Hab sie gerade gelesen, Starone. Ganz herzlichen Dank. Und für deinen vielen Kommentare. Du warst ja wirklich sehr aktiv. Wie auch andere.

Ich will euch etwas verraten. Wenn so ein neues Buch auf den Markt kommt, ist man als Autor natürlich nervös, wie die Leser es aufnehmen werden. Hat mir sogar Rückenschmerzen bereitet. Ich konnte mich eine Woche lang kaum bewegen. Deshalb bin ich so erleichtert, dass das Buch gut ankommt. Es ist ja durchaus auch etwas sperrig, aber man kann ja nicht nur leichte Literatur schreiben.

Rückenschmerzen sind jedenfalls weg.  :winken:

Ja,  so eine Veröffentlichung kann "einem schon an die Nieren gehen" wie es so schön heißt :(. Und es stimmt,  man weiß nie als Autor wie es beim Leser/in ankommt.
Aber jetzt bist Du diese Sorge/Angst ja los ;)

LG..starone.. :winken:

Offline nirak

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Hallo  :winken:

Hier kommt dann auch meine Rezension:

Inhalt:
Erzählt wird die Geschichte von Arnaut de Montalban. Er ist ein junger Edelmann aus Südfrankreich im 12 Jahrhundert. Seine Geliebte ist die Gräfin Ermengarda von Narbonne. Diese Liebe muss ein Geheimnis bleiben da die Gräfin offiziell verheiratet ist. Doch dann erlebt sie eine Fehlgeburt. Für Arnaut ist es das Zeichen sich dem Kreuzzug ins heilige Land anzuschließen. So macht er sich mit dem fränkischen Herr auf den Weg nach Osten.

Meine Meinung:
Für mich war „die Hure Babylon“ der erste Roman den ich von Ulf Schiewe gelesen hatte. Ein wenig skeptisch ging ich dann auch an das Buch heran. Der Klappentext klang sehr viel versprechend und so war ich dann auch gespannt. Tatsächlich fiel mir der Einstieg in die Geschichte dann sehr leicht. Der Erzählstil des Autors ist bildhaft und mein Kopfkino wurde schnell in Gang gesetzt. Leider gab es auch Szenen die ich mir lieber nicht vorstellen wollte. Der Autor hat auch die Greueltaten die diese Kreuzzüge begleiteten eindrucksvoll geschildert. So entstand ein lebhaftes Bild des Kreuzzuges vor mir. Die Strapazen die ein solcher Ritt mit sich brachte waren gut und glaubwürdig dargestellt. Einzelne Szenen spannend geschrieben und der Wechsel zu den einzelnen Kapitel sorgte dafür, dass dieser Spannungsbogen auch hoch gehalten wurde.

Zwischendurch wurde dann aus Sicht von Ermengarda erzählt. So dass ich als Leser auch wusste wie es in Narbonne stand. Welche Gefühle die Gräfin hatte und was sie durchmachen musste. Gerade diese Wechsel zwischen Arnaut im heiligen Land und Ermengarda haben mir gut gefallen.
Interessant fand ich wie der Autor die Gedanken der Menschen darstellte. Von ihren Gefühlen was die Richtigkeit dieser Kreuzzüge anbelangte und wie sie damit umgegangen sind. Vor allem wie es Herrn Schiewe gelungen ist hier seine fiktiven Protagonisten mit den historischen belegten Personen der Zeit zu vermischen hat mir gefallen. Zwischendurch könnte man glatt vergessen, dass es sich hier um einen  fiktiven Roman handelt. Die Geschichte um Arnaut hätte auch durchaus so geschehen sein können.

Die Protagonisten selbst sind facettenreich gestaltet, sie haben Ecken und Kanten und ihre eigenen Macken, die sie schnell liebenswürdig machen. Nicht nur Arnaut sondern gerade die Menschen in seiner Nähe haben mir gut gefallen. Sie haben dafür gesorgt, dass diese Geschichte authentisch und glaubhaft auf mich wirkte.
Die Aufmachung dieses Buches hat mir zudem auch noch gut gefallen. Das Cover ist eine bildhafte Darstellung einiger Ritter die in einen Kampf ziehen und passt gut zur Geschichte. Gleich im Innern des Covers gibt es eine Karte die den Weg zeigt den Arnaut und seine Gefährten gegangen sind. Am Ende gibt es ein Personenregister, ein Glossar und ein ausführliches Nachwort des Autors. Gut gefallen hat mir auch, dass das Buch in einzelne Bücher unterteilt ist, die einzelnen Kapiteln Überschriften haben, so wusste ich gleich um wen es wo geht. Es gibt sogar ein Inhaltsverzeichnis. Um die gute Aufmachung des Buches noch abzurunden ist auch ein Lesebändchen vorhanden, toll. Ich mag so was immer sehr gern und hat mir auch hier gut gefallen.

Mein Fazit: „Die Hure Babylon“ ist ein historischer Roman, dem die gute Recherchearbeit im Vorfeld anzumerken ist. Er ist stimmig und glaubwürdig in sich und auch wenn es sich hier eigentlich um den dritten Band einer Trilogie handelt kann man ihn wunderbar für sich allein lesen. Ich kenne die beiden Vorgänger „Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011)“ selbst nicht, sie stehen aber fest auf meiner Wunschliste, trotzdem hatte ich nicht das Gefühl etwas Wichtiges verpasst zu haben oder irgendwelche Zusammenhänge nicht zu verstehen. Jeder der gern etwas über die Kreuzzüge lesen möchte kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Mir hat es gut gefallen und ich freue mich darauf mehr von Ulf Schiewe zu lesen.

Zur Leserunde:
Vielen Dank das ich teilnehmen durfte. Mir hat diese Runde sehr viel Spaß gemacht.
Danke Ulf für deine Kommentare und die interessanten Einblicke. Meine Rezi werde ich auch noch ein wenig durchs Netz streuen und hoffe es ist in Ordnung wenn es in einigen anderen Foren erscheint. (Bei Amazon bin ich leider nicht gelistet) Sollte es wieder eine LR hier geben wäre ich gern wieder dabei  :)

lg
nirak

Online Ulf Schiewe

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Hallo Nirak,

herzlichen Dank auch für deine Teilnahme an dieser animierten Runde. Und für deine Rezension.  :winken:
Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)
www.ulfschiewe.de

Offline Seoman

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Hallo,

in der Anmeldung zur Leserunde hatte ich noch geschrieben, dass ich momentan so viel Zeit wie lange nicht zum Lesen habe, das hat sich leider schon wieder geändert. Es liegt aber definitiv nicht am Buch, dass ich gerade nicht richtig vorwärts komme, ich schreibe dann noch eine abschließende Meinung wenn ich es zu Ende gelesen habe - entweder hier oder "drüben" auf literaturschock.de :winken:

Seoman

Offline Tammy1982

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in der Anmeldung zur Leserunde hatte ich noch geschrieben, dass ich momentan so viel Zeit wie lange nicht zum Lesen habe, das hat sich leider schon wieder geändert. Es liegt aber definitiv nicht am Buch, dass ich gerade nicht richtig vorwärts komme, ich schreibe dann noch eine abschließende Meinung wenn ich es zu Ende gelesen habe - entweder hier oder "drüben" auf literaturschock.de :winken:

Kann ich gut nachfühlen, geht mir im Moment genauso und ich hänge auch ganz schön hinter her. Von daher poste doch ruhig noch in den Threads, ich bin auf jeden Fall auch noch mit dabei. Falls du es zeitlich nicht schaffst, wäre es aber schön, wenn du dein abschließendes Fazit bitte v. a. hier einstellst, damit Ulf es auch sieht! Danke dir!  :-*

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

Offline Tammy1982

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Hallo Ihr Lieben,

so, dann kommt hier auch endlich mein Fazit.

Das Buch:

Südfrankreich im 12. Jahrhundert: Der junge Edelmann Arnaut und die Fürstin von Narbonne, Ermengarda führen eine heimliche Liebesbeziehung. Als sie erneut ein Kind verliert, ist Arnaut davon überzeugt, dass sie von Gott für ihre Sünde bestraft werden und meldet sich für den heiligen Kreuzzug. Für diesen werden schon seit längerem Freiwillige angeworben und so macht sich Arnaut mit tausenden von anderen Kriegern und Soldaten auf ins geheiligte Land, um dieses von den Ungläubigen zu befreien. Jedoch muss Arnaut bald erkennen, dass es in diesem Kreuzzug weniger um Gott, als um Macht geht und er Dinge mit ansieht, die er sich in seinen schlimmsten Alpträumen nicht erträumt hätte.

Das Buch ist in fünf Teilbücher aufgeteilt und jeder Teil beginnt mit einem Kapitel aus der Ich-Perspektive von Ermengarda. Erst im Verlauf des Buches wurde mir klar, dass durch diese Ich-Kapitel von Ermengarda auch die Sicht derer, die zurück bleiben und nicht am Kreuzzug teilnehmen, dargestellt wird. Gerade die Frauen, deren Männer für Monate, wenn nicht Jahre gingen, haben so zumindest eine kleine Stimme bekommen.

Der Hauptteil erzählt dann über die Reise von Arnaut und schildert die Grausamkeiten und Brutalitäten, die alle im Namen von Gott durchgeführt wurden. Schön wird gezeigt, wie es den Adeligen und auch den Kirchenvertretern weniger um Gott, als um Macht und Reichtum ging und wie gnadenlos die Menschen verheizt wurden, nur damit sich jemand mehr Land einverleiben kann oder seinen Reichtum häufen kann.

Der gesamte Irrsinn, aber auch die unglaubliche Anzahl von Leuten, die sich auf diesen Kreuzzug begeben haben, wird sehr gut dargestellt und schön gezeigt, dass auch während des Kreuzzuges eine klare Zwei-Klassen-Gesellschaft vorgeherrscht hat. Die Adeligen wurden auch als Gefangene ganz anders behandelt, als ein gemeiner Soldat.

Die einzelnen Figuren sind dabei sehr detailliert ausgearbeitet und ich habe mit allen mitgelitten und mitgefiebert. Sehr gut gefällt mir, dass die Personen sich weiter entwickeln und man als Leser diese Entwicklung richtig gut nachvollziehen kann.

Die Reiseroute, die Städte und Plätze und auch die Schlachten sind ebenfalls sehr gut und detailliert beschrieben und mein Kopfkino lief auf Hochtouren. Ich konnte jederzeit die Landschaft sehr gut vor mir sehen, hatte aber auch das Gefühl mitten drin im Schlachtgetümmel dabei zu sein.

Schön ist, dass der Autor sich sehr stark an historischen Begebenheiten orientiert hat und ein ausführliches Nachwort genau erläutert, was Tatsachen entspricht und wobei es sich um Fiktion handelt.

Insgesamt ein sehr gut recherchierter und spannend erzählter historischer Roman, der mich restlos überzeugt hat, mir aber auch wieder mal die Sinnlosigkeit der Kreuzzüge vor Augen geführt hat. Ein ganz toller Roman, den ich einfach nur weiter empfehlen kann.

Die Leserunde:
Lieber Ulf, Liebe Mitleserinnen vielen lieben Dank für diese tolle und informative Leserunde. Ich fand es klasse, wie engagiert ihr alle wart und wollte mich auch noch mal ganz herzlich bei dir Ulf, für diese tolle Begleitung bedanken!  :-* Ich habe eine Menge gelernt und werde mir sehr schnell noch weitere Bücher von dir zulegen. Es tut mir sehr leid, dass ich mich nicht so aktiv einbringen konnte, wie ich das gerne gewollt hätte. Hoffe sehr, dass wir bald noch eine Leserunde mit dir starten können und ich dann aktiver dabei sein kann!

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

Meine Rezi findet sich noch auf folgenden Seiten:
literaturschock.de
Großes Bücherforum
amazon

Online Ulf Schiewe

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Hallo Tammy,

herzlichen Dank für deine Teilnahme. Und natürlich auch für die schöne und ausführliche Rezension. Mir hat die Runde hier viel Spaß gemacht. Man hatte den Eindruck, alle haben aktiv mitgemacht und gute Beiträge geschrieben.

Liebe Grüße

Ulf
Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)
www.ulfschiewe.de

Offline mamasein2009

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Ich komme leider erst heute dazu, da es in letzter Zeit mehr als turbolent zugegangen ist.

Inhalt:
Ermengarda ist die junge Fürstin und Herrscherin von Narbonna. Für die damalige Zeit fast undenkbar, ihre Feinde warten in Lauerstellung.
An ihrer Seite hat sie sich fähige und schlaue Menschen gestellt, die sie unterstützen und ihr Reich stärken.
An ihrer Seite ist auch Arnault, ihre große Liebe. Doch sie darf mit ihm nicht verheiratet sein, denn sie ist bereits mit einem anderen Mann verheiratet, wie damals typisch, um die Macht zu festigen oder auszubauen.
Doch ihr Liebesglück wird auf eine harte Probe gestellt. Arnault hadert mit Glaubensfragen und entscheidet sich dafür, am 2. Kreuzzug teilzunehmen. Und die Geschichte nimmt seinen Lauf.

Fazit:

Besonders gut hat mir die Aufteilung der Teile gefallen, zu Beginn hat der Leser immer an den Gedanken von Ermengarda teilhaben können. Das jeweilige erste Kapitel wurde in Ich-Form geschrieben und so konnte man sich einige Entscheidungen von ihr besser nachvollziehen. Sie ist eine starke Herrscherin, die jedoch nicht ihre Gefühle ausschalten kann und da wo sie ihren Liebsten am meisten gebraucht hat, durch ihren Willen von sich gejagt hat.
Deutlich wurden auch die Strapazen und Entbehrungen für das Heer und Fussvolk beim Kreuzzug deutlich gemacht. Auch wenig durchdacht, war dieser 2. Kreuzzug, denn es hat schnell an wesentlichen, wie warme Kleidung und vernünftiger Nahrung gefehlt. Erschreckend fand ich die Darstellungen über Plünderungen und Gräueltaten unter den Menschen, und vieles im Namen der Kirche, oft waren es diejenigen die am lautest nach Rache gerufen haben und diese auch vollzogen haben.
Die Truppe um Arnault hat sehr gut zusammengehalten, was sicherlich ein hoher Verdienst von ihm war. So kam es nicht noch innerhalb der Gruppe zu Reibereien. Es sind die verschiedenen Persönlichkeiten, die die Truppe stärken bzw. zusammenhalten. Arnault ist sehr gefestigt, willensstark, was sich dadurch zeigt, dass er sich auch bei aussichtslosen Situationen, nicht kleinmachen lässt und sich nicht aufgibt.
Das Buch weist einige Handlungsstränge auf, die aber alle zusammengeführt werden und leider muss man auch von liebgewonnenen Gefährten Abschied nehmen. Das Ende macht jedoch Hoffnung, auf ein Wieder(lesen)sehen.
 
Leserunde:
Die LR hat wieder sehr viel Spaß gemacht, es fällt einem immer mehr auf, als beim Alleinlesen. Die verschiedenen Betrachtungswinkel sind interessant zu wissen und so erfährt man doch einiges und blättert noch mal zurück. Vielen Dank an Ulf Schiewe und meine Mitleser.

Online Ulf Schiewe

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Die LR hat wieder sehr viel Spaß gemacht, es fällt einem immer mehr auf, als beim Alleinlesen. Die verschiedenen Betrachtungswinkel sind interessant zu wissen und so erfährt man doch einiges und blättert noch mal zurück. Vielen Dank an Ulf Schiewe und meine Mitleser.

Auch dir ganz herzlichen Dank für deine Teilnahme und deine Rezension. Und ich hoffe auch, dass wir uns wiederlesen werden.

Liebe Grüße

Ulf
Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)
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