Autor Thema: 12 - S. 650 "Am Rande des Meers" - Ende  (Gelesen 6344 mal)

Offline monerl

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Auch ich habe es endlich geschafft!

Tja, Cassiopeia stirbt durch Felssplitter. Was ein Pech aber auch! Sie hätte es verdient, auch mal in Ruhe zu leben. Jetzt hat sie eben ewige Ruhe.  ;)
Die Sprache verschlug es mir, als Janner bei Cassiopeia sitzt, ihr nicht helfen kann und ihr dann auch noch vorwirft, es ginge bei ihr nur um sich. Sie hätte nie an ihn oder April gedacht. Aber das kennt er doch eigentlich von sich! Wann hat er denn mal an jemand anderes ausser an sich (und später April) gedacht. Und in ihren letzte Zügen macht Cassiopeia bei Janner wieder was gut, indem sie ihm vorlügt, sie hätte ihn in der Zelle angelogen und der große Tausenddorn sei doch sein Vater. Das war echt ein unglaublich feiner Charakterzug von ihr. Dass Janner aber nicht so lange bei ihr bleibt, bis sie stirbt, damit sie nicht einsam sterben muss oder bis Hilfe kommt, ist echt mal schäbig!Das war eine schlimme Rache von ihm an ihr, die m.M.n. unangebracht war.

Zeona hilft Janner bei der Suche nach April. Die Perle weist ihm den Weg und die Liebe zu April lässt ihn nicht aufgeben, obwohl er einiges durchmachen muss. Er tötet Sarik (so lese ich das) und rettet April. Bevor Sarik stirbt "reist" er in die Vergangenheit an den Punkt vom Anfang, als er April trifft. So fügen sich Anfang und Ende.

Und als Janner und April Tausenddorn treffen, will er ihn gar nicht mehr finden. Ich denke, dass es auch daran liegt, dass er Cassiopeia die Sache mit den Halbgeschwistern doch geglaubt hat.
Ein Tag ohne Bücher ist kein erfolgreicher Tag!

Offline stefanie_j_h

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Tut mir leid, dass das jetzt so lange gedauert hat. Ich habe das Buch eigentlich schon letzte Woche zu Ende gelesen, aber irgendwie bin ich nicht dazu gekommen, hier noch was dazu zu schreiben.  :-[

Ich fand das Ende sehr schön und stimmig, wie Sarik da nochmal an den Anfang zurückkehrt.

Für mich gabs da keine Frage, es war ein Sterben. Janner naht und das Irrlicht sagt Sarik, dass es ihn nicht noch einmal retten wird. Aber ein letzter Wunsch wird erfüllt,... noch einmal den Anfang sehen. Das sah ich als eine Art Geistreise/Erinnerung vor dem Tod. Wie wenn eben das Leben nochmals an einem vorbei zieht. Bei Sarik konzentrierte sich das eben auf diese Szene. Und weil er ein Zauberer und April empfänglich für Magie ist, sah sie ihn auch bevor er im Nebel verschwindet.

Ich sehe das wie Kati, ich habe es auch so verstanden, dass Sarik stirbt. Eine andere Interpretationsmöglichkeit ist mir da gar nicht eingefallen.

Über Cassiopeias Tod war ich auch traurig, aber habe es für sie als die einzig richtige Lösung empfunden.
Cass als alte Frau in einem Hinterzimmer von Iasons Reederei, wie sie sich das am Ende tagträumt ... das wäre doch eher doof gewesen  :)
Eben, damit wäre sie nie glücklich geworden.

Von Janner war ich in der Situation auch etwas enttäuscht. Er geht einfach und lässt sie allein sterben, nett ist das nicht, aber es passt auch sehr gut zu seinem ganzen Charakter und seiner Feigheit. Immerhin hat er noch eine Mini-Entwicklung durchgemacht. Er glaubt am Ende Cassiopeia nicht, als sie ihm sagt, dass Tausenddorn doch sein Vater ist und sie ihn nur angelogen hat. Als er den großen Tausenddorn dann endlich trifft (fand ich übrigens toll, dass das noch passiert) verhält er sich auch ganz normal und erspart uns eine peinliche Szene.

Dass April gar nicht mehr zu Wort kommt, hat mich nicht so sehr gestört, aber jetzt wo ich das Alternative Ende gelesen habe, muss ich sagen, dass mir das auch sehr gut gefallen hätte. Das sehe ich dann so wie Holden.
Zum Alternativen Ende: Das hat mich spontan auch sehr angesprochen, vor allem weil hier eine Gewisse Zärtlichkeit zwischen Janner und April durchscheint die ich die ganze Zeit vermisst habe.
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Offline Oliver Plaschka

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Als er den großen Tausenddorn dann endlich trifft (fand ich übrigens toll, dass das noch passiert) verhält er sich auch ganz normal und erspart uns eine peinliche Szene.

Und ihm selbst wohl auch :) Freut mich, dass das Ende stimmig für Dich war, und danke für das Feedback!

Je länger ich über diese letzten Sätze nachdenke, desto mehr denke ich, dass es ein Fehler war, sie zu streichen. Das sind einfach diese 50:50 Last-Minute-Entscheidungen, die mal so, mal so ausgehen ...

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Ein sehr lieber und kluger Kollege hat mal gesagt: "Ein Buch wird nie beendet, sondern nur irgendwann aufgegeben"
Nicht wahr?  ;)

Offline Mauriel

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wo ist der "gefällt mir"-Button?  ;D
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Drei Finger schreiben, der ganze Körper leidet."
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Hier?  :daumen:

Offline HoldenCaulfield

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Das würde ich aber nicht zu laut verbreiten, nicht das sich dann niemand das Buch kauf weil alle auf die TB Ausgabe hoffen.  ;) ;)
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Offline Magnhor

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Und hier das Schlusslicht:

Der Tod von C. stimmte mich auch traurig, aber ich sehe das so, wie viele hier: Sie hat alles erreicht, was sie sich als Ziel gesetzt hatte, darum geht das in Ordnung. C. selbst hatte auf mich auch den Eindruck gemacht, dass es ihr nicht allzu viel ausmache, wenn sie jetzt sterben wird. Mit ruhiger Fassung akzeptiert sie ihr Ende und lässt die Flut auf sich zukommen.
Nur was mich sehr irritierte: Sie sagte Janner etwas in der Art, dass sie ihm nicht die Wahrheit über seine Eltern gesagt habe. Dies ließ mich vermuten, dass es womöglich nie einen Tausenddorn gegeben hatte, oder dass Dougal eigentlich für Tausenddorn steht. Dann kam aber doch noch die Begegnung zwischen Janner und Tausenddorn.
Diese Begegnung überraschte mich auch in der Art und Weise. Es waren überhaupt keine Gefühlsregungen von Janner zu vernehmen. Sein Leben lang strebt er seinem Vater entgegen und dann das: Eine Begegnung zweier Männer, die sich nicht kennen und noch nie voneinander gehört haben. Mir zeigt das, dass Janner an Reife gewonnen hat.

Schneeklinge ist nun auf Ewigkeiten verschollen. Sehr konsequent, wie ich meine, da diese - ebenso wie C. - ihr Zweck erfüllt hatte.
Nicht so ganz klar wird mir die Bedeutung von Banneisen. Ich hatte nie den Eindruck, dass es sich bei diesem Schwert um ein besonderes handelt. Es war für mich einfach ein außergewöhnlich wuchtiges und großes Schwert, aber keines mit etwa magischen Fähigkeiten, oder dass dieses seinen Träger in besonderer Weise beeinflusst. Das hat mich ein wenig enttäuscht.

Die Tat des Irrlichts für/ an Sarik mit dem Zeitsprung hatte ich auch nicht mit dem Tod Sariks, sondern eher so interpretiert:
Sarik erhält seine Zweite Chance, zu dem Zeitpunkt, als er wieder auf April als der Zauberer im Schnee trifft. Danach erwacht Sarik wieder und fast alles kommt wieder so wie wir es kennen, nur mit dem Unterschied, dass Sarik die schwangere April nicht entführft. Und damit kommen wir zu der vorletzten Szene des Buches, in der April mit Janner Faengos anreisen.
Ich hatte also das Gefühl, dass wir zuerst damit konfrontiert werden, was das einzige Resultat aus der Umsetzung der zweiten Chance Sariks war und abschließend die Abrundung, der weitere Zeitsprung, der erklärt, dass Sarik an dieser Stelle wieder ansetzt.

Offline HoldenCaulfield

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Banneisen ist meiner Meinung nach eher ein Symbol. Das Symbol von Janner und Ausgangspunkt für seine Geschichte als Sohn von Tausendorn. Es steht denke ich auch als Ausgangspunkt des Wunsches ein Held zu sein, mit ihm beginnt von Janners Sichtweise aus alles.
Memento Mori

Offline Oliver Plaschka

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Sie sagte Janner etwas in der Art, dass sie ihm nicht die Wahrheit über seine Eltern gesagt habe. Dies ließ mich vermuten, dass es womöglich nie einen Tausenddorn gegeben hatte, oder dass Dougal eigentlich für Tausenddorn steht.

Nein nein, hier denkst Du viel zu kompliziert :) Sie sagt: "Das, was ich dir in der Zelle erzählt habe ... über deinen Vater. Das habe ich nur erfunden." In der Zelle hat sie ihm erzählt, sein Vater sei nicht Tausenddorn, sondern der Senator gewesen. Und jetzt sagt sie ihm, das war Quatsch. Und sie fährt fort: "Ich war wirklich daheim und habe deine Tante Mirabelle getroffen. Aber sie hat nur von Tausenddorn erzählt usw." Sie stellt also seine Geschichte wieder her, wie er sie immer geglaubt hat: Tausenddorn der Vater, Helena die Mutter, Mirabelle nur die Tante.

Diese Begegnung überraschte mich auch in der Art und Weise. Es waren überhaupt keine Gefühlsregungen von Janner zu vernehmen. Sein Leben lang strebt er seinem Vater entgegen und dann das: Eine Begegnung zweier Männer, die sich nicht kennen und noch nie voneinander gehört haben. Mir zeigt das, dass Janner an Reife gewonnen hat.

Freut mich, dass Du's so siehst, genau so sollte das auch wirken.

Banneisen war tatsächlich immer "nur" ein Schwert.

Banneisen ist meiner Meinung nach eher ein Symbol. Das Symbol von Janner und Ausgangspunkt für seine Geschichte als Sohn von Tausendorn. Es steht denke ich auch als Ausgangspunkt des Wunsches ein Held zu sein, mit ihm beginnt von Janners Sichtweise aus alles.

Das kann man durchaus so sehen. Es ist auch Ausgangspunkt all seiner Schwierigkeiten (wenn an an seine Vorgeschichte in Ptaraon und Melnor denkt: Janners Leben nahm immer eine Wendung zum Schlechten, sobald er irgendeine Waffe in die Hand nahm).

Sarik erhält seine Zweite Chance, zu dem Zeitpunkt, als er wieder auf April als der Zauberer im Schnee trifft. Danach erwacht Sarik wieder und fast alles kommt wieder so wie wir es kennen, nur mit dem Unterschied, dass Sarik die schwangere April nicht entführft. Und damit kommen wir zu der vorletzten Szene des Buches, in der April mit Janner Faengos anreisen.

Das finde ich total abgefahren. Solche Zeitschleifengeschichten finde ich auch wunderschön. Für meinen Geschmack beißt sich das zwar ein wenig mit dem, was das Irrlicht Sarik zum Abschied sagt und seinem unheilvollen Verschwinden zum Schluss, aber wenn Du das so sehen willst, sei es Dir belassen :) Diese Version gefällt mir wirklich sehr, sehr gut.

 

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