Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 1364 mal)

Offline Heimfinderin

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Über eine Rezension auf Literaturschock.de würde sich Marco sicher freuen: Das Spiel der Türme. Eine zusätzliche Anmeldung ist dafür nicht nötig
Liebe Grüße
Barbara

Offline Heimfinderin

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So, hier ist nun mein Fazit:

Zum Buch

Inhalt
Die Stimmung in der Stadt Taladur ähnelt immer noch einem Pulverfass, denn noch immer ist der Mord an Giuliana Tandori nicht aufgeklärt und der Mörder noch immer auf freiem Fuß. Erresto gerät entsprechend immer stärker unter Druck, den Fall endlich aufzulösen, denn der Drang nach Vergeltung wächst mehr und mehr bei den Hinterbliebenen. Auch steht die Besetzung des frei gewordenen Platzes im Erzenen Rat kurz bevor und der Kampf um den begehrten Sitz beherrscht die Familias und treibt die Spannungen voran.

Ein Meister der Intrigen ist dabei Dom Cavazaro, der jede Gelegenheit nutzt, andere unter Druck zu setzen, zu  manipulieren und bei Bedarf auch zu beseitigen, um die Wahl des Rates nach seinen Vorstellungen zu beeinflussen und die eigenen Geschäfte voranzutreiben. In den Bann dieses mächtigen Familienoberhauptes gerät auch der junge Zauberer Laurenzio, der sich bald nicht mehr seinen Verpflichtungen dem Dom gegenüber entziehen kann und dabei persönlich in die Machtkämpfe hineingezogen wird.

Unbeeindruckt von all den politischen Ränkespielen hat dagegen Jazemina nur ein Ziel vor Augen: ihren noch immer spurlos verschwundenen Geliebten Boromeo aufzuspüren. Dabei kommt sie dem Ziel langsam aber sicher immer näher ...

Meine Meinung
Dies ist nun der dritte Teil der sechsteiligen Serie, an der sich verschiedene Autoren mit je einer Geschichte beteiligten.  Einerseits erkennt man schnell, dass natürlich auch dieser Autor seinen eigenen Stil hat, trotzdem fügt sich die Geschichte insgesamt wunderbar in die bestehende Atmosphäre der bisher beschriebenen Ereignisse ein.

„Das Spiel der Türme“ hat mir richtig gut gefallen und ich finde es bisher sogar am besten, denn der Autor hat es nach meinem Empfinden besonders  gut erreicht, dass mir die Figuren emotional sehr viel näher gekommen sind und ich sie und ihr Schicksal besonders gut mitempfinden konnte. Ich bekam viel mehr von ihren Gedanken und Gefühlen mitgeteilt und konnte so sehr gut mit ihnen mitfühlen und eine viel bessere Bindung eingehen. Ein paar der schon bekannten Figuren, die mich vorher eher kalt ließen, haben mich hier zum ersten Mal richtig berührt, so z. B. Jazemina, die ich bisher eher als oberflächlich erlebt hatte und auch Erresto, den ich zwar von Anfang an schon sehr interessant fand, aber mit dem ich erst hier so richtig mitfiebern konnte. Auch neue Charaktere wurden sehr lebendig eingeführt. So ist mir der junge Zauberschüler Laurenzio schnell ans Herz gewachsen und ich litt schnell mit ihm mit, als das Schicksal ihn hart traf und er mitten in die Intrigenspiele hineingeriet.

Neben den blutigen Familienangelegenheiten des Dom Cavazaro und dessen Mafia-ähnlichen Machtspielen,  die der Autor sehr spannend und emotionsgeladen erzählte, liegt ein weiterer Schwerpunkt des Romans auf der Aufklärung des Mordes aus Teil 1. Die Ermittlungen des Garde-Capitan Erresto fanden hier ihren Höhepunkt und es machte sehr viel Spaß, die Verhöre und Ermittlungen zu verfolgen, die er und seine Kollegin ein Puzzleteil nach dem anderen finden ließen. Hier wurde sehr geschickt ein Krimi in die Fantasywelt hineingeschrieben, was eher ungewöhnlich, weil sehr modern wirkte, aber trotzdem für mich sehr gut passte, da für mich Erresto schon von Anfang an eine eher „moderne“ und aus dem Rahmen fallende Figur zwischen den eher traditionell verankerten Figuren der übrigen Familias war.

Laurenzios Geschichte findet hier zwar ein vorläufiges Ende und auch sonst findet sich in einigen Dingen für manche Figuren mehr und mehr Aufklärung, aber es werden auch neue Situationen und Entwicklungen für den weiteren Verlauf geschaffen, die neue dramatische Handlungen versprechen und Lust auf die nächsten Bücher machen. Marco Findeisens, ein für mich bisher unbekannter Autor,  hat mich mit seinem Beitrag zur Taladur-Reihe auf jeden Fall sehr neugierig auf seine anderen Bücher gemacht!

Zur Leserunde
Wir waren eine kleine Runde und außergewöhnlich langsam unterwegs, weshalb ich dir, Marco, sehr für deine Geduld danke.  :-*  Trotzdem hat mir diese Runde sehr viel Spaß gemacht, denn wir sind extra immer zusammengeblieben, was bei so wenigen Teilnehmern auch einfach nötig ist, um überhaupt noch diskutieren zu können. Vielen Dank an euch, dass wir diese Runde gemeinsam verbracht haben und dabei schöne Gespräche entstanden sind, auch wenn es so lange gedauert hat.  :-*

Ich hoffe, dir hat es auch Spaß gemacht, Marco, und du konntest aus unseren Beiträgen etwas für dich von hier mitnehmen. Ich danke dir sehr für deine  ausführlichen Beiträge und Informationen und wünsche dir viel Erfolg mit deinen weiteren Büchern. Vielleicht lesen wir uns ja mal wieder hier.  :winken:
Liebe Grüße
Barbara

Offline Heimfinderin

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Da ich am Sonntag in Urlaub fahre, verabschiede ich langsam mal unsere Runde.

Ich hoffe, dass auch vom Rest noch ein Fazit für Marco kommt, das wäre sehr schön. Vielleicht lesen wir uns ja bald mal wieder, bis dahin alles Gute.  :winken:

Liebe Grüße
Barbara

Offline Marco Findeisen

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Dir einen schönen und erholsamen Urlaub! Und danke für die tolle Rezension!

Mir hat es auch Spaß gemacht. Tut mir leid, wenn ich in den letzten Tagen etwas inaktiv war.

Offline Rhea

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von mir kommt auch noch eine Rezension, aber ich muss doch das Buch da haben und ich hatte es zu schnell weiter verborgt.

Offline Rhea

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Zum Buch

Inhalt
Der dritte Teil der Reihe „Die Türme von Taladur“ bringt wieder neben den bereits bekannten Familias und deren Geschichte neue Figuren ins „Spiel der Türme“. Wir werden mit einem der Drahtzieher der Schicksale der Stadt bekannt gemacht, Dom Cavazaro, ein „väterliches“ Oberhaupt seiner Familia, der es liebt im Hintergrund zu bleiben. Wir lernen einen begabten und fleißigen Zauberschüler kennen, der aus der unteren Schicht Taladurs kommt und seinen Platz in der Zauberschule durch einen relativ harmlosen Streich verloren hat. Und für viele bestimmt freudig erwartet, die Zwerge kommen nach Taladur und erhalten durch Tagrasch eine Hauptrolle.
Die Handlungsstränge aus den anderen Büchern werden fortgesetzt. Jazemina ist weiter auf der Suche nach Boromeo und Erresto ermittelt weiter, um den Tod Giuliana Tandoris aufzuklären. Außerdem geht es um die Besetzung des im Erzernen Rat frei gewordenen Platzes.

Meine Meinung
Schon der Einstieg mit dem „Zitat“ des Mirhamionettenspieler überraschte mich und weckte Neugier auf diesen Band. Nach einem fulminanten Auftakt kam dann auch eine Szene, die sowohl wörtlich als auch in meinem Kopf einen Vorhang öffnete mit einer neuen großartigen Sicht auf Taladur.
Mit dem Mirhamionettenspieler bekommt der Titel des Bandes eine besondere Vieldeutigkeit und die Frage stellt sich: wer zieht wirklich die Fäden in dieser Stadt?
Die Erzählweise dieses Autors bringt sehr viel Leben in die handelnden Personen. Es fällt schwer, jemanden nicht zu mögen, da jeder in irgendeiner Weise sympathisch erscheint. Das erinnert mich an den Meister einer Spielrunde, der seine Figuren liebevoll führt und auf sie achtet. Auch der Autor wirkt hier wie ein Marionettenspieler (um das einfachere Wort aus der realen Welt zu gebrauchen). Taladur selbst erstand bei mir in den Beschreibungen dieses Bandes in seiner Vielfalt von engen Gassen und verschiedensten Türmen auf eine neue sehr nachvollziehbare Art. Dies ging bis dahin, dass der Gebrauch einiger Stilmittel eine Verbindung zu Aventurien schafft.  Das macht  neugierig auf dieses Abenteuerland, welches ich noch nicht kenne. Es mindert aber an keiner Stelle den Spaß am Lesen.
Die handelndes Personen sind differenziert und ihre Handlungen authentisch dargestellt.
Manchmal waren sie zu vorhersehbar für mich. Ein wenig fehlte mir Doloresa, die in  "Spiel der Türme" leider kaum vorkommt.

Zwei Geschichten bestimmen diesen Band. Das ist zum einen die Geschichte um Dom Cavazaro (der für mich von Anfang an eine Erinnerung an den „Paten“ war) und die Ermittlungen Errestos. Beides sind eigentlich sehr moderne Geschichten. Hier lag eine große Schwierigkeit, diese in die Fantasywelt zu übertragen, ohne Widersprüche zu erzeugen. Bei dem Dom ist es vermutlich nicht so schwierig gewesen, denn die Familienvorstände haben schon alle etwas Mafia-mäßiges in sich. Ich denke es war wichtig, trotzdem noch einmal eine Abstufung in der Handlungsweise zu zeigen und dies hat der Autor meiner Meinung nach sehr gut erreicht.
Eine Ermittlung eines Kriminalfalls ohne moderne Hilfsmethoden zu beschreiben dürfte noch schwieriger gewesen zu sein. Hier gibt es keine Spurensicherung und keine Pathologen, keine fotographische Dokumentation des Tatortes und ähnliche Möglichkeiten. Da muss man sich als Autor schon was einfallen lassen, damit der Ermittler vorwärts kommt. Es ist überhaupt für mich sehr interessant gewesen, wie ein Garde-Capitan zum Kriminalisten wird, wie er es schafft, seine Untersuchungen glaubhaft zu machen und sich in der Stadt gegen die Intrigen zu behaupten. Ich hoffe sehr, dass wir noch mehr über die Hintergründe seiner so intensiven Suche und seiner unparteiischen Haltung erfahren werden. Wie hat man einen solchen Mann in Taladur gefunden? Welche Rolle spielt seine Familie dabei? Auch hier taucht im Hintergrund eine Marionettenspielerin auf, deren Rolle mir sehr gut gefallen hat. Sie erscheint nicht im Glossar, ich hoffe, dies ist kein Zeichen für ihre Bedeutung in den weiteren Bänden.
Nachdem leider im zweiten Band dem Magier keine spannende Rolle zugestanden wurde, haben wir nun einen Zauberschüler dessen Entwicklung hoffentlich noch eine Rolle spielen wird, denn was sollte eine Fantasywelt ohne Magie anfangen!

Dieser Band der Taladur-Reihe hat mir sehr gut gefallen. Der Autor ist ein großer Erzähler und ich habe mir fest vorgenommen die bereits erschienen Bände aus der DSA- Reihe, die er mit geschrieben hat, zu lesen. Was ich aber noch besser finde, er hat den letzten Anstoß dazu gegeben, DSA zu spielen. Bisher empfand ich Aventurien nur als dunkel und grausam. Hier macht es auf einmal Spaß, das Land zu erkunden, und wenn ich könnte, würde ich ein Mirhamionettenspieler.

Zur Leserunde
ich bedaure sehr, dass wir so eine kleine Runde waren, denn das Buch hätte mehr Leser verdient. Auch wenn wir aufeinander gewartet haben, ist eine solche lange Zeit auch eine Zumutung für den Autor und ich entschuldige mich hiermit bei Marco.
Vielleicht kamen auch einfach zu viele interessante Leserunden zusammen, ich weiß es nicht.
Hoffentlich kommt es trotzdem zu weitern Leserunden zu den nächsten Bänden. Ich würde mich freuen und gern wieder darüber diskutieren, ob ein Magier wirklich schlechter ist als ein Mafiaboss  :capone: ;)
Nochmal vielen Dank an Marco und meine Mitleser. :danke:

« Letzte Änderung: 29. April 2013, 23:33:30 von Rhea »

Offline Heimfinderin

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Hier kommt noch ein nachträgliches Fazit von Torshavn. Vielen Dank dafür!  :winken:


Hier mein Fazit:

Zum Buch:
'Das Spiel der Türme' von Marco Findeisen ist der dritte Band aus der Taladur- Reihe, die in Aventurien, der Welt des Rollenspiels 'Das Schwarze Auge', angesiedelt ist.
Der Capitan der Taladurer Wehr Erresto Starazza und seine rechte Hand Kallista ermitteln weiter im Mordfall Giuliana Tandori, Mitglied des Erzenen Rates. Unterdessen sucht Jazemina Ernathesa nach ihrem Geliebten und Vater ihres ungeborenen Kindes Boromeo Amazetti, und sie findet konkrete Hinweise auf seinen Aufenthaltsort. Während ein neuer Protagonist in die Straßen Taladurs zurückkehrt, der Magier in Ausbildung, Laurenzio, hinausgeworfen, wegen ungebührlichen Verhaltens aus der Akademie zu Punin. Der nun für den Dom, Eclamor Cavazaro arbeitet, der ihm die Ausbildung an der Akademie bezahlt hatte, um seine Schulden abzuzahlen und um vielleicht doch noch seine Ausbildung beenden zu können. Im Kampf um den freien Sitz im Erzenen Rat gerät der Dom in eine Fehde mit dem Handelsherrn Fabio Quillana, und muss eine tödliche Verschwörung innerhalb der eigenen Familia abwenden.

Marco Findeisen gelingt ein atmosphärisch dicht erzählter Roman mit psychologisch in jeder Hinsicht überzeugenden Protagonisten. Ich fühle mich als Leser, den durchaus schon bekannten Figuren, so nahe wie nie zuvor. Der Autor zwingt mich durchaus Stellung zu beziehen, lässt mir aber auch die Möglichkeit aus einer gewissen Distanz das Geschehen neu zu betrachten. Der Roman konnte mich in jeder Hinsicht fesseln, und spannend bis zum Schluss unterhalten.
'Das Spiel der Türme' ist der bisher beste Roman der sechsteiligen Reihe. Er bildet den derzeitigen Höhepunkt, und schließt gleichzeitig die erste Hälfte des Zyklus ab. Das Buch lässt aber auch noch genug Fragen offen, um auch die Folgebände lesen zu wollen.

Zur Leserunde:
Obwohl wir diesmal nur eine kleine Runde waren, haben wir den Roman durchaus gewinnbringend zusammen gelesen. Und ich würde mich sehr freuen, wenn wir den Zyklus gemeinsam weiterlesen könnten.
Vielen lieben Dank meinen MitlesernInnen. Mein besonderer Dank gilt Dir Marco, für Deine Zeit, Deine Antworten auf unsere Fragen und das großzügige Bereitstellen der Szenen, die es leider leider nicht ins Buch geschafft haben.
Liebe Grüße
Barbara

 

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