Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 1252 mal)

Offline dubh

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines des Autoren) ist immer interessant.

Bitte vermeidet Spoiler in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die das Buch noch nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!

Außerdem wäre es sicherlich auch für die Autorin und den sehr spendablen Verlag schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen mögt.
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Online Dani

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zum Buch

"Nachtauge" ist eine deutsche Spionin in London während des Zweiten Weltkriegs. Bisher hat sich der britische Geheimdienst an ihr die Zähne ausgebissen, doch dem jungen Agenten Eric Knowlden gelingt es schließlich, sich auf ihre Fährte zu setzen. Denn offensichtlich ist Nachtauge einer großen Sache auf der Spur, deren Weitergabe an die Deutschen eventuell kriegsentscheidend sein könnte. Eric arbeitet nicht nur gegen eine skrupellose Feindin, sondern auch gegen die Zeit!

Parallel zu der spannenden Hetzjagd in Großbritannien wird eine ungewöhnliche Liebesgeschichte in Deutschland erzählt. Georg ist ein nazikritischer ehemaliger Lehrer, der sich von seinem Schwager auf einen kriegswichtigen Posten hat setzen lassen, um der Einberufung zu entgehen und nun ein Lager voller osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen leitet. Als die hübsche und intelligente Ukrainerin Nadjeschka ins Lager kommt, fühlt er sich zu ihr hingezogen und auch sie entwickelt nach anfänglicher Skepsis Gefühle für den feinfühligen Mann. Doch eine Liebe wie ihre ist in diesen Zeiten ein Unding, Rassenschande, auf die als Strafe das Konzentrationslager oder gleich der Tod steht. Dennoch gehen die beiden, insbesondere Georg, mit einer erstaunlichen Naivität vor, bei der man als Leser schnell fürchtet, dass das kein gutes Ende nehmen kann.

Die Verbindung der beiden Handlungsstränge liegt in der Möhnetalsperre, in deren unmittelbarer Nähe sich Georgs Heimatort Neheim und das Lager befinden, und der Operation Chastise, in der die Briten im Mai 1943 die Talsperren angegriffen haben, um die deutsche Rüstungsindustrie zu schwächen.

Beide Handlungsstränge beruhen auf historischen Tatsachen und der Autor verknüpft diese Gegebenheiten äußerst geschickt mit seinen fiktiven Geschichten. Die unglaubliche Liebesgeschichte hat ein reales Vorbild, wie der Autor im Nachwort schildert, die Spionin Nachtauge entspringt hingegen seiner Phantasie.

Sehr gut beschrieben fand ich die Umstände der damaligen Zeit. Durch diverse Nebenfiguren bekommt man als Leser einen tiefen Einblick die die Gedanken der Menschen damals, sowohl der überzeugen Nationalsozialisten als auch deren Gegner. Obwohl vieles sicherlich als bekannt vorausgesetzt werden kann, waren es für mich gerade diese kleinen Einblicke, die die Geschichte so persönlich und fesselnd machen!

zur Runde

Das war ja eine eher ruhige kleine Runde, trotzdem hat es mir viel Spaß gemacht und es war super, dem Autor direkt einige Fragen stellen zu können - vielen Dank für die Begleitung, Titus!
Liebe Grüße
Dani

Offline Titus Müller

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Sehr gerne! Danke für die investierte Lesezeit und das spannende Feedback. Ich habe alles gerne gelesen und ordentlich dazugelernt.  :)

Herzlich,

Titus

Nina2401

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Guten Abend Ihr Lieben,

meine Rezension ist nun auch fertig. Ich wollte sie eigentlich schon viel früher schreiben, aber eine schmerzhafte Bänderdehnung hat mich vom Nachdenken abgehalten  :(

Diese Leserunde war zwar etwas ruhiger als ich es hier gewohnt bin, aber ich habe es trotzdem sehr genossen, das Buch mit Euch zu lesen und darüber zu diskutieren. Vielen Dank dafür. Und natürlich auch an Titus für deine Zeit und deine Antworten!

Meine Rezension:

Spannend und bewegend

Titus Müller erzählt hier ein Stück deutsche Geschichte, geschickt verpackt in einen Agententhriller und eine auf Tatsachen beruhende Liebesgeschichte.

Die Gradwanderung zwischen Realität und Fiktion gelingt ihm mit Bravour. Mit seinem Blick für die Details des Alltags macht Titus Müller seine Geschichte so lebendig und kommt mir so greifbar nah. Gerade die Kleinigkeiten haben mir so gut gefallen. Titus Müller ist ein grandioser Erzähler. Er legt so viel Herzblut in seine Bücher und man spürt seine Erzähllust zwischen jeder Zeile.

Die Kombination zwischen Tatsachenroman und Spionagethriller ist perfekt. Der Strang um die deutsche Spionin Nachtauge ist gnadenlos spannend und der Strang in Deutschland ist so tragisch, aber nicht anklagend. Gerade in so einer Geschichte, in der die Bösen von vorneherein feststehen, gibt Titus Müller mir als Leser die Gelegenheit, zu verstehen. Viele hatten ja gar keine Wahl. Das ist so bedrückend, jedes Mal aufs Neue, wenn ich Geschichten aus dieser Zeit lese und das fand ich sehr besonders an diesem Buch. Denn es gibt trotz allem kein eindeutiges „Schwarz und Weiß“.

Die jeweilige Atmosphäre hat Titus Müller so gut eingefangen. Er erzählt so lebendig. Der am Beginn beschriebene Luftangriff auf London ließ mich frösteln und im Laufe der Geschichte gab es sehr viele emotionsgeladene Situationen. Mit dem Bewusstsein, dass vieles so passiert ist, musste ich oftmals heftig schlucken, aber manchmal auch schmunzeln.

Titus Müller hat sehr vielschichtige Charaktere geschaffen, er erzählt die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln und lässt viele seiner Charaktere in der 3. Person zu Wort kommen. So erstellt er für mich ein sehr komplexes Bild. Die spannende Story um die deutsche Agentin Nachtauge hat mich sehr gefesselt und die aussichtslose Liebesgeschichte zwischen Georg und Nadjeschka ging mir sehr nahe. Und es gibt bis in die kleinste Nebenrolle so viele interessante Menschen, die mir in diesem Buch über den Weg laufen. Das macht diese Geschichte so glaubhaft und beeindruckend.

Ein sehr bewegendes und nachdenklich machendes Buch, grandios mit viel Feingefühl und einem Blick für Details erzählt.

Ich habe meine Rezi auf meinem Blog, Amazon, Lovelybooks, Reliwa und einigen Buchhändlerseiten veröffentlicht. Leider dauert es da immer ein paar Tage, bis die Rezi frei geschaltet wird.

http://www.eseloehrchen.de/buecher/nachtauge-von-titus-muller-1225.html
http://www.amazon.de/review/R3102NZEYA0SMW/ref=cm_cr_pr_perm?ie=UTF8&ASIN=3896674587&linkCode=&nodeID=&tag=
http://www.lovelybooks.de/autor/Titus-M%C3%BCller/Nachtauge-1024567107-w/rezension/1045861476/
http://www.reliwa.de/review/show/8413

Offline odenwaldcollies

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Inhalt:
Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 ist seit Jahren hinter der deutschen Spionin Nachtauge her, die hinter etlichen Anschlägen in Großbritannien steht. Nachtauge steht kurz davor, die geplante Operation Chastise aufzudecken, die strengster Geheimhaltung unterliegt und zu einer Wende im Kriegsgeschehen des Jahres 1943 führen könnte. Für den britischen Agenten Eric Knowlden beginnt ein Wettrennen mit der Zeit.

Zur selben Zeit verliebt sich Georg Hartmann als Leiter eines Arbeitslagers mit ukrainischen Frauen in eine seiner Insassen. Georg, ein ehemaliger Lehrer, der mit der Nazi-Ideologie nicht so übereinstimmt, wie das gewünscht wäre, hat den Posten als Lagerleiter in Nordrhein-Westfalen über seinen Schwager Axel, einen Gestapo-Beamten, erhalten, um dem Kriegsdienst an der Front zu entgehen. Die junge Nadjeschka erwidert nach anfänglichem Zögern Georgs Gefühle. Die Liebesbeziehung zwischen den Beiden ist allerdings in der damaligen Zeit nicht ohne Gefahr, da auf Rassenschande Konzentrationslager oder der Tod steht. 

Meine Meinung:
Das Buch „Nachtauge“ von Titus Müller ist eine gekonnte Mischung aus Agentenroman und Liebesgeschichte, bei dem er sehr geschickt historische Fakten und Fiktion miteinander verknüpft. Die Handlung spielt auf 2 Ebenen im Jahre 1943: in Großbritannien verfolgt der Leser die Jagd des MI5 auf die deutsche Agentin Nachtauge und die Vorbereitungen zur Operation Chastise, deren Ziel die Sprengung mehrerer Staumauern in Nordrhein-Westfalen ist. In Neheim, nahe der Möhnetalsperre, erlebt man die Entwicklung der Beziehung zwischen dem Lagerleiter Georg Hartmann und der ukrainischen Zwangsarbeiterin Nadjeschka.
Geschickt schafft es der Autor, diese beiden Handlungsstränge zum Schluß miteinander zu verbinden.

Was mir an dem Buch sehr gut gefallen hat, daß nicht nur die geplante Sprengung der Staumauern authentisch ist, sondern die Liebesgeschichte ebenfalls eine reale Vorlage hat. Der Schreibstil ist flüssig und spannend.

Die Beschreibung der Charaktere fand ich ebenfalls sehr gelungen, da sie vielschichtig dargestellt und nicht nur in Gut und Böse unterteilt werden. Die Beweggründe der einzelnen Charaktere werden sehr gut herausgearbeitet, ebenso ihre Zweifel und Ängste. Georg Hartmann beispielsweise ist nicht der strahlende Held, sondern eher der introvertierte Lehrertyp und manchmal etwas naiv, wenn man bedenkt, daß sein parteitreuer Schwager bei der Gestapo arbeitet.

Ein tolles Buch, das ein Stück deutscher Geschichte erzählt, die mir so gar nicht geläufig war.

Zur Leserunde:
Mir hat die Leserunde  mit euch wieder sehr viel Spaß gemacht. Dankeschön an Titus für deine Begleitung und die Antworten auf unsere Fragen.

Ich habe meine Rezension auf Literaturschock.de, Amazon.de und dem Großen Literaturschock-Bücherforum veröffentlicht.
Liebe Grüße
Karin

Offline Titus Müller

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Vielen lieben Dank für eure Rezensionen, Nina2401 und oldenwaldcollies,

ich freue mich, dass euch "Nachtauge" so gut gefallen hat!  :)  Danke für's Mitmachen bei der Leserunde.

Herzliche Grüße,

Titus

Offline dubh

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Hallo zusammen,

nun möchte ich - leider etwas verspätet - meine abschließende Meinung zu Nachtauge kundtun. Schön wäre es, wenn auch die beiden anderen Teilnehmerinnen noch ihr Fazit verfassen und hier einstellen könnten, denn die Runde ist ja doch schon ein paar Wochen alt!

London während des II. Weltkrieges. Nachtauge ist der Name für eine junge deutsche Agentin, die London und den britischen Geheimdienst in Atem hält, indem sie wichtige Informationen an die Nazis funkt. Nun hat Eric Knowlden eine heiße Spur, Nachtauges Identität aufzudecken und sie zu fassen... Quasi in letzter Minute, denn der MI5-Offizier hat den dringenden Verdacht, dass die Deutsche über kriegsentscheidendes Wissen verfügt!

Zeitgleich in Deutschland: Georg Hartmann war vor dem Krieg ein passionierter Lehrer, nun ist er der Leiter eines Zwangsarbeiterinnenlagers nahe Dortmund, in Neheim. Sein Schwager hat ihm diesen "kriegswichtigen" Posten verschafft, damit er nicht zur Wehrmacht eingezogen wird. Doch schon bald kommen Gerüchte auf, dass Georg Hartmann nicht hinter den Ideen der Nationalsozialisten steht und es fällt auf, dass er sich mehr für die ukrainischen Zwangsarbeiterinnen, die in einer Munitionsfabrik unter schlimmen Bedingungen schuften müssen, einsetzt als die überzeugten Nazis um ihn herum es auch nur ansatzweise machen würden. Aber nicht nur, dass er sich für bessere Ernährung der Frauen einsetzt und ihnen heimlich Lektüre besorgt, nein, er beginnt sich auch noch in eine von ihnen zu verlieben...

Für mich war dieses Buch von Beginn an sehr packend, denn beide Erzählstränge haben ihre eigene Stärke: die Suche nach Nachtauge in England ist sehr spannend, denn die junge Agentin ist sehr gewieft und vor allen Dingen auch äußerst skrupellos. Aber auch die Frage nach dem Antrieb für ihr Handeln hat mich ziemlich neugierig gemacht... Auf der anderen Seite war aber auch das Geschehen in Neheim wirklich mehr als interessant: der Autor Titus Müller schafft es hier sehr gekonnt, die vielen Facetten der Menschen in dieser Zeit einzufangen. Es gibt nicht nur ein schlichtes Gut oder Böse, sondern die Hintergründe der wichtigsten Figuren werden beleuchtet und so verständlich gemacht. Da ist Georg Hartmann, der das System mit seiner Tätigkeit im Lager unterstützt, dennoch aber Skrupel und Moral besitzt. Auch wenn er vielleicht nichts großes unternimmt, so schreibt er Eingaben an höhere Stellen und hilft den Frauen täglich so gut es geht.
Aber auch die deutlich negativeren Gestalten wie der Blockwart Georg Hartmanns oder sein Schwager, ein GeStaPo-Mann, werden genauer beleuchtet und obwohl man ihnen keinerlei Sympathie oder Verständnis entgegenbringen kann und will, so begreift man die Motivation derjenigen.
Hinzu kommt, dass Titus Müller viele historische Details des Alltags aber auch des Kriegsverlaufes mit einstreut, so dass man im Prinzip nebenbei noch Fakten lernen kann - das hat mich in diesem facettenreichen Roman beeindruckt! Letztlich gab es für mich eigentlich nur einen minimalen "Kritikpunkt": ich hätte gerne noch mehr über die Handlung in England gelesen, noch mehr Agentendetails und der Jagd auf die Naziakteure gelesen... Sprich, der Roman hätte gerne noch ein paar Seiten mehr haben können! ;) So oder so: dieses Buch wird mir lange in Erinnerung bleiben, da es Tiefgang hat und zum Nachdenken anregt.

Fazit: Ein sehr guter Roman, der wirklich viel in sich vereint: eine tolle Sprache, packende Spannungselemente, gekonnt gezeichnete Figuren und perfekt eingestreute historische Fakten, die man vielleicht noch nicht aus den Geschichtsbüchern gekannt hat. Eine klare Leseempfehlung!


Zur Leserunde:

Eine sehr ruhige Runde, die mir nichtsdestotrotz viel Spaß gemacht hat! Vielleicht ist es schwer, bei einem so ausgereiften Roman noch viel Diskussionsstoff zu finden, ich weiß es nicht, aber mich hat er an vielen Stellen nachdenklich gemacht und deshalb habe ich mich gerade dann sehr über Eure Beiträge gefreut! Vielen Dank dafür!

Ein ganz besonderes Dankschön geht hier natürlich auch noch einmal an Dich, Titus, dass Du Dir die Zeit genommen und uns begleitet hast! Ich hoffe, dass es Dir auch Spaß gemacht hat und wünsche Dir viel Erfolg mit diesem Buch und viel Spaß weiterhin beim Schreiben!
« Letzte Änderung: 07. Juli 2013, 15:02:23 von dubh »
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline Jari

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Entschuldigt die verspätete Rezension. Ich bin so eine lahme Rezischreiberin :-[

Inhalt:

London während des Zweiten Weltkrieges: Seit drei Jahren fahndet der britische Geheimdienst MI5 jagd auf eine deutsche Spionin, die sich Nachtauge nennt. Während Nachtauge an einem grossen Plan feilt, ist ihr Eric Knowlden dicht auf den Versen.

Unterdessen tobt aber auch in Deutschland der Krieg. Der passionierte Lehrer Georg Hartmann leitet hier das Gefangenenlager, in welchem sich russische und ukrainische Gefangene die Seele aus dem Leib schuften. Als Georg auf die Gefangene Nadjeschka trifft, passiert Unglaubliches: Die Beiden verlieben sich...

Meine Meinung:

Titus Müller hat mich "Nachtauge" einen Roman geschrieben, der einen von der ersten Seite an mit seiner Dichte und seiner Atmosphäre packt. Ich fühlte mich direkt in die Zeit des Zweiten Weltkrieges versetzt, erlebte die Schrecken und Ängste mit und knabberte unterdessen im 21. Jahrhundert an meinen Fingernägeln.

Dass einen dieses Buch so packt, liegt vor allem daran, dass Müller wie kaum ein anderer Autor Fakten und Fiktion verbinden kann. In dieser Geschichte steckt nicht nur sehr viel Leben, sondern auch sehr viel Liebe zum Detail. Man merkt, dass der Autor sich intensiv mit dem Material beschäftigt hat. Vor allem der Anhang hat es mir angetan, in welchem erklärt wird, was Realität ist und was der Fantasie des Autoren entspringt.

Wirklich toll fand ich auch, dass man den Krieg aus jeder Sicht erlebt. Wir haben die geheimnisvolle und talentierte Nachtauge, den einfühlsamen Georg, der mit dem Krieg nichts anfangen kann, man trifft auf Vollblutnazis und auf Mitläufer. Sie alle tragen ihren Teil zur Geschichte bei. Zwar konnte ich mich nicht mit Nadjeschka anfreunden, sie ging mir sogar ziemlich auf die Nerven, aber sie konnte mich nur deshalb so gut nerven, weil sie so lebendig geschildert wurde.

Ich fühlte und litt mit den Figuren und der Geschichte mit und zwar bis zum grossen, tragischen Finale, über das ich hier aber nicht berichten werde, damit ihr das Buch ebenfalls lest! 

Fazit:

Ein genial recherchierter Roman über den Zweiten Weltkrieg, der es schafft, zu unterhalten ohne zu urteilen. Ein bravouröses Stück Literatur!

Zur Leserunde:

Leider war ich wegen meiner Augen recht stark eingeschränkt und konnte nicht so an der Runde teilnehmen, wie ich es gerne getan hätte. Das fand ich schrecklich schade :'( Jedoch fand ich Titus' Kommentare toll, weil da immer noch mehr Infos einflossen und ich so noch mehr tolle Dinge erfahren konnte.
PS: Ich darf die Medis langsam absetzen und kann deswegen nun wieder viel öfter und länger lesen 8)
//Grösser ist doof!//

 

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