Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 934 mal)

Offline Suse

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Gerne dürft ihr uns auch mitteilen, was euch an der Leserunde gefallen oder auch nicht so gut gefallen hat.
*** Bitte keine PNs ***

Offline Dani

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Meine Meinung zum Buch

Maike Maja Nowak ist bekannt aus dem Fernsehen mit ihrer Sendung „Die Hundeflüsterin“. In diesem Buch erzählt sie nun Geschichten aus ihrer reichhaltigen Erfahrung mit problematischen Hunden – oder vielmehr mit den Problemen, die die jeweiligen Menschen mit diesen Hunden haben. Obwohl ganz unterschiedliche Hunde und Probleme beschrieben werden, zieht sich ein roter Faden durch all die Erzählungen: die mangelnde Kommunikation zwischen Mensch und Hund und das daraus resultierende Unvermögen, richtig mit dem vierbeinigen Gefährten umzugehen, was dann wiederum dazu führt, dass der Hund unerwünschtes Verhalten anfängt und ausbaut.

Immer wieder erstaunlich fand ich in den Erzählungen, wie schnell mit der richtigen Kommunikation und Anleitung so ein unerwünschtes Verhalten unterbrochen und wieder in die richtige Richtung gelenkt werden kann. Oft sind es nur kleine Veränderungen, die aber ein völliges Umdenken innerlich erfordern – und die dann aber auch große Wirkung zeigen!
Natürlich ist es nicht in jedem Fall nur eine Kleinigkeit, die geändert werden muss, in vielen Fällen ist lange, intensive Arbeit erforderlich und dies natürlich vor allem beim Mensch und nicht nur beim Hund. Aber jede einzelne der Geschichten zeigt, dass es möglich ist und dass kein Hund ein hoffnungsloser Fall ist. In manchen Fällen ist es aber durchaus so, dass Hund und Mensch einfach nicht zusammenpassen und eine andere Kombination für beide besser sein kann. Auch dies muss man sich manchmal eingestehen, um allen Beteiligten ein glückliches und stressfreies Leben zu ermöglichen.

Die Geschichten sind teilweise recht kurz, dennoch bringt jede von ihnen ihre Botschaft rüber und animiert zum Nachdenken und Reflektieren der eigenen Mensch-Hund-Beziehung.

Wer einen Erziehungsratgeber erwartet, der wird hier vielleicht enttäuscht sein, denn es sind Einzelfälle, die hier beschrieben werden und immer wieder wird auch betont, dass die Handlungsweise der Autorin nicht zur Nachahmung empfohlen wird, denn sie ist instinktiv und individuell auf den jeweiligen Hund, den jeweiligen Menschen und die jeweilige Situation zugeschnitten. Es gibt eben kein Patentrezept, mit dem jedes MenschH-Hund-Problem zu lösen ist. Sich von diesem Gedanken zu lösen, ist für mich eine der wichtigsten Botschaften des Buches. Maike Maja Nowak zeichnet das Bild eines Handwerkskoffers voller Werkzeuge, von denen man einige getrost aussortieren kann, weil sie einfach veraltet und unnütz geworden sind, andere wiederum zwar ursprünglich nicht im Koffer waren, aber sich als hilfreich und sinnvoll gezeigt haben – immer jeweils auf die Situation angepasst!

Einige der Geschichten haben mich zum Lachen, andere beinahe zum Weinen gebracht – aber alle zum Nachdenken!
Liebe Grüße
Dani

Offline odenwaldcollies

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Inhalt:
Maike Maja Nowak erzählt in diesem Buch in elf Kurzgeschichten von Begegnungen mit Vierbeinern und ihren Menschen, die sie in ihrer langjährigen Tätigkeit als Hundetrainerin gemacht hat und ihr besonders im Gedächtnis und im Herzen geblieben sind. Dabei geht es weniger um die Vermittlung einer bestimmten Methode, sondern die Autorin möchte den Leser animieren, wieder mehr auf den eigenen Bauch und Instinkt zu hören, wenn es um unseren Umgang mit den Hunden geht.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist mein erstes Buch von Maja Nowak. Wäre es ein reiner Ratgeber zum Umgang mit Hunden gewesen, hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen, da meiner Meinung der Markt und die Medien ziemlich überschwemmt werden mit Büchern und Sendungen, bei denen man als Hundehalter das Gefühl hat, es gibt nur noch Problemhunde und den Hundehalter quasi „zwingt“, aus der  – meiner Meinung nach erschlagenden – Vielzahl an Erziehungsmethoden sich die für ihn geeignete Methode herauszuziehen, da sonst ein harmonisches Zusammenleben mit dem Hund unmöglich ist. Wenn der letzte Satz ironisch klingt: das ist Absicht!

Natürlich wird auch in diesem Buch aufgezeigt, wie Frau Nowak sich den Problemen zwischen Hundehaltern und ihren Vierbeinern angenommen hat – wäre die Beziehung nicht problembehaftet gewesen, hätten sie die Autorin nicht zu Rate ziehen müssen, aber dies geschieht nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern die Autorin möchte den Hundehalter dazu bewegen, sich mehr auf den vierbeinigen Partner einzulassen, seine natürlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen und wieder mehr intuitiv-instinktiv zu handeln.

Die Geschichten handeln von Hunden, die als Kindersatz fungieren oder unbedingt dominiert werden müssen, von Hunden, die süchtig sind oder die so fest in ihrem emotionalen Gefängnis festsitzen, daß die Halter verzweifelt sind, weil sie sie nicht alleine daraus befreien können.

Beim Lesen der Geschichten wird schnell klar, daß nicht die Hunde das Problem darstellen, sondern daß ihre Beziehung zu ihren Haltern oftmals gestört ist, daß die Erwartungen, die die Halter an ihre vierbeinigen Partner stellen, den Bedürfnissen der Hunden entgegenstehen. Der Hundehalter wird mit diesem Buch animiert, mehr auf diese Bedürfnisse zu hören, seine ihm zur Verfügung stehende Energie zur unmissverständlichen Kommunikation mit dem Hund zu nutzen und den Hund durch eine klare Präsenz zu leiten.

Dabei zieht die Autorin die dargestellten Personen nicht ins Lächerliche, sondern zeigt vielmehr auf, daß nicht die Hunde alleine Hilfe brauchen, sondern vielmals auch die Hundehalter, die ihrerseits durch psychische Probleme einem harmonischen Miteinander mit ihrem Hund im Wege stehen. Ebenso zeigt die Autorin an ihrer eigenen Person auf, wie eine Spielzeugsucht bei dem Hund ausgelöst werden kann, obwohl sie ursprünglich das gesundheitliche Wohl ihres Hundes im Blick hatte.

Mich haben die Geschichten berührt und zum Nachdenken gebracht.

Zur Leserunde:
Die gemeinsame Leserunde und das Buch haben mir viel Spaß gemacht. Vielen Dank an dich, Maja, daß du die Leserunde begleitet und uns einen Einblick in deine Arbeit gegeben hast.

Meine Rezension ist erschienen bei:
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Liebe Grüße
Karin

Offline smyrill

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Ich hatte bislang von Maja Nowak nur am Rande gehört und war nun sehr gespannt auf dieses Buch.

Maja schreibt sehr eindringlich und gut lesbar. Man stand quasi direkt dabei, neben den Hunden und Menschen. Das war klasse und das Buch ließe sich bestimmt locker in eins weglesen. (Ein Vergnügen was uns Leserunden-TN ja nicht vergönnt ist ;)

Die einzelnen Geschichten haben mich natürlich unterschiedlich berührt, aber allen gemeinsam  war, das Maja sich immer bemühte "dem auf die Spur zu kommen was der Hund braucht". Und das war für mich das wirklich Faszinierende - diese Art, auf einen Hund zuzugehen und ihn als Persönlichkeit zu erkennen.

Und wenn das bei den Menschen die das Buch lesen irgendwie ankommt - eben nicht "eine Form zu haben in die der Hund hineinpassen soll" sondern "einen Hund zu haben und zu versuchen, herauszufinden was der Hund braucht, dann wird das Buch vielen Menschen und Hunden helfen !

Mir war vorher ja nicht so bewußt, das eine Leserunde mit Kurzgeschichten einen wichtigen Aspekt weniger hat: das Spekulieren. Das fiel hier natürlich komplett weg, da wir das Ende der Geschichte ja dann jeweils schon kannten. Das war ungewohnt ;)
So bliebt dann viel weniger zu schreiben, zumal wir ja auch nicht in eine Hundeerziehungsdiskussion einsteigen wollten ;)
"Trotzdem" war es nett, mit Euch gemeinsam zu lesen und Eure Meinungen zu den Geschichten und "Randbemerkungen zum Thema Hund" zu erfahren.
Schade, das Maja so wenig Zeit für die LR hatte, aber das war ja wohl bereits im Vorfeld klar. Vielen Dank, das Du Dir trotz "wenig Zeit" welche für diese Leserunde genommen hat, Maja !!

Offline Rhea

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Wenn ich das alles schon gewusst hätte...


Ich liebe Hunde, aber leider habe ich keine Zeit für einen Hund und begnüge mich mit Katzen. Trotzdem war ich super neugierig auf das Buch von Maike Maja Nowak, die ich bis dahin nicht gekannt habe. Ich wusste nicht, dass sie eine „Hundeflüsterin“ ist und hatte auch noch nie einen ähnlichen Beitrag gesehen.

Die Geschichten, die in dem Buch erzählt werden sind so interessant und gut geschrieben, dass man sie eigentlich in einem Stück lesen möchte. Jede Geschichte ist anders und sie erzählen viel über das Verhältnis von Hund und Mensch.
Oft habe ich mich schon gewundert, wie sehr die Hunde schon äußerlich ihren Besitzern ähneln, aber ich konnte mir das nicht erklären. Gleich in der ersten Geschichte konnte ich lernen, dass man bei der Auswahl des Hundes darauf achten sollte, welche Art Hund man auswählt, nicht allein die Rasse ist wichtig (und welche Besonderheiten die mit sich bringt) sondern auch welche Stellung der Hund normalerweise im Rudel einnimmt oder, wenn es ein Hund aus dem Tierheim ist, welcher er bisher eingenommen hat. Es war für mich sehr, sehr spannend zu lesen, wie man mit diesen verschiedenen Hunden umgeht, dass es einen Leithund gibt, wusste ich schon, aber nicht, dass es auch Hunde gibt, die in der Mitte und nach hinten absichern, dass es Hunde gibt, die einen „Leithund“ brauchen, weil sie sich sonst ungeschützt vorkommen oder die Beschützerrolle übernehmen ohne eigentlich dafür geschaffen zu sein. Ich hatte Hunde und jetzt weiß ich, was ich alles hätte ganz anders machen können, aber auch, was ich richtig gemacht habe
Für mich war auch spannend zu lesen, dass es ziemlich hilfreich ist Psychologe zu sein und fast nebenbei die Hundebesitzer zu therapieren.

Allerdings nicht jeder Mensch erkennt, dass er derjenige ist, der eine Therapie benötigt. Leider ist da  auch ein Hundetrainer ziemlich machtlos.
Schlimm war es zu erkennen, dass der Beruf des Hundetrainers nicht geschützt ist und man sich also nicht  darauf verlassen kann, einem wirklichen Hundekenner sein Vertrauen zu schenken. Auch die Tatsache, dass man einen Scharlatan nicht verklagen kann, wenn er den Hund falsch behandelt hat.

Jede Geschichte brachte Neues und Spannendes, Trauriges und Schönes.
Es hat mir viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen und ich habe es schon als Geschenk geordert, denn  ich weiß, dass ich damit allen, die Hunde lieben. Freude bereiten kann

Fazit:
Ein Buch, dass Lust macht, sich mit Hunden zu beschäftigen und darüber hinaus ein Lesevergnügen ist.


Vielen Dank an die Leserunde, ohne die ich das Buch nicht kennengelernt hätte und viele der Kommentare von Hundebesitzern in der Runde waren schön zu lesen und ergänzten die Geschichten mit eigenem Erleben..
Vielen Dan auch an Maja für die weiterreichenden Erklärungen zum Beispiel über bestimmte Praktiken und Möglichkeiten, die sich aus einer guten Zusammenarbeit mit Tierheimen ergeben können und zu einigen Rechtlichen Problemen.

Habe die Rezension auch bei Amazon eingestellt.


« Letzte Änderung: 28. November 2013, 10:15:04 von Rhea »

 

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