Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 3096 mal)

Offline Dani

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier in der Leserunde und auf der Hauptseite (keine extra Anmeldung notwendig) einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns natürlich, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!
Liebe Grüße
Dani

Offline Rosenprinzessin

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Vielen Dank schon einmal für die Leserunde, die mir sehr gefallen hat. Ich werde natürlich weiterhin noch in die Diskussion reinschauen, aber meine Rezension habe ich schon verfasst.

Inhalt:Elena und Rico sind ein Paar. Sie sind glücklich miteinander und sehr verliebt. Kurz vor ihrem ersten Jahrestag jedoch wird Rico von einem Lkw angefahren und schwer verletzt. Er fällt ins Koma. Auf der Suche nach einigen seiner persönlichen Dinge findet Elena eine Liste, die Rico zusammengestellt hat: Zehn Dinge, die er vor seinem Tod unbedingt mit Elena machen bzw. erleben möchte.

Elena beschließt, diese Dinge für Rico "abzuarbeiten".

Mein Leseeindruck:


Es fällt mir nicht leicht, dieses Buch zu beurteilen. Einerseits hat es mir sehr gut gefallen, andererseits gibt es ein paar Punkte, die ich leider zu kritisieren habe.

Das Thema finde ich großartig! Ich mag Jugendbücher, die sich mit ernsten Themen beschäftigen und vielleicht manchmal auch zum Nachdenken anregen.

Anhand des Themas habe ich mit einem gefühlvollen Buch gerechnet, und genau hier liegt auch mein Problem. Ich habe die großen Gefühle vermisst. Ich habe das Buch gelesen, und es stellte sich bei mir leider kein Gefühl ein. Keine Traurigkeit, weil Rico im Koma liegt und es ihm schlecht geht. Keine Verzweiflung von Seiten Elenas. Keine Schuldgefühle, keine Hoffnung.

Eigentlich ist es wirklich nicht schwer, mich zum Weinen zu bringen. Mir kommen schnell die Tränen, wenn ich traurige Bücher lese oder auch Geschichten, die mich berühren. Bei diesem Buch musste ich nicht weinen, und das hat mich gewundert, denn eigentlich hätte es das Potenzial dazu gehabt.

Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen, auch wenn ich mich dank des doch eher ungewöhnlichen Schreibstils erst mal einlesen musste. Die Sätze sind alle sehr kurz und knapp gehalten, teilweise abgehackt und direkt auf den Punkt gebracht. Ich vermute auch, dass dieser Schreibstil der Grund dafür ist, dass mir die Gefühle in diesem Buch nicht vermittelt werden konnten.

Trotzdem ist "Was ich dich träumen lasse" aber auf jeden Fall lesenswert!
Lesen aus Leidenschaft

Offline odenwaldcollies

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Inhalt:
Die beiden Abiturienten Elena und Rico verbindet seit einem Jahr eine sehr innige Liebe miteinander – gemeinsam schmieden sie Pläne für die Zeit nach dem Abitur. Ein Unfall, bei dem Rico ins Koma fällt, zerstört alle Pläne. Durch Zufall stößt Elena auf eine Top Ten-Liste von Rico auf der Dinge stehen, die er machen will, bevor er stirbt. Unterstützt durch den Krankenpfleger Tim macht sie sich daran, die Liste für Rico abzuarbeiten.

Meine Meinung:
Als erstes ist mir die Gestaltung des Covers und des Buchdeckels sehr positiv aufgefallen. Die warmen Farben des Covers mit den Heißluftballons vermitteln eine friedliche Atmosphäre, der großzüge rote Druck auf dem oberen Buchdeckel sieht ebenfalls sehr ansprechend aus.

Das Buch beginnt mit „Tag 1“, dem Tag, an dem Rico durch den Unfall in das Koma fällt. Jedes Kapitel beschreibt die folgenden Tage voll Hoffen und Bangen um sein Leben. Die Sprache des Buches ist sehr intensiv, oftmals bestehen Sätze nur aus wenigen Worten, manchmal sogar nur aus einem Wort, um die jeweilige Stimmung oder die Ohnmacht besser beschreiben zu können.

Der Handlungsstrang der Gegenwart wird immer wieder durch Elenas Rückblicke und Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit Rico unterbrochen, häufig durch vergangene Dialoge, die  dadurch gekennzeichnet sind, daß sie eingeschoben mit einem Punkt beginnen. Dadurch erfährt der Leser, wie sich die Beiden kennengelernt und angenähert haben.

Die Beschreibung der Charaktere ist sehr gut gelungen, wie die Autorin die Eigenheiten und Ängste  nach und nach freilegt. Rico ist einfach nur sympathisch, er hat immer ein Lachen im Gesicht und verfügt über eine enorme positive Ausstrahlung, der sich damals auch Elena nicht entziehen konnte.
Er liebt Elena rückhaltlos und legt ihr sein Herz zu Füssen. Zudem kann er ziemlich albern sein und es macht ihm nichts aus, sich auch mal zum Affen zu machen.

Elena dagegen hat einige Ecken und Kanten: sie hat eine etwas schroffe und teilweise abweisende Art, wenn ihr jemand zu nahe kommt. Am Anfang der Beziehung zu Rico macht sie immer wieder Rückzieher, immer wieder zieht sie eine Mauer um sich hoch, die Rico jedoch mit seiner sanften Art einreissen kann. Sie ist eher der vernünftige Typ, die nicht unbedingt auffallen möchte. Sie lebt mit ihrer Mutter zusammen, aber es scheint in ihrer Vergangenheit etwas zu geben, worüber Elena nicht sprechen möchte. Außerdem fühlt sie sich schuldig an Ricos Unfall.

Der Krankenpfleger Tim kommt bei seinem ersten Auftritt nicht sehr sympathisch rüber, er hat eine sehr zynische Art. Aber er konfrontiert Elena mit den Tatsachen und bringt sie dazu, Ricos Top Ten-Liste abzuarbeiten, weil er der Meinung ist, daß ihr das guttun wird. Er hilft ihr dabei, egal, wie sie ihn behandelt.

Das Ende des Buches hat mir sehr gut gefallen und wird mich sicherlich noch ein paar Tage beschäftigen – außerdem hat mich am Ende eine Nebenfigur noch sehr positiv überrascht.

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, über die eigene Vergänglichkeit und verpasste Möglichkeiten und ob man nicht ab und an einfach mal was Verrücktes tun sollte, denn wer weiß, ob sich nochmal die Gelegenheit dazu bietet.

Zur Leserunde:
Die gemeinsame Leserunde hat mir sehr viel Spaß gemacht, es ist immer wieder interessant, wie unterschiedlich Bücher und Charaktere auf die einzelnen Leser wirken. Dir, liebe Franziska, ein herzliches Dankeschön für deine Unterstützung und ich würde mich freuen, wenn wir uns zu einem deiner zukünftigen Bücher hier wieder lesen würden.

Meine Rezension erscheint bei:
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Liebe Grüße
Karin

Offline Dani

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Es wäre schön, wenn ihr eure Rezensionen (wenn nicht bereits geschehen) auch auf Literaturschock einstellt - eine extra Anmeldung ist nicht nötig  :winken:
Liebe Grüße
Dani

Offline Zara

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Zur Leserunde:

Der Gedankenaustausch mit Euch hat mir sehr viel Spaß gemacht. Hier hat sich mal wieder gezeigt, wie unterschiedlich Charaktere aufgefasst werden. Mir hat's gefallen  :)

Meine Meinung:

Erstmal zum Cover: Das hat mir gleich gut gefallen, und ich finde, der Inhalt des Buches passt auch super dazu. Richtig gut hat mir auch das gefallen, was sich unter dem Schutzumschlag verbirgt. Schön schlicht, aber durch die Heißluftballone dann wieder speziell.

An die Geschichte bin ich mit gemischten Gefühlen gegangen. Zum einen ist es gar nicht mein Beuteschema und irgendwie hatte ich auch "Angst" vor dem Thema. Jetzt bin ich aber wirklich froh, es gelesen zu haben.
Die Sprache hat mich sofort gefangen genommen und das Buch hat mich praktisch aufgesogen. Die Sätze sind alle sehr kurz gehalten, fast schon abgehakt. Aber das passt einfach zu Elena und bringt die Stimmung des Buches richtig gut rüber.
Es bleibt fast bis zum Schluss offen, wie es denn nun mit Rico ausgeht. Ein bangen und hoffen, aber durch Rico gibt es auch immer wieder etwas zu Lachen. Durch eingefügte Rückblenden erfährt man häppchenweise so einiges über Elena und Rico vor dem Unfall. Gut gemachte Einschübe, durch die ich durch das ganze Buch viel zu spekulieren hatte.

Zu Elena hatte ich gleich einen Zugang gefunden und konnte sie gut verstehen und mitfühlen. Sie fährt gerne mal die Ellenbogen aus und ist auch sonst sehr direkt. Mit Rico hatte ich erst so meine Probleme. Er ist ein Gutmensch und sieht alles nur positiv. Aber wenn er anders gewesen wäre, hätte die Geschichte einfach nicht mehr gepasst. Er muss so sein, wie er ist.
Eine große Überraschung war für mich der Krankenpfleger Tim. So unausstehlich er am Anfang auch ist, umso mehr habe ich ihn am Schluss gemocht  :-*

Ich konnte in der Geschichte versinken und brauchte auch einige Tage, um wieder voll auftauchen zu können. Ein Buch, das mich sehr nachdenklich gestimmt hat, aber auch nicht mit Lachern gespart hat.


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« Letzte Änderung: 29. Januar 2014, 21:37:28 von Zara »
Liebe Grüße,
Zara

Offline JanaBabsi

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(K)Eine Chance für die Liebe ?

Elena und Rico, 2 Jugendliche kurz vor dem Abitur, sind bis über beide Ohren ineinander verliebt. Der 1. Jahrestag ihrer Beziehung steht kurz bevor. Weil Rico nach der Schule seine Eltern besuchen möchte trennen sich die Beiden auf dem Heimweg aber sie albern noch über die Straße hinweg miteinander herum. Dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu: Riko wird von einem LKW überfahren und fällt anschließend ins Koma.

Im Krankenhaus lernt Elena den Pfleger Tim kennen, ein vermeintlich großkotziger junger Man der um keinen Spruch verlegen ist.

Elena macht sich auf die Suche nach Dingen mit denen sie das Koma von Rico durchdringen könnte – in seinem Zimmer sucht sie nach Büchern um sie ihm vorzulesen oder nach seiner Lieblingsmusik und findet auf seinem Computer eine Liste „TOP TEN der Dinge die ich machen will, bevor ich den Löffel abgebe. (alle zusammen mit Elena)“.

Elena beschließt diese Liste für Rico abzuarbeiten und in Pfleger Tim findet sie einen unerschrockenen Helfer für ihre Vorhaben.

Zum Buch:
Das Cover des Buches ist sehr schön und ansprechend – und wenn man das Buch zu Ende gelesen hat, dann weiß man auch was es mit dem Heißluftballon und den Bäumen auf sich hat.

Der Schreibstil ist meiner Meinung nach gewöhnungsbedürftig. Kurze, fast schon abgehackte Sätze ließen mich auf den ersten Seiten denken „Neee, das geht gar nicht“. Aber irgendwie passt die Sprache dann doch genau zum Buch – sie vermittelt einem das Gefühl des Schocks den Elena bekommen haben muss als ihr Rico vor ihren Augen überfahren wurde. Für Elena bricht eine Welt zusammen.

Nachdem ich mich mit dem Schreibstil ausgesöhnt hatte, war ich sehr schnell vom Buch gefesselt. In eingerückten Absätzen bekommt man immer wieder Einblicke in das Leben von Elena und Rico, ihre Zeit als Paar, die Zeit in der sie sich gefunden haben, ihre Herkunft.

Der Pfleger Tim ist jetzt nicht unbedingt die sympathischste Person im Buch aber er ist genau das was Elena braucht – jemand der Klartext redet. Und vielleicht dadurch ein besserer Freund als die Freunde die sich von einem abwenden weil sie mit der Situation nicht umgehen können.

Da mich das Buch so berührt hat, habe ich es fast in einem durchgelesen.

Zur Leserunde:
Herzlichen Dank an Franziska für die nette Begleitung der Runde und auch Dankeschön an meine MitleserInnen, es war wie immer sehr nett mit Euch.

Es war mein 1. Buch von Dir, Franziska, aber ganz sicher nicht mein letztes. Ich freue mich schon auf eine eventuelle gemeinsame Leserunde hier zu einem neuen Buch von Dir.

Meine Rezension ist außer hier im Forum zu finden bei:
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www.thalia.de

außerdem geteilt über meine Facebook- und Google+-Seiten  ;)
« Letzte Änderung: 31. Januar 2014, 18:55:29 von JanaBabsi »
Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

Mein Buchblog: Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie

Offline Lovelysecrets

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Kurzbeschreibung:
Elena ist mit Rico sehr glücklich. Doch durch einen schweren Autounfall liegt Rico tief im Koma. Täglich versucht Elena, Rico zu zeigen, wie wundervoll und lebenswert das Leben sein kann. Und vor allem für eins ist es lohnenswert zu kämpfen: für die Liebe.


Meinung:
"Was ich dich träumen lasse" ist eine schöne und zugleich auch traurige Geschichte über die Liebe, Glück und Verlust. Die Geschichte bringt den Leser zum Lächeln, zum Dahinschmelzen aber auch zum Weinen. Zwischen den Zeilen wird es deutlich, wie Moll selbst die Geschichten mit Gefühlen erzählt.

Der Schreibstil ist außergewöhnlich. Man muss sich als Leser zunächst auf den Schreibstil gewöhnen. Daher ist der Anfang etwas holprig. In den Gesprächen zwischen Rico und Elena sind meist kurze Sätze vorhanden, die auch ab und zu Mal 1-2 Wörter enthalten. Dies erschwert anfangs den Lesefluss und ist auch etwas verwirrend. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich als Leser daran und kann auch anschließend flüssig lesen.
Des Weiteren habe ich mir an einigen Stellen gewünscht, dass man mehr in die Tiefe hätte gehen können. Vor allem das Ende hätte etwas länger und tiefsinniger sein können.

Elena finde ich zwar nett, aber irgendwie konnte ich mich nicht wirklich mit ihr anfreunden. Aber ihr Glück, ihre Liebe und auch ihr Verlust habe ich gefühlt. Es hat mich zutiefst berührt.
Rico hingegen finde ich sehr sympathisch und habe ich sofort lieb gewonnen. Er wirkt sehr lebendig und hat Freude am Leben. Vor allem ist er sehr romantisch, was ich total süß finde.

Das Ende ist nicht vorauszusehen. Es hat mich sehr überrascht und emotional getroffen.
Die Geschichte regt zum Nachdenken an und macht einem bewusst, wie wertvoll das Leben sein kann, wie dankbar wir sein sollen, dass wir unsere Liebenden an unserer Seite haben und das Leben mit ihnen genießen können. Das ist das größte Glück, das wir je besitzen können.


Lieblingszitat:
"Lächeln und Weinen liegen ebenso nah beieinander wie Liebe und Verlust."


Fazit:
"Was ich dich träumen lasse" ist eine rührende, herzzerreißende Geschichte mit einer sehr realitätsnahen Thematik, die den Leser zum Nachdenken bringt.

Offline Dani

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Zum Buch

Elena und Rico sind schwer verliebt. Obwohl sie total unterschiedlich sind, verbringen sie jede freie Minute miteinander und vor allem Rico plant bereits ihr gemeinsames Leben. Elena ist etwas zurückhaltender, hat sie es doch bisher nicht immer so leicht im Leben gehabt wie Rico, der in einer liebevollen Familie aufgewachsen ist und noch nie wirklich etwas Böses erlebt hat.

Doch dann geschieht ausgerechnet ihm etwas Schreckliches! Er wird von einem Lastwagen angefahren und fällt ins Koma. Niemand weiß, ob er wieder aufwachen wird.

Elena ist verzweifelt, denn auch sie kann sich ein Leben ohne Rico eigentlich nicht mehr vorstellen. Ihre Freunde sind hilflos, und auch ihre Mutter ist keine Unterstützung für das Mädchen.
Dann findet Elena eine Liste mit Dingen, die Rico unbedingt in seinem Leben tun und erleben wollte. Eigentlich wollte er all diese Dinge gemeinsam mit ihr tun, aber nun macht sie sich alleine daran, die Liste abzuarbeiten.

Zur Seite steht ihr dabei ein junger Krankenpfleger. Tim scheint der Einzige zu sein, der sie versteht, auch wenn anfangs ziemlich ruppig, zynisch und unsensibel wirkt.

Das Buch fesselt durch einen ganz besonderen Schreibstil. Nachdem ich ein paar Seiten gebraucht habe, um mich in diesen Stil hineinzufinden, konnte ich das Buch allerdings kaum noch aus der Hand legen. Es umfasst nur gute 250 Seiten, auf diesen breitet sich aber eine unglaublich intensive Handlung aus. Nach und nach erfahren wir mehr über die Beziehung zwischen Elena und Rico, über Elenas Vergangenheit und natürlich wie sie die Punkte auf der Liste angeht.

Keine leichte Lektüre, obwohl es auch immer wieder Stellen zum Schmunzeln gab, sondern ein Buch, das den Leser auch nach dem Zuklappen noch beschäftigt und zum Nachdenken bringt!


Zur Runde:
Vielen Dank an alle Teilnehmer und natürlich besonders an Franziska für die Diskussion und das gemeinsame Lesen!
Liebe Grüße
Dani

Offline schlumeline

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Ein wirklich sehr emotionales Buch, das mich sehr bewegt hat. Die Leserunde war interessant, weil es doch zu einigen Punkten unterschiedliche Meinungen gab und hat mir, wie eigentlich immer hier in diesem Forum, sehr viel Freude bereitet. Hier nun meine Rezension:

Elena und Rico sind glücklich und haben große Zukunftspläne. Bald ist ihr erster Jahrestag, doch das Leben holt die junge Liebe auf den Boden der Tatsachen zurück als Rico durch eine Unachtsamkeit in einen Unfall verwickelt wird und fortan im Koma liegt. Elena ist verzweifelt, denn Rico war ihr ein und alles. Ein lebenslustiger junger Mann, der Elena einfach mitgerissen hat und immer für sie da war. Elena klammert sich genau wie die Familie von Rico an die Hoffnung, dass Rico bald wieder aus dem Koma erwacht und alles wieder wird wie vorher. Elena spricht mit Rico, spielt ihm Musik vor und ist so oft es geht in seiner Nähe. Es gefällt ihr gar nicht, dass ihre Bemühungen von einem Krankenpfleger namens Tim belächelt werden, weil dieser der Auffassung ist, dass Rico gar nichts von dem mitbekommt, was seine Angehörigen veranstalten.

Als Elena eine von Rico geschriebene Liste mit zehn Dingen findet, die er unbedingt noch vor seinem Tode erleben wollte, macht sie sich daran die Liste abzuarbeiten. Auf den ersten Blick scheint es als ob Elena diese Dinge gar nicht erledigen kann ohne ihren Rico, aber das junge Mädchen entwickelt hier ganz einfallsreiche Ideen.

„Was ich dich träumen lasse“ ist ein sehr emotionaler und berührender Roman. Jeder kann sich vorstellen wie schrecklich es ist, wenn ein geliebter Mensch plötzlich im Koma liegt und jeder in dieser Situation wird sicherlich hoffen und bangen. Hier bangt der Leser um Elena und um Rico. In Rückblicken erfährt der Leser etwas über die Entstehung und den Verlauf der Beziehung zwischen Rico und Elena und kommt damit den Charakteren näher. Während Rico es im Leben immer leicht hatte und durchaus ein auf Anhieb vollkommen sympathischer Mensch ist, hat Elena einiges durchmachen müssen und das merkt man ihrem Charakter auch deutlich an. Sie ist nicht so offen, hin und wieder zickig und oft unnahbar.

Die Geschichte ist insgesamt sehr traurig. Sie liest sich zwar leicht, aber ich habe mich emotional gefühlt wie auf einer Achterbahnfahrt. Hier kommt man einfach nicht umhin über das Leben an sich nachzudenken. Die Botschaft, die in diesem Buch steckt wird jedenfalls sehr deutlich: Man sollte das Leben jeden Tag, jede Stunde und jede Minute genießen und sich nicht an Belanglosigkeiten aufhalten.

„Was ich dich träumen lasse“ ist eine Aufforderung zu leben und ein Buch, das nach dem Lesen noch lange die Gedanken prägt.
Lesen ist meine Leidenschaft

Offline Fynigen

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Oh mein Gott, mir ist eben siedendheiß eingefallen, dass ich völlig vergessen habe die Rezi zu schreiben  :boahnee: Ich hatte so viel Stress in letzter Zeit, Schande über mein Haupt. Und heute Abend schon wieder nen Termin. Ich schreibe sie am Wochenende! Entschuldigt. gott, ist mir das peinlich :-(

Offline Fynigen

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So, Wochenende gerade begonnen. Und nun auch gleich die Rezi!

Hier ist sie:

Elena und Rico sind schwer verliebt! Eine Liebe die für die Ewigkeit sein soll. Beide können sich ein Leben ohne den anderen nicht mehr vorstellen. Dabei sind beide erst kurz vor dem Abitur und sollten sich eher Gedanken ums Abi machen. Dies ist jedoch, vor allem für Rico, nebensächlich, denn er will nur seine Elena. Kurz vor ihrem ersten Jahrestag geschieht das schlimmste, was einem verliebten Pärchen nur passieren kann. Rico hat einen Unfall und fällt ins Koma. In dieser Zeit findet Elena durch zufall eine Liste, die Rico geschrieben hat, mit 10 Wünschen die er zusammen mit oder für Elena erleben/machen möchte. Nun ist es Elena die die Liste für Rico abarbeitet und ihn auf ihre Weise daran teilhaben lässt. Kann sie ihm helfen so aus dem Koma wieder zu ihr zu kommen? Wird er wieder aufwachen? Und wie wird es sein? Oder ist doch der Tod stärker als jede Liebe?

"Was ich dich träumen lasse" beginnt mit " Tag 1" nach dem schrecklichen Unfall, als Rico im Koma liegt. Jedes Kapitel wird als "Tag" gekennzeichnet. Die Geschichte hat immer wieder "Einspieler" aus der Vergangenheit was die beiden Protagonisten gemeinsam, oder aber auch alleine, erlebt haben. Für den Leser ist dies leicht zu erkennen, denn dieser Vergangenheitsform ist mittig geschrieben, so dass man sofort weiß, dass es nicht in der Gegenwart ist. Die Stimmung und die Gefühlslage der Protagonistin ist deutlich spürbar gewesen. Die Autorin hat es durch ihren Schreibstil, prägnatene Sätze oder auch nur Worte bringen die Stimmung perfekt rüber. Sie Spannung bleibt bis zum Ende erhalten.

Das Buch hatte mich recht schnell in seinen Bann gezogen, und ich muste Kapitel für Kapitel durchlesen, denn ich wollte unbedingt erahren wie es endet. Das Buch. Die Liebe der beiden. Gibt es Hoffnung? Gibt es ein Happy End oder endet es traurig. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Trotz allem wurde ich einfach nicht warm mit der Protagonistin. Sie hat zum teil für ein 18jähriges Mädchen ZU erwachsen gehandelt, so dass es schwer war es nachzuvollziehen, wenngleich man sich im selben Moment auch gut vorstellen konnte, dass sie unter Schock einfach nur funktioniert um ihre große Liebe aus dem Koma zu "befreien". Trotz alle dem sind die Gefühle nicht wirklich angekommen bei mir. Ich hatte das Buch wie gesagt schnell durch, da ich wissen wollte wie es endet, aber das "WOW"-Erlebnis am Ende, dass ich noch total in der Geschichte gefangen bin, das hat mir leider gefehlt. Aus diesem Grund, vergebe  ich für dieses Buch 3 Sterne, denn ich hatte schöne Stunden damit, aber eben ohne "WOW"-Erlebnis.



Vielen lieben Dank nochmal, dass ich bei der LR dabei sein durfte!  :)

Offline Rhea

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Das war eine sehr interessante Leserunde, denn teilweise wurden die Personen ja sehr unterschiedlich gesehen. Das zeigte sich ja auch in einigen Rezensionen. Vielen Dank für die Diskussionen und vielen Dank auch an die Autorin für die Begleitung der Leserunde.

Was ich Dich träumen lasse –

Dieses Buch habe ich ausgewählt zum Lesen, weil es eine interessante Grundstory hat. Was hört ein Koma Patient, wie geht man als Verwandte, Liebende mit der Tatsache um, dass man keinerlei Reaktion auf alle Versuche erhält, in Kontakt zu treten. Wie verarbeitet man die Tatsache, nicht zu wissen, ob der geliebte Mensch wieder aufwachen wird.

Der Schreibstil des Buches, in der verkürzten und knappen Form, in der Jugendliche mit einander kommunizieren, war zwar neu für mich, aber ich fand ihn den Protagonisten angepasst. An einigen Stellen hatte ich allerdings Probleme zu wissen, wer nun gerade spricht oder denkt. Dabei entstanden teilweise lustige Irrtümer.
Mir haben alle Personen dieses Buches sehr gut gefallen. Sie werden sehr authentisch dargestellt mit guten und problematischen Seiten. Elena, die weibliche Hauptperson, ist selbst ein sehr komplizierter Charakter, denn sie hat kein leichtes Leben gehabt. Rico ist jemand, der in ihr das Potenzial sieht, welches anderen verborgen bleibt. Sie ist ein sehr emotionaler Mensch. Sie geht sehr aufmerksam durchs Leben und liebt die Menschen um sich, auch wenn sie dies nicht so offensichtlich nach außen zeigt. Rico hat sich vorgenommen, Elena gesund zu machen. Aufgrund dessen, dass beide sehr starke und tiefe Gefühle entwickeln, ist ihre Liebe auch sehr intensiv.
Rico hat einen Unfall, an dem sich Elena eine Mitschuld gibt und er liegt danach im Koma.
Nun versucht Elena ihm zu helfen, indem sie mit ihm redet, seine Lieblingsmusik spielt und in jeder Hinsicht versucht, ihm nah zu sein. Dann findet sie die Liste. (Übrigens kenne ich die Liste erst seit den letzten Jahren, war das hier schon immer ein Brauch? Ich  dachte der kommt aus USA?). Also die Liste mit Dingen, die Rico im Leben machen wollte. Gleich beim Lesen dieser Liste war mir klar, dass es eine besondere Liste ist. Es handelte sich nicht um Dinge, die Rico allein im Leben machen wollte, sondern gleich in der Überschrift steht, dass er die Dinge mit Elena machen wollte. Er hatte sich also schon auf die feste Beziehung mit ihr eingestellt und sein Glück fest mit ihrem verbunden. Wie aber sollte sie eine Liste „abarbeiten“ wenn es auf dieser Liste um sie selbst geht? Die Tragik der Situation war an der Stelle sofort klar. Aber auch hier wird die Liste zu einer Art Halteseil für die unter Schock stehende Elena. Schlimm ist es, dass nur zwei Personen im Buch erkennen, dass Elena unter Schock steht und so sich von ihren näheren Bekannten sich keiner um sie kümmert bzw. ihr Umfeld unsicher ist, wie mit ihr umgegangen werden soll. Das ist bestimmt etwas, was die meisten Leser kennen. Wie geht man mit Menschen um, die gerade großen Kummer haben, eine schlimme Nachricht erhalten haben, einen Menschen verloren haben. Oft stehen wir hilflos da und die üblichen Floskeln sind so leer.
Tim, ein Krankenpfleger, der Elena beobachtet, sieht ihre Bemühungen und erkennt die Ursache ihrer Starrheit und der fehlenden Tränen. Mit einer riesigen Portion Verständnis und Geduld versucht er Elena aus dem Schock zu leiten.
Gelacht habe ich öfter in diesem Buch und das scheint mir etwas sehr Gutes zu sein. Der Kummer überschattet nicht das gesamte Buch. Elena erinnert sich oft an die schönen und  lustigen, liebevollen und intensiven Stunden mit Rico.
Das Buch drückt nicht auf die Tränendrüsen, aber es berührt. An keiner Stelle wirkt die Liebesgeschichte schwülstig oder kitschig. Für mich stand nicht Rico im Mittelpunkt, sondern die Genesung Elenas. Besonders hat mir gefallen, dass immer wieder gezeigt wird, nicht nur an Elena, wie sich Kern und Schale der Menschen unterscheiden.

Fazit

Ein interessantes Buch für Jugendliche und die, die diese verstehen wollen. Ein Buch über große natürliche Gefühle, Mut und das Wiederaufstehen nach einem Schicksalsschlag.

Offline Nad

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Inhaltsangabe:

Elena ist bis in die Tiefe ihrer Seele erschüttert. Ein Leben ohne Rico ist für sie nicht denkbar, nicht fühlbar. Wie kann sie Rico in die Schwärze seines Komas helfen? Dann findet sie auf seinem Computer eine Liste: die Top Ten der Dinge, die Rico vor seinem Tod noch erleben und tun wollte. Elena fasst einen Entschluss: Solange Rico nicht selbst sein Leben leben kann, wird sie seine Top Ten arbeiten und ihm jeden Tag von ihren Erfahrungen berichten. Ihr zur Seite steht ganz unerwartet ein hartgesottener junger Krankenpfleger, der für jede Gelegenheit den unpassendsten Spruch parat hat. Seine Freundschaft hilft Elena, Rico nah zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben. Sie weiß, es lohnt sich, bis zum Ende zu kämpfen.
(Quelle des Klappentextes)


Meine Meinung:

Ich dachte erst bei dem Titel und dem Klappentext bleibt bestimmt kein Auge trocken, bei dem ein oder anderen der das Buch gelesen hat oder noch ließt war/wird das bestimmt auch so sein. Letzt endlich sind bei mir die Tränen zwar nicht geflossen, aber trotzdem hat mich Franziska Molls Geschichte über Elenas und Ricos große Liebe sehr berührt.
Was mir aber noch mehr gefallen hat als die vielen sehr starken Gefühlen war der leichte aber auch interessante Schreibstil von Franziska Moll. Besonders gut und auch neu fand ich wie sie Gedanken, Diskussionen oder Erinnerungen verfasst hat. Hier ein kleinen Beispiel, weil ich es kaum erklären kann:

Zitat
.Meine Nase ist überdurchschnittlich.
.Überdurchschnittlich groß?
.Ist sie?
.Nein, überdurchschnittlich schön.Für einen Mann gerade die richtige Größe.
.Und sie kann überdurchschnittlich gut riechen.
.Riechst du das?
.Meine Hand?
.Meine Faust.
Ähm Knoblauch.
.Friedhof.
...

Das passte so gut in diese Jugendbuch, es war flott, spritzig, witzig, aber auch ernst oder voller Gefühle. Und für mich echt mal was anderes/neues.

Jetzt aber erst einmal noch zu der Charakteren: Rico habe ich direkt in mein Herz geschlossen, er ist super sympathisch, leider lernt man ihn nur aus den Erinnerungen von Elena kennen, ob sie ihn nur so gesehen hat und er auch andere Seiten hat, weiß man nicht. Er scheint sehr Lebensfroh und total verliebt, er gibt nicht nur Elena Kraft auch ihre Mutter merkt den positiven Effekt den Rico in ihr Leben bringt.
Elena selber und auch ihre Mutter waren mir nicht sonderlich sympathisch, unsympathisch auch nicht, eher neutral. Sie hängt sehr an Rico, und ich fand sie hat sich auch ein wenig abhängig gemacht. Das sie für Rico die Liste abarbeiten ist ja echt ein süßer Gedanke, und viele Umsetzungen gefallen mir auch, aber manchmal geht sie sie Sache total falsch an. Aber dadurch bekommt man einen Einblick in ihre Vergangenheit.
Tim der Krankenpfleger ist echt gewöhnungsbedürftig, er hat, finde ich eine unmögliche Art gegen über den Angehörigen, aber für Elena scheint es genau der richtige Ton zu sein um sie aus ihren Loch raus zu holen, und los zu legen.


Fazit:

Ein sehr gefühlvoller Jugendroman über die große Liebe, schwere Schicksale, Familie, Lehre und Freunde. Mit einen wie ich finde ganz besondere Schreibstil der super in ein Jugendbuch passt.
Ps.: Haltet die Taschentücher bereit.

LR Fazit:

Wie immer eine schöne LR mit euch und mit dir Franziska, danke fürs begleiten.

Offline bookstars

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INHALT
Elena ist überglücklich, denn seit fast einem Jahr ist sie mit Rico zusammen. Die beiden verbindet eine Art Seelenverwandtschaft, und sie planen schon die Feier ihres Jahrestags. Doch von einer Sekunde auf die andere wird Rico vor Elenas Augen durch einen verhängnisvollen Autounfall aus ihrem Leben gerissen. Während Rico in einem tiefen Koma liegt und um sein Leben ringt, kämpft Elena an seinem Krankenbett verzweifelt darum, ihn spüren zu lassen, dass es sich lohnt für ihre einzigartige Liebe zurückzukommen. Zwischen Hoffen und Bangen macht sie die schwerste Zeit ihres Lebens durch. Wird es ihr gelingen, ihren geliebten Rico wieder ins Leben zurückzuholen?

MEINE MEINUNG
Mit „Was ich dich träumen lasse“ ist der Autorin Franziska Moll ein sehr bewegendes Jugendbuch gelungen, das den Leser mit seiner ungewöhnlichen Umsetzung einer doch sehr ernsten Thematik unglaublich fesselt.
Schon nach wenigen Seiten fällt der besondere und zunächst etwas gewöhnungsbedürftige Erzählstil auf. Der teilweise abgehackt wirkende Schreibstil spiegelt sehr glaubwürdig die prekäre Situation Elenas nach dem Unfall ihres Freunds wider. Noch völlig unter Schock kann sie gar nicht mehr klar denken und Gedankenfetzen strömen ungeordnet auf sie ein. Die Protagonistin Elena erzählt aus der Ich-Perspektive und steht im Mittelpunkt der Geschichte.
Auch auf den Wechsel der unterschiedlichen Erzählperspektiven, die übergangslos zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin- und herspringen, muss man sich erst einstellen. So erscheinen ihre Dialoge und die dialogischen Rückblenden, die uns Elenas und Ricos Erlebnisse und ihre gemeinsame Vergangenheit näherbringen, oft als unvermittelte Einschübe aus dem Kontext der Handlung gerissen. Sehr gekonnt vermischt die Autorin hierdurch Elenas Erinnerungen an Rico mit ihren Gedanken nach dem Unfall, die von Trauer, Verzweiflung und Wut geprägt sind und ihren inneren Gesprächen mit Rico am Krankenhausbett.
Durch die unterschiedlichen Erzählstile, die sich optisch voneinander abgrenzen lassen, kommt große Spannung auf, denn schon bald erfährt der Leser stückchenweise immer mehr über Elena und ihre außergewöhnliche Beziehung zu ihrem Freund Rico.
Je mehr wir über Elena erfahren, desto mehr erleben wir sie als eine interessante, äußerst vielschichtige Persönlichkeit mit Ecken und Kanten und einer sehr geheimnisvollen Vergangenheit, die sie vor allen zu verbergen versucht. Der Autorin ist es hervorragend gelungen uns allmählich hinter ihre sehr gefasste, kontrollierte Fassade blicken zu lassen, ihr zunehmend mehr Tiefe zu verleihen, so dass man bald mit ihr leiden und bangen muss und hofft, dass sich ihre Bemühungen auszahlen und sich alles zum Guten wenden wird. Einige von Elenas doch sehr rigorosen Verhaltensweisen konnte ich allerdings in ihrer schockierenden Heftigkeit nicht ganz nachvollziehen.
Hervorragend ist es der Autorin gelungen, das Besondere der Beziehung zwischen Elena und Rico herauszuarbeiten, denn trotz aller Gegensätze in ihrem Charakter passen sie einfach perfekt zusammen. So entwickelt sich aus Elenas Blickwinkel allmählich auch ein sehr lebendiges Bild von Rico, der ein unglaublich lebensfroher und allseits beliebter Junge ist.
Da Elena als Hauptfigur IM Mittelpunkt steht, bleiben die übrigen Nebenfiguren insgesamt eher blass und im Hintergrund, auch wenn sie ebenfalls an der weiteren Entwicklung der Geschichte Anteil haben.
Vor allem die interessante Figur des Pflegers hat mir sehr gut gefallen mit seinem zunächst etwas verstörenden, provokativen Verhalten. Seine faszinierende Persönlichkeit offenbart sich im Laufe der Handlung immer mehr und so ist er mir als Figur ebenfalls sehr ans Herz gewachsen.
Im Laufe der Geschehnisse wird immer deutlicher, dass in diesem Roman nicht nur die tragische Liebesgeschichte zwischen den beiden Jugendlichen im Mittelpunkt steht, sondern dass er wesentlich vielschichtiger und tiefgründiger angelegt ist. Die Autorin schneidet verschiedene Thematiken zu Sterben, Tod und dem Alltag der Angehörigen von Komapatienten an, die mit ihrer Tragweite zum Nachdenken anregen.
Trotz der vielen bedrückenden Themen versteht es die Autorin aber auch, sehr amüsante und unterhaltsame Szenen einzubauen, die die alles überlagernde Dramatik und Schwere der Ereignisse durchbrechen und auflockern.

FAZIT
Ein sehr anspruchsvolles, emotional aufwühlendes Jugendbuch mit einer sehr faszinierenden Hauptfigur!
Ein sehr ernstes Thema, das von der Autorin sehr überzeugend und mit einem außergewöhnlichen Schreibstil umgesetzt wurde!
Sehr lesenswert!

ZUR LESERUNDE
Herzlichen Dank an Franziska für die nette Leserunden-Begleitung und auch an die übrigen Teilnehmer für die interessanten Diskussionen.  ;)

 

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