Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 2451 mal)

Offline odenwaldcollies

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Wir würden uns freuen, wenn ihr eure Rezension neben Amazon usw. auch auf Literaturschock.de einstellt, eine separate Anmeldung ist hierfür nicht nötig.
« Letzte Änderung: 06. Februar 2014, 11:04:49 von odenwaldcollies »
Liebe Grüße
Karin

Offline odenwaldcollies

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Inhalt:
Thorsten Kulik, der zusammen mit seinem Freund Ralf eine Detektei betreibt, erhält von einer Versicherungsgesellschaft den Auftrag, die Ansprüche mehrerer Personen zu überprüfen, die sie wegen gesundheitlicher Einschränkungen geltend machen, nachdem sie vom Blitz getroffen wurden. Während Thorsten die Blitzopfer befragt und dabei einem der Opfer näherkommt, ist Ralf mit der Observierung eines möglichen Seitensprungs beschäftigt. Gleichzeitig erhalten Thorsten und Ralf mysteriöse Droh-Mails von einem unbekannten Absender, der sich zunehmend in ihre Ermittlungen einmischt.

Meine Meinung:
Nach „Kriegsgebiete“ ist dieser Roman mein zweites Buch von Roland Spranger: es ist ganz anders als sein Vorgänger, aber genauso gut. Der Leser trifft auf die beiden Privatdetektive Thorsten und Ralf und sieht ihnen bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter – und stellt dabei ziemlich schnell fest, daß die Beiden oftmals nicht sehr professionell sind. Zu Beginn des Buches liegt der Fokus der Erzählung auf Thorstens Ermittlungen rund um die Blitzopfer, aber allmählich verschiebt er sich in Richtung der Droh-Mails und -anrufe durch den unbekannten Absender. Er tritt immer öfter in Erscheinung und weiß scheinbar sehr gut über Thorsten und Ralf sowohl beruflich als auch privat Bescheid. Ich hatte keine Ahnung, um wen es sich hierbei handeln könnte und welcher Motivation er folgt. Daher war die Wendung, die die Handlung nimmt, für mich überraschend und unvorhersehbar.

Thorsten und Ralf waren mir von Anfang an sympathisch und ich finde, die Beiden ergänzen sich gut, weil sie so verschieden sind. Thorsten ist Single und reagiert auf alles, was lebt und kein Mensch ist, allergisch und steht auf Rock-Musik. Ralf dagegen legt sehr viel Wert auf Designerklamotten, ist verheiratet und bevorzugt klassische Musik. Die Detektei haben die Beiden aus der Geldnot heraus gegründet, auch weil es ihnen entgegenkam, daß jeder den Beruf des Detektivs ausüben kann, ohne bestimmte Qualifikationen vorweisen zu müssen. Daher verwundert es auch nicht, daß die Beiden nicht immer sehr professionell vorgehen – witzig sind dabei ihre Vergleiche mit berühmten Detektiven aus Film und Fernsehen oder aus Comics.
Was mich ebenfalls zum Schmunzeln gebracht hat, waren Ralfs Einsatzberichte, die eher einer Romanerzählung als einem nüchternen Bericht ähneln.

Die Geschichten um die vier Fälle der Blitzopfer, denen Thorsten nachgeht, sind ebenfalls interessant und teilweise skurril. Ich als Leser konnte nicht einschätzen, wer von den Opfern tatsächlich gesundheitliche Schäden davongetragen hat und wer simuliert. Mir war bisher gar nicht bewußt, auf wieviele Arten man von einem Blitz getroffen werden und was für vielfältige Folgen das haben kann.

Die Sprache ist wieder sehr lebendig und bildhaft, da werden Türbeschriftungen mit einem dicken Filzstift hingerotzt, beim Tinnitus fräst sich das angriffslustige Geräusch von der Gehörschnecke im Innenohr bis in die letzte Synapse im Hinterkopf und Blitze zappeln am Himmel.

Ich werde in Zukunft Gewitter garantiert anders wahrnehmen, nachdem ich dieses Buch gelesen habe.

Zur Leserunde:
Die Leserunde läuft ja noch und ich bin natürlich auch weiterhin dabei. Aber ich möchte schon sagen, daß sie mir wieder sehr viel Spaß macht. Roland, dir möchte ich Dankeschön sagen, daß du diese Leserunde wieder unterstützt und ich hoffe, dir macht die Runde ebenfalls Spaß. Und ich würde mich natürlich freuen, wenn wir uns wieder einem deiner zukünftigen Projekte hier lesen würden.

Meine Rezension erscheint bei:
Amazon
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Liebe Grüße
Karin

Offline Alex P. Jandra

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  • Hallo! Ich bin auch Autor und Film- und Comicfan!
Meine Meinung zum Buch:
Zwei Detektive, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Der eine hat noch eine Lebensgefährtin, der andere wurde verlassen, als Bruce Willis gestorben war. Obwohl der wahre Grund ein anderer ist.
Der eine macht den „Kleinkram“ und liefert sehr witzige (für den Leser) Berichte ab, der andere beschäftigt sich mit den Elementarschäden, da die betroffene Versicherung sich vor der Regulierung drücken will. Schließlich ist jeder Versicherungsnehmer auch ein potenzieller Betrüger (kennen wir das nicht? Ich schon!).
Und beide kämpfen mit Problemen.
Der eine mit einem geheimnisvollen Typen, der die Observationen sabotiert, der andere mit den vom Blitz Getroffenen, die alle mehr oder weniger leicht einen an der Kappe haben. Doch wer hat wirklich 'nen Schlag weg, wer simuliert?

Langsam spitzt sich die Gesamtsituation zu. Der Feind befindet sich letztendlich auch in den eigenen Reihen.
Doch leider kommt es im letzten Drittel (für mich) zu Ungereimtheiten. Dies trübt den Gesamteindruck, auch wenn mir der Autor seine Sicht- und Schreibweise zu vermitteln versuchte..
Insgesamt ein locker geschriebenes Buch, aber wegen der unlogischen Situationen (die in einem Krimi nichts zu suchen haben) würde ich 3,5 Sterne (von 5) vergeben.

Meine Meinung zur Leserunde:
Es hat Spaß gemacht. Auch der Austausch mit dem Autor war sehr lehrreich und informativ.
Und man sah, wie unterschiedlich Leser das Gelesene aus- und bewerten.
War schön, dabeigewesen zu sein!

LG Alex

Suche den Tod und entdecke dabei das Leben!

Offline Roland Spranger

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Meine lieben LeserundenteilnehmerInnen,
die Leserunde neigt sich offensichtlich so langsam dem Ende zu.
Mir hat es wieder viel sehr viel Spaß gemacht.
 8)
Und so eine Leserunde geht quasi als "Fortbildung" durch: Man setzt sich nochmal intensiv mit seinem Werk auseinander und ganz sicher fließen die Diskussionen hier irgendwie auch in meine weitere Arbeit ein.
Allen Teilnehmern vielen Dank fürs Lesen.
 :lesen:
Ich hoffe, dass euch Lektüre und Diskussionen ebenfalls Spaß gemacht haben. Vielleicht war es auch für euch spannend, einen kleinen Blick in die Autorenwerkstatt zu werfen.
Ich freue mich darauf, euch bald wieder zu treffen. Zum Beispiel hier - mit einem neuen Buch. Oder im März bei der Leipziger Buchmesse.
Bis dahin empfehle ich euch noch mal meine Homepage, die gerne besucht wird:

http://www.roland-spranger.de/

Bis bald
Roland
« Letzte Änderung: 19. Februar 2014, 22:14:05 von Roland Spranger »

Offline odenwaldcollies

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Hier fehlen noch die Rezensionen von Rhea, Spatzi, schlumeline und KrimiMimi - bitte denkt daran, sie noch einzustellen.

Da es ansonsten hier ruhiger geworden ist, möchte ich die Leserunde nun offiziell beenden und allen Teilnehmer danken, daß ihr durch eure Teilnahme zum Gelingen dieser Leserunde beigetragen habt.
Liebe Grüße
Karin

Offline schlumeline

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 :winken: Vielen Dank für die Leserunde hier. Es hat wieder sehr viel Spass gemacht und ich möchte insbesondere dem Autor für den Austausch danken. Hier kommt nun meine Rezension:

Roland Sprangers neuer Roman beschäftigt sich mit einem ganz außergewöhnlichen Thema. Hier geht es, wie der Titel des Buches schon sagt, um Elementarschäden. Zumindest muss sich damit Thorsten Kulik im Rahmen seiner Tätigkeit als Privatdetektiv beschäftigen. Er bekommt nämlich von einer Versicherung den Auftrag nachzuweisen, dass dort versicherte Personen versuchen, unter Vortäuschung der falschen Tatsache sie seien vom Blitz getroffen worden und hätten dabei Schäden davongetragen, Versicherungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Diese Aufgabe stellt sich als große Herausforderung dar, denn wie soll Thorsten erkennen, was hier echt und was simuliert ist? Wenn schon Ärzte hierzu nicht in der Lage sind, wie will ein Privatdetektiv das bewerkstelligen? Dennoch versucht Thorsten sein Glück und stellt sich dabei nicht immer sehr clever an, macht aber die Bekanntschaft interessanter und auch leicht schräger Personen und verliebt sich darüber hinaus in eines der Blitzschlagopfer. Die Liebelei zwischen Thorsten und Annika ist herrlich erfrischend und aufgrund der Amnesie der jungen Frau auch oft verrückt und passt daher wunderbar in diese auch ansonsten sehr bizarre, aber absolut lesenswerte Geschichte.
Während Thorsten den Elementarschäden auf den Grund geht, ist sein Kollege Ralf mit banaleren Dingen beschäftigt. Beide Männer erhalten jedoch sonderbare Drohungen, es kommt sogar zu Sach- und Personenschäden.

Mehr und mehr wird Thorsten gezwungen weniger in der Versicherungsangelegenheit, dafür aber umso mehr in eigener Sache zu ermitteln. Wer bedroht die Privatdetektei und was hat es mit den sonderbaren Botschaften, die er erhält, auf sich?

Der Autor versteht es den Leser zu fesseln. Auch wenn die Idee noch so verrückt ist, kann man dieses Buch nicht zur Seite legen. „Elementarschaden“ ist ein besonders Buch über Detektive an sich, über Versicherungen und deren Praktiken und über Versicherungsnehmer und deren nicht immer ganz gesetzeskonformen Verständnisses in Bezug auf einen Schadensfall. Eine skurrile Geschichte, die es in sich hat. Hier blitzt es an allen Ecken und Enden.


Die Rezension ist auch hier zu finden:

http://buchrezicenter.filmbesprechungen.de/genres/krimi/elementarschaden/

und gleich noch auf Literaturschock
Lesen ist meine Leidenschaft

Online Dani

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Meine Meinung zum Buch

Thorsten Kulik ist Privatdetektiv. Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Ralf führt er eine kleine Detektei. Leider scheinen sie sich einen Feind gemacht zu haben, denn immer wieder erhalten sie merkwürdige kleine Drohungen und die Situation spitzt sich immer weiter zu, als der Unbekannte anfängt, ihre Aufträge zu sabotieren und sie immer massiver zu bedrohen!

Gleichzeitig hat Thorsten einen größeren Auftrag. Für eine Versicherungsgesellschaft soll er die Ansprüche von Blitzopfern überprüfen und herausfinden, ob es unter den gemeldeten Fällen vielleicht den einen oder anderen gibt, der seine Beeinträchtigung durch den Blitzeinschlag für die Versicherung nur vorspielt oder schlimmer darstellt als es wirklich ist. Bei diesem Job lernt Thorsten eine ganze Reihe skurriler Gestalten und merkwürdiger Schicksale kennen. Insbesondere Annika hat es ihm angetan, die seit ihrem Blitzunfall keine neuen Erinnerungen mehr speichern kann. Ein tragisches Schicksal, wenn man sich vorstellt, dass man sich die Namen der eigenen Kinder nicht mehr merken kann und sich alles notieren muss.

Dieses zweite Buch von Roland Spranger ist etwas völlig anderes als sein mit dem Glauser-Preis ausgezeichneter Roman „Kriegsgebiete“. „Elementarschaden“ ist vom Tonfall und der ganzen Story her deutlich leichter und lockerer, verzichtet aber nicht auf ernsthafte Untertöne. Wirklich Spaß gemacht haben mir sowohl die verschiedenen, teilweise ziemlich verrückten Gestalten als auch die beiden Ermittler selbst.

Insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten und die Vielseitigkeit des Autors gefällt mir sehr gut, ich bin richtig neugierig auf sein nächstes Projekt!

Liebe Grüße
Dani

Online Dani

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Rezension von Rhea
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Elementarschaden
Ein Ermittlerteam aus zwei völlig unterschiedlichen Männern. Ralf, ein verheirateter, auf sein Äußeres bedachter ehemaliger Friseur mit neu erwachtem Interesse für  klassische Musik und Thorsten, ein verlassener ehemaliger Journalist, der  in seinem neuen Single Dasein nicht mehr auf sein Äußeres und seine Umgebung achtet und allergisch ist gegen Bonsais und klassische Musik . Er ist ein sehr einsamer Mensch.  „Nirgendwo konnte man so schön  einsam sein wie  auf einem Fußballfeld ohne Mannschaft und ohne Ball.  Seit seinem neunten Lebensjahr wusste Thorsten, dass man auch in einer Mannschaft und mit einem Ball verloren gehen konnte.“
Beide haben nach langer Arbeitslosigkeit und mehreren Jobs außerhalb ihrer eigentlichen Profession beschlossen, Detektive zu werden.  Alles an Thorsten und der Detektei erinnert an die Geschichten um den Detektiv Marlowe, einschließlich dessen, dass beide  immer mal zusammengeschlagen werden. Es hätte der direkten Hinweise der Autoren auf diesen Vergleich nicht bedurft.
Die Arbeit als Detektiv  ist nicht so einfach und schon gar nicht so lukrativ, wie die beiden gedacht haben. Auch das, bis hin zur Einrichtung erinnert an Raimund Chandlers  Romane. Mir hat dieses Ermittlerpaar sofort gefallen und ich hatte viel Spaß an den Dialogen der beiden, ob nun der Streit um das Auto  oder um die Krawatten.
Neben den üblichen Fällen, die hauptsächlich aus dem Nachweis von Treue oder Untreue von Ehepartnern bestehen gibt es nun den großen Fall: „Sind die Menschen, die einen Blitzschlag überlebt haben, Versicherungsbetrüger oder nicht?“  Das erste Staunen – es gibt Menschen, die einen Blitzschlag überleben. Zweites Staunen – es gibt Menschen, die mehrmals einen Blitzschlag überleben. Wow.  Nicht so einfach, da zu unterscheiden, was echt und was gespielt ist, denn bisher sind alle anderen Untersuchungen an dem Versuch gescheitert.  Wir lernen tolle Typen kennen, lügen sie oder sind sie einfach nur krank, Freaks oder Opfer?  Eine Liebesgeschichte gibt es auch – völlig unprofessionell und nicht ohne Probleme.  Ich als Leser konnte mich nicht so richtig entscheiden, ob ich es gut fand, wie sich Thorsten da verhält. Aber es ist noch nicht vorbei.

Thorsten hat also viel zu tun und Ralf übernimmt die Alltagsarbeit (ist damit nicht sehr zufrieden)

In dieser Situation gibt es plötzlich Drohungen gegen die beiden Detektive, literarisch verfasst und ohne genaue Forderungen. Aber Ermittlungen fliegen auf, weil die zu beobachtenden Person von jemandem informiert wird. Thorsten wird zusammengeschlagen und ist völlig ahnungslos. Wer hat ein Motiv für solche Taten? Der Leser rät mit und  die Auflösung ist unerwartet.  Mir hat die Auflösung nicht gefallen, aber nur, weil ich gern noch mehr von diesen beiden Ermittlern gelesen hätte und unter diesen Bedingungen wohl eine Weiterführung der Detektei nicht erfolgt. Aber vielleicht finden die Autoren noch einen Weg? Ich würde mich freuen.

Fazit:
Ein spannender Krimi mit einem sympathischen Ermittlerpaar, das ich gern wieder treffen würde, was aber wohl leider nicht geht. Das ist das Einzige, was mich an diesem Buch betrübt.  Interessante Informationen und Charaktere machen das Buch zu einem Lesevergnügen.
Liebe Grüße
Dani

 

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