Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 3043 mal)

Offline Kati

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Wir freuen uns, wenn ihr eure Rezension zusätzlich bei Literaturschock.de einstellen würdet. Eine separate Anmeldung ist hierfür nicht notwendig  :winken:

Offline odenwaldcollies

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Inhalt:
Zwei Wochen nach dem Ende der Kämpfe in Derok macht sich eine Gruppe Orks unter der Führung von Prakosh, unter ihnen auch Krendar mit den Überbleibsel seiner Doppelfaust, auf den Weg nach Norden, in das Land ihrer Stämme. Mit dabei sind mehrere Säcke mit den getrockneten Herzen der gefallenen Orks, die zurück zu ihren Stämmen gebracht werden müssen, damit ihre Seelen freigegeben werden können.
Zur gleichen Zeit macht sich der Zwerg Glond zusammen mit dem Wolfsmann auf die Suche nach dem Kind Navorra, dem er das Versprechen gegeben hat, ihn zu beschützen. Mit dem Ende der Kämpfe in Derok rückt eine dunkle Gewitterfront immer näher: die Schamaninnen der Orks sprechen von einem Sturm der Finsternis, der alles verschlingen wird und setzen alle Hoffnung auf die Rückkehr der Herzen.

Meine Meinung:
„Fluch der Dunkelheit“ ist ein mehr als würdiger Nachfolger des ersten Bandes um den Krieg zwischen Orks und Zwerge. Die Handlung ist zwar ebenso in sich abgeschlossen, wie auch schon im ersten Band, und man kann ihn sicherlich ohne Vorkenntnisse lesen, aber das Lesevergnügen ist sicherlich größer, wenn man das erste Buch kennt, da die Figuren dem Leser dann bereits vertraut sind. Außerdem werden öfters Charaktere erwähnt, die nur im ersten Buch auftauchen.

Der Beginn des zweiten Buches liegt zeitlich ca. zwei Wochen hinter den Geschehnissen des Vorgängers, den ich kurz zuvor gelesen habe, daher habe ich sehr schnell in die Handlung gefunden.
Die Handlung spielt diesmal außerhalb der Zwergenstadt Derok, es geht in die Sümpfe um die Stadt  und in einen geheimnisvollen Wald. Die Beschreibungen der Reiseroute sind gut gelungen, die Stimmungen sehr gut eingefangen. Ein weiteres spannendes und unheimliches Element ist der schaurige Geistersturm, der immer näher rückt und die Zeit immer knapper werden läßt.

Der Leser erhält spannendes Hintergrundwissen über die Ahnen und den Schamanismus bei den Orks. Das Finale ist nervenaufreibend spannend und wartet mit Wendungen auf, mit denen ich – und die Protagonisten – nicht gerechnet hatte, vorallem, da hier Ereignisse aus dem ersten Band eine Rolle spielen, die ich eher als beiläufig eingeschätzt hatte.

Die Charaktere, mit denen der Leser auf die Reise geht, entsprechen im Großen und Ganzen den Charakteren, die man bereits aus dem ersten Buch kennt. Mir ging es so, daß sie mir, nachdem ich nun mit ihnen insgesamt rund 1000 Seiten mitgekämpft und -gehofft habe, ziemlich ans Herz gewachsen sind.

Der junge Ork Krendar ist inzwischen der Nachfolger von Ragroth und damit Anführer dessen Doppelfaust bzw. was davon übrig geblieben ist. Er sticht auch hier wieder wohltuend unter den Orks hervor, da er ein Gewissen hat, was das Töten angeht, außerdem benutzt er seinen Kopf zum Nachdenken, was sich das ein oder andere Mal als vorteilhafter heraussstellt, als einfach draufzuhauen. Teilweise ist er mit seiner Aufgabe als Broca überfordert, was er seinen Leuten gegenüber auch zugibt, er ist kein solch ein Großmaul wie manch andere Führungsfigur.
Unterstützung bekommt Krendar hauptsächlich durch den Oger Modrath, der trotz seiner einschüchternden Körpergröße und Kampfkraft eher besonnen vorgeht. Außerdem sorgt Modrath dafür, daß meine Lieblingsfigur aus dem ersten Band, Ragroth, nicht ganz vergessen wird.

Aber auch der junge Zwerg Glond schlägt ebenfalls wie Krendar ein wenig aus der Art, auch er reisst sich nicht darum, in Schlachten zu ziehen und zu töten, und setzt lieber auf Diplomatie. Zusammen mit dem Wolfsmann macht er sich auf die Suche nach dem jungen Navorra, der Derok verlassen hat. Die Beiden werden von Dvergat begleitet, einem Zwerg, der auch im ersten Band eine Rolle spielte und dessen Überleben mich sehr überrascht hat. Die Dialoge zwischen ihm und Wolfsmann sind einfach nur köstlich und witzig. Durch die Suche nach Navorra treffen sie auf die Spur der Orks mit den Herzen.

Außerdem spielt in diesem Buch eine dritte Partei ebenfalls eine Rolle: die Menschen. Ein unbekannter Mann, den alle den Verhüllten nennen, sammelt Gefährten um sich, um hinter das Geheimnis des Geistersturms zu kommen. Lange bleibt unklar, welcher Motivation er folgt.

Mich konnte dieses Buch mit seiner Mischung aus Spannung, Geheimnissen und ungeahnte Wendungen absolut überzeugen und ich bin nun sehr gespannt auf den dritten Band.

 :buchtipp:

Zur Leserunde:
Mir macht diese Leserunde unheimlich viel Spaß, auch durch die vielen Hintergrundinformationen, die uns die Autoren während der Leserunde zukommen lassen. Daher von mir ein dickes Dankeschön an Tom und Stephan für eure tolle Begleitung. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns zum dritten Band hier wieder gemeinsam lesen würden.

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Liebe Grüße
Karin

Offline StephanOrgel

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Vielen Dank für Deine tolle Rezension. Uns hat es auch sehr viel Spaß gemacht (und tut es immer noch), hier mitzumachen.

Offline utaechl

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Ich hab dann auch mal rezensiert :)

http://taechl.blogspot.de/2014/03/rezension-orks-vs-zwerge-fluch-der.html

Die Leserunde zum 2. Teils läuft mit Beteiligung der Autoren bei Leserunden.de und an ihrem Ende steht natürlich die Rezension. Nachdem mir der erste Teil schon sehr gefallen hat, dürfte es nicht verwundern, wenn es beim zweiten Teil ebenso weitergeht.

Inhalt:

Durch den Fall der Zwergenstadt Derok ist der Norden nun wieder fest in der Hand der Orks, doch so schnell geben sich die Zwerge nicht geschlagen und rüsten zur Gegenoffensive. Doch zuvor droht eine ganz andere Gefahr in Form heraufziehender Finsternis. Der von den Schamaninnen vorhergesagte Geistersturm droht alles zu vernichten und das Schicksal der Welt liegt plötzlich in den Händen kleiner Trupps der Kriegsgegner.

Cover:

Die unterschiedlichen Klingen sind wie beim ersten Teil gekreuzt, allerdings ist diesmal eine dritte Partei hinzugekommen. Im Hintergrund diesmal ein brennender Wald. Insgesamt eine sehr schöne Zusammenstellung, die den Band hervorragend repräsentiert. Alleine der Hinweis auf den zweiten Teil fehlt völlig und soll  neue Leser wohl dazu verführen zuzugreifen, auch wenn sie den ersten Band nicht kennen.

Setting und Stil:

Lesern des ersten Teils fällt es nicht schwer, sich in den Band hineinzufinden, Neueinsteiger haben dieselben Eingewöhnungsprobleme wie Leser des ersten Teils. Es ist nicht viel Zeit vergangen und die bekannten Charaktere dürfen weiter ihr Unwesen treiben. Im Verlauf des Bandes erfährt man wieder viel Neues über Ork- und Zwergenkultur und darf auch ein bisschen Zeit mit Menschen verbringen. Diesmal geht es nicht mehr um eine große Schlacht, sondern um eine viel größere Bedrohung, die am Horizont aufzieht. Trotzdem kommt das Kämpfen nicht zu kurz und in bewährter Vorgehensweise weiß man nie, wer T. S. Orgels fiese Fallen und Gefahren überleben wird.
Wie der erste Teil liest sich auch der zweite sehr gut. Die neuen Informationen werden schön eingearbeitet und es bringt Spaß, tiefer in die Welt der verfeindeten Völker einzutauchen. Es wird wieder zwischen den Sichten von Orks und Zwergen gewechselt, die jeweils von einem der Autoren-Brüder geschrieben werden, und ab und an darf auch die menschliche Sicht nicht fehlen.

Charaktere:

Krendar auf Seiten der Orks und Zwerg Glond werden wieder in ein Abenteuer verwickelt, dessen Ende ungewiss ist. Die beiden sind wirklich einmalige Charaktere, die möglicherweise nicht gerade typisch für ihre Völker sind. Doch vielleicht macht gerade dies sie zu guten Identifikationsfiguren. Sie zeigen uns ihre Sicht der Welt und werden dabei von Charakteren umgeben, die vielfältiger kaum sein können.
Hinzu kommen neue Untergruppierungen und Menschen, die alle ihr eigenes Spiel spielen. Es ist spannend, das Zusammenwirken all dieser Charaktere mitzuerleben und zu spekulieren, wohin dies alles führen wird.

Geschichte:

Ein größeres Ziel, als die Rettung der eigenen Art, kann man als Autor kaum ausgeben, und das schon im zweiten Band der Trilogie. Der Geistersturm als nicht fassbare Bedrohung liegt über allem und es ist faszinierend mit anzusehen, wie die einzelnen Fäden und Ansätze überraschend in dieselbe Richtung laufen. Das Finale ist wie zu erwarten grandios, aber auch bis zu diesem passiert so viel, dass man beim Lesen kaum zum Durchatmen kommt. Ein fesselndes Buch, das sich nicht so leicht aus den Fingern legen lässt.

Fazit:

Wie schon der erste Teil ist auch dieser eher etwas für den erwachsenen Fantasy-Fan. Er kann ohne Kenntnis des ersten Teils gelesen werden, erhält aber viel mehr Tiefgang, wenn dieser schon gelesen wurde. Eine absolute Leseempfehlung, die weiteres Hintergrundwissen über die Völker enthält, Charaktere die manchmal menschlicher sind, als ihnen vielleicht bewusst ist und einer Geschichte, die epische Ausmaße annimmt. 560 Seiten, die mich sehr gut unterhalten haben und die mich nun auf den letzten Teil hinfiebern lassen.

Die Leserunde hat mir viel Spaß gemacht, bzw. macht mir noch Spaß. Durch meinen Urlaub wurde ich zwar ein bisschen rausgerissen, aber dank der vielen Fragen der anderen konnte ich im Nachhinein schön nacharbeiten. Danke an Tom und Stephan, dass ihr alle Fragen, soweit möglich, beantwortet habt und unsere Spekulationen zugelassen habt. Ein schönes hin- und her mit den Autoren, was man sonst nicht so oft hat. Ich hoffe, dass die Arbeiten am nächsten Teil trotzdem vorangehen und wir nicht zu lange warten müssen :)

Offline Kati

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Nach dem Fall der Zwergenstadt Derok ist das Land im Aufbruch. Eine Gruppe Orks unter Führung von Krendar soll die Herzen der gefallenen Krieger zurück in das Stammesland bringen. Die Zwerge verfolgen ihre eigenen Ziele und sind ihnen dicht auf den Fersen. Doch wer nun denkt, Orks gegen Zwerge wäre die größte Herausforderung, hat weit gefehlt. Dunkelheit kündigt sich an und die alten Schamaninnen sehen eine finstere Zukunft in ihren Gesprächen mit den Ahnen. Das Schicksal der Welt liegt plötzlich auf den Schultern der ungleichen Truppen.

"Was das für ein Gefühl ist? Das Herz schlägt bis zum Hals, die Hände werden feucht, und man hat abwechselnd den Drang abhauen oder ganz eilig pissen zu müssen."

Ich kenne Band 1 nicht und hatte natürlich einige Schwierigkeiten anfangs alles zu sortieren. Wer gehört zu welcher „Rasse“, wer ist Feind, wer Freund? Wenn man diese Hürde aber überwunden hat und mitten im Geschehen steckt, wartet eine Geschichte voller Witz und Abenteuer. Gerade den Humor fand ich ganz köstlich. Dadurch werden die Szenen sehr gut aufgelockert und egal ob Ork, Zwerg, Oger oder Mensch… es schafft Sympathie bei mir als Leser.

Auch die Schauplätze waren sehr gut beschrieben, hier kam ich voll auf meine Kosten. Ein verbotener Wald, alte Ruinen, geheime Gänge und Grabstätten. Für mich ein klarer Pluspunkt. Denn mit einem interessanten Setting, bei dem das Kopfkino anspringt, kann man der Geschichte besser folgen. 

Bevor das Geheimnis um die Dunkelheit gelüftet wurde, lud dieses Rätsel natürlich zu vielen Spekulationen ein. Am Ende arbeiteten die Autoren auf den großen Showdown hin, der auch actionreich umgesetzt wurde. Die Spannung blieb stetig erhalten und man mochte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich habe jedenfalls Freude an der Lektüre gehabt und würde auch gern weitere Geschichten von Krendar & Co lesen.

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Die Leserunde hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich fühlte mich gut aufgehoben, obwohl ihr fast alle mehr Hintergrundwissen durch Teil 1 hattet. Herzlichen Dank auch an Tom und Stephan für die Begleitung.  8)


Offline Kati

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Um die Leserunde dann abzuschließen, fehlen noch ein paar Rezensionen.

Torshavn, Rhea, Jaqui... wie schaut´s aus?  :winken:

Offline Torshavn

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Torshavn, Rhea, Jaqui... wie schaut´s aus?  :winken:

Oh ja, ich weiß. Bei mir brennt's privat gerade ein bißchen. Die Rezi ist halb fertig. Ich hoffe ich komme am Wochenende dazu.
Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

Offline Jaqui

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Sorry für die Verspätung. Ich habe das total verschwitzt  :-[

Mir hat die Leserunde extrem viel Spaß gemacht. Wenn ich auch hinterher gehinkt bin hat das meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan.

Meine Meinung: Ich kenne Band 1 nicht, hatte daher am Anfang ein paar kleine Schwierigkeiten mitzukommen wer nun wo hingehört und wer denn nun die Guten und die Bösen sind. Aber dank der Hilfe von Stephan und Tom sowie den anderen Teilnehmern hier hat sich das rasch geklärt. Bei einigen Diskussionen bin ich aber ausgestiegen da mir einfach das Vorwissen fehlte. So fand ich es sehr spannend zu sehen wie alle diskutiert haben wer denn hinter dem Verhüllten stecken kann, aber ich konnte dazu nichts beitragen da mir die Personen gar nicht bekannt waren.
Daher würde ich jedem raten erst Band 1 zu lesen. Man versteht das Buch zwar auch so, aber es macht sicher mehr Spaß wenn man es gelesen hat.

Einige Figuren, sowohl auf Seiten der Orks als auch auf Seiten der Zwerge, sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich hoffe sie in Teil 3 wieder zu sehen. Vor allem der Ork Krendar und der Zwerg Glond haben es mir angetan  ;D aber auch einige andere Figuren will ich nicht missen.

Zur Leserunde: Danke für die nette Begleitung und an die anderen Teilnehmer. Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht. Teil 3 werde ich sicher lesen, da ich wissen will wie es weitergeht, aber ob das im Zuge einer Leserunde sein wird, muss sich erst entscheiden. Ich musste leider in den letzten Leserunden feststellen, dass ich im Moment nicht leserundentauglich bin. Wenn mein Kind dann älter ist, wird es sicher wieder besser und dann bin ich wieder Stammgast hier  :winken:

Katrin

Offline Rhea

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Orks vs. Zwerge oder im Wechselbad der Gefühle

Als es um die Leserunde ging, hatte ich noch Zeit, schnell den ersten Teil zu lesen und dann nahtlos in diesen zweiten Teil  überzugehen. Das hat den Lesegenuss sicherlich erhöht,  denn  ich konnte die Charaktere weiter verfolgen, sehen wie sie sich entwickeln und was sie nach der großen Schlacht machen.
Die Zwergenstadt ist gefallen und die Zwerge haben sich an das andere Ufer des Flusses zurückgezogen, wohin ihnen die Orks zunächst nicht folgen können und wollen. Aber die Zwerge haben nicht aufgegeben, sie bereiten sich darauf vor,  die Stadt zurück zu erobern.
Schon im ersten Teil haben mich zwei  Faktoren der Geschichte sehr beeindruckt. Die Helden sind keine Kämpfer und wollen auch keine sein. Dabei sind sie aber mit einem gesunden Verstand ausgestattet und setzen diesen auch ein. Damit sind sie Außenseiter ihrer Gesellschaft - in beiden Gesellschaften ist das Draufhauen ohne zu denken eine normale Verhaltensweise.
Faszinierend fand ich, den Perspektiv wechsel. Die Geschichte wird abwechseln aus der Sicht der Zwerge und der Orks erzählt. Dabei geht sie aber einfach weiter. Mitten im Erzählfluss wechselt man als Leser  die Seiten. Eben noch war man als „Dalgar“ im Kampf gegen die Orks und fieberte für ihren Sieg, da ist man plötzlich ein „Aerc“ und die blöden Wühler lassen einen doch nicht in Ruhe.
Die Heldengruppen aus beiden Rassen haben ihre klugen und besonnenen Typen, ihre kräftigen Kämpfer, zaghafte um ihr Leben bangende Mitläufer und eben auch A…löcher.  Ziemlich deutlich wird damit schon im ersten Teil gezeigt, dass dieser Krieg unsinnig ist und keiner dem anderen wirklich etwas vorzuwerfen hat. Es sind einmal nicht die Orks die Bösen und die Zwerge die Guten. Das fand ich beeindruckend und als Grundaussage des ersten Teils schon ziemlich toll.
Der zweite Teil beginnt nach dem Fall der Stadt Derok. Krendar, der Aerc, der eigentlich keinen Krieg mag und lieber wieder nach hause zu seinen Rindern will, ist nun Anführer einer Doppelfaust  geworden, ohne es zu wollen. Er fühlt sich aber den ihm zugehörigen Kämpfern in der Verantwortung und versucht seiner Aufgabe so gut wie möglich gerecht zu werden. Zwei starke Persönlichkeiten helfen ihm dabei, der Oger mit seiner Muskelkraft  und die Schamanin mit ihrer Magie. Er erhält den Auftrag, die Herzen der Gefallenen in die Heimat zu bringen, denn das soll gegen die aufkommende Dunkelheit helfen.
Glond, der andere „Kriegsverweigerer“ will ein Versprechen einlösen und sucht Navarro, einen Anführer der Menschen. Wieder führen die Wege beider Gruppen in die gleiche Richtung.
Die Menschen spielen in diesem Teil eine etwas größere Rolle. Vornehmlich jedoch passiv. Nur wenige Menschen greifen aktiv ins Geschehen ein. Eigentlich sind die Menschen die absoluten Verlierer zwischen den Fronten. Gleichzeitig sind sie der Grund, dass Orks und Zwerge den gleichen Weg haben und sich am Ende wieder gegenüber stehen.
Beeindruckend war für mich auch die Aussage  des Schlusses, den ich hier natürlich nicht verraten will.
Auch der zweite Teil enthält wieder alles, was ein Buch lesenswert mach und ich denke, jeder Fantasyleser kommt auf seine Kosten. Es gibt kleine Scharmützel und größere Kämpfe, es gibt Magie und das große Rätsel, woher die Dunkelheit kommt und wie bzw. ob sie zu stoppen ist. Es gibt tolle und geheimnisvolle Charaktere und einen heftigen Showdown. Gewürzt wird das Ganze mit unterschwelliger Philosophie und einer guten Prise Humor.
Ein Buch, das man nicht gern aus der Hand legt und von dessen Charakteren man sich als Leser noch nicht verabschieden möchte. Aber da kommt ja noch ein Teil?

An die Leserunde:
Meine Rezi kommt spät, aber ich hoffe, der Dank von mir kommt auch noch an. Es wr eine schöne Runde mit vielen Spekulationen und Hinweisen. Nette  und humorvolle Beiträge der Autoren.
Es hat sehr viel Spaß gemacht.

Offline StephanOrgel

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Zitat
Meine Rezi kommt spät, aber ich hoffe, der Dank von mir kommt auch noch an.

Ja, kommt er  ;)

Besten Dank nochmal für Euer Mitmachen und Diskutieren. Es hat - wie bereits erwähnt - richtig Spaß gemacht und es waren eine Menge wirklich guter Hinweise dabei, die uns helfen, unsere "Schreibe" (eigentlich hasse ich dieses Wort ja) zu verbessern. Ich hoffe, wir können auch im nächsten Jahr mit Teil 3 hier wieder in eine Leserunde einsteigen.

Offline Torshavn

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Der Kampf um Derok, die nördlichste Stadt der Zwerge und Menschen, der im Mittelpunkt des ersten Teils von T.S. Orgels Fantasytrilogie 'Orks vs. Zwerge' stand, ist vorerst beendet. Die Orks, die sich selbst Aerc nennen, haben Derok erobert, während die Menschen tiefer nach Süden geflohen sind und sich die Zwerge, Dalkar genannt, über den Fluss in den Süden, die Festung, der Stadt zurückgezogen haben.
Im zweiten Teil 'Fluch der Dunkelheit' ist Glond, Held widerwillen der Dalkar, auf der Suche nach dem Menschenkind Navorro um sein Versprechen einzulösen, sich um den Jungen zu kümmern. Begleitet wird er vom Wolfmann und dem Dalkarveteran Dvergat.
Gleichzeitig macht sich eine Gruppe von Aerc unter der Führung ihres Raut Prakosh auf den Weg in ihr Heimatland um die Herzen von siebenhundert in der Schlacht gefallenen Kriegern zu bestatten, um die drohende Dunkelheit, die das Ende der Welt bedeuten soll, aufzuhalten. Begleitet wird er von dem Broca Krendar und seinen Leuten, dem Oger Modrath, der Schamanin Sekesh und den Korrach Zwillingen.
Zur selben Zeit sammelt ein Mann, der sich der Verhüllte nennt, gestrandete Existenzen, Menschen und Aerc, um sich.
In einer uralten Stadt, tief im Wald, treffen die drei Gruppen aufeinander, während die Welt in Dunkelheit und Chaos zu versinken droht...

Der Romanzyklus 'Orks vs. Zwerge' führt mitten hinein in den Krieg zwischen den Stämmen der Aerc und den Dalkar. Während der erste Teil in der umkämpften Dalkarstadt Derok spielt, führt uns der zweite Band in das sumpfige und bewaldete Umland.
Das Buch sticht wohltuend aus der Vielzahl der Völkerromane hervor, denn es entfernt sich weit vom Klischee der bösen Orks und der guten Zwerge und zeigt uns die dreckige Seite des Krieges aus beiden Perspektiven aus der Sicht der einfachen Soldaten und ihrer direkten Vorgesetzten.
Die Helden auf beiden Seiten wachsen einem beim Lesen schnell ans Herz. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, glaubwürdig mit ihren Stärken und Schwächen geschildert.
Die Welt der Dalkar, Aerc und Menschen ist gut ausgearbeitet, auch wenn wir beim Lesen nur einen  kleinen Teil davon kennenlernen. Doch die Neugierde auf mehr Wissen verstehen die Autoren geschickt zu wecken.

Die Orgel- Brüder schreiben sehr spannend, werfen den Leser direkt hinein ins Geschehen und lassen ihn unmittelbar dabei sein. Das düstere Setting überzeugt bis zum Schluss und überrascht mit einem unerwarteten Finale.
Ich habe beide Romane mit großem Interesse direkt hintereinander gelesen, und warte nun sehnsüchtig auf den nächsten, hoffentlich nicht letzten, Band, damit ich zurückkehren kann, an die Seite meiner sympathischen Helden, in einen Krieg, den keiner von ihnen wirklich wollte, und den sie hoffentlich überleben werden.

Die Leserunde war ganz wunderbar. Vielen Dank an alle MitleserInnen. Mein besonderer Dank gilt Tom und Stephan für ihre ausgezeichnete Begleitung, die vielen Zusatzinformationen und die humorvollen Kommentare. Ich freue mich schon sehr, wenn wir uns zum Erscheinen des dritten Teils wieder hier treffen.
Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

 

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