Autor Thema: #02 - Kapitel 6 bis einschl. 9 (Seite 72 - 147)  (Gelesen 1349 mal)

Offline In Flagrantibooks

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Zitat
Andererseits hat Emilia im Stadt-Haushalt ihrer Tante viel mehr Möglichkeiten als auf dem Land.

Das stimmt JanaBabsi, aber Emma sieht das gar nicht so. Ich kann das Verhalten auch nicht verstehen. Ich weiß auch gar nicht, ob das früher so war, dass man sein Kind bei Verwandten gelassen hat, wenn man für länger weg wollte?
Irgendwie ist das total grausam. Kann ich nachvollziehen, dass sie denkt, dass ihre Eltern sie nicht haben wollen.

Ich fand es wirklich interessant, den Unterschied zwischen dem Landleben und dem Stadtleben innerhalb der Häuser zu sehen. Das sind vollkommen unterschiedliche Welten, die da aufeinander prallen. Klasse, das hat mir gefallen.

Heute gehts bei mir auch weiter.  :lesen:

Tilly

Offline ulli

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Es war ganz lange üblich, dass Kinder in der Familie quasi verteiult wurden.
Meine Oma zum Beispiel hatte 5 Kinder, die Ehe ihrer Schwester war kinderlos geblieben - also bekam die Schwester eins der Mädchen.
Die Kinder wussten lange nicht, dass sie Geschwister sind und nicht nur Cousinen.

Für uns ist das heute nicht mehr vorstellbar, weil Kinder inzwischen eine ganz andere Wertung und Gewichtung haben.

LG

Ulli
Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine überraschte Frau

Offline Dani

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Man hat ja auch in der Regel nicht mehr so viele, dass man die irgendwo verstreut unterbringen kann/muss.  ;)

Wobei, selbst mein Stiefvater ist bei seiner Tante und ihrem Mann aufgewachsen, weil die kinderlos waren und einen Erben für den Betrieb brauchten. Ist also noch gar nicht so lange her.
Liebe Grüße
Dani

Offline AddictedToBooks

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Es war ganz lange üblich, dass Kinder in der Familie quasi verteiult wurden.
Meine Oma zum Beispiel hatte 5 Kinder, die Ehe ihrer Schwester war kinderlos geblieben - also bekam die Schwester eins der Mädchen.
Die Kinder wussten lange nicht, dass sie Geschwister sind und nicht nur Cousinen.

Für uns ist das heute nicht mehr vorstellbar, weil Kinder inzwischen eine ganz andere Wertung und Gewichtung haben.

LG

Ulli

Das ist ja interessant. Von so einem Fall habe ich noch nie gehört, aber irgendwie hört es sich schon logisch an. Vor allem, wenn man seine Schwester liebt und traurig ist, dass sie selbst keine Kinder hat und selbst viele hat (obwohl 5 Kinder zu dieser Zeit ja noch gar nicht so viel waren, aber trotzdem viel, wenn man es mit der heutigen Zeit vergleicht).

Offline dubh

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Guten Morgen Ihr Lieben,

leider kam ich diese Woche kaum zum Lesen, obwohl mir das Buch so gut gefällt und ich ganz gespannt bin, was Emilia weiterhin erlebt.
Zuerst bin ich überhaupt überrascht gewesen, dass ihr Aufwachsen so einen großen Teil des Buches beansprucht, denn ich hatte durch die Inhaltsangabe angenommen, dass es vor allem um die Jahre des Kennenlernens und des Auswanderns geht... Aber mir gefällt es sehr gut, dass wir Emilia so besser einschätzen können und ihr Handeln und ihre Gefühle verstehen können. Zum Beispiel ihr fließendes Englisch, das sie gelernt hat, weil sie auch nach Jahren die Hoffnung hat, dass ihre Eltern sie nach England nachholen... Oder die Gedanken, die sie mit William Lindley verbindet... Ich mag Emilia so gerne - sie ist so eine kluge, gerechte und freundliche Person, die ihr Wohl stets hinten anstellt. Vor allem auch ihr Umgang mit dem Personal ist toll, denn sie ist sehr nett zu ihnen, sieht sie als Teil der Familie an. Schade, dass sie durch den Umzug nach Hamburg zu Tante und Onkel auch den engen Kontakt zu Inken verloren hat. Deshalb hat mir auch die Szene, in der Emilia beschließt, für einige Tage nach Othmarschen zu fahren, sehr gefallen: sie denkt am Mathilda und Jasper, kommt ihrer eigenen Sehnsucht nach dem Landgut nach und setzt sich auch einmal mit ihrem Wunsch durch - auch wenn es "nur" der Hauslehrer ist, gegen den sie sich behaupten muss. Das einfachere Leben vor den Toren der Stadt tut schließlich nicht nur den Kindern gut... Und dann rettet sie auch noch Karamell vor einem grausamen Ertränken - spätestens jetzt hätte ich Emilia ganz ins Herz geschlossen, wenn ich es nicht schon hätte.
Die ersten Begegnungen mit Lessing haben mir ebenfalls gut gefallen, weil sie nichts mit Anhimmeln zu tun haben, sondern mit intelligenten Unterhaltungen und echtem Interesse. Verwundert hat mich hierbei nur, dass ausgerechnet Anna in ihrem Brief gleich erwähnt, dass sie nichts von dem jungen Mann hält, ja, in sogar als tumb einstuft. Erstaunlich, denn es macht fast den Anschein, als hätten Anna und Minna ihre Rollen getauscht, oder? Plötzlich ist Emilias Mutter die unnahbare, wenig liebevolle Frau... Woran das legen mag? Ist sie derart "entwöhnt" von Emilia?
Sicher, es war zu dieser Zeit nicht unüblich seine Kinder zu nahen Verwandschaft zu geben, aber mich wundert der Wandel Annas, denn zuvor hatte ich den Eindruck, dass sie ihre Tochter sehr schätzt, die Briefe und der Besuch in Hamburg machen nun aber nicht mehr den Anschein... Oder ist es nur eine Art Selbstschutz?
Da die Anreden der Briefe zwischen Lessing und Emilia immer vertrauter werden, bin ich auf diese Entwicklung sehr gespannt! Wie sie ihre Affäre wohl einrichten werden? :)

Euch allen schöne Ostertage!

Liebe Grüße
dubh
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline Rosenprinzessin

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Ich fürchte, ich bin das Schlusslicht.  :-[ Tut mir wirklich sehr leid.  :(

Dabei gefällt mir das Buch ausgesprochen gut und es macht mir richtig Spaß, es zu lesen.
In diesem Abschnitt habe ich mich über Rieke sehr amüsieren können. Ein tolles Mädchen! Und ich rechne es der Mamsell wirklich hoch an, dass sie ihr trotz Schwangerschaft eine Chance gegeben hat! Das ist echt toll! Ich frage mich allerdings auch, wie es weitergehen wird mit Rieke und ihrem Kind?!
Na, auf jeden Fall mag ich Rieke und ihre praktische Art. Sie redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist; das ist wirklich herzerfrischend! Den Dialekt liebe ich ja sowieso.  :)

Auch Emilia mag ich total. Wie sie mit Karamell umgeht und wie sie ihn gerettet hat - toll! Ach, da erwacht meine Sehnsucht nach einem eigenen Hund auch wieder.  :herz:

Aber ich bin richtig erschrocken, als ich gelesen habe, dass schon neun Jahre vergangen sind! Und Emilias Eltern sind immer noch in England und kümmern sich nicht mehr wirklich um ihre Tochter. Wie traurig! Sie sind sich wohl fremd geworden, und die Briefe hören sich recht lieblos an. Für den Bruder ist Emilia wirklich eine Fremde, und der kurze Besuch damals war auch deprimierend. Arme Emilia; das tut mir total leid.

Aber zum Glück hat sie Mathilda und Jasper, und Tante Minna ist ja auch nicht so schlimm. In diesem Abschnitt ist sie mir wieder sympathischer geworden, auch wenn sie mir ein bisschen zu sehr auf ihren Stand bedacht ist.

Beeindruckt war ich, als Lessing von seinen 20 Geschwistern erzählte! 20 Geschwister! Ich glaube, ich habe es dreimal gelesen; Wahnsinn!  :ohnmacht:
Lessing und Emilia scheinen sich sehr sympathisch zu sein. Da bin ich schon gespannt auf seine Rückkehr! So eine Schifffahrt zur damaligen Zeit war ja nicht unbedingt ungefährlich.
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Offline Rosenprinzessin

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Zuerst bin ich überhaupt überrascht gewesen, dass ihr Aufwachsen so einen großen Teil des Buches beansprucht, denn ich hatte durch die Inhaltsangabe angenommen, dass es vor allem um die Jahre des Kennenlernens und des Auswanderns geht...

Da geht es Dir wie mir.  :)
Ich war auch überrascht, dass wir Emilia aufwachsen "sehen". Aber mir gefällt das richtig gut. So kann man sich noch viel besser in Emilia hineinversetzen, finde ich.
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Offline dubh

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Hallo Rosenprinzessin,

keine Sorge - hier ist es zwar schon seit einiger Zeit sehr ruhig, aber ich bin auf jeden Fall noch da! Zumal ich selbst noch im vorletzten Abschnitt stecke. Also können wir uns noch munter austauschen. :)

Ach, da erwacht meine Sehnsucht nach einem eigenen Hund auch wieder.  :herz:

Das ging mir auch so! Die ganzen Szenen mit Kara… und später erst… Diese Hunde-Szenen sind einfach herrlich! :herz:

Zitat
Aber ich bin richtig erschrocken, als ich gelesen habe, dass schon neun Jahre vergangen sind! Und Emilias Eltern sind immer noch in England und kümmern sich nicht mehr wirklich um ihre Tochter. Wie traurig!

Es waren damals andere Zeiten - das musste ich mir an dieser Stelle auch immer wieder vor Augen halten. Aber menschliche Gefühle waren nicht anders, deshalb kann ich Emilias Verzweiflung echt verstehen: sie fühlt sich zurückgesetzt und erwartet mehr von ihren Eltern, zumal diese ja durchaus auch Differenzen mit Hinrich und Minna hatten!

Zitat
Beeindruckt war ich, als Lessing von seinen 20 Geschwistern erzählte! 20 Geschwister! Ich glaube, ich habe es dreimal gelesen; Wahnsinn!  :ohnmacht:

Ehrlich gesagt stelle ich mir das schon beinahe gruselig vor, oder? Auch Carl hatte es als einer von vielen nicht immer einfach… Aber so ohne Verhütung und wenn man sich halt wirklich zugeneigt war... ;)

Liebe Grüße
dubh
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Offline Rosenprinzessin

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Hallo Rosenprinzessin,

keine Sorge - hier ist es zwar schon seit einiger Zeit sehr ruhig, aber ich bin auf jeden Fall noch da! Zumal ich selbst noch im vorletzten Abschnitt stecke. Also können wir uns noch munter austauschen. :)


Das ist gut!  :bussi:


Es waren damals andere Zeiten - das musste ich mir an dieser Stelle auch immer wieder vor Augen halten.

Ja, das stimmt. Ich vergesse das manchmal und denke einfach nur daran, wie ich mich in dieser Situation fühlen würde. Aber es waren wirklich andere Zeiten damals, und so ungewöhnlich war die Situation wohl nicht.

Ehrlich gesagt stelle ich mir das schon beinahe gruselig vor, oder? Auch Carl hatte es als einer von vielen nicht immer einfach… Aber so ohne Verhütung und wenn man sich halt wirklich zugeneigt war... ;)


Ja, schön finde ich das eigentlich auch nicht mehr. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte 20 Geschwister!?  :ohnmacht:
Oder ich hätte als Mutter zehn oder mehr Kinder!? Sicherlich muss man auch hier die Zeiten bedenken. Meine Oma hatte auch neun Geschwister; damals war das noch ganz normal. Und es hat bestimmt auch viele Vorteile, so viele Geschwister zu haben.
Aber hat man als Mutter dann überhaupt noch einen Moment Zeit für sich? Sicherlich ziehen sich die Geschwister quasi auch untereinander auf. Die älteren Kinder werden sich um die jüngeren kümmern müssen. Trotzdem - es ist bestimmt niemals Ruhe im Haus, und hin und wieder braucht man die doch auch!?
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Offline JanaBabsi

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Ja, schön finde ich das eigentlich auch nicht mehr. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte 20 Geschwister!?  :ohnmacht:

Abgesehen davon, daß 20 Geschwister der Horror wären  :totlach: :totlach: kann ich mir nicht vorstellen, daß eine Frau bei 20 Kindern viel anderes gemacht hat als schwanger zu sein.

Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

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Offline ulli

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Ja, schön finde ich das eigentlich auch nicht mehr. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte 20 Geschwister!?  :ohnmacht:

Abgesehen davon, daß 20 Geschwister der Horror wären  :totlach: :totlach: kann ich mir nicht vorstellen, daß eine Frau bei 20 Kindern viel anderes gemacht hat als schwanger zu sein.

Es waren zwei Frauen - die eine hat nach elf Kindern aufgegeben und die anderen nach 9 ...

Ich habe vier Kinder und finde das schon viel. Mehr hätte ich auch nicht haben wollen, weniger allerdings auch nicht.  :D
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