Autor Thema: #03 - Kapitel 10 bis einschl. 13 (Seite 147 - 219)  (Gelesen 1584 mal)

Offline dubh

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Hier könnt Ihr zum dritten Abschnitt - bis  Seite 219 - schreiben.

Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline JanaBabsi

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Was geht es uns heute doch so gut. Wir können lieben und heiraten wen wir wollen, wir können aus dem Haus gehen ohne Anstandsdame, wir jammern echt manchmal auf hohem Niveau.

Im 3. Abschnitt geht es überwiegend darum, wie Emilia und Carl zueinander finden - und das tun sie, auch wenn sie sich nicht sehen oder hören.

Erzähl mal den Kids von heute, daß damals Briefe wochen-/monatelang gebraucht haben bis sie beim Empfänger waren. In Zeiten von E-Mail, WhatsApp & Co. unvorstellbar, daß man nicht innerhalb von 5 Minuten Antwort bekommen hat.  :totlach:

Als ich vor vielen Jahren meinen Mann kennenlernte, musste man auf eine E-Mail-Antwort auch noch 1 - 2 Tage warten.  ;D

Schade, daß Rieke gegangen ist, aber - ganz ehrlich - mit ihrem Dialekt hab ich schwer gehadert.  :o :o
Aber menschlich war sie für Emilia eine Freundin, nicht wie Tine die ihren Job macht und Emilia auch noch verrät als sie gewahr wird, daß Emilia und Carl sich gerade küssen.

Schön, daß Inken, Mette und die Mamsell wenigstens dicht halten und Emilia so gut es geht helfen.

Jetzt bin ich gespannt wie es weitergeht und Emilia sich als einzige Frau auf einem Schiff voller Männer schlägt. Das wird ganz sicher keine einfache Sache und wird sie mehr als einmal an ihre Grenze bringen - und ganz sicher auch darüber hinaus.

Auf einem Segelschiff auf hoher See kann man sich nur begrenzt aus dem Weg gehen. Mir haben vor Jahren schon 3 Wochen auf einem Plattbodenschiff gereicht um genervt und gestresst zu sein.  >:(


Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

Mein Buchblog: Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie

Online Dani

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Ich finde die Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen Emilia und Carl wirklich schön beschrieben. Wie anders waren die Zeiten damals doch. Wochen- und monatelang auf einen Brief warten zu müssen, heutzutage beinahe unvorstellbar. Ich meine, wir kennen ja auch noch die Zeit vor emails und SMS und Whatsapp und alldem Zeugs, aber ich hatte mit Anfang 20 einen Freund, der für ein Semester in die USA gegangen ist und wir haben uns auch viel geschrieben - nach einigen Tagen war die Post immer da. Selbst das kommt mir aber heute schon wie ein anderes Zeitalter vor (man wird alt  ::)  ;D )

Schade, dass Rieke weg ist, sie war doch eine große Unterstützung für Emilia bei all ihren Heimlichkeiten. Aber natürlich gönne ich der Kleinen ihr Glück von Herzen und hoffe, dass der Kerl sich diesmal als verlässlicher erweist als beim ersten Mal!

Inken ist eine treue Seele und hält immer noch fest zu ihrer Emma. Und auch mit Mette kommt sie sich wieder näher, so eine Ratgeberin für Alltagsfragen ist auch nicht zu unterschätzen. Was für eine Vorstellung, nicht zu wissen, wie man sich alleine anzieht!!

Onkel und Tante waren mir in diesem Abschnitt wieder herzlich unsympathisch. Ihnen geht es nur um eine standesgemäße Verbindung, am besten mit jemandem, der dem Geschäft nutzt. Und die Geschäftsgewohnheiten des Onkels sind ja schon ein bisschen fragwürdig, auch wenn Carl recht gelassen bleibt, als Emilia ihm davon erzählt.
Emilias Eltern sind ziemlich aus der Geschichte verschwunden. Waren sie in all den Jahren nicht einmal zu Besuch in der alten Heimat oder haben Emilia zu sich eingeladen? So unerreichbar weit weg war England doch auch damals nicht, oder?

Aber vielleicht hat es so auch etwas Gutes, durch die jahrelange Entfremdung muss Emilia nun nicht auch noch Rücksicht auf die Gefühle ihrer Eltern nehmen.
Die Entscheidung für Carl scheint ihr erstaunlich leicht zu fallen. Trotz aller Mahnungen und Warnungen ist sie offensichtlich wirklich bereit, ihr gesamtes bisheriges Leben hinter sich zu lassen, um mit ihm zusammensein zu können.
Liebe Grüße
Dani

Offline Jasmin

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Emilias Eltern sind ziemlich aus der Geschichte verschwunden. Waren sie in all den Jahren nicht einmal zu Besuch in der alten Heimat oder haben Emilia zu sich eingeladen? So unerreichbar weit weg war England doch auch damals nicht, oder?

Doch, sie waren ja schon einmal für ein paar Monate da. Aber Emilia hat da schon gespürt, dass es nicht dasselbe war. Anna war ziemlich kühl zu ihr. Aber Emilia war nie da. Das merkt man an der Stelle, an der sie einen Brief ihrer Mutter erhält. Sie fragt sich, wie zugig es in der Londoner Behausung sein muss, weil der Vater sich wohl erkältet hat.

Ich vermisse Rieke auch, aber natürlich freue ich mich für sie. Und wieder einmal verabscheue ich Tante und Onkel von Herzen, obwohl sie es ja soooooooo guuuuut meinen sollen. Bla, bla bla ... Nennen wir es doch beim Namen: Sie haben nur ihr Geld im Kopf!

Aber ich muss Emilia auch mal tadeln: Sie kennt Ihre Tante und ihren Onkel nun schon lange genug. Sie weiß, wie die beiden über eine standesgemäße Heirat denken. Da wäre ich doch besser vorbereitet gewesen! Hätte Emilia das ganze Szenario besser durchdacht, wäre ihr schon von Anfang an klar geworden, dass sie mit ihrer Familie brechen muss. Früher oder später. Da hätte ich doch schon mal einiges verpackt und in meinem Zimmer versteckt. Wenn Sie mit dem Lessing schon von Hamburg aus hätte abhauen wollen, wäre sie so vorbereitet gewesen. Aber wie der Kölner so sagt: Jede Jeck is anders!

Offline Anabelle

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Die liebe Rieke wandert also aus. Sie macht es Emilia vor :-). Bestimmt wird sie auch "ihrem" Carl folgen. Ich fände es auch ganz schlüssig, da sie scheinbar weder zu ihren Eltern noch zu ihrer Tante und Onkel eine enge Beziehung pflegt. Allein Othmarschen mit Inken und Mats scheinen eine Art familiärer Rückhalt zu sein. Die unterstützen sie ja auch in ihrem ungebührlichen Verhalten ;-). Das Buch beschreibt schön, wie Emilia sich auf eine andere Art von Leben vorbereitet. Sie will sich alleine ankleiden und lässt sich von Inken zeigen, wie man kocht etc. Sie hilft sogar Mette Kartoffeln zu schälen. Sie fügt sich gut in die Rolle einer "einfachen" Frau.
Grüßings, Anabelle

Online Dani

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Emilias Eltern sind ziemlich aus der Geschichte verschwunden. Waren sie in all den Jahren nicht einmal zu Besuch in der alten Heimat oder haben Emilia zu sich eingeladen? So unerreichbar weit weg war England doch auch damals nicht, oder?

Doch, sie waren ja schon einmal für ein paar Monate da. Aber Emilia hat da schon gespürt, dass es nicht dasselbe war. Anna war ziemlich kühl zu ihr. Aber Emilia war nie da. Das merkt man an der Stelle, an der sie einen Brief ihrer Mutter erhält. Sie fragt sich, wie zugig es in der Londoner Behausung sein muss, weil der Vater sich wohl erkältet hat.

Stimmt, es wurde ja mal erwähnt, dass ihr kleiner Bruder wie ein Fremder für sie ist und umgekehrt. Das hatte ich verdrängt, kein Wunder bei dieser Entfremdung innerhalb der Familie.
Liebe Grüße
Dani

Offline Horst Berger

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Man ist wieder in Othmarschen. Aber was ist Ilex? Ich bitte um Aufklärung. Inken ist es zu verdanken, dass Emilia endlich ganz gesund wird. Es geht zurück nach Hamburg.
Über Briefe und Herman Melville fängt sich die Freundschaft zwischen Emilia und Kapitän Lessing an, zu verfestigen. Oder will sich da so etwas wie Liebe anschleichen? Egal, noch ist es nicht soweit, auch wenn der Herr Kapitän auf Besuch kommt.

Nun, von Schiffbau und von großer Fahrt auf den Meeren verstehe ich nichts. (Mir war auf der Fahrt nach Helgoland schon schlecht genug.) An Käptn Ahab, wie er mit seinem Holzbein über Deck poltert, kann ich mich aber noch gut erinnern, wenn’s auch lange her ist. Und was kalfatern bedeutet, hab ich bei Wikipedia nachgelesen.
Dann besucht Emilia Lessing auf dem Schiff und Tante Minna wird immer misstrauischer. Sie sagt irgendwann: „Bis Weihnachten, entweder oder“, und meint, Emilia, die jetzt 20 Jahre alt ist, muss sich entscheiden.

Die C.G. Lessing ist endlich wieder im Hafen. Emilia hatte es nicht ausgehalten, sie musste dort hin. Und wer jetzt noch nicht mitbekommen hat, was mit ihr los ist, dem ist nicht zu helfen. Neiein, nicht was die eine oder andere meint, was ich meinen könnte! Ich meine doch bloß, dass sie jenes Ding gepackt hat, was man landläufig Liebe nennt. Davon wird sie wohl nicht mehr loskommen.
Und da fangen die Dinge an, sich zu verwirren. Die neue Magd Tine ist nicht Rieke, die zu ihr, Emilia, gehalten hätte. Da kann Emilia noch so viele Winkelzüge und Raffinesse als Trümpfe ausspielen. Es nützt ihr nichts. Sie soll nach Othmarschen abgeschoben werden und es sieht danach aus, als würde ihre Verbindung mit Lessing scheitern.
Ob die Liebe, dieses brüchige Pflänzchen, daran zerbricht? Wir werden sehen.

Beim Treffen mit Lessing, den sie nun Carl nennt, wird wieder weibliche Raffinesse eingesetzt. Dieses Mal hat Tine keine Chance.
Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Flucht bald vonstattengehen wird, aber das 13. Kapitel ist zu Ende und aus der Flucht oder Abreise ist noch nichts geworden. Wir müssen warten.
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Online Dani

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Aber was ist Ilex? Ich bitte um Aufklärung.

Ich hätte in deinem Alter (wenn ich vom Bild ausgehe) nun erwartet, dass du aufgeklärt bist  ;D
Ilex sind Stechpalmen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stechpalmen
Liebe Grüße
Dani

Offline Horst Berger

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Hey Spatzi! :-* :-[

Das Bild trügt. Ich bin viel älter. Da fängt man an, einiges, was früher selbstverständlich war, zu vergessen. Ist das bei Frauen nicht so?
Zurück zu Ilex: Stechpalme. Auf die Idee wäre ich nicht gekommen. Bin halt wieder einmal zu faul gewesen, Wikipedia zu bemühen.
Vielen Dank für die Zurechtweisung, äh, Aufklärung. :stillgestanden:
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Online Dani

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Als Zurechtweisung wollte ich das nicht verstanden haben!
Ich war mir relativ sicher, dass es was Pflanzliches ist, musste aber auch nachschauen  ;)
Liebe Grüße
Dani

Offline In Flagrantibooks

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Nun bin ich auch am Ende vom dritten Abschnitt angelangt. Einerseits konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen (beinahe hätte es schwarzes Brot gegeben^^), andererseits wollte ich es zuschlagen.

Erstens, weil ... endlich finden die zwei zusammen. Ich muss ehrlich sein, ich mag es schon irgendwie, wie früher diese Regeln waren, was man als Mann bei einer Frau darf und was nicht. Ein richtig ausgeführter Handkuss? Geht gar nicht! Heutzutage ... nun ja ...  ;)
Carl sorgt sich um Emma und ihr ist es egal, was Tante und Onkel denken. Endlich wehrt sie sich! Ich hab schon darauf gewartet, dass sie ihnen endlich die Stirn bietet. Ganz langsam hat sich die Liebe zwischen Carl und Emma eingeschlichen und meinen Segen haben sie!

Zweitens: zuschlagen weil ... ich die Sitten und Bräuche was Heirat für Frauen damals unmöglich finde. Die Tante ist knallhart und denkt eigentlich nur an den eigenen Profit. Welcher Mann ist eine gute Partie in Sachen Geschäft? War das damals wirklich so schlimm? Ein Hoch auf die Emanzipation! Andererseits versteh ich es ja. Ich denke, so war es früher und man sieht ja an Rieke wie das endet oder enden kann. Inken will nur das Beste für Emma, aber die Tante ... die gratzt an meiner Geduld. ^^

Bis jetzt war das für mich der emotionalste Abschnitt, die Gefühle sprangen mir förmlich entgegen und ich musste auf jeder Seite erst einmal tief Luft holen, bevor ich weiter lesen konnte.
Natürlich frage ich mich, ob Emma wirklich die richtige Entscheidung trifft. Ja, sie hat als Kind einafcher gelebt als bei ihrer Tante, aber sie lebt auch schon jahrelang bei Tante und Onkel. Sie erinnert sich zwar gern an das Leben früher, lernt auch bei Inken, aber ich glaube, dass es ihr nicht gänzlich bewusst ist, auf was sie sich da einlässt. Nur mit anderen Kleidern ist es da nicht getan.

Mein persönliches Lieblingswort in diesem Abschnitt: unschicklich
Ein wirklich schönes Wort, dass viel zu wenig verwendet wird!

LG Tilly

Offline ulli

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    • Ulrike Renk

Bis jetzt war das für mich der emotionalste Abschnitt, die Gefühle sprangen mir förmlich entgegen und ich musste auf jeder Seite erst einmal tief Luft holen, bevor ich weiter lesen konnte.


Oh je - vielleicht solltest du das Ende dann lieber nicht lesen ...  :trost:
Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine überraschte Frau

Offline In Flagrantibooks

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    • In Flagranti Books
Ernsthaft? Ich hab schon recht nah am Wasser gebaut ...  :'(

Aber wirklich, die zwei konnten sich ja nur Treffen. Sie haben geredet, höchsten mal geküsst und dennoch empfand ich alles sehr sehr emotional. Selbst die Wortgefechte mit Tante und Onkel ... ich war da richtig dabei und hab mit Emma zusammen geschimpft!

Bitte ulli, sag sowas nicht. In meinem alten Romantikerinnenherz hoffe ich natürlich auf ein Happy End.  :'(

Offline ulli

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    • Ulrike Renk
Ernsthaft? Ich hab schon recht nah am Wasser gebaut ...  :'(

Aber wirklich, die zwei konnten sich ja nur Treffen. Sie haben geredet, höchsten mal geküsst und dennoch empfand ich alles sehr sehr emotional. Selbst die Wortgefechte mit Tante und Onkel ... ich war da richtig dabei und hab mit Emma zusammen geschimpft!

Bitte ulli, sag sowas nicht. In meinem alten Romantikerinnenherz hoffe ich natürlich auf ein Happy End.  :'(

Nein, nein, fast alles wird gut ...  ::) :-[ ::)
Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine überraschte Frau

Offline Horst Berger

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Und während ich meine männliche Unerschrockenheit in ein paar Sätzen herauskehren wollte, bekam ich die Meldung, dass Ulli fast alles zurückgenommen hatte. Das Wörtchen "fast" hat sie dazwischen geschoben. Fies, nicht wahr. Nein, ich bleib dabei, ich geh bis zum bitteren Ende. Ob guter oder böser Ausgang; das ist mir jetzt wurscht!
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